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Test: Ikonik Ra X10 Liquid

von Arne Müller

Einleitung

Das Ra X10 Liquid ist bereits das zweite Gehäuse aus dem Portfolio von Ikonik, welches sich bei uns zum Test eingefunden hat. Nachdem das Mittelklassegehäuse Zaria A20 SIM im letzten Jahr einen eher gemischten Eindruck hinterlassen [1] hat, bekommt nun ein anderes Modell die Gelegenheit, uns zu überzeugen. Dafür haben wir kein geringeres als das Spitzenmodell des gesamten Portfolios ausgesucht, welches neben Design und Größe vor allem mit einer integrierten Wasserkühlung aufwartet und somit besonders interessant ist. Neben dem Wasserkühlungssystem verfügt das Gehäuse wie die nächstgünstigere Variante Ra X10 SIM über das sogenannte SIM-Modul, im Wesentlichen eine integrierte Lüftersteuerung, die per Software bedient wird. Da gerade diese im Zaria A20 SIM für Probleme gesorgt hatte, liegt unser besonderes Augenmerk erneut auf diesem Ausstattungsmerkmal.

Neben dem wassergekühlten Spitzenmodell gibt es das Ra X10 auch als „SIM“- und als „Smooth“-Variante. Das SIM ist – wie der Name schon sagt – ebenso mit dem SIM-Modul ausgestattet, es wurde „nur“ die Wasserkühlung weggelassen. Beim Ra X10 Smooth wurde neben dem SIM-Modul auch die Mehrzahl der Lüfter weggelassen und dementsprechend auf Öffnungen in den Seitenwänden verzichtet, worauf der Name wohl abzielt.

Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10

An dieser Stelle geht unser Dank an den Hersteller Ikonik Technology für die Bereitstellung des Samples.

Lieferumfang und Daten

Die technischen Daten des Gehäuses im kompakten Überblick:

In Sachen Ausstattung hat das Ra X10 Liquid anderen Gehäusen naturgemäß einiges voraus – der Mehrwert einer Wasserkühlung dürfte kaum zu überschätzen sein. Auch abseits dieses sehr offensichtlichen Bonus' hat das Gehäuse mit der integrierten Lüftersteuerung, umfangreichem Befestigungsmaterial, kurzem und ausführlichem Handbuch, Temperaturfühlern und weitgehend schraubenlosen Montagemöglichkeiten einiges zu bieten. Ein besonderes Schmankerl sind – wie beim kleinen Bruder Zaria A20 – die mitgelieferten Acrylglasscheiben, mit denen man je nach Geschmack die vorinstallierten schwarzen Metallgitter in der linken Seitenwand ersetzen kann.

Auf diesem Gebiet wird es für die Konkurrenz schwer, Ikonik etwas vorzumachen.

Ikonik Ra X10 – Lieferumfang
Ikonik Ra X10 – Lieferumfang

Ausstattung außen

Das auffälligste Merkmal des Ra X10 sind sicherlich die geschliffenen Kanten in der Frontblende, die in starkem Kontrast mit den restlichen Oberflächen stehen. Sowohl der schwertförmige Ausschnitt in der Frontblende als auch beide Kanten beim Übergang zwischen unterer Front und Frontblende sind so behandelt und lassen zusammen mit dem dicken, gebürsteten Aluminium der Front einen Eindruck von Hochwertigkeit entstehen. Aus gebürstetem Aluminium bestehen auch die Seitenwände, auch wenn die Einfassungen des Gitters bzw. der Acrylglasscheiben links und der Lüfterbatterien rechts schnell als Kunststoff erkannt werden und nicht so recht zum Aluminium passen. Gleiches gilt auch für den gut verarbeiteten Gehäusedeckel, der aus mattem Aluminium besteht – allerdings eingefasst in einen Kunststoffunterbau, dessen Oberfläche etwas an das geschäumte Innere eines Fahrradhelms erinnert. Das gleiche Bild bietet sich hinter der Frontblende, auch hier sind die 5,25"-Blenden aus hochglänzendem Kunststoff von diesem merkwürdig texturierten Kunststoff eingefasst. Auch der abnehmbare untere Teil der Front besteht aus einem Plastikunterbau, der allerdings vollständig hinter Frontaluminium und Metallgitter verborgen bleibt. Insgesamt bietet das Ra X10 Liquid einen bunten Mix aus verschiedenen Oberflächen, der natürlich an die Homogenität eines Lian Li oder Silverstone nicht herankommt und sicher nicht jedem gefällt.

