Einleitung
Dem Kapitel der Gehäuse- und Komponentenkühlung wurde auf der ComputerBase bisher nur eine stiefmütterliche Betrachtung zu Teil. Ein Umstand, der sich zukünftig ändern wird, gehört doch gerade eine adäquate Kühlung zu den Grundbausteinen eines heimischen „Rundum-Glücklich-Rechners“.
Den passenden, fulminanten Einstieg in die Prozessorkühlerwelt sollen dabei gleich die imposantesten Vertreter ihrer Zunft ebnen, denn mit dem Thermalright XP-120, dem Zalman CNPS7700Cu und dem NorthQ 3312 Giant UFO steht heute ein Kühl-Trio Spalier, das es in sich hat. Zusammen bringen diese drei Wonneproppen zweieinhalb Kilogramm auf die Waage, bewegen knapp 400 Kubikmeter Luft in der Stunde und bieten eine Gesamtkühlfläche von gut einem Quadratmeter. Wer also schon immer einen extremen Kinderwunsch hegte, im zwischenmenschlichen Bereich aber schlechte Erfolgsquoten besitzt, findet vielleicht im Kauf eines der drei Riesenbabys seine lang ersehnte Erfüllung.

Der XP-120 aus der erfolgsverwöhnten Edelschmiede von Thermalright war der erste Marktvertreter, der sich mit dem Privileg eines 120-mm-Kühlers schmücken durfte. Sein bekanntes Konzept verzichtet auf die Festlegung der entsprechenden Lüfterwahl und überlässt die Entscheidung voll und ganz dem Käufer. Ob superleise oder höllisch stark - den XP-120 kann man nach Belieben mit fast allem bespannen, was der 120-mm-Lüftermarkt hergibt. Seine Ausnahmestellung mit der Entfernung von üblichen Entwicklungstendenzen untermauernd, tritt der fernöstliche Proband die Rückkehr zur Aluminiumstruktur an. Insgesamt fünf mächtige Heatpipes sollen ihm trotz theoretisch materieller Unterlegenheit Flügel verleihen und seine preisliche Spitzenposition rechtfertigen.
Der koreanische Silent-Spezialist Zalman verhält sich mit seinem CNPS7700Cu nicht ganz so progressiv. Hier vertraut man weiterhin auf das bewährte Fächerschalenprinzip, das dem CNPS7000 in den vergangenen Jahren die absolute Top-Position in den Verkaufs- und Bliebtheitscharts beschehren konnte. Mit leichtem Facelifting im Detail und mit deutlichem Übergewicht springt der koreanische Kupferkoloss im 120-mm-Kleid in die Bresche, um seinen Kontrahenten das Fürchten zu lehren.
Dem Motto „Kopieren geht über Studieren“ hat sich der dänische Newcomer NorthQ angenommen. Zu dieser Meinung könnte man zumindest beim oberflächlichen Vergleich mit dem Zalman-Pendant kommen. Bei expliziterer Betrachtung offenbart der 3312 Giant UFO allerdings weiterreichende Qualitäten. So ist er der einzige aktuelle 120-mm-Kühler, der sich ab Werk neben allen anderen derzeitigen Plattformen auch auf dem Sockel A heimisch fühlt. Seine preislich attraktive Lage unterstreicht das Geheimtipp-Potenzial.
Thermalright XP-120
Lieferumfang
Die Auslieferung erfolgt wie gewohnt im gut gepolsterten Thermalright-Karton.
- XP-120-Kühlkörper
- zwei Lüfterklammern, „rubber strips“
- K8-Retention-Modul, Schrauben
- Thermalright-Sicker
- Silikon-Wärmeleitpaste (Spritze)
- P4/K8-Montageanleitung (engl.; Schemaskizzen)
Steckbrief
- Material: Kupferbodenplatte, Aluminiumlamellen
- Komplett vernickelt
- Maße (w/o Fan): 110 x 125 x 63 mm
- Gewicht: ca. 370 g
- Geeignet nur für 120-mm-Lüfter div. Bauhöhe
- „Easy Install“ auf allen A64- und P4-Sockeln (478/754/939/940)
- Freigabe je nach Lüfter ohne Einschränkungen
- Motherboard-Kompatibilitätsliste [1]
Kühlkörper im Detail
Die speckigen Kilo-Kühler von Thermaltake, CoolerMaster und Co. ließen in der Vergangenheit keinem fliegengewichtigen Konkurrenten auch nur den Hauch einer Chance. Die Tendenz ist daher eindeutig und jeder Hersteller hat sie erkannt: Wer gut kühlen will, braucht Masse - je mehr, desto besser.
Fast schon frech muss da einer aus dem allgemeinen Strom heraus brechen, um wieder alles anders zu machen. Auch wenn man es ihm beim bloßen Betrachten nicht ansieht und angesichts der Größe und Zielsetzung kaum glauben mag: Der Thermalright XP-120 tritt mit magersüchtigen 370 Gramm an, der „Heavy-Weight-Copper-Gemeinde“ das Fürchten zu lehren.
Die Basis des XP-120 wird von einer 41x54 mm großen Kupfergrundfläche gebildet, die in ihren flügelartigen Ausläufern die Befestigungsclips für die Einrast-Montage trägt. Die Bodenplatte ist etwa fünf Millimeter mächtig und enthält fünf halbrunde Längseinkerbungen, in welche die Heatpipes gelegt und entsprechend verlötet wurden. Von der Grundfläche ausgehend, bildet die Hälfte der insgesamt 52 in Baukastenart zusammengefügten Aluminium-Lamellen einen nach oben auslaufenden Pyramidenstumpf mit etwa 33 mm Höhe, welcher sich im Anschluss in die 97x125 mm große Hauptkühlfläche verläuft. Ziel dieses geschickt zweiteiligen Designs ist es natürlich, sockelnahe Elektrobauteile einfach zu übergehen und kollisionsbedingte Inkompatibilitäten so weit wie möglich zu unterbinden.
