Thermalright SI-120
Seit Thermalright vor gut zehn Monaten mit dem XP-120 auf den Markt stürmte, entwickelte sich der vernickelte Hybrid-Schönling bei den Anwendern ob seiner Leichtigkeit und guten Performance zu einem der beliebtesten und gelobtesten 120-mm-Prozessorkühler. Doch der versierte Nutzer weiß, dass die einstige Speerspitze der Kühleredelschmiede die bärenstarke 120-mm-Konkurrenz à la Scythe Ninja, Thermaltake Big Typhoon oder Noiseblocker Cool-Scraper leistungsmäßig längst nicht mehr ausstechen kann. Diese Tatsache wollen die Asiaten natürlich nicht auf sich sitzen lassen und präsentieren daher mit dem Thermalright SI-120 einen XP-120-Nachfolger, der sich äußerlich wie technisch nur im Detail von seinem populären Vorgänger abhebt. Die Veränderungen seien in erster Linie zur Erhöhung der Motherboardkompatibilität getroffen worden, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung [1] vom Hersteller. Eine nennenswerte Steigerung der Kühlleistung kann also vom SI-120 nicht erwartet werden - oder etwa doch?
Lieferumfang
- Thermalright SI-120-Kühlkörper
- 2 x Lüfterhaltebügel für 120-mm-Ventilatoren
- „Rubber Strips“ zur Lüfterentkoppelung
- Spritze Silikon-Wärmeleitpaste
- Retentionmodul und Schrauben für den K8
- Thermalright Sticker
- P4/K8-Montageanleitung in englischer Sprache


Wie gewohnt werden Thermalright-Kühler in einer sicheren, schlichten Kartonage geliefert. Zusätzlich zum herkömmlichen Lieferumfang, welcher die Montagekits für den Intel Sockel 478 und die AMD Sockel 939 / 754 beinhaltet, haben wir uns das Intel-Sockel-775-Retentionmodul, das derzeit für 6,90 Euro separat erworben werden muss, zukommen lassen. Dieses Modul baut die vom Sockel 478 bekannten Arretierungsösen am serienmäßig modullosen, neuen Intel Sockel auf und kann daher als LGA-775-Nachrüstkit für alle 478er-Kühler verwendet werden, die sich über das Retentionmodul des Sockels 478 installieren lassen. Als passenden Lüfter für den SI-120 entschieden wir uns mit dem Papst F2GLL für einen der derzeit leisesten Qualitätslüfter am Markt.
Technische Daten
- Material: Kupferbodenplatte, Aluminiumlamellen
- Komplett vernickelt
- Fünffach-Heatpipekonstruktion
- Maße (ohne Lüfter): (L) 135 x (B) 126 x (H) 89 mm
- Gewicht: ca. 400 g
- Geeignet nur für 120-mm-Lüfter div. Bauhöhe
- „Easy Install“ auf allen A64- und P4-Sockeln (478/754/939/940 sowie 775 mit Zusatzkit)
- Freigabe je nach Lüfter ohne Einschränkungen
- Herstellerhomepage [2]
Kühler im Detail
Thermalright hat beim SI-120 offensichtlich die Konstruktionen des erfolgreichen XP-120 mit dem Sockel-A-Pendant SI-97 gepaart. Aus dieser Luxusehe entsteht ein bildschöner Kühlkörper, der auf die verbindenden Lamellen zwischen Bodenplatte und Hauptlamellenkörper gänzlich verzichtet und die Wärmeübertragung vollkommen auf die fünf Heatpipes abwälzt. Nüchtern betrachtet handelt es sich dabei um eine Reduzierung der effektiven Kühlfläche - aber wollte Thermalright die Leistung denn nicht steigern?



Im Vergleich zum XP-120 ist der SI-120 knapp 26 mm höher geworden. Um den Aufbau dabei etwas zu stabilisieren, verfügt der Kühler auf der Heatpipe-freien Seite über zwei zusätzliche Verstrebungen. Die schwungvolle Formgebung und Abmessung der etwas über 100 Aluminium-Lamellen umfassenden Hauptkühlfläche bleibt mit 126 x 98 x 25 mm unterdessen unangetastet. Hingegen ist das Leergewicht ohne Lüfter mit etwa 400 Gramm leicht gestiegen, bewegt sich aber immer noch deutlich unterhalb der Konkurrenz.
