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Test: Tuniq Tower 120 Extreme CPU-Kühler

von Martin Eckardt

Einleitung

Das Ringen um die besten Plätze im Ranking der aktuellen High-End-Prozessorkühler nimmt trotz weitgehend stagnierender technischer Fortschritte in diesem Bereich (aber auch tendenziell geringerer Anforderungen seitens der zu kühlenden CPUs) kein Ende. Nachdem sich die großen Namen der Branche bisher allesamt am scheinbar nicht zu entthronenden Prolimatech Megahalems [1] die Kühlfinnen ausgebissen haben, darf sich nun mit dem Tuniq Tower 120 Extreme ein hierzulande noch weitgehend unbekannter Zögling versuchen. Dabei sind die Ambitionen des Sunbeamtech-Ablegers Tuniq mit der verbesserten Auflage ihres Kühlerflaggschiffs enorm, gar vom Performance-König wird gesprochen. Dieses wenig zurückhaltende Unterfangen soll mit Hilfe eines cleveren Fünffach-Heatpipe-Designs inklusive Direct-Touch-Technik, wellenartig angeordneten Kühllamellen sowie einer Sandwich-Lüftereinbindung gemeistert werden. Wir prüfen im Rahmen eines Einzeltests, ob der Tuniq Tower 120 Extreme wirklich das Zeug zum Spitzenprodukt hat.

Lieferumfang

Tuniq Tower 120 Extreme Lieferumfang
Tuniq Tower 120 Extreme Lieferumfang

Im Lieferumfang des Kühlgiganten befinden sich neben dem Tower 120 Extreme inklusive zentral eingelassenem 120-mm-LED-Ventilator eine Potentiometer-Slotblende zum manuellen Regeln der Lüfterdrehzahl, das Montagematerial für aktuelle AMD- und Intelplattformen, eine kleine Ein-Gramm-Spritze der hauseigenen Spitzenwärmeleitpaste TX-3 mit 6,2 W/mK sowie eine ausführliche bebilderte Installationsanleitung.

Technische Eckpunkte

Kühler im Detail

Der Tuniq Tower Extreme 120 zählt zweifelsfrei zu den extravaganteren Erscheinungen am Kühlermarkt. Zunächst setzt Tuniq auf ein so genanntes Sandwich-Design, bei welchem der 120-mm-Lüfter zentral zwischen die Lamellentürme eingelassen ist und somit theoretisch selbst bei niedrigeren Drehzahlen und engerer Lamellenstellung noch genügend Luftbewegung zwischen den gestaffelten Kühleinheiten erzeugt werden kann. Immer wieder haben es Hersteller mit dieser Art der Lüfterplatzierung versucht, zuletzt gab es aber nur wenig potente Sandwich-Kühlentwicklungen zu bestaunen. Abseits dieser Anordnung zeigt sich speziell die Formgebung der eng gestaffelten Leichtmetalllamellen sehr charakteristisch. Hierbei soll ein aufwändiges, wellenartiges Finish für mehr Kontaktfläche mit der Luft sorgen.

Retail-Verpackung
Retail-Verpackung
Tuniq Tower 120 Extreme
Tuniq Tower 120 Extreme

Zentral eingelassener Lüfter
Zentral eingelassener Lüfter
Fünffach-Heatpipe und Montagerahmen
Fünffach-Heatpipe und Montagerahmen

Sehr unorthodox erscheint darüber hinaus die Heatpipe-Ausstattung des Tower 120 Extreme. Während die meisten Konkurrenzprodukte auf Kapillare mit entweder sechs oder acht Millimeter Durchmesser vertrauen, kombiniert Tuniq beide Modelle. Der Grund dafür erschließt sich bei genauerer Betrachtung der Bodenplatte. Da auf eine abgeschliffene Direct-Touch-Wärmeaufnahme gesetzt wird, bei welcher die CPU-Oberfläche zur Reduktion effizienzsenkender Materialübergänge direkt mit den Heatpipes des Kühlers in Kontakt steht, bestünde beim Einsatz von fünf 8-mm-Pipes das Problem, dass bei kleineren Prozessoren (etwa einer Sockel-775-CPU) aus Platzgründen nur die drei inneren Kapillare zur Wirkung kämen, wie wir es beispielsweise bei der EKL Alpenföhn Nordwand [5] zuletzt gesehen haben. Da der Tuniq Tower 120 Extreme allerdings drei Acht- mit zwei Sechs-Millimeter-Heatpipes wechselseitig kombiniert, tritt dieser leistungsbeeinflussende Fakt bei kleineren Prozessoren nicht auf.

