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Test: Silverstone Temjin TJ09

von Arne Müller

Einleitung

In Zeiten von Wärmeverlustleistungen von über 100 Watt bei High-End-Grafikkarten, die beispielsweise von Modellen mit nVidias G80 und ATis R520/R580 erreicht werden, ist eine gute Kühlung des Bereiches der Erweiterungssteckkarten essentiell geworden. Unterdessen sinken die Verlustleistungen aktueller Prozessoren: Während vor etwa einem Jahr teilweise noch tatsächlich Verbräuche von 100 Watt und mehr erreicht wurden, liegt der geschätzte reale Verbrauch bei Intels Quad-Core-CPU Core 2 Extreme QX6700 bei unter 80 Watt, neuere Dual-Core-CPUs im 65-nm-Herstellungsverfahren begnügen sich meist mit etwa 50 Watt. Somit hat sich der Schwerpunkt der Kühlung vieler Systeme von der CPU auf die Grafikkarte verlagert – und genau diesem Umstand trägt Silverstone mit seinem neuesten High-End-Tower Temjin TJ09 Rechnung.

Silverstone Temjin TJ09
Silverstone Temjin TJ09

Ein besonderes Konstruktionsmerkmal an diesem Gehäuse ist ein Kühlkanal, der kühle Luft von außen direkt auf den Bereich der Steckkarten leitet. Was das in der Praxis wirklich bringt und wie sich das Gehäuse sonst schlägt, wollen wir in diesem Artikel klären.

Lieferumfang

In einem großen, bebilderten Karton und wie immer äußerst gut gepolstert erreichte uns das TJ09.

Das TJ09 gibt es ,wie von Silverstone gewohnt, in Schwarz oder Silbern. Darüber hinaus gibt es Varianten mit und ohne Fenster, sodass insgesamt vier verschiedene Versionen existieren. Unterschiede beim Material gibt es aber nicht, es kommt weitgehend Aluminium zum Einsatz. Die Herstellerangaben lassen die Verwendung von zwei Millimeter starkem Aluminium am ganzen Gehäuse mit Ausnahme der Front vermuten, die Seitenwände sind jedoch nur einen Millimeter dick.

Die technischen Daten des Silverstone Temjin TJ09 lauten

Schade, dass Silverstone bei dem stolzen Preis von etwa 260 Euro nur zwei vorinstallierte Lüfter mitliefert, eine Vollausstattung wäre hier durchaus angemessen gewesen. Abgesehen vom Gehäuse selbst beinhaltet der Karton noch eine Schachtel mit einer kurzen Anleitung in acht Sprachen und die üblichen Schrauben in weit mehr als ausreichender Menge.

Ausstattung außen

Das Design des TJ09 ist, wie von Silverstone gewohnt, sehr schlicht gehalten; es überwiegen große einheitliche Flächen aus gebürstetem Aluminium – auf Zierelemente wurde bis auf ein Silverstone-Logo unten an der Front verzichtet. Dass die Frontplatte sehr dick ist, kann man sehr gut daran erkennen, dass sie leicht über den Korpus hinausragt - man bekommt sofort einen Eindruck von der Qualität des eingesetzten Materials und der nahezu makellosen Verarbeitung der äußeren Gehäusehülle. Abgesehen vom Silverstone-Logo sind noch die beiden obligatorischen Schalter (offenbar aus Edelstahl), zwei recht helle blaue LEDs für den Systemstatus und Festplattenaktivität und die Öffnungen für die Laufwerke eingelassen.

Silverstone Temjin TJ09
Silverstone Temjin TJ09
Portkit eingeklappt
Portkit eingeklappt
Portkit aufgeklappt
Portkit aufgeklappt

Im Gehäusedeckel findet sich neben dem großen, gut luftdurchlässigen Lochblech im hinteren Teil auch das aufklappbare Portkit mit je zwei USB- und Audioanschlüssen und einem FireWire-Port. Der Mechanismus ist zwar anfänglich recht schwergängig, nach einigen Benutzungen aber recht angenehm zu bedienen und macht einen äußerst soliden Eindruck. Etwas störend sind die bei bestimmten Beleuchtungsverhältnissen sichtbaren Sechskantmuttern, die Silverstone im Deckel eingelassen und auf ein Niveau mit dem zwei Millimeter starken Deckelblech gebracht hat.

