Einleitung
Seit Einzug der Heatpipes und der Etablierung des Tower-Designs für Prozessorkühler halten sich richtig spannende, leistungsstarke und durchsetzungsfähige Entwicklungen in diesem Bereich in überschaubaren Grenzen. Das Spitzenfeld der CPU-Kühler hat mittlerweile eine nahezu einheitliche technische wie materielle Umsetzung aufzubieten und ist in puncto Kühlleistung derart eng beisammen gerückt, dass nunmehr ergonomische Gesichtspunkte wie Lautstärke, Preisgestaltung und Extras in den ausschlaggebenden Vordergrund rücken.
Hin und wieder erblicken jedoch auch Kühllösungen das Licht der Welt, die sich von der tristen Einheitsaufmachung distanzieren können. So präsentiert Speicherspezialist Corsair, der sich bereits in der Vergangenheit immer wieder dem Thema Wasserkühlung widmete, mit der H50 einen unkomplizierten Flüssigkeitskühler mit CPU-Kühlerpumpe, 120-mm-Singleradiator und geschlossenem Liquidkreislauf, der sich im Einzeltest gegen die Luftkühl-Experten der Konkurrenz beweisen will.
Lieferumfang
Der Lieferumfang der Corsair H50 besteht neben der Kühleinheit inklusive CPU-Pumpe, Radiator und 120-mm-PWM-Lüfter vornehmlich aus den rückplattenbasierenden Befestigungsmaterialien für die unterstützten AMD- und Intel-Sockel. Die mehrsprachige Montageanleitung bietet Schwarz-Weiß-Bebilderung und knappe Anweisungen. Extra Wärmeleitpaste befindet sich derweil nicht im Paket – lediglich für den Ersteinsatz ist eine Portion hochwertiger Paste am Kupferboden voraufgebracht.
Technische Eckpunkte
- Corsair H50 Prozessorkühler auf Flüssigkeitsbasis
- CPU-Kühler
- Kombinierte Wärmeaufnahme, Ausgleichsbehälter und Pumpe
- Kupferbodenplatte (54 mm Durchmesser)
- Abmessungen: 57 x 72 mm (Höhe x Durchmesser)
- 3-Pin-Stromanschluss, 16 cm Kabellänge
- 120-mm-Single-Radiator
- Feine Aluminiumlamellen und Kapillare
- Abmessungen: 150 x 120 x 22 mm
- Beidseitige Lüfterbefestigungsoptionen
- ca. 30 cm Schlauchlänge, 8 mm Schlauchaußendurchmesser
- 120-mm-Belüftung
- maximal 1750 U/min
- PWM-Anschluss
- 29 cm Kabellänge
- Kompatibilität
- Intel Sockel 775, 1366 per Rückplattenverschraubung
- AMD Sockel AM2, AM3, 939 per Rückplattenverschraubung
- Herstellerhomepage [1]
- Aktueller Preis und Vertriebe [2]
Kühler im Detail
Der Corsair H50 ist eine unkomplizierte (da ab Werk befüllte), wartungsfreie und abgeschlossene Flüssigkeitskühllösung für den Prozessor, die im Gegensatz zu alternativen Wasserkühllösungen des Marktes nicht erweitert oder ausgebaut werden kann. Alle essentiellen Elemente sind bereits integriert. So vereint der CPU-Part neben der Wärmeaufnahme auch den Flüssigkeitsausgleich sowie die 12-Volt-DC-Pumpe, die auf eine Lebensdauer von 50.000 Stunden ausgelegt ist. Lediglich der Wärmetauscher wurde in Form eines 120-mm-Single-Radiators ausgelagert und kann flexibel im Gehäuse an entsprechend vorhandenen 120-mm-Lüfterpositionen platziert werden.




Corsair beschreitet mit der H50 keine Neuentwicklung, sondern stützt sich kooperativ auf das von Asetek bereits seit einiger Zeit angebotene LCLC-Kühlsystem [3] („Low Cost Liquid Cooling“), das allerdings bis dato nur dem OEM- und nicht dem Endkundenmarkt vorbehalten war und welches in seiner Grundform nahezu exakt der H50 entspricht, allerdings noch über eine Kühleinheit für den Grafikchip respektive den Multi-CPU-Einsatz verfügt. Das System ist darauf ausgelegt, flüssigkeitsbasierende Kühllösungen in einem vertretbaren Preisrahmen zwischen 50 und 70 Euro zu etablieren und im Leistungsbereich der besten Luftkühler zu agieren. Welches Kühlmedium dabei zum Einsatz kommt, ist nicht bekannt.