Ganze fünf 6-mm-Heatpipes - beim letzten Heatpipekühler des Herstellers, dem SP97/SP94, waren es nur drei - sind beauftragt, die Wärme an der Kupferbodenplatte nach dem bekannten Verdampfungs-Kondensations-Prinzip aufzunehmen und in den gut belüfteten Oberteil zu transportieren. Der dort befindliche, wellenartig geschwungene Lamellenverlauf unterstützt die optimale Luftstromausnutzung mit angemessener Abstandeinhaltung. Für Anhänger des peniblen „Leiseseins“ legt Thermalright noch zwei so genannte „rubber strips“ bei, welche an der Lüfterauflagestelle des Kühlkörpers festgeklebt werden, Vibrationen eindämmen und für festeren Halt des Ventilators am Kühlkörper sorgen sollen. Entgegen der multioptionalen Befestigung von Lüftern unterschiedlicher Kantenlänge bisheriger Thermalright Kühler, ist der XP-120 exklusiv für 120-mm-Fans ausgelegt. Die Befestigung erfolgt mit den bekannten Klammerdrähten auf sichere und einfache Art und Weise. Aus vorherigen Fabrikaten ist uns allerdings bekannt, dass diese Drähte bei sehr häufiger Benutzung und Konfigurationsänderung mit der Zeit etwas ihre Spannung verlieren können. Beim normalen Gebrauch dürften aber keinerlei Ermüdungserscheinungen auftreten. Erfreulich ist, dass die Bauhöhe des eingesetzten Lüfters keinerlei Beschränkungen unterliegt (in Dtl. sind 120-mm-Lüfter ohnehin fast ausschließlich 25 mm hoch), da die Klammern in die unteren Bohrungen greifen. Dies schließt allerdings gleichzeitig die problemlose Montage von seltenen Lüftern aus, deren gegenüberliegende Bohrlöcher nicht offen liegen, sondern durch eine Plastikhülse miteinander verbunden sind (u.a. Modelle von Sharkoon, MRComputertechnik).
Der Verarbeitung des XP-120 kann man nichts Negatives nachsagen, denn hier wurde in gewohnter und - in Anbetracht des stattlichen Preises - erwarteter Thermalright-Qualität zu Werke gegangen. Einzig und allein das schwach glänzende Nickelkleid zeigt sich bei zu exzessiver „Fettfinger-Behandlung“ etwas nachtragend.
Montage
„Easy Install“ - so titelt Thermalright selbstsicher über den Arretierungsmechanismus des XP-120. Erfreulich zu allererst einmal, dass beim Pentium 4 auf das serienmäßige Retention-Modul zurückgegriffen wird - AMD Athlon 64-Besitzer müssen dagegen das Standardmodul gegen den mitgelieferten Halterahmen austauschen. Im Folgenden setzt man den Kühlkörper schräg auf die CPU und lässt die beiden verdeckten Haltehaken in die RM-Ösen einrasten. Danach drückt man den Kühler plan auf den CPU-Heatspreader und biegt schließlich die beiden Haken auf der Heatpipeseite ein. Aufgrund des mächtigen Anpressdrucks der Halteklammern muss man mitunter etwas kraftvoller zu Werke gehen - gut, dass da kein schutzlos freiliegender Athlon XP-Core darunter leiden muss. Im Anschluss setzt man den Lüfter auf und fixiert ihn über die Drahtbügel.
Angesichts der Kühlergröße und den daraus resultierenden Platz- und Handlungseinschränkungen im Gehäuse ist „Easy-Install“ also mit Abstrichen durchaus zutreffend. Analog zu den anderen beiden 120-mm-Riesen dieses Vergleiches gilt es aber auch beim XP-120, sich vor dem Kauf über die entsprechende Kompatibilität zu informieren. Thermalright hält hierzu eine (aufgrund der Marktfülle leider nicht vollständige) Kompatibilitätstabelle mit bereits getesteten Mainboards für AMD- [2] und Intel- [3]Plattformen bereit. Des Weiteren ist das eigene Gehäuse explizit auf die Abstände vom Prozessorsockel zum Netzteil hin zu untersuchen. Bei vertikaler Sockelausrichtung ragt der XP-120 ca. 20 mm über das Intel-Retention-Modul hinaus, bei horizontaler Sockelposition sollte man je nach Drehung des Kühlers einen Freiraum von ca. 21 mm an der Heatpipe- respektive 37 mm an der gegenüberliegenden Seite einplanen, um Kollisionen mit dem Netzteil zu vermeiden.
Optimale Ausrichtung
Viele Heatpipekühler reagieren aufgrund ihres Kühlprinzips sehr sensibel auf Montagefehler. Speziell die optimale Sockelausrichtung stellt ein entscheidendes Kriterium zur Entwicklung des besten Kühlergebnisses dar. Wer nicht gerne unnötig Leistungsreserven verschenkt, sollte sich daher - sofern vorhanden - strikt an die Empfehlungen des Herstellers halten oder noch besser ggf. selbst etwas herumprobieren.
