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Test: Ikonik Zaria A20 SIM

von Arne Müller

Einleitung

Mit dem Zaria A20 haben wir uns dieses Mal einen Miditower der gehobenen Mittelklasse genauer angesehen, dessen Hersteller im deutschsprachigen Raum noch nahezu unbekannt ist: Ikonik heißt das noch junge Unternehmen, das erstmals auf der Computex in Taipeh im Sommer dieses Jahres einige interessante Gehäuse und Netzteile [1] präsentiert hat. Ein Teil der Mitarbeiter hat bereits für einen sehr bekannten Hardwarehersteller gearbeitet, sodass davon ausgegangen werden darf und muss, dass sich auch die erste Serie von Ikonik-Produkten schon auf einem hohen Niveau bewegen wird, was Qualität und Innovation anbelangt.

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Das Zaria A20 ist in zwei Versionen verfügbar: mit und ohne „System Intelligent Management“-Platine – eine Lüftersteuerung, die bis zu sechs Lüfter, vier Temperatursensoren und die Konfiguration von einer eigenen Software aus über USB unterstützt. Uns steht für dieses Review die Variante mit SIM zur Verfügung.

Lieferumfang

Die technischen Daten des Gehäuses lauten:

Im Paket befinden sich als Zubehör eine Schnellinstallationsanleitung, eine Tüte mit den üblichen Schrauben, Kabelbinder, ein Mikrofasertuch, vier Temperatursensoren für die bereits verbaute Lüftersteuerung sowie eine Treiber-CD für selbige mit der SIM-Software Version 0.9 (es handelt sich bei unserem Gehäuse in der Erstauslieferung also um ein Vorserienexemplar). Zum Einsatz kam allerdings die Version 1.0, die einem uns zusätzlich zur Verfügung gestellten SIM-Modul beigelegt war.

Besondere Erwähnung verdient die mitgelieferte Plexiglasscheibe für die linke Seitenwand, die einfach mittels Kreuzschraubenzieher gegen das ab Werk verbaute Gitter ausgetauscht werden kann. Die meisten anderen Hersteller bieten Seitenwände mit Fenster nur gegen einen saftigen Aufpreis als Zubehör an.

Ausstattung außen

Das Äußere des Zaria A20 wirkt schlicht, es überwiegen klare Kanten ohne wesentliche Rundungen und glatte Flächen aus grau-lackiertem Stahl beim Korpus und gebürstetem Aluminium bei der Front. Diese wird dominiert durch die große Fronttür, hinter der sich die Laufwerksblenden aus schwarzem Kunststoff verbergen. Rechts unten befindet sich eine von der linken unteren Ecke etwa einen Zentimeter abgesetzte Aluminiumplatte, die sich nach Lektüre der Installationsanleitung als zweiter Power-Taster herausstellt – eine interessante Idee, die vor allem demjenigen zugute kommt, der den Rechenknecht in Reichweite der Füße unter dem Schreibtisch aufstellt und ihn auf diese Weise sehr bequem anschalten kann. Im Betrieb leuchten hinter dieser Platte drei blaue und eine rote Leuchtdiode auf, die dann einen relativ hellen Lichtschein nach links werfen. Auf den ersten Blick erkennbar ist der im Betrieb blau-beleuchtete Power-Taster im Deckel des Gehäuses, in dem auch eine Aluminiumplatte mit den Anschlüssen eingelassen ist.

Ikonik Zaria A20 – rechte Seite
Ikonik Zaria A20 – rechte Seite
Ikonik Zaria A20 – Front
Ikonik Zaria A20 – Front
Ikonik Zaria A20 – Heck
Ikonik Zaria A20 – Heck
Ikonik Zaria A20 – linke Seite
Ikonik Zaria A20 – linke Seite
Ikonik Zaria A20
Ikonik Zaria A20
Ikonik Zaria A20 – Front
Ikonik Zaria A20 – Front
Ikonik Zaria A20 – Frontklappe
Ikonik Zaria A20 – Frontklappe
Ikonik Zaria A20 – Fußschalter
Ikonik Zaria A20 – Fußschalter

Die Laufwerksblenden hinter der Frontklappe müssen durch einen Griff von innen gelöst werden. Beim ersten Mal kann es aufgrund der fest angebrachten Metallblenden notwendig sein, die komplette Front abzunehmen, was durch das Lösen von sechs Kunststoffhaken problemlos möglich ist. Danach reicht es, von innen durch den Käfig zu greifen und die Blende heraus zu drücken. Den oberen Abschluss der Front bildet eine Blende aus verspiegeltem Kunststoff, die allerdings von Aussehen und Verarbeitung her der Aluminiumfrontblende leider nicht ganz gerecht wird.

