Einleitung
Qualitativ wie konstruktiv immer mit etwas Besonderem aufwartend, genießen Produkte aus fernöstlicher Thermalright-Schmiede trotz nach wie vor stark anwachsender Konkurrenz am Kühlermarkt seit einem knappen Jahrzehnt vornehmlich bei der anspruchsvollen, leistungsorientierten Kundschaft einen brillanten Ruf. Nachdem man sich anfänglich nur auf Prozessorkühler konzentrierte, konnte Thermalright seit der V1-Serie sein Schaffensgebiet erfolgreich auf Nachrüst-Kühler für Grafikkarten ausbreiten. Mit dem „T-Rad²“ muss sich nun Thermalrights aktuelles VGA-Cooler-Aushängeschild im vergleichenden Test beweisen.
Lieferumfang
Der Thermalright T-Rad² wird lüfterlos in typischer Thermalright-Kartonage geliefert. Anbei befinden sich insgesamt 16 passive Kühlbausteine zum Bekleben von VGA-Speichern und Spannungswandlern, das obligatorischen Montagematerial für die unterstützten Grafikkarten sowie entsprechende Schrauben zur Lüfterfixierung. Eine bebilderte Anleitung, ein Thermalright-Sticker sowie eine großzügige Spritze Wärmeleitpaste auf Silikonbasis runden den Lieferumfang des knapp 50 Euro teuren Edelkühlers ab.
Eckdaten
- Thermalright T-Rad² Grafikkartenkühler
- Maße ohne Lüfter: 228 x 104 x 24,3 mm (L x B x H)
- Gewicht ohne Lüfter: 360 g
- Hybridaufbau mit 83 Aluminiumlamellen und Cu-Basis
- Vernickelte Oberfläche
- Sechs Heatpipes
- Lüfteroptionen: 2 x 92 mm oder 1 x 120 mm
- Fixierung per Schrauben
- Montagebohrungen im 75-mm-Abstand
- Kompatibilitätsliste
- Nvidia Geforce 6800 Serie
- Nvidia Geforce 7800 Serie (außer AGP)
- Nvidia Geforce 7900 Serie
- Nvidia Geforce 7950 GT
- Nvidia Geforce 8600 GTS
- Nvidia Geforce 8800 Serie (nur G92)
- Nvidia Geforce 9400 GT
- Nvidia Geforce 9500 GT
- Nvidia Geforce 9600 Serie
- Nvidia Geforce 9800 Serie (außer 9800 GX2)
- ATi Radeon X1800 Serie
- ATi Radeon X1900 Serie
- ATi Radeon HD 3850
- ATi Radeon HD 3870
- ATi Radeon HD 4850
- ATi Radeon HD 4870
- Komplett auf Herstellerhomepage [1]
- Herstellerhomepage [2]
- Vertrieb und aktuelle Preise: Caseking [3] (ca. 49,90 Euro)
Kurzbeschreibung
Der Thermalright T-Rad² ist ein materiell sowie qualitativ sehr hochwertiger, von der Machart ausgesprochen robuster Kühlkörper. Basierend auf sechs seitlich der mächtigen, sehr ebenen Kupferbodenplatte entspringenden Heatpipes sorgen insgesamt 83 im Abstand von etwa 1,5 Millimetern sauber aufgefädelte Aluminiumlamellen für eine üppige Radiator-Fläche. Um optisch einheitlich zu wirken und vor Oxidationserscheinungen zu schützen, wurden sowohl die Leichtmetallfinnen, als auch die Cu-Heatpipes und die Kupferbodenplatte vernickelt.



Traditionsgemäß liefert Thermalright seine Kühler ohne Belüftung aus, weshalb auch dem Anwender des T-Rad² die Ventilierungsart frei gestellt bleibt. Zwei am Lamellenpart befestigte Halterungen ermöglichen dabei die Aufnahme von wahlweise zwei 92-mm-Lüftern respektive einem 120-mm-Pendant, wobei letzteres knapp zwei Zentimeter über das Kühlerlayout ragt und damit deutlich Potential verschenkt. Die Fixierung der Lüfter erfolgt auf sicherem, aber etwas mühsamen Wege mit Hilfe der mitgelieferten Schrauben sowie zwei kleinen, etwas wenig suggestiv anzubringenden Drahtbügeln im 120-mm-Fall. Wie sich später zeigen wird, ist eine 92-mm-Belüftung bei vergleichbarer Lautstärke der 120-mm-Variante vorzuziehen.



Ergänzend zum reinen Grafikchip-Kühlkörper liegen dem Thermalright-Flaggschiff insgesamt 16 passive Kühlelemente in drei verschiedenen Ausführungen bei. Mit ihnen sind sowohl die Grafikspeicher- als auch die sehr temperatursensiblen Spannungswandlerbausteine zu versehen. Die aus Aluminium gefertigten Mini-Kühlkörper sind mit einer gut haftenden Klebefolie ausgestattet und müssen vor der Installation des T-Rad² auf die gesäuberten Bauteile geklebt werden.



