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Test: Scythe Musashi Grafikkartenkühler

von Martin Eckardt

Einleitung

Viele Messen mussten vergehen, viele Prototypen gebaut werden und nun ist es endlich soweit: Der japanische Hersteller Scythe bringt mit dem Musashi seinen ersten Grafikkartenkühler auf den Markt. Als Namensgeber stand dabei kein geringerer als der legendäre Samurai Miyamoto Musashi [1] Pate – eine deutliche Kampfansage an die mittlerweile recht klangvolle Konkurrenz im Retail-VGA-Kühler-Segment. Dabei vertraut die ausgesprochen flach gehaltene Hybridcombo auf den typischen Heatpipeeinsatz sowie einen üppigen Lamellenkörper, der von zwei regelbaren 100-mm-Lüftern ventiliert wird. Ferner verspricht Scythe eine übergreifende Kompatibilität und ein piekfein aufeinander abgestimmtes Rundum-Sorglos-Paket für Grafikkarten aller Leistungsklassen. Ob der Musashi an den Erfolg der Scythe-Prozessorkühler anknüpfen und die VGA-Cooler-Kontrahenten in die Schranken weisen kann, wollen wir im Einzeltest herausfinden.

Lieferumfang

Scythe Musashi Lieferumfang

Scythe hat sich auf die Fahnen geschrieben, mit dem Musashi einen echten VGA-Kühl-Allrounder zu präsentieren, der zu fast allen Grafikkarten des Marktes kompatibel ist. Entsprechend reichhaltig fällt der Lieferumfang des Japaners aus. Neben dem komplett vormontierten VGA-Kühler inklusive Doppelbelüftung und Potentiometerblende erfreut man den Kunden vor allem durch eine überdurchschnittlich reichhaltige Sammlung an passiven Speicher-, Chip- und Spannungswandlerkühlern. Ein 4-Pin-Stromanschlussadapter, das übliche Montagematerial nebst mehrsprachiger Installationsanleitung mit deutschem Sprachteil, ein Tütchen Wärmeleitpaste auf Silberoxidbasis sowie ein Kupfer-Schutzplättchen runden das Lieferangebot ab.

Eckdaten

Kurzbeschreibung

Beim Scythe Musashi handelt es sich um einen piekfein verarbeiteten Grafikkartenkühler mit einem hohen Qualitätsniveau. Seine Basis bildet eine zum Korrosionsschutz vernickelte Kupferplatte, der zwei U-förmig aufgebogene 6-mm-Heatpipes (Länge ca. 40 respektive 20 cm) entspringen. Auf diese Heatpipes wurde eine Vielzahl recht dünner Aluminiumlamellen im Abstand von zwei Millimetern aufgesteckt. Im Bereich der GPU-Position kommt derweil ein etwas grob lamellierter Passivblock zum Einsatz. Der so gebildete Radiatorpart ist mit einer Dicke von lediglich 14 mm zwar vergleichsweise schmal, bei einer Breite von 104 mm und einer Länge von 225 mm aber dennoch überaus üppig dimensioniert. Erfreulich: Inklusive Lüfter ist der Musashi lediglich 35 mm hoch, verdeckt damit nur einen zusätzlichen Slot und ist somit bestens für den SLI-/Crossfire-Einsatz gewappnet.

Musashi Verpackung Scythe Musashi VGA-Kühler mit Doppelbelüftung Klasse Verarbeitung, gute Materialwahl Vernickelter Kupferboden

Lobenswert ist das vielfältige Angebot an passiven, selbstklebenden Zusatzkühlern zu erwähnen. Dem Scythe-Neuling liegen insgesamt 16 Speicher-, vier große und ein kleiner Chip-, ein dünner 9800-GTX- und ein HSI-Chipkühler aus Aluminium bei. Leider fehlt noch ein Zusatzlühler für den NVIO2-Chip der aktuellen Nvidia GeForce-260/280-Serie, um auch diese komplett zu unterstützen. Von einem Betrieb ohne gekühlten NVIO-Chip ist unbedingt abzuraten.