In unserem Fall des Abit IC7 finden wir den CPU-Sockel in horizontaler Anordnung vor. Für den XP-120 eröffnen sich dadurch zwei mögliche Montagerichtungen: Einmal mit Heatpipes zum Netzteil zeigend (A) und einmal entgegengesetzt in Richtung Grafikkarte (B). Für die Variante (A) ergeben sich in unserem Testsetup keinerlei Probleme: Die Heatpipes lassen zum Netzteil hin ausreichend Respektabstand und auf der gegenüberliegenden Seite ragt die obere Lamellenfläche souverän über den Serien-Northbridge-Orb das Abit-Boards hinweg. Montagebeispiel (B) lässt sich dagegen wesentlich kniffliger angehen: Der XP-120 kommt dem Netzteil so extrem nahe, dass dieses zur Kühlerinstallation vorrübergehend ausgebaut werden muss. Auf der anderen Seite zanken sich derweil die Heatpipes mit dem NB-Cooler so, dass wir ihn sogar gegen ein flacheres Modell ersetzen müssen.
Von unserem Beispiel zum Allgemeinen schlussfolgernd, bedeutet dies je nach PC-Konfiguration einen ungleichen Mehraufwand, will man den Thermalright-Kühler mit dem Heatpipe-Geschlängel in Richtung Grafikkarte zeigend montieren, falls es aufgrund des Platzangebotes von Mainboard und Gehäuse überhaupt möglich ist. Die Frage ist natürlich, ob sich dieser Mehraufwand hinsichtlich besserer Kühlresultate überhaupt lohnt. Im folgenden Kurztest mit dem Mittelklasse-Lüfter SX2 von Noiseblocker soll dies gezeigt werden:
XP-120 - Montageausrichtung
Angaben in °C
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Auf unserer Plattform zeigt die Montagerichtung (A) also eine leicht bessere Leistung - entgegen den Empfehlungen von Thermalright. Dies überrascht und unterstreicht, dass man im Zweifelsfall die geeignetste Konfiguration mit dem eigenen System für sich ausloten sollte. Daher sei noch einmal ausdrücklich unterstrichen, dass die optimale Montagerichtung von Plattform zu Plattform unterschiedlich sein kann, sodass wir hier nichts Allgemeingültiges, sondern lediglich etwas Hinweisendes liefern können. Für unsere Testkonfiguration steht aber nun fest: Wir installieren wie auf den folgenden Bildern mit Heatpipes in Richtung Netzteil und genießen gerne die sehr gute Zusatzkühlung der Northbridge, so dass diese ohne weiteres passiv gekühlt werden konnte.
Qual der Lüfterwahl
Die nicht vorhandene Herstellervorgabe bzgl. des zu wählenden Lüfters zieht natürlich eine Entscheidung gemäß eigener Ansprüchen nach sich. Der reichhaltige Markt dürfte an dieser Stelle aber für fast jeden ein maßgeschneidertes Modell bereit halten. Hier jeder möglichen Kombination auf den Zahn zu fühlen, würde den gegebenen Rahmen bei weitem sprengen. Daher haben wir uns zunächst für eine kleinere Dreierauswahl entschieden, um die XP-120-Skalierung mit verschiedenen Luftdurchsatzstärken zu hinterfragen. Folgende Lüfter wurden dazu aus den Grundbereichen leise, mittel und power aufgespannt:
| Leise | Mittel/Optik | Power |
|---|---|---|
| Noiseblocker SX1 | Antec Blue LED | GlobalWin Cooltium |
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| ca. 1200 U/min | ca. 1750 U/min | ca. 2500 U/min |
| ca. 65 m³/h | ca. 100 m³/h | ca. 145 m³/h |
| ca. 17 dbA | ca. 30 dbA | ca. 45 dbA |
| 2,16 Watt | 2,88 Watt | 3,00 Watt |
| ca. 16 EUR | ca. 20 EUR | ca. 19 EUR |
Ohne weiter auf die im späteren Verlauf aufgeführte Testplattform (basierend auf einem auf 3,22 GHz getrimmten Pentium 4 Prescott) eingehen zu wollen, sollen, wie bereits bei der Diskussion der effizientesten Montagerichtung praktiziert, nur kurz die nackten Fakten zur Leitfadenfindung dienen.
Wieviel Power lohnt
Angaben in °C
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Der Thermalright XP-120 weist ein durchaus zufriedenstellendes Skalierverhalten bei steigendem Luftdurchsatz auf. Allerdings sind die Lärmdifferenzen zwischen gut 1100 Umdrehungen beim Noiseblocker- und den fast 2500 minütlichen Umläufen beim GlobalWin-Rotor derart signifikant, dass wir bei dieser Grundperformance nahezu ausschließlich zu ruhigeren Zeitgenossen raten.
