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Test: Grafikkartenkühler Zalman VF-1000

von Martin Eckardt

Einleitung

Nach wie vor ist Zalman ein großer Name in der Kühlbranche – doch zehrt dieses Image mehr und mehr von den Erfolgen der Vergangenheit. Die Produkte der Koreaner sind zwar auch weiterhin immer wieder viel versprechend, doch neben einer überragenden qualitativen Umsetzungen kam man bei der Leistungsfähigkeit und vor allem der Lautstärke zuletzt kaum über das Mittelmaß hinaus. Bei den Prozessorkühlern auf Luftbasis halten die Asiaten mit dem CNPS 9700 [1] zwar einen der technisch aufwändigsten und optisch extravagantesten Konstruktionen in den eigenen Reihen, doch in Sachen Performance ist die Konkurrenz längst enteilt. Und auch bei den Grafikkartenkühlern sehen die ehemaligen Speerspitzen VF-700 und VF-900 [2] kein Land mehr gegen die wachsende Schar der Widersacher.

Zalman VF-1000, voll kupfern, voll schön
Zalman VF-1000, voll kupfern, voll schön

Für Zalman ist es also höchste Zeit nachzulegen. Und zumindest im Bereich der GPU-Kühler sieht es mit dem heute vorgestellten Protagonisten gar nicht so übel aus. Der VF-1000 soll es richten und entfernt sich dabei erstmalig seit langer Zeit vom zwar nett anzusehenden, aber nicht mehr zeitgemäßen Zalman-Fächer-Einheitsdesign. Hochwertiges Kupfer, großzügige Formen und vier Heatpipes sollen den Erfolg zurück bringen und den kürzlich gekrönten König der Grafikkartenkühler, den Arctic-Cooling Accelero S1 [3], vom Thron stoßen. Ob es gelingt, zeigen wir im Test.

Zalman VF-1000

Eckdaten

Liste kompatibler Grafikkarten
  • ATI Radeon 9*** Serie (außer 9550/9600)
  • ATI X1300 Serie
  • ATI X1600 Serie
  • ATI X1650 Serie
  • ATI X1800 Serie
  • ATI X1900 Serie
  • ATI X1950 Serie
  • HD2400 und HD2600 Serie
  • NVIDIA Geforce4 MX Serie
  • NVIDIA Geforce4 TI 4 Serie
  • NVIDIA Geforce FX 5200
  • NVIDIA Geforce FX 5500
  • NVIDIA Geforce FX 5600 (FX 5700)
  • NVIDIA Geforce FX 5700(Ultra) Serie
  • NVIDIA Geforce FX 5800 Serie
  • NVIDIA Geforce FX 5900 Serie
  • NVIDIA Geforce FX 5950 Serie
  • NVIDIA Geforce 6600 Serie (außer 6600 AGP Serie)
  • NVIDIA Geforce 6800 Serie
  • NVIDIA Geforce 7300 Serie
  • NVIDIA Geforce 7600 Serie
  • NVIDIA Geforce 7800 Serie (außer 7800 GS)
  • NVIDIA Geforce 7900 Serie
  • NVIDIA Geforce 7950 Serie
  • NVIDIA Geforce 8500 Serie
  • NVIDIA Geforce 8600 Serie
  • NVIDIA Geforce 8800 Serie

Kurzbeschreibung

Gut 40 Euro [3] verlangt der Handel aktuell für den Zalman VF-1000 und damit etwa doppelt so viel wie für den Accelero S1 [6]. Dementsprechend darf man natürlich auch etwas Besonderes erwarten und beäugt kritisch den gebotenen Lieferumfang. Beim VF-1000 bekommt man alle essentiellen Bauteile mitgeliefert. Neben dem Grafikkartenkühler sind das selbstverständlich die Montageutensilien, aber auch acht kleine Passiv-Speicherkühlblöcke und die mittlerweile bekannte Fan-Mate-2-Lüftersteuerung inklusive eines beidseitigen Klebepads für deren Befestigung sowie eine kleine Tube Wärmeleitpaste auf Silikonbasis sind mit von der Partie.

Lieferumfang inkl. Fan-Mate 2 und RAM-Bausteinen
Lieferumfang inkl. Fan-Mate 2 und RAM-Bausteinen
Das wichtigste Zubehör beim VF-1000
Das wichtigste Zubehör beim VF-1000
Für GeForce 8800-User: ZM-RHS88 RAM-Kit aus Aluminium
Für GeForce 8800-User: ZM-RHS88 RAM-Kit aus Aluminium

Wer sich überdies anschickt, den VF-1000 mit einer GeForce 8800 (GT, GTS, GTX, Ultra) zu betreiben, kann den GPU-Kühler noch mit einem speziellen RAM-Kühler-Zusatzkit, dem ZM-RHS88, ergänzen. Das filigran gefertigte Aluminiumbauteil ist zwar für die genannten Karten eine ideale Ergänzung, fordert aber mit gut 20 Euro [7] auch seinen ordentlichen Aufpreis.

