Einleitung
Seit dem Mugen 2 [1] vor gut einem Jahr konnte der japanische Traditionshersteller Scythe nicht mehr nennenswert im Kampf um die Kühlerkrone eingreifen. Dennoch begeistert der Mugen 2 trotz nicht mehr referenzträchtiger Grundleistung noch heute die Anwender durch sein gut abgestimmtes, qualitativ ansprechendes Gesamtpaket, den hochwertigen, leisen Serienlüfter, die plattformübergreifende Montierbarkeit und nicht zuletzt den im Vergleich zur Konkurrenz sehr günstigen Preis. Pünktlich zur Cebit 2010 legen die Japaner nun nach und präsentieren mit dem Yasya einen neuen potentiellen Gipfelstürmer im 120-mm-Towergewand. Seine außergewöhnlichen Lamellenformen, sechs Heatpipes und ein spezieller, in verschiedenen Drehzahlbereichen PWM-regulierter Slip-Stream-Lüfter sollen ihm dabei helfen. Ob der Scythe Yasya die aktuellen Spitzenreiter Prolimatech Magahalems und Noctua NH-D14 ins Schwitzen bringen kann, wollen wir in gewohnter Manier herausfinden.
Lieferumfang
Im Lieferumfang des neuen Scythe Yasya befinden sich neben dem Kühlkörper ein Scythe-Lüfter aus der Slip-Stream-Serie im 120-mm-Format inklusive Slotblenden-Potentiometer zur Bestimmung des PWM-Arbeitsbereiches, das Montagematerial für AMD (Halteklemmern) und Intel (Push-Pins), eine Installationsanleitung mit deutschem Sprachteil sowie eine kleine Tüte Wärmeleitpaste.
Technische Eckpunkte
- Scythe Yasya SCYS-1000 120-mm-Tower-CPU-Kühler
- Abmessungen mit Lüfter: 130 x 108 x 159 mm (L x B x H)
- Gewicht mit Serienlüfter: ca. 848 Gramm
- Sechs-6-mm-Heatpipes (Ø) in U-Aufbiegung
- Aluminiumlamellen und vernickelte Kupferbasis
- 54 Lamellen, Abstand ca. 1,5 mm
- 120-mm-Serienlüfter Scythe Slip-Stream SY1225SL12HPVC
- Variable PWM-Ansteuerung in verschiedenen Bereichen
- „Low“: 470 – 1.340 U/min
- „High“: 740 – 1.900 U/min
- Stufenlose Regelkurven zwischen den Maxima
- Fördervolumen: „Low“ (39 – 130 m³/h), „High“ (63 – 187 m³/h)
- Slotblendenpotentiometer fix
- 4-Pin-Anschluss
- Werkzeugloses-Montagekonzept
- Intel LGA 775, 1156 und 1366 per Push-Pin
- AMD 754, 939, AM2, AM2+, AM3 per Halteklammern am Retentionmodul
- Herstellerhomepage [2]
- UVP: 42,95 Euro (Preisvergleich [3])
Kühler im Detail
Mit dem Yasya hat sich Scythe wieder etwas einfallen lassen und stattet den Neuling auf Basis etablierter Towerbauweise mit sehr extravaganter Lamellenbestückung aus. Insgesamt 54 Aluminiumeinheiten bilden eine wellenartig gezackte Angriffsoberfläche für die auftreffende Luft. Dadurch erhofft sich Scythe ein effizienteres Einströmen der Luft ohne Verwirbelungen, sodass trotz des geringen Lamellenabstands von etwa 1,5 Millimetern auch bei geringen Drehzahlen noch gute Kühlleistungen erreicht werden können.




