Einleitung
Der taiwanesische Hersteller Thermaltake [1], gegründet 1999, war (neben seinen Kühlern) bis zuletzt hauptsächlich durch die sehr erfolgreiche „Xaser“-Gehäuseserie, fertig gemoddete Gehäuse, die vor allem durch ausgefallene Äußerlichkeiten Blicke auf sich zogen, bekannt. Die in der letzten Zeit auf den Markt geworfenen Gehäuse mit klangvollen Namen wie Armor, Soprano, Tenor, Tsunami, Shark und Kandalf scheinen eine neue Zielgruppe anzusprechen: Hier wird weniger - aber immer noch genug - Wert auf besonderes Aussehen gelegt, in erster Linie stechen nun jedoch edle Materialien wie gebürstetes Aluminium ins Auge. Eingesetzt werden diese Gehäuse wohl eher weniger als auffallende Spiele-PCs auf LAN-Partys, sondern vielmehr als unauffällige, aber dennoch auf den ersten Blick hochwertige Lösung auch im Wohnzimmer. In Sachen Materialien sei zum Kandalf bereits vorweg genommen, dass dieses Gehäuse in zwei verschiedenen Varianten existiert: Unser Testgehäuse ist ein silberfarbenes aus Aluminium, es gibt aber auch eine schwarze Version, bei der allerdings nur die Front aus Aluminium und der Rest hingegen aus Stahl besteht.

Lieferumfang
Das Gehäuse wurde in einem mit Griffmulden versehenen, grau/schwarzen Karton geliefert, auf dem Bilder und technische Daten zu sehen sind. Wie üblich wird auch dieses Gehäuse durch einen Kunststoffsack sowie oben und unten je eine Styroporschale gepolstert. Zusätzlich ist das Fenster sehr vorbildlich durch eine Schutzfolie und sämtliche Stellen, an denen die beiden Türen den Rest des Gehäuses berühren, durch kleine Streifen aus Kreppband geschützt. Mitgeliefert werden eine ganze Menge Schrauben, vier Plastikringe für die Schlauchdurchführungen in der Rückwand, auf die wir noch zu sprechen kommen, eine englische, ausführlich bebilderte Anleitung in einem etwas kleineren Format als A5 und zu guter letzt ein Microfaser-Tuch, um das Fenster in der linken Seitenwand von Staub zu befreien, ohne Kratzer zu hinterlassen.
Die technischen Daten:
- Abmessungen: zirka 530 * 220 * 595 mm (Höhe * Breite * Tiefe)
- Gewicht: 10,1 kg
- Material: Aluminium
- elf externe 5,25"-Laufwerkschächte
- fünf externe 3,5"-Laufwerkschächte
- sechs interne 3,5"-Laufwerkschächte
- Gehäuselüfter: 2x 120 mm, 2x 92 mm
- Portkit: 2x USB 2.0, 1x IEEE 1394 Firewire, 3x Audio
Diese Angaben gelten für das uns vorliegende, silberne VA9000SWA. Da der Korpus des VA9000BWA nicht aus Aluminium sondern aus Stahl besteht, gilt hier eine Gewichtsangabe von satten 18,1 kg.
Der hintere 120-mm-Lüfter ist blau beleuchtet, dreht mit 1400 U/min und lässt leider eine Angabe der erzeugten Lautstärke vermissen, während die beiden 92-mm-Lüfter mit 1800 U/min und 21 Dezibel und der zweite 120-mm-Ventilator mit 1400 U/min und ebenfalls 21 Dezibel ausgezeichnet wurden.