Qualitativ hinterlässt die Corsair H50 eine durchaus gute Figur. Das kompakte Pumpenelement ist in ein schwarzes Kunststoffkleid gehüllt und wirkt sehr robust konstruiert. Die kupferne Bodenplatte wurde herstellerseitig mit einer sehr viskosen Schicht Wärmeleitpaste versehen, ist weder gewölbt noch fein poliert. Der Aluminiumradiator weist eine saubere Lackierung und einheitliche Lamellierung auf. Die Kapillare verlaufen etwa im Einzentimeterabstand und sind typischerweise durch hauchdünne, wellenartig aufgebogene Leichtmetallfinnen verbunden. Der Einheitenabstand für die durchströmende Luft beträgt etwa 0,8 Millimeter. Verbindendes Element zwischen Pumpe und Radiator sind die beiden Wasserschläuche, welche durch ihre Kunststoffummantelung relativ unflexibel und widerspenstig sind. Mit einer Länge von knapp 30 Zentimetern wird ein ordentlicher Kompromiss eingegangen, um auch in Fulltowern eine entsprechend flexible Positionierung zu gewährleisten.
Montagebesonderheiten
Die Montage der Corsair H50 geschieht auf allen unterstützten Sockeln gleichermaßen in mehreren Etappen, wurde insgesamt aber recht einfach und clever gelöst. Zunächst muss bei ausgebautem Motherboard die entsprechende Rückplatte angebracht und von oben mit Hilfe der Federschraubenmodule leicht fixiert werden. Anschließend wird die Hauptplatine wieder im Gehäuse verbaut und der 120-mm-Lüfter inklusive Radiator mit der Gehäuserückwand verschraubt. Dabei ist, wie wir später sehen werden, darauf zu achten, dass einerseits die Zu- und Ablaufschläuche am Radiator nach unten hin ausgerichtet sind und andererseits der Radiatorlüfter einblasend und nicht gehäuselüfterüblich ausblasend montiert wird.
Ist dies geschehen, kann der Prozessorkühler auf die CPU gesetzt und durch Rechtsdreh am noch nicht vollständig angezogenen Haltemodul eingehangen werden. Abschließend fixiert man die Federschrauben bis zum Anschlag und verbindet sowohl die Stromversorgung für den Lüfter, als auch jene für die Pumpe mit den entsprechenden 3-Pin-Anschlüssen.




Angenehm fällt auf, dass bei einmal installiertem Haltemodul der CPU-Kühler ohne erneuten Motherboardausbau beliebig oft montiert respektive demontiert werden kann. Ferner resultiert aus der flexiblen Verlagerung des Radiators an die Gehäuserückwand ein enormer Platzvorteil im CPU-Bereich gegenüber anderen Kühlkonstruktionen. Somit sind immer alle Bauteile und Anschlüsse bequem erreichbar und Inkompatiblitäten nahezu ausgeschlossen.
Testsystem
Taktgeber unserer aktuellen, realen Messplattform ist Intels Core i7 920 „Bloomfield“ [4]. Die beliebte Quad-Core-CPU generiert im Standardmodus (2,66 GHz, 1,2 Volt V-Core) laut Datenblatt 130 Watt bei voller Auslastung und liegt damit auf dem Niveau unseres Vorgänger-Prozessors, dem Intel Core 2 Extreme QX6700 „Kentsfield“ (2,66 GHZ, 1,35 Volt V-Core). Als Hauptplatine kommt dazu passend Intels DX58SO „Smackover“ zum Einsatz, das wir ebenfalls bereits im Bericht [5] zum Intel Core i7 vorgestellt haben.