Ikonik Zaria A20 – Portkit
Ikonik Zaria A20 – Portkit
Ikonik Zaria A20 – Portkit
Ikonik Zaria A20 – Portkit

Neben den üblichen Öffnungen findet man an der ansonsten gewohnt unspektakulären Rückseite zwei Schlauchdurchführungen für eine Wasserkühlung und die vier Rändelschrauben zum Lösen der Seitenwände. Diese bestehen wie der Rest des Korpus' aus 0,7 Millimeter starkem lackierten Stahl und bieten jeweils Öffnungen: rechts für die zwei 80-mm-Lüfter, links wahlweise für ein luftdurchlässiges schwarzes Gitter oder eine Plexiglasscheibe.

Ausstattung innen

Der Innenraum ist weitgehend nach dem seit der Einführung des ATX-Standards vertrauten und bewährten Layout aufgebaut: Hinten oben befindet sich, verschraubt und auf Gummipuffern gelagert, das Netzteil, darunter das Mainboard und schließlich auf Höhe der CPU ein 120-mm-Lüfter mit weißem Rahmen und bläulich-grüner Beleuchtung, die vom Farbton her etwas von der restlichen blauen Beleuchtung abweicht. Die Verriegelung der maximal sieben Erweiterungssteckkarten erfolgt gemeinsam über einen Klappmechanismus, der eine werkzeuglose Montage ermöglichen soll. In der Praxis ist der entsprechende Hebel leider nur mit erheblichem Kraftaufwand zu lösen, hier wäre etwas weniger starres Material angebrachter gewesen. Im Gehäuseboden befindet sich die mit einem Staubfilter versehene Aufnahme für einen weiteren 120-mm-Lüfter.

Ikonik Zaria A20 – offen
Ikonik Zaria A20 – offen
Ikonik Zaria A20 – Innenraum hinten
Ikonik Zaria A20 – Innenraum hinten

Ikonik Zaria A20 – Innenraum
Ikonik Zaria A20 – Innenraum
Ikonik Zaria A20 – Innenraum vorne
Ikonik Zaria A20 – Innenraum vorne

Das Mainboard wird auf einem nicht herausnehmbaren Träger montiert, der über Bohrungen für ATX, Micro-ATX und SSI CEB verfügt. Hinter der Front finden sich die Schächte für Laufwerke und Festplatten, wobei sie alle ohne Werkzeug nutzbar sind. Laufwerke können per Knopfdruck fixiert werden, Festplatten werden mittels aufsteckbarer Schienen (mittels Gummipolstern entkoppelt) in den Schacht geschoben. Kurioserweise wurden bei unserem Exemplar sechs Schienen für die linke und nur vier für die rechte Seite mitgeliefert. Wir gehen allerdings davon aus, dass dieses Problem bei den Exemplaren im freien Handel nicht mehr auftritt. Der Festplattenkäfig kann über einige Rändelschrauben auch komplett demontiert oder umgedreht werden – je nach Vorlieben des Benutzers hinsichtlich des Kabelmanagements für die Festplatten durchaus eine nützliche Maßnahme. Bei unserer SIM-Variante versteckt sich an der Seite des Laufwerkschachtes unter einer Aluminiumabdeckung die Lüftersteuerung, wobei dieser Einbauort optimal geeignet ist, um die zahlreichen Kabel zu verbergen.

