Einleitung
Das Ringen um die besten Plätze im Ranking der aktuellen High-End-Prozessorkühler nimmt trotz weitgehend stagnierender technischer Fortschritte in diesem Bereich (aber auch tendenziell geringerer Anforderungen seitens der zu kühlenden CPUs) kein Ende. Nachdem sich die großen Namen der Branche bisher allesamt am scheinbar nicht zu entthronenden Prolimatech Megahalems [1] die Kühlfinnen ausgebissen haben, darf sich nun mit dem Tuniq Tower 120 Extreme ein hierzulande noch weitgehend unbekannter Zögling versuchen. Dabei sind die Ambitionen des Sunbeamtech-Ablegers Tuniq mit der verbesserten Auflage ihres Kühlerflaggschiffs enorm, gar vom Performance-König wird gesprochen. Dieses wenig zurückhaltende Unterfangen soll mit Hilfe eines cleveren Fünffach-Heatpipe-Designs inklusive Direct-Touch-Technik, wellenartig angeordneten Kühllamellen sowie einer Sandwich-Lüftereinbindung gemeistert werden. Wir prüfen im Rahmen eines Einzeltests, ob der Tuniq Tower 120 Extreme wirklich das Zeug zum Spitzenprodukt hat.
Lieferumfang
Im Lieferumfang des Kühlgiganten befinden sich neben dem Tower 120 Extreme inklusive zentral eingelassenem 120-mm-LED-Ventilator eine Potentiometer-Slotblende zum manuellen Regeln der Lüfterdrehzahl, das Montagematerial für aktuelle AMD- und Intelplattformen, eine kleine Ein-Gramm-Spritze der hauseigenen Spitzenwärmeleitpaste TX-3 mit 6,2 W/mK sowie eine ausführliche bebilderte Installationsanleitung.
Technische Eckpunkte
- 120-mm-Hybridkühler mit Sandwich-Belüftung
- Aluminiumlamellen mit Wellendesign
- Lamellenabstand: ca. 1,5 mm
- Heatpipe-Direct-Touch-Wärmeaufnahme
- Drei 8-mm- und zwei 6-mm-U-Heatpipes
- Komplette Vernickelung
- Abmessungen: 131 x 112,3 x 150,7 mm (L x B x H)
- Gewicht: 775 Gramm ohne Lüfter, ca. 930 Gramm mit Lüfter
- TX-3 Wärmeleitpaste (1g, 6,2 W/mK)
- Zentrale 120-mm-Serienbelüftung
- 3-Pin-Stromanschluss
- Kabellänge ca. 60 cm
- Blaue LED-Beleuchtung
- Maximal 2000 U/min
- Maximal 154 m³/h
- Magnetic-Fluid-Dynamic-Lager
- Kompatibilität
- AMD Sockel 939, 940, 754, AM2(+), AM3 per Rückplattenverschraubung
- Intel Sockel 775, 1366 per Rückplattenverschraubung
- Intel Sockel 1156 per optionalem Rückplatten-Set [2]
- Motherboard-Kompatibilitätsliste [3]
- Herstellerhomepage [4]
- Preisempfehlung: ca. 50 Euro
Kühler im Detail
Der Tuniq Tower Extreme 120 zählt zweifelsfrei zu den extravaganteren Erscheinungen am Kühlermarkt. Zunächst setzt Tuniq auf ein so genanntes Sandwich-Design, bei welchem der 120-mm-Lüfter zentral zwischen die Lamellentürme eingelassen ist und somit theoretisch selbst bei niedrigeren Drehzahlen und engerer Lamellenstellung noch genügend Luftbewegung zwischen den gestaffelten Kühleinheiten erzeugt werden kann. Immer wieder haben es Hersteller mit dieser Art der Lüfterplatzierung versucht, zuletzt gab es aber nur wenig potente Sandwich-Kühlentwicklungen zu bestaunen. Abseits dieser Anordnung zeigt sich speziell die Formgebung der eng gestaffelten Leichtmetalllamellen sehr charakteristisch. Hierbei soll ein aufwändiges, wellenartiges Finish für mehr Kontaktfläche mit der Luft sorgen.




