Einleitung
Mit dem NH-U12P [1] hat sich der österreichische Hersteller Noctua einen festen Platz im vorderen Bereich der High-End-Prozessorkühler und viele zufriedene Kunden gesichert. Neben der ordentlichen Kühlleistung überzeugt der Austria-Bolide durch einen sehr hohen Qualitätsstandard, ein plattformübergreifend sicheres Montagesystem und eine erstklassige Lüfterbeigabe. Auf diesen Fundamenten aufbauend bläst Noctua nun erneut zum Angriff auf die absolute Spitze und präsentiert mit dem NH-D14 einen Prozessorkühler im Mammutformat, der sowohl aktiv mit 140-/120-mm-Doppel- oder Einzelbelüftung als auch semipassiv neue Maßstäbe setzen und Prolimatechs Megahalems [2] vom Thron stürzen will. Wir verraten in gewohnter Einzelbetrachtung, ob dies gelingt.
Lieferumfang
Noctua ist bekannt für das Schnüren gut abgestimmter, qualitativ hochwertiger Gesamtpakete. So bekommt der Käufer des immerhin gut 70 Euro teuren Edelkühlers neben der NH-D14-Grundkonstruktion mit dem NF-P12 sowie dem neuen NF-P14 FLX zwei Lüfter der hauseigenen Toplinien im 120-mm- respektive 140-mm-Format. Mit dabei sind auch zwei Spannungsadapter sowie ein Y-Kabel zur Drosselung der Lüfterdrehzahlen und Senkung der Gesamtlautstärke. Ferner findet sich mit dem SecuFirm2 entsprechendes Montagematerial für aktuelle AMD- sowie Intel-Plattformen inklusive deutschsprachiger Installationsanleitung und passendem Schraubendreher. Abgerundet wird das Paket durch Noctuas Premium-Wärmeleitpaste NT-H1.
Technische Eckpunkte
- Noctua NH-D14
- Doppel-Radiator-Towerkühler im 140-mm-Design
- Hybridausführung mit Cu-Boden und Al-Lamellen (verlötet)
- Komplett vernickelte Oberflächen
- 6-fach 6-mm-Heatpipe in U-Aufbiegung
- Lamellenabstand ca. 2 mm
- Abmessungen ohne Lüfter: 130 x 140 x 160 mm (B x T x H)
- Abmessungen mit Lüfter: 158 x 140 x 160 mm (B x T x H)
- Gewicht: 900g (ohne Lüfter), 1070g (mit Singlelüfter), 1240g mit Doppellüfter
- 120- oder 140-mm-Belüftung
- 1x NF-P14 Zentrallüfter
- 140 x 140 x 25 mm
- SSO-Lager
- Maximal 1200 U/min
- Maximal 110,3 m³/h
- 3-Pin-Stromanschluss ohne PWM
- 1x NF-P12 Seitenlüfter
- 120 x 120 x 25 mm
- SSO-Lager
- Maximal 1300 U/min
- Maximal 92,3 m³/h
- 3-Pin-Stromanschluss ohne PWM
- 1x NF-P14 Zentrallüfter
- SecuFirm2 Multisockel-Montagesystem
- Intel Sockel 775, 1156 und 1366 per Rückplattenverschraubung
- AMD Sockel 754, 939, AM2, AM3 per Rückplattenverschraubung (nicht im Lieferumfang)
- Motherboard-Kompatibilitätsliste vom Hersteller [3]
- Herstellerhomepage [4]
- Vertriebe und aktueller Preis [5] (UVP: 74,90 Euro)
Kühler im Detail
Noctua will mit dem NH-D14 ganz klar an die Spitze der Prozessorkühler-Charts. Dafür hat der Hersteller einen Mammutkühler imposanten Ausmaßes entworfen, der fernab von Kompromissbereitschaft oder Vernunft agiert. Knapp 900 Gramm an hochwertigem Metall haben die Österreicher in eine Form gebracht, die auf den ersten Blick stark an den überaus erfolgreichen Thermalright IFX-14 erinnert, der seinerzeit lange den Kühlermarkt dominierte.