Die Aufhängung der Frontklappe ist komplett aus Metall gearbeitet und daher sehr stabil, die gegenüber integrierten Magnete sorgen dafür, dass die Tür auch zu bleibt wenn sie zu bleiben soll. Leider wurde nicht daran gedacht, eine Möglichkeit zum Wechseln der Scharnierseite zu integrieren. sodass die Tür immer rechts angeschlagen bleibt. Direkt über der Frontblende findet man eine Besonderheit der wassergekühlten Version dieses Gehäuses, den Flow-Indikator. Dieser ist im Betrieb beleuchtet und zeigt durch ein kleines transparentes Bullauge ein Flügelrad, welches sich im Betrieb besser drehen sollte – steht es still, ist die Pumpe ausgefallen, ausgeschaltet oder der Wasserkreislauf blockiert, was alles ähnlich fatal für die zu kühlende Hardware ist.

Vorne im Deckel sind ohne Klappe oder sonstiges Beiwerk die zahlreichen Anschlüsse integriert, mit Firewire, Audio, 4x USB und 2x E-SATA sollten alle Bedürfnisse hier ausreichend abgedeckt sein. Rechts daneben gibt es einen blau beleuchteten Power-Taster, links neben den Ports ist eine sehr helle blaue LED zuständig für die Anzeige der Festplattenaktivität. Einen Reset-Taster gibt es nicht. Sowohl an der rechten Seitenwand als auch an der Rückseite fällt schnell die heutzutage eher unübliche Verwendung von 80-mm-Lüftern auf, von denen hinten zwei und seitlich sogar zwei Batterien zu je vier Lüftern integriert sind – allesamt geregelt und wie alle Lüfter im Ra X10 Liquid blau beleuchtet. Nutzer der günstigsten Variante Ra X10 Smooth müssen übrigens auf die Beleuchtung verzichten, dort kommen schwarze Standardlüfter zum Einsatz. Interessant sind auch die Verriegelungsmöglichkeiten der Seitenwände – sie können auf beiden Seiten sowohl verschraubt, per Knopfdruck entriegelt und auch beidseitig verschlossen werden – allerdings mit den seit Jahrzehnten bekannten Standard-PC-Schlüsseln.

Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10 – Frontklappe
Ikonik Ra X10 – Frontklappe
Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10 – rechte Seite
Ikonik Ra X10 – rechte Seite
Ikonik Ra X10 – linke Seite
Ikonik Ra X10 – linke Seite
Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10
Ikonik Ra X10 – Verriegelung
Ikonik Ra X10 – Verriegelung
Ikonik Ra X10 – Frontdetail
Ikonik Ra X10 – Frontdetail
Ikonik Ra X10 – Frontdetail
Ikonik Ra X10 – Frontdetail
Ikonik Ra X10 – Portkit
Ikonik Ra X10 – Portkit
Ikonik Ra X10 – Portkit
Ikonik Ra X10 – Portkit
Ikonik Ra X10 – Seitenwand
Ikonik Ra X10 – Seitenwand

