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Test: CS-601 mit Blacknoise Evolution EQ Platinum Dämmmatten

von Ralph Burmester

Einführung

Die vernehmbare Lautstärke der modernen Rechenknechte (PCs) wird zu einem immer interessanteren Thema. Grund genug für uns, nach dem Test des fertig gedämmten Listan CS-601 [1] uns nach weiteren Möglichkeiten zum Dämmen von Gehäusen umzusehen. Unsere Wahl fiel dabei auf die neuen Blacknoise Evolution EQ Platinum Dämmmatten, die uns zusammen mit einem schwarzen CS-601 Gehäuse für einen Test erreichten. Die Matten sind als Set für das CS-601 erhältlich, werden aber auch als fertig gedämmtes Gehäuse von Blacknoise [2] vertrieben, bei denen wir uns für die Teststellung an dieser Stelle herzlich Bedanken möchten.

Lieferumfang

Neben dem bekannten Chieftec CS-601 Gehäuse erreichte das Testcenter in einem zweiten Karton das Dämmmattenset. Nach dem Auspacken der Matten fiel als erstes der recht strenge Geruch nach frisch geteerter Strasse, sprich Bitumen, auf. Allerdings verfliegt dieser Anfangs aufdringliche Geruch sehr schnell, wenn die Matten ausgepackt einige Zeit offen liegen und stammt laut Blacknoise nicht vom Bitumen sondern dem Klebstoff, der, auch wenn der Geruch einen anderen Eindruck erwecken könnte, absolut unbedenklich ist. Neben den Matten liegt eine bebilderte Anleitung bei, die zwar knapp aber ausreichend die Montage der Matten in das Gehäuse beschreibt. Zur besseren Orientierung sind die Matten teilweise mit Buchstaben auf der Abdeckfolie der Klebefläche gekennzeichnet, so dass die Zuordnung leichter fällt. Das gelieferte Chieftec CS-601 ist das bekannte Standard Midi-Tower Gehäuse - wichtiger Punkt ist der fehlende Lüfter in der Seitentür. Da allerdings die gesamte Innenseite gedämmt wird, würde ein Lüfter auch keinen Sinn machen.

Dämmmattenset
Dämmmattenset
CS601 Gehäuse
CS601 Gehäuse
Lieferumfang CS601
Lieferumfang CS601

Von den Matten werden zwei Ausführungen mitgeliefert: Eine vierschichtige und eine zweischichtige. Bei der letzteren handelt es sich um die M.A.S.S-2 genannte Schwerschichtfolie auf Bitumenbasis. Direkt darauf ist die V2 Thermostabilisatorfolie aus Aluminium geklebt. Diese zweischichtigen Matten werden unter anderem zum Dämmen der Bodenplatte und der Seiten des 5,25" Laufwerkkäfigs genutzt. Die Matten sind nur einige Millimeter dick und absorbieren hauptsächlich den auftretenden Körperschall.

Matten Rückseite
Matten Rückseite
Frontblende gedämmt
Frontblende gedämmt
Seitenansicht Dämmmatten
Seitenansicht Dämmmatten

Die vierschichtigen Matten haben zusätzlich zu den genannten zwei Schichten noch eine Schicht aus NB-Spezial Akustikschaumstoff auf PUR Ester Basis. Dies ist noch nicht genug, so kommt als Abschluß noch eine Schicht aus metallisiertem Microfleece als Hochfrequenzblocker zum Einsatz. Die vierschichtige Matte ist damit etwa 20mm dick. Wegen des nötigen Brandschutzes erfüllen die beide Matten die DIN75200 und sind damit nur schwer entflammbar.

Montage

Bevor man mit dem Einkleben der Matten beginnt, sollte man erst mal das Gehäuse "strippen", also die Laufwerkkäfige, Lüfterhalter etc. ausbauen. Auch die vordere Gehäuseblende muß komplett abgebaut werden, da sonst die Matten nicht verklebt werden können. Ein Anlegen zur Probe ist Pflicht, nach dem Ankleben lassen sich die Matten nur mit großer Mühe wieder entfernen und könnten dabei beschädigt werden. Gerade bei der Seitentür ging es uns genauso und wir mußten die Matte zweimal wieder entfernen, bevor sie endlich so saß, wie sie sollte. Etwas kniffelig gestaltet sich die Montage der Dämmung des Oberteils. Am Besten stellt man das Gehäuse auf den Kopf.

