Einleitung
Beachtliche fünf Jahre sind bereits ins Land gegangen, seitdem die japanische Kühlerschmiede Scythe mit der ersten Revision des damals noch lüfterlos ausgelieferten „Ninja“ auf sich aufmerksam machte und in einem Atemzug die eigene Produktphilosophie von passiv kühlenden Nischen-Entwicklungen zu zukunftsweisenden, umfassend akzeptierten und zum Teil begeisternden Silent-Kühlern umstellte. Noch heute sind die grundlegenden Charakterzüge des Ninja, gute Leistungen bei niedrigen Luftbewegungen zu generieren, äußerst gefragt und so verwundert es auch nicht, dass Scythe nach wie vor am einstigen Kühlerkonzept festhält und es in Form des „Ninja 3“ ein weiteres Mal neu aufleben lässt. Mit echten acht U-Heatpipes, einem großzügigen Lamellenkörper, stark überarbeiteter Montage und dem manuell anpassbaren PWM-Slip-Stream-Lüfter „Adjustable“ will Scythe ein überzeugendes Gesamtpaket geschnürt haben, das sich im ComputerBase-Test beweisen muss.
Lieferumfang
Der Lieferumfang des Ninja 3 ist sehr übersichtlich gestaltet. Wenige Montageteile für die unterstützen AMD- und Intel-Plattformen, eine knappe Anleitung mit deutscher Fassung sowie eine kleine Tüte Wärmeleitpaste begleiten den üppig dimensionierten Kühler. Komplettiert wird das Paket vom 120-mm-PWM-Ventilator mit integriertem Slotblenden-Potentiometer sowie zwei Drahtbügeln zur Lüfterfixierung am Kühlkörper.
Technische Eckpunkte
- Scythe Ninja 3 „SCNJ-3000“ 120-mm-Tower-CPU-Kühler
- Abmessungen ohne Lüfter: 120 x 120 x 160 mm (L x B x H)
- Gewicht mit Serienlüfter: ca. 1080 Gramm
- Acht-6-mm-Heatpipes (Ø) in U-Aufbiegung
- Aluminiumlamellen und vernickelte Kupferbasis
- 36+2 Lamellen, Abstand ca. 2 mm
- 120-mm-Serienlüfter Scythe Slip-Stream SY1225SL12HPVC (Adjustable)
- Variable PWM-Ansteuerung in verschiedenen Bereichen
- „Low“: 470 – 1.340 U/min
- „High“: 740 – 1.900 U/min
- Stufenlose Regelkurven zwischen den Maxima
- Fördervolumen: „Low“ (39 – 130 m³/h), „High“ (63 – 187 m³/h)
- Slotblendenpotentiometer fest verkabelt
- 4-Pin-Anschluss
- „Flip Mount Super Back-Plate 2“-Montagekonzept
- Intel LGA 775, 1156 und 1366 per Rückplattenverschraubung
- AMD 754, 939, AM2, AM2+, AM3 per Rückplattenverschraubung
- Herstellerhomepage [1]
- Preisvergleich [2]
Kühler im Detail
Die abgesehen von den zahlreichen Revisionsupdates und Sondereditionen nominell dritte Auflage des Scythe Ninja ist zugleich die schwerste und größte. Ohne Lüfter bringt der neue Japaner bereits fast ein Kilogramm auf die Wage, Abmessungen von 120 x 120 x 160 mm beschreiben zudem einen wahren Kühlkoloss.




Auch in Puncto Heatpipes stößt der Ninja 3 in quantitativ neue Gefilde. Waren bisher immer nur sechs der berühmten Wärmeleit-Kapillare verbaut worden, reizt Scythe nun die Platzkapazitäten aus und integriert ganze acht 6-mm-Heatpipes, welche in gewohnter U-Aufbiegung überkreuzt in zwei Ebenen die Bodenplatte respektive den darüber liegenden Aluminiumkühlkorpus durchziehen. Die in alle Richtungen ebene Wärmeaufnahme ist in gewohnter Form aus Kupfer gefertigt und wurde zum Schutz vor Korrosion mit einer Nickellegierung überzogen, die den typischen Spiegeleffekt hervorruft.
