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Test: Xigmatek Red Scorpion, HDT-SD964 & HDT-D1284

von Martin Eckardt

Einleitung

Xigmatek hat das eigene Produktportfolio gründlich aufgestockt. Nachdem wir jüngst mit der Battle-Axe [1] den ersten Grafikkartenkühler des Herstellers ins Visier nehmen durften, läuft im heutigen Test gleich ein Prozessorkühler-Trio auf. Dabei verfügen natürlich alle drei Probanden über die Heatpipe-Direct-Touch-Technologie, bei welcher die Heatpipes ohne zwischengeschaltete Bodenplatte unmittelbar auf der Prozessoroberfläche aufliegen.

Flotter Dreier: Xigmateks neuste Produktlinie
Flotter Dreier: Xigmateks neuste Produktlinie

Unser Trio ist ein ungleiches: Mit dem HDT-RS1283 alias Red Scorpion treffen wir den bereits getesteten HDT-S1283 [2], den 120-mm-Tower mit Dreifach-8-mm-Heatpipe, in qualitativ etwas überarbeiteter Auflage und mit neuem, peppigem LED-Lüfter wieder. Zu ihm gesellt sich mit dem HDT-SD964 ein recht unauffälliger HDT-Spross im 92-mm-Gewand, der das etwas kompaktere Towerbauformat bedient. Abgerundet wird das Xigmatek-Angebot durch den HDT-D1284 in der Crossbow-Edition. Dieser kommt in konventioneller Top-Flow-Bauweise daher und verspricht Dank 120-mm-Belüftung, 8-mm-Heatpipe-Quartett und üppiger Ausmaße gute Kühlleistungen. Wir testen alle drei Neulinge im gewohnten Rahmen und beginnen mit einer knappen Gegenüberstellung.

Technische Daten

Red Scorpion HDT-SD964 HDT-D1284
Xigmatek
Xigmatek HDT-RS1283 Red Scorpion Edition
Xigmatek HDT-RS1283 Red Scorpion Edition
Xigmatek HDT-SD964
Xigmatek HDT-SD964
Xigmatek HDT-D1284 Crossbow
Xigmatek HDT-D1284 Crossbow
Bauart 120-mm-Tower 92-mm-Tower 120-mm-Top-Flow
Material Cu-Pipes, Al-Lamellen Cu-Pipes, Al-Lamellen Cu-Pipes, Al-Lamellen
Heatpipes 3 x Ø 8 mm 4 x Ø 6 mm 4 x Ø 8 mm
Maße (LxBxH) 120 x 50 x 159 mm 92 x 51 x 133 mm 140 x 150 x 134 mm
Gewicht 600 g 470 g 670 g
Lüfter 120-mm-PWM (LED) 92-mm-PWM 120-mm-PWM
Drehzahlen 800 – 1500 U/min 1200 – 2800 U/min 800 – 1500 U/min
Förderleistung max. 104,3 m³/h max. 92,8 m³/h max. 95,7 m³/h
Intel Sockel 775 (Push-Pin) 775 (Push-Pin) 775 (Push-Pin)
AMD Sockel 939, AM2 (Klammer) 939, AM2 (Klammer) 939, AM2 (Klammer)
Preis (Feb. 08) 34,90 Euro [3] 24,90 Euro [4] 36,90 Euro [5]

Xigmatek Red Scorpion

Lieferumfang
Lieferumfang

Der Xigmatek HDT-RS1283 Red Scorpion kostet etwas über 30 Euro [2]. Dafür erhält der Käufer einen Komplettkühler inklusive PWM-LED-Lüfter, Montagezubehör für AMD und Intel, eine Montageanleitung, einen Stromkabel-Adapter sowie ein Tütchen Wärmeleitpaste und ein Luftleitblech.

Beim Kühlkörper selbst handelt es sich um eine überarbeitete Version des bereits vor Monaten in Augenschein genommenen HDT-S1283 [1]. Im Unterschied zum damaligen Modell kann der leichte 120-mm-Towerkühler nun eine einheitliche Silberglanzoptik aufweisen, die durch Vernickelung der Heatpipeoberflächen erzielt wurde. Nach wie vor kommen drei im Bereich der Wärmeaufnahme abgeflachte 8-mm-U-Heatpipes zum Einsatz. Die Qualität des Kühlers ist hervorragend und deutlich über jener der Vorserien angesiedelt.