Sehr unorthodox erscheint darüber hinaus die Heatpipe-Ausstattung des Tower 120 Extreme. Während die meisten Konkurrenzprodukte auf Kapillare mit entweder sechs oder acht Millimeter Durchmesser vertrauen, kombiniert Tuniq beide Modelle. Der Grund dafür erschließt sich bei genauerer Betrachtung der Bodenplatte. Da auf eine abgeschliffene Direct-Touch-Wärmeaufnahme gesetzt wird, bei welcher die CPU-Oberfläche zur Reduktion effizienzsenkender Materialübergänge direkt mit den Heatpipes des Kühlers in Kontakt steht, bestünde beim Einsatz von fünf 8-mm-Pipes das Problem, dass bei kleineren Prozessoren (etwa einer Sockel-775-CPU) aus Platzgründen nur die drei inneren Kapillare zur Wirkung kämen, wie wir es beispielsweise bei der EKL Alpenföhn Nordwand [5] zuletzt gesehen haben. Da der Tuniq Tower 120 Extreme allerdings drei Acht- mit zwei Sechs-Millimeter-Heatpipes wechselseitig kombiniert, tritt dieser leistungsbeeinflussende Fakt bei kleineren Prozessoren nicht auf.
Qualitativ macht der Tower 120 Extreme eine gute Figur. Die Lamellen sind robust geformt, sehr sauber geschnitten und eingepasst, das Komplettnickelkleid ist ebenfalls piekfein aufgetragen und verleiht der Combo einen harmonischen Auftritt. Lediglich die HDT-Basis weist bei unserem Modell leichte Unsauberkeiten an den angeflachten Heatpipe-Kanten und Zwischenräumen auf, die wir bei einem Serienmodell der gehobenen Preisklasse nicht sehen wollen.




Die Serienbelüftung des Tuniq-Sprosses wird von einem transparenten 120-mm-Modell ohne PWM-Unterstützung übernommen. Der im Betrieb LED-beleuchtete (blau) Ventilator dreht mit maximal 2000 U/min, gehört also zu den forscheren Modellen, und ist in einer Rahmenhalterung fixiert, welche mit Hilfe von vier Schrauben zentral mit dem Lamellenkörper des Tower 120 Extreme verbunden wird. Speziell im oberen Drehzahlbereich hat die Sandwich-Bauweise im Vergleich zu herkömmlichen Tower-Konstruktionen meist mit stärkeren Luftverwirbelungen und damit einer höheren Lautstärke zu kämpfen. Erst bei niedrigeren Lüftergeschwindigkeiten, etwa 1000 U/min und tiefer, wie sie mittlerweile größtenteils eingesetzt werden, reguliert sich diese Eigenschaft auf ein vernachlässigbares Maß.
Montagebesonderheiten
Die Installationsmethodik des Tuniq Towers gleicht jener der Alpenföhn Nordwand [6] bis ins Detail. Die grundlegende Haltevorrichtung für alle aktuellen AMD- und Intel-Sockel (Intel Sockel 1156 optional [1]) ist bereits am Kühlkörper montiert und muss lediglich für AMD mit kleinen Zusatzplatten leicht angepasst werden. Das entsprechende Rückplatten-Gegenstück wird derweil an den beschrifteten Bohrungen mit den Installationsschrauben, Muttern und Isolationsringen versehen und motherboardrückseitig durch die Sockelbohrungen gefädelt. Nun kann der Tuniq Tower 120 Extreme in gewünschter Ausrichtung auf die mit Wärmeleitpaste benetzte CPU aufgesetzt und mit Hilfe der Federmuttern alternierend handfest fixiert werden.




