Einleitung
Brandaktuell drängt sich auf dem Gehäusemarkt ein Duell der µATX-Tower auf: In Win Dragon Slayer gegen NZXT Vulcan. Beide Gehäuse sind erst kürzlich auf dem Markt erschienen und setzen größtenteils auf identische Ausstattungsmerkmale.
Wer die aktuellen Entwicklungen auf dem Gehäusesektor verfolgt hat, dem muss dieses Duell nicht zwangsläufig auffallen, doch sind sich beide Gehäuse ähnlicher, als man auf den ersten Blick meinen mag. Selbst das grundverschiedene Design lässt einige Gemeinsamkeiten erkennen, die bei der ähnlich gestalteten linken Seitenwand beginnen und bei fast identischen Ausstattungsniveaus enden. In unserem heutigen Test lassen wir die beiden Kandidaten deshalb direkt gegeneinander antreten.
Vorstellung der Kandidaten
Geschmack hin oder her, sowohl In Win als auch NZXT haben mit den heutigen Kandidaten, und dieses Attribut kann man problemlos auf beide Hersteller übertragen, innovativ gestaltete Gehäuse vorgestellt, ohne gleichzeitig das Rad neu zu erfinden. Ein Blick auf die nachfolgende Tabelle zeigt, dass die beiden Konkurrenten nicht überall ganz auf Augenhöhe gegeneinander antreten. NZXT setzt auf alt bewährte Ausstattungsmerkmale wie USB 2.0 sowie die klassische Belüftung des Innenraums über zwei 120-mm-Lüfter. In Win hingegen ist etwas näher am Nabel der Zeit und bietet im Port-Kit zusätzlich einen USB-3.0-Anschluss sowie die doppelte Anzahl Lüfter. Dabei bringt das Gehäuse aus Taiwan allerdings auch etwas über ein Kilogramm mehr auf die Waage.
| In Win Dragon Slayer | NZXT Vulcan | |
|---|---|---|
| Bild | ||
| Maße [mm] (H x B x T) | 430 x 196 x 426 | 425 x 180 x 406 |
| Material | Kunststoff / Stahl | Kunststoff / Stahl |
| Gewicht [kg] | 7,0 | 5,8 |
| Lüfter | 1 x 80 mm, 1 x 92 mm, 2 x 140 mm | 2 x 120 mm |
| Port-Kit | 2 x USB 2.0, 1 x USB 3.0, Audio | 2 x USB 2.0, 1 x eSATA, Audio |
| Preis | etwa 60 Euro | etwa 60 Euro [1] |
Lieferumfang
Neben den üblichen Schrauben und einer Bedienungsanleitung liegt im Lieferumfang der beiden Gehäuse noch weiteres Zubehör bei. Während sich In Win darauf beschränkt, lediglich die Einschubhalterungen der zwei Festplatten mitzuliefern, legt NZXT noch den zu montierenden Tragegriff aus Kunststoff bei. Dieser ist im Tragebreich mit einer Gummischicht überzogen und damit relativ griffig.
In Win Dragon Slayer
In Deutschland sind die Taiwaner noch nicht allzu lange vertreten und dennoch haben sie sich in kürzester Zeit zu einem Hersteller gemausert, der einige Aufmerksamkeit verdient. Neben den klassischen Gehäusen, die vor allen Dingen ambitionierte Spieler ansprechen sollen, beachtet In Win fortwährend auch die weibliche Fraktion. Mit Gehäusen wie beispielsweise dem Black Beauty (ComputerBase berichtete [2]) soll eine nicht zu unterschätzende Kundengruppe akquiriert werden. Doch nicht nur diese bislang stiefmütterlich behandelte Gruppe gelangt zu mehr Beachtung, auch werden völlig neue Designkonzepte probiert, wie das erste Gehäuse aus dem Hause In Win Namens Maelstrom eindrucksvoll bewiesen hat. Was dabei stets hervor sticht, ist die neongelbe Farbe einiger Anbauteile wie zum Beispiel der Rotorblätter von den verbauten Lüftern.