Ausstattung außen
Das Gehäuse und die beiden Türflügel in der uns vorliegenden Variante sind aus Aluminium gefertigt und nur die Frontblende und die Luftöffnungen im Dach bestehen aus Kunststoff, machen aber trotzdem einen recht stabilen Eindruck. Die Frontblende beinhaltet, ähnlich wie beim Coolermaster Stacker, elf 5 1/4"-Laufwerkschächte, die mit offenen Blenden inklusive Staubfilter verschlossen sind. Im Gegensatz zu vielen anderen Gehäusen müssen hier keine Bleche herausgebrochen werden, das Entfernen der Kunststoffabdeckungen fällt auch ohne schon schwer genug – man läuft durchaus Gefahr, den einen oder anderen Fingernagel schmerzhaft zu beschädigen. Sämtliche Blenden können auch für 3 1/2"-Laufwerke verwendet werden. Dazu muss der Staubschutz entfernt und mittels einer Zange das kleinere Stück des Metallgitters entfernt werden. Alle 5 1/4"-Geräte sind frei positionierbar, das gilt auch für die ganz unten eingebaute Schublade und für das oben befindliche Panel, das eine blaue Power-LED, eine rote HDD-LED sowie die beiden Buttons zum Anschalten und Neustarten des Systems beinhaltet und nebenbei auch noch Platz für ein 3 1/2"-Laufwerk bietet. Der Reset-Taster ist relativ klein und somit vor versehentlicher Betätigung recht gut geschützt, kann jedoch gut ohne Werkzeug bedient werden.
Die Aluminiumfront des Thermaltake Kandalf ist in zwei große Türflügel aus relativ starkem Aluminium geteilt. Der mittlere, schwarze Teil ist an der rechten Tür befestigt und trägt einen blau beleuchteten Thermaltake-Schriftzug, der mittels Inverter entweder ausgeschaltet, dauerhaft angeschaltet oder in drei Teile geteilt werden kann, die dann nacheinander durchlaufend beleuchtet werden. Zusätzlich ist das verchromte Stück Rohr, das an der Front angebracht ist, mit einer blauen Leuchtdiode versehen, die das Innere dieses Rohres dezent illuminiert. Beide Türflügel können komplett abgenommen werden. Es ist aber auch möglich, zwei kleinere Türen am Gehäuse zu belassen und die Befestigungslöcher der großen Türen mit den mitgelieferten Zierschrauben zu verschönern. Damit bleibt die Front soweit zugänglich, dass die Schubladen optischer Laufwerke problemlos geöffnet werden können, ohne dass eine Tür geöffnet werden muss. Auch mit montierten Türen bleiben noch etwa zwei Zentimeter Platz zwischen Frontblende und Türflügel, sodass dem Einsatz von Lüftersteuerungen mit etwas hervorstehenden Bedienelementen nichts im Wege steht.
Die Seitenwände werden vorn hinter der Frontblende eingehakt und anschließend wie Türen zugeklappt. Das rechte Seitenteil kommt dabei ohne Extras aus und wird hinten mit zwei normalen Gehäuseschrauben befestigt. Zur Vereinfachung der Handhabung verfügen beide Türen hinten über kleine Griffmulden. Die linke Wand hingegen ist mit einem großen, dreigeteilten Plexiglasfenster versehen, das in der unteren rechten Ecke die eingravierten Schriftzüge „Thermaltake“ und darunter „Cool all Your Life“ trägt. Verschlossen wird die linke Tür mit zwei schwarzen Plastikverriegelungen, von denen eine abschließbar ist (unserem Testgehäuse lag allerdings leider kein Schlüssel bei), sowie zwei recht großen Rändelschrauben an der Gehäuserückseite.
Die BTX-Tauglichkeit des Gehäuses wird erstmals ersichtlich, wenn man sich der Rückseite widmet: Der Bereich der Rückwand, der ATX-Blende, Erweiterungskarten und den hinteren 120-mm-Lüfter umschließt, ist komplett als rechteckige Blende ausgeführt und kann gegen Aufpreis durch eine BTX-fähige Blende ersetzt werden. Diese ist eine an der horizontalen Achse gespiegelte Version der Standardblende, das heißt, der Lüfter und die ATX-Blende des Mainboards befinden sich dann unten, während die Slots für Erweiterungskarten nach oben wandern. Das Mainboard verbleibt dabei auf der rechten Seite, sodass der Mainboardschlitten der gleiche bleibt und für den Umbau von ATX zu BTX lediglich die Rückwand mit dem Aufrüstkit modifiziert werden muss. Weiterhin befinden sich an der Rückwand neben der Öffnung für das Netzteil vier Schlauchdurchführungen sowie die vergitterte Öffnung für den rückwärtigen 92-mm-Lüfter.
