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Test: Cooler Master TPC 800 CPU-Kühler

von Martin Eckardt

Einleitung

Die Geschehnisse am Markt für Prozessorkühler sind derzeit so unspektakulär wie selten zuvor. Nachhaltig Bahnbrechendes wurde seit der Einführung der Heatpipe im Endkundenbereich vor über zehn Jahren nicht mehr präsentiert, sodass sich mittlerweile kaum noch Gestaltungs- und Leistungsunterschiede zwischen den optimierten Spitzenmodellen auftun. Nun schickt sich der bekannte Kühlungs- und Gehäusespezialist Cooler Master an, zumindest wieder etwas Schwung in die Konkurrenz zu bringen und stellt mit dem „TPC 800“ einen lüfterlos ausgelieferten Prozessorkühler im 120-mm-Format vor, der herkömmliche, zylindrische Heatpipes mit flachen Pendants, den so genannten Vertical-Vapor-Chambers, kombiniert. Wir wollen im Kurztest beleuchten, wie sich der TPC 800 gegen konventionelle Tower-Konkurrenten schlägt und ob er vielleicht sogar an die erfolgreiche Cooler Master-Vergangenheit anknüpfen kann.

Cooler Master TPC 800

Rückblick: Im Jahre 2002 sorgte Cooler Master mit dem „HHC-001“ für Furore im Reich der PC-Bastler und Übertakter. Als einer der ersten Kühlerhersteller setzte man Heatpipes unterstützend zur Prozessorkühlung ein. Das damalige Top-Modell war ein gut 500 Gramm schwerer, vollkupferner Top-Blow-Kühler mit zwei C-förmig eingebundenen 6-mm-Heatpipes. Die Belüftung übernahm ein – aus heutiger Sicht kaum noch vorstellbar – 6.800 U/min schneller Ventilator im 60-mm-Format. Seinerzeit wurde der Heatpipeeinsatz äußerst kritisch betrachtet und seine Wirksamkeit streng hinterfragt. Heute sind die Wärmeleitkapillare aus der Computerkühltechnik nicht mehr wegzudenken.

Eckpunkte

Kühler im Detail

Cooler Master geht beim TPC 800 kein großes Risiko ein und vertraut auf konventionelle Bauformen. Der Kühler ist im 120-mm-Design gefertigt, besitzt einen relativ breiten Lamellenkörper und bietet aufgrund dessen Symmetrie die Möglichkeit, bis zu zwei Lüfter mit entsprechender 120-mm-Kantenlänge zu verbauen. Cooler Master selbst verzichtet auf einen vorgegebenen Serienlüfter – kein schlechter Schachzug, denn die Zielgruppe des TPC 800 hat mit Sicherheit eigene Vorstellungen von einer „idealen Belüftung“.

Cooler Master TPC 800 im Überblick
Cooler Master TPC 800 im Überblick
Cooler Master TPC 800 im Überblick
Cooler Master TPC 800 im Überblick
Cooler Master TPC 800 im Überblick
Cooler Master TPC 800 im Überblick
Cooler Master TPC 800 im Überblick

Die entsprechende Ventilatorbefestigung wird über Kunststoff-Clips realisiert, welche zunächst mit dem Lüfterrahmen verschraubt werden müssen. Diese Methodik mutet abseits der üblichen Drahtbügeltechnik etwas weniger elegant an, ist aber funktionell und besitzt bis auf die Kantenlänge der einzusetzenden Lüfter kaum Einschränkungen bezüglich der Kompatibilität. Zur Entkopplung der Ventilatoren können zusätzlich noch kleine, selbstklebende Gummipads, welche ausreichend im Lieferumfang vorhanden sind, genutzt werden.

Optisch angenehmes Metallfinish
Optisch angenehmes Metallfinish
Ebene Bodenplatte sauber poliert
Ebene Bodenplatte sauber poliert
Sechs Heatpipes und zwei Vertikalkammern kombiniert
Sechs Heatpipes und zwei Vertikalkammern kombiniert

Der Lamellenkörper des TPC 800 wird über 44 robuste Aluminiumlamellen generiert. Diese sind im 2-mm-Abstand auf die Heatpipes aufgefädelt und einzeln verlötet. Cooler Master nutzt die Wärmeleiteigenschaften eines halben Dutzends herkömmlicher Heatpipes mit sechs Millimetern Durchmesser, welche die kupferne Bodenplatte parallel verlaufend durchziehen. Zusätzlich sind darüber zwei ebenfalls U-förmig aufgebogene Vertikalkammern eingebracht, welche mit 19 Millimetern Breite und drei Millimetern Dicke die Arbeit der Heatpipes unterstützen sollen.

