Einleitung
Der asiatische Kühler- und Peripheriehersteller Scythe ist bekannt für seine gerne etwas unkonventionelleren Produktkreationen (außerhalb der Serie). Häufig gelingt den Japanern damit ein Volltreffer – oder zumindest ein guter Ansatz für spätere Entwicklungen. Auch unserem heutigen Testkandidat, dem Grand Kama Cross, sind mit dem Kama Angle und vor allem dem Kama Cross [1] ungewöhnliche Prozessorkühler voraus gegangen, deren Potential Scythe offenbar als sehr hoch einschätzt. So stellt der Hersteller des extravaganten Top-Blow-Kühlers mit dem merkwürdigen Radiatorkonzept und dem stilvollen Heatpipeschwung Kühlleistungen auf Niveau von Mugen 2 und Co. in Aussicht. Wir sind gespannt und testen den krummen 140-mm-Spross in gewohnter Manier.
Lieferumfang
Der mit 140-mm-Belüftung ausgestattete Grand Kama Cross wird von zahlreichem Montageklammern für aktuelle sowie ältere Sockel begleitet. Unterstützt werden etwa Intels Plattformen 1366, 1156 sowie 775 per Push-Pin-System sowie der längst nicht mehr produzierte Sockel 478 per Serienretentionmodul. Des weiteren fühlt sich der Japaner auf AMDs Sockeln 754, 939, 940, AM2 und AM3 dank der 2-Punkt-Klammerhalterung heimisch. Ergänzt wird der Lieferumfang durch eine Montageanleitung mit deutscher Sprachfassung sowie eine kleine Tüte Wärmeleitpaste auf Silikon- und Silberoxidbasis.
Technische Eckpunkte
- Scythe Grand Kama Cross
- Hybrid-Prozessorkühler im 140-mm-Topblow-Design
- Aluminiumlamellen, vernickelte Kupferbasis
- Vier 6-mm-Heatpipes mit U-Aufbiegung
- Gesamtabmessungen: 171 x 140 x 137 mm (L x B x H)
- Gesamtgewicht: 750 Gramm
- 140 x 140 x 25 mm Belüftung
- Scythe SM1425SL12LM-P
- Drehzahl: 500 bis 1300 U/min
- Fördervolumen: 46,2 bis 118,8 m³/h
- 4-Pin-PWM-Anschluss
- Kompatibilität
- Intel Sockel 1366, 1156 und 775 per Push-Pin
- Intel Sockel 478 per Retentionmodul
- AMD Sockel 754, 939, 940, AM2 und AM3 per 2-Punkt-Klammer
- Herstellerhomepage [2]
- Vertrieb und aktueller Preis [3]: ca 30 Euro
Kühler im Detail
Der Grand Kama Cross zählt sicher zu den ungewöhnlicheren Prozessorkühlgestalten des Marktes. Vier 6-mm-Heatpipes werden in U-Aufbiegung von der Wärmeaufnahme abgeführt und münden gekreuzt auslaufend im Radiatorpart aus Aluminiumlamellen. Auch die im Abstand von etwa 1,5 Millimetern aufgesteckten Leichtmetall-Elemente besitzen zum Teil eine markante Winkelung und erzeugen durch ihre unterschiedlichen Längen eine gezackte Oberfläche in Lüfterrichtung. Aufgrund dieses ungewöhnlichen Aufbaues zählt der Grand Kama Cross trotz Top-Blow-Bauweise mit insgesamt 137 Millimetern zu den höchsten Kühlern seiner Art.
Qualitativ entspricht der große Kama Cross dem aktuell sehr guten Scythe-Standard. Die spiegelnd vernickelte Kupferbasis und die stilvollen Heatpipe-Abdeckungen zählen dabei zu den Güte-Merkmalen des Herstellers. Darüber hinaus ist der Kühler konstruktionsbedingt allerdings nicht der robusteste. So lassen sich die Lamellen bei unvorsichtiger Behandlung gerne etwas verschieben und der gesamte Aufbau bei demontiertem Lüfter mit mäßiger Anstrengung leicht verwinden.