Die vier Standfüße aus Kunststoff sind drehbar und durch je vier kleine Gummis gegen Verrutschen gesichert. Im Deckel des Gehäuses ist ein ovaler Kunststoffrahmen eingelassen, der über eine große Fläche zur Entlüftung verfügt, aber auch das von einer Klappe geschützte Portkit (2x USB 2.0, 1x IEEE1394 Firewire, 2x Audio) beinhaltet.
Ausstattung innen
Wenn man sich den Innenraum des Thermaltake Kandalf ansieht, stechen als erstes sowohl der die komplette Front beanspruchende, vordere 5,25"-Laufwerkkäfig, als auch der kleine Festplattenkäfig hinten oben ins Auge des Betrachters. Im vorderen Käfig sind bereits eine einzelne 3,5"-Laufwerkschiene und ein mit einem 120-mm-Lüfter versehener Käfig für drei Festplatten verbaut, wobei, bedingt durch den Lüfter, natürlich nur die einzelne Schiene für externe 3,5"-Geräte verwendet werden kann. Dazu kommt die Möglichkeit, das im obersten Slot vorinstallierte Panel mit den Bedienelementen für ein internes oder externes 3,5"-Laufwerk zu verwenden. Sind auf Seiten des Benutzers noch weitere Schienen für die Verwendung von Festplatten in 5 1/4"-Schächten vorhanden, gibt es in diesem Tower quasi keine Einschränkungen beim Einbau von 3 1/2"-Laufwerken, denn jede Frontblende lässt sich auch für deren Gebrauch benutzen. Im Auslieferungszustand ist in dem Gehäuse bereits Platz für bis zu elf 5,25"-Laufwerke und drei Festplatten gleichzeitig oder sage und schreibe acht Festplatten und immer noch sechs 5,25"-Laufwerke – das ist sogar noch mehr, als das Coolermaster Stacker bieten kann.
Sämtliche 3,5"-Geräte müssen in ihren Käfigen beziehungsweise Einbauschienen mit Schrauben fixiert werden, während sich Thermaltake beim 5,25"-Laufwerkschacht sehr einfallsreich gezeigt hat – hier werden die Laufwerke ohne Verwendung zusätzlicher Schienen von einer Seite durch transparente Kunststoffclips festgehalten, die auf Anhieb sehr gut halten. Der Einbau eines Laufwerks ist somit nur noch eine Sache von Sekunden. Wem das dann doch noch zu wackelig ist, dem bietet sich die Möglichkeit, per Schraube für festeren Halt zu sorgen. Nur im vierten Slot von oben verhindert die durch das Gehäuse verlaufende Strebe den Einsatz eines Clips – an dieser Stelle muss also immer geschraubt werden. Während der vordere Plattenkäfig durch drei Plastikclips befestigt wird, kann der hintere über die Entfernung einer Rändelschraube, wie sie auch zur Sicherung der linken Seitenwand dienen, und die Betätigung eines über dem Käfig angebrachten Metallhebels entfernt werden.