Blau beleuchteter 120-mm-Serienlüfter
Blau beleuchteter 120-mm-Serienlüfter

Qualitativ macht der Tower 120 Extreme eine gute Figur. Die Lamellen sind robust geformt, sehr sauber geschnitten und eingepasst, das Komplettnickelkleid ist ebenfalls piekfein aufgetragen und verleiht der Combo einen harmonischen Auftritt. Lediglich die HDT-Basis weist bei unserem Modell leichte Unsauberkeiten an den angeflachten Heatpipe-Kanten und Zwischenräumen auf, die wir bei einem Serienmodell der gehobenen Preisklasse nicht sehen wollen.

Wellenfronten der Aluminiumlamellen
Wellenfronten der Aluminiumlamellen
Leeres Lüfterfach
Leeres Lüfterfach

Abgeknabberte Kanten an der HDT-Basis
Abgeknabberte Kanten an der HDT-Basis
Rückplattenmaterial für AMD und Intel
Rückplattenmaterial für AMD und Intel

Die Serienbelüftung des Tuniq-Sprosses wird von einem transparenten 120-mm-Modell ohne PWM-Unterstützung übernommen. Der im Betrieb LED-beleuchtete (blau) Ventilator dreht mit maximal 2000 U/min, gehört also zu den forscheren Modellen, und ist in einer Rahmenhalterung fixiert, welche mit Hilfe von vier Schrauben zentral mit dem Lamellenkörper des Tower 120 Extreme verbunden wird. Speziell im oberen Drehzahlbereich hat die Sandwich-Bauweise im Vergleich zu herkömmlichen Tower-Konstruktionen meist mit stärkeren Luftverwirbelungen und damit einer höheren Lautstärke zu kämpfen. Erst bei niedrigeren Lüftergeschwindigkeiten, etwa 1000 U/min und tiefer, wie sie mittlerweile größtenteils eingesetzt werden, reguliert sich diese Eigenschaft auf ein vernachlässigbares Maß.

Montagebesonderheiten

Die Installationsmethodik des Tuniq Towers gleicht jener der Alpenföhn Nordwand [6] bis ins Detail. Die grundlegende Haltevorrichtung für alle aktuellen AMD- und Intel-Sockel (Intel Sockel 1156 optional [1]) ist bereits am Kühlkörper montiert und muss lediglich für AMD mit kleinen Zusatzplatten leicht angepasst werden. Das entsprechende Rückplatten-Gegenstück wird derweil an den beschrifteten Bohrungen mit den Installationsschrauben, Muttern und Isolationsringen versehen und motherboardrückseitig durch die Sockelbohrungen gefädelt. Nun kann der Tuniq Tower 120 Extreme in gewünschter Ausrichtung auf die mit Wärmeleitpaste benetzte CPU aufgesetzt und mit Hilfe der Federmuttern alternierend handfest fixiert werden.

Sichere Montage auf allen Plattformen
Sichere Montage auf allen Plattformen
Handfest fixierte Daumenschrauben
Handfest fixierte Daumenschrauben

Motherboardrückseitig angebracht
Motherboardrückseitig angebracht
Kompatibilität per Herstellerliste prüfen
Kompatibilität per Herstellerliste prüfen

Die Montage geht grundlegend sehr leicht von der Hand und ist in wenigen Minuten bewerkstelligt. Sehr gut gefallen die Tatsachen, dass auch AMD-Anwender die ideale Kühlerausrichtung mit zur Gehäuserückwand blasendem Lüfter realisieren können, und dass ein späteres Abnehmen des Kühlers, etwa zum Tausch der CPU, ohne erneuten Motherboardausbau umgesetzt werden kann. Darüber hinaus ist die Online-Bereitstellung einer Motherboard-Kompatibilitätsliste [2] seitens Tuniq löblich zu erwähnen.