Ausstattung außen
Wer etwas für extravagantes Design übrig hat, der ist mit einem Gehäuse von In Win stets gut beraten. Auch beim Dragon Slayer ist die Front ungewöhnlich und dennoch ansprechend gestaltet. Sie ist prinzipiell in drei wesentliche Bereiche aufgeteilt. Im oberen Bereich findet ein 5,25"-Laufwerk seinen Platz, darunter befinden sich ein 3,5"-Laufwerkschacht sowie das Port-Kit. Dies bietet neben zwei USB-2.0- auch einen USB-3.0-Anschluss und die Möglichkeit ein Headset per Front-Audio zu betreiben. Im unteren Bereich können zwei Blenden für 5,25"-Laufwerkschächte mit seitlichen Clips entfernt werden. Dahinter kommt ein 80 Millimeter großer Lüfter zum Vorscheinen, der die Festplatten mit frischer Luft versorgen soll. Zwischen diesen beiden Laufwerk-Bereichen ist mittig ein blau beleuchtetes In-Win-Logo angebracht. Darüber befinden sich der Power- und der Resetschalter, welche, obwohl zumindest der Powerschalter so beschriftet ist, erst auf den zweiten Blick als solche zu identifizieren sind.
Die gesamte Front ist mit einer Wabenstruktur versehen, hinter der ein Kunststoff-Staubfilter den Innenraum vor Verschmutzung schützen soll. Wer die Front demontiert, stößt auf ein weiteres Konzept, das gleichermaßen pfiffig wie simpel ist. Zwar ist die Front nur mit Clips am Chassis befestigt, diese werden jedoch von den beiden Seitenwänden verdeckt und können erst geöffnet werden, wenn diese vom Chassis getrennt sind.








Am Deckel findet sich mittig erneut ein In-Win-Logo, das in den 0,8 Millimeter dicken Stahl eingeprägt ist. Dahinter ist ein Lochblech-Bereich, welcher den 140-mm-Lüfter im Deckel verdeckt. Dieser besitzt, wie alle Lüfter im Gehäuse, neongelbe Rotoblätter. Die Rückseite birgt, außer dass neben der ATX-Blende lediglich ein 92-mm-Lüfter dafür sorgt die Warme Luft aus dem Innenraum ins Freie zu befördern, wenige Überraschungen. Das Netzteil findet am unteren Ende seinen Platz und kann in zwei Richtungen montiert werden. Zeigt der Netzteillüfter dabei Richtung Boden, so wird die angesaugte Luft durch einen Staubfilter gefiltert. Für sicheren und gleichzeitig dämpfenden Stand sorgen an der Unterseite des µATX-Towers vier schwarz-silberne Standfüße, die an ihrer Unterseite eine Gummischicht besitzen.
Zu guter Letzt warten die Seitenwände, genauer gesagt die linke Seitenwand, noch mit einem Blickfang auf. Während an der rechten Seitenwand nur einige Löcher in Pfeilform angeordnet sind, besteht die linke Seitenwand fast vollständig aus einem etwa zwölf Millimeter nach außen gewölbten Wabengitter. Dort können bis zu vier weitere 120-mm-Lüfter vibrationsentkoppelt installiert werden. Die äußere Fläche ist komplett mit einem Staubfilter überzogen, die Seiten jedoch nicht.




Die Verarbeitungsqualität des In Win Dragon Slayer weiß zu überzeugen. Wir konnten keinerlei Lackfehler feststellen und auch die Kunststoffteile wirken hochwertiger als Bilder es im Vorfeld erahnen ließen.
Ausstattung innen
Dort, wo bei vielen anderen Gehäusen großflächig Bereiche von Laufwerkschächten und Festplattenkäfigen verdeckt werden, ist bei diesem Gehäuse vor allem eines zu finden: Platz. Alle Erweiterungskarten können über einen Kunststoffbügel befestigt werden. Dieser hat, im Gegensatz zu den meisten anderen Gehäusen, die einen solchen Mechanismus nutzen, in der geöffneten Position einen leichten Widerstand, sodass der Bügel nicht von selbst wieder in seine Grundstellung rutscht.
