Einleitung
Der 1983 gegründete taiwanische Hersteller Lian Li genießt einen ausgezeichneten Ruf unter den Anwendern. Edle Gehäusekreationen auf Vollaluminiumbasis mit besonderem Charakter sind das Steckenpferd der fernöstlichen Entwickler. Zu den aktuellen Lian-Li-Aushängeschildern gehören dabei die in Handarbeit gefertigten Gaming- und HTPC-Gehäuse der PC-X-Serie, die durch ihr spezielles Raum- und Kühlkonzept sowie eine Vielzahl alltagserleichternder Details bestechen.
Wir haben uns im Rahmen eines Einzeltests mit dem kompakten PC-X500-Midi-Tower befasst und wollen klären, ob gut 300 Euro für das Premium-Leichtmetallgehäuse gut angelegt sind. Zusätzlich stellen wir mit dem Silent Force 650 eines der ersten Lian-Li-Netzteile vor.
Lieferumfang
Der Lieferumfang des angemessen verpackten Lian Li PC-X500 Gehäuses wird von einem üppig dimensionierten Schrauben-Ensemble nebst praktischer Aufbewahrungsbox, einem Nussschraubendreher zur Fixierung der Motherboardabstandhalter, diversen zur einfachen Kabelverlegung nützlichen Utensilien, zwei extra langen S-ATA-Kabeln, einem optionalen System-Speaker sowie einer Montageübersicht in deutscher und englischer Sprache ergänzt.
Eckdaten
- Lian Li PC-X500 Midi-Gehäuse
- Abmessungen: 380 x 230 x 585 mm (L x B x H)
- Leergewicht: ca. 8,5 Kilogramm
- Grundmaterial: Aluminium (1,5 bis 2 mm dick)
- Formfaktor: ATX, Micro-ATX
- Laufwerkschächte
- 2 x 5,25 Zoll extern
- 1 x 3,5 Zoll extern
- 4 x 3,5 Zoll intern
- 7 Erweiterungsslots
- Belüftung
- 2x 120mm (Front, 1020/ 1200/1500 U/Min, regelbar)
- 2x 120mm (Rückseite, 1020/1200/1500 U/Min, regelbar)
- Frontpanel
- 4x USB 2.0
- 1x FireWire
- 1x e-SATA
- 1x je HD / AC97 Audio IN/OUT
- Herstellerhomepage [1]
- Vertrieb und Preis (Caseking, ca. 319 Euro [2])
Ausstattung außen
Lian-Li-typisch ist das Erscheinungsbild des PC-X500-Gehäuses sehr zurückhaltend. Die einheitliche Optik des schwarz anodisierten, einheitlich gebürsteten Aluminiumkleides wird nur partiell und sehr dezent von kleinen Stilelementen, wie dem Firmen-Logo, aufgelockert. Charakteristisch präsentiert sich die komplett geschlossene Frontpartie, deren Auftritt nicht durch das Vorhandensein der externen optischen Laufwerke gestört wird. Diese finden ihren Austritt stattdessen seitlich, wahlweise rechts oder links, was bereits einen Hinweis auf die unorthodoxe Raumaufteilung im Gehäuseinneren gibt.



Das beliebte Panel mit den wichtigsten Schnellanschlüssen haben die Lian-Li-Designer an die Gehäuseoberseite verfrachtet. Hier verbergen sich hinter einer kleinen Klappe ein e-SATA-, ein FireWire-, je ein Audio-In- und -Out-Anschluss sowie vier USB-2.0-Buchsen. Direkt daneben wurden die mit einem etwas schwammigen Druckpunkt ausgestatteten Schalter für Power und Reset platziert.



Die Seitenteile des X500 sind bis auf die Aussparungen der externen Laufwerke komplett geschlossen, innenseitig mit etwa fünf Millimeter starken, schallabsorbierenden Schaumstoff ausgekleidet und von hoher Robustheit. Zum Schließen des Gehäuses werden sie an der Gehäuseunterseite eingehangen, während eine nach hinten ausziehbare und von einer Rändelschraube zu fixierende Riegelmechanik die Arretierung über die gesamte Oberseite vornimmt. Selbstverständlich sind beide Seitenteile auf diese Weise demontierbar, während sich die linke Seite zusätzlich mit einem optionalen Vorhängeschloss vor ungewollten Zugriffen absichern lässt.