Die Belüftung realisiert Scythe durch ein hauseigenes 140-mm-Modell, welches mit Hilfe von vier Schrauben am Kühlkörper angebracht ist. Die Rahmenbohrungen des PWM-fähigen Ventilators, welcher in einem Drehzahlspektrum von 500 bis 1300 U/min agiert, entsprechen dem 120-mm-Lüfterstandard. Der Grand Kama Cross kann also auch problemlos mit 120-mm-Lüftern betrieben werden. Ein Wechsel des sehr guten und leisen Serienlüfters wird aber nur in den wenigsten Fällen sinnvoll sein.
Montagebesonderheiten
Die Montage des Grand Kama Cross gestaltet sich prinzipiell sehr einfach. Für die jeweilige Plattform müssen zunächst die passenden Haltevorrichtungen an der Kühlerbasis angeschraubt werden. In unserem Fall des Sockel 1366 wählen wir das Multi-Push-Pin-System mit den verschiebbaren Pins und richten es auf die entsprechenden Abstände aus. Dann kann der Kühler bereits auf die dünn mit Wärmeleitpaste präparierte CPU aufgesetzt und die Pins eingedrückt werden. Dies kann aufgrund der beachtlichen Größe des Grand Kama Cross und der überdeckenden Lamellen mitunter recht schwierig werden. Es empfiehlt sich daher in jedem Fall, bei ausgebautem Motherboard zu arbeiten.
Zwei Dinge sind beim Japaner zu beachten. Zunächst sollte man sich vor dem Eindrücken der Pins vergewissern, dass man die Bohrlöcher der Hauptplatine mit allen vier Plastikstiften getroffen hat. Es kann aufgrund der variablen Pinabstände beim Scythe-System schnell passieren, dass ein Stift nicht exakt über dem Montageloch ausgerichtet ist. Versucht man dann dennoch einzudrücken, ist ein Verbiegen der Widerhaken vorprogrammiert. Außerdem sollte man immer sicherstellen, dass die Push-Pins richtig eingerastet sind. Dies wird durch den sicheren Sitz und ein markantes Klick-Geräusch beim Eindrücken signalisiert.
Darüber hinaus ist die Ausrichtung des Kühlers im Hinblick auf seine Leistungsfähigkeit von entscheidender Bedeutung. Da die Heatpipes entsprechend der Gravitation eine bevorzugte Arbeitsrichtung besitzen, in welcher Verdampfung, Aufsteigen, Kondensation und Abfließen der Kühlflüssigkeit im stehenden Gehäuse am besten funktionieren, sollte der Kühler so ausgerichtet werden, dass die V-Form parallel zum Gehäuseboden ist. Die auf den obigen Bildern dargestellte Option mit V-Form parallel zur Gehäuserückwand wird in den meisten Fällen etwas leistungsschwächer sein. Wir testen daher, anders als auf den Fotos dargestellt, mit bodenparalleler Ausrichtung, wie sie von Scythe per Handbuch im stehenden ATX-Gehäuse empfohlen wird.
Testsystem
Taktgeber unserer aktuellen, realen Messplattform ist Intels Core i7 920 „Bloomfield“ [4]. Die beliebte Quad-Core-CPU generiert im Standardmodus (2,66 GHz, 1,2 Volt V-Core) laut Datenblatt 130 Watt bei voller Auslastung und liegt damit auf dem Niveau unseres Vorgänger-Prozessors, dem Intel Core 2 Extreme QX6700 „Kentsfield“ (2,66 GHZ, 1,35 Volt V-Core). Als Hauptplatine kommt dazu passend Intels DX58SO „Smackover“ zum Einsatz, das wir ebenfalls bereits im Bericht [5] zum Intel Core i7 vorgestellt haben.
Als passendes Gehäuse für die Testzusammenstellung im geschlossenen, stehenden ATX-System stellt uns Caseking mit dem Silverstone TJ-09S [6] eine räumlich üppig dimensionierte Basis zur Verfügung. Neben dem großzügigen Platzangebot ist dabei vor allem die Position des Netzteils am Gehäuseboden entscheidend für faire Testbedingungen, da der Lüfter unseres 650-Watt starken Lian-Li-Silent-Force-Netzteils dort keine mitbelüftende Wirkung auf die Prozessorkühler entfalten kann. So arbeitet als einziger Gehäuselüfter mit dem Scythe-S-Flex 800 ein leises 120-mm-Modell rückseitig ausblasend und unterstützt die CPU-Kühlung in den aktiven sowie semipassiven Testmodi.
