Einleitung
Mit dem Vollkupferkühler Zalman CNPS 7000 Cu und dem mit Heatpipes ausgestatteten Gigabyte PCU21-VG trafen zwei Kühler in unserem Labor aufeinander, die beide den Anspruch haben, die Kühler von Thermalright [1] vom Thron zu stoßen.
Die Testbedingungen [2] haben wir schon in unserem letzten Test ausführlich erwähnt, weshalb wir an dieser Stelle nicht nochmals darauf eingehen möchten. Aufgrund zahlreicher Wunschäußerungen diesbezüglich haben wir diesmal auch mit geringeren Verlustleistungen gemessen, wobei die Tendenz im Rahmen der Toleranzen hierbei stets gleich blieb.
Die Probanden
Gigabyte PCU 21-VG
Der brandneue Kühler von Gigabyte [3] wird in einer normalen Verpackung aus Kunststofffolie geliefert, die ihm aber ausreichenden Schutz vor Transportschäden geben sollte. Durch eine Vielzahl von Befestigungsklammern ist er sowohl für den Athlon 64, Opteron, Athlon XP als auch den Pentium 4 geeignet.
Dieser Kühler verfügt über einen sehr ungewöhnlichen Aufbau: Während viele Kühler Heatpipes nur zusätzlich zur Unterstützung einsetzen - z.B. Thermalright SP 94 - nutzt der Gigabyte Kühler ausschließlich diese zur Ableitung und Verteilung der Wärme. Von der massiven Kupfer-Grundplatte führen die vier Heatpipes im 90° Winkel zu filigranen Aluminiumfins, die die Wärme schließlich an die Umgebungsluft abgeben sollen. Ungewöhnlich auch hier die Lösung, einen Radiallüfter senkrecht mittig zu platzieren, so dass die Luft im 360° Winkel durch die Fins strömt. Dadurch werden tote Winkel vermieden, also Stellen, die aufgrund von Hindernissen nicht belüftet werden können. Der gesamte Kühler ist rundum sauber verarbeitet, es findet sich eigentlich Nichts, welches Anlass zur Kritik gäbe. Einzig bei den Klammern fällt auf, dass der gegebene Anpressdruck sehr niedrig ist. Das ist nicht unbedingt ein gravierender Nachteil, fällt dem geneigten Redakteur aber auf, da manch andere Kühler sogar das Mainboard leicht durchbiegen. Der Boden ist absolut plan und sehr glatt bearbeitet.
An der Oberseite des Kühlers sitzt die Platine mit den Stromanschlüssen, der Drehzahlregulierung und vier blauen LEDs, die - im Gegensatz zur Konkurrenz - nicht aus der 12 V Leitung versorgt werden, und so bei Drehzahlminderung ebenfalls gedimmt werden, sondern über die 5 V Leitung und somit stets in voller Pracht leuchten. Hier fällt angenehm auf, dass Gigabyte zur Befestigung des Potis sowohl eine schicke Aluminium- Frontblende für einen Floppyschacht als auch eine Slotblende für den rückseitigen Einbau beilegt. Das Anschlusskabel des Potentiometers ist mit etwa 50 cm Länge ausreichend lang bemessen.






Lieferumfang:
- Komplett montierter Kühler mit 50 mm Radiallüfter mit Tacho
- Poti zur Drehzahlregelung mit 3,5" Frontblende aus Aluminium und alternatives Slotblech
- Anschlusskabel mit Y-Stück
- Eine kleine Spritze Wärmeleitpaste
- Befestigungsklammern für Sockel 462, Sockel 478 und Sockel 754/940
- Montage- und Bedienungsanleitung
Zalman CNPS 7000 Cu
Wie der Gigabyte Kühler wird auch das Zalman Gegenstück in einer Folie geliefert, die es weitgehend vor Schäden bewahrt. Dieser Kühlkörper lässt sich auf Sockel A, 478, 754 und 940 befestigen, wird allerdings auf allen Systemen verschraubt, nicht festgeklammert. Einzig beim Sockel 478 muss das Mainboard dazu nicht ausgebaut werden, da er im vorhandenen Retention-Modul Halt findet. Der Kühler ist aus 67 Kupferblechen gefertigt, die mittig zusammengepresst und verschraubt sind. Darüber thront, wie schon beim CNPS 7000 Al-Cu [4] erwähnt, ein rahmenloser 92 mm Axiallüfter. Zalman legt auch dem CNPS 7000 Cu eine ihrer hauseigenen Lüftersteuerungen bei, mittels welcher die Lüfterdrehzahl stufenlos reguliert werden kann. Das zu kurze Anschlusskabel und der winzige Drehknopf verhindern eine von außen jederzeit zugängliche Regelung.