Die Anbringung des Hauptkühlkörpers nach erfolgreichem Entfernen der Serienkühlung (Achtung: Garantieverlust) gestaltet sich sehr einfach. Zunächst werden die Haltevorrichtungen in Form vierer Bolzen am T-Rad² angebracht und mit den passenden Isolierringen versehen. Danach kann der Kühler bereits auf den mit Wärmeleitpaste präparierten Grafik-Core aufgesetzt und entsprechend der Bohrlöcher eingefädelt werden. Rückseitig werden erneut Isolierringe aufgesteckt und die vier Daumenschrauben im Wechsel handfest angezogen – fertig.
Der Thermalright-Spross unterstützt grundsätzlich nur Grafikkarten mit einem Bohrlochabstand (Kantenlänge des Quadrates) von 75 mm. Eine entsprechende Kompatibilitätsliste [4] wird vorbildlich online bereit gestellt.



Der Thermalright T-Rad² ist mit 24,3 mm Bauhöhe (ohne Lüfter) ein vergleichsweise flacher, aber dennoch großflächiger Kühlkörper. Der Hersteller war darauf bedacht, je nach Motherboardlayout und Anordnung der PCI-Express-Slots sogar einen SLI- oder Crossfire-Einsatz zu ermöglichen. Allerdings muss man zur reinen Bauhöhe noch die verwendeten Lüfter rechen, mit welchen die T-Rad²-Konstruktion mindestens zwei, im Falle herkömmlicher Lüfter mit 25 mm Dicke sogar drei Steckplätze besetzt. Auch hierfür hält Thermalright eine entsprechende Motherboard-Kompatibilitätsliste [5] bereit, die sich auf die SLI-/Corssfire-Möglichkeiten mit eben solcher „25-mm-Belüftung“ bezieht.
Testsystem und -Verfahren
- Intel Pentium XE 840, 3,2 GHz
- Zalman CNPS 9700 Cu (@ 5 Volt)
- Intel D955XBK Mainboard
- 2x 512 MB Corsair CM2X512A-5400UL CL3
- Asus Radeon X1900 XTX
- MSI NX GeForce 8600 GT
- Maxtor 6Y080M0, 7200 U/min (entkoppelt per Zalman ZM-2HC2)
- Silverstone Strider ST06F 600 Watt (mit Papst F2GLL @ 1100 U/min)
- Thermaltake Shark (komplett gedämmt, Papst F2GLL @ 1100 U/min Gehäuselüfter)
- Wärmeleitpaste: Arctic-Cooling MX-2
- Raumtemperatur 21°C


Wir testen den Thermalright T-Rad² im belüfteten Betrieb auf einer ATI/AMD Radeon X1900 XTX, die zwar leistungsmäßig nicht mehr ganz aktuell ist, als Vergleichsbasis allerdings noch mit ordentlicher Verlustleistung aufwartet. Ohne Heatspreader ausgestattet, verfügt der hitzköpfige Grafikchip nur über eine kleine Kontaktfläche zu den Kühlern und stellt damit höchste Ansprüche an die Kühlhardware. Das Testverfahren sieht unterdessen einen 30-minütigen 3D-Mark-06-Loop vor, durch den das System und im Speziellen die Grafikkarte beansprucht und aufgewärmt wird. Während dieser Periode werden alle wichtigen Sensor-Parameter (Temperaturen, Drehzahlen etc.) mit dem Tool Everest [6] dokumentiert. Die Maximalwerte aus diesen Messungen ziehen wir zum Vergleich der Produkte heran.
Temperaturbetrachtungen


