Einleitung
Was im Lager der Prozessorkühler Rang und Namen hat, entsprang bisher zumeist fernöstlicher Feder. Ob Scythe, Thermalright oder Zalman – die Spitzenreiter der Branche sind fast ausschließlich asiatischer Natur. Ursache dafür sind zumeist marktwirtschaftliche Aspekte, doch kann man mit europäischem Know-How und guten Ideen nicht ebenfalls konkurrenzfähige Produkte am Kühlermarkt platzieren?
Die Österreichische Schmiede Noctua [1] versucht dies unter dem Slogan „Designed in Austria“ seit einigen Jahren recht erfolgreich und stützt sich dabei unter anderem auf die Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Wärmeübertragung und Ventilatorentechnik (ÖIWV [2]). Eines der aktuellsten Kühlprodukte, das unter den wachsamen Augen des Steinkauzes, der Athene noctua [3], entstanden ist, stellt die CPU-Kühler-Combo NH-U12P dar. In ihr vereinen sich bewährte High-Tower-Formen mit aktuellsten Lüfter- und Wärmeleitpastenentwicklungen. Wir haben uns den Premiumkühler unserer Österreichischen Nachbarn einmal näher angesehen und in gewohnter Manier getestet.
Lieferumfang
Dass sich Noctua mit dem NH-U12P in der Eliteklasse der Prozessorkühler etablieren möchte, wird bereits beim außergewöhnlich üppigen und qualitativ hochwertigen Lieferumfang deutlich. Neben dem verbesserten Kühlkörper auf Basis des bereits seit zwei Jahren erfolgreich am Markt vertretenen und vielfach ausgezeichneten Noctua NH-U12 (ComputerBase-Test [4]) werfen die Österreicher alles in die Waagschale, was sie haben: Ihr neu entwickeltes Lüfter-Aushängeschild NF-P12 [5] ist genauso mit von der Partie wie die hochwertige Wärmeleitpaste NT-H1. Die ausführliche Montageanleitung, der passende Kreuz-Schraubendreher und das vorbildlich sortierte Installationsmaterial unterstreichen den Premiumcharakter ebenso, wie die mitgelieferten Spannungsadapter mit zwischengelöteten Widerständen zum drehzahl- respektive geräuschminimierten Lüfterbetrieb.
Technische Daten
- Hybridkühlkörper: Cu-Boden, 38 Aluminiumlamellen
- Vernickelte Wärmeaufnahme
- Vierfach-U-Layout mit 6-mm-Heatpipes
- Maße ohne Lüfter: (L) 70 x (B) 126 x (H) 158 mm
- Maße mit Lüfter: (L) 95 x (B) 126 x (H) 158 mm
- Gewicht komplett: ca. 770 g
- 120-mm-Noctua NF-S12P Premium Lüfter
- Optimiertes Nine Blade Design
- Langlebiges SSO-Lager [6]
- Drehzahl: 1300 U/min
- Luftdurchsatz: 92,3 m³/h
- Anschluss: 3-Pin ohne PWM
- SecuFirm-Multi-Socket-Montage-System für
- AMD Sockel (754, 939, 940, F), AM2/+ per Direktverschraubung
- Intel Sockel 775 per Direktverschraubung
- Achtung: Für die älteren AMD-Sockel ist ein kostenloses Zusatzkit [7] erforderlich
- Herstellerhomepage [8]
- Preis ca. 50 Euro
- Vertrieb: Caseking [9]
Kühler im Detail
Der NH-U12P repräsentiert die nunmehr dritte Auflage des vom Hersteller Kolink International Coporation in Taiwan produzierten NH-U12-Kühlkörpers. Dabei haben sich zur Grundversion (vorgestellt gegen Ende 2005) am Kühlkörper selbst nur wenige Änderungen eingeschlichen. Nach wie vor charakteristisch ist der symmetrische, vergleichsweise schmale Lamellenkühlkörper bestehend aus insgesamt 38 sehr robusten, dicken Aluminiumlamellen, die im Abstand von etwa drei Millimetern zueinander auf die vier U-förmig aufgebogenen 6-mm-Heatpipes aufgesteckt werden. Um im Betrieb eine Art Kamineffekt zu erzeugen und den Wärmeaustausch auch zwischen den Luftkammern zu unterstützen, verfügen die Leichtmetalllamellen über kleine Ausstanzungen.