Die Auflagefläche ist auch hier perfekt plan und sehr glatt.




Lieferumfang:
- Komplett montierter Kühler mit 92 mm Axiallüfter mit Tacho
- Befestigungselemente für alle gängigen Sockel (außer 370)
- hauseigene Lüftersteuerung
- Gehäuseaufkleber
- Eine Tube Wärmeleitpaste
- Bedienungs- und Montageanleitung
Messungen
Gewicht
Wie schon im ersten Artikel erwähnt, halten wir den Einfluss des Gewichts für marginal, da das Retention-Modul solcherlei Belastung spielend gewachsen sein sollte. Wer natürlich nach dem ultimativen Leichtbau-PC strebt, z.B. für LAN-Partys, der kann hier einiges an Gewicht einsparen.
Gewicht
Angaben in Gramm
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Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass der Zalman aufgrund seiner Beschaffenheit aus Vollkupfer gegen den mit Aluminiumrippen bewehrten Gigabyte chancenlos dasteht. Dieser Wert wird selbstverständlich nicht in der abschließenden Bewertung berücksichtigt.
Drehzahl
Die Drehzahl des verwendeten Lüfters ist ein Indiz für die Lautstärkeentwicklung. Je höher die Drehzahl, desto höher die Lautstärke und desto schriller das Geräusch. Dem ist aber nur dann so, wenn man einen Lüfter einzeln betrachtet. Auch hinkt dieser Vergleich zwischen verschiedenen Lüftern unterschiedlicher Bauweise (axial / radial) oder Größen. Noch extremer wird dies hier, wo ein innenliegender 50 mm Radiallüfter auf einen rahmenlosen 92 mm Axiallüfter trifft. Wie üblich laufen beide Lüfter bei dieser Messung mit Maximaldrehzahl, zum Vergleich haben wir die Minimaldrehzahlen aufgeführt, die mit den mitgelieferten Steuerungen erzielt werden können. Hierbei gilt zu beachten, dass die Minimalspannung bei Zalman 5,06 V, bei Gigabyte dagegen 5,60 V beträgt. Ein Unterschied von immerhin rund zehn Prozent.
Drehzahl
Angaben in Umdrehungen pro Minute (UPM)
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Wie für einen kleinen Lüfter üblich, dreht der Gigabyte recht hoch, der Zalman kann es entsprechend gemächlicher angehen lassen. Positiv vermerken wir den breiten Regelbereich beider Probanden, der annähernd eine Halbierung der Drehzahl zulässt.
Lautheit
Neben der rohen Kühlleistung ist dieser Wert von größter Bedeutung für ein gutes Produkt in diesem Segment. Die angegebenen Messwerte beziehen sich auf die maximale Drehzahl der Lüfter in 0,40 m Abstand. Zum Vergleich auch hier die Messwerte mit der minimalen Einstellung der jeweiligen Steuerung.
Lautheit
Angaben in Dezibel
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Schnell wird deutlich, dass der Zalman dem Gigabyte in dieser Disziplin deutlich überlegen ist. Das ist nicht weiter verwunderlich, tritt doch ein 92 mm gegen einen 50 mm Lüfter an - axial gegen radial. Einen weiteren Umstand, welcher schwerlich messtechnisch zu erfassen ist, stellt die stufenlose Regelung dar, die beide Probanden serienmässig anbieten. So ist es jedem Kunden freigestellt, den Lüfter bei beiden Kandidaten so weit herunter zu regeln wie es seinem Empfinden von einem leisen Kühler entspricht. Und auf minimaler Drehzahl sind beide Kühler einer Festplatte mit 7200 UPM in puncto Lautstärkeemission deutlich überlegen.