Ikonik Zaria A20 – Erweiterungsslots
Ikonik Zaria A20 – Erweiterungsslots
Ikonik Zaria A20 – Seitenlüfter
Ikonik Zaria A20 – Seitenlüfter
Ikonik Zaria A20 – Festplattenkäfig
Ikonik Zaria A20 – Festplattenkäfig
Ikonik Zaria A20 – Seitenwand
Ikonik Zaria A20 – Seitenwand
Ikonik SIM im Zaria A20
Ikonik SIM im Zaria A20
Ikonik SIM
Ikonik SIM

Erfahrungen

Abgesehen von dem schwer lösbaren Hebel für die Steckkarten verlief der Einbau der Testhardware problemlos, vor allem die werkzeuglosen Befestigungen haben uns gut gefallen. Durch die Gummipolster an den Festplattenschienen hört man nach dem Einbau nicht mehr viel von den Zugriffsgeräuschen der Platten, was allerdings auch an der Lüftersteuerung liegt: diese verhält sich streckenweise etwas seltsam, was uns allerdings im Hinblick auf die Vorseriennatur unseres Testgehäuses nicht allzu sehr überrascht hat. Schaltet man das System an, laufen die Lüfter kurzzeitig mit voller Spannung, um dann bis zum Ende des Bootvorganges mehrfach auszugehen und wieder mit voller Leistung zu drehen, was angesichts der relativ großen Dimensionierung der Lüfter recht nervig sein kann. Auch die getrennt von der Lüfterspannung an- und abschaltbaren LEDs an den Lüftern gehen während des Bootens mehrfach an und aus.

Ikonik SIM Software
Ikonik SIM Software

Ikonik SIM Software
Ikonik SIM Software

Ikonik SIM Software
Ikonik SIM Software

Ist das System hochgefahren und die SIM-Software installiert, kann die Konfiguration der Steuerung beginnen. Die Hauptseite der Software bietet einen Überblick über die Drehzahlen und den Status der angeschlossenen Lüfter sowie die gemessenen Temperaturen der Sensoren. Des Weiteren können hier die Leuchtdioden der Lüfter an- und abgeschaltet werden. Der wichtigste Teil der Software ist jedoch die „Controls-Seite“, in der man jeden Lüfter an jeweils einen beliebigen Temperatursensor koppeln kann, will man die temperaturgesteuerten Modi nutzen (neben denen auch noch die Einstellungen „Performance“ (Lüfter wird mit vollen 12 Volt betrieben) und „Fanless“ (Lüfter bleibt permanent ausgeschaltet) existieren). Interessanter sind aber die automatischen Modi, von denen es vier Varianten gibt. Zwei davon stellen unterhalb einer bestimmten Temperatur eine Spannung von 7 Volt zur Verfügung, die sich anhand einer Kennlinie bis zu vollen 12 Volt steigert. Beide Varianten unterscheiden sich nur durch verschiedene Temperaturkurven. Zwei weitere Möglichkeiten bieten die „0dB“-Einstellungen, die die Lüfter unterhalb einer bestimmten Temperatur ganz ausgeschaltet lassen, beim Überschreiten dieser Temperatur mit 7 Volt anspringen und sich je nach Bedarf bis zu 12 Volt steigern. Auch hier stehen zwei Kennlinien zur Verfügung. Auf der letzten Seite findet man noch Alarmeinstellungen, die sich allerdings nicht verändern lassen. Natürlich ein Anlass für Kritik, ebenso wie die fehlenden Möglichkeiten zum Anpassen der Temperaturkurven oder der minimalen Lüfterspannungen, denn selbst bei 7 Volt drehen sich die Lüfter immer noch mit bis zu 1.600 U/Min – für Freunde sehr leiser Systeme viel zu schnell und somit viel zu laut.

Weiterhin Anlass zur Kritik gibt der Zustand der Lüftersteuerung nach einem Kaltstart des Systems. Hier liefen beim Test die vier Gehäuselüfter an den Anschlüssen F1 bis F3 auf 12 Volt (egal was eingestellt war), während der Lüfter an F4, bei uns pikanterweise der CPU-Lüfter, ganz aus blieb. Angesichts der Lautstärke des Systems in diesem Zustand läuft man zwar kaum Gefahr, dies alles nicht zu bemerken, ärgerlich ist es allerdings durchaus. Verändert man einmal alle Lüftereinstellungen in der Software, so verhalten sich alle Lüfter wieder so wie vorgesehen.