Testsystem

Taktgeber unserer aktuellen, realen Messplattform ist Intels Core i7 920 „Bloomfield“ [7]. Die beliebte Quad-Core-CPU generiert im Standardmodus (2,66 GHz, 1,2 Volt V-Core) laut Datenblatt 130 Watt bei voller Auslastung und liegt damit auf dem Niveau unseres Vorgänger-Prozessors, dem Intel Core 2 Extreme QX6700 „Kentsfield“ (2,66 GHZ, 1,35 Volt V-Core). Als Hauptplatine kommt dazu passend Intels DX58SO „Smackover“ zum Einsatz, das wir ebenfalls bereits im Bericht [8] zum Intel Core i7 vorgestellt haben.

Großzügige Sockel 1366-Testplattform
Großzügige Sockel 1366-Testplattform
Intel DX58SO Extreme Motherboard und Intel Core i7-920 CPU
Intel DX58SO Extreme Motherboard und Intel Core i7-920 CPU
Abgeschottetes Netzteil: Lian Li Silent Force 650
Abgeschottetes Netzteil: Lian Li Silent Force 650

Als passendes Gehäuse für die Testzusammenstellung im geschlossenen, stehenden ATX-System stellt uns Caseking mit dem Silverstone TJ-09S [9] eine räumlich üppig dimensionierte Basis zur Verfügung. Neben dem großzügigen Platzangebot ist dabei vor allem die Position des Netzteils am Gehäuseboden entscheidend für faire Testbedingungen, da der Lüfter unseres 650-Watt starken Lian-Li-Silent-Force-Netzteils dort keine mitbelüftende Wirkung auf die Prozessorkühler entfalten kann. So arbeitet als einziger Gehäuselüfter mit dem Scythe-S-Flex 800 ein leises 120-mm-Modell rückseitig ausblasend und unterstützt die CPU-Kühlung in den aktiven sowie semipassiven Testmodi.

Damit sind die wichtigsten Eckpfeiler des Systems, das sich in der Gesamtübersicht wie folgt darstellt, zunächst umrissen:

Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.

Voltcraft Schallpegelmessgerät 320
Voltcraft Schallpegelmessgerät 320
Anemometer zur Bestimmung der Luftgeschwindigkeit
Anemometer zur Bestimmung der Luftgeschwindigkeit
Neue Referenzlüfter von Scythe und Noctua
Neue Referenzlüfter von Scythe und Noctua

Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers (der Lüfter wird von einem Passivnetzteil gespeist) im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich bis sehr deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.

Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben. Aus diesem Wert lassen sich Rückschlüsse über das vom Lüfter generierte Luftfördervolumen gewinnen.

Testsystem und -Modi

Um ein möglichst aussagekräftiges Bild über die Kühleigenschaften des Probanden zu erhalten, testen wir die jeweiligen Kühler in verschiedenen CPU-Modi, die aufgrund unterschiedlicher Taktraten und Arbeitsspannungen sowie Gehäusebelüftungsintensitäten manigfaltige Aufgaben an die jeweiligen Produkte richten. Während beispielsweise im „Standardmodus“ die Ansprüche an einen Retailkühler noch relativ vertretbar sind, können nur wenige Top-Kühler den Anforderungen im „Performancemodus“ bei geringer Aktivdrehzahl standhalten. Ergänzt wird die Übersicht vom „Semipassivtest“, bei welchem der CPU-Lüfter deaktiviert und lediglich die Belüftungshilfe vom einzigen Gehäuselüfter bei verschiedenen Drehzahlen gewährleistet wird. Die einzelnen Testmodi stellen sich wie folgt dar:

Modus Standard Performance Passiv 1 Passiv 2
Belüftung Aktiv Aktiv Semipassiv Semipassiv
CPU Takt 2,66 GHz 3,4 GHz 2,66 GHz 2,66 GHz
V-Core (BIOS) 1,2 V 1,4 V 1,0 V 1,0 V
V-Core (Real) 1,08 V 1,35 V 0,94 V 0,94 V
Gehäuselüfter 840 U/min 840 U/min 840 U/min 510 U/min