Damit sind die wichtigsten Eckpfeiler des Systems, das sich in der Gesamtübersicht wie folgt darstellt, zunächst umrissen:
- Intel Core i7 920 „Bloomfield“ (4 x 2,66 GHz)
- Intel DX58SO „Smackover“ Motherboard
- 3 x 2 GByte OCZ DDR3-1066 XTC Platinum
- Asus ATI Radeon X850 XT (gekühlt per Zalman VF-900Cu)
- Lian Li Silent Force 650 Netzteil (mit 140-mm-Belüftung)
- Silverstone TemJin-SST-TJ09S Gehäuse (Gehäuselüfter: Scythe S-Flex 800)
- Samsung SpinPoint F1 HD322HJ HDD
- Wärmeleitpaste: Arctic-Cooling MX-2
- Raumtemperatur: 23°C
Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.
Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers (der Lüfter wird von einem Passivnetzteil gespeist) im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich bis sehr deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.
Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben. Aus diesem Wert lassen sich Rückschlüsse über das vom Lüfter generierte Luftfördervolumen gewinnen.
Testsystem und -Modi
Um ein möglichst aussagekräftiges Bild über die Kühleigenschaften des Probanden zu erhalten, testen wir die jeweiligen Kühler in verschiedenen CPU-Modi, die aufgrund unterschiedlicher Taktraten und Arbeitsspannungen sowie Gehäusebelüftungsintensitäten manigfaltige Aufgaben an die jeweiligen Produkte richten. Während beispielsweise im „Standardmodus“ die Ansprüche an einen Retailkühler noch relativ vertretbar sind, können nur wenige Top-Kühler den Anforderungen im „Performancemodus“ bei geringer Aktivdrehzahl standhalten. Ergänzt wird die Übersicht vom „Semipassivtest“, bei welchem der CPU-Lüfter deaktiviert und lediglich die Belüftungshilfe vom einzigen Gehäuselüfter bei verschiedenen Drehzahlen gewährleistet wird. Die einzelnen Testmodi stellen sich wie folgt dar:
| Modus | Standard | Performance | Passiv 1 | Passiv 2 |
|---|---|---|---|---|
| Belüftung | Aktiv | Aktiv | Semipassiv | Semipassiv |
| CPU Takt | 2,66 GHz | 3,4 GHz | 2,66 GHz | 2,66 GHz |
| V-Core (BIOS) | 1,2 V | 1,4 V | 1,0 V | 1,0 V |
| V-Core (Real) | 1,08 V | 1,35 V | 0,94 V | 0,94 V |
| Gehäuselüfter | 840 U/min | 840 U/min | 840 U/min | 510 U/min |
Abseits davon greifen wir, in Analogie zu unseren Prozessortests, zur Auslastung der CPU auf Prime95 [7] zurück, das in acht Instanzen des SmallFFT-Tests laufend zur höchsten Heizauslastung der Core i7-Test-CPU führt. Dabei geht jedem etwa halbstündigen Messlauf bis zum thermischen Gleichgewicht eine Aufwärmphase von 45 Minuten voraus. In diesen werden die Systemtemperaturen vom Diagnosetool Everest dokumentiert, wobei zur Bewertung das Mittel der Kerntemperaturmaxima über den gesamten Testlauf genutzt wird.
Leistungsaufnahme Gesamtsystem
Angaben in Watt (W)
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Die dargestellten Verbrauchsangaben beziehen sich auf das gesamte Testsystem. Die jeweiligen Differenzen zwischen CPU-Last- und -Leerlauf lassen dabei auf die Prozessor-Leistungen schließen. Entsprechend ist der Anspruch an den Kühler im Performancemodus zum Teil immens.