Zalman CNPS7700-Cu
Lieferumfang
In der gewohnten Zalman-Blisterverpackung findet sich die reichhaltige Zusammenstellung:
- Zalman CNPS7700Cu-Lamellenkühler
- FanMate 2 Lüftersteuerung (5 bis 11V)
- Montagematerial für Intel (478/775) und AMD (754/939/940)
- Anleitung in Koreanisch und Englisch (Schemazeichnungen)
- Zalman-Sticker und Silikon-Wärmeleitpaste
Steckbrief
- Rundlamellen-Fächer-Vollkupferkühler im 120-mm-Design
- 2 x 65 Kupferlamellen
- Aktive Kühlfläche: 3268 cm²
- Durchmesser ca. 136 mm
- Höhe ca. 67 mm
- Komplettgewicht: ca. 920 Gramm
- Rahmenloser 120-mm-Lüfter (ZF1225ATH)
- 0,35 A, maximal 6 Watt
- Umdrehungen: 1000 bis 2000 U/Minute
- Lautstärke 20 bis 32 dbA
- Multisockel-Konzept: Retention-Stäbe bei P4, Verschraubung bei A64 / P4 LGA
- Keine Freigabebegrenzung
- Produktwebseite inkl. Motherbaordkompatibilitätsliste [4]
Kühlkörper im Detail
Nahezu ein Kilogramm geballte Kühlermasse schnallt der CNPS7700Cu auf den Sockel - viele User sehen diesem Fakt mit abgeneigtem Schrecken entgegen. Ganz subjektiv betrachtet erscheint der Koreaner in der Hand liegend aber gar nicht derart schwerfällig und plump. Denn trotz seiner unvergleichbaren Größe erweckt die runde, weibliche Formgebung weniger einen klobigen Klotz-Effekt, als vielmehr eine filigrane, erhabene Darbietung auf Basis des einzigartigen Lamellendesigns, dessen Umsetzung bis auf die Ausmaße vom erfolgreichen Vorgänger übernommen wurde.
Somit sieht man auch dem CNPS7700 seinen Ursprung als reinrassigen Fächerkühler der ersten CNPS-Serien an, deren Grundgedanke noch eine passive CPU-Kühlung war. Dabei besteht der Zalman-Riese aus insgesamt 65 Kupferlamellen, die zentral mit enormer Kraft zusammengepresst und anschließend kreisförmig um den entstandenen Kern aufgebogen wurden, so dass die leicht ovale Hauptform mit effektiv 130 hauchdünnen Kühleinheiten entstand, ohne verlustreiche Materialübergänge oder störende Lötstellen eingehen zu müssen. Erstaunlich ist es dabei vor allem, wie hochwertig und präzise es bei dieser Fertigungstechnik gelang, die spiegelglatte Bodenfläche als nahezu einheitliche „Metall-Masse“ erscheinen zu lassen, ohne dass die einzelnen Lamellenverläufe sichtbar sind. Die Gesamtverarbeitung ist von allerhöchster Güte und Feinheit - die Qualität makellos, der Glanz perfekt. Als Sahnehäubchen erhält jede einzelne Lamelle das eingeprägte Zalman Emblem, wie wir es bereits vom „kleinen Bruder“ kennen.
Der „nackte“ Kühlkörper in der Vogelperspektive deutet die sehr gute Zusatzbelüftung umstehender Bauteile an, da der Löwenanteil des erzeugten Luftstroms durch das weitgehend offene Kühldesign nach unten entweichen kann. Eine aktive Kühlung der Northbridge verliert somit ihre Notwendigkeit.
In der Silhouette des neuen 120-mm-Kühlers kommt zudem zum Vorschein, dass Zalman (im Gegensatz zum deutlich kleineren Vorgänger, dessen Lamellenaußenkanten sich vom Boden bis zur Mitte konkav wölbten) beim CNPS7700 eine dreifach gesteigerte Konvexform im "Schneemann-Prinzip" einsetzt. Das erscheint auf den ersten Blick verwunderlich, müsste doch gerade der voluminöse Neuling im Hinblick auf die Motherboardinkompatibilität durch die Kollision mit sockelnahen Bauteilen im unteren Bereich platzsparend bauen. Auf den zweiten Blick rechtfertigt sich diese weitläufigere Bauweise durch die Verbannung des Sockel A von der Installationsliste, da dessen Platzangebot im Prozessorraum verglichen mit allen aktuellen Sockeln am spärlichsten ist bzw. war.
Der eingebettete Zalman-Lüfter führt in unserem Fall real 950 (5V) bis 1850 (12V) Umdrehungen pro Minute durch. Dabei wird er sowohl im minimalen als auch im maximalen Laufbereich leicht von tiefen Brummgeräuschen begleitet, die natürlich im 5-Volt-Betrieb aufgrund des verringerten Luftumschlags ausgeprägter zur Geltung kommen. Im direkten Vergleich zum CNPS7000 ist der 120-mm-Fan subjektiv nicht grundlegend als leiser, von der Klangcharakteristik durch die tiefere Tonlage auf jeden Fall aber als angenehmer zu bezeichnen. Insgesamt ist der CNPS7700 im Bereich unter 1000 U/min als superleise beschreibbar, da das leichte Brummen ab 20 cm Entfernung - vom geschlossenen Gehäuse ganz zu schweigen - nicht mehr wahrnehmbar ist. Auf maximaler Drehzahl bei knapp 2000 Revolutionen ergibt sich derweil ein deutlich hörbarer, aber keinesfalls unangenehmer Laufcharakter.
Die mitgelieferte Fan Mate 2 Mini-Lüftersteuerung erfüllt ihre Aufgabe mit Bravur. Sie erlaubt einen stufenlosen Regelbereich von 5 bis 11 Volt, wird im regulierenden Betrieb maximal handwarm, weist einen leichtgängigen Drehknopf, ein solides Gehäuse mit Befestigungsmöglichkeit sowie eine mehr als ausreichende Kabellänge von ca. 80 cm auf. Die maximale Belastbarkeit der Fan Mate 2 liegt bei sechs Watt.
