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Test: CoolIT Systems Domino A.L.C.

von Martin Eckardt

Einleitung

Die Wahl zwischen Luft- und Wasserkühlung für die CPU ist für viele Anwender eine Gewissensfrage, denn beide Systeme besitzen zahlreiche Vor- aber auch Nachteile. Während gute Luftkühlung bereits relativ günstig, installationseinfach und wartungsarm zu realisieren ist, gibt es im Grenzbereich zwischen minimaler Lautstärke und maximaler Leistung noch deutliche Reserven. Hingegen bieten Flüssigkeitskühler erweiterbare sowie anpassbare, enorm potente Systeme für den gesamten PC sowie eine bei Bedarf geringe Geräuschkulisse. Die hohen Anschaffungskosten und die deutlich aufwändigere Erstinstallation schrecken viele, speziell etwas unerfahrene Anwender, jedoch ab.

Hin und wieder versuchen einige Hersteller, beide Systeme zu kombinieren und einfache, leistungsstarke Komplettkühler auf Flüssigkeitsbasis mit Radiator, Pumpe und CPU-Kühler in einem geschlossenen Kreislauf zu kreieren. So konnte beispielsweise Speicherspezialist Corsair mit der „H50 [1]“ durchaus gute Kritiken ernten. Ein ähnliches Konzept verfolgt CoolIT-Systems und hat mit der „Domino A.L.C.“ seit einiger Zeit einen „all-in-one“ Flüssigkeitskühler für die CPU, der beste Kühlleistungen, einfache und wartungsfreie Bedienbarkeit und eine geringe Lärmkulisse vereinen will, im Angebot. Wir haben uns das Produkt im Rahmen eines Einzeltests etwas näher angeschaut und wollen klären, ob das Bindeglied zwischen Luft- und Wasserkühler sein Geld wirklich wert ist.

Lieferumfang

CoolIT Systems Domino A.L.C. Lieferumfang
CoolIT Systems Domino A.L.C. Lieferumfang

Im Lieferumfang des Domino-Komplettsystems befinden sich neben der Kühleinheit inklusive Radiator, CPU-Kühler, Pumpe und Lüfter das Montagematerial für die gängigen AMD- und Intel-Sockel sowie die Bedienungsanleitungen in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch). Außerdem liegen in weiser Voraussicht über deren Anfälligkeit zwei zusätzliche Gummistrings zur Lüfterbefestigung bei. Eine dünne Schicht Wärmeleitpaste für die Erstinstallation ist bereits am Kühlkörper voraufgetragen. Weitere Paste gehört leider nicht zum Lieferumfang.

Technische Eckpunkte

Kühler im Detail

Die CoolIT Systems Domino A.L.C. („Advanced Liquid Cooling“) vereint die drei Hauptkomponenten einer Flüssigkeitskühlung in einem System. Grundlage der Konstruktion ist ein kompakter, kupferner Prozessorkühler im 50 x 50 mm Format mit innerer Mikrostruktur zur effektiveren Wärmeabgabe. Die ebene Kontaktfläche zur CPU ist zum Schutz vor Korrosionseffekten vernickelt. Serienmäßig ist eine universelle, diagonalenveränderbare Vierpunkt-Halterung für die unterstützten Intel-Sockel aufgeschraubt, die bei Bedarf gegen das dem Lieferumfang beiliegende AMD-Pendant ausgetauscht werden kann. Qualitativ hinterlässt das CPU-Kühlelement einen sehr ordentlichen Gesamteindruck.

CoolIT Systems Domino A.L.C. Verpackung
CoolIT Systems Domino A.L.C. Verpackung
CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.

Wärmeleitpaste vorinstalliert
Wärmeleitpaste vorinstalliert
CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.

Über zwei sehr unflexible, etwa 25 cm lange Kunststoffschläuche, die ausgesprochen sicher mit Kühler und Radiator verbunden sind, erfolgt der Transport des nicht näher spezifizierten Kühlmittels zum Wärmetauscher. Hierbei kommt ein 120-mm-Standardmodell mit sehr eng gewellten Aluminiumlamellen und mit etwa im Zentimeterabstand flüssigkeitsführenden Kapillaren zum Einsatz. Der Radiator misst ungefähr 157 x 120 x 27 mm und passt damit gerade so an die 120-mm-Rückwand-Lüfterposition der meisten ATX-Gehäuse.