Front
Front
Oberseite
Oberseite
Seitenansicht
Seitenansicht

Die Seitenwände präsentieren sich ebenfalls schlicht, nur die aus Kunststoff gefertigten und mit je einem Lochblech versehenen Lufteinlässe für den Luftkanal und die Festplatten fallen auf. Je nach persönlichem Geschmack könnte man monieren, dass sie etwas unauffälliger hätten ausfallen können. Die Rückwand unterscheidet sich durch die ungewohnte Platzwahl für das Netzteil, durch den Mainboardschlitten und durch die Schlauchdurchführungen etwas von anderen Gehäusen.

Bedienelemente
Bedienelemente
„Silverstone“-Schriftzug
„Silverstone“-Schriftzug

Unterseite
Unterseite
Rückseite
Rückseite

Ausstattung innen

Während sich das TJ09 von außen noch nicht allzusehr von anderen Gehäusen dieser Preisklasse abhebt, offenbart es in seinem Innenraum einige Unterschiede. Als erstes wäre da der herausnehmbare Mainboardschlitten zu nennen, der leider immer noch nur bei wenigen Gehäusen zu finden ist, den Ein- und Ausbau der Hardware aber teilweise deutlich erleichtert – vor allem, wenn man eine etwas größere als unsere MicroATX-Testplatine verwenden möchte. Befestigt wird dieser von außen an der Rückseite des Gehäuses mit mehreren Rändelschrauben. Ebenfalls ungewöhnlich ist die Einbauposition des Netzteils hinten unten im Gehäuse statt oben. Dies bringt unserer Erfahrung nach kaum Nachteile mit sich und kann durch die andere Führung der Kabel die Platzverhältnisse im Gehäuse deutlich entspannen. Hinzu kommt, dass das Netzteil durch ein Lochblech im Boden Frischluft ansaugen kann, also nur sich selbst und nicht noch andere Komponenten Kühlen muss, was wiederum bei vielen temperaturgesteuerten Netzteilen zu einem langsamer drehenden Lüfter führt; allerdings eine zusätzliche Kühlung des Systems notwendig macht. Neben der Montage von Standard-ATX-Netzteilen ist auch die Verwendung von redundanten PS/2-Netzteilen möglich, was in Hinblick auf die Ausrichtung des Gehäuses als mögliche Workstation-Basis nur konsequent ist.

Innenraum vorn
Innenraum vorn
Innenraum
Innenraum
Innenraum hinten
Innenraum hinten

Kommen wir zum Luftkanal, dem hervorstechenden Feature beim TJ09. Er befindet sich recht zentral im Gehäuse zwischen Mainboardschlitten und dem Bereich der Festplatten und fällt beim Öffnen des Gehäuses sofort auf. Die Luft wird von dem verbauten 120-mm-Lüfter nicht wie üblich durch die Front, die Festplatten umströmend, ins Gehäuse geleitet, sondern direkt von den beiden Lufteinlässen an den Seiten angesaugt und auf die Erweiterungskarten geleitet, was vor allem der Grafikhardware, wieviele Karten dies auch immer sein mögen, zu Gute kommt. Dank eines Abstandes von etwa 33 Zentimetern zwischen Luftkanal und Slotblech können hier sämtliche am Markt befindliche Grafikkarten einschließlich der langen und heißen Geforce 8800 GTX (28 cm) verbaut werden, ohne irgendwelche Platzprobleme zu bekommen. Durch die hinten angebrachte Aluminiumstrebe, die der Stabilität des Gehäuses dienlich ist, ist für die nachträgliche Montage von Steckkarten ein sehr langer Schraubendreher notwendig, Rändelschrauben gibt es an dieser Stelle leider nicht.

Lüfterhalterungen im Deckel
Lüfterhalterungen im Deckel
Steckkartenbereich
Steckkartenbereich

Vor dem Luftkanal ist der Schacht für die Festplatten verbaut, in dem sich zwei herausnehmbare Käfige für je drei Festplatten befinden. Diese sind seitlich mit Schaumstoffpolstern versehen, um Vibrationen zu dämpfen. Die Festplatten werden mit dem Käfig verschraubt, dieser anschließend ins Gehäuse geschoben und je nach Sicherheitsanspruch mit einer Rändelschraube von der rechten Gehäuseseite aus fixiert. Oder eben auch nicht, denn die Plastikgriffe der Käfige rasten bei der Montage ein und halten den Käfig ohne Schraube in Position. Zwischen den beiden Käfigen befindet sich ein ebenfalls mit einer Schraube befestigter Rahmen für einen 120-mm-Lüfter, in den der Lüfter einfach eingeklickt wird. Zum Lüftereinbau muss dessen Rahmen allerdings erst einmal aus dem Gehäuse entfernt werden. Belüftet werden die Festplatten dann mit Luft, die von unten durch ein Lochblech angesaugt und durch die Seitenwände wieder abgeben wird.