Auffälligste Neuerung am Kühlkörper ist der einheitliche Look, der der Vernickelung der kupfernen Bodenplatte und der Heatpipes zuzuschreiben ist. Von Thermalright bei seinen High-End-Kühlern sehr früh eingeführt, gehört das Vernickeln der Kupferbauteile mittlerweile zum guten Ton bei den Edelkühlern. Auch wenn die Leistung von diesem Eingriff weitgehend unbeeinflusst bleibt, hat sich das Nickelkleid als Oxidschutz und somit als Qualitätsmerkmal etabliert.
Bis zu zwei Lüfter können Dank der mitgelieferten Drahtbügel am NH-U12-Kühlkörper montiert werden. Der aktuellen P-Version des Österreichers liegt Noctuas neuestes Prunkstück, der Lüfter NF-P12 [10] bei. Bei seiner Entwicklung wurde, so der Hersteller, der Fokus auf mehrere entscheidende Faktoren für einen Prozessorlüfter gelegt. So soll der NF-P12 dank des Neun-Rotorblatt-Designs dazu in der Lage sein, hohe statische Drücke bei vergleichsweise niedrigen Drehzahlen aufzubauen – großer Luftdurchsatz trotz Staubelastung durch den anliegenden Lamellenkörper also. Dass man mit neun anstatt sieben Rotorblättern durchaus signifikant höhere Leistungen einfahren kann, zeigte bereits unser Test des Scythe Mugen [11], bei dem im Zuge der Kühlerumbenennung ebenfalls das Lüfterdesign geändert wurde. Allerdings hatte man hier der höheren Leistung auch ein höheres Betriebsgeräusch entgegen gestellt, wodurch sich unterm Strich kein wirklicher Vorteil heraus kristallisierte.



Um diesem unbefriedigenden Umstand zu entgehen, ergänzt Noctua die neun sehr breiten, eng stehenden Lüfterblätter um so genannte „Vortex-Control Notches“. Dabei handelt es sich schlichtweg um Einkerbungen am Rand der Rotorblätter, die zu einer kontinuierlicheren Vereinigung des Luftstroms von Saug- und Druckseite führen sollen. Luftverwirbelungen aufgrund des großen Geschwindigkeitsgradienten zwischen Vorder- und Rückseite der Rotorblätter, die zu unschönen Nebengeräuschen führen, sollen somit reduziert werden. Noctua spricht weiterführend sogar von psychoakustischen Optimierungen, d.h. der Erzeugung einer angenehmeren Wahrnehmung beruhend auf einer Verbreiterung des emittierten Frequenzspektrums. Die Laufruhe und Langlebigkeit wird unterdessen durch das speziell entwickelte, „selbst-stabilisierende Öldruck-Gleitlager“ (SSO) realisiert. Detaillierte Informationen über die Lüftertechnik erhält man auf der Noctua-Homepage [12].
Montagebesonderheiten
Die im mitgelieferten Handbuch vorbildlich beschriebene Montierung des NH-U12P basiert auf einer Direktverschraubung mit dem Mainboard. Dies bedeutet, dass sowohl zur Montage auf AMD- als auch auf Intel-Sockeln die Hauptplatine zunächst aus dem Gehäuse ausgebaut werden muss. Anschließend installiert man am Mainboard per Rückplatte eine Haltevorrichtung, während die entsprechenden Gegenbügel an der Bodenplatte des Kühlers angebracht werden. Dieser Mechanismus ermöglicht den späteren, kurzzeitigen Kühlerausbau auch ohne Motherboarddemontage. Ferner lässt das sogenannte „SecuFirm-Multi-Socket-Montage-System“ eine freie Ausrichtung des Kühlers in alle vier Himmelsrichtungen zu. Hierzu muss man sich allerdings schon vor dem Anbringen der Mainboardvorrichtung für eine Ausrichtung entscheiden.



Für einen optimalen Anpressdruck sorgen zwei Federschrauben, zu deren Fixierung sogar ein passender Schraubendreher beiliegt. Dieser ermöglicht auch das Festdrehen der Schrauben von oben durch den verdeckenden Lamellenkörper, sofern man sich für die entsprechende Montagerichtung entscheidet. Final ist der Lüfter anzubringen, der sich schnell über die robusten Drahtbügel einklicken lässt.