Ausstattung innen

Obwohl der Innenraum des Ra X10 Liquid recht voluminös ist, ist doch scheinbar etwas weniger Platz vorhanden als in anderen Gehäusen ähnlicher Größe. Das liegt vor allem an der Pumpe im Aluminiumgehäuse, die neben einem zweiten Festplattenkäfig am Boden befestigt ist, sowie an den bereits vormontierten Schläuchen, die zum Kühler führen. Dieser ist im Werkszustand zusammen mit der LGA-775-Backplate am Mainboardtray verschraubt. Apropos: Letzteren kann man zwecks einfacher Mainboardmontage herausnehmen, wenn man in der rechten oberen Ecke eine Rändelschraube löst – ein Detail, welches das Hantieren mit Mainboard, Abstandshaltern und IO-Blende doch stark erleichtert. Über und unter dem Tray ist jeweils ein Radiator eingebaut, die jeweils von vier 80-mm-Lüftern be- und entlüftet werden. Ebenfalls herausnehmbar und mit Rändelschrauben gesichert sind neben dem Tray auch die Pumpe und die beiden Festplattenkäfige, die also beispielsweise zur Unterbringung eines zusätzlichen Radiators einfach ausgebaut werden können.

Hinter dem abnehmbaren unteren Teil der Front befinden sich zwei herausnehmbare Staubfilter für die einsaugenden 120-mm-Lüfter – die einzigen Filter im Gehäuse, obwohl die untere 80-mm-Batterie ebenfalls einsaugend montiert ist. Direkt hinter den dazugehörigen Lüftern gibt es den großen Käfig für sechs Festplatten, welche zwischen entkoppelte Kunststoffschienen gesteckt und dann in den Käfig geschoben werden. Im 5,25"-Käfig darüber werden Geräte per Knopfdruck fixiert, eine Verschraubung ist leider nur auf der linken Seite möglich. An der rechten Seite hängt, verborgen von einer schwarzen Aluminiumblende, die SIM-Platine sowie die beiden beeindruckenden und recht sauber verlegten Kabelbäume vom SIM-Modul und von den Bedienelementen im Deckel. Sauber verlegt sind auch die Kabel zur Pumpe und zu den restlichen Lüftern, die auch alle vorbildlich mittels drei-Pin-Anschlüssen und separater Stromversorgung für die Beleuchtung verbunden sind.

Zur Verstärkung des Aluminiumkorpus laufen links eine und rechts zwei Querstreben aus zwei Millimeter starkem Aluminium durch das Gehäuse. Auf dieser liegt, unten und an der Rückwand gepolstert von Schaumstoffauflagen, das Netzteil auf, welches klassischerweise in der hinteren oberen Ecke untergebracht ist. Durch die Eignung für E-ATX-Platinen eignet sich das Ra X10 Liquid für die Montage jeder erdenklichen High-End-Grafikkarte, selbst mit nach hinten weisenden Stromanschlüssen bleibt hier immer noch eine Menge Luft zum Festplattenkäfig. Ähnlich großzügig sind die Platzverhältnisse auch zwischen Board und Seitenwand, sollte der geneigte Käufer wider erwarten einen Luftkühler auf seine CPU schrauben wollen – 185 Millimeter zwischen CPU-Sockel und Seitenwand sind hier das von den allermeisten Kühlern deutlich unterbotene Maximum.

Ikonik Ra X10 – Innenraum vorn
Ikonik Ra X10 – Innenraum vorn
Ikonik Ra X10 – Innenraum
Ikonik Ra X10 – Innenraum
Ikonik Ra X10 – Innenraum hinten
Ikonik Ra X10 – Innenraum hinten
Ikonik Ra X10 – Innenraum
Ikonik Ra X10 – Innenraum
Ikonik Ra X10 – Innenraum
Ikonik Ra X10 – Innenraum
Ikonik Ra X10 – Festplattenkäfig
Ikonik Ra X10 – Festplattenkäfig
Ikonik Ra X10 – Erweiterungsslots
Ikonik Ra X10 – Erweiterungsslots
IIkonik Ra X10 – Laufwerksverriegelungen
IIkonik Ra X10 – Laufwerksverriegelungen
Ikonik Ra X10 – Verkabelung
Ikonik Ra X10 – Verkabelung
Ikonik Ra X10 – Verkabelung
Ikonik Ra X10 – Verkabelung
Ikonik Ra X10 – Boden
Ikonik Ra X10 – Boden
Ikonik Ra X10 – Pumpe
Ikonik Ra X10 – Pumpe
Ikonik Ra X10 – Radiatordetail
Ikonik Ra X10 – Radiatordetail
Ikonik Ra X10 – Schnellverschluss
Ikonik Ra X10 – Schnellverschluss
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler

Erfahrungen

Dank herausnehmbarem Mainboardträger, weitestgehend werkzeugfreier Montage der meisten Komponenten und Kleinigkeiten wie den 5,25"-Blenden, die einfach durch einen leichten Druck auf die linke Seite entriegelbar sind, verlief die Montage des Testsystems so schnell und einwandfrei wie man es sich nur wünschen kann. Auch die Montage des Wasserkühlers ist schnell getan, für unser AMD-System muss nur mit vier kleinen Schrauben die AMD-Halteklammer am Kühler montiert und dann am Retention-Modul befestigt werden – das wars. Bei Intels LGA 775 muss die mitgelieferte Rückplatte benutzt und der Kühler damit auf dem Board verschraubt werden, was allerdings auch nur wenige Minuten dauert. Danach muss nur noch der Ausgleichsbehälter, der sich wie die Pumpe in dem Aluminiumkasten am Gehäuseboden befindet, mit dem blauen Kühlmittel befüllt werden, und schon kann es losgehen. Das Kühlmittel hat in den Schläuchen einen Blaugrün-Farbton, der nahezu perfekt den Farbton von Gigabyte-Mainboards trifft. Die Verschlauchung der Wasserkühlung beruht nicht auf metrischen, sondern auf imperialen Maßen: Die Schläuche haben 3/8" Innen- und 1/2" Außendurchmesser, was etwa 9,5 beziehungsweise 12,7 Millimetern entspricht. Hierzulande ist die nächste gebräuchliche und auch passende Größe Schlauch mit 10 bzw. 13 Millimetern, obwohl vereinzelt auch Schläuche mit den exakten Zollmaßen erhältlich sind.

Ikonik Ra X10 – Fenster
Ikonik Ra X10 – Fenster
Ikonik Ra X10 – Testsystem
Ikonik Ra X10 – Testsystem
Ikonik Ra X10 – Testsystem
Ikonik Ra X10 – Testsystem
Ikonik Ra X10 – Testsystem
Ikonik Ra X10 – Testsystem
Ikonik Ra X10 – Mainboardtray
Ikonik Ra X10 – Mainboardtray
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – CPU-Kühler
Ikonik Ra X10 – Standfuß
Ikonik Ra X10 – Standfuß
Ikonik Ra X10 – Standfuß
Ikonik Ra X10 – Standfuß
Ikonik Ra X10 – Beleuchtung
Ikonik Ra X10 – Beleuchtung
Ikonik Ra X10 – Lüfterbeleuchtung
Ikonik Ra X10 – Lüfterbeleuchtung

Ikonik Ra X10 – Frontblenden
Ikonik Ra X10 – Frontblenden
Ikonik Ra X10 – Seitenwand
Ikonik Ra X10 – Seitenwand

So weit, so gut: Nach den Erfahrungen mit der SIM-Steuerung des Zaria A20 waren wir auf das diesbezügliche Verhalten des Ra X10 besonders gespannt, und nach dem ersten Einschalten war klar: Viel hat sich hier nicht geändert. Die Steuerung schaltet beim Systemstart weiterhin alle Lüfterkanäle immer wieder weitgehend zufällig an und ab, was bei voller Drehzahl der Lüfter einerseits laut und andererseits aufgrund der unregelmäßigen Wiederholungen sehr nervig ist. Das geht so lange, bis die SIM-Software unter Windows erstmalig installiert wurde. Danach wiederholt sich dies bei jedem Systemstart, allerdings übernimmt die SIM-Platine dann „schon“ beim Login-Bildschirm von Windows die zuletzt eingestellten Werte und fährt die Lüfter gegebenenfalls auf eine konstante niedrigere Drehzahl herunter. Das Gefährliche daran ist, dass davon auch der Kanal Nummer fünf betroffen ist, an dem die Pumpe hängt – und ein Stehenbleiben der Pumpe kann schon bei wenigen Minuten gefährlich für die CPU werden, vor allem wenn es sich dabei um einen hitzigen Quad-Core handelt. Vor allem bei der Windows-Installation ist es daher wichtig, die Lüfter und vor allem die Pumpe im Auge zu behalten – oder sich zumindest in der Nähe aufzuhalten, denn die Lautstärke des Wasserkühlungssystems ist der nächste Faux-Pas. Die Lautstärke der Pumpe selbst ist, im Gegensatz zu den Lüftern bei voller Spannung, noch im Rahmen des Erträglichen – allerdings ist die Lagerung des Flow-Indikators minderwertig, sodass man von selbigem ein permanentes Klackern und Rattern hört, sobald die Pumpe höhere Drehzahlen erreicht. Wenn sie allerdings bei sieben Volt Spannung betrieben wird, ist von der Lagerung kein Störgeräusch zu vernehmen.