Reichhaltig: Viele Chipkühler als Zusatz

Belüftet wird der Musashi von Scythes neuen Kaze-Jyu-Slim-Lüftern, die lediglich über 12-mm-Bauhöhe verfügen. Die mit jeweils 13 Rotorblättern ausgestatteten Ventilatoren werden über herkömmliche 3-Pin-Anschlüsse mit Strom versorgt. Außerdem lassen sie sich über ein leider nicht abnehmbares Potentiometer in ihren Drehzahlen (800 bis 2000 U/min) regulieren. Die entsprechenden Kabel, die zwar ummantelt wurden, für einen optisch aufgeräumteren, sauberen Eindruck unserer Meinung nach aber etwas geleiteter dem Musashi entspringen könnten, sind dabei mit etwa 36 cm Länge etwas kurz ausgefallen.

Fixiert: Doppel-Potentiometer für die beiden Lüfter Zwei 3-Pin-Anschlüsse für die Lüfter Ideale Lüfterwahl – nur 12 mm dick Befestigung der Drehtbügel

Die Befestigung der Lüfter am Kühlkörper erfolgt über jeweils zwei Drahtbügel. Diese sitzen beim Musashi leider extrem stramm, sodass eine Demontage nur mit derart hohem Kraftaufwand zu realisieren ist, dass ein Verbiegen einiger Aluminiumlamellen fast unausweichlich wird.

Langer Lamellenkörper mit vergleichsweise dünnen Aluminiumfinnen Im Bereich der GPU ein verändertes Design Extrem stramm sitzende Drahtbügel Knappes Montagezubehör für einfaches Anbringen

Die Montage des Japaners gestaltet sich enorm einfach. Nachdem man die selbstklebenden Passivkühlblöcke an den entsprechenden Stellen (Speicherchips, Spannungswandler etc.) angebracht und die GPU mit Wärmeleitpaste benetzt hat, muss man lediglich die richtigen Bohrlöcher für seine Grafikkarte ausfindig machen und jene am Kühlerboden mit den langen Montagestiften versehen. Nun wird der Musashi einfach aufgesetzt und die Gewindestifte durch die Montagelöcher der Grafikplatine gefädelt, die Grafikkarte herumgedreht, die Rückplatte entsprechend eingepasst und mit Hilfe der vier Rändelmuttern alternierend stramm fixiert. Das Prozedere nimmt, sofern der originale Grafikkartenkühler bereits entfernt wurde, keine fünf Minuten in Anspruch und geht werkzeuglos über die Bühne. Der mitgelieferte Kupfer-Spacer kommt nur zum Einsatz, wenn es sich um eine frei liegende GPU handelt (z.B. R600).

Aufgeklebt: Die Zusatzkühler sind schnell fixiert Die Rückplatte sorgt für gleichmäßigen Anpressdruck Lobenswert: Der Musashi verdeckt nur einen zusätzlichen Slot Extrem lang: In kurzen Gehäuse kann es zu Problemen kommen. Ins Thermaltake Shark passt der Kühler nur mit Biegen und Brechen.

Auf der Grafikkarte montiert, wird das Ausmaß des Musashis deutlich. Selbst bei längeren 3D-Beschleunigern wird der Scythe-Kühler nach hinten etwas überstehen. Das erschwert im Speziellen das An-/Abschließen der zusätzlichen Stromversorgung der Grafikkarte. Auch könnten, wie bereits beim Arcitic-Cooling Accelero Xtreme [4], Platzprobleme mit der Gehäusebreite aufkommen. Vom Slotblech bis zu den Heatpipe-Kappen misst unsere, mit dem Musashi versehene GeForce 8800 GTS stattliche 28 Zentimeter und ist damit einen guten halben Zentimeter zu lang für unser Testgehäuse, das Thermaltake Shark. Um die Grafikkarte dennoch installieren zu können, musste die Verstrebung der Festplatteneinschübe gewaltsam weichen – ein irreversibler Akt, den wohl nur wenige Anwender an ihrem Gehäuse einzugehen bereit sind . Hätte Scythe auf die zwar schicken, aber doch recht großen Heatpipe-Kappen verzichtet, wäre das Problem nicht aufgekommen.

Imposant: Scythe liefert einen der größten Grafikkartenkühler des Marktes ab

Insgesamt präsentiert sich mit dem Scythe Musahsi also ein imposantes Grafikkartenkühlwerk auf unserem Beschleuniger. Platzprobleme dürften in einigen Fällen aber vorprogrammiert sein.