Sechs zueinander leicht versetzte 6-mm-Heatpipes bilden in gewohnter U-Aufbiegung den Grundstein für den Wärmetransport von der spiegelnd vernickelten, dünnen Vollkupferbasis zum Radiator. Ihre oberen Enden wurden stilvoll mit zum kantigen Gesamtdesign passenden Heatpipe-Kappen versehen. Ein kleiner Zusatzkühlkörper über der Basis erhöht die effektive Kühlfläche und verleiht dem etwa 850 Gramm schweren Boliden einen niedrigen Schwerpunkt. Im Allgemeinen wirkt der Scythe Yasya sehr robust und präsentiert sich qualitativ auf hochwertigen Niveau.
Aufgrund der symmetrischen Grundgestalt können bis zu zwei 120-mm-Lüfter am Yasya montiert werden. Die Anbringung erfolgt dabei mit Hilfe von Drahtbügeln, welche am Lamellenkörper sowie am Lüfterrahmen eingespannt werden. Leider sitzen diese dünnen Drähte beim Yasya sehr straff und lassen sich daher nur unter größerer Anstrengung mit Nervenstärke nicht wirklich komfortabel einrasten. Hier hat die Konkurrenz, beispielsweise Noctua beim NH-D14 [4], zum Teil deutlich leichtgängigere und anwenderfreundlichere Lösungen vorgestellt.




Neben der ungewöhnlichen Lamellengestaltung zählt die Serienbelüftung klar zu den Besonderheiten des Yasya. Hier setzt Scythe auf ein neu gestaltetes Modell aus der Slip-Stream-Familie, das auf Basis des beigefügten Slotblenden-Drehpotentiometers motherboardseitige PWM-Regulierung in verschiedenen Drehzahlbereichen zulässt. So arbeitet der 120-mm-Lüfter in der „Low“-Position des Potentiometers in einem PWM-Spektrum von leisen 470 und 1.340 U/min. Mit „High“-Einstellung kommen leistungsorientierte Anwender zwischen 740 und 1.900 U/min auf ihre Kosten. Natürlich können stufenlos auch die Bereiche zwischen diesen Extremen gewählt werden, sodass der Kunde dem Yasya ein auf die persönlichen Wünsche zugeschneidertes Regelkonzept verleihen kann.
Montagebesonderheiten
Beim Montagekonzept vertraut Scythe wieder auf einen werkzeuglosen Mechanismus, bei welchem die Halterungen für AMD oder Intel einfach an der Kühlerbasis eingeklickt werden. Das geht zwar etwas schwergängig, erfordert jedoch keine weiteren Hilfsmittel und ist schnell erledigt. Mit lediglich zwei Systemen bedient man darüber hinaus alle aktuellen und eine Vielzahl vergangener AMD- sowie Intel-Sockel. Möglich machen dies das bewährte Klammersystem für AMDs Retentionmodule sowie diagonalenveränderliche Push-Pins für die symmetrischen Intel-Plattformen. Leider ist eine freie Ausrichtung wieder nur bei Intel gegeben, während AMD-Anwender an die Motherboardposition des Sockels gebunden sind, welche meist eine in den meisten Fällen etwas leistungsschwächere Arbeitsrichtung des Kühlers respektive Blasrichtung des Lüfters zum Gehäusedeckel bzw. zur Grafikkarte vorgibt.




Die Montage selbst sollte aufgrund der beschränkten Platzverhältnisse bei ausgebautem Motherboard stattfinden. Dabei wird zunächst der Kühlkörper ohne Lüfter auf die mit Wärmeleitpaste bestrichene CPU aufgesetzt und entsprechend des Haltemechanismus' fixiert. Bei den Intel-Push-Pins signalisiert ein klares Einrastgeräusch den sicheren Sitz der Pins, während die AMD-Klammern ihren vollen Anpressdruck durch Umlegen zweier Hebel generieren.
Mit einer Bauhöhe von etwa 160 mm passt der Scythe Yasya nicht in jedes Gehäuse. Vor dem Kauf sollte man sich daher über etwaige Inkompatibilitäten informieren.