Vorne ist lediglich ein zweistöckiger Festplattenkäfig installiert, der maximal zwei 3,5"-Festplatten aufnehmen kann, die zunächst vibrationsentkoppelt an zwei Schienen befestigt werden müssen. Falls unter den Hardwarekomponenten nur eine Festplatte ist, kann diese auch im Laufwerkschacht an der Oberseite untergebracht werden und der Festplattenkäfig an der Unterseite kann entfernt werden. Dann stehen zwei zusätzliche 5,25"-Laufwerkeinschübe zur Verfügung. Apropos Laufwerkeinschübe: diese sind ebenfalls mit Halterungen ausgestattet, die den Einsatz von Werkzeug überflüssig machen.






Sind beide Seitenwände entfernt, so kann der Blick durch große Teile des Mainboard-Trays hindurch schweifen. Im Bereich des Prozessors ist eine rekordverdächtig große Öffnung vorhanden, sodass auch bei installiertem Mainboard die Back-plate des Kühlers verbaut werden kann. Vor dem Festplattenkäfig, der späteren Position der Grafikkarte, dem Bereich des Stromanschlusses vom Prozessor und dort, wo der 24-polige Stromanschluss des Mainboards durch den Tray gesteckt wird, befinden sich weitere Öffnungen, um möglichst alle Kabel hinter dem Tray verstecken zu können.




Die Lüfterkabel sind länger als bei so manchem Big-Tower, allerdings kann nur der an der Rückwand befestigte 92-mm-Lüfter an einem 3-Pol-Anschluss des Mainboards angeschlossen werden. Die restlichen Lüfter sind nur mit einem Molex-Stecker ausgestattet und können somit – zumindest nicht ohne weiteres – nicht per Software geregelt werden. Gleiche Baustelle, weiterer Kritikpunkt: Die drei vom Innenraum frei zugänglichen Lüfter sind nach innen nicht mit Lüftergittern ausgestattet. Somit könnten sich Kabel aus dem Innenraum dort verfangen.
Erfahrungen
Grundsätzlich ist der Einbau unserer Testhardware im Dragon Slayer etwas problemloser von Statten gegangen als im Vulcan. Der großzügiger gestaltete Innenraum hat dies ermöglicht. Allerdings hat es auch hier einige Komplikationen gegeben. So ist zwar im oberen Bereich, dort wo das Mainboard und die Grafikkarte ihren Platz finden, etwas mehr Spielraum vorhanden, jedoch sammeln sich auch bei diesem µATX-Tower die Kabel an einer Stelle. Zwischen Netzteil und Festplattenkäfig ist nur ein kleiner Freiraum in dem sich zwangsläufig alle Kabel sammeln.
Der zweite Knackpunkt war die Befestigung für Erweiterungskarten, die für die Installation unserer Grafikkarte zunächst demontiert werden musste. An dieser Stelle hat In Win mitgedacht und bringt den Mechanismus so an, dass er mit einem Handgriff entfernt werden kann. Da unsere Grafikkarte nicht dem Referenzdesign entspricht und an einer Kante eine zusätzliche Metallschiene besitzt, konnten wir nicht beide Halterungen der beiden Slots nutzen, um die Karte in ihrer Position zu fixieren. Ein weiteres sinnvolles Feature, das In Win dem Dragon Slayer spendiert, ist, dass nicht nur der gesamte Mechanismus sondern auch jede einzelne Halterung separat demontiert werden kann. Somit wurde das Problem herstellerseitig bereits gelöst und wir konnten unseren Grafikbeschleuniger letztlich sicher verbauen.
Eine Ausbuchtung in der rechten Seitenwand (siehe dazu Abschnitt Erfahrungen NZXT Vulcan [3]), ähnlich wie wir sie beim Vulcan vorgefunden haben, hätte sicherlich den Kabelsalat zwischen Netzteil und Festplattenkäfig etwas entzerrt.





NZXT Vulcan
Die Amerikaner von NZXT haben mit dem Vulcan ein durchaus polarisierendes Gehäuse vorgestellt, das jedoch nicht zuletzt durch den integrierten Haltegriff besonders für diejenigen interessant sein dürfte, die auf Mobilität angewiesen sind. Die Formgebung dieses µATX-Towers entspricht keinesfalls dem Standard und widerstrebt gewissermaßen einem ungeschriebenen Gesetz auf dem Gehäusemarkt: klare, geradlinige Formen. Wie in den meisten Fällen sollen die Gehäuse von NZXT hauptsächlich Spieler ansprechen, die ihre empfindliche Hardware, in der Regel gut belüftet, unterbringen möchten. Das Portfolio der Amerikaner ist groß und wurde besonders im letzten sowie im laufenden Jahr sukzessive aufgestockt.