Als passendes Gehäuse für die Testzusammenstellung im geschlossenen, stehenden ATX-System stellt uns Caseking mit dem Silverstone TJ-09S [6] eine räumlich üppig dimensionierte Basis zur Verfügung. Neben dem großzügigen Platzangebot ist dabei vor allem die Position des Netzteils am Gehäuseboden entscheidend für faire Testbedingungen, da der Lüfter unseres 650-Watt starken Lian-Li-Silent-Force-Netzteils dort keine mitbelüftende Wirkung auf die Prozessorkühler entfalten kann. So arbeitet als einziger Gehäuselüfter mit dem Scythe-S-Flex 800 ein leises 120-mm-Modell rückseitig ausblasend und unterstützt die CPU-Kühlung in den aktiven sowie semipassiven Testmodi.
Damit sind die wichtigsten Eckpfeiler des Systems, das sich in der Gesamtübersicht wie folgt darstellt, zunächst umrissen:
- Intel Core i7 920 „Bloomfield“ (4 x 2,66 GHz)
- Intel DX58SO „Smackover“ Motherboard
- 3 x 2 GByte OCZ DDR3-1066 XTC Platinum
- Asus ATI Radeon X850 XT (gekühlt per Zalman VF-900Cu)
- Lian Li Silent Force 650 Netzteil (mit 140-mm-Belüftung)
- Silverstone TemJin-SST-TJ09S Gehäuse (Gehäuselüfter: Scythe S-Flex 800)
- Samsung SpinPoint F1 HD322HJ HDD
- Wärmeleitpaste: Arctic-Cooling MX-2
- Raumtemperatur: 23°C
Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.



Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers (der Lüfter wird von einem Passivnetzteil gespeist) im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich bis sehr deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.
Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben. Aus diesem Wert lassen sich Rückschlüsse über das vom Lüfter generierte Luftfördervolumen gewinnen.
Testsystem und -Modi
Um ein möglichst aussagekräftiges Bild über die Kühleigenschaften des Probanden zu erhalten, testen wir die jeweiligen Kühler in verschiedenen CPU-Modi, die aufgrund unterschiedlicher Taktraten und Arbeitsspannungen sowie Gehäusebelüftungsintensitäten mannigfaltige Aufgaben an die jeweiligen Produkte richten. Während beispielsweise im „Standardmodus“ die Ansprüche an einen Retailkühler noch relativ vertretbar sind, können nur wenige Top-Kühler den Anforderungen im „Performancemodus“ bei geringer Aktivdrehzahl standhalten. Ergänzt wird die Übersicht vom „Semipassivtest“, bei welchem der CPU-Lüfter deaktiviert und lediglich die Belüftungshilfe vom einzigen Gehäuselüfter bei verschiedenen Drehzahlen gewährleistet wird. Die einzelnen Testmodi stellen sich wie folgt dar:
| Modus | Standard | Performance | Passiv 1 | Passiv 2 |
|---|---|---|---|---|
| Belüftung | Aktiv | Aktiv | Semipassiv | Semipassiv |
| CPU Takt | 2,66 GHz | 3,4 GHz | 2,66 GHz | 2,66 GHz |
| V-Core (BIOS) | 1,2 V | 1,4 V | 1,0 V | 1,0 V |
| V-Core (Real) | 1,08 V | 1,35 V | 0,94 V | 0,94 V |
| Gehäuselüfter | 840 U/min | 840 U/min | 840 U/min | 510 U/min |
Abseits davon greifen wir, in Analogie zu unseren Prozessortests, zur Auslastung der CPU auf Prime95 [7] zurück, das in acht Instanzen des SmallFFT-Tests laufend zur höchsten Heizauslastung der Core i7-Test-CPU führt. Dabei geht jedem etwa halbstündigen Messlauf bis zum thermischen Gleichgewicht eine Aufwärmphase von 45 Minuten voraus. In diesen werden die Systemtemperaturen vom Diagnosetool Everest dokumentiert, wobei zur Bewertung das Mittel der Kerntemperaturmaxima über den gesamten Testlauf genutzt wird.