Die Rückseite ist geprägt von der Präsenz zweier ausblasender 120-mm-Gehäuselüfter, die vorsorgliche mit Lüftergittern gesichert sind und der ungewöhnlichen, relativ mittigen Positionierung der Netzteilaussparung. Das Lian Li iPC-X500 überzeugt trotz seines geringen Leergewichtes von etwa 8,5 Kilogramm und seiner speziellen Formgebung durch einen soliden, verwindungssteifen Aufbau. Für einen sicheren, rutschfesten Stand sorgen dabei vier gummierte, zylindrische Standfüße.
Ausstattung innen
Im Interieur wird die einheitliche, schwarze Aluminium-Linie des PC-X500 fortgeführt. Charakteristisch für den Aufbau des Gehäuses ist dabei die strikte Zweiteilung des Innenraumes. Während sämtliche Laufwerkpositionen und das Netzteil etwas beengt in den oberen Gehäusepart verfrachtet wurden, bleibt unten mehr als ausreichend Platz für die thermisch kritischeren Kernkomponenten, die so durch einen gezielteren und ungestörten Luftstrom effektiver gekühlt werden können.




Bei der Hardwaremontage setzt Lian Li traditionsgemäß vornehmlich auf sichere Verschraubungen, anstatt zweifelhaft erleichternde Klick- oder Rastmechanismen zu bemühen. Und so kommt man auch beim gut 300 Euro teuren PC-X500 nicht um den Werkzeugeinsatz herum. Beginnend bei den beiden Festplattenkäfigen, die jeweils mit einer Rändelschraube mit dem Gehäuse verbunden sind, werden die Magnetspeicher mit vier entsprechenden Spezialschrauben befestigt, die zur leichten, entkoppelnden Vibrationsdämpfung mit Gummiringen ausgestattet sind. Die externen 5,25"-Laufwerke werden derweil über ein Schienensystem ins Gehäuse eingeführt, nachdem sie mit den passenden Schrauben versehen wurden. Als relativ problematisch stellt sich dabei das endgültige Fixieren der eingeschobenen Laufwerke heraus, da die Platzverhältnisse kaum den schwungvollen Schraubendrehereinsatz zulassen. Interessant ist derweil die Möglichkeit, die Laufwerke je nach Raumgestaltung entweder rechts oder links aus dem Gehäuse ausfahren zu lassen.




Das Netzteil wird über einen Halterahmen von hinten ins Gehäuse eingeschoben und mit vier Schrauben verankert. Hierbei sind lobend die am Gehäuse vorinstallierten Schaumstoff-Unterleger zu nennen, die durch den Netzteillüfter erzeugte Schwingungen des PSUs abschwächen und damit zur Lärmreduzierung, aber auch zum Schutz des Aluminiums vor Beschädigungen beim Ein- und Ausbau des Netzteiles beitragen sollen. Spätestens nach dem Einbau des Netzteiles wird in Anbetracht des mitgeführten Kabelbaumes deutlich, dass der Freiraum im oberen Gehäuseteil sehr knapp bemessen wurde, vor allem, wenn man beide HDD-Käfige nutzen will. Kann man auf die unteren beiden Festplattenpositionen verzichten, wird die heikle Platzsituation durch den Ausbau des Käfigs zumindest etwas entschärft. Außerdem ist der Einsatz eines modularen Netzteiles ganz klar von Vorteil.




Deutlich entspannter geht es beim Einbringen des Motherboards und der übrigen Hauptkomponenten zu. Nachdem die dem Lieferumfang in reichlicher Zahl beiliegenden Abstandhalter an den ATX-typischen Stellen eingedreht wurden, gerät das Einsetzen der Hardware aufgrund der großzügigen Raumverhältnisse zum Kinderspiel. Unproblematisch zeigt sich auch die Verwendung von hochbauenden Tower-Prozessorkühlern, die gerne gut 175 mm über das Motherboard ragen können.