Testsystem und -Verfahren

Testgrafikkarte: MSI GeForce 8800 GTS 320 OC (G80) MSI GeForce 8800 GTS 320 OC (G80)  mit demontiertem Originalkühler Blick ins Testsystem für VGA-Kühler

Zu unseren vorherigen Grafikkartenkühlertests erfuhr das Testsystem eine entscheidende Änderung. Aus Gründen der allgemeinen Verbreitung und der Beliebtheit testen wir nun auf einer übertakteten GeForce 8800 GTS (G80) von MSI. Im Gegensatz zur vorherigen Grafikkarte, der ATi Radeon X1900 XTX, verfügt sie über einen Heatspreader zur gleichmäßigen Wärmeverteilung. Das Testverfahren sieht unterdessen einen 30-minütigen 3D-Mark-06-Loop vor, durch den das System und im Speziellen die Grafikkarte beansprucht und aufgewärmt wird. Während dieser Periode werden alle wichtigen Sensor-Parameter (Temperaturen, Drehzahlen etc.) mit dem Tool Everest [5] dokumentiert. Die Maximalwerte aus diesen Messungen ziehen wir zum Vergleich der Produkte heran.

Die Messung der Lautstärke erfolgt, sofern möglich, im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der störende Bereich.

Download: Lüfterhörprobe als mp3-Datei [6]

Zusätzlich zu den Messungen der Schalldrücke bieten wir auch bei den Grafikkartenkühlern kleine Tonaufnahmen als Hörproben an. Diese wurden in unmittelbarer Nähe zum laufenden Lüfter aufgenommen und lassen damit besonders gute Rückschlüsse auf den Toncharakter des Lüfters zu. Zum Download der mp3-Dateien gelangt man mit einem Klick auf das obige Logo.

Temperatur und Lautstärke

Serienbelüftung

Scythe vertreibt eine Vielzahl sehr guter Lüfter unter eigenem Label und hat auch die Lüfter des Musashis mit Bedacht gewählt. Nicht nur in ihrer Form passen die beiden Ventilatoren ideal ins Konzept, auch ihr Klangcharakter könnte, in Anbetracht des Preissegmentes, kaum besser sein. Trotz der hohen Nenndrehzahlen arbeiten die beiden Ventilatoren der SY1012SL12VM-Serie mit nur geringen Rotorgeräuschen und in allen Lebenslagen deutlich leiser als vergleichbare Lüfter mit 25-mm-Dicke. Lediglich der Luftumschlag ist bei Drehzahlen über 1000 U/min noch dominant. Besonders überzeugend ist der recht saubere Klang, ohne nennenswerte Störgeräusche. Erst bei intensiver Trimmung treten vereinzelt minimale Schleifgeräusche zu Tage. Insgesamt ist der Musashi unterhalb der 1000 bis 800 U/min auch für sehr leise Systeme geeignet, aus denen man ihn nicht mehr wahrnehmen kann.

Auch die Kühlperformance des Japaners ist durchaus beachtlich und auf einer Höhe mit der Konkurrenz von Xigmatek oder Thermalright. Lediglich der dreifach belüftete, deutlich dickere Arctic-Cooling Accelero Xtreme verharrt unangetastet auf seiner Spitzenposition. Ein GFX Chilla, der wie der Scythe Musashi ebenfalls nur einen weiteren Slot belegt, hat gegen diesen deutlich das Nachsehen.