Serienbelüftung <120 mm
Zunächst stellen wir die Kühlleistung des Thermalright T-Rad² mit doppelter 92-mm-Belüftung gegenüber der serienbelüfteten Konkurrenz dar. Hier präsentiert sich der Edelkühler sehr vorzeigbar und kann bei vergleichbarer Lautstärke gut mit den aktuellen Kontrahenten von Scythe, Xigmatek oder Arctic-Cooling mithalten, ohne sich allerdings spürbar vor diesen positionieren zu können.
| Kühler [Spannung] |
Leerlauf [°C] |
Auslastung [°C] |
Lärm [dB(A)] |
Test |
|---|---|---|---|---|
| Xigmatek Battle Axe 2 x 92 mm 2200 U/min |
GPU: 33 Umg: 35 VRM: 51 |
GPU: 51 Umg: 45 VRM: 66 |
43,0 | 02/08 [7] |
| Scythe Musashi 2 x 100 mm Scythe 1900 U/min |
GPU: 36 Umg: 35 VRM: 52 |
GPU: 53 Umg: 44 VRM: 69 |
36,9 | 09/08 [8] |
| AC Accelero TwinTurbo 2 x 80 mm Serie 1850 U/min |
GPU: 34 Umg: 35 VRM: 54 |
GPU: 53 Umg: 45 VRM: 72 |
41,6 | 09/08 [9] |
| Thermalright T-Rad² 2 x 92 mm Coolink SWiF 921 1470 U/min |
GPU: 33 Umg: 34 VRM: 50 |
GPU: 53 Umg: 46 VRM: 71 |
35,7 | 04/09 |
| Thermaltake Fanless 330 1 x 92 mm Papst N2GL 1750 U/min |
GPU: 34 Umg: 32 VRM: 48 |
GPU: 55 Umg: 46 VRM: 69 |
35,8 | 03/09 [10] |
| AC Accelero S1 2 x 80 mm Turbo Modul 1850 U/min |
GPU: 36 Umg: 34 VRM: 54 |
GPU: 55 Umg: 45 VRM: 77 |
35,4 | 09/07 [11] |
| Xigmatek Battle Axe 2 x 92 mm 1100 U/min |
GPU: 35 Umg: 35 VRM: 55 |
GPU: 55 Umg: 46 VRM: 73 |
31,8 | 02/08 [6] |
| AC Accelero TwinTurbo 2 x 80 mm Serie 1100 U/min |
GPU: 35 Umg: 36 VRM: 58 |
GPU: 56 Umg: 49 VRM: 83 |
31,9 | 09/08 [8] |
| Thermaltake Fanless 330 1 x 92 mm Papst N2GL 1030 U/min |
GPU: 35 Umg: 34 VRM: 54 |
GPU: 57 Umg: 48 VRM: 76 |
31,8 | 03/09 [9] |
| Thermalright T-Rad² 2 x 92 mm Coolink SWiF 921 690 U/min |
GPU: 35 Umg: 36 VRM: 56 |
GPU: 60 Umg: 50 VRM: 91 |
30,8 | 04/09 |
| Scythe Musashi 2 x 100 mm Scythe 760 U/min |
GPU: 39 Umg: 38 VRM: 65 |
GPU: 62 Umg: 50 VRM: 93 |
30,5 | 09/08 [7] |
| AC Accelero S1 2 x 80 mm Turbo Modul 750 U/min |
GPU: 38 Umg: 36 VRM: 62 |
GPU: 62 Umg: 49 VRM: 94 |
30,6 | 09/07 [10] |
| Thermaltake Fanless 330 1 x 92 mm Papst N2GL 520 U/min |
GPU: 36 Umg: 36 VRM: 58 |
GPU: 64 Umg: 51 VRM: 90 |
< 30,4 | 03/09 [9] |
| AC Accelero TwinTurbo 2 x 80 mm Serie 520 U/min |
GPU: 37 Umg: 36 VRM: 69 |
GPU: 66 Umg: 51 VRM: 105 |
30,5 | 09/08 [8] |
| Standardkühler 80 mm Radial thermogeregelt |
GPU: 50 Umg: 44 VRM: 63 |
GPU: 89 Umg: 64 VRM: 92 |
N.A. | N.A. |
„GPU“: Chiptemperatur | „Umg“: Umgebungssensor auf Platine | „VRM“: Spannungswandlertemperatur
Referenzbelüftung 120 mm
In der Gegenüberstellung mit 120-mm-Noctua-Referenzlüfter kann der Thermalright-Spross zumindest bei den Chiptemperaturen nur mühsam mit den Widersachern mithalten. Dafür profitieren die in den meisten Fällen deutlich kritischeren Spannungswandler-Temperaturen deutlicher vom T-Rad²-Aufbau. Dieser Umstand ist zum großen Teil wahrscheinlich auf die Lüfterposition im 120-mm-Modus zurück zu führen, denn anders als bei 92-mm-Belüftung wird hierbei verstärkt der hintere Kühlerteil aktiv ventiliert. Aus diesem Grund ist eine 92-mm-Doppelbelüftung bei vergleichbarer Lautstärke leistungsmäßig der 120-mm-Variante vorzuziehen.
Referenzbelüftung | GPU Last
Angaben in °C
|
Referenzbelüftung | VRM Last
Angaben in °C
|
Fazit und Empfehlungen
Mit dem T-Rad² liefert Thermalright einen sehr guten und potenten Nachrüst-Kühler für leistungsstarke Grafikkarten ab, der je nach Bedarf mit entsprechend passender Belüftung ausgestattet werden kann. Zu den großen Stärken neben der auf Augenhöhe zur Konkurrenz angesiedelten Rohperformance zählen materielle sowie qualitative Aspekte, die Vielseitigkeit bezüglich optionaler Lüfterbestückung, sowie der vergleichsweise platzsparende Aufbau. Auch die Montage des T-Rad² geht leicht von der Hand und ist im Rahmen des obligatorischen Gewährleistungsverlustes auch von ungeübten Anwendern schnell und problemlos durchzuführen.
Der Lieferumfang ist komplett, die Leistung ordentlich und die Qualität über jeden Zweifel erhaben. Dennoch fehlen dem Thermalright T-Rad² speziell im Bezug auf den in Referenz zum Mitbewerb gehobeneren Verkaufspreis die schlagkräftigen Argumente. Wer allerdings die Investition nicht scheut und seinen lauten VGA-Serienkühler gegen ein hochwertiges Thermalright-Modell austauschen möchte, kann zum Preis von knapp unter 50 Euro [2] für den lüfterlosen T-Rad² bedenkenlos zuschlagen.