Charakteristisch für die Konstruktion ist die aus Kompatibilitätsgründen leicht asymmetrische Doppelturmgestaltung, welche basierend auf einem Sechsfach-U-Heatpipe-Konzept mit im Abstand von knapp zwei Millimetern verlötet angebrachten Aluminiumlamellen zwei separate Radiatorparts aufbietet. Diese sind im Vergleich zu ähnlichen Kühlerumsetzungen der Konkurrenz beim NH-D14 mit etwa fünf Zentimetern recht breit gestaltet und bieten damit eine enorme Kühloberfläche. Um die einströmende Luft der direkt an den Lamellenfronten anliegend arbeitenden Ventilatoren sauber einströmen zu lassen, setzt Noctua auf ein stark gezacktes Lamellenprofil. Trotz dieser Feinheiten wirken sowohl die vernickelten Aluminiumeinheiten als auch die vernickelten Kupferparts (Bodenplatte und Heatpipes) enorm robust, absolut hochwertig und gekonnt verarbeitet.








Mit der Doppelturmkonstruktion bietet der NH-D14 grundsätzlich drei Lüfterpositionen, von denen zwei serienmäßig besetzt sind. Ungewöhnlicherweise vertraut Noctua dabei auf zwei unterschiedliche Lüftermodelle. Zunächst schnallt man als Außenventilator mit dem NF-P12 das hauseigene Erfolgsmodell im 120-mm-Format an, welches mit maximal 1300 U/min arbeitet. Dazu gesellt sich als Zentralventilator der neue NF-P14 FLX mit 140-mm-Grunddurchmesser (kompatible Rahmenbohrungen zu 120-mm-Lüftern), welcher auf den gleichen erfolgreichen Techniken (SCD-Antriebssystem, SSO-Lagerung, spezielles Neunblatt-Design) basiert und mit maximal 1200 U/min dreht. Durch das nach unten hin leicht überstehende Lüfterprofil des Zentrallüfters verspricht sich der Hersteller einen besseren Mitbelüftungseffekt für sockelnahe Bauteile (RAM, Chipsatz, Spannungswandler).
Sinnvolle Verbesserungen zum Vormodell sind an der Aufhängung der Lüfter zu finden. Zunächst sorgen kleine, in seitlichen Lamellenführungen integrierte Gummi-Puffer für gedämpfte Schwinungsübertragung. Außerdem hat man die Drahtbügel-Klammern nun so modifiziert, dass sie bequem ein- und ausgehakt werden können.
Montagebesonderheiten
Vielen Anwendern bereitet die Montage des mit Doppelbelüftung gut 1200 Gramm schweren Boliden Kopfzerbrechen. Im Allgemeinen ist man jedoch bei direkter Verschraubung mit der Hauptplatine auch bei stehendem Gehäuse auf der sicheren Seite. Dennoch sollten intensive Erschütterungen, etwa durch Transporte, weitgehend vermieden werden, um das Risiko eventueller Beschädigungen an der Hardware zu minimieren.
Wie bereits angedeutet, verfügt der NH-D14 über einen asymmetrischen Lamellenstart an den Türmen. Damit sollen Kollisionen mit eingebauten Arbeitsspeicher-Riegeln verhindert werden. Noctua hält eine entsprechend gut gepflegte Motherboard-Kompatibilitätsliste [2] bereit, mit Hilfe derer man sich vor dem Kauf des Kühlers über eventuelle Unstimmigkeiten informieren kann. Entsprechend dieser Ausführungen harmoniert der NH-D14 trotz seiner beachtlichen Abmessungen nur mit sehr wenigen Hauptplatinen nicht. Neben der Mainboard-Kompatibilitätsbetrachtung gilt auch beim etwa 160 mm hohen Austria-Spross der obligatorische Hinweis, auf die Breite des Gehäuses zu achten.