Ausgesprochen positiv fallen auch die vielen Velegungsmöglichkeiten der Kabel auf. So lassen sich ungenutzte Stränge, aber auch die verwendeten Kabel, problemlos versteckt hinter der Motherboardaufnahme entlangführen. Auch die PC-X500-Gehäuse- und Toppanel-Kabel besitzen dazu eine üppige Länge, sodass sich ein überaus aufgeräumtes Gesamtbild erzielen lässt, das sowohl der Optik als auch der ungestörten Kühlung zuträglich ist.
Silent Force 650 Netzteil
Neben dem umfangreichen Sortiment an Aluminiumgehäusen des gehobeneren Anspruchs sowie entsprechendem Zubehör gehören auch Netzteile jüngst zur Lian-Li-Familie. Die Silent-Force-Serie mit ihren drei Modellen (650, 750 und 850 Watt) bedient dabei die Nachfrage nach möglichst leisen Stromlieferanten. Zum Lieferumfang der modularen Silent-Force-Netzteile wird durch eine praktische Aufbewahrungstasche für ungenutzte Kabel, ein Kaltgerätenetzkabel, vier Gehäuseschrauben sowie eine knappe Produktanleitung ergänzt.




Eckdaten
- Produktname: Silent Force 650 (PS-S650GE)
- Nennleistung: 650 Watt
- Maximalleistung: 700 Watt
- Standards: ATX 12V V2.3 & EPS 12V
- Combined Power (+3,3/5V): 150 W (25 A)
- Combined Power (+12V): 552 W (25 A)
- Aktiv PFC
- Abmessungen: 150 mm (W) x 87 mm (H) x 160 mm (D)
- Wirkungsgrad > 81% (max. 85%)
- 135-mm-Globe-Fan-Lüfter (temperaturgeregelt, nicht beleuchtet)
- Sicherheitsstandards
- Überstromschutz (OCP)
- Überlastschutz (OLP)
- Überspannungsschutz (OVP)
- Kurzschluss (SCP)
- Unterspannungsschutz (UVP)
- Operation ohne Last (NLO)
- Überhitzungsschutz (OTP)
- Kabelaufteilung und Längen
- 1 x 24-pin Motherboard Anschluss (50 cm) – fix
- 1 x 4 + 4-pin ATX 12 V Anschluss (50 cm) – fix
- 1 x 8-pin 12V EPS (50 cm) – fix
- 2 x 8-pin PCI-Express (50 cm) – modular
- 2 x SATA-Kabel (6 Anschlüsse) (50 cm + 15 cm + 15 cm) – modular
- 2 x 4-pin (4 Anschlüsse) / Floppy (2 Anschlüsse) (50 cm + 15 cm + 15 cm) – modular
- Produkthomepage [3]
- Preis: ca. 110 Euro
Das Lian Li Silent Force kommt im sehr soliden, robusten Gehäuse mit einer Einbaulänge von 160 Millimetern daher. Die grobe, reliefartige Oberflächengestaltung erweist sich als widerstandsfähig und sauber aufgetragen. Die Anschlussvielfalt mit sechs SATA-, vier 4Pin-Molex und zwei PCI-Express-Anschlüssen scheint knapp bemessen, ist im Allgemeinen aber wohl ausreichend. Gleiches gilt für die Längen der sauber Nylonnetz-ummantelten Kabelstränge, die mit 50 bis 80 cm für einen Midi- respektive Fulltower adäquat ausgewählt wurden. Gefällig sind die Abziehhilfen, die allen Steckern zur leichteren Demontage angefügt wurden. Das Modulsystem ist mittlerweile etabliert und auch beim Silent Force ordentlich und ohne Verwechslungsgefahren umgesetzt.