Abseits davon greifen wir, in Analogie zu unseren Prozessortests, zur Auslastung der CPU auf Prime95 [10] zurück, das in acht Instanzen des SmallFFT-Tests laufend zur höchsten Heizauslastung der Core i7-Test-CPU führt. Dabei geht jedem etwa halbstündigen Messlauf bis zum thermischen Gleichgewicht eine Aufwärmphase von 45 Minuten voraus. In diesen werden die Systemtemperaturen vom Diagnosetool Everest dokumentiert, wobei zur Bewertung das Mittel der Kerntemperaturmaxima über den gesamten Testlauf genutzt wird.

Lüfter und Lautstärke

Laute Serienbelüftung des Tuniq Tower 120 Extreme
Laute Serienbelüftung des Tuniq Tower 120 Extreme

Der Tuniq Tower 120 Extreme wird von einem mit vier blauen LEDs beleuchteten Transparent-120-mm-Lüfter ventiliert. Unser Testmodell wartet mit einem Drehzahlspektrum von gut 600 bis 1950 U/min auf, wobei die Anlaufdrehzahl etwa 660 U/min beträgt. Die Drehzahlregulierung des 3-Pin-Lüfters ohne PWM-Funktion geschieht entweder per Software oder BIOS, mit Hilfe des beiliegenden Slotblenden-Potentiometers (hier allerdings nur von 1000 U/min bis Maximaldrehzahl) oder mit Hilfe einer Drittanbieter-Steuerung. Im oberen Drehzahldrittel agiert der Lüfter sehr aufdringlich und untermalt den grellen Laufeindruck bereits ab minimalen Drosselungen mit leichten Klacker- und Schleif-Nebengeräuschen. Überraschenderweise legt sich deren Intensität zwischen 800 und 1400 U/min und es entsteht ein relativ klares und auch im Alltag akzeptables Klangbild. Erst unter 800 U/min, also im Gebiet der Minimaldrehzahl, nehmen die Klackergeräusche wieder stark zu. Insgesamt disqualifiziert sich das Tuniq-Modell aufgrund der gewählten Drehzahlen als Silent-Lüfter, hat aber wohl seine Qualitäten im mitteltourigen Bereich.

Beim Genießen der Messwerte ist darauf zu achten, dass die durch die Sandwichbauweise speziell im hohen Drehzahlbereich ungemein stark geförderten Vibrationen und Luftverwirbelungen objektiv nicht so siginikant in die Darstellung einfließen, wie sie subjektiv wahrgenommen werden. Der Tuniq Tower 120 Extreme hat gerade im Bereich über 1400 U/min enorm mit diesen Zusatzgeräuschen zu kämpfen.

Schalldruck / Drehzahl (frei stehend)
Schalldruck / Drehzahl (auf Kühlkörper liegend)

Die Schalldruck-Messwerte unterstreichen, dass mit dem Serienlüfter selbst bei Minimaldrehzahl keine Stille erreicht wird. Darüber hinaus ist der Anstieg über 1400 U/min deutlich, während der Lüfter im mittleren Drehbereich durchaus zu den leiseren seiner Zunft gehört. Das Geschwindigkeitsverhalten der ausströmenden Luft gestaltet sich ohne Überraschungen linear auf Höhe der Kontrahenten.

Luftgeschwindigkeit / Drehzahl

Auf Basis der Luftgeschwindigkeiten lässt sich der Luftdurchsatz pro Stunde in Abhängigkeit von der Drehzahl abschätzen. Der Tuniq-Lüfter mit einem Außenradius von 5,8 cm und einem Rotorradius von 2,0 cm besitzt somit eine Durchströmfläche von etwa 93,1 cm². Daraus ergeben sich bei maximaler Drehzahl von freistehend leicht über 1900 U/min und den gemessenen 16,5 km/h Luftgeschwindigkeit (angenommen, diese sei homogen über die Querschnittsfläche) ein abgeschätzter Luftdurchsatz von 153,6 m³/h (Herstellerangabe: ca. 154,1 m³/h bei 2000 U/min).