Die Montage geht grundlegend sehr leicht von der Hand und ist in wenigen Minuten bewerkstelligt. Sehr gut gefallen die Tatsachen, dass auch AMD-Anwender die ideale Kühlerausrichtung mit zur Gehäuserückwand blasendem Lüfter realisieren können, und dass ein späteres Abnehmen des Kühlers, etwa zum Tausch der CPU, ohne erneuten Motherboardausbau umgesetzt werden kann. Darüber hinaus ist die Online-Bereitstellung einer Motherboard-Kompatibilitätsliste [2] seitens Tuniq löblich zu erwähnen.
Testsystem
Taktgeber unserer aktuellen, realen Messplattform ist Intels Core i7 920 „Bloomfield“ [7]. Die beliebte Quad-Core-CPU generiert im Standardmodus (2,66 GHz, 1,2 Volt V-Core) laut Datenblatt 130 Watt bei voller Auslastung und liegt damit auf dem Niveau unseres Vorgänger-Prozessors, dem Intel Core 2 Extreme QX6700 „Kentsfield“ (2,66 GHZ, 1,35 Volt V-Core). Als Hauptplatine kommt dazu passend Intels DX58SO „Smackover“ zum Einsatz, das wir ebenfalls bereits im Bericht [8] zum Intel Core i7 vorgestellt haben.



Als passendes Gehäuse für die Testzusammenstellung im geschlossenen, stehenden ATX-System stellt uns Caseking mit dem Silverstone TJ-09S [9] eine räumlich üppig dimensionierte Basis zur Verfügung. Neben dem großzügigen Platzangebot ist dabei vor allem die Position des Netzteils am Gehäuseboden entscheidend für faire Testbedingungen, da der Lüfter unseres 650-Watt starken Lian-Li-Silent-Force-Netzteils dort keine mitbelüftende Wirkung auf die Prozessorkühler entfalten kann. So arbeitet als einziger Gehäuselüfter mit dem Scythe-S-Flex 800 ein leises 120-mm-Modell rückseitig ausblasend und unterstützt die CPU-Kühlung in den aktiven sowie semipassiven Testmodi.
Damit sind die wichtigsten Eckpfeiler des Systems, das sich in der Gesamtübersicht wie folgt darstellt, zunächst umrissen:
- Intel Core i7 920 „Bloomfield“ (4 x 2,66 GHz)
- Intel DX58SO „Smackover“ Motherboard
- 3 x 2 GByte OCZ DDR3-1066 XTC Platinum
- Asus ATI Radeon X850 XT (gekühlt per Zalman VF-900Cu)
- Lian Li Silent Force 650 Netzteil (mit 140-mm-Belüftung)
- Silverstone TemJin-SST-TJ09S Gehäuse (Gehäuselüfter: Scythe S-Flex 800)
- Samsung SpinPoint F1 HD322HJ HDD
- Wärmeleitpaste: Arctic-Cooling MX-2
- Raumtemperatur: 23°C
Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.



Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers (der Lüfter wird von einem Passivnetzteil gespeist) im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich bis sehr deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.
Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben. Aus diesem Wert lassen sich Rückschlüsse über das vom Lüfter generierte Luftfördervolumen gewinnen.