Vernickelte Optik als neues Qualitätsmerkmal
Vernickelte Optik als neues Qualitätsmerkmal
PWM-LED-Lüfter mit maximal 1500 U/min
PWM-LED-Lüfter mit maximal 1500 U/min
Sehr leicht und schmal präsentiert sich der Kühlkörper
Sehr leicht und schmal präsentiert sich der Kühlkörper

Als Lüfter setzt Xigmatek beim Red Scorpion auf ein PWM-Modell mit vier weißen Rahmen-LEDs und transparent-roten Rotorblättern. Der Lüfter ist auf einen leisen Betrieb ausgelegt und dreht serienmäßig mit maximal 1500 U/min. Die Befestigung am Kühlkörper erfolgt Xigmatek-typisch über vier Gummiaufhänger, die am Lüfterrahmen und an den Kühlkörperlamellen eingefädelt werden, sodass eine weitgehend schwingungsentkoppelte Fixierung realisiert wird.

Montierung auf Intel Sockel 775 per Push-Pin
Montierung auf Intel Sockel 775 per Push-Pin
Achtung: Knapp 160 mm Kühlerhöhe passen nicht in jedes Gehäuse
Achtung: Knapp 160 mm Kühlerhöhe passen nicht in jedes Gehäuse
Extravagant: Rote Rotorblätter kombiniert mit weißen LEDs
Extravagant: Rote Rotorblätter kombiniert mit weißen LEDs

Der Kühler lässt sich auf allen gängign AMD- und Intel-Plattformen montieren (AM2 / 754 / 939 / 940 / 775). Für die AMD-Sockel kommt eine 2-Punkt-Klammer zum Einsatz, die leider keine freie Ausrichtung des Kühlers zulässt und für deren Anbringung kein Mainboardausbau von Nöten ist. Für den Intel Sockel 775 wird auf das Push-Pin-System vertraut: Der Ausbau der Hauptplatine ist ob des geringen Handlungsspielraumes im Gehäuse daher anzuraten. Aus Symmetriegründen kann der Kühler hier in allen vier Himmelsrichtungen positioniert werden. Interessenten sollten vor dem Kauf nachmessen, ob der Kühler mit seiner stattlichen Bauhöhe von 159 mm ohne Komplikationen ins Gehäuse passt.

Xigmatek HDT-SD964

Lieferumfang
Lieferumfang

Mit dem HDT-SD964 deckt Xigmatek auch das Verlangen nach einem kleinen 92-mm-Tower ab. Der Kühler kostet komplett nur knapp über 20 Euro [3] und wird mit allen Montageutensilien samt Wärmeleitpaste, Adapterkabel und Anleitung geliefert. Mit von der Partie sind insgesamt acht Gummi-Entkoppler, um zwei 92-mm-Lüfter am Kühlkörper anzubringen.

Der Kühler selbst ist lediglich eine Weiterentwicklung des bekannten HDT-S963 [6], mit dem Xigmatek im letzten Jahr auf die Erfolgsspur einbog. Neben qualitativen Verbesserungen kommen nun vier anstatt drei Heatpipes mit je 6 mm Durchmesser zum Einsatz. Außerdem resultiert aus der optionalen Doppellüfterbestückung eine weitere Symmetriesierung des Kühlkörperlayouts.

Einfaches Design ohne Schnickschnack
Einfaches Design ohne Schnickschnack
92-mm-Lüfter mit enormen Drehzahlspektrum
92-mm-Lüfter mit enormen Drehzahlspektrum
Vierfach HDT Boden
Vierfach HDT Boden

Der mitgelieferte 92-mm-Lüfter ist ein unspektakuläres Pendant der Firma ADDA. Er verfügt über einen 4-Pin-Anschluss und lässt sich per PWM in seiner Drehzahl steuern. Dabei gehört der Lüfter mit einer angegebenen Maximaldrehzahl von 2800 U/min nicht zu den Vertretern der leisen Zunft. Im Zweifelsfall vertritt man bei Xigmatek aber die Ansicht: Lieber einen leistungsstarken Lüfter verbauen, den man bei Bedarf noch herunter regeln kann, als einen zu schwachen Ventilator mitzuliefern. So überrascht uns der Fan mit einem enormen Regelspektrum bis 400 U/min bei 5 Volt Spannung.