Lian Li gibt die Effizienz des 80-Plus-zertifizierten Netzteiles mit über 81 Prozent, maximal 85 Prozent an. Um auch anspruchsvollen Aufgaben gewappnet zu sein, wurden hochwertige Bauteile verbaut und vor allem die 12-Volt-Leitung mehrschienig aufgestellt. Im Testbetrieb ergaben sich hinsichtlich der Spannungsversorgung mit dem Netzteil erwartungsgemäß keinerlei negative Auffälligkeiten.




Die Belüftung des Silent-Force-Netzteiles wird von einem unbeleuchteten, transparenten Lüfter im ungewöhnlichen 135-mm-Format der Marke Globe Fan übernommen. Der Lüfter dreht laut Datenblatt mit maximal 2500 U/min, im Alltagsbetrieb übernimmt die integrierte Lüftersteuerung allerdings das Drehzahl-Zepter, sodass solch hohe und lärmintensive Drehgeschwindigkeiten nie erreicht werden. Im Gegenteil: Das Silent Force 650 wirkt immer sehr gut gekühlt, erreicht kaum mehr als Handwärme im Dauerbetrieb und agiert überdies durchgehend sehr leise bis kaum wahrnehmbar. Leider verfügt das Pendant über keine Drehzahlüberwachung, seine Stromverbindung ist außerdem gelötet, wodurch ein optionaler Lüfterwechsel deutlich erschwert wird. Überdies ist das Lian Li Netzteil mit einer Nachlaufsteuerung ausgestattet, sodass der Lüfter auch nach Abschalten des PCs noch etwa eine Minute abkühlend belüftet.
Erfahrungen
Qualität
Qualitativ präsentiert sich das Lian Li PC-X500 von seiner besten Seite. Dem Preis entsprechend zeigen sich alle Parts passgenau aufeinander abgestimmt, die Aluminiumeinheiten sauber gefertigt, bebürstet und eingepasst. Alle Kanten wurden zur Einhaltung der Arbeitssicherheit entschärft und gegenbenenfalls mit Kunststoff abgesichert. Die Gehäusebasis ist bei einem Leergewicht von etwa 8,5 Kilogramm ausreichend verwindungssteif und robust.



Kleine Punkte sind dennoch auffällig und kritikwürdig: So wurde der Druckpunkt des Power- und des Resetbuttons etwas schwammig gewählt. Eine der Schrauben für die Blenden der externen 5,25"-Laufwerke war in unserem Fall ab Werk derart fest angezogen, dass sie kaum auf herkömmliche Art und Weise wieder gelöst werden konnte. Darüber hinaus zeigt sich die Verschlussmechanik bei geöffnetem Seitenteil etwas klapprig. Dies stört im geschlossenen Normalbetrieb natürlich nicht, kann aber beim Basteln und Schrauben an der Hardware akustisch etwas aufreibend sein.
Kühlung
Das Kühl- und Belüftungskonzept des PC-X500 sieht eine relative Zweiteilung des Gehäuseinnenraumes vor. Dabei werden die vergleichsweise hitzköpfigen Hauptkomponenten wie Motherboard, CPU, Grafik- und Zusatzkarten im unteren Gehäusepart von den kühlen Laufwerken und dem Netzteil separiert. Speziell die Positionierung der Festplattenkäfige im oberen Gehäusebereich bereinigt die Ordnung in der unteren Zelle deutlich und unterstützt damit einen gerichteten, sinnvollen und ungestörten Luftstrom durch das Gehäuse. Dagegen wirkt die obere Parzelle etwas gedrungen und deutlich weniger aufgeräumt respektive gut kühlbar.






Lian Li hat insgesamt vier identische 120-mm-Gehäuselüfter vorinstalliert. Zwei dieser Ventilatoren sitzen frontal hinter einem demontierbaren und abwaschbaren Staubfilter und ziehen frische Luft durch die seitlichen Mesh-Gitterschlitze ein. Heckseitig sitzt ein Fan im CPU-Bereich und ein weiterer ausblasend zur direkten Belüftung der Festplattenpositionen. Von der Aufteilung scheint die Belüftungsausstattung damit, einen gerichteten und ungestörten Luftstrom durch das Gehäuse erzeugend, durchaus gut überlegt. Die Ventilatoren sind mit grobgewindigen Gehäuselüfterschrauben mit dem Gehäuse verbunden und sauber mit Lüftergittern gesichert.