Testsystem
Taktgeber unserer aktuellen, realen Messplattform ist Intels Core i7 920 „Bloomfield“ [5]. Die beliebte Quad-Core-CPU generiert im Standardmodus (2,66 GHz, 1,2 Volt V-Core) laut Datenblatt 130 Watt bei voller Auslastung und liegt damit auf dem Niveau unseres Vorgänger-Prozessors, dem Intel Core 2 Extreme QX6700 „Kentsfield“ (2,66 GHZ, 1,35 Volt V-Core). Als Hauptplatine kommt dazu passend Intels DX58SO „Smackover“ zum Einsatz, das wir ebenfalls bereits im Bericht [6] zum Intel Core i7 vorgestellt haben.



Als passendes Gehäuse für die Testzusammenstellung im geschlossenen, stehenden ATX-System stellt uns Caseking mit dem Silverstone TJ-09S [7] eine räumlich üppig dimensionierte Basis zur Verfügung. Neben dem großzügigen Platzangebot ist dabei vor allem die Position des Netzteils am Gehäuseboden entscheidend für faire Testbedingungen, da der Lüfter unseres 650-Watt starken Lian-Li-Silent-Force-Netzteils dort keine mitbelüftende Wirkung auf die Prozessorkühler entfalten kann. So arbeitet als einziger Gehäuselüfter mit dem Scythe-S-Flex 800 ein leises 120-mm-Modell rückseitig ausblasend und unterstützt die CPU-Kühlung in den aktiven sowie semipassiven Testmodi.
Damit sind die wichtigsten Eckpfeiler des Systems, das sich in der Gesamtübersicht wie folgt darstellt, zunächst umrissen:
- Intel Core i7 920 „Bloomfield“ (4 x 2,66 GHz)
- Intel DX58SO „Smackover“ Motherboard
- 3 x 2 GByte OCZ DDR3-1066 XTC Platinum
- Asus ATI Radeon X850 XT (gekühlt per Zalman VF-900Cu)
- Lian Li Silent Force 650 Netzteil (mit 140-mm-Belüftung)
- Silverstone TemJin-SST-TJ09S Gehäuse (Gehäuselüfter: Scythe S-Flex 800)
- Samsung SpinPoint F1 HD322HJ HDD
- Wärmeleitpaste: Arctic-Cooling MX-2
- Raumtemperatur: 23°C
Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.



Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers (der Lüfter wird von einem Passivnetzteil gespeist) im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich bis sehr deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.
Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben. Aus diesem Wert lassen sich Rückschlüsse über das vom Lüfter generierte Luftfördervolumen gewinnen.
Testsystem und -Modi
Um ein möglichst aussagekräftiges Bild über die Kühleigenschaften des Probanden zu erhalten, testen wir die jeweiligen Kühler in verschiedenen CPU-Modi, die aufgrund unterschiedlicher Taktraten und Arbeitsspannungen sowie Gehäusebelüftungsintensitäten manigfaltige Aufgaben an die jeweiligen Produkte richten. Während beispielsweise im „Standardmodus“ die Ansprüche an einen Retailkühler noch relativ vertretbar sind, können nur wenige Top-Kühler den Anforderungen im „Performancemodus“ bei geringer Aktivdrehzahl standhalten. Ergänzt wird die Übersicht vom „Semipassivtest“, bei welchem der CPU-Lüfter deaktiviert und lediglich die Belüftungshilfe vom einzigen Gehäuselüfter bei verschiedenen Drehzahlen gewährleistet wird. Die einzelnen Testmodi stellen sich wie folgt dar:
| Modus | Standard | Performance | Passiv 1 | Passiv 2 |
|---|---|---|---|---|
| Belüftung | Aktiv | Aktiv | Semipassiv | Semipassiv |
| CPU Takt | 2,66 GHz | 3,4 GHz | 2,66 GHz | 2,66 GHz |
| V-Core (BIOS) | 1,2 V | 1,4 V | 1,0 V | 1,0 V |
| V-Core (Real) | 1,08 V | 1,35 V | 0,94 V | 0,94 V |
| Gehäuselüfter | 840 U/min | 840 U/min | 840 U/min | 510 U/min |
Abseits davon greifen wir, in Analogie zu unseren Prozessortests, zur Auslastung der CPU auf Prime95 [8] zurück, das in acht Instanzen des SmallFFT-Tests laufend zur höchsten Heizauslastung der Core i7-Test-CPU führt. Dabei geht jedem etwa halbstündigen Messlauf bis zum thermischen Gleichgewicht eine Aufwärmphase von 45 Minuten voraus. In diesen werden die Systemtemperaturen vom Diagnosetool Everest dokumentiert, wobei zur Bewertung das Mittel der Kerntemperaturmaxima über den gesamten Testlauf genutzt wird.