Lüfter und Lautstärke
Eine gelungene Lüfterbestückung zählt meist zu den großen Stärken von Scythe-Kühlprodukten. Auch der Grand Kama Cross bekommt mit dem Slip-Stream-Pendant SM1425SL12LM-P eine sehr gefällige Aktivkomponente aufgeschnallt, die im Realdrehzahlbereich von 400 bis etwa 1.400 U/min arbeitet. Dabei geht der PWM-fähige 140-mm-Ventilator nahezu nebengeräuschsfrei zu Werke. Erst ab etwa 600 U/min setzt aufgrund der starken Drosselung leichtes, kaum wahrnehmbares Rotorklacken ein. Ein leiser bis superleiser Betrieb ist unter 900 U/min problemlos möglich, während darüber nur das Rauschen des Luftumschlages auffällt. Im Vergleich zur aufgeführten 120-mm-Konkurrenz wird der 140-mm-Lüfter natürlich etwas lauter bewertet. Als bessere Referenz kann hier Noctuas NF-P14 gesehen werden, dessen Schalldruckkurve etwas stärker ansteigt als jene des Scythe Slip-Stream.
Die vom Scythe-Lüfter generierten Luftgeschwindigkeiten liegen etwa im Mittelfeld des Vergleiches. Hier kann vor allem Noctua mit dem NF-P14 etwas bessere Werte abliefern.
Auf Basis der Luftgeschwindigkeiten lässt sich der Luftdurchsatz pro Stunde in Abhängigkeit von der Drehzahl abschätzen. Der 140-mm-Slip-Stream-Lüfter mit einem Außenradius von 6,7 cm und einem Rotorradius von 2,2 cm besitzt demnach eine Durchströmfläche von etwa 125,8 cm². Daraus ergeben sich bei maximaler Drehzahl von freistehend etwa 1400 U/min und den gemessenen 11,9 km/h Luftgeschwindigkeit (angenommen, diese sei homogen über die Querschnittsfläche) ein abgeschätzter Luftdurchsatz von 149,7 m³/h (Herstellerangabe: ca. 118,8 m³/h bei Maximaldrehzahl).
Ungenauigkeiten in den Diagrammen dieser Seite ergeben sich, neben den normalen Messtoleranzen, vorrangig aus nicht exakt einstellbaren Lüfterdrehzahlen (Toleranz +/- 30 U/min).
Performancevergleich
Traditionell nutzen wir zur Leistungsbewertung unserer Test-Probanden Referenzlüfter verschiedener Leistungsklassen, um die Rohperformance der Kühler bei vergleichbaren Bedingungen und Belüftungen gegenüber zu stellen. Für CPU-Kühler im 120-mm-Format kommen folgende drei Referenzlüfter zum Einsatz.
Referenzbelüftung
Mit unseren 120-mm-Referenzlüftern hinterlässt der Scythe Grand Kama Cross nicht die beste Figur. Sowohl mit Standardtakt, als auch bei höherer thermischer Belastung im übertakteten Modus, kann er das anvisierte Ziel, auf Höhe der aktuellen Towerkonkurrenz mitzuspielen, nicht erreichen. Vielmehr ist eine Grundleistung auf dem Level aktueller Top-Blow-Rivalen zu attestieren.
Standardmodus mit Referenzlüftern
Angaben in °C
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Performancemodus mit Referenzlüftern
Angaben in °C
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Serienbelüftung
Mit 140-mm-Slip-Stream-Serienbelüftung vermag der Grand Kama Cross ein deutlich besseres Bild zu vermitteln. Bei niedriger Geräuschkulisse ist er vor allem im unteren Drehzahlbereich stark aufgestellt. Hier können im Standardmodus sogar feste Towerkühler-Größen, etwa eine EKL Nordwand oder der Mugen 2, ins Wanken geraten. Selbst die stark übertaktete CPU kann noch gekühlt werden – das schaffen in diesem Modus nur wenige Top-Blow-Vertreter. Dennoch zeigt sich als klare Schwäche des Grand Kama Cross die relativ schlechte Skalierung im oberen Drehzahlbereich. Mit Bedacht hat Scythe dem Kühler daher einen Lüfter zur Seite gestellt, der mit maximal 1.400 U/min arbeitet.