Das PC-X500 verfügt über eine kleine Lüftersteuerung, mit deren Hilfe alle vier Fans gleichzeitig in drei Modi (1050, 1200, 1500 U/min) geregelt werden können. Die Platzierung der Steuerung ist allerdings etwas unvorteilhaft gewählt, muss zunächst die Frontabdeckung und dann auch noch der Staubfilter entfernt werden, um eine Einstellung vornehmen zu können. Außerdem ist nicht ganz verständlich, warum die vier Gehäuselüfter nicht ab Werk mit der Steuerung verbunden sind, sondern erst vom Anwender angeschlossen werden müssen.
Zur Einschätzung der Kühleigenschaften im kompakten Lian Li PC-X500 stellen wir eine Komplett-Konfiguration im beliebten und sehr gut gekühlten Cooler Master Stacker 830 gegenüber. Das Setup unserer Referenz entspricht dabei unserer Prozessor-Kühlertestplattform mit dem Scythe-S-Flex-belüfteten Prolimatech Megahalems und ist in expliziter Form im damaligen Kühlertest [4] nachzuvollziehen.
| Gehäuse | CM Stacker 830 | Lian Li PC-X500 | Lian Li PC-X500 |
|---|---|---|---|
| Belüftung | 1 x Scythe S-Flex | 4 x Serie | 4 x Serie |
| Drehzahl [/U/min] | 800 | 1500 (High) | 1020 (Low) |
| Motherboard [/°C] | 35 | 25 | 27 |
| CPU-Kerne [/°C] | 66,75 | 66,5 | 66,75 |
| GPU-Kern [/°C] | 40 | 38 | 39 |
| GPU-Umgebung [/°C] | 34 | 33 | 33 |
| Festplatte [/°C] | 42 | 38 | 41 |
Unsere knappe Gegenüberstellung bestätigt dem PC-X500 eine gute Kühlung für das gesamte System. Die Drehzahlen der Gehäuselüfter ließen sich aber ohne große Performanceverluste zu Gunsten eines leiseren Gesamtbildes noch deutlich drosseln.
Lautstärke
Womit wir bereits beim Lautstärkeeindruck sind. Dieser wird natürlich vornehmlich durch die verbauten Gehäuselüfter geprägt, die in allen drei von der Lüftersteuerung angebotenen Drehzahlmodi schlicht zu laut agieren, um einen angenehm leises System zu konfigurieren. Hier hätten wir uns in jedem Fall deutlich mehr Reserven nach unten gewünscht. Hinzu kommt ein leicht brummiger, rumpeliger Laufcharakter der Gehäuselüfter und aufgrund der Schutzgitter verstärkt hohe Verwirbelungserscheinungen. Die minimal schleifenden Nebengeräusche dringen aufgrund der dominanten Basislautstärke allerdings kaum ans Ohr. Sensible Gemüter müssen demnach entweder die Gehäuselüfter wechseln, oder mit Hilfe einer separaten Steuerung weiter (bis etwa 750 U/min) abdimmen.
Auch ansonsten stellt das PC-X500 nicht das größte Silent-Talent dar. Die Lian-Li-Entwickler haben zwar einige Eckdaten für ein leises System mit eingebracht, wirklich konsequent wird der Gedanke allerdings kaum verfolgt. So zeigen etwa die nur 0,5-cm-dicken Schaumstoff-Dämmer, die lediglich die Seitenwände zieren oder die Entkopplungen für die Festplatten und das Netzteil erste Ansätze, in ihrer Wirkung allerdings noch deutliches Verbesserungspotential.