Etwas mehr Feinschliff hat man auch der Bodenkonstruktion zukommen lassen. Diese wirkt nun inklusive Flügelausläufer zur einfachen Klick-Montage wesentlich filigraner und abgerundeter. Aufgrund des geöffneten Layouts und des leichten Überhangs des - wie gewohnt per Drahtbügel montierten 120-mm-Lüfters - ist beim SI-120 wieder eine hervorragende Mitkühlung der sensiblen, elektronischen Bauteile rund um den Sockel zu erwarten.



Unverändert geblieben ist weiterhin das piekfeine Verarbeitungsniveau des hauptsächlich aus Aluminium bestehenden Boliden. Die in Baukastenweise zusammengefügten Lamellen, die feinglänzend vernickelten 6-mm-Heatpipes, die sauber verlöteten Materialübergänge der Bodenplatte: Nirgends lassen sich Makel aufspüren. Allerdings muss gesagt werden, dass die Schönheit der Thermalright-Kühler nach wie vor nur von recht kurzer Dauer ist, denn die weitgehend unbehandelten Metallflächen zeigen sich nicht nur relativ fettfingeranfällig, sondern verfärben sich mit einer leichten Oxidschicht bereits nach wenigen Monaten im Einsatz.
Ventiliert wird unser SI-120 wie bereits angesprochen vom Papst F2GLL, der mit etwa 14,90 Euro zu Buche schlägt. Der mit einer maximalen Nenndrehzahl von 1200 U/min bei einer Förderleistung von 70 m³/h leiseste Papst-Lüfter dieses Formates erweist sich in der Praxis als optimaler Spielgefährte für den Thermalright-Probanden. Mit einer Leistungsaufnahme von 0,72 Watt kann er problemlos per 3-Pin-Molex am Motherboard angeschlossen werden. In unserem Fall haben wir ein vorbildliches Modell ergattern können, das selbst bei getrimmter Drehzahl im Bereich von etwa 500 U/min ohne das bei günstigeren Fabrikaten häufig auftretende Lagerrasseln auskommt. Für absolute Silent-Liebhaber führt derzeit daher wohl kaum ein Weg an diesem Lüfter vorbei.
Montage
Bei der Installation hat sich im Vergleich zum XP-120 nur wenig geändert. Serienmäßig ist der SI-120 auf das Sockel 478-Retentionmodul und dessen Ösenhalterung ausgelegt, weshalb der Kühler bei diesen Plattformen lediglich leicht angekippt aufgesetzt, zunächst einseitig eingehakt, plan aufgelegt und dann vollkommen eingerastet werden muss. Aufgrund des größeren Freiraumes, der durch die erweiterte Bauhöhe entstanden ist, vollzieht sich dieser Akt nun noch einfacher und präziser als beim Vorgänger.
Betreiber von Athlon 64-Plattformen müssen vor der beschrieben Montage noch den Oberteil des vorhandenen Retentionmoduls gegen das mitgelieferte Exemplar austauschen. Dies geschieht weitgehend ohne Ausbau der Hauptplatine.
Für den Sockel 775 kommt das optionale Montagekit zum Einsatz, für dessen Anbringung der Ausbau des Motherboards allerdings nach wie vor unabdingbar ist.



Kompatibilitätsschwierigkeiten waren in unserem Intel-Aufbau keine auszumachen. Sowohl hochbauende Nothbridge-Kühler als auch RAM-Bänke werden durch das aufgestockte Layout mit großem Sicherheitsabstand übergangen. Bei der Verwendung von passiven Grafikkartenkühlern, die sich massiv in Richtung Prozessor erstrecken (wie z.B. der VM-101 [3]) sind aber je nach Motherboardlayout Kollisionen nicht vollkommen ausgeschlossen.
Thermaltake Blue Orb II
Thermaltake scheint sich aktuell auf einem nostalgischen Trip durch die eigene Firmengeschichte zu befinden, denn nach dem die Taiwaner vor wenigen Wochen mit dem Golden Orb II [4] ihre Neuauflage des bereits vor Jahren erschienen Prozessorkühlers präsentierten, gilt es heute mit dem Blue Orb II einen weiteren aufgepeppten Oldie zu begrüßen. Dabei handelt es sich beim Blue Orb II um einen Rundlamellen-Fächerkühler mit LED-beleuchteter 120-mm-Belüftung. Gibt es schon? Richtig! Im Grunde beglückt uns Thermaltake mit einem Kühlerdesign, mit dem sich bereits Zalmans CNPS7700 vor einem Jahr hat feiern lassen. Dass die Performance des Zalmans heutzutage allerdings niemanden mehr vom Hocker reißt, scheint Thermaltake dabei nicht sonderlich zu stören. Wir werden sehen, wie sich der Blue Orb II unter diesen Vorzeichen zu schlagen weiß.