Ausstattung außen
Wirft man einen genaueren Blick auf das schwarze Kleid des NZXT Vulcan, so findet man nur wenig Symmetrie – dem einen gefällt's, dem anderen nicht. Die Front, welche aus einer Mischung aus Kunststoff und Metall-Mesh-Gitter besteht, lässt sich mit einem gefühlvollen Ruck vom Chassis trennen. Dabei wird neben der eigentlichen Front auch das aufgesetzte Port-Kit entfernt. Dieses ist trapezförmig auf die eigentliche Bauhöhe des Gehäuses aufgesetzt und etwa drei Zentimeter länger als die Front. Darin enthalten sind neben dem Power- und Resetschalter auch zwei USB-2.0- ein eSATA- sowie die beiden Audioanschlüsse. Zusätzlich beherbergt es auch die zur Front gerichtete Lüftersteuerung, mit der im Auslieferungszustand bis zu vier Lüfter zwischen sechs und zwölf Volt geregelt werden können. Unter dem Port-Kit können maximal zwei 5,25"- und zwei 3,5"-Laufwerke installiert werden. Die Slotblenden bestehen, wie auch der Bereich vor dem 120-mm-LED-Lüfter im unteren Bereich aus Mesh-Gitter. Damit der Innenraum nicht unnötig verstaubt, ist hinter dem Gitter jeweils ein etwa einen Millimeter starker Staubfilter aus Schaumstoff angebracht. Erst genaueres Hinsehen wirft bereits an dieser Stelle einen ersten Kritikpunkt auf. So ist zwar das Mesh-Gitter in der Front durch einen Staubfilter geschützt, jedoch ist die Front von unten offen, sodass auch von dort ungefiltert Frischluft angesaugt werden kann. Seitlich ist etwa über die Hälfte der Bauhöhe eine Status-LED integriert, die während des Betriebs orange leuchtet. Darüber befindet sich eine Leuchtdiode in gleicher Farbe, welche die Festplattenaktivität signalisiert.








Der Deckel, an dem der mitgelieferte Tragebügel verschraubt werden kann ist im hinteren Bereich erneut trapezförmig nach außen ausgestellt. In dieser etwa 16 mm hohen Wölbung ist einer der zwei möglichen 120-mm-LED-Lüfter untergebracht. Da der Lüfter beinahe komplett in der Wölbung des Deckels verschwindet, beginnt die ATX-Blende an der Rückseite bereits zwölf Millimeter unterhalb des Deckels. Daneben befindet sich eine Öffnung für einen 80- respektive 92-mm-Lüfter, zwei Schlauchdurchführungen zum Betrieb einer externen Wasserkühlung sowie ein Taster womit die orangefarbene Beleuchtung des Lüfters sowie der Leuchtdiode in der Front deaktiviert werden kann. Darunter stehen vier Slotblenden für Erweiterungskarten zur Verfügung, die allesamt aus Lochblech gefertigt sind und somit durchlässig für den Luftfluss des Frontlüfters sind.
Wie so oft wird das Netzteil, das sich bei diesem µATX-Tower am Boden befindet, auf einer Auflagefläche aus Gummi fest mit der Rückwand verschraubt. Somit können weiterhin Schwingungen an das Chassis weitergegeben werden. Das Netzteil kann in zwei Positionen eingebaut werden und bekommt seine Frischluft gefiltert durch Öffnungen im Boden. Damit möglichst nur wenige Schwingungen vom Gehäuse an den Untergrund abgegeben werden, steht das NZXT Vulcan auf vier dämpfenden Füßen aus Kunststoff und Gummi.





Beide Seitenwände sind etwas nach außen gewölbt. Die rechte Seitenwand besteht jedoch aus Vollmaterial und steht nur etwa acht Millimeter nach außen. Auf der anderen Seite findet sich in der linken Seitenwand mit rund 18 Millimeter eine deutlichere Wölbung, die eine Wabenstruktur aufweist. Auch hier kann Luft ungefiltert in den Innenraum gelangen, denn Staubfilter sucht man dort vergebens. Bei Bedarf kann dort ein weiterer Lüfter schwingungsgedämpft installiert werden, der jedoch 200 Millimeter messen muss. Weder am hinteren Ende der linken noch der rechten Seitenwand ist eine Lasche vorhanden anhand derer die Seitenwand aus ihrer Arretierung gezogen werden könnte. Da jedoch beide Seitenwände mit einer Wölbung nach außen versehen sind, stellt dies kein Problem dar.