Zur kurzen, messtechnischen Einschätzung des Lautstärkecharakters haben wir das Gesamtsystem (Hardwarekonfiguration entsprechend unseres Kühlertest-Systems [3] sowie dem im Artikel vorgestellten Lian-Li-Silent-Force-650-Netzteil) mit dem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät [5] aus einer arbeitstypischen Entfernung von etwa 50 Zentimetern im Betrieb untersucht. Dabei ist die Verwendung der übrigen Komponenten (CPU- und Grafikkartenlüfter, HDD) darauf ausgelegt, die Einschätzungen der Gehäuselüfter und des Netzteiles nicht maßgeblich zu beeinflussen.
| Gehäuselüfter [/U/min] | High [1500] | Mid [1200] | Low [1020] |
|---|---|---|---|
| Seite geöffnet [/dB(A)] | 48,7 | 43,5 | 40,6 |
| Seite geschlossen [/dB(A)] | 46,9 | 41,7 | 38,9 |
In Anbetracht der Tatsache, dass, je nach persönlichem Empfinden, Schalldrücke bis etwa 35 dB(A) als leise angesehen werden können, entspricht die Vorstellung des Lian Li PC-X500 in der Serienausstattung nicht dem einer leisen Gehäusebasis. Das Silent Force 650-Netzteil ist dagegen schon eher für den leisen Betrieb geeignet. Bei ansonsten abgeschalteten Lärmquellen erzeugt der minimal schleifend, ratternde 135-mm-Ventilator des Netzteiles einen Schalldruck von 34,4 dB(A) bei geöffneter Seitentür und 32,7 dB(A) bei geschlossenem Gehäuse. Dies lässt sich aufgrund des relativ unauffälligen Charakters als angenehm bezeichnen, wenngleich natürlich eine Wahrnehmbarkeit verbleibt.
Fazit
Mit dem PC-X500 hält Edelhersteller Lian Li ein vorzügliches Aluminiumgehäuse in seinem Portfolio, das speziell durch das besondere Raumkonzept und die sich dadurch ergebenden Kühlungsvorteile brilliert. Das Gehäuse überzeugt zudem durch seine überaus gelungene, qualitative Güte bis ins Detail, seine optische und materielle Einheit und den kompletten Lieferumfang. Allerdings sind auch durchaus konzeptionelle Nachteile, etwa das geringe Platz- und Erweiterungsangebot im oberen Gehäusebereich, vorhanden. Wer hier etwas mehr Spielraum braucht, aber bei Lian Li bleiben will, der sollte beispielsweise zum größeren PC-X2000 greifen. Zudem muss man kritisch vorhalten, dass trotz zum Teil gelungener Ansätze das Ziel einer silent-tauglichen Serienausstattung nicht erreicht wurde, weshalb wirklich sinnvolle HTPC- oder leise Gaming-PC-Umsetzungen nur durch weitere Modifikationen (beispielsweise an der HDD-Entkopplung) oder Lüfterwechsel realisiert werden können, was angesichts des hohen Preises nur widerwillig zu akzeptieren ist.
Und da sind wir auch am heikelsten Punkt des Lian Li PC-X500 angelangt. Zweifelsfrei gehört das handgefertigte Edelgehäuse zur Elite der Aluminium-PC-Gehäuse, nichts desto trotz ist ein Anschaffungspreis von über 300 Euro [1] wahrlich kein Pappenstiel und rational kaum durch Form und Funktion zu begründen. Perfektionisten und Lian-Li-Liebhaber, die das Besondere und den gewissen Unterschied zu schätzen wissen, werden am PC-X500 aber ihre pure Freude haben.
Einen sehr guten Ersteindruck hinterlässt auch das Lian Li Silent Force 650. Das Netzteil hält den hohen Qualitätsstandard der Marke, kommt mit einer robusten und gefälligen Oberflächenstruktur daher, besitzt genügend Anschlussmöglichkeiten und eine sinnvolle Kabelaufteilung. Das modulare System ist etabliert und stimmig, der Innenraum aufgeräumt und die 135-mm-Belüftung von vergleichsweise geringer Lautstärke. Mit einem Anschaffungspreis von über 100 Euro gehört es allerdings ebenfalls zur gehobeneren Klasse. Hinzu gesellt sich die bis dato kaum vorhandene Verfügbarkeit im deutschen Handel.
Tagesaktuelle Preise und Verfügbarkeit:




