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Test: Antec P160 Midi-Tower

von Ralph Burmester

Einleitung

Die Firma Antec wurde 1986 im sonnigen Kalifornien gegründet. Ihr Programm umfaßt seitdem Computergehäuse, 19"-Rack-Gehäuse, Netzteile, Lüfter, CPU-Kühler und weiteres Zubehör. Die europäische Zentrale residiert in den Niederlanden, über Produktionsstandorte schweigt sich die Internetseite ebenso wie über die Anzahl der Mitarbeiter aus. Das vor allem in den USA renommierte Unternehmen hat bereits letztes Jahr das P160 Gehäuse vorgestellt, einen Midi-Tower aus Aluminium. Die Ingenieure aus Freemont, Kalifornien, haben sich die Wünsche der Benutzer zu Herzen genommen und nach diesen Wünschen das P160 entwickelt. Die Marketing-Abteilung witzelt mit „Made from recycled fighter jets.*“, stellt dieses jedoch auch gleich wieder richtig: „*OK, that's not really true. But it sure sounds cool.“. Ob die Ingenieure soviel Sachverstand haben wie die Marketing-Abteilung Humor, wird der Test zeigen. Als erstes werfen wir wieder einen Blick auf den Lieferumfang.

P160
P160

Lieferumfang

Der Karton ist auf der Vorderseite mit einem großen Bild des Gehäuses versehen, auf der Rückseite werden Details des Innenlebens in Deutsch, Englisch und Französisch genauer erklärt. Er verfügt über keinerlei Griffe und bleibt damit trotz des geringen Gewichts recht unhandlich. Im Inneren wird das Gehäuse durch Styropor-Formteile gegen Stöße geschützt, vor Staub und ähnlichem schützt der obligatorische Plastiksack. Die Frontpartie ist interessant gestaltet und darüber hinaus mit einem Portkit ausgestattet, das über Fühler zwei Temperaturen ausgeben kann. Zusätzlich ist das Portkit mit einer selbsthaftenden Kunststofffolie geschützt, ähnlich der Folie auf Handy-Displays. Der weitere Lieferumfang beinhaltet einen 120-mm-Gehäuselüfter, eine ATX-Blende, eine Tüte mit Schrauben und eine Bedienungsanleitung. Dieses DIN A5 große Heft beschreibt auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch die Inbetriebnahme und Besonderheiten des Gehäuses. Der Gehäuselüfter soll laut Antec mit 1.600 U/min rotieren und dabei 28 dB(A) erzeugen. Hier noch die reinen technischen Daten des Gehäuses:

Fornt P160
Fornt P160
Linke Seite
Linke Seite

Ausstattung außen

Fangen wir gleich bei an der Oberseite der Frontpartie mit unserer Rundreise um das Gehäuse an: beim Portkit. Neben den schon erwähnten Anschlüssen befinden sich hier oben der Ein/Aus- und der Reset-Taster. Beide Schalter sind zwar nach innen gewölbt, so dass man sie mit den Fingern auch blind gut ertasten kann, allerdings ansonsten nicht gegen versehentliche Betätigung geschützt. Steht der Tower unter dem Schreibtisch, ist so schnell mit dem Knie einer der genannten Taster betätigt. Links neben dem Ein/Aus-Taster befinden sich die beiden LEDs für die HDD (rot) und Power (grün). Die zentral angeordnete Temperaturanzeige wechselt automatisch alle drei Sekunden zwischen den beiden Sensoren. Zwei rechts neben der Anzeige befindliche LEDs zeigen an, welcher Sensor gerade angezeigt wird. Welcher Sensor zu welcher LED gehört, muss leider ausprobiert werden; die Kabel der Sensoren sind nicht weiter gekennzeichnet. Im Inneren des Gehäuses befindet sich noch ein zusätzlicher Schalter, mit dem die Anzeige zwischen °Celsius und °Fahrenheit umgestellt werden kann. Der Clou des Portkits ist jedoch die Möglichkeit, es um 45° zu schwenken. Steht der Tower auf dem Tisch, zeigt das Portkit nach vorne, steht der Tower unter dem Tisch, kann man das Portkit um besagte 45° nach oben schwenken. Das Portkit rastet in diesen Positionen ein, erst nach dem Betätigen eines kleinen Hebels auf der linken Seite läßt sich das Portkit verstellen.