Während die Japaner beim Ur-Ninja (2005, 23 Lamellen, 4 mm Abstand) sowie beim Ninja 2 (2008, 27 Lamellen, 2,5 mm Abstand) noch auf sehr hohe Passivleistung setzten und mit vergleichsweise geringer Kühloberfläche, dafür aber guter Anpassung auf niedrige Luftzirkulation punkten wollten, entfernt man sich mit dem Ninja 3 wieder etwas von diesen Eigenschaften. Nunmehr 38 diagonal separierte Aluminiumlamellen im 2-mm-Abstand hat der aktuelle Ninja 3 zu bieten. Damit zählen Passiveinsätze wohl nur noch zur Randdisziplin des Japaners. Als ebenfalls neu präsentiert sich die stilistisch sicher stimmige Bedruckung der obersten Aluminiumeinheit – ob eine solche Gestaltung beim breiten Publikum entsprechend angenommen wird, bleibt abzuwarten.
Der Scythe Ninja 3 weist eine hohe Symmetrie auf. Lüfter können daher an allen vier Seiten des Kühlkörpers angebracht werden. Gleichzeitig ist jedoch nur die Befestigung von zwei gegenüberliegend fixierten Ventilatoren auf Basis der originalen Drahtbügel möglich, wobei nur ein dazu benötigtes Drahtbügel-Paar dem Lieferumfang beiliegt. Mit deren Hilfe geschieht die Anbringung des Ventilators ohne Werkzeug oder Schrauben, jedoch mit einer Portion Fingerspitzengefühl und Kraftaufwand, da die Drähte sehr fest sitzen.




Der Serienlüfter des Scythe Ninja 3 ist ein besonderes Exemplar der beliebten Slip-Stream-Baureihe des Herstellers. Grundlegend auf den dynamischen PWM-Betrieb abgestimmt, kann auf Basis des fest verkabelten Drehpotentiometers ein Drehzahlfenster eingerichtet werden, in dessen Rahmen sich die PWM-Steuerung bewegt. Minimal liegt dieses Fenster bei 470 bis 1.340 und maximal bei 740 bis 1.900 U/min. In diesem Sinne erhält der Anwender einen variablen Lüfter im 120-mm-Format, der mehrere Leistungsklassen vereint.
Montagebesonderheiten
Im Rahmen einer möglichst werkzeuglosen Anbringung des Kühlers am Sockel setzte man bei Scythe zuletzt fast ausschließlich auf Push-Pins für Intel sowie 2-Punkt-Klammern für AMD. Beim Kilo-Koloss Ninja 3 hat man sich nun besonnen und die Rückkehr zur Direktverschraubung mit der Hauptplatine gewählt, was angesichts des Kühlergewichts, aber auch seiner Abmessungen in jedem Fall zu begrüßen ist. Dabei kommt sowohl für AMD-Platinen seit Sockel 754 sowie Intel-Motherboards seit Sockel 775 dieselbe clever gestaltete, isolierte Rückplatte zum Einsatz.
Nachdem die entsprechenden Haltebügel (entweder für AMD oder Intel) am Kühlerboden angebracht worden, kann der Ninja 3 auf die mit Wärmeleitpaste präparierte CPU aufgesetzt und positioniert werden. Nun muss mit etwas Vorsicht der instabile Kühler-Motherboard-Komplex gewendet, die Rückplatte passgenau aufgelegt, die Schrauben zur Fixierung eingefädelt und final alternierend bis zum Endpunkt fest angezogen werden. Dieser Akt bedarf etwas Fingerspitzengefühl, da ohne Fixierung der Schrauben bereits exakt ausgerichtet werden muss. Insgesamt ist die Mainboard-rückseitige Verschraubung jedoch sehr gut gelungen und aufgrund der Platzenge auf der Vorderseite ausgesprochen positiv zu bewerten. Noch beim Ninja und beim Ninja 2 blieben Schnittwunden nur selten aus, da man zur vorderseitigen Montage immer wieder mit den dünnen Aluminiumlamellen des Kühlkörpers in Kontakt kam.



Aufgrund der Symmetrie ist bei der Montage grundsätzlich auf keine Ausrichtung zu achten. Das macht den Ninja 3 in seinem Einsatz sehr vielseitig. Die Seite der Lüfterbefestigung sowie dessen Blasrichtung sollte jedoch immer im Einklang mit der vorhandenen Gehäusebelüftung (Luftstrom durch die Gehäuselüfter) konfiguriert sein, um beste Kühlergebnisse generieren zu können.