Ungenauigkeiten in den Diagrammen dieser Seite ergeben sich, neben den normalen Messtoleranzen, vorrangig aus nicht exakt einstellbaren Lüfterdrehzahlen (Toleranz +/- 30 U/min).

Performancevergleich

Traditionell nutzen wir zur Leistungsbewertung unserer Test-Probanden Referenzlüfter verschiedener Leistungsklassen, um die Rohperformance der Kühler bei vergleichbaren Bedingungen und Belüftungen gegenüber zu stellen. Für CPU-Kühler im 120-mm-Format kommen folgende drei Referenzlüfter zum Einsatz.

Scythe S-Flex „D“ Noctua NF-P12 Scythe S-Flex „G“
120-mm-Scythe-Referenz mit 800 U/min
120-mm-Scythe-Referenz mit 800 U/min
120-mm-Noctua-Referenz mit 1380 U/min
120-mm-Noctua-Referenz mit 1380 U/min
120-mm-Scythe-Referenz mit 1860 U/min
120-mm-Scythe-Referenz mit 1860 U/min
120 mm 120 mm 120 mm
840 U/min (12 Volt) 1380 U/min (12 Volt) 1860 U/min (12 Volt)
v(Luft) = 4,7 km/h v(Luft) = 8,1 km/h v(Luft) = 17,3 km/h
51,6 m³/h* 98,1 m³/h* 147,1 m³/h*
minimal wahrnehmbar akzeptabel starkes Rauschen
< 30,4 dB(A)** 37,0 dB(A)** 45,4 dB(A)**
< 30,4 dB(A)*** 33,9 dB(A)*** 41,1 dB(A)***
* aus Lüfterbauweise und v(Luft) errechnet, ** frei stehend gemessen,
*** liegend auf Scythe Orochi gemessen

Referenzbelüftung

Semipassiv bei ausgebautem Zentrallüfter überzeugt der lediglich vom Gehäuseventilator mit Frischluft versorgte Tuniq Tower 120 Extreme durch sehr gute Leistungen oberhalb nahezu aller Konkurrenzprodukte. Hier kommt dem Sandwichkühler neben seinen üppigen Dimensionen speziell der Wellenschnitt der Lamellenfronten zugute. Sogar bei gedrosselter Gehäusebelüftung gerät die spannungsgedimmte Test-CPU bei Standardtakt mit dem Tuniq-Produkt noch nicht ins Schwitzen.

Semipassivmodus mit Gehäuselüfter

 Gehäuselüfter bei 840 U/min:
Scythe Orochi (Tower)
64,75
Tuniq Tower 120 Extreme
76,00
Scythe Mugen 2
79,50
Xigmatek Thor's Hammer
85,50
Prolimatech Megahalems
88,50
Zalman CNPS 10X Quiet
89,00
Noctua NH-U12P
91,25
EKL Brocken
93,50
EKL Nordwand
94,50
Thermolab Baram
98,00
Cogage True Spirit
99,00
 Gehäuselüfter bei 510 U/min:
Scythe Orochi (Tower)
81,75
Tuniq Tower 120 Extreme
89,00
Scythe Mugen 2
96,75
Angaben in °C

Bei eingebauter Referenzbelüftung wendet sich das überzeugende Blatt etwas. Im eng skalierenden Standardmodus der CPU kommt der Tower 120 Extreme nicht zwingend über eine Mittelfeld-Platzierung heraus, wobei erst bei förderstärkerer Belüftung leicht von der Sandwichbauweise profitiert wird. Auch bei steigender thermischer Belastung durch Übertakten des Prozessors gelingt es dem Mammutkühler nicht, sich im Ranking der besten Luftkühler des Marktes weiter nach vorn zu schieben. Insgesamt ist das gezeigte Performance-Niveau im Rahmen der Top-Kühler allerdings sehr gut.