Push-Pin-Montage für Intel, Klammer für AMD
Push-Pin-Montage für Intel, Klammer für AMD
Kompaktes Design ohne denkbare Inkompatibilitäten
Kompaktes Design ohne denkbare Inkompatibilitäten
Wärmeleitpastenabdruck nach Demontage
Wärmeleitpastenabdruck nach Demontage

Die Installation läuft analog zum Red Scorpion ab. Die Clips für AMD oder Intel werden einfach am Kühlkörper verschraubt. Kompatibilitätseinschränkungen sind aufgrund der moderaten Kühlerabmessungen nicht zu erwarten. Der Ausbau des Mainboards für die Intel-Push-Pin-Montage ist empfehlenswert.

Xigmatek HDT-D1284

Lieferumfang
Lieferumfang

Den Abschluss unseres Xigmatek-Dreiers bildet der HDT-D1284. Dabei handelt es sich um einen so genannten Top-Flow-Kühler, also einen Prozessorkühler mit oben aufgesetztem Lüfter, der in Richtung Mainboard bläst. Großer Vorteil dieser Bauweise gegenüber der Towerbauart ist die mitbelüftende Funktion für die zum Teil thermisch sensiblen Bauteile des Mainboards.

Der HDT-D1284 Crossbow Edition kostet etwa 35 Euro [4] und ist somit der preisintensivste Kühler des Dreigestirns. Sein Lieferumfang entspricht dem der anderen beiden Protagonisten und beinhaltet das übliche Montagematerial nebst Anleitung und Wärmeleitpaste.

120-mm-PWM-Lüfter inkl. Lüftergitter
120-mm-PWM-Lüfter inkl. Lüftergitter
Heatpipe-Quartett mit schwungvollem Verlauf
Heatpipe-Quartett mit schwungvollem Verlauf
Großzügiger Lamellenkörper – leider viel zu dünne Aluminiumlamellen
Großzügiger Lamellenkörper – leider viel zu dünne Aluminiumlamellen

Hauptbestandteil des D1284 ist das imposante 8-mm-Heatpipequartett, das mit unorthodoxem Schwung von der HDT-Wärmeaufnahme in den üppigen Aluminiumlamellenkühlkörper mündet. Im Gegensatz zu den beiden beschriebenen Towerkühlern besitzt der D1284 sehr dünne und anfällige Lamellen. Diese verbiegen enorm schnell, speziell beim Versuch, die Gummi-Lüfteraufhängungen einzufädeln. Erschwert wird dieser Vorgang durch die tiefe Lamelleneinbuchtung für die Lüfterfixierung.

Der verbaute Lüfter selbst entpuppt sich als weiterer Schwachpunkt. Seine Anlaufspannung liegt deutlich über 5 Volt und lässt somit nur bedingt einen Super-Silent-Betrieb zu. Zwar liegt die maximale Drehzahl bei etwa 1500 U/min, leichtes Brummen und Lagerschleifen trüben aber auch hier die gute Laune.

Montagerichtung wählbar
Montagerichtung wählbar
Inkompatibilitäten aufgrund der Höhe und des Heatpipeverlaufes minimiert
Inkompatibilitäten aufgrund der Höhe und des Heatpipeverlaufes minimiert
Gute Belüftung der Mainboardperipherie
Gute Belüftung der Mainboardperipherie

Zur Montage des Kühlers kommen wieder AMD-Klammer und Intel-Push-Pins zum Einsatz. Aufgrund des gespreizten Verlaufes der Heatpipes ist sowohl für Intel als auch für AMD die horizontale oder vertikale Montagerichtung realisierbar. Kompatibilitätseinschränkungen werden aufgrund hohen Lamellenkörpers minimiert. Der Ausbau der Hauptplatine aus Platzgründen ist zumindest auf Intel-Plattformen unumgänglich.

Testsystem

Heiz- und Herzstück unserer aktuellen Kühlertestplattform ist der mit einer spezifizierten Thermal Design Power (TDP) von 130 Watt ausgezeichnet skalierende Intel Core 2 Extreme QX6700, eine imposant leistungsfähige Quad-Core-CPU im 65-nm-Design, deren vier Kerne mit jeweils 2,66 GHz bei 1,35 Volt Kernspannung betrieben werden.