Aufgrund seiner Bauhöhe von 160 mm ist beim Scythe Ninja 3 entsprechend auf die Gehäusekompatibilität zu achten. Zu schmale Chassis könnten hier zu Problemen führen.
Testsystem
Taktgeber unserer aktuellen, realen Messplattform ist Intels Core i7 920 „Bloomfield“ [3]. Die beliebte Quad-Core-CPU generiert im Standardmodus (2,66 GHz, 1,2 Volt V-Core) laut Datenblatt 130 Watt bei voller Auslastung und liegt damit auf dem Niveau unseres Vorgänger-Prozessors, dem Intel Core 2 Extreme QX6700 „Kentsfield“ (2,66 GHZ, 1,35 Volt V-Core). Als Hauptplatine kommt dazu passend Intels DX58SO „Smackover“ zum Einsatz, das wir ebenfalls bereits im Bericht [4] zum Intel Core i7 vorgestellt haben.



Als passendes Gehäuse für die Testzusammenstellung im geschlossenen, stehenden ATX-System stellt uns Caseking mit dem Silverstone TJ-09S [5] eine räumlich üppig dimensionierte Basis zur Verfügung. Neben dem großzügigen Platzangebot ist dabei vor allem die Position des Netzteils am Gehäuseboden entscheidend für faire Testbedingungen, da der Lüfter unseres 650-Watt starken Lian-Li-Silent-Force-Netzteils dort keine mitbelüftende Wirkung auf die Prozessorkühler entfalten kann. So arbeitet als einziger Gehäuselüfter mit dem Scythe-S-Flex 800 ein leises 120-mm-Modell rückseitig ausblasend und unterstützt die CPU-Kühlung in den aktiven sowie semipassiven Testmodi.
Damit sind die wichtigsten Eckpfeiler des Systems, das sich in der Gesamtübersicht wie folgt darstellt, zunächst umrissen:
- Intel Core i7 920 „Bloomfield“ (4 x 2,66 GHz)
- Intel DX58SO „Smackover“ Motherboard
- 3 x 2 GByte OCZ DDR3-1066 XTC Platinum
- Asus ATI Radeon X850 XT (gekühlt per Zalman VF-900Cu)
- Lian Li Silent Force 650 Netzteil (mit 140-mm-Belüftung)
- Silverstone TemJin-SST-TJ09S Gehäuse (Gehäuselüfter: Scythe S-Flex 800)
- Samsung SpinPoint F1 HD322HJ HDD
- Wärmeleitpaste: Arctic-Cooling MX-2
- Raumtemperatur: 23°C
Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.



Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers (der Lüfter wird von einem Passivnetzteil gespeist) im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich bis sehr deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.
Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben. Aus diesem Wert lassen sich Rückschlüsse über das vom Lüfter generierte Luftfördervolumen gewinnen.
Testsystem und -Modi
Um ein möglichst aussagekräftiges Bild über die Kühleigenschaften des Probanden zu erhalten, testen wir die jeweiligen Kühler in verschiedenen CPU-Modi, die aufgrund unterschiedlicher Taktraten und Arbeitsspannungen sowie Gehäusebelüftungsintensitäten manigfaltige Aufgaben an die jeweiligen Produkte richten. Während beispielsweise im „Standardmodus“ die Ansprüche an einen Retailkühler noch relativ vertretbar sind, können nur wenige Top-Kühler den Anforderungen im „Performancemodus“ bei geringer Aktivdrehzahl standhalten. Ergänzt wird die Übersicht vom „Semipassivtest“, bei welchem der CPU-Lüfter deaktiviert und lediglich die Belüftungshilfe vom einzigen Gehäuselüfter bei verschiedenen Drehzahlen gewährleistet wird. Die einzelnen Testmodi stellen sich wie folgt dar:
| Modus | Standard | Performance | Passiv 1 | Passiv 2 |
|---|---|---|---|---|
| Belüftung | Aktiv | Aktiv | Semipassiv | Semipassiv |
| CPU Takt | 2,66 GHz | 3,4 GHz | 2,66 GHz | 2,66 GHz |
| V-Core (BIOS) | 1,2 V | 1,4 V | 1,0 V | 1,0 V |
| V-Core (Real) | 1,08 V | 1,35 V | 0,94 V | 0,94 V |
| Gehäuselüfter | 840 U/min | 840 U/min | 840 U/min | 510 U/min |
Abseits davon greifen wir, in Analogie zu unseren Prozessortests, zur Auslastung der CPU auf Prime95 [6] zurück, das in acht Instanzen des SmallFFT-Tests laufend zur höchsten Heizauslastung der Core i7-Test-CPU führt. Dabei geht jedem etwa halbstündigen Messlauf bis zum thermischen Gleichgewicht eine Aufwärmphase von 45 Minuten voraus. In diesen werden die Systemtemperaturen vom Diagnosetool Everest dokumentiert, wobei zur Bewertung das Mittel der Kerntemperaturmaxima über den gesamten Testlauf genutzt wird.