Montage
Zalman hat es geschafft, den kupfernen Schönling für alle aktuellen AMD- und Intel-Sockel mit ihren spezifischen Arretierungsmechanismen fit zu machen. Im Folgenden ist die Art und Weise für die jeweiligen Sockel abgebildet, deren Funktionsweise natürlich auch im beigelegten Handbuch schemenhaft veranschaulicht wurde. Zusätzlich hält Zalman auf der Produkthomepage [3] neben den Fakten zur Motherboardkompatibilität auch ein kleines „how to install“-Flashmovie bereit.

Unser Augenmerk gilt dem Test auf der Intel Sockel 478-Plattform. Hier vollzieht sich die Montage fast exakt so leichtgängig wie bei den Vorgängern über das serienmäßige Retention-Modul. Zuvor müssen lediglich zwei Mini-Winkel für den Sockel 478 in die Halteklammer des CNPS7700 eingehakt werden. Im Folgenden platziert man einfach die beiden beiliegenden Montage-Stangen in die Ösen des Retention-Moduls, setzt den Kühlkörper auf die mit Wärmeleitpaste benetzte CPU und zieht im Wechsel die beiden Arretierungsschrauben bis zum Fixpunkt fest. Eine Montage ohne Überdrehen, ohne Drücken, Kippen oder Zurren - für eine solche Größe nahezu perfekt und übersichtlich! Vorrausgesetzt natürlich, das eingesetzte Mainboard ist kompatibel: Auf unserem Abit IC7 gab es weder Engpässe, noch Anzeichen für solche.
Häufig bekommen wir die Frage nach dem Leistungsunterschied zwischen der reinen Kupfer- und der hybriden Aluminium-Kupfer-Version des Zalmans gestellt. Aus Erfahrung und weiterführenden Untersuchungen ergab sich, dass die Materialdiskussion keine alles entscheidende ist. Im Gegenteil: Bei gleichem Kühlerlayout ist je nach Lüfterdrehzahl und Abwärme eine Differenz von zwei bis maximal vier Kelvin zu erwarten. Im Alltagsbetrieb also eine zu vernachlässigende Größe, sodass je nach Wunsch bedenkenlos den Gewichts- und Preisvorteilen der Mischversion nachgegangen werden kann.
NorthQ 3312 Giant UFO
Lieferumfang
Der NorthQ 3312 Giant UFO wird in einer, der Zalman nahezu identischen, Blisterverpackung mit folgendem Inhalt geliefert:
- NorthQ 3312 Giant UFO-Lamellenkühler
- Mini-Lüftersteuerung (5 bis 11 V)
- Montagematerial für Intel (478/775) und AMD (462/754/939/940)
- Anleitung in Englisch (Schemazeichnungen)
- Tütchen Silikon-Wärmeleitpaste
Steckbrief
- Rundlamellen-ZickZack-Fächer-Vollkupferkühler im 120-mm-Design
- 2 x 60 Kupferlamellen
- Durchmesser ca. 138 mm
- Höhe ca. 65 mm
- Komplettgewicht: ca. 785 Gramm
- Rahmenloser 120-mm-Lüfter (Coolerspirit)
- maximal 4 Watt
- Umdrehungen: 1000 bis 2200 U/Minute
- Fördervolumen: 63-130 m³/h
- Lautstärke 12 bis 24 dbA
- Multisockel Konzept: Klammer bei Sockel A, Retention-Stäbe bei P4, Verschraubung bei A64 / P4 LGA
- Keine Freigabebegrenzung
- Produktwebsite [5]
Kühlkörper im Detail
Wer den NorthQ Giant zum ersten Mal oberflächlich betrachtet, wird gewisse Ähnlichkeiten zum CNPS-Kühlerdesign nur schwer übersehen. Und auch wenn die zu Grunde liegende Idee identisch und die Fertigungstechnik ähnlich ist, gibt es in der Summe noch genügend Unterschiede, die das dänische Fabrikat offensichtlich nicht unter den koreanischen Patentschutz fallen lassen.
Das optisch prägendste Merkmal stellen zweifelsfrei die wellenartig gezackten Kupferlamellen dar, welche zentral zusammengepresst und anschließend kreisförmig um den entstandenen Kern herum aufgebogen wurden. Effektiv besitzt der Däne mit 120 hauchdünnen Kühleinheiten 10 Stück weniger, als der CNPS7700-Cu, dürfte dieses Oberflächen-Minus aber durch seine charakteristische Fächerform wieder ausgleichen. Mit 138 mm Durchmesser ist der NorthQ-Cooler noch einmal 2 mm ausladender, mit lediglich 65 mm dafür um den gleichen Betrag flacher gebaut, als das Zalman-Pendant.
Im immer entscheidenderen Kilo-Kampf knüpft der Europäer dem dicken Asiaten knappe 150 Gramm ab. In der Silhouette wird deutlich, dass der NorthQ seine Gewichtsersparnis über kleinflächigere Kühllamellen einholt, da er auf die Schneemann-Bauweise im unteren Kühlkörperbereich verzichtet. Positiver Nebeneffekt könnte eine größere Kompatibilität sein, da so sockelnaher Elektronik, vor allem auf dem Sockel A, effektiver ausgewichen wird.
Beim Streichen mit der Hand über die UFO-Oberfläche fiel auf, dass sie sich deutlich rauer und schärfer anfühlt, als wir es vom Zalman gewohnt sind. Auch im Bereich der Bodenplatte sind die Verläufe der zusammengepressten Einzellamellen teilweise noch deutlich zu erkennen, während wir diese beim CNPS7700 einwandfrei einheitlich vorfanden. Ansonsten darf die Qualität der Verarbeitung auch beim 3312 als hochwertig und fein bezeichnet werden.