Als weitere Schlüsselkomponente unserer auf einen möglichst leisen Betrieb ausgelegten Komposition vertrauen wir beim Netzteil auf das Be-Quiet Straight-Power mit 600 Watt, das uns mit freundlicher Unterstützung von Be-Quiet [7] zur Verfügung gestellt wurde und beispielsweise bei Caseking [8] erhältlich ist. Den temperaturgeregelten, sehr leisen Serienlüfter des hocheffizienten Netzteiles tauschen wir aus Gründen des fairen Kühlervergleiches gegen einen mit konstant 800 U/min drehenden Scythe S-Flex, der den Papst F2GLL als Referenzlüfter im neuen System ablöst. Ein weiterer S-Flex werkelt auch rückseitig auf Höhe des Prozessorsockels ausblasend als einziger Gehäuselüfter im neuen Testgehäuse, dem Coolermaster Stacker 830, das uns zu diesem Zweck von Caseking [9] zur Verfügung gestellt wurde. Das Stacker 830 als meistverkauftes High-End-Gehäuse Europas bietet die Annehmlichkeiten einer weit verbreiteten Innenraumaufteilung, großzügigen Platzverhältnissen und durch den üppigen Gebrauch von lochblechernen Seitenwänden gute Belüftungs- und Luftansaugmöglichkeiten für die verschiedenen Testkühlerkonzepte. Alle weiteren Komponenten sind folgender Zusammenstellung zu entnehmen:

Großräumiges Testgehäuse mit vielen Lüftungsmöglichkeiten: Coolermaster Stacker 830
Großräumiges Testgehäuse mit vielen Lüftungsmöglichkeiten: Coolermaster Stacker 830
Hitzköpfige Infrastruktur: QX6700 Quadcore und Radeon X1900XTX
Hitzköpfige Infrastruktur: QX6700 Quadcore und Radeon X1900XTX

Scythe S-Flex SFF21D – unsere 120-mm-Lüfterreferenz mit 800 U/min
Scythe S-Flex SFF21D – unsere 120-mm-Lüfterreferenz mit 800 U/min
Testnetzteil: Be-Quiet Straight-Power mit 600 Watt
Testnetzteil: Be-Quiet Straight-Power mit 600 Watt

Testverfahren: Wir gönnen dem frisch gestarteten System zunächst eine einstündige Aufwärmphase, in der Futuremarks „Ice Storm Fighter“-Demo (eine speziell auf die Leistungsfähigkeit von Quad-Core-Systemen abgestimmte, berechnungstechnisch in Threads aufgeteilte Grafikdemo, die das gesamte System entsprechend aufheizt) zum Einsatz kommt. Daran schließt sich der eigentliche Hitzetest für den Prozessor an, wobei wir uns dazu des kleinen, aber feinen Tools Core2MaxPerf 1.0 [10] bedienen, um die CPU-Auslastung aller vier Kerne über eine weitere Stunde konstant maximal zu halten. Core2MaxPerf 1.0 hat sich im Test gegen einige andere, potentielle Auslastungstools wie etwa Prime95, Intels Thermal Analysis Tool oder S&M aufgrund der besonders intensiven thermischen Beanspruchung aller vier Kerne durchgesetzt. Zum Abschluss der Testdurchläufe gewähren wir jedem Kühler noch eine Leerlaufphase von einer halben Stunde. Während des gesamten Szenarios werden die Temperaturverläufe mit der Everest-Ultimate-Software dokumentiert und die Maxima von uns zur Bewertung herangezogen. Wir testen jeden Kühler zunächst im 12-Volt-Modus, danach im 5-Volt-Betrieb.

Im Volllastbetrieb der CPU verbraucht unser System etwa 270 Watt, während im Leerlauf noch eine Leistungsaufnahme von 155 Watt zu verbuchen ist.

Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.

Voltcraft Schallpegelmessgerät 320
Voltcraft Schallpegelmessgerät 320
Lüftergeräusche zum Reinhören: Samsons Q1U macht es möglich
Lüftergeräusche zum Reinhören: Samsons Q1U macht es möglich
Anemometer zur Bestimmung der Luftgeschwindigkeit
Anemometer zur Bestimmung der Luftgeschwindigkeit

Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.

Als neuen Service bieten wir außerdem ab sofort MP3-Hörproben der Kühlcombos in den jeweiligen Betriebsmodi (5 Volt / 12 Volt) an, da die gemessenen Schalldruckwerte nur für wenige Leser wirklich greif- und vorstellbar sind. Außerdem kann man mit Hilfe dieser Aufnahmen, die im Abstand von 5 cm zum Objekt erfolgen, den Charakter des jeweiligen Lüftergeräusches besser erfassen und einschätzen.

Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben.

Performancevergleich

In gewohnter Manier lassen wir die drei Xigmatek-Kühler gegen unsere Referenzen antreten. Dabei testen wir neben der Serienbelüftung die beiden 120-mm-Probanden auch mit unseren drei Vergleichslüftern. Diese Referenzlüfter sind wie folgt charakterisiert:

Scythe S-Flex Papst F2GLL Sharkoon Power
120-mm-Referenzlüfter mit niedriger Drehzahl: Scythe S-Flex SFF21D mit ~ 750 U/min
120-mm-Referenzlüfter mit niedriger Drehzahl: Scythe S-Flex SFF21D mit ~ 750 U/min
120-mm-Referenzlüfter mit mittlerer Drehzahl: Papst F2GLL mit ~ 1140 U/min
120-mm-Referenzlüfter mit mittlerer Drehzahl: Papst F2GLL mit ~ 1140 U/min
120-mm-Referenzlüfter mit hoher Drehzahl: Sharkoon Power mit ~ 2100 U/min
120-mm-Referenzlüfter mit hoher Drehzahl: Sharkoon Power mit ~ 2100 U/min
750 U/min (12 Volt) 1150 U/min (12 Volt) 2100 U/min (12 Volt)
v(max)Luft = 4,7 km/h v(max)Luft = 8,1 km/h v(max)Luft = 17,3 km/h
unhörbar minimal wahrnehmbar aufdringlich laut
< 30,4 dB(A) 31,5 dB(A) 49,3 dB(A)
mp3-Hörprobe mp3-Hörprobe mp3-Hörprobe
Download: Lüfterhörprobe als mp3-Datei [11] Download: Lüfterhörprobe als mp3-Datei [10] Download: Lüfterhörprobe als mp3-Datei [10]

Wieder von der Partie sind natürlich unsere Luftgeschwindigkeitsmessungen, die direkt am Lüfteraustritt gemessen werden. Mit ihrer Hilfe lassen sich Rückschlüsse auf das Fördervolumen respektive den generierten dynamischen Luftdruck schließen.

Hinsichtlich der verursachten Lautstärke zeigen unsere drei Testkühler verschiedene Eigenschaften. Zur genauen Einschätzung der Laufgeräuschcharaktere sind in diesem Zusammenhang natürlich unsere Hörproben [10] zu empfehlen, bei denen die Akustik der Kühlercombos im Betrieb aufgenommen wurde. Allen drei hier vorgestellten Xigmatek-Lüftern ist kein absolut nebengeräuschfreies Laufbild zu bescheinigen. Der LED-Lüfter des Red Scorpion ist zwar schon mit 12-Volt Betriebsspannung akzeptabel leise, agiert allerdings etwas brummig und untermalt seine Rotationen mit einem leichten und lästigen Rotorklappern. Der 92-mm-ADDA-Lüfter des SD964 hat bei voller Drehzahl (etwa 2600 U/min) mit starkem Luftumschlag zu kämpfen, weist allerdings ein enorm großes Drehzahlspektrum auf und dreht im 5-Volt-Modus nur noch mit etwa 420 U/min. Dabei fördert er zwar kaum noch Luft, ist aber bis auf ein leichtes Lagerschleifen so gut wie unhörbar. Enttäuschend präsentiert sich der 120-mm-Lüfter des HDT-D1284. Er zeigt bei vollen 1240 U/min bei akzeptabel leisem Grundpegel eine ebenfalls leicht brummige Tendenz. Überdies reichen ihm 5-Volt nicht zum Betrieb aus, weshalb wir auf diesen Test verzichten müssen.

Die gezeigte Kühlerperformance ist durchweg ordentlich. Der Red Scorpion ordnet sich im Mittelfeld unserer 120-mm-Towerriege ein. Dabei liegt er stets leicht hinter dem nahezu baugleichen S1283, was auf Fertigungs- respektive Messtoleranzen zurückzuführen ist. Weiterhin fällt auf, dass der Serienlüfter trotz der höheren Drehzahl und des höheren Betriebsgeräusches etwas schwächere Kühlleistungen erzeugt als unsere Papst-Referenz.