Frontblende oben
Frontblende oben
Unter dem Portkit befinden sich die Schächte für die 5,25"-Laufwerke. Zwei dieser Schächte sind mit so genannten „Stealth“-Blenden ausgerüstet. Damit wird das dahinter befindliche Laufwerk komplett verdeckt, eine aufwändige Lackierung der Laufwerksblende als Anpassung an das Gehäuse kann so entfallen. Auch die Lautstärke der Laufwerke wird so geringfügig reduziert. Antec verbaut je zwei Tasten in diesen Blenden und mit unseren beiden optischen Laufwerken kam es zu keinen Problemen im Testbetrieb. Um die Status-LEDs der Laufwerke sichtbar zu machen, die ja jeder Laufwerkshersteller anders platziert, hat man beim P160 einfach einen klaren Plexiglasstreifen integriert, durch den die LEDs sichtbar werden. Die beiden weiteren Laufwerksblenden sind normale Blenden, wie sie auch bei anderen Gehäusen eingesetzt werden. Sie sind eingeklippt, lassen sich aber erst nach der Demontage der Frontblende abnehmen.

Auch bei den beiden externen 3,5"-Laufwerksblenden setzt Antec zumindest bei einer auf eine „Stealth“-Blende. So kann sich die Floppy hinter dieser Blende gut verstecken, ohne, dass die Funktion eingeschränkt wird. Damit der Blick des Benutzers ohne den Einbau eines Floppy-Laufwerks nicht ungehindert in das Innere des Gehäuses dringt, befindet sich hinter ihr noch einen weitere Blende. Auch der Geräuschpegel aus dem Inneren des Rechners nach vorne wird so wirkungsvoll reduziert.

Im unteren Drittel des Gehäuses befinden sich drei Öffnungen in Form von „Langlöchern“, hinter denen ein Filter das Eindringen von Staub verhindert. Für diese Öffnungen hat sich Antec noch etwas Besonderes einfallen lassen. So befinden sich oben auf der Innenseite jeweils eine blaue LED, die nach unten strahlt und das untere Ende der Öffnungen ist mit einer verchromten Lasche versehen, die das blaue Licht der LEDs nach vorne streut. Dadurch entsteht ein interessanter Leuchteffekt, der allerdings durch einfaches Weglassen der Stromverbindung ausgeschaltet werden kann.

Frontblende unten
Frontblende unten
Innenseite Frontblende
Innenseite Frontblende
Staubfilter ausgebaut
Staubfilter ausgebaut

Um den bereits angesprochenen Luftfilter reinigen oder wechseln zu können, muss die Frontblende komplett entfernt werden. Jedoch ist sie nicht verschraubt sondern wird mit Kunststoffhaltern am Gehäuse festgehalten. Um ein einfaches Abziehen zu verhindern, ist an der Frontblende vorne zentral eine Öse angebracht, die in das Gehäuseinnere ragt. Ist die linke Seitenwand des Gehäuses geschlossen, schiebt sich eine Metallstange durch diese Öse und verhindert so das Abziehen. Mit dem Öffnen der Seitentür wird per Feder die Metallstange zurück gezogen und die Frontblende kann mit leichter Mühe abgezogen werden. Der Filter selber besteht aus einem Metallgitter, das in einem Kunststoffrahmen sitzt und so sehr gut im Waschbecken vom Staub befreit werden kann.

Die Frontblende des Antec P160 besteht aus Kunststoff, der silbern lackiert ist und sehr gut zu der restlichen Gehäusefarbe passt. Der äußere Rahmen der Blende, die Druckknöpfe an den „Stealth“-Blenden, die Taster im Portkit und die Umrandung des Portkits sind chromfarben, dadurch erhält die ganze Frontpartie einen recht edlen Touch. Auch der ganz unten eingravierte Schriftzug von Antec trägt dazu bei.