Leistungsaufnahme Gesamtsystem
Angaben in Watt (W)
|
Die dargestellten Verbrauchsangaben beziehen sich auf das gesamte Testsystem. Die jeweiligen Differenzen zwischen CPU-Last- und -Leerlauf lassen dabei auf die Prozessor-Leistungen schließen. Entsprechend ist der Anspruch an den Kühler im Performancemodus zum Teil immens.
Serienbelüftung
Der Slip-Stream-Serienlüfter des Ninja 3 zählt zu den aktuellen Errungenschaften der Japaner und kommt beispielsweise auch beim Scythe Yasya zum Einsatz. Mit der Idee, verschiedene Drehzahlbereiche manuell wählbar in Kombination mit automatischer OWM-Regulierung anzubieten, hat sich Scythe auf Basis der etablierten und leistungsstarken Slip-Stream-Familie einen potenten und vielseitigen Lüfter für seine CPU-Kühler geschaffen.
Mit einem Gesamtdrehzahlband von etwa 470 bis 1.900 U/min überzeugt der Bolide rein subjektiv mit einem harmonischen Klangbild bei insgesamt niedrigen Antriebsgeräuschen. Oberhalb der kritischen 1.000 bis 1.200 U/min-Schwelle dominieren auch beim Adjustable-Fan naturgemäß intensivere Luftumschlagsgeräusche, die allerdings erst ab etwa 1.600 U/min wirklich aufdringlich werden. Im niedrigen Drehzahlspektrum arbeitet das Slip-Stream-Pendant jedoch sehr angenehm leise und generiert kaum störende Nebengeräusche. Lediglich aus sehr geringen Abständen lassen sich sehr leichte Klackertöne des Rotors vernehmen, die jedoch bei geschlossenem Gehäuse und entsprechend üblichen Distanzen zum PC absolut keine Rolle mehr spielen. In diesem Rahmen unterstreicht der Ninja-3-Serienlüfter seine ordentliche Eignung als Silent-Lüfter bei niedrigen Geschwindigkeiten.
Lautstärke und Schalldruckvergleich
Die messtechnische Bewertung der Serienbelüftung fördert zwei Dinge zu Tage. Zunächst wird der Lüfter im Drehbereich unter 1.000 U/min als sehr leise bis nahezu lautlos bewertet. Bei höheren Geschwindigkeiten steigt der Schalldruck, auch aufgrund der zunehmenden Verwirbelungen der Luft, recht stark an.
Ungenauigkeiten in den Diagrammen dieser Seite ergeben sich, neben den normalen Messtoleranzen, vorrangig aus nicht exakt einstellbaren Lüfterdrehzahlen (Toleranz +/- 30 U/min).
Geschwindigkeit und Durchsatz
Auf Basis der Luftgeschwindigkeiten lässt sich der Luftdurchsatz pro Stunde in Abhängigkeit von der Drehzahl abschätzen. Der 120-mm-Scythe-Slip-Stream-Lüfter mit einem Außenradius von 5,8 cm und einem Rotorradius von 2,0 cm besitzt eine Durchströmfläche von etwa 93,1 cm². Daraus ergibt sich bei maximaler Drehzahl von freistehend etwa 1.900 U/min und den gemessenen 19,4 km/h Luftgeschwindigkeit (angenommen, diese sei homogen über die Querschnittsfläche) ein abgeschätzter Luftdurchsatz von 180,6 m³/h (Herstellerangabe: ca. 187 m³/h bei Maximaldrehzahl).