Der Mainboardschlitten ist mit allen Schraubenlöchern versehen, die benötigt werden, um Mainboards der Standards ATX, Micro ATX, E-ATX (Thermaltake hat auf dem Schlitten allerdings die Bezeichnung „SSI“ gewählt) und natürlich BTX montieren zu können. Wie schon erwähnt, muss für den Wechsel von ATX zu BTX nicht wie beim Coolermaster Stacker [2] der Mainboardschlitten umgebaut werden, nur die Blende in der Gehäuserückseite muss durch eine optional erhältlichen Austauschblende ersetzt werden. Die Befestigung der Erweiterungssteckkarten wird durch eine Reihe von Plastikclips erleichtert, die sehr gut funktionieren und einen stabilen Eindruck machen. Wer dennoch ganz sicher gehen will, hat auch hier die Möglichkeit, die Karten auf herkömmliche Weise festzuschrauben, indem er den gesamten Satz Clips entfernt, was über das Lösen von vier Schrauben an der Rückseite des Gehäuses problemlos möglich ist.
Im Dach des Gehäuses befindet sich das Portkit, das mit Kabellängen von ca. 60 cm aufwarten kann, sodass Anschlussprobleme aufgrund zu kurzer Kabel nahezu ausgeschlossen sind. Die Audio- und Firewire-Stecker sind gesplittet, jede Ader hat also einen separaten Steckverbinder, während die beiden USB 2.0-Anschlüsse als komplette Stecker ausgeführt sind. Ähnliches gilt auch für die Kabel der Bedienelemente in der Gehäusefront. Hier sind die Kabel noch einmal ein ganzes Stück länger. Da kein Stecker aufgeteilt ist, kann es eventuell zu Probleme kommt, sollten einmal die Anschlüsse am Mainboard nicht mit der Steckerbelegung übereinstimmen.
Darüber hinaus befindet sich in der linken unteren Ecke ein Chassis Intrusion Switch, mit dessen Hilfe das Mainboard feststellen kann, ob die linke Seitenwand geöffnet oder geschlossen ist. Unten, direkt hinter der standardmäßig eingebauten Schublade, befindet sich der offenbar angeklebte Inverter für den beleuchteten Thermaltake-Schriftzug in der Fronttür, der leider den Einbau von optischen Laufwerken im untersten Schacht verhindert, sofern sie länger als 16 cm sind – kürzere Laufwerke dürften allerdings kaum zu bekommen sein. Die Stromversorgung des Inverters, der Leuchtdiode im rechten Türflügel und der Gehäuselüfter wird mittels durchgeschleiftem 4-Pin-Steckern direkt über das Netzteil gewährleistet, die Lüfter verfügen zusätzlich über einen 3-Pin-Stecker zur Drehzahlüberwachung.
Modding
Für eine Wasserkühlung ist das Gehäuse recht gut geeignet, denn es ist groß genug und bietet genügend Möglichkeiten, eine Pumpe, einen Ausgleichbehälter und zumindest einen Radiator für einen 120-mm-Lüfter außen an der Rückseite des Gehäuses unterzubringen - mit etwas Bastelaufwand ist sicher auch Platz für mehrere und/oder größere Radiatoren vorhanden. Eine Hilfe für den Einbau einer Wasserkühlung ohne Modifikationen am Gehäuse sind sicherlich die vier bereits vorbereiteten Schlauchdurchführungen in der Rückwand. Durch das serienmäßig verbaute Sichtfenster kommen Beleuchtungseffekte sehr gut zur Geltung, der ebenfalls ab Werk vorhandene, blau beleuchtete Lüfter tut sein Übriges. Bei der Leuchtdiode in der Fronttür handelt es sich um eine normale LED mit 5 mm Durchmesser, die ohne Schwierigkeiten durch eine andere LED mit beliebiger Farbe ersetzt werden kann. Für LAN-Parties oder sonstige Transporte ist das Gehäuse trotz seiner Größe immer noch gut geeignet, da es durch die Verwendung von Aluminium verhältnismäßig leicht ist. Eine Dämmung kann in diesem Gehäuse sinnvoll sein, da besonders die Frontblenden den Schall nahezu ungehindert nach außen dringen lassen.