Kommen wir zur SIM-Software selbst, hier hat sich optisch seit dem Zaria A20 nicht viel getan – Es existiert eine Startseite, auf der die Lüfterdrehzahlen, Temperaturen, der Wasserstand sowie ein Schalter für die Beleuchtung zu sehen sind, sowie je eine Steuerungsseite für die Lüfter und für die Alarme. Prinzipiell kann man für jeden der sechs Kanäle ein unterschiedliches Verhalten einstellen – Abgeschaltet, volle Spannung von 12 Volt sowie zwei temperaturgeregelte Modi. Bei einem wird der Lüfter je nach Temperatur zwischen sieben und zwölf Volt geregelt, beim anderen bleibt er bis zum Überschreiten einer bestimmten Temperatur ganz aus – für jeden der beiden Modi gibt es zwei Steuerkurven mit unterschiedlichen Auslösetemperaturen. Die Kanäle können beliebig in Abhängigkeit von jedem der sechs Temperaturfühler gesetzt werden – zumindest theoretisch. In der Praxis machte uns ein seltsamer Fehler der Software das Leben schwer, der laut Hersteller ein Einzelfall und bisher nur bei uns aufgetreten ist. Erstaunlicherweise verhielt sich die Software von Anfang an so, als handelte es sich um das SIM-Modul eines Zaria-Gehäuses, welches nur über vier Kanäle verfügt – unabhängig davon, welche Gehäusevariante in der Software ausgewählt war. Wir haben keinen Weg gefunden, das auf unserem Testsystem zu beheben, einzig auf einem komplett anderen System, allerdings ebenfalls mit Vista 64-Bit, funktionierte ein Workaround – nach dem Starten von mehreren Instanzen der SIM-Software bei abgesteckter SIM-Platine und dem darauf folgenden Verbinden der Platine erschienen plötzlich die zwei fehlenden Kanäle in einigen dieser Instanzen, wodurch der Kanal der Pumpe überhaupt erst regelbar wird. Schlussendlich bekamen wir von Ikonik eine Anleitung, wie man das SIM-Modul von vier auf sechs Kanäle „freischalten“, was dann tatsächlich auch zuverlässig funktioniert hat. Wir wurden zwar gebeten, diese nicht zu veröffentlichen, die Vorgehensweise kann aber unter service@ikonik.com erfragt werden.

Insgesamt erscheint uns die SIM-Software keine allzu gute Alternative zu einer Hardware-Lüftersteuerung zu sein, die für einen unteren zweistelligen Eurobetrag den geneigten Käufer von allen Sorgen hinsichtlich Pumpenversagens oder störender Lüftergeräusche befreit. Ein weiterer Bonus ist die bessere Regelbarkeit der meisten Lüftersteuerungen, sie bieten im Gegensatz zur SIM-Software meistens auch Spannungen unter sieben Volt an, einige sogar deutlich unter fünf Volt.