Hinsichtlich der erzeugten Luftgeschwindigkeiten und der damit einhergehenden Förderleistung bietet der Scythe Slip-Stream überdurchschnittlich gute Werte bei gleicher Drehzahl.
Serienlüfter Förderleistung
Angaben in Volumenstrom (m³/h)
|
Ungenauigkeiten in den Diagrammen dieser Seite ergeben sich, neben den normalen Messtoleranzen, vorrangig aus nicht exakt einstellbaren Lüfterdrehzahlen (Toleranz +/- 30 U/min).
Kühlleistung
Traditionell nutzen wir zur Leistungsbewertung unserer Test-Probanden Referenzlüfter verschiedener Leistungsklassen, um die Rohperformance der Kühler bei vergleichbaren Bedingungen und Belüftungen gegenüber zu stellen. Für CPU-Kühler im 120-mm-Format kommen folgende drei Referenzlüfter zum Einsatz.
| Scythe S-Flex „D“ | Noctua NF-P12 | Scythe S-Flex „G“ |
|---|---|---|
| 120 mm | 120 mm | 120 mm |
| 840 U/min (12 Volt) | 1380 U/min (12 Volt) | 1860 U/min (12 Volt) |
| v(Luft) = 4,7 km/h | v(Luft) = 8,1 km/h | v(Luft) = 17,3 km/h |
| 51,6 m³/h* | 98,1 m³/h* | 147,1 m³/h* |
| minimal wahrnehmbar | akzeptabel | starkes Rauschen |
| < 30,4 dB(A)** | 37,0 dB(A)** | 45,4 dB(A)** |
| < 30,4 dB(A)*** | 33,9 dB(A)*** | 41,1 dB(A)*** |
| * aus Lüfterbauweise und v(Luft) errechnet, ** frei stehend gemessen, *** liegend auf Scythe Orochi gemessen |
||
Referenzbelüftung 120 mm
Die mit Referenz-Einzelbelüftung gezeigten Leistungen sind als durchaus sehr gut zu beschreiben. Vor allem bei moderater thermischer Belastung bei niedrigen Drehzahlen setzt sich der Ninja 3 im Vorderfeld fest. Bei starker Übertaktung und schnellen Lüftern ist der Mitbewerb erwartungsgemäß zum Teil besser aufgestellt.
Standardmodus mit Referenzlüftern
Angaben in °C
|
Performancemodus mit Referenzlüftern
Angaben in °C
|
Die Temperaturwerte dieser Seite stellen das arithmetische Mittel der vier Prozessorkerntemperaturen unter Volllast dar.
Doppel-120-mm-Belüftung
Das Anbringen einen zweiten Ventilators am wuchtigen Ninja 3 kann man sich getrost sparen. Sowohl aus Platz- als auch aus Leistungsgründen ist die Einzelbelüftung die bessere Wahl. Will man dennoch mit mehreren Lüftern agieren, sollte man eher zur Konkurrenz greifen.
Performancemodus mit Doppelbelüftung
Angaben in °C
|
Die Temperaturwerte dieser Seite stellen das arithmetische Mittel der vier Prozessorkerntemperaturen unter Volllast dar.
Semipassiv-Betrieb
Deutlich besser präsentiert sich der Ninja 3 gänzlich ohne direkte Belüftung. Das ursprüngliche Steckenpferd der Konstruktion überzeugt auch in der neuen Auflage. Nur wenige Konkurrenten können dem Japaner mit semi-passiver Belüftung das Wasser reichen.
Semipassivmodus mit Gehäuselüfter
Angaben in °C
|
Die Temperaturwerte dieser Seite stellen das arithmetische Mittel der vier Prozessorkerntemperaturen unter Volllast dar.
Serienbelüftung Verlauf
Der Ninja 3 ist gut auf seine Serienbelüftung abgestimmt. In Gegenüberstellung zu den Kontrahenten kann sich der Japaner im Vorderfeld platzieren und liegt etwa auf Höhe des hauseigenen Yasya. Zu den großen Stärken des Ninja 3 zählt zudem der im Vergleich geringere Leistungseinbruch bei sinkender Lüfterdrehzahl.