Die rechte Seitenwand, der Deckel und der Boden des Gehäuses weisen keine Besonderheiten auf. Die Gehäusefüße bestehen komplett aus Hartgummi, dadurch rutscht das Gehäuse auch auf glatten Böden wie Linoleum oder Laminat nicht weg. Zusätzlich werden damit Schwingungen des Gehäuses gedämpft und nicht einfach an den Boden übertragen.

Die linke Seite weist einen bisher einmaligen Öffnungsmechanismus auf. Am oberen Rand befinden sich zwei Drehriegel, mit denen die Seitenwand am Platz gehalten wird. Der hintere Riegel ist abschließbar, so ist das Innenleben des Gehäuses vor unberechtigtem Zugriff geschützt. Sind die Verschlüsse durch eine 90°-Drehung entriegelt, wird die Tür als erstes oben vom Gehäuse weggezogen, bevor sie unten ausgehangen wird. Die Tür kann so beim Öffnen nicht einfach nach unten fallen, da sie dann immer noch vom Gehäuse festgehalten wird. Schäden am empfindlichen Aluminium werden so wirkungsvoll verhindert. Zusätzlich ist die Seitentür auf der Rückseite noch mit zwei Rändelschrauben befestigt. Diese Schrauben sind normale Metallschrauben, die jedoch über einen recht großen Aluminiumkörper verfügen und sich so sehr gut schrauben lassen.

Verschluß Seitentür
Verschluß Seitentür
Rückseite
Rückseite

Kommen wir noch zur Rückseite des Gehäuses, das auf eine Netzteilblende verzichtet. Stattdessen sind acht Bohrungen für die Befestigung des Netzteils vorhanden, so kann das Netzteil auch auf dem Kopf stehend befestigt werden. Ob und für welche Netzteile das sinnvoll ist, bleibt dem Benutzer selbst überlassen. Darunter befindet sich die große Lüfteröffnung, die mit einem 120-mm-Gehäuselüfter versehen werden kann. Ansonsten befinden sich auf der Rückseite keine weiteren Lüftungsöffnungen, was neben der Lautstärke auch dem Luftstrom im Gehäuseinneren zuträglich ist. Für Erweiterungskarten stehen sieben Slots zur Verfügung und unsere Reise um das Gehäuse herum ist hier zu Ende, weiter geht es im Inneren.

Ausstattung innen

Beginnen wir mit dem Käfig für die 5,25"-Laufwerke. Die Laufwerke werden nicht verschraubt sondern mit Schienen aus Kunststoff versehen, ähnlich denen der Firma Chieftec. Auch diese Schienen müssen am Laufwerk festgeschraubt werden - dadurch werden die Schwingungen der Geräte vom Gehäuse abgekoppelt. Der Käfig der externen 3,5"-Laufwerke kann nach vorne aus dem Gehäuse entnommen werden. Dazu muss natürlich erst die Frontblende entfernt werden. Rechts und links vom Käfig kann man nun zwei Rändelschrauben lösen und den Käfig heraus ziehen. Wie bereits erwähnt, sind beide Schächte noch jeweils mit einer Aluminiumblende versehen, die abgeschraubt werden muß. Ganz unten befindet sich der Käfig für die internen 3,5"-Laufwerke, der, wie inzwischen bei vielen Herstellern üblich, um 90° gedreht ist. Die Festplatten werden also direkt von der Seite in den Käfig geschoben, was die Handhabung deutlich erleichtert.

Innenansicht
Innenansicht
Käfig für 5,25" Laufwerke
Käfig für 5,25" Laufwerke

Schublade für externe 3,5" Laufwerke
Schublade für externe 3,5" Laufwerke
Schubladen für Festplatten
Schubladen für Festplatten

Für die Montage der Festplatten in den Käfig hat sich Antec wieder etwas besonderes einfallen lassen. Die Festplatten werden dazu auf Schlitten aus Aluminium festgeschraubt, und zwar von der Unterseite. Um die Lautstärke und Schwingungen zu reduzieren, sind hier vier Gummimuffen verbaut worden, durch welche die Festplatten mit speziellen Schrauben befestigt werden. Die Schlitten selbst haben rechts und links Schienen, auf denen sie dann in den Käfig geschoben werden. Die Ver- und Entriegelung der Schienen geschieht dabei wie bei den 5,25"-Laufwerkschienen und z.B. auch von den Schienen bei Chieftec CS-601 bekannt. Der Platz zwischen den Laufwerken ist großzügig bemessen, so dass genügend Luft von vorne über die Festplatten strömen kann.