Innenraum
Innenraum
Mainboardschlitten
Mainboardschlitten
Festplattenkäfige
Festplattenkäfige
Luftkanal
Luftkanal
Laufwerksschächte
Laufwerksschächte
Festplattenschacht
Festplattenschacht

Ebenfalls verschraubt werden müssen die 5,25"-Laufwerke, für die vier Schächte vorhanden sind. Auf eine schraubenlose Montage hat Silverstone hier unverständlicherweise verzichtet. Einen kleinen Vorteil hat das allerdings: Lüftersteuerungen, die wie das von uns genutzte Modell nur die frontseitigen Befestigungslöcher nutzen, können hier besser befestigt werden als bei den meisten Gehäusen mit schraubenloser Montage. Den Nachteil, hier bei jedem Laufwerk auf beiden Seiten den Schraubendreher schwingen zu müssen, halten wir allerdings für gravierender.

Im „Dach“ des Gehäuses finden sich noch zwei etwas auseinanderliegende Halterungen für 120-mm-Ventilatoren, die durch ein großflächiges Lochblech Luft ansaugen oder ausblasen können. Die Lochbleche am TJ09 sind mit sehr kleinen Löchern versehen, die sehr dicht beieinander liegen. Damit wurde ein guter Kompromiss zwischen Luftduchlässigkeit und Design gefunden. Sprich: Undurchsichtigkeit.

Modding

Das Temjin TJ09 gehört sicher nicht zu den Gehäusen, für die eine Ausstaffierung mit Kaltlichtkathoden, Leuchtdioden oder ähnlichem (vor allem optischen) Zierrat angemessen erscheint – schließlich liegt das Hauptaugenmerk beim Design auf der Schlichtheit und auf der Hervorhebung der Materialqualität. Des Weiteren spricht sicher auch der hohe Preis gegen größere Umbaumaßnahmen, denn wenn etwas schief geht, wird es hier besonders teuer. Für Umbauten im Inneren, die der Verbesserung der Kühlung oder der Geräuschkulisse dienen, ist das Gehäuse schon eher prädestiniert, bietet es doch ziemlich viel Platz für eine Wasserkühlung. Dabei wäre es denkbar, einen Radiator für zwei 120-mm-Lüfter im Deckel einzubauen und die Pumpe sowie einen Ausgleichsbehälter zwischen Netzteil und Luftkanal auf dem Gehäuseboden zu platzieren. Allerdings legt Silverstone dem geneigten Wasserbastler leider ein paar Steine in den Weg: Durch die speziellen Lüfterhalterungen können Radiatoren nur mit einigem Bastelaufwand am Deckel befestigt werden, zumal die Lüfter bei normalen Radiatoren keinen so großen Abstand haben wie die im Deckel des TJ09.

Darüber hinaus ist bei Radiatoren, die nicht zur flachen Kategorie gehören, meistens schon ein Teil des Mainboardschlittens im Weg. Der Abstand, der Radiator und Lüfter hier effektiv zur Verfügung steht, beträgt etwa sechs Zentimeter – zu wenig für die meisten gebräuchlichen Wärmetauscher. Um ihn im Festplattenschacht unterzubringen, ist beispielsweise ein Aqua-Computer EVO240 inklusive Anschlüssen zwei Zentimeter zu lang. Hier könnte man alternativ mehrere 120-mm-Radiatoren im Gehäuse unterbringen oder nach besonders flachen Modellen für den Deckel beziehungsweise besonders kurz und kompakt gebauten für den Festplattenschacht Ausschau halten, wodurch allerdings die Festplatten wiederum in einen anderen Teil des Gehäuses ausgelagert werden müssten.

Der Einbau einer leistungsfähigen Wasserkühlung mit mehr als einem kleinen 120-mm-Radiator ist im TJ09 also nicht wirklich einfach zu bewerkstelligen, aber durchaus möglich. Für die traditionelle Kühlung mit Luft ist dieses Gehäuse aber unserer Ansicht nach besser geeignet.