Kühlleistung
Dieser Abschnitt ist dem wohl wichtigsten Aspekt, der Kühlleistung, gewidmet. Ungeachtet von Drehzahl und Lautheit betrachten wir die Fähigkeit der Kühler, die Verlustleistung an die Umgebung abzugeben. Dabei laufen die Lüfter stets auf maximaler Drehzahl. Des Weiteren haben wir, wie Eingangs erwähnt, neben den üblichen 130 W auch mit 35, 60 und 90 W Verlustleistung nachgemessen. Jede Messung ließen wir 20 Minuten lang bei konstanter Raumtemperatur von 23°C laufen. Eine Messung mit einheitlichem Lüfter haben wir nicht vorgenommen, da beide Kühler über fest verbaute Speziallüfter verfügen und somit keine alternativen Lüfter zulassen.
Kühlleistung
Angaben in °C
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Deutlich erkennen wir, dass mit abnehmender Verlustleistung der Unterschied immer geringer wird - keine wirkliche Überraschung. Trotz zahlreicher Unkenrufe erachten wir eine Verlustleistung von 130 W als optimal für einen Test von Kühlern auf Basis des Pentium 4, da zum einen eine solche Verlustleistung mit heftig übertakteten Systemen annähernd erreicht werden kann, zum anderen so die Unterschiede deutlicher hervorgehoben werden.
Zum Vergleich hier auch die Werte vom Zalman CNPS 7000 Al-Cu und dem Thermalright SLK 947 U mit dem Radiallüfter von CoolerMaster. Beide Kühler verfügen über eine phantastische Kühlleistung, die mit der Konkurrenz mithalten bzw. gleichziehen kann. Da der Thermalright auch mit einem annähernd dem Gigabyte baugleichen Radiallüfter betrieben wurde, sind die Ergebnisse direkt vergleichbar. Gigabyte hat einen gelungenen Kühler konstruiert, wenn man bedenkt, dass dieser über Aluminium- statt Kupferlamellen verfügt. Inwiefern diese bei der Vollkupfer-Version die Kühlleistung weiter verbessern können, bleibt abzuwarten - ein entsprechendes Testmuster stand uns nicht zur Verfügung.
Der Zalman CNPS 7000 Cu gewinnt durch den Einsatz von reinem Kupfer statt Kupfer&Aluminium beim kleinen Bruder CNPS 7000 Al-Cu gerade 2 °C - ein eher zu vernachlässigender Wert.
Fazit

Der Zalman CNPS 7000 Cu ist mit einem Preis von rund 40 Euro etwa 5 Euro teurer als sein kleiner Bruder, der CNPS 7000 Al-Cu. Angesichts der nur marginal besseren Kühlleistung bleibt der kleine Zalman trotzdem die heißeste Empfehlung, er bietet einfach das beste Preis-Leistungsverhältnis. Darf man dennoch einen Preis-Hammer vergeben? Wir meinen schon, da man auch beim 7000 Cu jede Menge Leistung und Zubehör für einen angemessenen Preis erhält. Er erreicht nicht ganz das Niveau der beiden Thermalright, verfügt dafür aber über einen leiseren Lüfter.
Gigabyte, bislang als Hersteller von Mainboards und Grafikkarten bekannt, hat seine Hausaufgaben hervorragend gemacht. Man betritt mit dem brandneuen PCU 21-VG [2] nicht nur Neuland, sondern gleichzeitig die Spitzenklasse im Bereich CPU-Kühler. Gratulation, besser hätte der Einstieg kaum gelingen können. Er verfügt zwar nicht über den leisesten Lüfter, dafür aber über eine ausgezeichnete Kühlleistung, die einem SLK 947 in nichts nachsteht. Der für diesen Kühler veranschlagte Preis beträgt 49 Euro, durchaus günstig, wenn man die Leistung und vor allem die reichhaltige Ausstattung betrachtet. Der Straßenpreis dürfte, wie üblich, noch darunter liegen.
Bleibt die Frage nach einem Testsieger offen: Mit seiner sehr guten Leistung, dem reichhaltigen Zubehör, dem leisen, regelbaren Lüfter und vor allem dem konkurrenzlos günstigen Preis macht, wie im letzten Test, auch diesmal der Zalman CNPS 7000 Al-Cu [5] das Rennen. Sein Pendant aus reinem Kupfer, der hier getestete CNPS 7000 Cu, folgt ihm auf dem Fuß. Beide Kühler sind unter anderem bei Caseking [6] erhältlich. Der Gigabyte PCU 21-VG rangiert dahinter gemeinsam mit dem SLK 947 U auf Platz 3 - im Vergleich zu den Zalman Kühlern sind beide zu laut und zu teuer, um diese schlagen zu können, trotz der besseren Kühlleistung.