Schublade vorderer 120-mm-Gehäuselüfter
Schublade vorderer 120-mm-Gehäuselüfter
Ein weiteres bemerkenswertes Detail ist die Halterung für den optionalen vorderen 120-mm-Gehäuselüfter. Dieser wird quasi in einer Schublade zwischen den 3,5"-Laufwerkkäfig und die Vorderseite des Gehäuses geschoben. Der Lüfter wird mit dieser Schublade verschraubt, hier findet keinerlei Entkoppelung statt. Die Schublade ist ebenfalls mit einer Rändelschraube versehen, so dass zur Montage oder Demontage kein Werkzeug benötigt wird. Diese Rändelschraube ist dabei in einer Hülse mit innenliegender Feder mit der Schublade verbunden. Dadurch kann die Schraube nicht verloren gehen und bleibt immer an Ort und Stelle. Da der gesamte Laufwerkkäfig vom Boden bis zum Deckel durchgehend konstruiert ist, erhält das Gehäuse eine gute Stabilität.

Die von vorne oben kommenden Kabel des Portkits sind am Deckel neben dem Laufwerkkäfig mit einer Kabelklemme befestigt. So wird die Kabelführung im Gehäuse erleichtert. Der mitgelieferte 120-mm-Gehäuselüfter wird an der Rückseite nicht festgeschraubt sondern mit Gummistiften, auch Vibrations-Killer genannt. Der Stromanschluß des Lüfters besteht aus einem vierpoligen Laufwerkstecker, der durchgeschleift wurde, so fällt kein Stromanschluß weg. Allerdings fällt das möglicherweise erwünschte Regeln des Lüfters dadurch schwerer und ein Ablesen der Drehzahl ist überhaupt nicht möglich. Zwei weitere Stromanschlüsse werden von der blauen Frontbeleuchtung und der Temperaturanzeige im Portkit benötigt. Auch diese sind jeweils als vierpolige Laufwerkstecker ausgeführt, jedoch ist nur der Stecker der Frontbeleuchtung durchgeschleift. Durch die ausreichende Kabellänge kann man allerdings beide ohne Probleme miteinander verbinden. Die Kabel des Portkits sind mit über 70 cm Länge gut dimensoniert, Probleme sollten beim Anschluß keine auftreten. Die Stecker sind bis auf den Firewire-Anschluß als Einzelstecker ausgeführt, damit werden Probleme bei der Belegung zwar vermieden. Aber das Aufstecken auf die Anschlüsse auf dem Mainboard ist nicht ganz ohne.

Gehäuselüfter hinten
Gehäuselüfter hinten
Auf der Rückseite dominiert die Öffnung für den 120-mm-Gehäuselüfter, der, wie bereits erwähnt, mit Gummistiften montiert wird. Die Slotbleche sind mit Rändelschrauben befestigt, allerdings sind diese so fest angezogen, dass ohne Schraubendreher ein Aufdrehen unmöglich ist. Fehlt noch der Mainboard-Schlitten, bei dem es sich in der Tat um einen Schlitten handelt, der komplett aus dem Gehäuse ausbaubar ist. Auf der rechten Seite des Schlittens befindet sich zentral ein Aluminium-Winkel, der per unverlierbarer Rändelschraube befestigt ist. Ist der Winkel entfernt, kann der Mainboardschlitten ein paar Zentimeter nach rechts geschoben und dann aus dem Gehäuse entnommen werden. Der Schlitten selbst besteht ebenfalls aus Aluminium, die Schraublöcher für die Messing-Abstandshalter des Mainboards sind allerdings mit Metallhülsen versehen. Dies sind die einzigen Metallhülsen, alle anderen Schrauben werden mit den entstehenden Konsequenzen direkt in das Aluminium geschraubt. Am Schlitten ist rechts noch eine Art Griff angebracht. So wird der Einbau des Schlittens nach der Montage des Mainboards erleichtert. Zur Entkoppelung des ganzen Mainboard-Schlittens sind die hinter ihm liegenden drei Verstrebungen mit einem Kunststoffstreifen versehen, so werden die Vibrationen - z.B. des CPU-Lüfters - nicht auf das Gehäuse übertragen.