Die eigentliche Anbringung des Kühlers bei ausgebauter Hauptplatine geht überraschend problemlos von Statten. Zunächst wird mit Hilfe der Rückplatte, Abstandshaltern, Bolzen, zweier plattformspezifischer Querstege und den Rändelmuttern ein Installationsmodul am Sockel angebracht. Nun kann bereits der lüfterlose NH-D14 auf die mit Wärmeleitpaste bestrichene CPU gesetzt und mit dem beiliegenden Schraubendreher auf Basis der bereits am Kühlerboden angebrachten Federschrauben alternierend fest gezogen werden. Das Anbringen der Lüfter erfolgt im eingebauten Zustand mit den neuen Drahtbügeln problemlos.
Die Ausrichtung ist symmetriebedingt auf Intel-Plattformen entsprechend der vier Himmelsrichtung beliebig. AMD-Anwender müssen leider auf die 90°-Drehbarkeit verzichten und sind an die Sockelausrichtung ihrer Hauptplatine gebunden. Allerdings ist der NH-D14 so konzipiert, dass auf den meisten AMD-Sockeln die bessere, zur Gehäuserückwand blasende Montagerichtung, realisiert wird.
Testsystem
Taktgeber unserer aktuellen, realen Messplattform ist Intels Core i7 920 „Bloomfield“ [6]. Die beliebte Quad-Core-CPU generiert im Standardmodus (2,66 GHz, 1,2 Volt V-Core) laut Datenblatt 130 Watt bei voller Auslastung und liegt damit auf dem Niveau unseres Vorgänger-Prozessors, dem Intel Core 2 Extreme QX6700 „Kentsfield“ (2,66 GHZ, 1,35 Volt V-Core). Als Hauptplatine kommt dazu passend Intels DX58SO „Smackover“ zum Einsatz, das wir ebenfalls bereits im Bericht [7] zum Intel Core i7 vorgestellt haben.



Als passendes Gehäuse für die Testzusammenstellung im geschlossenen, stehenden ATX-System stellt uns Caseking mit dem Silverstone TJ-09S [8] eine räumlich üppig dimensionierte Basis zur Verfügung. Neben dem großzügigen Platzangebot ist dabei vor allem die Position des Netzteils am Gehäuseboden entscheidend für faire Testbedingungen, da der Lüfter unseres 650-Watt starken Lian-Li-Silent-Force-Netzteils dort keine mitbelüftende Wirkung auf die Prozessorkühler entfalten kann. So arbeitet als einziger Gehäuselüfter mit dem Scythe-S-Flex 800 ein leises 120-mm-Modell rückseitig ausblasend und unterstützt die CPU-Kühlung in den aktiven sowie semipassiven Testmodi.
Damit sind die wichtigsten Eckpfeiler des Systems, das sich in der Gesamtübersicht wie folgt darstellt, zunächst umrissen:
- Intel Core i7 920 „Bloomfield“ (4 x 2,66 GHz)
- Intel DX58SO „Smackover“ Motherboard
- 3 x 2 GByte OCZ DDR3-1066 XTC Platinum
- Asus ATI Radeon X850 XT (gekühlt per Zalman VF-900Cu)
- Lian Li Silent Force 650 Netzteil (mit 140-mm-Belüftung)
- Silverstone TemJin-SST-TJ09S Gehäuse (Gehäuselüfter: Scythe S-Flex 800)
- Samsung SpinPoint F1 HD322HJ HDD
- Wärmeleitpaste: Arctic-Cooling MX-2
- Raumtemperatur: 23°C
Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.



Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers (der Lüfter wird von einem Passivnetzteil gespeist) im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich bis sehr deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.
Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben. Aus diesem Wert lassen sich Rückschlüsse über das vom Lüfter generierte Luftfördervolumen gewinnen.