An der Verarbeitungsqualität gibt es absolut nichts auszusetzen, alle Flächen sind tadellos lackiert und auch die Kunststoffteile sind in keinster Weise ausgeblichen. Wenn die Seitenwände nicht mit dem Chassis verschraubt sind, dann ist das Vulcan nicht ganz so verwindungssteif wie man es von Gehäusen in höheren Preisklassen gewohnt ist, allerdings gibt es auch hier keinen Grund für Kritik.
Ausstattung innen
Im Innenraum erwartet den Kunden verhältnismäßig viel Platz. So sind im vorderen Bereich der Festplattenkäfig, der maximal zwei 3,5"-Festplatten aufnehmen kann, und die oberen Laufwerkschächte voneinander getrennt. Somit besteht die Möglichkeit fast die gesamte Tiefe des Gehäuses für eine potente Grafikkarte zu nutzen. Um im unteren Festplattenkäfig ein Speichermedium zu installieren, bedarf es lediglich zweier im Lieferumfang enthaltener Schienen. Diese werden angesteckt und entkoppeln somit die Festplatte vom Chassis. Wenn im oberen Bereich ein 3,5"- respektive ein 5,25"-Laufwerk verbaut wird, findet der Käufer zwar ein Konzept vor, welches den Einsatz von Werkzeug überflüssig macht, jedoch sieht NZXT dafür lediglich Thumb-Screws vor. Eine Halterung, bei der das Laufwerk per Clip befestigt werden kann, wäre hier dennoch wünschenswert gewesen.







Generell fallen im Innenraum eine Vielzahl von Kabeln negativ auf. So hat man zwar die Möglichkeit die LED-Beleuchtung des Lüfters zu deaktivieren, jedoch wird dafür ein weiteres Kabel benötigt. Der Taster zum Deaktivieren befindet sich, wie bereits im Abschnitt „Ausstattung außen [4]“ angesprochen, an der Rückseite. Die Kabel der Lüftersteuerung sitzen am vorderen Ende des Gehäuses. Hinzu kommen die Kabel des umfangreichen Port-Kits und später, beim Einbau der Hardware, alle notwendigen Stromkabel. Somit ist es mindestens anspruchsvoll wenn nicht sogar schwierig einen Kabelsalat zu vermeiden.
Im Mainboard-Tray befinden sich zwei Öffnungen – eine für die Installation einer Back-plate des Prozessorkühlers und eine weitere, um die Stromkabel des Netzteils hinter den Tray zu führen. Wie bereits von vorherigen Tests des Herstellers NZXT bekannt, können die Kabel dann rückwärtig am Tray mit Kabelbindern festgezogen werden.
Erfahrungen
Die Qualität eines Gehäuses beginnt nicht nur mit der Verarbeitung des Chassis oder der Seitenwände sondern auch mit den verwendeten Molex-Steckern. Oftmals kann man das Qualitätsniveau genau an dieser Stelle ablesen, egal ob es sich dabei um gekaufte Beleuchtung, Lüfter oder ein Gehäuse handelt. Einige Stecker passen ohne Probleme auf den nächsten, andere müssen mit viel Fingerspitzengefühl eingefädelt werden, da die Kontakte sehr locker im Stecker sitzen. Beim NZXT Vulcan besteht sogar Gefahr für den Anwender: Die Amerikaner sehen dabei jeweils einen 4-Pol-Molex-Stecker für die Lüftersteuerung und die Power-LED vor. Beim Versuch den Stecker von der Lüftersteuerung an das Netzteil anzuschließen, wurden die Kontakte nach vorn aus dem Stecker gedrückt. Nachdem diese wieder ordnungsgemäß befestigt wurden, brach beim zweiten Versuch die untere Abdeckung des Molex-Steckers. Durch diese mangelhafte Verarbeitungsqualität könnte es während des Betriebs zu Kurzschlüssen und Hardwaredefekten kommen.