Lüfter und Lautstärke
Mit der Corsair H50 erspart sich der Anwender aufgrund der Nutzung des Gehäuse- als Radiatorlüfter zwar einen zweiten Ventilator, nicht allerdings eine zweite Lärmquelle, da auch die Pumpe mit wahrnehmbaren Laufgeräuschen aufwartet. Zunächst ist beim Einschalten des Kühlsystems leicht zu vernehmen, wie sich die Flüssigkeit in Bewegung setzt. Im Betrieb reduziert sich das emittierte Geräusch dann auf ein unterschwelliges Rattern der Pumpe. Wer sich daran stört, kann dieses durch Spannungsdimmung wirksam abschwächen, muss allerdings wie beim Drehzahlabsenken des Lüfters mit Leistungsverlusten rechnen. Allerdings ist auf diese Weise eine ideale Anpassungsmöglichkeit der H50 im Bezug auf Betriebsgeräusch und Performance gegeben.
Als Serienlüfter setzt Corsair auf ein 120-mm-Modell mit PWM-Funktion und einem unglaublich breiten Drehzahlspektrum. Maximal waren bei unserem Modell 1680 U/min, minimal überaus beachtliche 270 U/min zu erreichen. Als Anlaufdrehzahl stehen derweil etwa 450 U/min zu Buche. Bemerkenswert ist darüber hinaus das im Vergleich zu anderen Lüftern sehr niedrige Betriebsgeräusch des Serienventilators, das auch durch unsere Schalldruckmessungen belegt wird. Selbst bei Laufgeschwindigkeiten über der neuralgischen 1000-U/-min-Marke fallen nur geringe Luftverwirbelungen und Antriebsgeräusche auf. Unter dieser Schwelle überzeugt unser Modell durch nahezu nebengeräuschsfreien Betrieb – lediglich vertikal treten minimale Klackergeräusche auf, während das für den gedimmten Betrieb typische Rotorschleifen vollkommen ausbleibt. Unter etwa 700 U/min ist die Belüftung im Allgemeinen nicht mehr wahrnehmbar.
Als leichte Kehrseite der Medaille zeigt der Ventilator ein etwas schwächeres Geschwindigkeits-/Drehzahlverhalten als bisher getestete Modelle. Auf Basis dieser Luftgeschwindigkeiten lässt sich der Luftdurchsatz pro Stunde in Abhängigkeit von der Drehzahl abschätzen. Der Corsair-H50-Lüfter mit einem Außenradius von lediglich 5,5 cm und einem Rotorradius von 2,2 cm besitzt somit eine Durchstromfläche von etwa 79,8 cm². Daraus ergebe sich bei maximaler Drehzahl von 1680 U/min und den gemessenen 12,7 km/h Luftgeschwindigkeit (angenommen, diese sei homogen über die Querschnittsfläche) ein abgeschätzter Luftdurchsatz von 101,4 m³/h (Der Lüfter des CoGaGe True Spirit erreicht bei gleicher Drehzahl etwa 132 m³/h, also knapp ein Drittel mehr).
Ungenauigkeiten in den Diagrammen dieser Seite ergeben sich, neben den normalen Messtoleranzen, vorrangig aus nicht exakt einstellbaren Lüfterdrehzahlen (Toleranz +/- 30 U/min).
Performancevergleich
Traditionell nutzen wir zur Leistungsbewertung unserer Test-Probanden Referenzlüfter verschiedener Leistungsklassen, um die Rohperformance der Kühler bei vergleichbaren Bedingungen und Belüftungen gegenüberzustellen. Für CPU-Kühler im 120-mm-Format kommen folgende drei Referenzlüfter zum Einsatz.
| Scythe S-Flex „D“ | Noctua NF-P12 | Scythe S-Flex „G“ |
|---|---|---|
| 120 mm | 120 mm | 120 mm |
| 840 U/min (12 Volt) | 1380 U/min (12 Volt) | 1860 U/min (12 Volt) |
| v(Luft) = 4,7 km/h | v(Luft) = 8,1 km/h | v(Luft) = 17,3 km/h |
| 51,6 m³/h* | 98,1 m³/h* | 147,1 m³/h* |
| minimal wahrnehmbar | akzeptabel | starkes Rauschen |
| < 30,4 dB(A)** | 37,0 dB(A)** | 45,4 dB(A)** |
| < 30,4 dB(A)*** | 33,9 dB(A)*** | 41,1 dB(A)*** |
| * aus Lüfterbauweise und v(Luft) errechnet, ** frei stehend gemessen, *** liegend auf Scythe Orochi gemessen |
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Allgemeine Leistungshinweise
Wie wir bereits im Abschnitt Montagehinweise angerissen haben, gibt es bei der Corsair H50 durchaus leistungssensible Installationsoptionen, deren Vor- und Nachteile wir in diesem Abschnitt kurz anreißen möchten, bevor es an die vergleichende Bewertung des Kühlers geht. Insgesamt stehen dabei folgende vier Konfigurationen zur Debatte, die sich in den Gehäuserückwand-montierten Versionen eins bis drei in der Position der Schläuche am Radiator und der Blasrichtung des Radiatorlüfters unterscheiden, während die Version vier die einblasend belüftete Radiatorinstallation an der Gehäuseoberseite mit zusätzlich ausblasendem Gehäuselüfter an der Rückwand darstellt. Als Lüfter kommen dabei die Scythe S-Flex 800 zum Einsatz.