Testsystem und -Modi
Um ein möglichst aussagekräftiges Bild über die Kühleigenschaften des Probanden zu erhalten, testen wir die jeweiligen Kühler in verschiedenen CPU-Modi, die aufgrund unterschiedlicher Taktraten und Arbeitsspannungen sowie Gehäusebelüftungsintensitäten manigfaltige Aufgaben an die jeweiligen Produkte richten. Während beispielsweise im „Standardmodus“ die Ansprüche an einen Retailkühler noch relativ vertretbar sind, können nur wenige Top-Kühler den Anforderungen im „Performancemodus“ bei geringer Aktivdrehzahl standhalten. Ergänzt wird die Übersicht vom „Semipassivtest“, bei welchem der CPU-Lüfter deaktiviert und lediglich die Belüftungshilfe vom einzigen Gehäuselüfter bei verschiedenen Drehzahlen gewährleistet wird. Die einzelnen Testmodi stellen sich wie folgt dar:
| Modus | Standard | Performance | Passiv 1 | Passiv 2 |
|---|---|---|---|---|
| Belüftung | Aktiv | Aktiv | Semipassiv | Semipassiv |
| CPU Takt | 2,66 GHz | 3,4 GHz | 2,66 GHz | 2,66 GHz |
| V-Core (BIOS) | 1,2 V | 1,4 V | 1,0 V | 1,0 V |
| V-Core (Real) | 1,08 V | 1,35 V | 0,94 V | 0,94 V |
| Gehäuselüfter | 840 U/min | 840 U/min | 840 U/min | 510 U/min |
Abseits davon greifen wir, in Analogie zu unseren Prozessortests, zur Auslastung der CPU auf Prime95 [9] zurück, das in acht Instanzen des SmallFFT-Tests laufend zur höchsten Heizauslastung der Core i7-Test-CPU führt. Dabei geht jedem etwa halbstündigen Messlauf bis zum thermischen Gleichgewicht eine Aufwärmphase von 45 Minuten voraus. In diesen werden die Systemtemperaturen vom Diagnosetool Everest dokumentiert, wobei zur Bewertung das Mittel der Kerntemperaturmaxima über den gesamten Testlauf genutzt wird.
Leistungsaufnahme Gesamtsystem
Angaben in Watt (W)
|
Die dargestellten Verbrauchsangaben beziehen sich auf das gesamte Testsystem. Die jeweiligen Differenzen zwischen CPU-Last- und -Leerlauf lassen dabei auf die Prozessor-Leistungen schließen. Entsprechend ist der Anspruch an den Kühler im Performancemodus zum Teil immens.
Lüfter und Lautstärke
Selten verbauen Hersteller serienmäßig zwei unterschiedliche Lüftermodelle in gar zwei unterschiedlichen Formaten. Noctua hat diesen Schritt beim NH-D14 gewählt, um Kompatibilitätsproblemen aus dem Weg zu gehen, zum Teil aber dennoch den Vorteil der großvolumigen Belüftung zu genießen. Qualitativ hinterlassen beide Exemplare einen hervorragenden Eindruck. Die Lüfter wirken ungemein robust und exakt verarbeitet, Ungenauigkeiten und ein Spiel des Rotors sucht man vergebens. So verwundert es grundlegend auch nicht, dass beide Modelle über ihr gesamtes Drehzahlspektrum hinweg (NF-P12 von 400 bis 1300 U/min, NF-P14 von 400 bis 1200 U/min) praktisch ohne schleifende, klackernde oder ratternde Nebengeräusche auskommen. Selbst das Antriebsgeräusch des Rotors wird im Allgemeinen vom Luftumschlag verdeckt.
Aufgrund seines etwas größeren Formats ist dieses beim NF-P14 natürlich etwas stärker ausgeprägt. Der wuchtige Zentrallüfter generiert einen sehr starken Luftumschlag bei maximaler Drehzahl und wird dementsprechend etwas lauter bewertet als ähnliche 120-mm-Modelle. Daher wird bereits eine leichte Drehzahldrosselung auf etwa 800 bis 1000 U/min mit einer deutlichen Lärmreduzierung belohnt. Unter 600 U/min arbeitet der NF-P14 nahezu lautlos. Der kleinere NF-P12 kann im Hinblick auf den piekfeinen Nebengeräuschcharakter die gleichen Vorzüge aufweisen und zählt damit im Drehzahlvergleich zu den leisesten Modellen der 120-mm-Zunft. Unter 1000 U/min geht er sehr leise zu Werke, unter 700 U/min ist er kaum noch auszumachen.