Der HDT-SD964 schlägt sich wacker und beweist, dass leistungsstarke Kühler nicht immer kinderkopfgroß sein müssen. Dabei agiert der 92-mm-Spross allerdings immer etwas lauter als seine gleichstarke 120-mm-Konkurrenz und skaliert sehr stark mit der Drehzahl. So kann es bei sehr niedrigen Drehzahlen und heißspornigen Prozessoren schon einmal kritisch werden. In unserem Fall war der HDT-SD964 bei 5 Volt und 420 U/min nicht mehr in der Lage, den Quad-Core-Prozessor ausreichend zu kühlen. Ab 1000 U/min aufwärts zeigte der 92-mm-Kühler aber gute Leistungen.

Der HDT-D1284 hält sich unterdessen stets am Ende unserer Charts auf. Sein Leistungsbild ist allerdings nicht gänzlich geklärt, denn untypisch für einen Top-Flow-Kühler skaliert er kaum mit höheren Drehzahlen. Mehrere Installationen und geänderte Montagerichtungen konnten an dieser Tatsache nichts ändern.

Vergleich mit Serienbelüftung [12 Volt / 5 Volt]

Kühlercombo
[Lüfter]
Drehzahl
[U/min]
v(Luft)
[km/h]
Last-Temp.
Kerne* [°C]
Lärm
[dB(A)]
Test
[Datum]
ZEROtherm Nirvana NV120
120mm: Serie
2450 (12V) 18,4 61,25 45,7 08.11.07 [12]
Zalman CNPS 9700
110mm: Serie
2250 (12V) n.a. 62,25 49,9 15.09.06 [13]
Enzotech Ultra-X
120mm: ADDA Serie
2200 (12V) n.a. 62,75 52,3 01.11.07 [14]
Noctua NH-U12P
120mm: Noctua NF-P12
1320 (12V) 9,7 63,25 35,6 01.02.08 [15]
Xigmatek HDT-SD964
92mm: ADDA AD0912HX
2640 (12V) 15,9 64,0 44,4 20.02.08
Enzotech Ultra-X
120mm: ADDA Serie
1100 (5V) n.a. 66,5 35,5 01.11.07 [13]
ZEROtherm Nirvana NV120
120mm: Serie
1030 (5V) 7,3 67,25 32,0 08.11.07 [11]
Xigmatek Red Scorpion
120mm: Xigmatek Serie LED
1280 (12V) 9,2 68,75 32,7 20.02.08
Zalman CNPS 9700
110mm: Serie
1250 (5V) n.a. 69,25 33,3 15.09.06 [12]
Zalman CNPS 9500
92mm: Serie
2250 (12V) n.a. 69,5 47,1 16.09.05 [16]
Scythe Ninja CU
120mm: Scythe Slip Stream
750 (12V) 5,0 70,75 <30,4 30.11.07 [17]
Scythe Orochi
140mm: Scythe SY1425SL12L
460 (12V) 3,0 71,0 <30,4 28.02.08 [18]
Scythe Zipang
140mm: Scythe DFS132512L
950 (12V) 6,1 71,75 31,9 10.02.08 [19]
Xigmatek HDT-SD964
92mm: ADDA AD0912HX
1170 (7V) n.a. 74,0 32,4 20.02.08
Noctua NH-U12P
120mm: Noctua NF-P12
550 (5V) 3,5 74,25 <30,4 01.02.08 [14]
Xigmatek HDT-D1284
120mm: AD1212DX
1240 (12V) 9,4 74,25 33,0 20.02.08
Zalman CNPS 9500
92mm: Serie
1400 (5V) n.a. 75,75 32,9 16.09.05 [15]
Scythe Orochi
140mm: Scythe SY1425SL12L
220 (5V) 0,5 77,0 <30,4 28.02.08 [17]
Scythe Ninja CU
120mm: Scythe Slip Stream
440 (5V) 2,1 79,75 <30,4 30.11.07 [16]
Xigmatek Red Scorpion
120mm: Xigmatek Serie LED
480 (5V) 2,7 84,5 30,7 20.02.08
Scythe Zipang
140mm: Scythe DFS132512L
450 (5V) 2,0 87,75 <30,4 10.02.08 [18]
Xigmatek HDT-SD964
92mm: ADDA AD0912HX
420 (5V) 1,6 > 100
Absturz
< 30,4 20.02.08