Ikonik SIM-Software – getrennt
Ikonik SIM-Software – getrennt
Ikonik SIM-Software – verbunden
Ikonik SIM-Software – verbunden

Ikonik SIM-Software – Steuerung der Lüfter
Ikonik SIM-Software – Steuerung der Lüfter
Ikonik SIM-Software - Falsche Kanal-Anzahl und -Zuordnung
Ikonik SIM-Software - Falsche Kanal-Anzahl und -Zuordnung

Testsystem

Das Testsystem im Detail:

Die Temperaturen wurden gemessen, während das System den 3DMark Vantage [2] (Download [3]) als Dauerschleife und parallel Prime95 [4] ausführte. Die Lautstärkemessungen wurden mit einem „Voltcraft Digitales Schallpegelmessgerät 320“ durchgeführt, das Schallpegel im Bereich von 30 bis 120 Dezibel misst. Die Grundlautstärke des Messraumes lag bei subjektiv empfundener Stille unterhalb des Messbereiches, also bei weniger als 30 Dezibel.

Für die Regelung der Lüfter wurde die interne SIM-Lüftersteuerung benutzt, die einen Regelbereich von 7 bis 12 Volt aufweist.

Messungen

Auch hier gibt es wieder Parallelen zum Zaria A20: Da eine interne Lüftersteuerung vorhanden ist, hat Ikonik die Lüfter recht stark dimensioniert (in den SIM-freien Versionen, beim Ra X10 betrifft das die „Smooth“-Variante, sind die Lüfter deutlich langsamer drehend). Dadurch ist der Lautstärkepegel beim Betrieb mit vollen zwölf Volt allerdings auch extrem hoch; erträglich ist das eigentlich nur mit lauter Musik oder beim Spielen mit Kopfhörern, an ein konzentriertes Arbeiten ist hier nicht zu denken. Dazu kommt ein leichtes Brummen der Pumpe, das aber gegenüber den Lüftern und dem störenden Klackern des Fließanzeigers nicht weiter ins Gewicht fällt. Im 12-V-Ranking wird Ikonik damit wohl auf lange Zeit die rote Laterne tragen. Beim Betrieb mit sieben Volt sieht es deutlich besser aus, auch wenn die Lüfter weiterhin gut hörbar bleiben und das Gehäuse somit für ein Silent-System ohne weiteres nur untauglich genannt werden kann.

Lautstärke

 Vorne:
Cooler Master ATCS 840 5V
30,9
Aerocool V-Touch Pro 5V
34,3
Ikonik Ra X10 Liquid 7V
34,8
Cooler Master ATCS 840 12V
36,8
Aerocool V-Touch Pro 12V
39,6
Ikonik Ra X10 Liquid 12V
55,3
 Hinten:
Cooler Master ATCS 840 5V
33,4
Aerocool V-Touch Pro 5V
35,1
Ikonik Ra X10 Liquid 7V
37,8
Aerocool V-Touch Pro 12V
39,4
Cooler Master ATCS 840 12V
39,8
Ikonik Ra X10 Liquid 12V
55,9
 Links:
Cooler Master ATCS 840 5V
31,1
Ikonik Ra X10 Liquid 7V
35,3
Cooler Master ATCS 840 12V
37,3
Aerocool V-Touch Pro 5V
37,6
Aerocool V-Touch Pro 12V
43,3
Ikonik Ra X10 Liquid 12V
51,3
 Rechts:
Cooler Master ATCS 840 5V
31,7
Aerocool V-Touch Pro 5V
33,1
Ikonik Ra X10 Liquid 7V
36,0
Aerocool V-Touch Pro 12V
37,4
Cooler Master ATCS 840 12V
37,9
Ikonik Ra X10 Liquid 12V
55,1
Angaben in Dezibel

Wenn dem Konsumenten schon exorbitante Lautstärkepegel zugemutet werden, so sollte dann wenigstens die Kühlleistung stimmen – und so ist es auch. Durch die Wasserkühlung und die extrem starke Belüftung der restlichen Komponenten erzielt das Ikonik Ra X10 Liquid Spitzenwerte, die zumindest bei der CPU mit Luftkühlung wohl nicht geknackt werden können. Auch die Werte bei sieben Volt – mit einem annehmbar niedrigem Lärmpegel – sind noch sehr gut. Zu erwähnen ist noch, dass Festplatten im größeren der beiden Käfige etwa fünf °C kühler sind als im kleineren, was allerdings eine vernachlässigbare Differenz ist und die Festplatten generell sehr gut gekühlt sind.