Im Gegensatz zu einfach belüfteten Prozessorkühlern hat der NH-D14 natürlich unter der zweifachen Lärmintensitätsquelle bei gleicher Drehzahl zu kämpfen. Daher ist die Kombination aus beiden Lüftern stets etwas lauter als ein einzelnes Pendant, was beim Einstellen der Drehzahlen und beim Bewerten der Kühlleistungen zu berücksichtigen ist. Insgesamt zählt die Noctua-Lüfterbestückung jedoch zu den Prunkstücken gezeigter Serienbeigaben. Einzig die etwas hohen Anlaufdrehzahlen trüben den Gesamteindruck leicht (NF-P12: 810 U/min, NF-P14: 570 U/min).
Entsprechend der genannten Urteile ist der NF-P14 als Hauptlärmquelle der Combo auszumachen. Seine Schalldruckkurve steigt über 1000 U/min im Vergleich sehr stark an, während sich der NF-P12 vornehm zurück hält. Dafür ist sein Luftfördervolumen im Drehzahlvergleich immens.
Auf Basis der Luftgeschwindigkeiten lässt sich der Luftdurchsatz pro Stunde in Abhängigkeit von der Drehzahl abschätzen. Der 140-mm-Noctua-NF-P14-Lüfter mit einem Außenradius von 6,8 cm und einem Rotorradius von 2,1 cm besitzt demnach eine Durchströmfläche von etwa 131,4 cm². Daraus ergeben sich bei maximaler Drehzahl von freistehend etwa 1200 U/min und den gemessenen 11,0 km/h Luftgeschwindigkeit (angenommen, diese sei homogen über die Querschnittsfläche) ein abgeschätzter Luftdurchsatz von 144,6 m³/h (Herstellerangabe: ca. 110,3 m³/h bei Maximaldrehzahl U/min). Beim 120-mm-NF-P12 (Außenradius 5,8 cm, Innenradius 1,9 cm, Querschnittsfläche 94,3 cm²) lassen sich bei 1300 U/min und 10,4 km/h Luftgeschwindigkeit derweil 98,1 m³/h abschätzen (Herstellerangabe: ca. 92,3 m³/h bei Maximaldrehzahl U/min).
Ungenauigkeiten in den Diagrammen dieser Seite ergeben sich, neben den normalen Messtoleranzen, vorrangig aus nicht exakt einstellbaren Lüfterdrehzahlen (Toleranz +/- 30 U/min).
Performancevergleich
Traditionell nutzen wir zur Leistungsbewertung unserer Test-Probanden Referenzlüfter verschiedener Leistungsklassen, um die Rohperformance der Kühler bei vergleichbaren Bedingungen und Belüftungen gegenüber zu stellen. Für CPU-Kühler im 120-mm-Format kommen folgende drei Referenzlüfter zum Einsatz.
| Scythe S-Flex „D“ | Noctua NF-P12 | Scythe S-Flex „G“ | Scythe Kaze Maru „L“ |
|---|---|---|---|
| 120 mm | 120 mm | 120 mm | 140 mm |
| 840 U/min (12 Volt) | 1380 U/min (12 Volt) | 1860 U/min (12 Volt) | 530 U/min |
| v(Luft) = 4,7 km/h | v(Luft) = 8,1 km/h | v(Luft) = 17,3 km/h | v(Luft) = 3,4km/h |
| 51,6 m³/h* | 98,1 m³/h* | 147,1 m³/h* | 44,2 m³/h* |
| minimal wahrnehmbar | akzeptabel | starkes Rauschen | nahezu lautlos |
| < 30,4 dB(A)** | 37,0 dB(A)** | 45,4 dB(A)** | < 30,4 dB(A)** |
| < 30,4 dB(A)*** | 33,9 dB(A)*** | 41,1 dB(A)*** | < 30,4 dB(A)*** |
| * aus Lüfterbauweise und v(Luft) errechnet, ** frei stehend gemessen, *** liegend auf Scythe Orochi gemessen | |||
Referenzbelüftung
Unsere erste Leistungsbetrachtung lenkt den Blick auf die semipassive Kühlperformance, wobei lediglich der gehäuserückwandig ausblasende 120-mm-Lüfter aktiv betrieben wird. Hier zeigt der NH-D14 bereits beachtliches Potential, rückt dem Primus in diesem Bereich, dem Scythe Orochi, sehr nahe und distanziert den üblichen Tower-Mitbewerb zum Teil deutlich. Noctuas Neuling ist also bei entsprechend abgestimmter CPU und Gehäusebelüftung sehr gut für den halb-passiven Betrieb geeignet.