Beim Einbau der Hardware kam es sonst nur zu wenigen Komplikationen. Da das Mainboard direkt unter dem Deckel montiert wird, ist dort kein Platz vorhanden, um den Stromanschluss des Prozessors hinter dem Mainboard-Tray zu verlegen. Der einzige Weg führte dabei quer durch das Gehäuse. Als wir unsere Grafikkarte installieren wollten, stellten wir, wie bereits in einigen vorangegangenen Tests fest, dass die Thumb-Screws der Erweiterungssteckplätze von Werk aus sehr fest angezogen wurden.
Die bauliche Form des Vulcan erweist sich in der Praxis als äußerst sinnvoll. So schafft die Ausbuchtung in der rechten Seitenwand etwas Platz, um die Kabel hinter dem Mainboard-Tray bequem zu verstauen. Gleichzeitig beult die Seitenwand nicht so schnell aus, wie es bei anderen Gehäusen der Fall ist.










Erster Bewertungsdurchlauf
Nachdem beide Kandidaten auf ihre Ausstattungsmerkmale hin geprüft wurden und bereits erste Erfahrungen in puncto Verarbeitung und Hardwareeinbau vorhanden sind, kann eine erste Bilanz gezogen werden.
Bewertungsschema
Grundsätzlich werden für die Gehäuse Punkte vergeben, die sich im ersten Bewertungsdurchlauf aus Ausstattung, Erfahrungen, Preis und Verarbeitungsqualität zusammensetzen. Der beste Kandidat bekommt dabei acht Punkte und die Konkurrenten in Zweierschritten absteigend zwischen sechs und zwei Punkten. Diese Punktetabelle wird weiter unten in Form eines Graphen dargestellt. Der zweite Testabschnitt geht mit dem vorhandenen Platz für Grafikkarten, der Geräuschentwicklung sowie den Systemtemperaturen mit in die Wertung ein und daraus errechnet sich der Gesamtsieger dieses Vergleichs.
Bekanntlich ist es nicht immer bloß einfache Mathematik, die sich bei der Bewertung ansetzen lässt. So wurden bei unseren beiden Konkurrenten bereits in den vorherigen Abschnitten signifikante Unterschiede festgestellt, jedoch sind diese nicht immer einfach in die Wertung mit aufzunehmen. Um diese Bewertungsproblematik zu lösen, dient eine Gegenüberstellung (pro und contra) der einzelnen Merkmale aller Gehäuse, anschließend wird bilanziert.
In Win wartet beim Dragon Slayer mit einigen innovativen Konzepten auf, die gelungen in das Design eingearbeitet sind. Dazu zählen der austauschbare 3,5"-Festplattenkäfig am Boden, das Port-Kit, welches sich mit USB 3.0 vollkommen auf Höhe der Zeit bewegt, die Kombination mehrerer unterschiedlich großer Lüfter und der beinahe vollkommen unblockierte Innenraum. Auch die Farbgebung in Anthrazit ist eine willkommene Abwechslung, gehört jedoch zum Design und wird somit nicht in die Bewertung mit aufgenommen.
Das NZXT Vulcan bietet größtenteils bewährte Technik aus bereits getesteten Gehäusen, untergebracht auf kleinstem Raum. Dazu gehören unter anderem die Lüftersteuerung und das Standard-Port-Kit, welches für unseren Geschmack in der aktuellen Zeit ruhig hätte USB 3.0 bieten dürfen. Die Verarbeitung ist, was das Gehäuse an sich angeht, tadellos, jedoch fielen beispielsweise die Molex-Stecker für die Lüftersteuerung oder die Power-LED negativ auf. Durch diese mangelhafte Verarbeitung entsteht während des Betriebs ein Risiko für den Käufer und die verbaute Hardware. Für diesen Preis hätten wir uns außerdem einige fortschrittlichere Konzepte zum Einbau der Hardware gewünscht, wie sie zum Beispiel beim heutigen Konkurrenten In Win Dragon Slayer vorzufinden sind.