Kühlercharts mit Referenzlüftern

Kühlervergleich mit gleichen Lüftern

 Silent: Scythe S-Flex:
Scythe Orochi
68,75
Thermalright IFX-14
69,00
Scythe Ninja Cu
70,75
Noctua NH-U12P
71,25
Thermalright Ultra-120 eXtr.
72,25
Xigmatek HDT-S1283
72,50
Scythe Ninja Rev. A/B
73,00
Scythe Mugen
73,50
Xigmatek Red Scorpion
73,50
Scythe Zipang
74,00
Enzotech Ultra-X
74,25
Xigmatek HDT-D1284
76,50
Scythe Andy Samurai
80,00
 Normal: Papst F2GLL:
Thermalright IFX-14
65,50
Scythe Orochi
65,75
Noctua NH-U12P
66,75
Thermalright Ultra-120 eXtr.
67,00
Xigmatek HDT-S1283
67,25
Scythe Ninja Cu
67,75
Xigmatek Red Scorpion
68,00
Scythe Mugen
68,50
Scythe Zipang
69,25
Scythe Ninja Rev. A/B
69,50
Enzotech Ultra-X
69,50
Scythe Andy Samurai
71,75
Xigmatek HDT-D1284
73,50
 Power: Sharkoon Power:
Scythe Orochi
62,00
Thermalright IFX-14
62,25
Noctua NH-U12P
62,25
Thermalright Ultra-120 eXtr.
62,50
Xigmatek HDT-S1283
63,00
Scythe Ninja Cu
63,25
Scythe Mugen
63,75
Xigmatek Red Scorpion
64,00
Scythe Ninja Rev. A/B
66,00
Scythe Andy Samurai
66,25
Enzotech Ultra-X
66,50
Scythe Zipang
67,00
Xigmatek HDT-D1284
71,50
Angaben in °C

* Hierbei handelt es sich um das arithmetische Mittel der Kerntemperaturen der vier nativen Kerne unseres Testprozessors, die zur Generierung der Rangfolge in den Charts herangezogen werden.

Fazit

Xigmatek erweitert seine Produktlinie um drei neue HDT-Prozessorkühler, ohne dabei wirklich neue Performance-Akzente setzen zu können. Dafür bieten alle drei Probanden ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und eine ordentliche Qualität.

Den besten Eindruck hinterlässt der Red Scorpion. Der einfach gestrickte Towerkühler im 120-mm-Format erhält durch die vernickelte Optik einen ausgesprochen hochwertigen Touch und setzt sich überdies durch den verbauten LED-Lüfter vom Einheitslook der Mitbewerber ab. Leider ist der PWM-Lüfter nicht vollkommen supersilent-tauglich, dafür stimmt neben dem Preis auch die Leistung und die Kompatibilität der Combo. Der HDT-RS1283 Red Scorpion ist beispielsweise bei Caseking [2] zu erstehen.

Xigmatek HDT – die Qual der Wahl
Xigmatek HDT – die Qual der Wahl

Ebenfalls ordentlich präsentiert sich der HDT-SD964. Der unauffällige, vielleicht sogar etwas langweilig daher kommende Xigmatek-Mini ist ausreichend leistungsstark für die meisten CPUs des Marktes, verspricht eine leichte Montage und sogar optionale Dualbelüftung. Der Serienventilator verfügt ebenfalls über die PWM-Funktion, ist aber nicht der leiseste seiner Zunft. Für knapp 25 Euro [3] erhält der geneigte Anwender hier aber ein durchaus interessantes 92-mm-Exemplar.

Den Abschluss bildet der HDT-D1284, der insgesamt nicht so richtig zu überzeugen wusste. Die dünnen, anfälligen Lamellen und die Art der Lüfterbefestigung wollen nicht so ganz harmonieren, der verbaute Lüfter kann zwar auch leise agieren, ist aber leider nicht 5-Volt-tauglich. Dazu kommt eine Performance, die hinter jener der übrigen getesteten Top-Flow-Kühler liegt. Damit kann sich der Crossbow trotz schwungvoller Heatpipes und netter Optik beim Preis von über 35 Euro [4] leider keine Empfehlung einheimsen.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_xigmatek_battle-axe_vga-kuehler/
  2. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2007/test_xigmatek_hdt-s1283/
  3. http://www.caseking.de/shop/catalog/product_info.php?products_id=7606
  4. http://www.caseking.de/shop/catalog/product_info.php?products_id=7569
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