Testsystem und -Modi
Um ein möglichst aussagekräftiges Bild über die Kühleigenschaften des Probanden zu erhalten, testen wir die jeweiligen Kühler in verschiedenen CPU-Modi, die aufgrund unterschiedlicher Taktraten und Arbeitsspannungen sowie Gehäusebelüftungsintensitäten manigfaltige Aufgaben an die jeweiligen Produkte richten. Während beispielsweise im „Standardmodus“ die Ansprüche an einen Retailkühler noch relativ vertretbar sind, können nur wenige Top-Kühler den Anforderungen im „Performancemodus“ bei geringer Aktivdrehzahl standhalten. Ergänzt wird die Übersicht vom „Semipassivtest“, bei welchem der CPU-Lüfter deaktiviert und lediglich die Belüftungshilfe vom einzigen Gehäuselüfter bei verschiedenen Drehzahlen gewährleistet wird. Die einzelnen Testmodi stellen sich wie folgt dar:
| Modus | Standard | Performance | Passiv 1 | Passiv 2 |
|---|---|---|---|---|
| Belüftung | Aktiv | Aktiv | Semipassiv | Semipassiv |
| CPU Takt | 2,66 GHz | 3,4 GHz | 2,66 GHz | 2,66 GHz |
| V-Core (BIOS) | 1,2 V | 1,4 V | 1,0 V | 1,0 V |
| V-Core (Real) | 1,08 V | 1,35 V | 0,94 V | 0,94 V |
| Gehäuselüfter | 840 U/min | 840 U/min | 840 U/min | 510 U/min |
Abseits davon greifen wir, in Analogie zu unseren Prozessortests, zur Auslastung der CPU auf Prime95 [10] zurück, das in acht Instanzen des SmallFFT-Tests laufend zur höchsten Heizauslastung der Core i7-Test-CPU führt. Dabei geht jedem etwa halbstündigen Messlauf bis zum thermischen Gleichgewicht eine Aufwärmphase von 45 Minuten voraus. In diesen werden die Systemtemperaturen vom Diagnosetool Everest dokumentiert, wobei zur Bewertung das Mittel der Kerntemperaturmaxima über den gesamten Testlauf genutzt wird.
Lüfter und Lautstärke
Der Tuniq Tower 120 Extreme wird von einem mit vier blauen LEDs beleuchteten Transparent-120-mm-Lüfter ventiliert. Unser Testmodell wartet mit einem Drehzahlspektrum von gut 600 bis 1950 U/min auf, wobei die Anlaufdrehzahl etwa 660 U/min beträgt. Die Drehzahlregulierung des 3-Pin-Lüfters ohne PWM-Funktion geschieht entweder per Software oder BIOS, mit Hilfe des beiliegenden Slotblenden-Potentiometers (hier allerdings nur von 1000 U/min bis Maximaldrehzahl) oder mit Hilfe einer Drittanbieter-Steuerung. Im oberen Drehzahldrittel agiert der Lüfter sehr aufdringlich und untermalt den grellen Laufeindruck bereits ab minimalen Drosselungen mit leichten Klacker- und Schleif-Nebengeräuschen. Überraschenderweise legt sich deren Intensität zwischen 800 und 1400 U/min und es entsteht ein relativ klares und auch im Alltag akzeptables Klangbild. Erst unter 800 U/min, also im Gebiet der Minimaldrehzahl, nehmen die Klackergeräusche wieder stark zu. Insgesamt disqualifiziert sich das Tuniq-Modell aufgrund der gewählten Drehzahlen als Silent-Lüfter, hat aber wohl seine Qualitäten im mitteltourigen Bereich.
Beim Genießen der Messwerte ist darauf zu achten, dass die durch die Sandwichbauweise speziell im hohen Drehzahlbereich ungemein stark geförderten Vibrationen und Luftverwirbelungen objektiv nicht so siginikant in die Darstellung einfließen, wie sie subjektiv wahrgenommen werden. Der Tuniq Tower 120 Extreme hat gerade im Bereich über 1400 U/min enorm mit diesen Zusatzgeräuschen zu kämpfen.
Die Schalldruck-Messwerte unterstreichen, dass mit dem Serienlüfter selbst bei Minimaldrehzahl keine Stille erreicht wird. Darüber hinaus ist der Anstieg über 1400 U/min deutlich, während der Lüfter im mittleren Drehbereich durchaus zu den leiseren seiner Zunft gehört. Das Geschwindigkeitsverhalten der ausströmenden Luft gestaltet sich ohne Überraschungen linear auf Höhe der Kontrahenten.