Kühler
[Belüftung/Drehzahl]
Leerlauf
[°C]
Auslastung
[°C]
Lärm
[dBA]
Test
Arctic-Cooling Xtreme
3 x 80 mm PWM
2200 U/min (100%)
GPU: 32
Diode: 35
Umg.: 34
GPU: 41
Diode: 42
Umg.: 40
43,6 05/08 [7]
Arctic-Cooling Xtreme
3 x 80 mm PWM
1440 U/min (60%)
GPU: 33
Diode: 36
Umg.: 34
GPU: 43
Diode: 44
Umg.: 41
35,8 05/08 [6]
Xigmatek Battle Axe
2 x 92 mm
2200 U/min (100%)
GPU: 38
Diode: 36
Umg.: 37
GPU: 44
Diode: 45
Umg.: 42
42,0 02/08 [8]
Scythe Musashi
2 x 100 mm Scythe
1900 U/min (100%)
GPU: 37
Diode: 38
Umg.: 37
GPU: 46
Diode: 46
Umg.: 43
36,9 09/08
Xigmatek Battle Axe
2 x 92 mm
1100 U/min (50%)
GPU: 38
Diode: 39
Umg.: 38
GPU: 47
Diode: 48
Umg.: 45
31,8 02/08 [7]
Zalman VF-1000 Cu
1 x 80 mm
2600 U/min (100%)
GPU: 40
Diode: 41
Umg.: 39
GPU: 47
Diode: 48
Umg.: 44
46,7 11/07 [9]
Arctic-Cooling Xtreme
3 x 80 mm PWM
640 U/min (30%)
GPU: 38
Diode: 40
Umg.: 37
GPU: 48
Diode: 49
Umg.: 45
30,8 05/08 [6]
Scythe Musashi
2 x 100 mm Scythe
1200 U/min (65%)
GPU: 38
Diode: 39
Umg.: 38
GPU: 49
Diode: 48
Umg.: 45
31,4 09/08
Thermalright HR-03 Plus
1 x 92 mm Papst GL
1810 U/min (100%)
GPU: 39
Diode: 41
Umg.: 39
GPU: 49
Diode: 50
Umg.: 46
34,9 05/08 [6]
Thermalright HR-03 Plus
1 x 92 mm Papst GLLE
1000 U/min (100%)
GPU: 43
Diode: 43
Umg.: 41
GPU: 52
Diode: 52
Umg.: 47
31,6 05/08 [6]
Scythe Musashi
2 x 100 mm Scythe
740 U/min (40%)
GPU: 41
Diode: 42
Umg.: 40
GPU: 53
Diode: 52
Umg.: 48
30,5 09/08
Auras Fridge
1 x 120 mm Noctua
1250 U/min (100%)
GPU: 41
Diode: 42
Umg.: 38
GPU: 54
Diode: 53
Umg.: 44
34,3 05/08 [6]
Zalman VF-1000 Cu
1 x 80 mm
1450 U/min (50%)
GPU: 43
Diode: 45
Umg.: 44
GPU: 56
Diode: 56
Umg.: 50
32,8 11/07 [8]
Auras Fridge
1 x 120 mm Noctua
580 U/min (50%)
GPU: 43
Diode: 43
Umg.: 40
GPU: 58
Diode: 57
Umg.: 47
<30,4 05/08 [6]
Thermalright HR-03 Plus
1 x 92 mm Papst GL
540 U/min (30%)
GPU: 46
Diode: 47
Umg.: 43
GPU: 62
Diode: 61
Umg.: 53
<30,4 05/08 [6]
Coolink GFX Chilla
2 x 80 mm
1630 U/min (100%)
GPU: 44
Diode: 45
Umg.: 39
GPU: 63
Diode: 61
Umg.: 48
32,8 05/08 [6]
Serienkühler
1 x 80 mm
2800 U/min (100%)
GPU: 47
Diode: 49
Umg.: 42
GPU: 66
Diode: 65
Umg.: 51
52,8 05/08
Serienkühler
1 x 80 mm
1500 U/min (60%)
GPU: 55
Diode: 55
Umg.: 47
GPU: 76
Diode: 75
Umg.: 58
36,9 05/08
Coolink GFX Chilla
2 x 80 mm
340 U/min (25%)
GPU: 88
Diode: 88
Umg.: 61
GPU: 100*
Diode: 99
Umg.: 67
<30,4 05/08 [6]
Serienkühler
1 x 80 mm
400 U/min (30%)
GPU: 71
Diode: 70
Umg.: 58
GPU: 101*
Diode: 99
Umg.: 75
<30,4 05/08

* thermisch bedingte Systemabschaltung

Referenzbelüftung

Zusätzlich zur Gegenüberstellung der Serienbelüftung testen wir (sofern es möglich ist) alle VGA-Kühler noch mit unserem 120-mm-Referenzlüfter, dem Noctua NF-P12. Der Lüfter bietet ein sehr nebengeräuschsarmes Klangbild und eignet sich sowohl für leistungsfähige als auch für leise Auslegungen. Die Befestigung des Lüfters an den jeweiligen Kühlkörpern erfolgte, falls nicht anders möglich, per Kabelbinder.