Erfahrungen

Der Einbau unserer Testhardware ging sehr schnell und einfach vonstatten, da zum Hantieren mit der Hardware auch für Grobmotoriker genügend Platz vorhanden ist. Allerdings sollte man allzu ausholende Bewegungen vermeiden, denn leider hat Silverstone so manche Kante scharf und ungefalzt gelassen. Hier ist also durchaus ein Verletzungsrisiko gegeben, zumal das zwei Millimeter starke Aluminium nicht gerade zum Nachgeben neigt. Was am meisten unnötige Arbeit erzeugt, ist das weitgehende Fehlen werkzeugloser Montageeinrichtungen. Sowohl die Festplatten als auch die 5,25"-Laufwerke und die Steckkarten müssen per Schraubendreher fixiert werden. Nur die Lüfter können einfach in ihre Halterungen geklickt werden. Allerdings sitzen sie dort nicht sehr fest.

Silverstone Temjin TJ09
Silverstone Temjin TJ09
Mainboardschlitten
Mainboardschlitten

TJ09 mit Testsystem
TJ09 mit Testsystem
Innenraum hinten
Innenraum hinten

Eine Erleichterung sind natürlich der Mainboardschlitten und die herausnehmbaren Festplattenkäfige. Eigenschaften, die wir uns bei jedem Gehäuse wünschen, leider aber viel zu selten antreffen. Gut gemeint, aber leider nicht wirklich wirksam, sind die zu harten Schaumstoffstreifen, die die Festplatten vom Rest des Gehäuses entkoppeln sollen. Etwas hakelig fanden wir den Mechanismus der beiden Seitenwände, die vorne am Gehäuse angesetzt werden und aufgeklappt werden können. Insgesamt gibt es jedoch nur Kleinigkeiten auf hohem Niveau zu bemängeln. Wirklich grobe Schnitzer hat sich Silverstone weder bei der Verarbeitung noch bei der Usability geleistet.

Testsystem

Unser Testsystem besteht aus folgenden Komponenten:

Testsystem
Testsystem

Die Temperaturen wurden gemessen, während das System den 3DMark03 als Dauerschleife ausführte. Die Lautstärkemessungen wurden mit einem „Voltcraft Digitales Schallpegelmessgerät 320“ durchgeführt, das Schallpegel im Bereich von 30 bis 120 Dezibel misst. Die Grundlautstärke des Messraumes lag bei subjektiv empfundener Stille unterhalb des Messbereiches, also bei weniger als 30 Dezibel.

Messungen

Lautstärke

 Silverstone TJ09 silent:
Vorne
34,9
Hinten
37,0
Oben
34,8
Links
36,3
Rechts
35,3
 Silverstone TJ09 normal:
Vorne
39,0
Hinten
41,7
Oben
40,6
Links
42,0
Rechts
41,3
 Silverstone SG01 silent:
Vorne
35,1
Hinten
36,2
Oben
34,6
Links
35,6
Rechts
37,0
 Silverstone SG01 normal:
Vorne
46,3
Hinten
48,3
Oben
46,3
Links
49,0
Rechts
50,7
 Lian Li PC-V800 silent:
Vorne
36,0
Hinten
34,9
Oben
34,2
Links
34,4
Rechts
35,3
 Lian Li PC-V800 normal:
Vorne
43,3
Hinten
43,3
Oben
45,1
Links
42,7
Rechts
43,0
Angaben in Dezibel

Auch wenn sich die Lautstärke des TJ09 insgesamt in Grenzen hält, gibt es eine große Schwachstelle, und das ist der nach beiden Seiten offene Festplattenkäfig. Hier dringt jeder Schall nahezu ungedämmt nach außen, wodurch man das Laufgeräusch ein Wenig, die Zugriffsgeräusche der Festplatten aber sehr deutlich wahrnehmen kann. Bei normalen Festplatten ist dies noch erträglich, vom Einsatz von WD-Raptor- oder anderen Festplatten mit mehr als 7.200 U/Min raten wir jedoch ab, da hier die Geräuschbelastung nur noch als störend bezeichnet werden kann.

Ein Lob wollen wir Silverstone an dieser Stelle für die verwendeten Lüfter aussprechen. Diese sind bei fünf Volt kaum hörbar und auch im Betrieb mit vollen zwölf Volf nicht so laut wie viele der vorinstallierten Lüfter in anderen Gehäusen.