Standardmodus mit Referenzlüftern

 Scythe S-Flex (840 U/min):
Prolimatech Megahalems
58,00
Corsair H50
58,25
Xigmatek Thor's Hammer
58,50
Noctua NH-U12P
58,50
EKL Nordwand
58,50
Scythe Orochi (Tower)
58,75
Zalman CNPS 10X Quiet
58,75
CM Hyper 212 Plus
58,75
Tuniq Tower 120 Extreme
58,75
Scythe Mugen 2
59,00
Zalman CNPS 10X Extreme
59,25
EKL Brocken
59,50
Thermolab Baram
59,50
Cogage True Spirit
60,00
Thermalright AXP-140
63,50
 Noctua NF-P12 (1380 U/min):
Prolimatech Megahalems
54,00
Corsair H50
54,50
Xigmatek Thor's Hammer
54,75
Noctua NH-U12P
55,25
EKL Nordwand
55,25
Thermolab Baram
55,50
Tuniq Tower 120 Extreme
55,50
Scythe Mugen 2
55,75
Scythe Orochi (Tower)
55,75
Zalman CNPS 10X Extreme
55,75
CM Hyper 212 Plus
55,75
Zalman CNPS 10X Quiet
56,50
Cogage True Spirit
57,00
EKL Brocken
57,50
Thermalright AXP-140
59,25
 Scythe S-Flex (1860 U/min):
Prolimatech Megahalems
50,25
EKL Nordwand
51,25
Tuniq Tower 120 Extreme
51,25
Zalman CNPS 10X Extreme
52,00
Corsair H50
52,00
Xigmatek Thor's Hammer
52,75
Thermolab Baram
52,75
Zalman CNPS 10X Quiet
52,75
Scythe Mugen 2
53,00
Noctua NH-U12P
53,00
Cogage True Spirit
53,25
CM Hyper 212 Plus
53,25
Scythe Orochi (Tower)
53,75
EKL Brocken
54,25
Thermalright AXP-140
54,50
Angaben in °C

Performancemodus mit Referenzlüftern

 Scythe S-Flex (840 U/min):
Prolimatech Megahalems
94,75
 Noctua NF-P12 (1380 U/min):
Corsair H50
86,00
Prolimatech Megahalems
86,25
Scythe Mugen 2
87,50
Xigmatek Thor's Hammer
87,50
Noctua NH-U12P
87,50
EKL Nordwand
87,50
Thermolab Baram
88,00
Tuniq Tower 120 Extreme
89,25
Zalman CNPS 10X Extreme
90,00
Zalman CNPS 10X Quiet
90,00
EKL Brocken
90,25
Cogage True Spirit
90,50
Thermalright AXP-140
95,50
 Scythe S-Flex (1860 U/min):
Prolimatech Megahalems
77,50
Zalman CNPS 10X Extreme
80,00
Thermolab Baram
80,00
EKL Nordwand
80,25
Corsair H50
80,50
Xigmatek Thor's Hammer
81,25
Noctua NH-U12P
81,25
EKL Brocken
81,75
Tuniq Tower 120 Extreme
82,00
Scythe Mugen 2
82,25
Cogage True Spirit
82,50
Zalman CNPS 10X Quiet
82,75
Thermalright AXP-140
86,50
Scythe Orochi (Tower)
93,00
CM Hyper 212 Plus
95,50
Angaben in °C

Serienbelüftung

Mit eingespannter Serienbelüftung zeigt sich ein ähnliches Bild. Die dargestellte Kühlleistung ist in beiden Modi als sehr ordentlich zu beschreiben, wobei die Kontrahenten kaum in ihren Positionen gefährdet werden. Auffällig ist zudem der in Referenz stärkere Leistungseinbruch unterhalb der 1000-U/min-Marke, im Performance-Modus bereits unterhalb der 1300 U/min. Der Tuniq Tower 120 Extreme ist eher auf höhere Drehzahlen abgestimmt und harmoniert in diesem Sinne nicht ideal mit langsamen Ventilatoroptionen.