Scythe Musashi mit 120-mm-Referenzlüfter von Noctua

Referenzbelüftung 120-mm | GPU Last

 12 Volt ( 1250 U/min ):
Arctic-Cooling Xtreme
45
Xigmatek Battle Axe
49
Thermalright HR-03 Plus
49
Scythe Musashi
50
Auras Fridge
54
Coolink GFX Chilla
62
 5 Volt ( 580 U/min ):
Arctic-Cooling Xtreme
51
Xigmatek Battle Axe
56
Scythe Musashi
56
Thermalright HR-03 Plus
57
Auras Fridge
58
Coolink GFX Chilla
75
Angaben in °C

Mit unserer Referenzbelüftung, die natürlich nicht optimal auf die Größe des Musashis abgestimmt ist, zeigt sich der Scythe-Neuling ebenfalls auf bestem Niveau. Lediglich zum Accelero Xtreme besteht noch eine kleine Lücke, die wohl durch den schmalen Lamellenkörper zu erklären ist.

Fazit und Empfehlungen

Scythes lang ersehnter Einstieg in die VGA-Kühler-Konkurrenz darf als grundlegend sehr gelungen bezeichnet werden. Der Musashi besitzt eine Kühlleistung auf Top-Niveau und muss sich in dieser Hinsicht lediglich dem Arctic-Cooling Accelero Xtreme geschlagen geben. Abseits davon sprechen allerdings viele Argumente verstärkt für den Japaner: Die bei Bedarf sehr leise Doppelbelüftung macht eine gute Figur und ist in puncto Nebengeräuschscharakter beispielsweise dem Accelero Xtreme überlegen. Außerdem wird aufgrund des flachen Gesamtaufbaus nur ein zusätzlicher Slot verdeckt – alle Kontrahenten mit vergleichbarer Performance gönnen sich gleich deren zwei. Auch qualitativ überzeugt der Scythe Musashi mit einer vortrefflichen Materialwahl und einem ansehnlichen Finish in der Verarbeitung. Ferner darf das reichhaltige Angebot an passiven Zusatzkühlern für Speicher und Chips eben so wenig unerwähnt bleiben, wie der einfach gestaltete Montagevorgang und das breite Spektrum unterstützter Beschleuniger. An einem kompletten Support für die aktuelle Nvidia-Generation (260/280) wird aktuell gearbeitet. Von den Bohrungen her passt der Musashi auch auf diese Karten, allerdings fehlt im Lieferumfang noch ein entsprechender Zusatzkühler für den NVIO2-Chip, der später nachgereicht werden soll.

Imposant: Scythe liefert einen der größten Grafikkartenkühler des Marktes ab

Abseits davon besitzt natürlich auch der Musashi seine Problemzönchen. Allen voran sind hier mögliche Gehäuse-Inkompatibilitäten aufgrund der enormen Länge des Kühlers zu nennen. Hier hätte der Hersteller zu Gunsten geringerer Kollisionsgefahren durchaus den ein oder anderen Zentimeter einsparen können. Auch der extrem stramme Sitz der Drahtbügel macht jedem zu schaffen, der die Serienlüfter – aus welchem Grund auch immer – gelegentlich demontieren will. Schade auch, dass das Potentiometer zur Lüfterregulierung nicht nur optional, sondern fix ist. So müssen Anwender, die lieber über eine externe Lüftersteuerung regulieren, den Slotpoti inklusive der Verkabelung immer mitführen.

Insgesamt können die aufgeführten Kritikpunkte, beachtet man vor dem Kauf die enorme Kühlerlänge, aber eher als Schönheitsfehler angesehen werden. Vor allem die hohe Kühlerperformance, die geringe Lautstärke und die realisierbare Dual-Slot-Lösung sprechen für den Scythe Musashi. Hinzu gesellt sich ein fairer Startpreis von 34,90 Euro (UVP), der am freien Markt wohl noch rasch weiter fallen wird. Unsere ComputerBase-Empfehlung möchten wir dem Scythe Musashi aus den genannten Gründen nicht verwehren.

Empfehlung (09/08)

URL-Liste:

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Miyamoto_Musashi
  2. http://www.scythe-eu.com/
  3. http://www.caseking.de/shop/catalog/advanced_search_result.php?keywords=Musashi
  4. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_vier_spitzen-vga-kuehler_vergleich/2/#abschnitt_arcticcooling_accelero_xtreme_8800
  5. http://www.computerbase.de/downloads/software/systemueberwachung/everest/
  6. http://www.computerbase.de/downloads/software/benchmarks/cpu-kuehler_hoerproben/
  7. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_vier_spitzen-vga-kuehler_vergleich/
  8. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_xigmatek_battle-axe_vga-kuehler/
  9. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2007/test_grafikkartenkuehler_zalman_vf-1000/
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