Linke Tür gedämmt
Linke Tür gedämmt
Rechte Tür gedämmt
Rechte Tür gedämmt
Dämmung Oberteil
Dämmung Oberteil

Für die Montage der Matten sollte handwerkliches Geschick vorhanden sein. Wem das fehlt, der sollte sich lieber ein fertig gedämmtes Gehäuse kaufen. Allerdings sind die Matten recht flexibel und lassen sich durch Drücken auch über Unebenheiten wie auf dem Boden des Gehäuses gut montieren. Im Gegensatz zu Listan wird bei NoiseBlocker nicht die Fronttür gedämmt, sondern der untere Teil der Frontblende, dadurch werden die Geräusche von eventuell verbauten Lüftern weiter reduziert. Werden keine Lüfter montiert, können große quadratische Mattenstücken zum Verschließen der Öffnungen benutzt werden. Hier hat Listan eindeutig die bessere Lösung entwickelt: zwar muß ebenfalls die Frontblende demontiert werden, allerdings können die Matten einfach festgeklemmt werden. Bei den NoiseBlocker Matten mißlingt dies sowohl wegen der zu geringen Größe der Mattenstücke als auch wegen der Schwerschichtmatte, die sich nur mit leichter Mühe über die nach außen gewölbten Lüftergitter 'biegen' läßt.

Dämmung hinten unten
Dämmung hinten unten
Dämmung hinten oben
Dämmung hinten oben

Gleiches gilt für die hinteren Lüfteröffnungen: bei Listan verzichtet man komplett auf den Snap-In Lüfterhalter und dichtet die hinteren Öffnungen komplett mit zwei passend großen Matten ab. Bei Noiseblocker können die Matten zwar mit Aufwand in die Snap-In Halter geklemmt werden, sie halten allerdings nicht besoders gut und man läuft Gefahr, das die Matten ins Gehäuseinnere fallen. Einzige Alternative ist das Festkleben der Matten, wenn allerdings im Sommer die Temperaturen steigen, wünscht man sich möglicherweise doch etwas mehr Luftzug im Gehäuseinneren. Hier sollte NoiseBlocker auf jeden Fall eine bessere Lösung finden.

Lüfter-Matte
Lüfter-Matte
verschiedene Lüfter-Matten
verschiedene Lüfter-Matten
Lüfter-Matten festgeklemmt
Lüfter-Matten festgeklemmt

Die Blenden der extern zugänglichen Laufwerke werden natürlich ebenfalls mit Dämmmatten versehen, passende Matten für alle sechs Blenden liegen bei. Falls jemand komplett ohne Diskettenlaufwerk oder CD/DVD-ROM auskommt. Nettes Detail: da die Schnellverschlüße der 3,5" Laufwerkkäfige bis fast an die Seitentür reichen, hat NoiseBlocker zwei Ausschnitte dafür freigelassen. Beim Modell von Listan werden hier nach einiger Zeit die allerdings dünneren Matten beschädigt. Durch die dicken Matten, die gegen die seitliche Querstrebe drücken, läßt sich aber die Seitentür des NoiseBlocker erheblich schwerer schließen als beim Listan.

Türen
Türen
System eingebaut
System eingebaut
Laufwerkblenden gedämmt
Laufwerkblenden gedämmt

Testergebnisse

Um einen Vergleich der Dämmmatten zu erreichen, haben wir unser Testsystem in das frisch gedämmte schwarze CS601 von NoiseBlocker verpflanzt. Die Temperaturen der Komponenten wurden wie gewohnt mit MBM [3] ausgelesen, die Lautstärke können wir nur subjektiv beurteilen. Durch die EQ-Matten wird das NoiseBlocker Gehäuse jedenfalls sehr dumpf, legt aber auch ordentlich an Gewicht zu. Statt sonst 13kg stehen gedämmt ordentliche 16kg auf der Waage. Die Festplatten sind kaum zu hören, sehr leise dringen die Zugriffsgeräusche nach außen, gehen aber fast im noch hörbaren Rauschen der Lüfter unter. Auf Grund der unterschiedlichen Lüfteranordnung der beiden Gehäuse - einmal Lüfter in der Seitentür und vorne geschlossen, einmal vorne ein Lüfter und Seitentür geschlossen - ergeben sich andere Geräuscheindrücke und Temperaturen. In jedem Fall liegen die gemessenen Temperaturen noch völlig im grünen Bereich, ein die Komponenten gefährdender Hitzestau ist nicht zu befürchten.

Die mit dem A7V333 gemessenen Temperaturen:

Prozessortemperatur

 Am Sockel gemessen:
Koolance 601
43
CS601 ungedämmt
52
CS601 gedämmt Listan
53
CS601 gedämmt NoiseBlocker
54
 Intern gemessen:
Koolance 601
50
CS601 ungedämmt
51
CS601 gedämmt Listan
51
CS601 gedämmt NoiseBlocker
52
Angaben in °C

Mainboardtemperatur

CS601 gedämmt Listan
32
CS601 ungedämmt
36
Koolance 601
38
CS601 gedämmt NoiseBlocker
38
Angaben in °C

Festplattentemperatur

CS601 ungedämmt
36
CS601 gedämmt Listan
37
Koolance 601
37
CS601 gedämmt NoiseBlocker
38
Angaben in °C

Die im NoiseBlocker gemessenen Temperaturen liegen alle bisher am höchsten, allerdings auch hier wieder der Hinweis auf die unterschiedliche Lüfteranordnung. Damit schneiden die EQ-Matten bei der Prozessortemperatur noch sehr gut ab.