Leistungsaufnahme Gesamtsystem
Angaben in Watt (W)
|
Die dargestellten Verbrauchsangaben beziehen sich auf das gesamte Testsystem. Die jeweiligen Differenzen zwischen CPU-Last- und -Leerlauf lassen dabei auf die Prozessor-Leistungen schließen. Entsprechend ist der Anspruch an den Kühler im Performancemodus zum Teil immens.
Lüfter und Lautstärke
Der Serienlüfter des Scythe Yasya bietet ein enorm breites Drehzahlband von etwa 470 bis 1.900 U/min. Dabei überzeugt der Bolide subjektiv mit einem insgesamt sehr harmonischen Klangbild, das auch bei hohen Geschwindigkeiten nicht negativ durch aufdringliche Antriebsgeräusche auffällt. Naturgemäß dominieren oberhalb der 1.200-U/min-Marke relativ intensive Luftumschlagsgeräusche. Unter diesem Level arbeitet das Slip-Stream-Pendant jedoch sehr angenehm und generiert kaum störende Nebengeräusche. Unter etwa 900 U/min kann man aus geringen Abständen ein ganz leichtes Klackern des Rotors wahrnehmen, durch geschlossene Gehäusewände wird dieses jedoch in keinem Fall dringen. Ansonsten beweist der Lüfter nahezu lautlos und nebengeräuschsfrei agierend absolute Silent- bis Super-Silent-Fähigkeiten bei niedrigen Drehzahlen.
Die messtechnische Bewertung der Serienbelüftung fördert zwei Dinge zu Tage. Zunächst wird der Lüfter im Drehbereich unter 1.000 U/min als sehr leise bis nahezu lautlos bewertet. Bei höheren Geschwindigkeiten steigt der Schalldruck, auch aufgrund der zunehmenden Verwirbelungen der Luft, recht stark an.
Die gemessenen Luftgeschwindigkeiten, generiert durch die neun Rotorblätter des Slip-Stream-Lüfters, liegen im oberen Bereich aller bisher getesteten Ventilatorexemplare. Speziell über 1.600 U/min legt der Serienlüfter des Scythe Yasya noch einmal enorm zu, was darauf hindeutet, dass das Design des Lüfters auf hohe Drehzahlen optimiert ist.
Auf Basis der Luftgeschwindigkeiten lässt sich der Luftdurchsatz pro Stunde in Abhängigkeit von der Drehzahl abschätzen. Der 120-mm-Scythe-Slip-Stream-Lüfter mit einem Außenradius von 5,8 cm und einem Rotorradius von 2,0 cm besitzt eine Durchströmfläche von etwa 93,1 cm². Daraus ergibt sich bei maximaler Drehzahl von freistehend etwa 1.900 U/min und den gemessenen 19,4 km/h Luftgeschwindigkeit (angenommen, diese sei homogen über die Querschnittsfläche) ein abgeschätzter Luftdurchsatz von 180,6 m³/h (Herstellerangabe: ca. 187 m³/h bei Maximaldrehzahl).
Ungenauigkeiten in den Diagrammen dieser Seite ergeben sich, neben den normalen Messtoleranzen, vorrangig aus nicht exakt einstellbaren Lüfterdrehzahlen (Toleranz +/- 30 U/min).