Auf Basis der Luftgeschwindigkeiten lässt sich der Luftdurchsatz pro Stunde in Abhängigkeit von der Drehzahl abschätzen. Der Tuniq-Lüfter mit einem Außenradius von 5,8 cm und einem Rotorradius von 2,0 cm besitzt somit eine Durchströmfläche von etwa 93,1 cm². Daraus ergeben sich bei maximaler Drehzahl von freistehend leicht über 1900 U/min und den gemessenen 16,5 km/h Luftgeschwindigkeit (angenommen, diese sei homogen über die Querschnittsfläche) ein abgeschätzter Luftdurchsatz von 153,6 m³/h (Herstellerangabe: ca. 154,1 m³/h bei 2000 U/min).
Ungenauigkeiten in den Diagrammen dieser Seite ergeben sich, neben den normalen Messtoleranzen, vorrangig aus nicht exakt einstellbaren Lüfterdrehzahlen (Toleranz +/- 30 U/min).
Performancevergleich
Traditionell nutzen wir zur Leistungsbewertung unserer Test-Probanden Referenzlüfter verschiedener Leistungsklassen, um die Rohperformance der Kühler bei vergleichbaren Bedingungen und Belüftungen gegenüber zu stellen. Für CPU-Kühler im 120-mm-Format kommen folgende drei Referenzlüfter zum Einsatz.
| Scythe S-Flex „D“ | Noctua NF-P12 | Scythe S-Flex „G“ |
|---|---|---|
| 120 mm | 120 mm | 120 mm |
| 840 U/min (12 Volt) | 1380 U/min (12 Volt) | 1860 U/min (12 Volt) |
| v(Luft) = 4,7 km/h | v(Luft) = 8,1 km/h | v(Luft) = 17,3 km/h |
| 51,6 m³/h* | 98,1 m³/h* | 147,1 m³/h* |
| minimal wahrnehmbar | akzeptabel | starkes Rauschen |
| < 30,4 dB(A)** | 37,0 dB(A)** | 45,4 dB(A)** |
| < 30,4 dB(A)*** | 33,9 dB(A)*** | 41,1 dB(A)*** |
| * aus Lüfterbauweise und v(Luft) errechnet, ** frei stehend gemessen, *** liegend auf Scythe Orochi gemessen |
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Referenzbelüftung
Semipassiv bei ausgebautem Zentrallüfter überzeugt der lediglich vom Gehäuseventilator mit Frischluft versorgte Tuniq Tower 120 Extreme durch sehr gute Leistungen oberhalb nahezu aller Konkurrenzprodukte. Hier kommt dem Sandwichkühler neben seinen üppigen Dimensionen speziell der Wellenschnitt der Lamellenfronten zugute. Sogar bei gedrosselter Gehäusebelüftung gerät die spannungsgedimmte Test-CPU bei Standardtakt mit dem Tuniq-Produkt noch nicht ins Schwitzen.
Semipassivmodus mit Gehäuselüfter
Angaben in °C
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Bei eingebauter Referenzbelüftung wendet sich das überzeugende Blatt etwas. Im eng skalierenden Standardmodus der CPU kommt der Tower 120 Extreme nicht zwingend über eine Mittelfeld-Platzierung heraus, wobei erst bei förderstärkerer Belüftung leicht von der Sandwichbauweise profitiert wird. Auch bei steigender thermischer Belastung durch Übertakten des Prozessors gelingt es dem Mammutkühler nicht, sich im Ranking der besten Luftkühler des Marktes weiter nach vorn zu schieben. Insgesamt ist das gezeigte Performance-Niveau im Rahmen der Top-Kühler allerdings sehr gut.
Standardmodus mit Referenzlüftern
Angaben in °C
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Performancemodus mit Referenzlüftern
Angaben in °C
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Serienbelüftung
Mit eingespannter Serienbelüftung zeigt sich ein ähnliches Bild. Die dargestellte Kühlleistung ist in beiden Modi als sehr ordentlich zu beschreiben, wobei die Kontrahenten kaum in ihren Positionen gefährdet werden. Auffällig ist zudem der in Referenz stärkere Leistungseinbruch unterhalb der 1000-U/min-Marke, im Performance-Modus bereits unterhalb der 1300 U/min. Der Tuniq Tower 120 Extreme ist eher auf höhere Drehzahlen abgestimmt und harmoniert in diesem Sinne nicht ideal mit langsamen Ventilatoroptionen.