| Bezeichnung | pro | contra |
|---|---|---|
| Lüftersteuerung | mangelhafte Verarbeitung der Molex-Stecker |
|
| Vulcan | Werkzeuglose Befestigung | fehlende Staubfilter |
| Position Port-Kit | viele Kabel | |
| Beleuchtung deaktivierbar | ||
| Kabelmanagement mit viel Platz |
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| Mobil durch Tragegriff |
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| Ergebnis: | 6 | 3 |
| Summe: | 3 |
Erster Bewertungsdurchlauf
Angaben in Punkten
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Testsystem im Betrieb
Das Testsystem im Detail:
AMD Phenom II X4 940 Black Edition mit Scythe Big Shuriken (1.800 U/min)
Gigabyte MA785GM-US2H
2 x 1.024 MB Corsair XMS2 DDR2-800
GeForce 9800 GTX+ mit Scythe Musashi
Western Digital Caviar SE16 320GB
Enermax MODU-82+ 425 W
Lautstärke
Die Lautstärkemessungen wurden mit einem „Voltcraft Digitales Schallpegelmessgerät 320“ durchgeführt, das Schallpegel im Bereich von 30 bis 120 Dezibel misst. Die Grundlautstärke des Messraumes lag bei subjektiv empfundener Stille unterhalb des Messbereiches, also bei weniger als 30 Dezibel. Die Entfernung betrug hierbei einen halben Meter – um der üblichen geringsten Distanz zwischen Benutzer und System nahe zu kommen.
Leistungsaufnahme
Die Leistungsaufnahme wurde gemessen, während sich nur das Netzteil im Gehäuse befand und die Lüfter respektive eventuelle Beleuchtungen mit Strom versorgte. Um den Eigenverbrauch des Netzteil aus dem Gesamtverbrauch des Gehäuses heraus zu rechen, wurde vorher das Netzteil alleine vermessen. Das Ergebnis der Messung betrug etwa 2,2 Watt und wird bei jeder Messung im Gehäuse vom Gesamtverbrauch subtrahiert.
Temperaturen
Die Temperaturen wurden gemessen, während das System FurMark [5] im Xtreme-Burning-Modus absolvierte und dabei die Grafikkarte auf Temperatur gebracht wurde. Parallel dazu wird der Prozessor mit Prime95 (Download [6]) im Maximum-Heat-Modus ausgelastet. Da die auf diese Weise erzeugte Auslastung im Alltag faktisch unmöglich ist, werden so die maximalen Temperaturen erzielt und jeder Proband kann zeigen, was in ihm steckt. Dokumentiert werden die Temperaturwerte mit Hilfe des Diagnose-Tools Everest Ultimate Edition [7].
Messungen
Was die Lautstärke der heutigen Probanden angeht, so bewegen sie sich beide auf einem eher durchschnittlichen Niveau – zumindest dann, wenn die Lüfter im Dragon Slayer und Vulcan mit zwölf Volt betrieben werden. Werden im zweiten Durchlauf die Lüfter auf fünf Volt herunter geregelt, arbeiten sie relativ leise, was sich auch in unseren Messergebnissen widerspiegelt.
Dabei hat In Win mit seinem Gehäuse recht deutlich die Nase vorn und kann sich in diesem Testabschnitt durchweg vom Konkurrenten absetzen. Besonders bei zwölf Volt fällt das Vulcan negativ auf. So schafft es der µATX-Tower aus dem Hause NZXT nie unter die 40 Dezibel und ist durchschnittlich etwa sechs Dezibel lauter aus der Proband von In Win. Interessanter Weise werkeln im Dragon Slayer vier anstatt der zwei Lüfter im Vulcan.
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Für einen Gesamtüberblick über alle bisher mit unserem Schallpegelmessgerät getesteten Gehäuse befindet sich eine vollständige Liste im Klapptext.