Performancevergleich
Traditionell nutzen wir zur Leistungsbewertung unserer Test-Probanden Referenzlüfter verschiedener Leistungsklassen, um die Rohperformance der Kühler bei vergleichbaren Bedingungen und Belüftungen gegenüber zu stellen. Für CPU-Kühler im 120-mm-Format kommen folgende drei Referenzlüfter zum Einsatz.
| Scythe S-Flex „D“ | Noctua NF-P12 | Scythe S-Flex „G“ |
|---|---|---|
| 120 mm | 120 mm | 120 mm |
| 840 U/min (12 Volt) | 1380 U/min (12 Volt) | 1860 U/min (12 Volt) |
| v(Luft) = 4,7 km/h | v(Luft) = 8,1 km/h | v(Luft) = 17,3 km/h |
| 51,6 m³/h* | 98,1 m³/h* | 147,1 m³/h* |
| minimal wahrnehmbar | akzeptabel | starkes Rauschen |
| < 30,4 dB(A)** | 37,0 dB(A)** | 45,4 dB(A)** |
| < 30,4 dB(A)*** | 33,9 dB(A)*** | 41,1 dB(A)*** |
| * aus Lüfterbauweise und v(Luft) errechnet, ** frei stehend gemessen, *** liegend auf Scythe Orochi gemessen |
||
Referenzbelüftung 120 mm
Mit unseren Referenzlüftern positioniert sich der Scythe Yasya etwa im Mittelfeld der getesteten Spitzenkühler. Dabei ist zu beobachten, dass der Mugen 2 bei niedrigen Drehzahlen noch leicht die Nase vorn hat, während der Yasya bei höheren Drehgeschwindigkeiten seinem Vorreiter davon zieht. Der Abstand zur absoluten Spitze bleibt im Rahmen der Messtoleranzen sowohl bei Standardtakt als auch übertaktet stets sehr gering und ist im Alltagsbetrieb kaum nennenswert.
Standardmodus mit Referenzlüftern
Angaben in °C
|
Performancemodus mit Referenzlüftern
Angaben in °C
|
Semipassiv-Betrieb
Hinsichtlich seiner Gesamtauslegung mit den vielen, eng gestaffelten Lamellen und der bei Bedarf sehr drehstarken Serienbelüftung ist der Scythe Yasya schon von den Papierdaten kein für den Lüfterlosbetrieb prädestinierter CPU-Kühler. Folgerichtig hat die Konkurrenz, und auch der Mugen 2, in diesem Modus zum Teil klare Vorteile. Es bleibt also festzuhalten, dass der Scythe Yasya für die semipassive Kühlung nur sehr bedingt geeignet ist.
Semipassivmodus mit Gehäuselüfter
Angaben in °C
|
Serienbelüftung Verlauf
Die beste Figur, und so sollte es auch sein, macht der Scythe Yasya mit der Serienbelüftung des Herstellers. Bei gleicher Drehzahl zeigt er mit der Slip-Stream-Ausstattung etwa ein bis zwei Kelvin niedrigere CPU-Temperaturen, als mit unseren Referenzlüftern. Diese Tatsache katapultiert den Japaner in der Gegenüberstellung ein ganzen Stück nach vorne, sodass nur Megahalems (mit Scythe S-Flex-Ausstattung) und NH-D14 (mit 140-mm-Zentrallüfter) einzeln belüftet noch bessere Werte abliefern.
Fazit
Angesichts relativ stagnierender technischer Entwicklungen bei den Towerkühlern war es für Scythe gewiss nicht einfach, die großen Fußstapfen, die ein Mugen 2 durch sein gelungenes Gesamtpaket und seine gute Performance hinterlassen hat, mit einer Neuentwicklung noch zu erweitern. Mit dem Yasya hat man es dennoch geschafft, einen charakteristischen CPU-Kühler zu kreieren, der vielseitig einsetzbar ist und durchaus das Potential besitzt, an die Beliebtheit des Mugen 2 anzuknüpfen.