Standardmodus mit Serienbelüftung / Drehzahl
Performancemodus mit Serienbelüftung / Drehzahl

Fazit

Mit dem Tower 120 Extreme bereichert Tuniq den Kühlermarkt um ein weiteres starkes Towermodell mit besonderem Charakter. Auf Basis der Sandwich-Türme, der Heatpipe-Direct-Touch-Wärmeaufnahme und der Wellenformen der Lamellen wurde eine potente Kühlcombo geschaffen, die allerdings nicht allen Einsatzgebieten uneingeschränkt beizukommen weiß. So verfügt der Tuniq-Tower über eine sehr ordentliche Rohperformance bei aktiver Ventilierung und platziert sich durchgängig im Mittelfeld des Rankings der besten Luft-Tower des Marktes. Seine Leistungscharakteristik in semipassiven Betriebsformen präsentiert sich auf sehr hohem Niveau. Lediglich die wichtigen Kühlleistungen bei Silent-Belüftungen schmecken der Tower-120-Extreme-Konstruktion nicht unbedingt. Dafür ist der Bolide mit seiner drehzahlstarken Serienbelüftung allerdings auch nicht ausgelegt. Aus akustischer Sicht hat der Tuniq Tower bei Minimaldrehzahl lüfterbedingt mit Rotorklacker-Nebengeräuschen, im oberen Drehzahlbereich konstruktionsbedingt stark mit Vibrationen und Luftumschlägen zu kämpfen. So gesehen lässt sich sein ideales Einsatzgebiet bei akzeptabler Geräuschkulisse im Drehzahlbereich zwischen 800 und 1400 U/min abstecken.

Tuniq Tower 120 Extreme
Tuniq Tower 120 Extreme

Abseits davon wartet die Tuniq-Entwicklung mit eine gelungenen Montageform auf Rückplattenbasis auf, die einen sicheren Halt und eine schnelle Installation ermöglicht. Lobend darf zudem die vom Hersteller online bereitgestellte Motherboard-Kompatibilitätsliste genannt werden. Sinnvoll wäre es obendrein noch, die optionale Sockel-1156-Unterstützung auch der Serienausstattung beizufügen.

Unterm Strich stellt der Tuniq Tower 120 Extreme eine ordentliche Alternative zu den Towergrößen des Marktes dar. Der in unseren Gefilden allerdings noch wenig bekannte Name, die schlechte Verfügbarkeit und die niedrigen Preise der Konkurrenz werden ihm aber das Leben schwer machen. Erhältlich ist der Tuniq-Spross in Deutschland bis dato noch nicht.

Update: Mittlerweile ist das Montagematerial für den Sockel 1156 als optionales Zubehör erschienen [1].

Nützliche Links

Weitere Empfehlungen

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_prolimatech_megahalems_cpu-kuehler/
  2. http://www.tuniq.com.tw/Cooler_Info/LGA1156-Backplate-set.htm
  3. http://www.tuniq.com.tw/Cooler_Info/Tower-120-Extreme-Compatibility.htm
  4. http://www.tuniq.com.tw/Cooler_Info/Tower-120-Extreme.htm
  5. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_ekl_alpenfoehn_nordwand_cpu-kuehler/
  6. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_ekl_alpenfoehn_nordwand_cpu-kuehler/2/#abschnitt_montagebesonderheiten
  7. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/prozessoren/2008/test_intel_core_i7_920_940_965_extreme_edition/
  8. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/prozessoren/2008/test_intel_core_i7_920_940_965_extreme_edition/4/#abschnitt__mainboards
  9. http://www.caseking.de/shop/catalog/Gehaeuse/Silverstone/SST-TJ09-Serie/Silverstone-TemJin-SST-TJ09S-silver::5964.html
  10. http://www.computerbase.de/downloads/software/systemueberwachung/prime95/
  11. http://www.tuniq.com.tw
  12. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_sechs_high-end-kuehler/
  13. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_ekl_alpenfoehn_brocken_cpu-kuehler/
  14. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_xigmatek_thors_hammer_cpu-kuehler/
  15. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_scythe_mugen_2_cpu-kuehler/
  16. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_noctua_cpu-kuehler_nh-u12p/
  17. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_thermaltake_v14_pro_prozessorkuehler/
  18. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_thermolab_baram_cpu-kuehler/
  19. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_thermalright_axp-140_cpu-kuehler/
  20. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_noctua_nh-c12p_cpu-kuehler/
  21. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_avc_black_samurai_cpu-kuehler/
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