- Option 1:
Radiator an Gehäuserückwand, Radiatorlüfter einblasend, Schläuche unten, kein Gehäuselüfter - Option 2:
Radiator an Gehäuserückwand, Radiatorlüfter einblasend, Schläuche oben, kein Gehäuselüfter - Option 3:
Radiator an Gehäuserückwand, Radiatorlüfter ausblasend, Schläuche unten, kein Gehäuselüfter - Option 4:
Radiator an Gehäuseoberseite, Radiatorlüfter einblasend, ausblasender Gehäuselüfter an Rückwand
| CPU-Kerne /°C | Gehäusetemp /°C | Mobotemp /°C | GPU-Umgebung /°C | |
|---|---|---|---|---|
| Option 1 | 58,25 | 36 | 58 | 50 |
| Option 2 | 59 | 36,1 | 58 | 50 |
| Option 3 | 68,25 | 31,5 | 58 | 47 |
| Option 4 | 57,5 | 33,9 | 50 | 48 |
Den Messwerten ist zu entnehmen, dass der Radiatorlüfter unbedingt einblasend, also die Lamellen mit frischer Außenluft versorgend, montiert werde sollte, um keine deutlichen Leistungsverluste zu erhalten. Allerdings muss man dann mit deutlich höheren Lufttemperaturen im Gehäuseinneren rechnen, da, wenn das Netzteil wie in unserem Fall am Gehäuseboden sitzt, keine gezielte Entlüftung mehr stattfindet. Sofern es das Gehäuse zulässt, ist allerdings auch die Positionierung des Radiators an der Gehäuseoberseite einhergehend mit zusätzlicher Casebelüftung interessant.
Option 1 ist jene, die von Corsair empfohlen und auch für unsere folgenden Vergleichstests genutzt wird. Dabei ist im Vergleich zu den getesteten Luftkühlern zu beachten, dass bei Corsair H50 Gehäuselüfter und CPU-Lüfter zusammenfallen und bei einblasendem Radiatorlüfter keine weitere Chassisentlüftung erzeugt wird. Dieser Umstand wirkt sich, wie aufgezeigt, negativ auf die Temperaturen der übrigen Kernkomponenten im Gehäuse und auch maßgeblich auf die Gehäuseinnentemperatur aus, weshalb eine Bewertung nur aufgrund der erhaltenen Prozessortemperaturen im Falle der Corsair H50 nur der halben Wahrheit entspricht.
Referenzbelüftung
Standardmodus mit Referenzlüftern
Angaben in °C
|
Performancemodus mit Referenzlüftern
Angaben in °C
|
Die Leistung der Corsair H50 mit unseren Referenzlüftern ist mehr als ordentlich und in jedem Modus auf dem Niveau der absoluten Luftkühlspitze angesiedelt. Zum Teil kann sogar der Megahalems gefährdet werden.
Serienbelüftung
Mit Serienbelüftung kann der Corsair H50 nicht ganz die Top-Platzierungen halten und muss sich der Konkurrenz bei gleicher Drehzahl bisweilen leicht geschlagen geben. Hierbei macht sich augenscheinlich der schwächere Luftdurchsatz der Serienbelüftung bei gleicher Drehzahl bemerkbar, der allerdings durch das geringere Betriebsgeräusch wettgemacht wird. Aufgrund der engen Lamellierung des Radiators zeigt der H50 die besten Eigenschaften bei wachsender Drehzahl. Ab etwa 700 U/min kann man mit der All-in-One-Kühllösung sehr gute Resultate erzielen, darunter fällt die Performance sehr deutlich ab.