Direkt am Radiator wurde die Steuerzentrale des Kühlsystems in einem etwas weniger wertig anmutenden, aber dennoch robusten Kunststoff-Gehäuse untergebracht. Diese wurde so konzipiert, dass bei Chassis mit Seitenwandfenster das etwa 45 x 25 mm große, blau beleuchtete Display abgelesen werden kann. Bei Gehäusen ohne Blickfenster wirkt das dort platzierte LCD jedoch recht unglücklich. Gehäuse mit zusätzlichen Lüftern oder einem Lufttunnel in der Seitenwand könnten sogar inkompatibel zur Domino-Kühlung sein.

Das Display gibt Auskunft über den aktuellen Betriebsmodus, über die Kühlflüssigkeitstemperatur sowie die Drehzahlen von Pumpe und Raditorlüfter. Das CoolIT-System bietet dem Anwender drei verschiedene Arbeitsmodi, die sich lediglich in der Drehzahl des Radiatorlüfters unterscheiden. Die kleine, an der Steuereinheit fixierte 12-Volt-Pumpe agiert konstant mit etwa 3.000 U/min und lässt leider keine Geschwindigkeits- respektive Geräuschreduzierung per Spannungsdimmung zu, sondern versagt bereits bei moderater Senkung der Spannung, begleitet vom Alarm des CoolIT-Produktes, ihren Dienst.

Herkömmlicher 120-mm-Radiator
Herkömmlicher 120-mm-Radiator
CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.
Kleine 12-V-Pumpe sitzt links
Kleine 12-V-Pumpe sitzt links
CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.
Drei Modi können per Tastendruck gewählt werden
Drei Modi können per Tastendruck gewählt werden
CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.

Drei Betriebsoptionen bietet die Domino A.L.C. an, die per Tastendruck direkt an der Seite der Steuereinheit durchgeschaltet werden können. „Quiet“ sowie „Performance“ beschreiben dabei Drehzahlspektren zwischen etwa 1.100 und 2.500 U/min, wobei basierend auf unterschiedlich gestalteten Regelkurven temperaturabhängig gesteuert wird. Während des Volllast-Testverlaufs bewegten sich die Drehzahlen im „Quiet“-Modus mit unserem Muster zwischen 1.000 und 1.700 U/min, im „Performance“-Betrieb etwa zwischen 1.500 und 2.100 U/min. Je nach Auslastung und Beanspruchung kann es hier allerdings zu Abweichungen kommen – einen leisen Betrieb unter 1.000 U/min sieht das System jedoch leider nicht vor. „Full“als dritte Option beschreibt indes die konstante Maximaldrehzahl des 120-mm-Lüfters, die bei etwa 2.500 U/min liegt.

Ab Werk ist die Anbringung des 120-mm-Serienlüfters mit vier Schrauben am Radiator in saugender Position. Das bedeutet, dass zum Kühlen die warme Gehäuseinnenluft durch den Wärmetauscher angesaugt und nach außen befördert wird. Wie sich später zeigen wird, ist im Sinne einer minimalen Prozessortemperatur eine einblasende Lüfteranbringung jedoch deutlich sinnvoller. Hierauf muss jedoch das Gesamtkühlkonzept im Gehäuse abgestimmt werden, um nicht zu hohe Chassis- und Komponententemperaturen zu generieren.

Ein generelles Tauschen des Lüfters ist leider nur sehr schwer möglich. CoolIT hat sich für Lüfter und Pumpe eine gemeinsame Stromversorgung über einen 3-Pin-Lüfteranschluss erdacht. Bereits das Drehen des Lüfters erweist sich aufgrund der kurzen Kabel als echte Herausforderung. Ein echter Wechsel ist daher wohl nur durch bastlerisches Geschick unter Verlust der Herstellergarantie zu erreichen.

Montagebesonderheiten

CoolIT Systems Rückplatten-Sammlung
CoolIT Systems Rückplatten-Sammlung
CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.

CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.
Informationen über Temperatur und Drehzahlen
Informationen über Temperatur und Drehzahlen

Das Montagekonzept der CoolIT Systems Domino ist relativ einfach. Bei ausgebautem Motherboard wird die für das jeweilige System passende Rückplatte ausgewählt und der bereits mit Wärmeleitpaste präparierte CPU-Kühler mit den vier Federmuttern wechselseitig festgeschraubt. Nun muss das Motherboard nebst Kühlsystem wieder in das Gehäuse eingesetzt werden. Dabei ist entsprechend vorsichtig vorzugehen, da der knapp ein Kilogramm schwere Radiatorpart noch unfixiert ist und Schaden anrichten könnte.

Das Anbringen des Wärmetauschers an der Gehäuserückwand entpuppt sich als Gedultsspiel. Einerseits ist der Platz enorm knapp bemessen, andererseits verhindern die starren Schläuche ein bequemes Rangieren. Die Befestigung des Radiators erfolgt zur Reduzierung von schwinnungsbedingten Geräuschen mit Hilfe von vier Gummihaltern. Diese in die entsprechenden Bohrungen des Gehäuses einzufädeln, erfordert ebenfalls etwas Geschick und Nervenstärke.

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Ein großes Problem stellt das Demontieren des Wärmetauschers dar. Die Gummi-Entkoppler präsentieren sich doch sehr anfällig und reißen bei Überdehnung mit Vorliebe. Schnell sind da auch die zwei zusätzlichen Exemplare aus dem Lieferumfang aufgebraucht. Eine etwas langlebigere Lösung wäre hier doch sehr wünschenswert.

Testsystem

Taktgeber unserer aktuellen, realen Messplattform ist Intels Core i7 920 „Bloomfield“ [4]. Die beliebte Quad-Core-CPU generiert im Standardmodus (2,66 GHz, 1,2 Volt V-Core) laut Datenblatt 130 Watt bei voller Auslastung und liegt damit auf dem Niveau unseres Vorgänger-Prozessors, dem Intel Core 2 Extreme QX6700 „Kentsfield“ (2,66 GHZ, 1,35 Volt V-Core). Als Hauptplatine kommt dazu passend Intels DX58SO „Smackover“ zum Einsatz, das wir ebenfalls bereits im Bericht [5] zum Intel Core i7 vorgestellt haben.

Großzügige Sockel 1366-Testplattform
Großzügige Sockel 1366-Testplattform
Intel DX58SO Extreme Motherboard und Intel Core i7-920 CPU
Intel DX58SO Extreme Motherboard und Intel Core i7-920 CPU
Abgeschottetes Netzteil: Lian Li Silent Force 650
Abgeschottetes Netzteil: Lian Li Silent Force 650

Als passendes Gehäuse für die Testzusammenstellung im geschlossenen, stehenden ATX-System stellt uns Caseking mit dem Silverstone TJ-09S [6] eine räumlich üppig dimensionierte Basis zur Verfügung. Neben dem großzügigen Platzangebot ist dabei vor allem die Position des Netzteils am Gehäuseboden entscheidend für faire Testbedingungen, da der Lüfter unseres 650-Watt starken Lian-Li-Silent-Force-Netzteils dort keine mitbelüftende Wirkung auf die Prozessorkühler entfalten kann. So arbeitet als einziger Gehäuselüfter mit dem Scythe-S-Flex 800 ein leises 120-mm-Modell rückseitig ausblasend und unterstützt die CPU-Kühlung in den aktiven sowie semipassiven Testmodi.

Damit sind die wichtigsten Eckpfeiler des Systems, das sich in der Gesamtübersicht wie folgt darstellt, zunächst umrissen:

Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.

Voltcraft Schallpegelmessgerät 320
Voltcraft Schallpegelmessgerät 320
Anemometer zur Bestimmung der Luftgeschwindigkeit
Anemometer zur Bestimmung der Luftgeschwindigkeit
Neue Referenzlüfter von Scythe und Noctua
Neue Referenzlüfter von Scythe und Noctua

Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers (der Lüfter wird von einem Passivnetzteil gespeist) im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich bis sehr deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.

Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben. Aus diesem Wert lassen sich Rückschlüsse über das vom Lüfter generierte Luftfördervolumen gewinnen.