Konstruktionstechnisch etwas zu bemängeln ist zunächst die Tatsache, dass der eingelegte schwarze Haltebügel sehr viel Bewegungsspiel hat und sich gerne unschön verkantet. Weiterhin wirkt die Lüfterbefestigungsmethodik etwas rustikal, da die dazu erdachten Spitz-Schrauben einfach in die im Bild oben links zu sehenden „Metall-Us“ eingedreht werden - ohne Gewinde, ohne genaue Fassung. Ärgerlich zudem: Die Köpfe dieser Lüfterschrauben werden so vom Plastik-Rotoraufsatz verdeckt, dass sie sich beim Herausdrehen - um den Ventilator abzunehmen - unter den beweglichen Lüfterteil setzen, sodass man unter Umständen den Lüfter auf diese Art sogar beschädigen kann. Diesen Schwächen sollte man sich unbedingt noch einmal annehmen; hier wirkt der teurere Zalman einfach ausgereifter und durchdachter.
Zum kompletten Lieferumfang des 120-mm-UFOs gehört ebenfalls eine durchzuschleifende Mini-Lüftersteuerung im Stile der Zalman Fan Mate 1. Ähnlich wie beim Cooltek CT8C-48Cu kann sie ob ihres - in unserem Fall - wackeligen und kleinen Drehknopfes sowie ihres groben Gehäuses qualitätsmäßig nicht mit dem Zalman-Äquivalent mithalten, steht diesem funktionell mit einem Regelbereich von 5 bis 11 Volt allerdings in Nichts nach.
Eindeutige Vorteile für den Dänen ergeben sich im Bereich der Lärmentwicklung, denn hier zeigt er dem CNPS7700 die leise Schulter. Sowohl im 12-Volt-Betrieb bei realen 1900 Umdrehungen, als auch im 5-Volt-Lauf bei knapp unter 1000 Umläufen klingt der Giant UFO wesentlich harmonischer, da kein unterschwelliges Brummen wie beim Zalman zu vernehmen ist. Insgesamt zeigt sich eine etwas höhere Tonlage, so dass im maximalen Drehbereich fast nur rauschende Luftumschlagsgeräusche wahrzunehmen sind, während sich die Geräuschemission im minimalen Laufbereich auf ein leichtes, sehr leises Rotorklackern beschränkt. Unterm Strich halten wir also eine sehr angenehme, wenn auch deutlich hörbare Laufkultur unter 12 Volt sowie eine im eingebauten Zustand nicht mehr wahrnehmbare Geräuschentwicklung unter 5 Volt fest.
Montage: Sockel A
Sehr gefreut hat uns, dass NorthQ seinen Copper-Spross auch für den altehrwürdigen Sockel A fit gemacht hat. Trotz seines Gewichtes, dessen Stellenwert im Allgemeinen von den meisten Usern als zu hoch angesehen wird, offeriert der Giant UFO ein sichere und problemlose Montage. Dazu wird zunächst das separate Sockel A-Halteklammermodul in alle sechs Sockelnasen eingehangen. Dabei ist nur auf die richtige Ausrichtung zu achten, so dass die beiden Bohrlöcher und der CPU-Kern auf einer Linie liegen. Ist dies sichergestellt, wird der 3312-Giant aufgesetzt und mit dem Modul wechselseitig verschraubt.
Löblich: Wer keinen Spacer für seinen freiliegenden Athlon-Core verwendet, der kann auf die mitgelieferten Kippel-Schutzstreifen von NQ zurückgreifen, die einfach an die Bodenfläche des Kühlers geklebt werden.
Durch seine vergleichsweise dünne Bauform im unteren Kühlkörperbereich weicht der große Fächerkühler gekonnt allen nahestehenden Elektronikbauteilen aus. Allerdings sollte man je nach Sockelposition darauf achten, dass genügend Freiraum zum Netzteil besteht, da der Kühler mitunter etwas über die Mainboardausmaße hinausragen könnte.
Der Zalman CNPS7700-Cu ist im Übrigen mit dieser Halteklammer nicht auf dem Sockel A montierbar, da die Höhen der Arretierungsbügel bei beiden Fabrikaten unterschiedlich ausfallen. Dagegen war es uns problemlos möglich, den CNPS7700 mit der 4-Loch-Befestigung des kleineren CNPS7000 auf den Sockel A zu spannen, wenngleich die umstehende Kondensatorreihe etwas zur Seite gebogen werden musste.
Montage: Sockel 478
Maßgeblich soll uns aber der Betrieb auf unserer Pentium 4 „Prescott“-Plattform interessieren. Hier verläuft die Montage äquivalent zum Zalman über die mitgelieferten Metall-Stangen, die in die Ösen des serienmäßigen Retention-Moduls eingeschoben werden. Nun setzt man den Riesen auf die dünn mit Wärmeleitpaste bestrichene CPU und zieht im Wechsel die Arretierungsschrauben an. Auffällig ist, dass der NorthQ-Kühler wesentlich mehr Anpressdruck auf den Prozessor ausübt, als der koreanische Design-Pate.
Ansonsten wurden wir auch hier mit keinerlei Problemen konfrontiert. Die Befestigung auf den Athlon 64-Plattformen erfolg schraubend über eine Backplate - auch Intel LGA775-Besitzer müssen zur UFO-Installation das Mainboard ausbauen. Leider bietet NorthQ derzeit noch keine Online-Kompatibilitätsliste an - hoffentlich holt man dieses Versäumnis noch nach. Eine simple Orientierung an den Zalman-Listen ist aufgrund der im Detail unterschiedlichen Designs schwierig. Im Zweifelsfall hilft nur der Herstellerkontakt oder ggf. eine Rücknahmeabsicherung beim Händler.