Der VF-1000 selber gehört zu den qualitativ hochwertigeren Handwerksstücken. Der vollkupferne Spross vereint den zylindrischen Teil der Wärmeaufnahme, an dem unmittelbar die vier Heatpipes gelötet anliegen und die Montagevorrichtung für die verschiedensten Grafikkarten angebracht wurden, mit einem äußerst großzügigen Kupfer-Lamellenkörper, dessen gestanzte Edelmetalllamellen unbehandelt, aber robust daher kommen. Zentral eingelassen findet sich zudem ein 80-mm-Lüfter mit transparenten Rotorblättern und blauer LED-Beleuchtung. Der Fan agiert im Zalman-typischen Drehzahlspektrum von etwa 1400 bis 2500 U/min und wird per 3-Pin-Anschluss mit Strom versorgt.

Qualitatve Höchstklasse
Qualitatve Höchstklasse
Montage auf fast allen aktuellen und vergangenen Grafikkarten möglich
Montage auf fast allen aktuellen und vergangenen Grafikkarten möglich
2-Slot-Lösung: Verdeckt einen PCI-Slot
2-Slot-Lösung: Verdeckt einen PCI-Slot

Das Anbringen des Kühlers gestaltet sich recht unproblematisch. Deutlich aufwändiger und, das muss der Vollständigkeit halber erwähnt werden, mit dem Verlust der Gewährleistung des Herstellers einhergehend ist unter Umständen die Demontage des Originalkühlers. Allerdings sind die meisten Standardkühler heutzutage verschraubt angebracht und nur noch selten kommen geklebte Fixierungen zum Einsatz, sodass auch diese Hürde schnell gemeistert werden sollte.

Optisch harmonisch wirkende Komposition
Optisch harmonisch wirkende Komposition
Rückseitige Daumenschraubenfixierung per 4-Punkt
Rückseitige Daumenschraubenfixierung per 4-Punkt
Heatpipe-Quartett und großzügiger Kühlkörper
Heatpipe-Quartett und großzügiger Kühlkörper

Hat man alle Originalteile entfernt und die wärmeübertragenden Oberfläche sorgfältig gereinigt, sollte man zunächst die passiven Speicherkühler aufbringen, welche aufgrund ihrer Padausstattung nur aufgeklebt werden. Beim VF-1000 müssen daraufhin Montagebolzen entsprechend den Bohrungen auf der Grafikplatine mit den vier Schraubbolzen versehen werden, dann kann man den Kühler vorderseitig auf die mit Wärmeleitpaste benetzte GPU setzen. Rückseitig fädelt man abschließend die kleinen Isolierringe auf und arretiert den Kühler mit Hilfe der vier federgestützten Daumenschrauben.

Der VF-1000 sitzt sicher auf der Grafikkarte und verdeckt, je nach Größe der Grafikkarte, einen Großteil des Platinenlayouts. Aufgrund der Bauhöhe des Kühlers von 30 mm wird ein zusätzlicher PCI-Steckplatz belegt. Im Vergleich zum Accelero S1 ist der Zalman-Spross aber als durchaus kompakt zu bezeichnen.

Testsystem

Kühlertestsystem im TT Shark
Kühlertestsystem im TT Shark
Asus Radeon X1900XTX
Asus Radeon X1900XTX

Am Testsystem wurde im Gegensatz zu unseren Prozessorkühler-Tests bis auf die Grafikkarte nichts geändert. Als Renderbrett produziert nun mit der Radeon X1900XTX von Asus eine der verlustleistungsstärksten Grafikkarten des vergangenen Jahres genügend Abwärme, um ein gut selektiertes Testfeld aufzustellen. Das Testverfahren sieht unterdessen einen 30-maligen 3D-Mark-06-Loop vor, durch den das System und im Speziellen die Grafikkarte beansprucht und entsprechend aufgewärmt wird. Während dieser Periode werden alle wichtigen Sensor-Parameter (Temperaturen, Drehzahlen etc.) mit dem Tool Everest [8] dokumentiert. Die Maximalwerte aus diesen Messungen ziehen wir zum Vergleich der Produkte heran.

Die Messung der Lautstärke erfolgt, sofern möglich, im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der störende Bereich.

Download: Lüfterhörprobe als mp3-Datei [9]

Zusätzlich zu den Messungen der Schalldrücke bieten wir auch bei den Grafikkartenkühlern kleine Tonaufnahmen als Hörproben an. Diese wurden in unmittelbarer Nähe zum laufenden Lüfter aufgenommen und lassen damit besonders gute Rückschlüsse auf den Toncharakter des Lüfters zu. Zum Download der mp3-Dateien gelangt man mit einem Klick auf das obige Logo.