Fazit
Mit dem Tower 120 Extreme bereichert Tuniq den Kühlermarkt um ein weiteres starkes Towermodell mit besonderem Charakter. Auf Basis der Sandwich-Türme, der Heatpipe-Direct-Touch-Wärmeaufnahme und der Wellenformen der Lamellen wurde eine potente Kühlcombo geschaffen, die allerdings nicht allen Einsatzgebieten uneingeschränkt beizukommen weiß. So verfügt der Tuniq-Tower über eine sehr ordentliche Rohperformance bei aktiver Ventilierung und platziert sich durchgängig im Mittelfeld des Rankings der besten Luft-Tower des Marktes. Seine Leistungscharakteristik in semipassiven Betriebsformen präsentiert sich auf sehr hohem Niveau. Lediglich die wichtigen Kühlleistungen bei Silent-Belüftungen schmecken der Tower-120-Extreme-Konstruktion nicht unbedingt. Dafür ist der Bolide mit seiner drehzahlstarken Serienbelüftung allerdings auch nicht ausgelegt. Aus akustischer Sicht hat der Tuniq Tower bei Minimaldrehzahl lüfterbedingt mit Rotorklacker-Nebengeräuschen, im oberen Drehzahlbereich konstruktionsbedingt stark mit Vibrationen und Luftumschlägen zu kämpfen. So gesehen lässt sich sein ideales Einsatzgebiet bei akzeptabler Geräuschkulisse im Drehzahlbereich zwischen 800 und 1400 U/min abstecken.
Abseits davon wartet die Tuniq-Entwicklung mit eine gelungenen Montageform auf Rückplattenbasis auf, die einen sicheren Halt und eine schnelle Installation ermöglicht. Lobend darf zudem die vom Hersteller online bereitgestellte Motherboard-Kompatibilitätsliste genannt werden. Sinnvoll wäre es obendrein noch, die optionale Sockel-1156-Unterstützung auch der Serienausstattung beizufügen.
Unterm Strich stellt der Tuniq Tower 120 Extreme eine ordentliche Alternative zu den Towergrößen des Marktes dar. Der in unseren Gefilden allerdings noch wenig bekannte Name, die schlechte Verfügbarkeit und die niedrigen Preise der Konkurrenz werden ihm aber das Leben schwer machen. Erhältlich ist der Tuniq-Spross in Deutschland bis dato noch nicht.
Update: Mittlerweile ist das Montagematerial für den Sockel 1156 als optionales Zubehör erschienen [1].
Nützliche Links
Weitere Empfehlungen
- Towerkühler
- EKL Alpenföhn Brocken [13] (sehr hohe Performance, inkl. Lüfter, vergleichsweise günstig)
- Xigmatek Thors Hammer [14] (sehr hohe Leistung, lüfterlose Lieferung, vielseitig einsetzbar)
- Scythe Mugen 2 [15] (sehr hohe Leistung, vielseitig einsetzbar, sehr groß)
- Noctua NH-U12P [16] (hohe Leistung, super Gesamtpaket, leise, etwas teuer)
- Thermaltake V14 Pro [17] (hohe Leistung, extravagantes Design, vollkupfern, teuer, Lüfter nicht wechselbar)
- Thermolab Baram [18] (hohe Kühlleistung, flexibel einsetzbar, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar)
- EKL Alpenföhn Nordwand [4] (hohe Kühlleistung bei hohen Drehzahlen, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar, gutes Paket)
- Top-Blow-Kühler
- Thermalright AXP-140 [19] (Low-Profile für HTPCs geeignet, gute Performance, für 120- und 140-mm-Lüfter)
- Noctua NH-C12P [20] (hohe Leistung als Top-Blow-Kühler, super Gesamtpaket, etwas teuer)
- AVC Black Samurai [21] (hohe Leistung, LGA 1366 Support, mühsame Montage)