Die sehr niedrige Mainboardtemperatur beim Listan Gehäuse wird durch den Seitentürlüfter erzeugt, der direkt die kühle Außenluft auf den Fühler des Mainboards bläst. Das NoiseBlocker Gehäuse liegt hier gleichauf mit dem Koolance, das allerdings eine ineffektive Lüftführung besaß.

Auch die Festplattentemperatur liegt nur ein Grad höher, hier mag auch die Raumtemperatur bereits eine Rolle spielen. Im Gegensatz zum ungedämmten und mit vier Lüftern ausgestatteten CS601 ist eine nur etwa 2° Celsius höhere Temperatur völlig zu vernachlässigen. Wie sich die gedämmten Gehäuse im Hochsommer bei Raumtemperaturen von 25°-28° Celsius schlagen, werden wir aber erst dann erfahren.

Inzwischen haben wir unser HDD Testsystem in das NoiseBlocker CS601 eingebaut und selbst die gerade im Test befindlichen Festplatten von Hitachi und Seagate sind quasi unhörbar. Die Temperaturen des Systems liegen allerdings wegen dem A7V8X völlig anders: CPU-Diode 58°, Board 25° und HDD 46° Celsius. Wegen der unterschiedlichen Plattformen und Komponenten haben wir die Werte bewußt nicht in die Grafik aufgenommen.

Modding

Genau wie beim Listan macht auch beim NoiseBlocker ein Gehäusemodding keinen Sinn, denn der Rechner würde sofort deutlich an Lautstärke zulegen. Kleine optische Spielereien wie eine besondere Lackierung oder LED-Modding und Neonstrings können zumindest etwas für das individuelle Äußere des Gehäuses tun.

Fazit

Unhörbar würde es fast treffen, allerdings haben wir im Testsystem sicherlich nicht die leisesten Komponenten im Einsatz. Im Vergleich zum fertig gedämmten Listan CS601 fällt es schwer einen Sieger zu küren. Von der reinen Dämmung her hört sich das NoiseBlocker etwas ruhiger an, allerdings mißfallen die Abdeckungen der Lüfteröffnungen sehr.

Eine weitere Rolle spielt sicher der Preis. Bei Noiseblocker ist der ungedämmte CS601 Miditower für 69,90€ zu kaufen, die fertig zugeschnittenen EQ- Premium Dämmmatten schlagen mit 49,50€ zu Buche. Fertig gedämmt wird das schwarze CS601 aber zum Preis von nur 99,50€ angeboten. Neben der Arbeit des selbst Dämmens spart man auch noch 19,90€!

Der Einzelpreis der fertig zugeschnittenen be quiet! Dämmmatten von Listan [4] liegt bei 49,90€, das schwarze CS601 ungedämmt bei ebenfalls 69,90€. Das fertig gedämmte schwarze CS601 kostet bei Listan allerdings 129,00€, hier fallen also 9,20€ für die Montage der Matten durch Listan an. Somit kann man das fertig gedämmte schwarze NoiseBlocker CS601 Gehäuse nur als Schnäppchen betrachten - dank der aggressiven Preispolitik, die NoiseBlocker seit Anfang des Jahres praktiziert.
Hardware-Hammer Wer also bereits über Silent-Komponenten wie CPU-Lüfter, Motherboard, Grafikkarte und Netzteil verfügt oder deren Anschaffung plant, für den sind die Dämmmatten von NoiseBlocker ein Muß. Hilfreich sind auch Lüftercontroller, die dem anfallenden Lärm durch hochtourige Lüfter einen Riegel vorschieben. Denn laute Komponenten leise zu bekommen ist schwieriger, als leise Komponenten per Gehäusedämmung fast unhörbar zu machen. Auf Grund der sehr guten Dämmleistung verleihen wir den NB-EvolutionEQ Platinium Maßmattenset für das CS601 Gehäuse von NoiseBlocker [5] unseren Hardware-Hammer.

Blacknoise CS-601 mit Evolution EQ Platinum Dämmmatten
Positive Eigenschaften
  • Komplett gedämmt
  • Sehr stabil
  • Laufwerkkäfige entnehmbar
  • 4 Snap-In Lüfterhalter
  • Abschliessbar
Negative Eigenschaften
  • Hohes Gewicht
  • Kein Portkit

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/chieftec_dx01bld_cs601/
  2. http://www.blacknoise.de/
  3. http://www.computerbase.de/downloads/software/systemueberwachung//motherboard_monitor/
  4. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/chieftec_dx01bld_cs601/
  5. http://www.noiseblocker.de/
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