Lieferumfang
- TT Blue Orb II-Kühler
- Anleitung in englischer Sprache inkl. Illustrationen
- Montagematerial für Sockel 775 und 939
- Silikon-Wärmeleitpaste (2 bis 4 Anwendungen)
Technische Daten
- Rundlamellen-Design im 120-mm-Format
- Gesamtmaße: 140 mm Durchmesser, 66 mm Höhe
- Kupferboden und -Kern, Aluminiumlamellen (140)
- Gesamtgewicht: 870 Gramm
- Lüfter: 120 x 120 x 24,3 mm
- Max. 1700 rpm, 17 dB(A), 130 m³/h
- Kompatibilität: AMD Sockel 939/940/754; Intel Sockel 775
- Anschluss: 3 Pin
- Produkthomepage [5]
Kühler im Detail
Der Blue Orb II von Thermaltake ist ein reinrassiger Hybrid-Lamellenkühler mit ausgeprägtem, kelchartigem Kupferkern und insgesamt 140 radial verlaufenden Aluminiumlamellen. Diese sind blau eloxiert und sehr dick geschnitten, sodass generell ein sehr robuster Aufbau mit einem Gesamtgewicht von fast einem Kilogramm entsteht. Die qualitative Güte ist auf durchaus hohem Niveau angesiedelt, wenngleich die Leichtmetalllamellen materialbedingt etwas scharfkantig anmuten.



In das Fächerdesign optimal integriert wurde ein blau beleuchteter 120-mm-Lüfter mit transparenten Rotorblättern und 3-Pin-Anschluss. Dieser wird über drei Schrauben am Kühler fixiert und kann aufgrund seiner Rahmenlosigkeit nur sehr bedingt gegen ein handelsübliches Modell ausgetauscht werden. Dagegen lassen die großzügigen Freiräume zwischen den Finnen eine sehr gute Zusatzkühlung von Northbridge und Spannungswandlern erhoffen.
Montage
Leider fühlt sich der blaue Riesen-Rundling nur noch auf den aktuellsten AMD- und Intel-Plattformen häuslich. Wer seinen guten alten Athlon XP oder etwa seinen geliebten Sockel 478 P4 "orben" möchte, wird enttäuscht. Eigentlich erwartet man ob einer derart geringen und dennoch als universal angepriesenen Montage einen übergreifend einfachen und blitzschnell zu vollziehenden Akt auf den Sockeln 775 und 939 / 940 / 754, doch dies ist nicht der Fall.



Beide Einsatzorte erfordern zunächst den Ausbau der Hauptplatine - beim K8-System muss zudem das Serien-Retention-Modul entfernt werden. Nun werden anhand der beiliegenden Instruktionen und Montagematerialien Kühler und Platine miteinander verschraubt. Zur AMD-Installation wird eine neue Backplate mitgeliefert, beim LGA Sockel 775 muss eine 4-Loch-Vorrichtung für die 2-Punkt-Verschraubung präpariert werden. Ist dies geschehen, sitzt der blaue Spross vorbildlich und angesichts der spezifikationsfernen 870 Gramm Kampfgewicht auch angemessen sicher auf dem teuren Silizium.
Allerdings gilt die Schelte nicht vollkommen der taiwanesischen Entwicklung. Die lediglich mit den vier Monting-Holes ausgestatteten Sockel-775-Hauptplatinen gewähren den Kühlerherstellern kaum eine andere Chance außer der Direktverschraubung - schade, nachdem Intel mit dem Sockel-478-Rentention-Modul eigentlich einen vorbildlichen Grundstein zur einfachen und benutzerfreundlichen Kühlerinstallation ohne gefährlichen und zeitaufwendigen Mainboardausbau gelegt hatte und auch die AMD-Modul-Lösung aktuell als sehr brauchbar beschrieben werden kann. Ein einheitliches Modul für alle aktuellen Sockel wäre ein Wunschszenario an Kundenfreundlichkeit, das angesichts der wachsenden Rivalität allerdings kaum durchzusetzen ist. Wie auch immer, vergleichen mit dem Thermaltake BigTyphoon wartet der Blue Orb II mit einer geradezu himmlischen Montierbarkeit auf, und das ist doch auch etwas Positives ;-)
Weniger schön sind hingegen die nicht auszuschließenden Inkompatibilitäten, die angesichts der brachialen Ausmaße des Kühlers genau wie beim Zalman CNPS7700 auftreten können. Der Blue Orb II ragt je nach Motherboardlayout einige Zentimeter über die Hauptplatine hinweg und kann so im kleinen Gehäuse mit dem Netzteil ins Gehege kommen. Kollisionen mit sockelnahen, elektronischen Bauteilen sind aufgrund der ausladenden Formgebung des Kühlers ebenfalls nicht ausgeschlossen. Leider wird Thermaltake keine Kompatibilitätsliste bereitstellen, sodass im Zweifelsfall als Anhaltspunkt ein Blick auf die sehr sauber geführte Liste von Zalman [6] geworfen werden kann.