Erfahrungen
Im Innern des Gehäuses könnte man fast von unendlichen Weiten sprechen - alle Komponenten haben wirklich viel Platz und bis auf den kleinen Ausrutscher mit dem Inverter am Gehäuseboden sind zumindest bei Verwendung von ATX-Boards keine Inkompatibilitäten in Sicht. Unsere relativ große GeForce FX5900 von Asus hatte noch mehr als 10 cm Platz, bevor sie den Festplatten gefährlich werden konnte. Auch dem Einsatz von CPU-Kühlergiganten wie dem CNPS-7700 von Zalman steht, dank ausreichend Platz zwischen Mainboard und Netzteil, nichts im Wege. Die Montage sämtlicher Bauteile lief einfach und problemlos ab – hier können sich einige Hersteller noch eine Scheibe abschneiden.
Negativ ist uns aufgefallen, dass durch den senkrechten Einbau des Netzteils neben dem hinteren Festplattenkäfig zwischen eben diesen beiden Bauteilen kaum fünf Millimeter Platz bleiben. Ist nun ein Lüfter an der vermeintlichen Unterseite des Netzteils verbaut, bleibt diesem mehr oder weniger die Luft weg. Für den gefahrlosen Betrieb reicht der Abstand zwar, aber optimal ist diese Lösung nun wirklich nicht. Durch den fast klassisch zu nennenden, inneren Grundaufbau können fast alle Kabel rechts neben dem Mainboard zu einem ordentlichen Kabelbaum zusammengefasst werden. Neutral stehen wir der Möglichkeit gegenüber, sämtliche 5,25"-Blenden für den Einsatz von 3,5"-Laufwerken zu modifizieren: Die Möglichkeit an sich ist sehr lobenswert, nur bricht beim Entfernen des kleineren Gitterteils gerne das zur Fixierung umgebogene Stück Lochblech ab, wodurch diese Umwandlung dann leider irreversibel wird.
Naturgemäß stören die beiden Türflügel bei der Benutzung von optischen Laufwerken und sonstigem Gerät sehr. Das sollte aber jedem Käufer eines Gehäuses mit Tür(en) klar sein, sodass hier kein Kritikpunkt festzumachen ist, erst recht nicht in Anbetracht der Möglichkeit, beide Türen zu entfernen.
Testsystem
Die Temperatur- und Schallpegelmessungen wurden mit folgender Systemkonfiguration durchgeführt:
- Intel Pentium 4 Northwood 3,0C
- Thermalright SLK 947 U mit Noiseblocker S2 80-mm-Lüfter
- Asus P4P800 Deluxe
- 4x 256 MB Corsair PC3200
- Asus GeForce FX 5900
- 2x 80 GB Hitachi Deskstar 7K250
- Waitec Storm40 CD-RW
- Silverstone SST-ST460 460 Watt-Netzteil mit 120-mm-Lüfter
Mit Ausnahme des temperaturgeregelten Netzteillüfters wurden alle Ventilatoren im System über eine Lüftersteuerung von Zalman, namentlich die ZM-MFC1, im Bereich von zirka 5-11 Volt mit Spannung versorgt. Bei den Messungen entspricht der "Silent"-Modus der 5-V-Einstellung, während die Lüfter im normalen Modus mit 11 V betrieben wurden. Der Schallpegel wurde im Abstand von etwa 40 cm an Punkten rund um das Gehäuse gemessen, während die Bestimmung der Temperaturen über den eingebauten Sensor der jeweiligen Komponente erfolgte. Die Raumtemperatur betrug bei allen Messungen 21°C.
Messungen
Kommen wir nun zu den Messergebnissen:
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Im Bereich der Lautstärke zeigt das Thermaltake-Gehäuse keine Schwächen: Im Vergleich zum Referenzgehäuse von Silverstone ist es im normalen Betrieb an manchen Stellen etwas leiser, an manchen etwas lauter - im Schnitt nehmen sich beide nicht viel. Regelt man die Lüfter herunter, fällt der Schallpegel um 2-4 Dezibel, was das Gehäuse dann im Vergleich zum normalen Betrieb doch deutlich leiser erscheinen lässt. Betrachtet man die Tatsache, dass die Laufwerksblenden des Kandalf den Schall nahezu ungehindert passieren lassen, scheinen die Lüfter im Innern recht leise zu Werke zu gehen. Mit einer Dämmung der Front ließen sich hier sicher merklich bessere Ergebnisse erreichen.