Testsystem
Heiz- und Herzstück unserer aktuellen Kühlertestplattform ist der mit einer spezifizierten Thermal Design Power (TDP) von 130 Watt ausgezeichnet skalierende Intel Core 2 Extreme QX6700, eine imposant leistungsfähige Quad-Core-CPU im 65-nm-Design, deren vier Kerne mit jeweils 2,66 GHz bei 1,35 Volt Kernspannung betrieben werden.
Als weitere Schlüsselkomponente unserer auf einen möglichst leisen Betrieb ausgelegten Komposition vertrauen wir beim Netzteil auf das Be-Quiet Straight-Power mit 600 Watt, das uns mit freundlicher Unterstützung von Be-Quiet [13] zur Verfügung gestellt wurde und beispielsweise bei Caseking [14] erhältlich ist. Den temperaturgeregelten, sehr leisen Serienlüfter des hocheffizienten Netzteiles tauschen wir aus Gründen des fairen Kühlervergleiches gegen einen mit konstant 800 U/min drehenden Scythe S-Flex, der den Papst F2GLL als Referenzlüfter im neuen System ablöst. Ein weiterer S-Flex werkelt auch rückseitig auf Höhe des Prozessorsockels ausblasend als einziger Gehäuselüfter im neuen Testgehäuse, dem Coolermaster Stacker 830, das uns zu diesem Zweck von Caseking [15] zur Verfügung gestellt wurde. Das Stacker 830 als meistverkauftes High-End-Gehäuse Europas bietet die Annehmlichkeiten einer weit verbreiteten Innenraumaufteilung, großzügigen Platzverhältnissen und durch den üppigen Gebrauch von lochblechernen Seitenwänden gute Belüftungs- und Luftansaugmöglichkeiten für die verschiedenen Testkühlerkonzepte. Alle weiteren Komponenten sind folgender Zusammenstellung zu entnehmen:
- Intel Core 2 Extreme QX6700 „Kentsfield“ (4 x 2,66 GHz, 130 Watt TDP)
- XFX nForce 680I SLI (ISH9)
- 2x 512 MB Corsair CM2X512A-5400UL CL3
- Asus Radeon X1900XTX [gekühlt mit Arctic-Cooling Accelero S1 & Turbo-Module @ 5 Volt]
- Be-Quiet Straight-Power 600 Watt [mit Scythe S-Flex SFF21D bei 800 U/min]
- Coolermaster Stacker Gehäuse [mit Scythe S-Flex SFF21D bei 800 U/min Gehäuselüfter]
- Seagate Barracuda V 120 GByte SATA
- Raumtemperatur 23°C
- Arctic-Cooling MX-2 Wärmeleitpaste




Testverfahren: Wir gönnen dem frisch gestarteten System zunächst eine einstündige Aufwärmphase, in der Futuremarks „Ice Storm Fighter“-Demo (eine speziell auf die Leistungsfähigkeit von Quad-Core-Systemen abgestimmte, berechnungstechnisch in Threads aufgeteilte Grafikdemo, die das gesamte System entsprechend aufheizt) zum Einsatz kommt. Daran schließt sich der eigentliche Hitzetest für den Prozessor an, wobei wir uns dazu des kleinen, aber feinen Tools Core2MaxPerf 1.0 [16] bedienen, um die CPU-Auslastung aller vier Kerne über eine weitere Stunde konstant maximal zu halten. Core2MaxPerf 1.0 hat sich im Test gegen einige andere, potentielle Auslastungstools wie etwa Prime95, Intels Thermal Analysis Tool oder S&M aufgrund der besonders intensiven thermischen Beanspruchung aller vier Kerne durchgesetzt. Zum Abschluss der Testdurchläufe gewähren wir jedem Kühler noch eine Leerlaufphase von einer halben Stunde. Während des gesamten Szenarios werden die Temperaturverläufe mit der Everest-Ultimate-Software dokumentiert und die Maxima von uns zur Bewertung herangezogen. Wir testen jeden Kühler zunächst im 12-Volt-Modus, danach im 5-Volt-Betrieb.
Im Volllastbetrieb der CPU verbraucht unser System etwa 270 Watt, während im Leerlauf noch eine Leistungsaufnahme von 155 Watt zu verbuchen ist.
Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.



Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.