Ewige Liste Lautstärke
Angaben in Dezibel
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In unserem Test zum Cooler Master 690 II sind wir erstmals auf den Stromverbrauch unseres Testkandidaten eingegangen, beim Test des Lian Li PC-X900R hatten wir unsere Messmethode noch einmal etwas angepasst. Durchaus interessant war schon der Stromverbrauch des PC-X900R zu werten und bei unseren heutigen Kontrahenten ergibt sich ein ähnlich verblüffendes Bild. Während sich unsere beiden Kandidaten im Betrieb bei fünf Volt auf Augenhöhe begegnen, hat In Win mit dem Dragon Slayer bei zwölf Volt die Nase vorn – obwohl im NZXT Vulcan nur die Hälfte an Lüftern verbaut ist, verbraucht das Dragon Slayer weniger Strom.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Wirft man einen Blick auf die Systemtemperaturen, so entsteht im Betrieb bei zwölf Volt der Eindruck, dass das In Win Gehäuse effizienter arbeitet. Trotz geringerer Lautstärkeentwicklung überzeugt der µATX-Tower in drei Vierteln der Messungen mit teilweise deutlich geringeren Temperaturen. Die sehr geringe Lautstärke bei fünf Volt fällt dann jedoch auch den Systemtemperaturen zum Opfer und so schafft es das NZXT Vulcan an seinem Konkurrenten vorbeizuziehen.
Systemtemperaturen
Angaben in °C
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Um einen Gesamtüberblick über alle bisher getesteten Gehäuse zu erhalten, befindet sich auch hier eine vollständige Liste im Klapptext.
Ewige Liste Systemtemperaturen
Angaben in °C
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Zweiter Bewertungsdurchlauf
Nachdem für den zweiten Bewertungsdurchlauf die Lautstärkeentwicklung sowie die Systemtemperaturen erfasst wurden, fehlt noch die maximal mögliche Einbaulänge für Grafikkarten in den beiden Gehäusen. Dabei entpuppt sich insbesondere das NZXT Vulcan als wahres Raumwunder und verfehlt die Gesamtführung in unserer Tabelle um nur drei Millimeter. Mit 36,2 Zentimeter steht so mehr als ausreichend Platz zur Verfügung, um jede am Markt erhältliche Grafikkarte in diesen µATX-Tower einzubauen. Dieses Kriterium erfüllt der Proband aus dem Hause In Win allerdings mit 32,5 Zentimetern auch.
Länge aktueller Grafikkarten
Angaben in Zentimeter (cm)
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Um einen Gesamtüberblick über alle bisher getesteten Gehäuse zu geben, befindet sich eine vollständige Liste im unten angefügten Klapptext.
Ewige Liste Grafikkarten
Angaben in Zentimeter (cm)
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Damit geht die zweite Runde zwischen In Win Dragon Slayer und NZXT Vulcan unentschieden aus. Das Dragon Slayer hatte bei der Lautstärke klar die Nase vorn, dafür konnte NZXT mit dem Platz für aktuelle Grafikkarten das Rennen ausgleichen. Ein Unentschieden bei den Systemtemperaturen sorgt schließlich dafür, dass sich die beiden Kandidaten im zweiten Durchgang den zweiten Platz teilen und mit jeweils sechs Punkten versehen werden.
Zweiter Bewertungsdurchlauf
Angaben in Punkten
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Gesamturteil und Fazit
Nach der abschließenden Bewertung hat am Ende knapp das Dragon Slayer die Nase vorn. In Summe endet dieser Vergleichstest zwischen zwei µATX-Gehäusen damit zwar für In Win, doch hat sich deutlich gezeigt, dass NZXT mit dem Vulcan einen würdigen Konkurrenten auf den Markt gebracht hat.
Über das Design beider Kandidaten lässt sich zweifelsohne streiten, uns gefällt insbesondere der frisch gestaltete Tower von In Win sehr. Doch am Ende überzeugten uns beide Gehäuse in erster Linie mit ihren Leistungen.
Gesamtbewertung
Angaben in Punkten
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Sowohl das In Win Dragon Slayer als auch das NZXT Vulcan leisteten sich in unserem Testparcours nur wenige Schwächen (die Molex-Stecker beim Vulcan sind noch einmal explizit zu nennen!) und beweisen in Zeiten, in denen µATX-Mainboards ihren großen Geschwistern leistungsmäßig auf Augenhöhe begegnen, dass ein potentes System nicht immer auch ein großes Gehäuse benötigt.
Tagesaktuelle Preise und Verfügbarkeiten:
- In Win Dragon Slayer (etwa 60 Euro)
- NZXT Vulcan (schwarz) [8]
Die Testexemplare für diesen Artikel wurden uns freundlicherweise vom Berliner Online-Händler Caseking.de [9] zur Verfügung gestellt.