Systemtemperaturen

 CPU:
Ikonik Ra X10 Liquid 12V
38,0
Ikonik Ra X10 Liquid 7V
47,0
Cooler Master ATCS 840 12V
51,0
Aerocool V-Touch Pro 12V
52,0
Aerocool V-Touch Pro 5V
65,0
Cooler Master ATCS 840 5V
67,0
 GPU:
Cooler Master ATCS 840 12V
74,0
Cooler Master ATCS 840 5V
74,0
Ikonik Ra X10 Liquid 12V
74,0
Ikonik Ra X10 Liquid 7V
75,0
Aerocool V-Touch Pro 12V
77,0
Aerocool V-Touch Pro 5V
82,0
 Mainboard:
Cooler Master ATCS 840 12V
34,0
Ikonik Ra X10 Liquid 12V
36,0
Cooler Master ATCS 840 5V
38,0
Ikonik Ra X10 Liquid 7V
42,0
Aerocool V-Touch Pro 12V
43,0
Aerocool V-Touch Pro 5V
48,0
 Festplatten:
Ikonik Ra X10 Liquid 12V
30,0
Cooler Master ATCS 840 12V
31,0
Cooler Master ATCS 840 5V
33,0
Ikonik Ra X10 Liquid 7V
35,0
Aerocool V-Touch Pro 12V
35,0
Aerocool V-Touch Pro 5V
42,0
Angaben in °C

Fazit

Wie der kleine Bruder Zaria A20 hinterlässt das Ikonik Ra X10 Liquid einen sehr zwiespältigen Eindruck. Einerseits ist die Kühlleistung überragend und auch das Material und die Verarbeitung sind bis auf den Fließindikator recht gut. Andererseits stellt das Gehäuse bei der Lautstärke teilweise Negativrekorde auf. Zudem ist die SIM-Software leider fehlerhaft und dadurch einer Hardwaresteuerung auf jeden Fall unterlegen. Interessenten, die eine Fertiglösung für ein leises, gut gekühltes High-End-System suchen, können wir daher von diesem Gehäuse leider nur abraten.

Wer allerdings geneigt ist, ein paar kleinere Modifikationen vorzunehmen und beispielsweise das SIM-Modul gegen eine Hardware-Lüftersteuerung zu ersetzen sowie den Fließindikator aus dem Kreislauf zu nehmen, für den kann das Ra X10 Liquid durchaus eine sehr gute Basis für ein System sein – die Grundkonstruktion ist dafür absolut geeignet.

Angesichts des hohen Preises von über 400 Euro können wir dem Gehäuse aber mit solchen Macken keine Kaufempfehlung aussprechen. Nur die Basis für einen Umbau zu sein, kann nicht der Anspruch dieses Gehäuses sein!

Während die Smooth- und SIM-Versionen hierzulande schon länger in den Regalen stehen, ist die Liquid-Variante trotz anders lautender Ankündigungen in der Vergangenheit noch nicht in Deutschland zu bekommen. In den USA gibt es das Gehäuse beispielsweise bei newegg.com für etwa 420 US-Dollar [5].

Tagesaktuelle Preise und Verfügbarkeiten:

Ikonik Ra X10 – Fenster
Ikonik Ra X10 – Fenster

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_ikonik_zaria_a20_sim/5/#abschnitt_fazit
  2. http://www.computerbase.de/artikel/software/2008/bericht_3dmark_vantage_der_performance_report/
  3. http://www.computerbase.de/downloads/software/benchmarks/futuremark_3dmark_vantage/
  4. http://www.computerbase.de/downloads/software/systemueberwachung/prime95/
  5. http://www.newegg.com/Product/Product.aspx?Item=N82E16811118025
  6. http://www.computerbase.de/preisvergleich/?fs=ikonik+ra+x10&in=
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