Für diese Einschätzung zeichnet sich in erster Linie die sehr gute Kühlleistung in Zusammenarbeit mit dem Serienlüfter verantwortlich. Über ein enorm breites Drehzahlspektrum liefert der Yasya niedrige Temperaturen auch bei hoher thermischer Belastung. Dabei liegen seine absoluten Stärken im Drehzahlbereich über 1.000 U/min, jedoch bricht er auch darunter nicht übermäßig ein, sodass dem Anwender ein sehr flexibler Kühler zur Seite steht, der lediglich den Semipassivbetrieb, also ein Agieren ohne direkt am Kühlkörper fixierten Lüfter, nicht so gern mag.
Apropos Lüfter: Mit der besonderen Slip-Stream-Serienausstattung haben die Japaner ein weiteres Argument für den Yasya geschaffen. Mit Hilfe eines Slotblenden-Drehpotentiometers kann zwischen imposanten 470 und 1.900 U/min grob das Geschwindigkeitsspektrum bestimmt werden, in welchem PWM-gesteuert gearbeitet werden soll. Abseits davon ist natürlich mit einer externen Lüftersteuerung die Drehzahl auch ohne PWM manuell veränderbar. Damit werden von Scythe nahezu alle Geschmäcker, vom Leisetreter bis zum Performanceliebhaber, bedient. Darüber hinaus arbeitet der Serienlüfter angenehm laufruhig und nebengeräuschsarm.
Kritikpunkte lassen sich zum einen an der Drahtbügel-Befestigung des Lüfters, die doch sehr stramm sitzt und deutlich montagefreundlicher geformt sein könnte, sowie an der Art der Sockel-Installation anbringen. Letztere ist zwar auf Basis weniger Bauteile für eine große Bandbreite an Plattformen ingenieurtechnisch durchaus clever gelöst, angesichts von über 800 Gramm Kühlergewicht würden sich viele Intel-Anwender jedoch eine mit dem Motherboard verschraubende Rückplattenlösung, AMD-Besitzer eine auf ihren Hauptplatinen ideal auszurichtende Installationsform wünschen.
Abseits dieser Charaktereigenschaften hat Scythe mit dem Yasya einen wirklich sehr guten, qualitativ überzeugenden Prozessorkühler in einem harmonischen Gesamtpaket nachgelegt, der auch Dank der fairen Preisgestaltung unsere ComputerBase-Empfehlung einstreichen kann. Der Yasya wird ab Mitte März zu Straßenpreisen von unter 40 Euro zu erstehen sein.
Nützliche Links
- Aktueller Preis im Preisvergleich [2]
- Scythe-Herstellerhomepage [1]
- ComputerBase-Kühlertestsystem vorgestellt [9]
Weitere Empfehlungen
- Towerkühler
- Scythe Mugen 2 [10] (hohe Leistung, vielseitig einsetzbar, sehr groß)
- Noctua NH-U12P [11] (hohe Leistung, super Gesamtpaket, leise, etwas teuer)
- Thermolab Baram [12] (hohe Kühlleistung, flexibel einsetzbar, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar)
- EKL Alpenföhn Nordwand [13] (hohe Kühlleistung bei hohen Drehzahlen, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar, gutes Paket)
- Noctua NH-D14 [14] (sehr hohe Performance aktiv und passiv, sehr gutes Gesamtpaket, recht teuer und groß)
- Prolimatech Megahalems [15] (sehr hohe Performance aktiv und passiv, ohne Lüfter, recht teuer)
- Coolink Corator DS [16] (sehr hohe Performance aktiv und passiv, Doppeltower mit gutem Gesamtpaket)
- Scythe Mugen 2 [10] (hohe Leistung, vielseitig einsetzbar, sehr groß)
- Top-Blow-Kühler
- Thermalright AXP-140 [17] (Low-Profile für HTPCs geeignet, gute Performance, für 120- und 140-mm-Lüfter)
- Noctua NH-C12P [18] (hohe Leistung als Top-Blow-Kühler, super Gesamtpaket, etwas teuer)