Insgesamt macht die SIM-Software noch einen etwas unausgereiften Eindruck, obwohl sie eine normalerweise releasefähige Versionsnummer 1.0 trägt. Nach Rücksprache mit Ikonik wurde uns aber versichert, dass einige dieser Probleme mit Version 1.1 behoben sein werden (so wie auch ein paar andere, vermutlich nur in unserem Vorserienmodell enthaltenen Qualitätsprobleme behoben sein sollen). Dies sind im wesentlichen nicht ganz sauber gebohrte Löcher für die Abstandshalter im Mainboard-Tray sowie ein nicht korrekt an der Aluminiumblende ausgerichtetes Portkit.

Ikonik Zaria A20
Ikonik Zaria A20
Ikonik Zaria A20 – Testsystem
Ikonik Zaria A20 – Testsystem

Ikonik Zaria A20 – Testsystem
Ikonik Zaria A20 – Testsystem
Ikonik Zaria A20 – Beleuchtung
Ikonik Zaria A20 – Beleuchtung

Testsystem

Das Testsystem im Detail:

Die Temperaturen wurden gemessen, während das System den 3DMark03 als Dauerschleife ausführte. Die Lautstärkemessungen wurden mit einem „Voltcraft Digitales Schallpegelmessgerät 320“ durchgeführt, das Schallpegel im Bereich von 30 bis 120 Dezibel misst. Die Grundlautstärke des Messraumes lag bei subjektiv empfundener Stille unterhalb des Messbereiches, also bei weniger als 30 Dezibel. Als Referenzen wurden verschiedene bisher getestete Gehäuse verwendet.

Aufgrund der integrierten Lüftersteuerung haben wir diesmal auf die Zalman ZM-MFC1 verzichtet, sodass sich kleinere Abweichungen der jeweiligen 12-Volt- und 7-Volt-Einstellungen ergeben können.

Messungen

Lautstärke

 Ikonik Zaria A20 silent:
Vorne
38,1
Hinten
38,6
Oben
36,7
Links
40,4
Rechts
38,7
 Ikonik Zaria A20 normal:
Vorne
49,6
Hinten
52,0
Oben
49,3
Links
51,5
Rechts
51,1
 Cooler Master Cosmos S silent:
Vorne
36,5
Hinten
37,7
Oben
35,5
Links
39,0
Rechts
35,6
 Cooler Master Cosmos S normal:
Vorne
42,8
Hinten
45,6
Oben
42,5
Links
47,1
Rechts
42,3
 Gigabyte iSolo 210 silent:
Vorne
35,4
Hinten
38,2
Oben
34,6
Links
38,1
Rechts
35,4
 Gigabyte iSolo 210 normal:
Vorne
37,9
Hinten
41,9
Oben
37,2
Links
41,1
Rechts
38,3
 NZXT Zero silent:
Vorne
32,8
Hinten
34,8
Oben
34,0
Links
35,8
Rechts
35,2
 NZXT Zero normal:
Vorne
37,0
Hinten
39,7
Oben
37,2
Links
41,8
Rechts
38,3
 Silverstone TJ09 silent:
Vorne
34,9
Hinten
37,0
Oben
34,8
Links
36,3
Rechts
35,3
 Silverstone TJ09 normal:
Vorne
39,0
Hinten
41,7
Oben
40,6
Links
42,0
Rechts
41,3
Angaben in Dezibel

In der Silent-Einstellung für per SIM gemessene Temperaturen unter 40 °C drehten die Lüfter auch unter Vollast nicht auf. In diesem Zustand ist das System zwar nicht allzu leise, aber noch erträglich. Das ändert sich, wenn man die Lüfter mit 12 Volt zur vollen Drehzahl antreibt. 1.700 U/Min mit einem 140-mm-Lüfter sind einfach nur unerträglich laut.