Testsystem und -Modi

Um ein möglichst aussagekräftiges Bild über die Kühleigenschaften des Probanden zu erhalten, testen wir die jeweiligen Kühler in verschiedenen CPU-Modi, die aufgrund unterschiedlicher Taktraten und Arbeitsspannungen sowie Gehäusebelüftungsintensitäten manigfaltige Aufgaben an die jeweiligen Produkte richten. Während beispielsweise im „Standardmodus“ die Ansprüche an einen Retailkühler noch relativ vertretbar sind, können nur wenige Top-Kühler den Anforderungen im „Performancemodus“ bei geringer Aktivdrehzahl standhalten. Ergänzt wird die Übersicht vom „Semipassivtest“, bei welchem der CPU-Lüfter deaktiviert und lediglich die Belüftungshilfe vom einzigen Gehäuselüfter bei verschiedenen Drehzahlen gewährleistet wird. Die einzelnen Testmodi stellen sich wie folgt dar:

Modus Standard Performance Passiv 1* Passiv 2*
Belüftung Aktiv Aktiv Semipassiv Semipassiv
CPU Takt 2,66 GHz 3,4 GHz 2,66 GHz 2,66 GHz
V-Core (BIOS) 1,2 V 1,4 V 1,0 V 1,0 V
V-Core (Real) 1,08 V 1,35 V 0,94 V 0,94 V
Gehäuselüfter 840 U/min 840 U/min 840 U/min 510 U/min
* wird nur bei geeigneten Kühlern betrachtet

Abseits davon greifen wir, in Analogie zu unseren Prozessortests, zur Auslastung der CPU auf Prime95 [7] zurück, das in acht Instanzen des SmallFFT-Tests laufend zur höchsten Heizauslastung der Core i7-Test-CPU führt. Dabei geht jedem etwa halbstündigen Messlauf bis zum thermischen Gleichgewicht eine Aufwärmphase von 45 Minuten voraus. In diesen werden die Systemtemperaturen vom Diagnosetool Everest dokumentiert, wobei zur Bewertung das Mittel der Kerntemperaturmaxima über den gesamten Testlauf genutzt wird.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem

 CPU-Last (Prime95):
Passivmodus (2,66 GHz, 1,0 Volt)
168
Standardmodus (2,66 GHz, 1,2 Volt)
195
Performancemodus (3,4 GHz, 1,4 Volt)
340
 CPU-Leerlauf (Desktop):
Passivmodus (2,66 GHz, 1,0 Volt)
124
Standardmodus (2,66 GHz, 1,2 Volt)
130
Performancemodus (3,4 GHz, 1,4 Volt)
184
Angaben in Watt (W)

Die dargestellten Verbrauchsangaben beziehen sich auf das gesamte Testsystem. Die jeweiligen Differenzen zwischen CPU-Last- und -Leerlauf lassen dabei auf die Prozessor-Leistungen schließen. Entsprechend ist der Anspruch an den Kühler im Performancemodus zum Teil immens.

Lüfter und Lautstärke

CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.

Das Wichtigste gleich vorweg: Ein wirklich leises System ist mit der CoolIT Domino Flüssigkeitskühlung nicht zu erzielen. Dafür zeichnen sich die beiden Lärmverursacher Pumpe und Lüfter verantwortlich. Erstere arbeitet mit konstanten 3.000 U/min und gibt dabei ein sehr markantes, je nach Umgebungslautstärke auch aus dem geschlossenen System noch deutlich wahrnehmbares, helles und auf Dauer sehr einprägsames Betriebsgeräusch von sich, welches in seiner Intensität auch stark von der Entkoppelung des Systems abhängt. Damit ist man bereits deutlich vom Lautlos-Traum entfernt.

Dieser rückt in Anbetracht der Lüftergeschwindigkeiten in noch weitere Ferne. Für halbwegs ungestörtes Arbeiten am PC ist nur der „Quiet“-Modus noch akzeptabel, da sich hier der Luftumschlag des 120-mm-Ventilators in Grenzen hält. „Quiet“ ist jedoch angesichts von Drehzahlen zwischen 1.000 und 1.700 U/min als Beschreibung bestenfalls im Minimalbereich passend, denn das System arbeitet, nicht zuletzt aufgrund der pfeifenden Pumpengeräusche, insgesamt deutlich wahrnehmbar.