Fazit
Mit der H50 bereichert Speicherspezialist Corsair in Zusammenarbeit mit Asetek den Endkundenmarkt für Prozessorkühler um eine interessante, unkomplizierte sowie wartungsfreie Kühllösung auf Flüssigkeitsbasis, die speziell Anwender ansprechen soll, denen herkömmliche Luftkühler zu konventionell, umfangreiche Wasserkühlsysteme dagegen zu teuer und aufwändig sind. Glanzpunkte setzt der H50 dabei vornehmlich durch seine sehr gute Prozessorkühlleistung auf Niveau der Top-Produkte des Luftkühlsegments, durch den sehr leisen Serienlüfter mit atemberaubendem Drehzahlspektrum und nahezu nebengeräuschfreien Laufeigenschaften sowie durch das durchdachte Montagesystem und die ordentliche Gesamtqualität. Auch die Flexibilität bei den möglichen Installationsformen und der Platzvorteil im Gehäuseinneren sprechen für den H50 im Vergleich zu einem 120-mm-Towerluftkühler.
Allerdings hat auch der Corsair H50 mit einigen Schwächen zu kämpfen. Konzeptbedingt sind dabei zunächst die negativen Auswirkungen auf die Gehäuseinnen- und Komponententemperaturen zu nennen, die durch den einblasend montierten Radiatorlüfter bei gleichzeitigem Wegfall der Gehäusentlüftung entstehen. Hier kann bei entsprechend gestaltetem Chassis natürlich Abhilfe durch Anbringung eines weiteren Gehäuselüfters geschaffen werden. Ferner entsteht durch die mechanisch arbeitende Flüssigkeitspumpe nicht nur eine weitere Lärmquelle im PC, sondern auch ein anfälliges Bauteil für eventuelle Ausfälle. Abschließend sollte noch der im Vergleich zu anderen Modellen der 120-mm-Zunft etwas schwächere Luftdurchsatz des Serienlüfters bei gleicher Drehzahl genannt werden, der allerdings durch das spürbar geringere Arbeitsgeräusch wieder ausgeglichen wird.
Insgesamt hinterlässt das Gesamtpaket der Corsair H50 eine sehr gute Figur im Test. Auch wenn Freunde des absolut lautlosen PCs durch die leichten Pumpengeräusche und die abfallende Leistungscharakteristik unter 700 U/min im H50 keinen Geheimtipp finden werden, stellt er in unseren Augen mit einem Anschaffungspreis von etwa 65 Euro [1] eine gelungene Alternative zur derzeit fast einheitlich aufgestellten Luftkühlkonkurrenz dar und ist uns in diesem Sinne eine Empfehlung wert.
Nützliche Links
- Corsair-Herstellerhomepage [8]
- ComputerBase-Kühlertestsystem vorgestellt [9]
- Preisvergleich und Kundenmeinungen [1]
Weitere Empfehlungen
- Towerkühler
- EKL Alpenföhn Brocken [10] (sehr hohe Performance, inkl. Lüfter, vergleichsweise günstig)
- Xigmatek Thors Hammer [11] (sehr hohe Leistung, lüfterlose Lieferung, vielseitig einsetzbar)
- Scythe Mugen 2 [12] (sehr hohe Leistung, vielseitig einsetzbar, sehr groß)
- Noctua NH-U12P [13] (hohe Leistung, super Gesamtpaket, leise, etwas teuer)
- Thermaltake V14 Pro [14] (hohe Leistung, extravagantes Design, vollkupfern, teuer, Lüfter nicht wechselbar)
- Thermolab Baram [15] (hohe Kühlleistung, flexibel einsetzbar, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar)
- Top-Blow-Kühler
- Enzotech Ultra-X [16] (hohe Leistung als Top-Blow-Kühler, sichere Montage, etwas laut, teuer)
- Noctua NH-C12P [17] (hohe Leistung als Top-Blow-Kühler, super Gesamtpaket, etwas teuer)
- AVC Black Samurai [18] (hohe Leistung, LGA 1366 Support, mühsame Montage)