Vergleichsübersicht
| XP-120 NBSX2 Blue | CNPS7700-Cu | 3312 Giant UFO |
|---|---|---|
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| Alu-HP-Kühler/Cu-Base | Vollkupfer-Fächerkühler | Vollkupfer-Fächerkühler |
| 110x125x63mm (ohne Fan) | 136x136x67mm | 138x138x65mm |
| ca. 370 g + 105 g SX2 Blue | ca. 920 g | ca. 785 g |
| real 1000-1850 U/min | real 1000-1850 U/min | real 1000-1900 U/min |
| max. 125 m³/h | max. 130 m³/h | 63-130 m³/h |
| AMD Sockel 754/939/940 | AMD Sockel 754/939/940 | AMD Sockel A/754/939/940 |
| Intel Sockel 478/775LGA | Intel Sockel 478/775LGA | Intel Sockel 478/775LGA |
| ca. 60 EUR | ca. 49 EUR | ca. 43 EUR |
Testprocedere
Wir testen unter realen Bedingungen im geschlossenen, unventilierten Midi-Gehäuse. Alle Temperaturesultate wurden extra für diesen Test frisch angefertigt und entspringen keinen angestaubten Messtabellen, um einen möglichst fairen und objektiven Vergleich zu gewährleisten.
So spricht unser Testverfahren jedem Kühler eine allgemeine Aufwärmphase von mindestens 120 Minuten zu, welche mit allerlei auslastenden Applikationen (3DMark, Aquamark, Toaster etc.) gespickt ist. In deren Anschluss beginnt die Messphase per Motherboard-Monitor 5 in einem 30-minütigen Betrieb des Tweakers4u-Toasters V2.2, welcher (in zwei Instanzen laufend) die einhundertprozentige Auslastung des auf 3,22 GHz getakteten HT-Prescotts sicher stellt. In den folgenden 15 Minuten wird die Leerlauftemperatur ermittelt. Es werden je die höchsten bzw. niedrigsten erreichten Temperaturwerte erfasst. Um verfälschten Darstellung aus dem Weg zu gehen, werden die Messungen bei voller Lüfterdrehzahl stets nach jenen der getrimmten Lüftermodi angesetzt.
- P4 Prescott 2,8 GHz @ 3,22 GHz (Vc: 1,42V)
- Abit IC7 ( Intel 875P ) Sockel 478
- Yeong-Yang Midi-Tower YY-5601 - geschlossen - keine Belüftung (rückwandige 120-mm-Öffnung abgedichtet)
- Antec SmartBlue 350W-Netzteil mit 92-mm-Bodenventilator
- Raumtemperatur: ca. 23°C
- Windows XP Prof.
- Silikon-Wärmeleitpaste
Lautstärkemessung
Um die Lautstärke der drei Pfundskerle zu bestimmen, kommt ein Voltcraft 320-Schallpegelmessgerät zum Einsatz. Dieses erfasst in einem Bereich von 30 bis 130 dB den erzeugten Schalldruck nach den bekannten A-Bewertungskurven. Da Anordnung und Gerätschaften keinem Laborstandard entsprechen, sollten die gemessenen Werte lediglich eine Orientierung und Vergleichsbasis geben, da die Lautstärkeangaben der Hersteller aufgrund unterschiedlichster Bestimmungsmethoden und -Auffassungen in keinster Weise zur komparativen Gegenüberstellung zu gebrauchen sind.

Die obige Messanordnung veranschaulicht unsere Aufnahmemethodik. Die gemessene Grundlautstärke des Messraumes inklusive Passiv-Netzteil betrug 30,9 db(A).
Schalldruck-Vergleich
Angaben in Dezibel
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Die Messungen belegen unsere Formulierungen, dass sich alle Kontrahenten in etwa auf einer Höhe befinden. Subjektive Klangempfindungen können natürlich nur eingeschränkt repräsentativ durch diese Werte dargestellt werden.
Kühlleistung
Als Vergleichskriterium soll uns der koreanische Publikumsliebling Zalman CNPS7000B-Cu dienen, der mit kleinerem 92-mm-Lüfter und flotteren Drehzahlen unterwegs ist.
Leistungsübersicht
Angaben in °C
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Bei nahezu gleichen Drehzahlen agieren alle drei 120-mm-Modelle in etwa auf einer Leistungshöhe. Speziell aus Sicht der Materialfrage überrascht die knappe Frontposition des Thermalright-Alu-Sprosses. Schon deutlich erwartungsgemäßer fällt der Vergleich zwischen Zalman und NorthQ aus, denn die beiden Design-Vetter duellieren auf nahezu einem Niveau mit minimalen Vorzügen für das glattlamellige Zalmännchen. In der hausinternen Gegenüberstellung der beiden CNPS-Koreaner behauptet der neue Riese bei geringeren Drehzahlen einen marginalen Zwei-bis-vier-Kelvin Vorsprung, der vorwiegend im Ultra-Silent-Bereich zur Geltung kommt.
Unterm Strich überzeugen alle drei Kühl-Giganten mit einer vorzüglichen Leistungscharakteristik. Speziell im niedrigen Umdrehungsbereich können die Performanceeinbrüche im Vergleich zu konventionellen, kleinrotorigen Kühlkonzepten niedrig gehalten werden.