Systemtemperaturen

 Ikonik Zaria A20 silent:
CPU
53
Mainboard
38
Festplatte 1
35
Festplatte 2
33
GPU
77
GPU-Umgebung
66
 Ikonik Zaria A20 normal:
CPU
44
Mainboard
32
Festplatte 1
31
Festplatte 2
30
GPU
75
GPU-Umgebung
65
 Cooler Master Cosmos S silent:
CPU
61
Mainboard
38
Festplatte 1
30
Festplatte 2
29
GPU
66
GPU-Umgebung
45
 Cooler Master Cosmos S normal:
CPU
54
Mainboard
32
Festplatte 1
27
Festplatte 2
27
GPU
62
GPU-Umgebung
42
 Gigabyte iSolo 210 silent:
CPU
64
Mainboard
36
Festplatte 1
37
Festplatte 2
35
GPU
63
GPU-Umgebung
41
 Gigabyte iSolo 210 normal:
CPU
53
Mainboard
35
Festplatte 1
36
Festplatte 2
35
GPU
49
GPU-Umgebung
38
 NZXT Zero silent:
CPU
58
Mainboard
34
Festplatte 1
31
Festplatte 2
30
GPU
62
GPU-Umgebung
42
 NZXT Zero normal:
CPU
50
Mainboard
29
Festplatte 1
28
Festplatte 2
28
GPU
60
GPU-Umgebung
38
 Silverstone TJ09 silent:
CPU
63
Mainboard
42
Festplatte 1
30
Festplatte 2
30
GPU
66
GPU-Umgebung
46
 Silverstone TJ09 normal:
CPU
54
Mainboard
35
Festplatte 1
29
Festplatte 2
29
GPU
63
GPU-Umgebung
39
Angaben in °C

Wenn schon bei der Lautstärke Abstriche gemacht werden müssen, sind die Kühlergebnisse meistens relativ gut, und das Zaria A20 ist da keine Ausnahme. Sehr gut sind vor allem die Temperaturen der CPU und der Festplatten, sie können ihre Vorteile aus den 140- und 80-mm-Lüftern ziehen, während die Grafikkarte von einem Lüfter in der linken Seitenwand wohl hätte profitieren können.

Fazit

Mit dem Zaria A20 als Teil der ersten Produktgeneration ist dem neu gegründeten Hersteller Ikonik aus Taiwan auf dem Papier ein durchaus respektabler Einstand gelungen, wobei das getestete Vorserienexemplar in der Praxis allerdings mit einigen ärgerlichen Kinderkrankheiten zu kämpfen hat. Die meisten davon betreffen die SIM-Software, von der der Hersteller uns innerhalb des Testzeitraums immerhin zwei neue zur Verfügung gestellt und hinsichtlich der Probleme mit stillstehenden Lüftern Besserung gelobt hat. Ein paar andere Merkwürdigkeiten betreffen den Lieferumfang und die Verarbeitung des Mainboardträgers, auch hier wurde Abhilfe in Aussicht gestellt. Zu guter Letzt leidet das Gehäuse an den für unseren Geschmack zu stark ausgelegten Lüftern, die einen richtig leisen Betrieb nicht ohne Weiteres ermöglichen – auch nicht auf 7 Volt herunter geregelt. Es wird auch eine Variante des Zaria A20 ohne SIM-Regelung geben, in der dann weniger schnell drehende Lüfter eingesetzt werden sollen. Für Freunde leiser Systeme dürfte diese Variante dann vorzuziehen sein, zumal wir auch bei der SIM-Version keinerlei Vibrationen durch Netzteil oder Festplatten feststellen konnten. Das Potential zu einer Silent-Lösung ist also vorhanden.

Kommen wir aber auch zu den positiven Aspekten des Zaria A20: Es ist ein insgesamt solides und weitgehend sehr gut verarbeitetes Gehäuse mit einigen Besonderheiten, die man bei anderen Herstellern so nicht findet. Dazu zählen unter anderem die Ausstattung mit zwei Power-Tastern sowie die Auslieferung mit Gitter und Acrylglasscheibe für die Seitenwand. Die Kühlleistung ist, zu Lasten des Geräuschpegels, sehr gut – sowohl bei voller Drehzahl als auch herunter geregelt. Wer es wirklich leise mag, sollte allerdings den Austausch der Lüfter oder die voraussichtlich leisere Version ohne SIM-Platine in Betracht ziehen.

Das Ikonik Zaria A20 soll nach Herstellerangaben noch im November auf den Markt kommen und rund 160 US-Dollar mit beziehungsweise 130 US-Dollar ohne SIM kosten. Dann hoffentlich ohne die beschriebenen Schwächen. Die Endkundenpreise für den deutschen Markt stehen noch nicht fest, dürften sich aber in einem betragsmäßig ähnlichen Bereich in Euro bewegen.

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