In den Modi „Performance“ (bei höheren Drehzahlen) respektive „Full“ ist an konzentriertes Arbeiten in PC-Umgebung kaum noch zu denken. Die sehr intensiven Luftumschlags- und Antriebsgeräusche sind nur für sehr tolerante Gemüter oder in lauten Umgebungen, etwa beim Computerspielen, erträglich.

Schalldruckmessung
Modus „Quiet“ „Full“
Drehzahl 1.000 U/min 2.500 U/min
Schalldruck (nicht entkoppelt) 37,2 dB(A) 53,6 dB(A)
Schalldruck (entkoppelt) 34,1 dB(A) 53,1 dB(A)
Luftgeschwindigkeit 6,9 km/h 18,5 km/h
Förderleistung abgeschätzt* 60,4 m³/h 162 m³/h

Unsere Messungen belegen die subjektiven Einschätzungen. Selbst bei minimaler Drehzahl ist ein angenehm leises Arbeiten nicht möglich. Im „Quiet“-Modus dominiert der Lärmpegel der Pumpe, bei höheren Drehzahlen nehmen Luftverwirbelungen und damit Rauschgeräusche deutlich zu. Über 50 dB(A) mussten wir bei Kühllösungen in den vergangenen Jahren nur sehr selten messen.

*Auf Basis der Luftgeschwindigkeiten lässt sich der Luftdurchsatz pro Stunde in Abhängigkeit von der Drehzahl abschätzen. Der 120-mm Serienlüfter mit einem Außenradius von 5,8 cm und einem Rotorradius von 2,4 cm besitzt demnach eine Durchströmfläche von etwa 87,6 cm². Daraus ergibt sich bei maximaler Drehzahl von freistehend etwa 2.500 U/min und den gemessenen 18,5 km/h Luftgeschwindigkeit (angenommen, diese sei homogen über die Querschnittsfläche) ein abgeschätzter Luftdurchsatz von 162 m³/h.

Kühlleistung

Da ein Wechsel des Serienlüfters der CoolIT-Flüssigkeitskühlung nicht möglich ist, verzichten wir bei der Leistungsbetrachtung auf unser Referenzbelüftungen und testen lediglich mit dem 120-mm-Standardlüfter aus dem Lieferumfang. Um jedoch dabei die besten Arbeitsbedingungen für das Produkt auszuloten, variieren wir das Testsetup etwas. Große Veränderungen sind aufgrund der einschränkenden Gestaltung der Domino zwar nicht möglich, jedoch testen wir sowohl mit saugendem als auch blasendem Radiatorlüfter (an der Gehäuserückwand) sowie mit zusätzlichem, ausblasenden 120-mm-Gehäuselüfter (Scythe S-Flex 800 U/min) im Gehäusedeckel (ersetzt den durch die CoolIT-Kühlung blockierten Gehäuselüfter im System).

In der Übersicht sehen unsere vier Testbedingungen wie folgt aus:

Als Vergleichsparameter kommen mit der Corsair H50 ein ähnliches Flüssigkeitssystem und dem Prolimatech Megahalems einer der besten Luft-Prozessorkühler zum Einsatz. Die Corsair H50 wird bei einblasendem Lüfter ohne zusätzlichen Gehäuselüfter (Pendant zur Option 3 der Domino) getestet. Beim Megahalems wird gemäß unserer Testvorgaben ein 800-U/min-Gehäuselüfter in der Rückwand genutzt. Wir testen natürlich sowohl bei Standardtakt und moderater thermischer Beanspruchung als auch bei Übertaktung der CPU mit starker Temperaturentwicklung.