Fazit
Mit gewohnt ordentlicher Scythe-Qualität und vollständigem Lieferumfang trifft der Grand Kama Cross beim Kunden ein. Dabei vermittelt der Neuling mit seinen ungewöhnlich gebogenen Heatpipes und dem stufenförmigen Lamellenkörper von Beginn an nicht den höchsten Eindruck von Robustheit oder Effizienz. Nichtsdestoweniger ist seine Kühlleistung, zumindest bei der Verwendung von 140-mm-Lüftern, durchaus ansprechend. Mit unseren Serienlüftern im 120-mm-Format kommt er gegen die bärenstarke Konkurrenz dagegen nicht so richtig in Fahrt.
In unabhängigen Tests anderer Magazine wird dem Grand Kama Cross eine zum Teil spürbar bessere Grundleistung bescheinigt. Worin in unseren Abweichungen die Gründe liegen, lässt sich insgesamt schwer einschätzen. Möglicherweise ist unsere aktuelle Kühlertestplattform etwas selektiver und nicht ausnahmslos jedem Kühlerdesign zuträglich, weshalb die Testergebnisse im Allgemeinen insgesamt nur als Anhaltspunkt gesehen werden sollten. Von Serienstreueffekten oder gar einem Defekt unseres Testobjekts kann derweil nahezu abgesehen werden, da wir unsere Ergebnisse mit einem zweiten Kühlermodell verifiziert haben. Nicht von der Hand zuweisen ist jedoch die allgemeine Tendenz des Grand Kama Cross, vorrangig mit langsam drehenden Lüftern zu harmonieren.
Entsprechend gut und sinnvoll gewählt ist die von Scythe getroffene 140-mm-Bestückung. In einem Drehzahlfenster von etwa 400 bis 1.400 U/min kann der Anwender gut und fast in jeder Lebenslage sehr leise bis lautlos kühlen. Eine solch' feine Abstimmung inklusive PWM-Funktion können nur wenige Kühlercombos vorweisen. Auch im Hinblick auf die Montagefähigkeit auf Intel- und AMD-Plattformen zeigt sich der Japaner sehr flexibel, allerdings kommen für Intels Sockel die bisweilen unbeliebten Push-Pins in einer Allround-Variante zum Einsatz.
Unterm Strich ist der Scythe Grand Kama Cross ein leistungsfähiger, aber auch enorm großer Prozessorkühler im 140-mm-Top-Blow-Format, dessen Performance gerade im leisen Drehzahlspektrum auf hohem Niveau angesiedelt ist. Sucht man höchste Kühlleistung auch bei höheren Drehzahlen, so sollte man sich anderweitig umschauen. Bei einem Straßenpreis von mittlerweile deutlich unter 30 Euro [2] darf man insgesamt jedoch von einem absolut fairen Scythe-Angebot sprechen.
Nützliche Links
- Empfohlener Vertrieb [8]
- Aktueller Preis im Preisvergleich [2]
- Scythe-Herstellerhomepage [1]
- ComputerBase-Kühlertestsystem vorgestellt [9]
Weitere Empfehlungen
- Towerkühler
- EKL Alpenföhn Brocken [10] (sehr hohe Performance, inkl. Lüfter, vergleichsweise günstig)
- Scythe Mugen 2 [11] (sehr hohe Leistung, vielseitig einsetzbar, sehr groß)
- Noctua NH-U12P [12] (hohe Leistung, super Gesamtpaket, leise, etwas teuer)
- Thermaltake V14 Pro [13] (hohe Leistung, extravagantes Design, vollkupfern, teuer, Lüfter nicht wechselbar)
- Thermolab Baram [14] (hohe Kühlleistung, flexibel einsetzbar, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar)
- EKL Alpenföhn Nordwand [15] (hohe Kühlleistung bei hohen Drehzahlen, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar, gutes Paket)
- Noctua NH-D14 [16] (sehr hohe Performance aktiv und passiv, sehr gutes Gesamtpaket, recht teuer und groß)
- Top-Blow-Kühler
- Thermalright AXP-140 [17] (Low-Profile für HTPCs geeignet, gute Performance, für 120- und 140-mm-Lüfter)
- Noctua NH-C12P [18] (hohe Leistung als Top-Blow-Kühler, super Gesamtpaket, etwas teuer)
