Verschluß Mainboardschlitten
Verschluß Mainboardschlitten
Mainboardschlitten, ausgebaut
Mainboardschlitten, ausgebaut
Kunststoffstreifen hinter Mainboardhalter
Kunststoffstreifen hinter Mainboardhalter

Modding

Wie üblich, ist das Thema Modding gerade bei einem Aluminium-Gehäuse nicht unbedingt sinnvoll, denn die Stabilität wird zum Beispiel durch den Einbau eines Fensters in die Seitenwand nicht unbedingt erhöht. Mit Licht läßt sich am Antec natürlich prima arbeiten, gerade die bereits vorhandenen drei blauen LEDs zeigen, dass hier durchaus noch mehr möglich ist. Das Portkit läßt sich mit einigem Aufwand sicherlich auch verändern, während die Laufwerkschächte bereits über einen „Stealth“-Mod verfügen. Der Einbau einer Wasserkühlung sollte im Bereich des Möglichen liegen. Allerdings sind die Platzverhältnisse durch den großen, durchgehenden Laufwerkskäfig doch eingeschränkt. Eine Dämmung macht fast immer Sinn, so kann aus dem leisen Rechner ein fast unhörbares System werden. Zurzeit gibt es aber noch keine vorgefertigten Dämmmatten-Sets. Für Overclocker sollten durch die beiden Öffnungen für 120-mm-Lüfter auch genügend Belüftungsmöglichkeiten vorhanden sein.

Innenseite "Stealthblenden"
Innenseite "Stealthblenden"
Frontseite ohne Frontblende
Frontseite ohne Frontblende
Innenansicht rechte Seite
Innenansicht rechte Seite

Erfahrungen

Wo Licht ist, da ist auch Schatten; Und das ist auch beim sehr gut durchdachten Antec P160 nicht anders. Während die beiden „Stealth“-Blenden vor den 5,25"-Laufwerken einwandfrei funktionierten, wollte das bei unserer Floppy aus dem Testsystem nicht klappen. Selbst beim probeweisen Ausbau der „Stealth“-Blende und dem Anhalten direkt an das Floppylaufwerk, konnte die Diskette nicht ausgeworfen werden. Der Drücker an der Blende hat eine zu geringe Tiefe. Mit etwas Bastelarbeit läßt sich das sicher ändern - schade ist es trotzdem.

Der Einbau der Laufwerke gelang ohne Probleme, sowohl bei den Festplatten als auch bei den optischen Laufwerken im 5,25"-Format. Das Mainboard passte ebenfalls einwandfrei auf den Schlitten, auch wenn der Einbau durch den rückseitigen 120-mm-Gehäuselüfter etwas kniffelig wird. Der Staubfilter in der Frontblende hat seine Aufgabe während der Testlaufzeit gut erfüllt, die Komponenten im Inneren des Gehäuses blieben relativ staubfrei.

Mit Laufwerken
Mit Laufwerken
Rückseite, mit System
Rückseite, mit System
System eingebaut
System eingebaut

Netzteile können dank der mit acht Schraublöchern versehenen Öffnung auch kopfüber montiert werden. Allerdings hinterlassen die Metallschrauben hässliche Spuren auf der Gehäuserückseite. Das uns zur Verfügung gestellte Antec 380 Watt True Power Netzteil [1] passte in beide Richtungen gut in das Gehäuse, ungewohnt ist dann natürlich die Kabelführung. Einen Temperaturunterschied konnten wir jedoch nicht feststellen. Nur die Anzahl der Geräteanschlüsse am Netzteil ist für unser Testsystem nicht ausreichend, ohne Y-Kabel kann man nicht alle Geräte betreiben. Zwar sind bereits S-ATA Anschlüsse vorhanden, allerdings fehlen dafür die normalen Laufwerksanschlüsse. Sehr gut ist die Möglichkeit, neben der Geschwindigkeit der Netzteil-Lüfter zwei Lüfter über zwei vierpolige Molexanschlüße an der Lüfterregelung des Netzteils zu betreiben. Ist dem Netzteil kühl, bleiben auch diese Lüfter im niedrigen Drehzahlbereich. Erhöht sich die Temperatur, wird auch die Drehzahl der Gehäuselüfter erhöht.