Standardtakt (2,66 GHz, 1,2 Volt)
Option 1 Option 2 Option 3 Option 4 Corsair H50 Megahalems
Belüftung „Quiet"-Modus Serie S-Flex
CPU-Temp /°C 69 64,25 61,25 59,25 58 55,5
Casetemp /°C 30,9 27,7 37,2 35,7 35,3 27,2
Wassertemp /°C 46 41 39 37 - -
Drehzahl /U/min 1.700 1.350 1.100 1.050 1.000 1.000
------------------------------------------------------------------------
Belüftung „Performance"-Modus Serie S-Flex
CPU-Temp /°C 63,5 60 56,75 55,5 55,5 52,5
Casetemp /°C 30,6 25,8 32,2 30,8 31,9 26,2
Wassertemp /°C 40 37 35 34 - -
Drehzahl /U/min 2.085 1.780 1.500 1.500 1.400 1.400
------------------------------------------------------------------------
Belüftung „Full"-Modus Serie S-Flex
CPU-Temp /°C 58,5 55 52,75 51,5 53,25 50,75
Casetemp /°C 27,7 24,8 28,7 28,6 31,3 26,2
Wassertemp /°C 36 33 31 30 - -
Drehzahl /U/min 2.500 2.500 2.500 2.500 1.680 1.800
Übertaktet (3,2 GHz, 1,4 Volt)
Option 1 Option 2 Option 3 Option 4 Corsair H50 Megahalems
Belüftung „Quiet"-Modus Serie S-Flex
CPU-Temp /°C Absturz 98,25 91,25 90 95,5 89,75
Casetemp /°C - 28,9 40,6 39,6 39,4 28,9
Wassertemp /°C - 50 46 45 - -
Drehzahl /U/min - 2.100 1.700 1.600 1.000 1.000
------------------------------------------------------------------------
Belüftung „Performance"-Modus Serie S-Flex
CPU-Temp /°C Absturz 94,75 86,75 84,5 87,75 82,2
Casetemp /°C - 28,2 36,9 35,7 39,3 27,2
Wassertemp /°C - 47 42 41 - -
Drehzahl /U/min - 2.300 2.100 2.050 1.400 1.400
------------------------------------------------------------------------
Belüftung „Full"-Modus Serie S-Flex
CPU-Temp /°C 98,5 90,25 81,75 81,25 84,5 77,5
Casetemp /°C 32,8 27,6 33,8 32,6 37,6 26,2
Wassertemp /°C 51 44 39 38 - -
Drehzahl /U/min 2.500 2.500 2.500 2.500 1.680 1.800

Einige Charaktereigenschaften lassen sich aus unseren Testergebnissen ablesen. Zunächst sind die Optionen 3 und 4 mit dem im Vergleich zum Auslieferungszustand gedrehten Radiatorlüfter die zum Teil deutlich leistungsstärkeren Setups. Je nach Gehäusekonzept sollte bei einblasend montiertem Lüfter jedoch dringend darauf gedachtet werden, dass durch zusätzliche Gehäuseentlüftung für genügend Wärmeaustausch gesorgt wird, da ansonsten die Innentemperatur enorm ansteigen kann. Dennoch empfehlen wir das Drehen des Lüfters, da durch das Ansaugen der kühleren Raumluft nicht nur deutlich besser gekühlt wird, sondern die Temperatursteuerung der CoolIT Domino auch noch entscheidend geringere Drehzahlen anlegt und damit das Betriebsgeräusch zum Teil signifikant senkt.

Im Vergleich zur Corsair H50 und vor allem zum Prolimatech Megahalems kann das CoolIT-Produkt nur bedingt punkten. Bei Nichtübertaktung und moderater Verlustleistung kann das Domino-Flüssigkeitskühlung noch sehr gut mithalten und liegt etwa auf dem Niveau des Konkurrenzprodukts von Corsair, während das ausgereifte Towerkonzept des Megahalems leicht die Nase vorn hat. Bei deutlicher Übertaktung stößt das kleine Kühlsystem jedoch an seine Grenzen und steuert bei enormer Lärmentwicklung in allen Modi mit sehr hohen Drehzahlen an. Hier kann vor allem der Luftkühler Megahalems bei ähnlichen Temperaturen mit entscheidend geringeren Laufgeschwindigkeiten und Lautstärken auftrumpfen. Auch die H50 vergrößert den Abstand zum ähnlich konzipierten CoolIT-Pendant.

Fazit

Das CoolIT-Systems-Domino-A.L.C.-Kühlsystem ist sicher kein Produkt für jedermann, sondern fristet eher ein Nischendasein. Der Ansatz, eine kompakte, wartungsfreie und leistungsstarke Kühleinheit im Stile einer Wasserkühlung zu kreieren, kann dabei dennoch durchaus gefallen. Qualitativ kann sich die Domino ebenso gut in Szene setzen wie durch das sichere Montagekonzept für die unterstützten Sockel.