Als neuen Service bieten wir außerdem ab sofort MP3-Hörproben der Kühlcombos in den jeweiligen Betriebsmodi (5 Volt / 12 Volt) an, da die gemessenen Schalldruckwerte nur für wenige Leser wirklich greif- und vorstellbar sind. Außerdem kann man mit Hilfe dieser Aufnahmen, die im Abstand von 5 cm zum Objekt erfolgen, den Charakter des jeweiligen Lüftergeräusches besser erfassen und einschätzen.
Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben.
Performancevergleich
Unsere Messungen beschränken sich gewohntermaßen nicht nur auf den Serienlüfter, sondern werden durch unsere unten aufgeführten Referenzlüfter ergänzt. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass wir unsere Werteaufnahme um die Messung der vom Lüfter maximal erzeugten Luftgeschwindigkeit erweitern. Diese wird mit Hilfe eines Anemometers, das direkt hinter dem ausblasenden Lüfter misst, aufgenommen und dient zur Orientierung hinsichtlich der tatsächlichen Förderleistung des Lüfters. Als Faustformel für 120-mm-Lüfter kann man näherungsweise (!) unter Annahme konstanter Geschwindigkeitsverteilung die von uns in km/h angegebenen, maximalen Luftgeschwindigkeiten mit dem Faktor 10 multiplizieren und erhält damit den maximalen Volumenstrom des Lüfters in m³/h. Der Faktor 10 ergibt sich dabei aus der typischen effektiven Querschnittsfläche eines 120-mm-Lüfters und entsprechender Einheitenumrechnung.
Der mit dem Noctua NH-U12P ausgelieferte und auch einzeln erhältliche NF-P12-Lüfter erzielt gemäß unserer Messungen eine maximale Luftgeschwindigkeit [v(max)Luft] von 9,7 km/h bei 12 Volt respektive 3,5 km/h bei 5 Volt angelegter Spannung.
Hinsichtlich seines Geräuschbildes hebt sich der verbaute NF-P12 durchaus von seinen günstigeren Kontrahenten ab. Bei maximalen 1300 U/min sind leichte Luftumschlagsgeräusche zu vernehmen, die subjektiv etwas weicher ausfallen. Ab 7 Volt abwärts gibt der unorthodox gefärbte Ventilator absolut keinen Mucks mehr von sich. Entscheidend dabei: Nervige Nebengeräusche wie Rotorschleifen, -Rasseln oder -Klackern, wie wir sie häufig beobachten müssen, scheinen dem NF-P12 vollkommen fremd.
Auch die Kühlleistung des NH-U12P ist über jeden Zweifel erhaben. Nur der wuchtige IFX-14 von Thermalright kann sich durchgängig vor dem Noctua-Spross behaupten. Ansonsten lässt sich eine gute Skalierbarkeit des Österreichers mit der Drehzahl beobachten.
Vergleich mit Serienbelüftung [12 Volt / 5 Volt]
| Kühlercombo [Lüfter] |
Drehzahl [U/min] |
v(Luft) [km/h] |
Last-Temp. Kerne* [°C] |
Lärm [dB(A)] |
Test [Datum] |
|---|---|---|---|---|---|
| ZEROtherm Nirvana NV120 120mm: Serie |
2450 (12V) | 18,4 | 61,25 | 45,7 | 08.11.07 [18] |
| Zalman CNPS 9700 110mm: Serie |
2250 (12V) | n.a. | 62,25 | 49,9 | 15.09.06 [19] |
| Enzotech Ultra-X 120mm: ADDA Serie |
2200 (12V) | n.a. | 62,75 | 52,3 | 01.11.07 [20] |
| Noctua NH-U12P 120mm: Noctua NF-P12 |
1320 (12V) | 9,7 | 63,25 | 35,6 | 01.02.08 |
| Enzotech Ultra-X 120mm: ADDA Serie |
1100 (5V) | n.a. | 66,5 | 35,5 | 01.11.07 [19] |
| ZEROtherm Nirvana NV120 120mm: Serie |
1030 (5V) | 7,3 | 67,25 | 32,0 | 08.11.07 [17] |
| Zalman CNPS 9700 110mm: Serie |
1250 (5V) | n.a. | 69,25 | 33,3 | 15.09.06 [18] |
| Zalman CNPS 9500 92mm: Serie |
2250 (12V) | n.a. | 69,5 | 47,1 | 16.09.05 [21] |
| Scythe Ninja CU 120mm: Scythe Slip Stream |
750 (12V) | 5,0 | 70,75 | <30,4 | 30.11.07 [22] |
| Noctua NH-U12P 120mm: Noctua NF-P12 |
550 (5V) | 3,5 | 74,25 | <30,4 | 01.02.08 |
| Zalman CNPS 9500 92mm: Serie |
1400 (5V) | n.a. | 75,75 | 32,9 | 16.09.05 [20] |
| Scythe Ninja CU 120mm: Scythe Slip Stream |
440 (5V) | 2,1 | 79,75 | <30,4 | 30.11.07 [21] |
Kühlercharts mit Referenzlüftern
Kühlervergleich mit gleichen Lüftern
Angaben in °C
|
* Hierbei handelt es sich um das arithmetische Mittel der Kerntemperaturen der vier nativen Kerne unseres Testprozessors, die zur Generierung der Rangfolge in den Charts herangezogen werden.