Systemtemperaturen

 Silverstone TJ09 normal:
CPU
54
Mainboard
35
Festplatte 1
29
Festplatte 2
29
GPU
63
GPU-Umgebung
39
 Silverstone TJ09 silent:
CPU
63
Mainboard
42
Festplatte 1
30
Festplatte 2
30
GPU
66
GPU-Umgebung
46
 Silverstone SG01 normal:
CPU
63
Mainboard
46
Festplatte 1
31
Festplatte 2
29
GPU
76
GPU-Umgebung
48
 Silverstone SG01 silent:
CPU
67
Mainboard
50
Festplatte 1
35
Festplatte 2
33
GPU
76
GPU-Umgebung
51
 Lian Li PC-V800 normal:
CPU
50
Mainboard
41
Festplatte 1
47
Festplatte 2
40
GPU
87
GPU-Umgebung
55
 Lian Li PC-V800 silent:
CPU
52
Mainboard
41
Festplatte 1
45
Festplatte 2
49
GPU
91
GPU-Umgebung
60
Angaben in °C

An dieser Stelle kommen die Stärken des TJ09 zum Tragen. Ausnahmslos alle Komponenten werden sehr gut gekühlt – ähnlich gute Ergebnisse erzielten bisher nur wenige Gehäuse in unseren Tests. Dies wird, wie erwähnt, im Bereich der Festplatten jedoch mit Abstrichen in der Schalldämmung erkauft.

Fazit

Wie schon die Kommentare zu unserer Meldung zur Vorstellung des TJ09 [1] gezeigt haben, taugt das Design eines Gehäuses, egal ob es besonders ausgefallen oder wie beim TJ09 eher schlicht gehalten ist, immer als Gegenstand einer hitzigen Kontroverse. Uns hat es gefallen – aber das ist und bleibt Geschmackssache.

Silverstone Temjin TJ09
Silverstone Temjin TJ09

Eine Empfehlung auszusprechen ist also nur anhand anderer Merkmale möglich. Und auch hier scheiden sich beim TJ09 die Geister. Das eingesetzte Material ist bis auf einige Kanten im Inneren äußerst hochwertig verarbeitet und auch der herausziehbaren Mainboardschlitten und die Festplattenkäfige fanden wir gut. Platz ist im Inneren für nahezu jede erdenkliche Hardwarekombination vorhanden. Von E-ATX-Mainboards über SLi-Gespanne aus zwei GeForce 8800 GTX bis hin zu RAID-Varianten mit bis zu sechs Festplatten findet im TJ09 alles seinen Platz. Wir hätten uns allerdings noch ein oder zwei zusätzliche 5,25"-Einschübe gewünscht. Ebenfalls auf der Haben-Seite kann das TJ09 die sehr gute Kühlung ausnahmslos aller Komponenten bei gleichzeitig angenehm leiser Geräuschekulisse für sich verbuchen.

Will man allerdings etwas lautere Festplatten als normale Geräte mit 7.200 U/Min einsetzen, stößt das TJ09 aufgrund seines nach beiden Seiten offenen Festplattenkäfigs schnell an die Grenzen seiner Geräuschedämmleistung. Nicht wirklich anfreunden konnten wir uns außerdem damit, dass die allermeisten Komponenten verschraubt werden müssen. Das haben wir schon besser gesehen.

Am Ende stellt sich die Frage, ob einem das Design und die vielen zweifellos vorhandenen Stärken des TJ09 bei einigen wenigen Schwächen tatsächlich etwa 260 Euro wert sind – Eine Frage, die der geneigte Käufer selbst entscheiden muss. Eine Kaufempfehlung wollen wir an dieser Stelle nur für diejenigen aussprechen, die nicht die Absicht hegen, ohne zusätzliche Festplattendämmung ein sehr leises System zu bekommen. Enthusiasten jedoch, die vor allem Kühlleistung brauchen oder häufig ihr Setup aus Mainboard, CPU und Grafikkarte wechseln, werden am TJ09 ihre Freude haben.

Das Silverstone TJ09 ist ohne Fenster in Schwarz und Silber beispielsweise für etwa 270 Euro bei Caseking [2] erhältlich.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/news/hardware/gehaeuse_kuehlung/2006/oktober/silverstone_high-end-tower_tj09/
  2. http://www.caseking.de/shop/catalog/default.php?cPath=29_398_1254&ref=35
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