Abseits davon wartet der CoolIT-Systems-Bolide jedoch mit einer Reihe weniger stimmiger Charakterzüge auf. Zunächst kann die Kühlleistung im Auslieferungszustand wenig überzeugen. Das liegt jedoch nicht an einer schlechten Rohleistung des Systems, sondern an der Werksausrichtung des 120-mm-Lüfters. Ein einfaches Drehen des Ventilators senkt die Prozessortemperaturen schlagartig, muss jedoch beim Gesamtbelüftungskonzept des Gehäuses entsprechend berücksichtigt werden. An die Performance der besten Tower-Prozessorkühler reicht die Leistung der Domino-Lösung jedoch auch dann nicht heran.

Auch Leisetreter kommen mit dem System leider nicht auf ihre Kosten. Zwar bietet die Domino A.L.C. eine Dreistufensteuerung der Lüfterdrehzahlen mit kombinierter, temperaturabhängiger Regelung der Lüfterdrehzahlen, angesichts von deutlich über 1.000 U/min bis hin zu 2.500 U/min ist jedoch von einem niedrigen Arbeitsgeräusch keine Rede mehr. Nur bei geringer thermischer Beanspruchung ist im „Quiet“-Modus ein akzeptables Geräuschumfeld zu schaffen. Dann muss man sich nur noch mit dem hellen Grundton der 12-V-Pumpe arrangieren.

CoolIT Systems Domino A.L.C.
CoolIT Systems Domino A.L.C.

Und so ist es vor allem die geringe Flexibilität, die der Domino beispielsweise im Vergleich zum Konkurrenzprodukt von Asetek (alias Corsair H50) das Nachsehen bereitet. Keine Möglichkeiten zum Lüfterwechsel aufgrund zusammenhängender Stromversorgung von Lüfter und Pumpe, keine Dimmungsoption der akustisch deutlich wahrnehmbaren Pumpe, Displayansicht nur bei vorhandenem Seitenfenster im Gehäuse möglich, eventuelle Gehäuseinkompatibilitäten durch die LCD-Einheit – die Liste der Unstimmigkeiten ist leider relativ lang.

CoolIT Systems hat jedoch bereits reagiert und mit der „ECO A.L.C.“ ein System nachgelegt, das einige Kritikpunkte an der Domino ausbessert. So wird auf die Display- und Steuereinheit verzichtet, der maximal 1.800 U/min schnelle Lüfter per PWM-Signal über das Motherboard geregelt und die Pumpe direkt auf den CPU-Kühler verfrachtet. Das System ist damit der Asetek-Variante sehr ähnlich.

Insgesamt konnte uns die CoolIT System Domino A.L.C. in dieser Form nicht überzeugen. Bei einem Preis von etwa 79 Euro [2] greift man lieber zum guten Luftkühler oder investiert gleich in eine erwachsene Wasserkühlung.

Nützliche Links

Weitere Empfehlungen

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_corsair_h50_fluessigkeits-cpu-kuehler/
  2. http://www.coolitsystems.com/
  3. http://www.aquatuning.de/product_info.php/info/p7989_CoolIT-Domino-A-L-C---Advanced-liquid-Coooling-universal--AM2-3-Intel-775-1156-1oe-.html
  4. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/prozessoren/2008/test_intel_core_i7_920_940_965_extreme_edition/
  5. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/prozessoren/2008/test_intel_core_i7_920_940_965_extreme_edition/4/#abschnitt__mainboards
  6. http://www.caseking.de/shop/catalog/Gehaeuse/Silverstone/SST-TJ09-Serie/Silverstone-TemJin-SST-TJ09S-silver::5964.html
  7. http://www.computerbase.de/downloads/software/systemueberwachung/prime95/
  8. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_corsair_h50_fluessigkeits-cpu-kuehler/
  9. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_sechs_high-end-kuehler/
  10. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_scythe_mugen_2_cpu-kuehler/
  11. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_noctua_cpu-kuehler_nh-u12p/
  12. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_thermolab_baram_cpu-kuehler/
  13. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_ekl_alpenfoehn_nordwand_cpu-kuehler/
  14. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_noctua_nh-d14_cpu-kuehler/
  15. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_prolimatech_megahalems_cpu-kuehler/
  16. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2010/test_coolink_corator_ds_cpu-kuehler/
  17. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2009/test_thermalright_axp-140_cpu-kuehler/
  18. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_noctua_nh-c12p_cpu-kuehler/
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