Leistungscheck

Kühler
[Spannung]
Drehzahl
[U/min]
Leerlauf
[°C]
Auslastung
[°C]
Lärm
[dB(A)]
AC Accelero S1
[12 Volt]
1850 GPU: 35
Umg: 33
VRM: 52
GPU: 53
Umg: 44
VRM: 74
35,4
Zalman VF-1000
[12 Volt]
2500 GPU: 36
Umg: 33
VRM: 52
GPU: 56
Umg: 44
VRM: 72
46,7
AC Accelero S1
[5 Volt]
750 GPU: 37
Umg: 36
VRM: 60
GPU: 58
Umg: 49
VRM: 90
30,6
Zalman VF-1000
[5 Volt]
1450 GPU: 38
Umg: 35
VRM: 56
GPU: 61
Umg: 48
VRM: 81
32,8
Zalman VF-900
[12 Volt]
2470 GPU: 38
Umg: 32
VRM: 52
GPU: 74
Umg: 46
VRM: 77
48,2
ZEROtherm GX810
[thermogeregelt]
800 -
1950
GPU: 40
Umg: 36
VRM: 59
GPU: 75
Umg: 51
VRM: 78
35,1 –
50,3
Zalman VF-900
[5 Volt]
1350 GPU: 39
Umg: 35
VRM: 55
GPU: 85
Umg: 54
VRM: 86
34,1
Standardkühler
[thermogeregelt]
N.A. GPU: 50
Umg: 44
VRM: 63
GPU: 89
Umg: 64
VRM: 92
N.A.

„GPU“: Chiptemperatur | „Umg“: Umgebungssensor auf Platine | „VRM“: Spannungswandlertemperatur

Zalmans VF-1000 schlägt sich wacker und heftet sich an die Fersen des Arctic-Cooling Accelero S1 mit doppelt belüftendem Turbo-Modul. In Anbetracht der verursachten Lautstärke ist und bleibt der günstige Schweizer allerdings die unangefochtene Referenz. Denn die koreanische Entwicklung ist mit maximal 2500 U/min deutlich wahrnehmbar und wird erst im 5-Volt-Betrieb interessant für den Einsatz in einem leisen System. Nichtsdestotrotz ist die Leistungssteigerung zum hauseigenen VF-900 und die Konstanz der Performance ordentlich.

Fazit

Zalman zeigt mit dem VF-1000 eine interessante, leistungsstarke und kompakte Weiterentwicklung der eigenen, erfolgreichen VGA-Kühlerserie „VF“. Der vollkupferne Spross ist dabei vor allem qualitativ über jeden Zweifel erhaben und kann in puncto Performance fast auf Höhe der Arctic-Cooling-Referenz mitspielen. Das mitgelieferte Zubehör inklusive Fan-Mate-2-Lüftersteuerung und passiven RAM-Kühlern ist stimmig, die Montage kann als kinderleicht bezeichnet werden und hinsichtlich der Kompatibilität haben die Koreaner ebenfalls ihre Hausaufgaben gemacht.

Qualität hat ihren Preis: Zalman VF-1000: Gut aber nicht günstig
Qualität hat ihren Preis: Zalman VF-1000: Gut aber nicht günstig

Zalman-typisch vertraut man trotz der gegebenen Leistungsreserven leider nicht auf den leisesten Lüfter und setzt einmal mehr auf ein Modell, das den meisten gehörsensiblen Usern selbst bei minimaler Drehzahl zu laut zur Tat schreiten wird. „Zu laut“ bedeutet an dieser Stelle – wie mittlerweile üblich – „nicht unhörbar“. Wer sich in dieser Hinsicht nicht ganz so penibel zeigt, der dürfte sich schnell mit dem harmonisch wirkenden, optisch abgestimmten VF-1000 anfreunden.

Ein K.O.-Kriterium könnte allerdings der verlangte Preis sein. Denn mit über 40 Euro [10] für den VF-1000 und nochmals gut 20 Euro für den optionalen GeForce-8800-RAM-Kühler ist der schicke Koreaner ein schlichtweg teurer Spaß, der es trotz der vielen positiven Eigenschaften schwer haben wird, sich gegen den günstigen Accelero S1 von Arctic-Cooling durchzusetzen.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2006/test_zalman_cnps_9700_led/
  2. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2006/test_fuenf_vga-kuehler_vergleich/
  3. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2007/test_ac_accelero_s1_zerotherm_gx810/
  4. http://www.caseking.de/shop/catalog/product_info.php?cPath=975_976&products_id=7097
  5. http://www.zalman.co.kr/
  6. http://www.caseking.de/shop/catalog/product_info.php?cPath=975_982&products_id=6772
  7. http://www.caseking.de/shop/catalog/product_info.php?cPath=975_989&products_id=7178
  8. http://www.computerbase.de/downloads/software/systemueberwachung/everest/
  9. http://www.computerbase.de/downloads/software/benchmarks/cpu-kuehler_hoerproben/
  10. http://www.caseking.de/shop/catalog/default.php?cPath=975_989
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