Ingesamt ist die Qualität gut bis sehr gut, einige Kanten hätten allerdings eine bessere „Entschärfung“ nötig. Auch wenn keine direkte Verletzungsgefahr besteht, kann man sich an einigen Kanten beim unglücklichen Hantieren doch schnell Schürfwunden zuziehen. Neben der Seitentür ist davon auch der Mainboardschlitten betroffen. Übrigens: das gesamte Aluminium des Gehäuses wurde anodisiert, so bleiben keine hässlichen Fingerabdrücke nach dem Anfassen zurück und man bekommt keine schwarzen Finger, ein weiterer Pluspunkt.

Messungen

Um nicht nur die Verarbeitungsqualität zu beurteilen, werden wir auch die Lautstärke der Gehäuse aufzeigen, immer im Vergleich zum voll gedämmten Chieftec CS-601 [2]. In diesem Chieftec kommt eine Lüftersteuerung von Zalman [3] zum Einsatz, welche die beiden hinteren Gehäuselüfter und den CPU-Lüfter (Zalman CNPS7000A-Cu [4]) auf niedrigster Gangart hält. Vorne sind keine Lüfter verbaut, daher werden die Platten nur durch die einströmende Luft gekühlt. Das Netzteil ist das Zalman ZM 300 [5] mit 300 Watt Leistung. Die Lautstärke wird im Abstand von 40 cm gemessen, genau wie bei unserem großen Lüftertest [6], an verschiedenen Punkten rund um das Gehäuse. Voll bestückt wiegt das komplett gedämmte CS-601 gute 25 kg.

Sicher nicht immer ein fairer Vergleich bei der Lautstärke. Was aber nützt das schönste Gehäuse, wenn man es nicht sichtbar platzieren kann, weil der entstehende Lärm zu groß ist? Dafür ist das vollgedämmte Gehäuse bei den Temperaturen bestimmt nicht der Vorreiter.

Unser altes Testsystem mit seinen fünf Festplatten wurde einer kleiner Kur unterzogen, so werkeln jetzt im Inneren zwei Hitachi 7K250 Festplatten, neben der Seagate Barracuda. Die Grafikkarte wurde ebenfalls ausgetauscht. Als Netzteil wird bei den neuen Gehäusen jetzt das Antec Netzteil [7] verwendet. Dadurch ergeben sich natürlich hauptsächlich in der Lautstärke Veränderungen, da die Festplatten jetzt alle über flüssigkeitsgelagerte FDB-Motoren verfügen.

Der 120-mm-Gehäuselüfter wurde bei den „normalen“ Messungen mit 12 Volt betrieben, bei den „Silent“-Messungen dagegen an der Regelung des Antec Netzteils. Der CPU-Lüfter wurde per Potentiometer ebenfalls herunter geregelt und mit etwa 6 Volt betrieben, damit werden ca. 1.000 U/min erreicht.

Werfen wir einen Blick auf die Messergebnisse:

Lautstärke

 Antec P160 silent:
vorne oben
37,4
rechts
39,2
links
39,4
vorne unten
39,8
hinten oben
39,8
hinten unten
40,1
 Antec P160 normal:
vorne oben
44,8
links
45,7
rechts
45,8
vorne unten
46,8
hinten oben
48,4
hinten unten
49,6
 Chieftec CS-601 gedämmt:
rechts
39,9
links
40,0
vorne oben
40,1
vorne unten
40,9
hinten oben
43,0
hinten unten
43,5
Angaben in Dezibel

System Temperaturen

 Antec P160 silent:
Mainboard
37
Festplatte
39
CPU
44
 Antec P160 normal:
Mainboard
35
Festplatte
38
CPU
40
 Chieftec CS-601 gedämmt:
Mainboard
33
CPU
38
Festplatte
47
Angaben in °C