Semipassivmodus mit Gehäuselüfter
Angaben in °C
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Auch mit dem Orochi-Standardlüfter im 140-mm-Format kommt der NH-D14 dem Scythe-Riesen beachtlich nahe. Dabei agieren alle Setups nahezu lautlos.
Standardmodus mit Kaze Maru (510 U/min)
Angaben in °C
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Im aktiven Betrieb mit unseren 120-mm-Referenzlüftern kann der im 140-mm-Layout gebaute NH-D14 sein Potential nicht vollständig abrufen und verfehlt daher die Spitzenpositionen meist denkbar knapp. Erst bei niedrigen Drehzahlen unter 1000 U/min fällt die enorme Radiatorfläche entscheidend ins Gewicht und katapultiert den NH-D14 an die Ranking-Spitze. Selbst enorme Verlustleistung (siehe Performancemodus) können mit dem österreichischen Produkt leise abgeführt werden.
Standardmodus mit Referenzlüftern
Angaben in °C
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Performancemodus mit Referenzlüftern
Angaben in °C
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Serienbelüftung
Serienbelüftet setzt der NH-D14 in Referenz zur angelgten Drehzahl die Messlatte ein ordentliches Stück nach oben. Sowohl im Einzellüftermodus mit zentralem NF-P14 als auch im Doppellüfter-Betrieb mit beiden mitgelieferten Ventilatoren wird die Konkurrenz zum Teil deutlich abgehängt. Fairerweise muss in dieser Darstellung erwähnt werden, dass der Noctua-Spross mit Zweifachlüfter naturgemäß trotz gleicher Drehzahl immer etwas lauter zu Werke geht als dies eine einfach belüftete Combo tut. Dennoch ist der Abstand zum Mitbewerb sowohl im Standard- als auch im Besonderen im Performancemodus der CPU sehr deutlich.
Abseits davon werden die Differenzen zwischen Doppel- und Einfachbelüftung beim Noctua NH-D14 herausgestellt. Während sich ohne Übertaktung des Prozessors erst bei Drehzahlen unter 600 U/min etwas signifikantere Unterschiede zwischen beiden Setups ergeben, fallen diese bei höherer thermischer Belastung zum Teil eklatanter aus. Im Allgemeinen bringt ein zweiter Lüfter aber kaum mehr als zwei bis drei Kelvin im moderaten Drehzahlbereich; selten mehr als fünf Kelvin Temperaturverbesserung bei sehr niedrigen Lüftergeschwindigkeiten.
Fazit
Mit dem NH-D14 katapultiert sich Noctua in imposanter Art und Weise an die Spitze aktueller Komplettkühlervergleiche. Dies geschieht mit einem gewohnt sehr gut abgestimmten Gesamtpaket aus Kühlkörper, Serienbelüftung, Montagesystem und Zugaben. Dass man dabei technisch keine echten Highlights setzt, sondern schlicht durch Konstruktionsgröße und Qualität in Materialwahl und Verarbeitung überzeugt, ist aufgrund weitgehend stagnierender Entwicklungen am Luftkühlermarkt nicht verwunderlich.