Lautstärkemessungen
Unsere vergleichenden Messungen im Einzelbetrieb des Kühlers erfolgen mit einem Voltcraft 320-Schallpegelmessgerät nach den bekannten Methoden in 0,5 Meter Abstand und Höhe. Dabei erfasst das Messgerät Lärmemissionen ab 30 dB(A), wobei sich die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfunden Stille bei 30,4 dB(A) einpendelte. Schalldrücke dieses Grenzwertes werden von uns als „super-silent" angegeben, da sie von den normalen Raumgeräuschen unter Nicht-Laborbedingungen nicht mehr unterscheidbar zu vernehmen sind. Zur weiteren Orientierung können - je nach subjektivem Empfinden - Werte bis 38 dB(A) als „leise" angenommen werden. Bis 45 dB(A) würden wir nach unserer Prozedur als „mittellaut" betiteln, während Resultate über 45 dB(A) als „laut bis extrem" für 99 Prozent der Anwender ohnehin nicht mehr in Frage kommen sollten.
Lautstärkevergleich
Angaben in Dezibel
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Unsere gewählte SI-120 / Papst F2GLL-Kombination stellt lärmtechnisch eine neue, absolute Referenz auf. Keine andere, bisher getestete Seriencombo war bereits im 12-Volt-Betrieb derart leise wie die heutige. Dabei arbeitet der Papst-Lüfter bereits bei voller Drehzahl weitgehend nebengeräuschsfrei und mit fast zu vernachlässigenden Luftumschlagsgeräuschen auf der Thermalright-Basis. Im getrimmten 5-Volt-Lauf, in welchem der 120-mm-Rotor nur noch extrem langsam dreht, darf ein "unhörbar" tatsächlich wörtlich genommen werden - ohne Lagerrasseln, ohne Rotorschleifen. Unsere sensiblen Ohren sind beeindruckt ;-)
Entgegen dieser überzeugenden Resultate wird der Blue Orb II den selber gesteckten Lautstärkeanforderungen als Silent-Kühler in keinster Weise gerecht. Die vom Hersteller angepriesenen 17 dB(A) können getrost als lächerlicher Schwindel abgeschmettert werden. In Wirklichkeit geht der blaue Riese bei voller Drehzahl (etwa 1650 rpm) sehr energisch zu Werke und driftet fast in den unangenehmen Bereich ab. Bei maximaler Drehzahldrosselung (790 rpm) ist der emittierte Schalldruck zwar nur sehr gering, das penetrante Lagerrasseln des 120-mm-Rotors trübt das Gesamtbild in diesem Modus aber entschieden, sodass mit dem neuen Thermaltake-Boliden kein wirklich leiser, störungsfreier Betrieb ermöglicht wird.
Testsystem und Verfahren
- P4 Prescott 3,4 Extreme Edition
- MSI Combo (Intel 915P), Sockel 775
- Thermaltake Polo 410 W-Netzteil mit 120-mm-Bodenventilator
- Raumtemperatur: ca. 22 °C
- Sapphire Radeon X800 PCIe
- Silikon-Wärmeleitpaste
Wir testen die Boliden aufgrund angestrebter, systemunabhängerer Ergebnisfindungen im offenliegenden Aufbau auf unserem Pentium 4 Extreme Edition mit Gallatin-Core. Dazu gewähren wir jedem Kühler eine Aufwärmphase von einer halben Stunde, gespickt mit allerlei auslastenden Applikationen. Im Anschluss wird der Tweakers4u-Toaster 3.0 halbstündig bemüht, die Prozessorauslastung auf 100 % zu halten. Daran schließt sich eine 15-minütige Leerlaufsituation an. Der Kerntemperatur-Verlauf wird dabei mit der Software Speedfan dokumentiert, die Maximaltemperaturen als Einordnung in den Diagrammen angegeben. Es ist dabei zu beachten, dass Temperaturdifferenzen von ein bis zwei Grad Kelvin durchaus als Messtoleranz angesehen werden können.