Die Temperaturwerte dieser Seite stellen das arithmetische Mittel der vier Prozessorkerntemperaturen unter Volllast dar.
Fazit
Die relativ stagnierenden Entwicklungen im Kühlersegment in den letzten Jahren erlauben es dem japanischen Hersteller Scythe, ein über fünf Jahre altes Erfolgsprodukt mit nur wenigen Änderungen zum wiederholten Male aufblühen zu lassen. Dabei gelingt es dem Kühlerspezialisten trotz dieser wenig verheißungsvollen Vorzeichen, eine durchaus leistungs- und charakterstarke Kühlkomposition in Form des Ninja 3 aufleben zu lassen.
Mit einem 120-mm-Lüfter ausgestattet sind die Kühlleistungen des wuchtigen Klassikers vor allem bei niedrigen Drehzahlen überaus erfrischend. Erst bei hohen Drehzahlen über 1.200 U/min und intensiver Übertaktung fällt der Ninja 3 im Vergleich zur absoluten Spitze etwas zurück. Als große Stärke der Scythe-Entwicklung zählt nach wie vor der Passiv-Einsatz. Ohne direkt angeschnallten Lüfter präsentiert sich der Mammutkühler so potent wie kaum ein anderer. Hingegen ist der Leistungsgewinn durch Doppelbelüftung im Vergleich zur Konkurrenz nur marginal ausgeprägt.
Hinzu gesellt sich ein gelungenes Gesamtpaket aus Material- und Verarbeitungsqualität sowie sehr guter Serienlüfter-Ausstattung. Der extra für CPU-Kühler entwickelte Slip-Stream-Adjustable harmoniert wunderbar mit dem Ninja 3 und deckt eine enorme Anwendungsbereite von störgeräuscharm-leise bis drehzahlstark-ambitioniert ab, lässt manuelle Regulierung zu und unterstützt die beliebte PWM-Funktion. Obendrein haben die Japaner die Montageprozedur für den Ein-Kilogramm-Koloss gefällig angepasst, sodass plattformübergreifend sicher direkt mit dem Motherboard verschraubt wird und durch mainboard-rückseitiges Fixieren mögliche Platzprobleme aufgehoben werden.
Insgesamt kann der Scythe Ninja 3 im Test durchaus Akzente setzen. Seine charakteristischen Eckpfeiler sind nach wie vor gefragt, die Grundleistungen mit einem sowie ohne Lüfter sind sehenswert und die qualitative Abstimmung kann in allen Belangen überzeugen. Wer also abseits der üblichen 120-mm-Kühlergestaltung auf die dargestellten Eigenschaften des Ninja 3 setzen will, kann dies zum Scythe-typisch fairen Preis von etwa 40 Euro gefahrlos tun.
Nützliche Links
Weitere Empfehlungen
- Towerkühler
- Scythe Mugen 2 [9] (hohe Leistung, vielseitig einsetzbar, sehr groß)
- Noctua NH-U12P [10] (hohe Leistung, super Gesamtpaket, leise, etwas teuer)
- Thermolab Baram [11] (hohe Kühlleistung, flexibel, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar)
- EKL Alpenföhn Nordwand [12] (für hohe Drehzahlen, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar)
- Noctua NH-D14 [13] (Aktiv- und Passivleistung, sehr gutes Gesamtpaket, teuer und groß)
- Prolimatech Megahalems [14] (Aktiv- und Passivleistung, ohne Lüfter, recht teuer)
- Coolink Corator DS [15] (Aktiv- und Passivleistung, Doppeltower mit gutem Gesamtpaket)
- Scythe Yasya [16] (sehr hohe Performance aktiv, Towerkühler mit gutem Gesamtpaket)
- Prolimatech Armageddon [17] (120- und 140-mm-Lüfter, klasse Qualität, ohne Lüfter geliefert)
- Alpenföhn Matterhorn [18] (Hohe Leistung und gutes Gesamtpaket)
- Scythe Mugen 2 [9] (hohe Leistung, vielseitig einsetzbar, sehr groß)
- Top-Blow-Kühler
- Thermalright AXP-140 [19] (Low-Profile für HTPCs geeignet, für 120- und 140-mm-Lüfter)
- Noctua NH-C12P [20] (hohe Leistung als Top-Blow-Kühler, super Gesamtpaket, etwas teuer)