Bereits mit 120-mm-Einzelbelüftung kann sich der Noctua NH-D14 bei niedrigen Drehzahlen vor den bisherigen Dauersieger Prolimatech Megahalems schieben und ist bei schnell drehenden Ventilatoren auf unserer Testplattform nahezu ebenbürdig. Ausgestattet mit der sehr guten Serienbelüftung (sowohl mit dem einzelnen 140-mm-Pendant NF-P14 FLX als auch mit Doppellüfter), die einen Drehzahlbereich von kaum wahrnehmbaren 400 U/min bis ambitionierten 1300 U/min zulässt, setzt der Austria-Neuling übergreifend komplett neue Maßstäbe. Selbst im bisweilen recht beliebten Semipassiv-Betrieb, in welchem luftfördernde Maßnahmen nur durch Gehäusebelüftung realisiert werden, brilliert der NH-D14 nahezu auf dem Leistungsniveau eines Scythe Orochi und weit vor dem 120-mm-Towermitbewerb.
Mit dem SecuFirm2-Montagekonzept ist der Kunde durch die direkte Motherboardverschraubung für Intel- und AMD-Systeme trotz des hohen Kühlergewichts auf der sicheren Seite und erhält auch für zukünftige Sockel garantiert herstellerseitige Unterstützung. Eine freie Ausrichtung des Kühlkörpers auf der CPU ist zwar nur bei Intel-Systemen möglich, AMD-Besitzer profitieren jedoch meist auch von der Standardausrichtung. Überdies stimmt die Dokumentation inklusive gepflegter Motherboard-Kompatibilitätsliste.
Insgesamt erhält man mit dem Noctua NH-D14 den wohl derzeit leistungsstärksten Prozessorkühler auf Luftbasis, der insbesondere bei niedrigen Drehzahlen und schwierigen Bedingungen seine Stärken ausspielt. Kombiniert wird die potente Doppeltower-Basis mit zwei sehr guten und bei Bedarf angenehm leisen Noctua-Lüftern sowie einer Spritze hochwertiger Wärmeleitpaste. Zwar zählt der NH-D14 mit einem Einstiegspreis von knapp 75 Euro nicht zu den Schnäppchen des Marktes, die genannten qualitativen Eckpunkte, die enorme Leistung in allen Bereichen sowie die Unterstützung zukünftiger Plattformen lassen diesen jedoch in einem besseren Licht erscheinen. Unsere ComputerBase-Empfehlung ist dem Noctua NH-D14 zumindest sicher.
Nützliche Links
- Aktueller Preis im Preisvergleich [4]
- Noctua-Herstellerhomepage [10]
- ComputerBase-Kühlertestsystem vorgestellt [11]
Weitere Empfehlungen
- Towerkühler
- EKL Alpenföhn Brocken [12] (sehr hohe Performance, inkl. Lüfter, vergleichsweise günstig)
- Xigmatek Thors Hammer [13] (sehr hohe Leistung, lüfterlose Lieferung, vielseitig einsetzbar)
- Scythe Mugen 2 [14] (sehr hohe Leistung, vielseitig einsetzbar, sehr groß)
- Noctua NH-U12P [15] (hohe Leistung, super Gesamtpaket, leise, etwas teuer)
- Thermaltake V14 Pro [16] (hohe Leistung, extravagantes Design, vollkupfern, teuer, Lüfter nicht wechselbar)
- Thermolab Baram [17] (hohe Kühlleistung, flexibel einsetzbar, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar)
- EKL Alpenföhn Nordwand [18] (hohe Kühlleistung bei hohen Drehzahlen, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar, gutes Paket)
- Top-Blow-Kühler
- Thermalright AXP-140 [19] (Low-Profile für HTPCs geeignet, gute Performance, für 120- und 140-mm-Lüfter)
- Noctua NH-C12P [20] (hohe Leistung als Top-Blow-Kühler, super Gesamtpaket, etwas teuer)
- AVC Black Samurai [21] (hohe Leistung, LGA 1366 Support, mühsame Montage)