Temperaturvergleich
Maximale Drehzahlen
Angaben in °C
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Getrimmter Betrieb
Angaben in °C
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Der SI-120 überrascht und überzeugt zunächst mit einer markanten Leistungssteigerung im Vergleich zum XP-120, speziell mit geringer Ventilation im getrimmten Ultra-Silent-Betrieb. Er beweist, dass er auch mit wenig Luftstrom nur gering an Performance verliert und zieht damit selbstsicher am Thermaltake Big Typhoon vorbei, welcher bei höherer Drehzahl nur knapp hinter dem Thermalright-Spross liegt, mit geringer Belüftung allerdings wesentlich deutlicher einbricht. Mit gleicher Lüfterbestückung kann der SI-120 derzeit nur noch von den konkurrierenden Tower-Kühlern im 120-mm-Format (Scythe Ninja, Cool-Scraper, Sonic-Tower) bezwungen werden - die Differenzen sind allerdings marginal.
Der Blue Orb II reiht sich auf unserer Messanordnung im Mittelfeld ein und agiert dabei immer etwas lauter als die direkten Mitstreiter. Der Abstand zur aktuellen Königsklasse ist allerdings schon beachtlich und kann für ein neues Produkt nicht akzeptabel sein. Im geschlossenen Gehäuse, in welchem die Prozessortemperaturen je nach Konfiguration noch einmal 10 K höher ausfallen, ist ein Betrieb mit getrimmter Drehzahl bei etwas leistungsstärkeren Chips schon nicht mehr anzuraten. In der direkten Gegenüberstellung kann man dem Blue Orb II in etwa die Performance des CNPS7700 Cu bescheinigen - welch' Überraschung ;-).
Finale Einschätzungen
Thermalright gelingt mit dem SI-120 trotz lediglich geringer Veränderungen zum schwächelnden Vorgänger der Sprung zurück in die Königsklasse der 120-mm-Kühlung. Der Kühlleistungscharakter des vernickelten Schönlings präsentiert sich in Kombination mit dem Papst F2GLL bei ultra-silent-tauglicher Geräuschkulisse auf allerhöchstem Niveau der derzeitigen Referenzen. Gepaart mit der qualitativen Finesse und der Montierleichtigkeit eines Edelproduktes mausert sich der Thermalright SI-120 zum aktuell besten Prozessorkühler mit Nebenkühleffekt in konventioneller Bauweise.
Der Verkaufspreis von etwa 50 Euro plus entsprechendem Lüfter erscheint typisch sehr hoch angesetzt, bewegt sich aber durchaus im Rahmen der Mitbewerber und kann daher insgesamt als gerechtfertigt beschrieben werden. Müßig zu erwähnen, dass uns der SI-120 final eine klare Kaufempfehlung wert ist!
Mit dem Blue Orb II präsentiert Hersteller Thermaltake einen ausgezeichneten Prozessorkühler, der mit einer bestechenden Kühlleistung, ausgezeichneten Verarbeitungsqualität und gefälligen Optik brilliert. So oder so ähnlich hätten wir ihn vielleicht vor einem Jahr eingeschätzt. Doch heute muss man sich begründet die Frage stellen, was uns Thermaltake mit dem Blue Orb II wirklich sagen bzw. bieten möchte. Die Leistung ist, auch aufgrund fehlender Heatpipes und Co., auf bestenfalls durchschnittlichem Niveau, die Montierbarkeit und Kompatibilität sehr begrenzt und die Lautstärke in keinem Fall angenehm. Insofern kann man dem blauen Ungetüm trotz seines - je nach Geschmack - guten Outfits und seiner zufriedenstellenden Verarbeitungsgüte kaum eine Empfehlung aussprechen. Lediglich der angepeilte Verkaufspreis, der im Bereich von 35 Euro liegen dürfte, zählt im Vergleich zur ebenbürtigen, aber teureren Zalman-Konkurrenz als Kaufargument für weniger hitzköpfige Prozessoren mit geringeren Kühlansprüchen.