Bei der Lautstärke sieht man gerade bei der Rückseite den großen Unterschied beim Betrieb des 120-mm-Gehäuselüfters zwischen der vollen Drehzahl bei 12 Volt und der verringerten Drehzahl, wenn der Lüfter über das Netzteil geregelt wird. Das Gehäuse ist im „Silent“-Modus maximal 40 dB(A) laut, was selbst in ruhiger Umgebung kaum auffällt oder gar störend wirkt. Vom reinen Höreindruck ist das Antec dabei eine Kleinigkeit lauter als das gedämmte Chieftec, auch wenn die Meßwerte anderes behaupten. Neben dem reinen Schalldruck spielen hier die auftretenden Frequenzen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Würde man das Antec noch mit Dämmmatten ausstatten, wäre es wohl fast unhörbar.

Auch bei den Temperaturen kann sich das Antec sehen lassen. Auch im „Silent“-Modus liegen die gemessenen Temperaturen unseres Testsystems durchweg im grünen Bereich. Beim 12 Volt Betrieb des 120-mm-Gehäuselüfters stellen sich aber zu viele Verwirbelungen ein, die den Zalman CPU-Kühler bei der Arbeit leicht behindern. Die beiden Sensoren des Antec-Gehäuses haben wir nicht auf CPU oder Festplatte montiert, sondern frei im Luftstrom hinter dem Festplattenkäfig hängen lassen. Dabei wurde von beiden Sensoren 32° Celsius gemessen, etwa fünf Grad weniger als der Mainboardsensor angibt.

Fazit

Hardware-HammerDas Antec P160 bietet viel fürs Geld, echte Mängel gibt es keine festzustellen. Auch wenn der Preis mit rund 130,- Euro nicht gerade günstig ist, liegt er für ein ausgezeichnetes Aluminiumgehäuse doch im unteren Bereich. Gerade die vielen kleinen Innovationen, die von den Ingenieuren bei Antec verbaut wurden, machen das Gehäuse so gut. Mit leisen Komponenten ausgestattet, ist das Gehäuse selbst ohne Dämmung äußerst leise, nicht zuletzt dank des rückseitigen 120-mm-Gehäuselüfters. Das Portkit ist endlich da, wo es hingehört, nämlich vorne oben am Gehäuse. Laufwerksschienen für die 5,25"-Laufwerke, entkoppelte Laufwerksschubladen bei den 3,5"-Laufwerken, Mainboardschlitten, Staubfilter, Portkit, 120-mm-Gehäuselüfter - das Antec P160 vereint wirklich die Wünsche der Benutzer. Die Frontgestaltung ist etwas gewöhnungsbedürftig, passt aber selbst im Wohnzimmer gut zur Einrichtung.

Das Antec P160 ist unsere neue Gehäusereferenz bei den Aluminiumgehäusen. So viel durchdachte Technik verdient sich nach einer Reihe mittelmäßiger Gehäuse unseren Hardware-Hammer. In Deutschland ist das Antec P160 [15] zu Preisen ab etwa 125 Euro erhältlich. Wer sich trotz des nahenden BTX-Standards noch ein neues ATX-Gehäuse für die nächsten Jahre anschaffen möchte, der sollte sich das Antec P160 genauer ansehen.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/haertetest_netzteil_roundup/
  2. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/cs601_blacknoise_evolution_eq_platinum_daemmmatten/
  3. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/peripherie/zalman_zmmfc1_lueftercontroller/
  4. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/pentium_4_kuehler_roundup_teil_2/
  5. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/haertetest_netzteil_roundup/5/#zalman_zm_300_a_apf
  6. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/32_lueftern_fluegel/
  7. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/haertetest_netzteil_roundup/2/#antec_truepower_380_p
  8. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/prozessoren/pentium_4_fsb_533_mhz/
  9. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/mainboards/intel_i865pe_i865g_fsb800_support/6/#epox_4pda2
  10. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/grafikkarten/geforce_fx_5900_roundup/3/#msi_fx5900_sp_vtd256
  11. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/laufwerke/hitachi_deskstar_7k250/
  12. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/laufwerke/seagate_barracuda_sata_120gb/
  13. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/laufwerke/lg_gsa4040b_super_multi_dvdbrenner/
  14. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/laufwerke/asus_crw4012a/
  15. http://www.geizhals.at/deutschland/a97833.html
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