Fazit
Noctua bereichert den Markt mit dem NH-U12P um eine Kühlercombo höchster Güte. In allen wichtigen Belangen, vom Lieferauftritt bis hin zur Performance, weiß Österreichs Aushängeschild in Sachen Prozessorkühlung ordentlich zu punkten. So finden wir im gesamten Drehzahlspektrum eine Kühlleistung auf dem Niveau der Spitzenkühler vor, die der hochwertigen Towerkonstruktion inklusive des Heatpipe-Quartettes beste Funktionalität bescheinigt. Darüber hinaus muss die Ehe mit dem NF-P12-Lüfter als überaus harmonisch und fruchtbar lobend erwähnt werden: So vereinen sich die eingebrachten Neuerungen zum förderstarken, aber auch enorm leisen und laufruhigen Silent-Lüfter mit Referenzpotential, der durchaus auch einzeln erworben als Gehäuse- oder Nachrüst-CPU-Lüfter eine gute Figur macht.
Mit hoher Sorgfalt hat Noctua schon bei der Verpackung und der Auswahl des Lieferumfanges auf Anwenderfreundlichkeit geachtet. Neben der vorbildlichen Beschriftung der Montageteile und der übersichtlichen Ausarbeitung der Installationsanleitung ergänzen zwischenschaltbare Widerstandskabel zur Drehzahl- respektive Lärmminimierung die Beilagen. Ferner erhält der Käufer mit der NT-H1 eine großzügige Spritze erstklassiger Wärmeleitpaste als Bonbon.
Bei der Montage lässt man zwar etwas den Feinschliff vermissen, Dank Direktverschraubung ist man aber immer auf der sicheren Seite und hat im Speziellen auf Intels Sockel 775 Plattformen der zumeist auf die unbeliebte Push-Pin-Arretierung setzenden Konkurrenz etwas voraus.
Alles in allem muss man Noctua zugestehen, eine der am besten abgestimmten und komplettesten Kühlerofferten des Marktes anzubieten. Kühlkörper, Lüfter, Wärmeleitpaste und Zubehör sind keine abgespeckten Bundle-Versionen, sondern das Beste, was Noctua zur Zeit zu bieten hat. Der Kunde erhält also keine Mogelpackung, sondern eine Premium-Combo, deren üppig anmutender Verkaufspreis von über 50 Euro [8] unter diesen Gesichtspunkten als durchaus fair angesehen werden darf. Über die Vergabe unserer Redaktionsempfehlung für den NH-U12P, aber auch für den NF-P12 als Einzellüfter, muss überdies nicht weiter diskutiert werden.
Weitere Empfehlungen
Als Alternativen zum Noctua NH-U12P können wir folgende Kühler empfehlen:
- Xigmatek HDT-S1283 [23] (hohe Leistung, günstig, leicht, einfache Montage)
- Scythe Mugen [10] (hohe Leistung, günstig, vielseitig einsetzbar, sehr groß)
- Scythe Ninja Cu [21] (hohe Leistung, exklusiv, hohe Qualität, Semi-Passiv-Betrieb möglich, teuer)
- ZEROtherm Nirvana NV120 [17] (hohe Leistung, gute Verarbeitung, etwas laut)
- Thermalright IFX-14 [24] (sehr hohe Leistung, sehr groß, schlechte Montage, sehr teuer)
- Enzotech Ultra-X [19] (beste Leistung als Nicht-Tower, sichere Montage, etwas laut, teuer)