Fazit
Nachdem wir uns nun ausgiebig die drei Vertreter der konventionellen 120-mm-Flachbauweise zu Gemüte geführt haben und feststellen durften, dass sie sich alle im nahezu gleichen Leistungsfenster befinden, wollen wir noch eine finale Einschätzung zum Thema 120-mm-Kühler treffen. So konnten wir zeigen, dass alle Kandidaten in der Lage waren, die bis dato führenden Kühler mit 92- oder 80-mm-Ausstattung bei in etwa gleicher Lärmentwicklung zu schlagen und somit die Richtigkeit dieses Weges der Kühlerhersteller zu belegen. Allerdings wurde auch schnell deutlich, dass Kompatibilitäts- und Gewichtsprobleme sowie die preisliche Höherentwicklung durch den größeren Materialbedarf als Kehrseite der Medaille die Euphorie etwas bremsen. Eindrucksvoll konnten wir an dieser Stelle auch das weit verbreitete Gerücht wiederlegen, dass absolute Spitzenleistungen nur mit schwergewichtigen Kupferkühlern möglich seien, denn mit dem XP-120 führt ein gewichtsbewusster Al/Cu-Aufbau die Charts an. Interessant dürfte das Spektakel noch werden, wenn sich ein renommierter Hersteller dem Thema 120-mm-Tower-Kühler annimmt, da diese Bauweise bei optimaler Gehäuse-Kühler-Symbiose noch fulminantere Performanceschübe erhoffen lässt. Erste, vielversprechende Ansätze bieten bereits Thermaltake und Scythe mit den eigentlich passiv angedachten Fanless103- und NCU-2005-Kühlern, welche zu späteren Zeitpunkten ihr Können unter Beweis stellen müssen. Zunächst aber die Einzeleinschätzungen unserer drei heutigen Protagonisten.
Thermalright XP-120
Mit dem XP-120 gelingt es Thermalright erneut in vollkommener Art und Weise, dem Firmenkonzept treu zu bleiben. Sich mit außergewöhnlichen Ideen und Konzepten von der Masse abhebend, zeigt der Leichtmetall-Schönling im Nickelkleid der mopsig-schwergewichtigen Fächerkühlkonkurrenz nur die Rücklichter. Dabei entzückt er neben der herausragenden Grundperformance durch die gegebene Variabilität, Komfortabilität und plattformübergreifende Flexibilität. Allerdings wollen diese Vorzüge auch vergleichsweise teuer bezahlt werden und so verlangt die fernöstliche Definition von Perfektion je nach Lüfteraufbau gut zehn bis 20 EUR mehr, als die hier aufgeführten Alternativen. Besondere Vorsicht sollte man zudem neben der Motherboard- auch der Gehäusekompatibilität zukommen lassen. Sehr viele Userberichte sprechen hier über größere Platzprobleme zur Netzteilposition in vielen Midi-Towern. Hat man sich dahingehend abgesichert, wird man viel Freude mit dem XP-120 haben.
Zalman CNPS7700-Cu
Zusammenfassend liefert auch Zalman mit dem CNPS7700 einen ausgezeichneten 120-mm-Kühler, der dem qualitativen Anspruch eines Spitzenprodukts in allen Facetten gerecht wird. Zwar kann sich auch der Koreaner den Lastern eines derartig gigantischen Aufbaus hinsichtlich potentieller Inkompatibilitäten nicht entziehen, in den meisten Fällen dürfte aber eine problemlos leichtgängige Montage auf den unterstützten Sockeln möglich sein. Das bewährte Konzept der kleineren Vorgänger wird optisch und technisch in verfeinerter Form übernommen und verschafft dem wuchtigen Kilo-Spross eine ausgezeichnete Leistungsfähigkeit sowohl in der sehr leisen, als auch in der mittleren Geräuschlage. Preislich platziert sich der Zalman-Kühler gut 20 Prozent vor dem Thermalright-Rivalen und stellt somit ein faires und absolut gerechtfertigtes Angebot dar. Auch hier soll unsere Kaufempfehlung nicht ungezückt bleiben.
NorthQ 3312 Giant UFO
NorthQ ist es gelungen, mit dem 3312 Giant UFO eine preiswertere Alternative zum Zalman CNPS7700Cu zu schaffen. Bis auf kleine konstruktionstechnische Mängel und minimale Abstriche in der Verarbeitung ergeben sich im Vergleich zum Koreaner effektiv kaum Nachteile - im Gegenteil! Bei gleichwertiger Kühlleistung geht der Däne subjektiv angenehmer und etwas leiser zu Werke, bringt geringfügig weniger Gewicht auf die Waage und Dank spezieller Halteklammer können auch Sockel A-Besitzer noch in den Genuß eines 120-mm-Kühlers kommen. Ansonsten überzeugen das ausgefallene Zick-Zack-Design und die einfache Montage auf den verschiedenen Plattformen. Lediglich die fehlende Dokumentation hinsichtlich gepflegter Kompatibilitätslisten trübt ein Wenig den gelungenen Außenseiter-Auftritt.
Wir empfehlen den NorthQ 3312 Giant UFO dennoch jedem preisbewussten Kühlenthusiasten und bewerten auch hier mit einem entschlossenen „Ausgezeichnet“. Übrigens: Genau wie der Zalman CNPS7700 ist auch der Giant UFO in einer kaum impotenteren Hybrid-Al/Cu-Version mit ungefähr 500 g zu haben.














