Systemtemperaturen
Angaben in °C
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Bis auf den etwas höheren Messwert des Fühlers auf dem Mainboard liefert das Thermaltake sowohl im normalen als auch im silent-Modus durchweg etwas bessere Leistungen ab. Speziell die CPU und die Festplatten werden sehr gut gekühlt. Die Silverstone-Referenz hingegen hat ein etwas unglückliches Kühlkonzept für die Festplatten. Die CPU-Temperatur kann natürlich nicht 24°C bei 21°C Raumtemperatur betragen haben - das Asus P4P800-Mainboard ist allerdings bekannt dafür, die CPU-Temperatur um einen Wert von zirka 8 Kelvin zu niedrig auszulesen, was wir aber in den Diagrammen unberücksichtigt gelassen haben.
Fazit
Der Thermaltake „Kandalf“ stellt definitiv ein sehr großes Gehäuse mit einer Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten dar. Es werden die derzeit wichtigen Mainboard-Formfaktoren ATX, Micro-ATX und E-ATX unterstützt und mittels Umrüstkit wird das Gehäuse sogar BTX-fähig. Die maximal mögliche Anzahl verbauter Laufwerke ist kaum zu übertreffen und die Clip-Verschlüsse für die 5,25"-Laufwerke und die Erweiterungskarten sind sehr vorbildlich und funktionell. Leider müssen sämtliche 3,5"-Laufwerke angeschraubt werden, wobei sie zur Erleichterung der Montage allerdings mitsamt ihren Käfigen aus dem Gehäuse aus- und eingebaut werden können. Sehr gut hat auch das Portkit und der Einbau von Netzteil und Lüftern gefallen, hier gab es keinerlei Kritikpunkte. Auch die unglückliche Positionierung des Inverters für die Frontbeleuchtung kann den guten Gesamteindruck nur wenig trüben. Die generelle Verarbeitungsqualität des Gehäuses kann als sehr gut bezeichnet werden, scharfe Kanten waren kaum zu finden, das gesamte Gehäuse macht einen sehr stabilen Eindruck – was auch für die Kunststoffteile wie die Frontblende und den ovalen Lufteinlass mit dem Portkit im Gehäusedeckel gilt. Der erzeugte Schallpegel hielt sich den Test über im Rahmen des Zumutbaren, sehr gut gefallen hat uns das Belüftungskonzept, das bei allen Komponenten für angenehm geringe Temperaturen gesorgt hat.

Größter Kritikpunkt an dem Gehäuse ist die Tatsache, dass Netzteile mit einem Lüfter an der Unterseite - bedingt durch den minimalen Abstand zum hinteren Festplattenkäfig - kaum Kühlluft bekommen können. Hier sollte besser auf Modelle mit einem zweiten Lüfter an der Rückseite zurückgegriffen werden, z.B. Netzteile von Tagan. Zu guter letzt bleibt noch das Design – welches natürlich, wie immer, Geschmackssache ist. Ein Fenster in der Seitenwand ist sicher nicht jedermanns Sache, zumal durch den blau leuchtenden Lüfter ganze Zimmer erhellt werden können. Die Türflügel mit schwarzem Mittelteil sind zweifellos sehr ausgefallen, wer es schön findet, dem sei dieses Gehäuse mit nur wenigen Vorbehalten wärmstens ans Herz gelegt. Thermaltake hat mit dem Kandalf ein technisch sehr ausgereiftes Gehäuse geschaffen.
Erhältlich ist das Gehäuse beispielsweise bei Caseking [3] für 189,90 Euro, die schwarze Stahl/Aluminium-Variante ist dort [4] mit 159,90 Euro etwas günstiger.