Alle metallenen Oberflächen sind mit einer Nickelschicht überzogen, welche dem TPC 800 eine einheitliche und hochwertige Optik verleiht. Qualitativ überzeugt die Cooler-Master-Entwicklung durch gute Materialwahl und einwandfreie Verarbeitung.

Montagebesonderheiten

Die Montage des TPC 800 erfolgt auf Grundlage einer Rückplattenverschraubung. Zum Einsatz kommt dabei eine Universalplatte, welche sowohl für AMD- als auch Intel-Sockel geeignet ist. Im ersten Schritt wird diese in Sockelposition an der Mainboardrückseite ausgerichtet, während vorderseitig angebrachte Abstandshalter mit Hilfe von Muttern fixiert werden.

Sichere Rückplattenverschraubung für AMD- und Intelplattformen
Sichere Rückplattenverschraubung für AMD- und Intelplattformen
Sichere Rückplattenverschraubung für AMD- und Intelplattformen
Sichere Rückplattenverschraubung für AMD- und Intelplattformen

Anschließend muss die flexible, X-förmige Halteklammer an der Wärmeaufnahme des Kühlkörpers eingefädelt werden. Dies ist nicht so einfach, da zwischen den Heatpipes nicht sonderlich viel Platz verbleibt. Ist diese Hürde genommen, kann der TPC 800 auf die mit Wärmeleitpaste benetzte CPU aufgesetzt und die Federschrauben der Halteklammer in alternierendem Rhythmus mit den Abstandhaltern verschraubt werden. Dazu ist ein Kreuz-Schraubendreher notwendig, welcher nicht zum Lieferumfang des Kühlers zählt.

Die Ausrichtung des Kühlers auf dem Sockel ist bei Intel-Motherboards aus Symmetriegründen beliebig. AMD-Nutzer müssen den Cooler-Master-Spross derart ausrichten, dass der Luftstrom parallel zur Längsseite der Sockelanordnung verläuft.

Testsystem, -messungen & -Modi

Grundlage unserer neuen Testplattform für CPU-Kühler stellt der beliebte Mainstream-Prozessor Intel Core i5-2500K dar, welcher auf Basis seines 32-nm-Sandy-Bridge-Vierfachkerns aus thermischer Sicht eigentlich nicht sonderlich anspruchsvoll ist (TDP: 95 Watt). Der frei wählbare Multiplikator und die allgemein gute Übertaktbarkeit des Prozessors liefern jedoch ihren Beitrag dazu, unsere Testkandidaten nahe der 5-GHz-Marke intensiv zu fordern. Für bestmögliche Spannungsstabilität auch in höheren Temperaturbereichen sorgt dabei das Asus Maximus IV Extreme in der Revision 3. Die vollständige Konfiguration ist der folgenden Auflistung zu entnehmen.

Testsystem für Luftkühler
Testsystem für Luftkühler

Die Gehäusebelüftung wird nunmehr von drei 120-mm-Ventilatoren der Scythe-S-Flex-Klasse übernommen. Ein Modell arbeitet frontal einblasend, während zwei weitere am Gehäusedeckel warme Luft nach außen befördern. Diese Konfiguration soll, im Gegensatz zur alten Positionierung mit rückseitig ausblasendem Gehäuselüfter, keine Kühlerbauart (Tower, Doppeltower oder Top-Flow) grundlegend bevorzugen und damit den fairen Vergleich fördern.

Trotz aller Maßnahmen zur Vereinheitlichung und Vergleichbarkeit gilt weiterhin die Einschränkung der gezeigten Messergebnisse. Diese sind an unsere Testplattform gebunden und können in anderen Systemen beliebig abweichen. Daher sind unsere Messungen lediglich als Tendenz zu sehen und liefern in keinem Fall absolut gültige Einschätzungen über die Leistungsfähigkeit der jeweiligen Kühler.

Testmessungen und -Modi

Nicht nur das Testsystem haben wir verändert, sondern auch unser Vorgehen zur Ermittlung der Vergleichstemperaturwerte. Die grundlegende Auslastung des Prozessors erfolgt nach wie vor mit Hilfe der Prime95-Applikation (Small-FFTs-Test in vier Instanzen, Download [3]), wobei dem System im Anschluss an einen Kühlerumbau zunächst eine Stunde Aufheizzeit gewährt wird. Im weiteren Verlauf erfolgt die Diagnose und Aufzeichnung der Temperaturentwicklung der vier Prozessorkerne auf Grundlage des AIDA-64-Systemtools (Download [4]), wobei erst ab detektierter Temperaturkonstanz (keine Änderung der Maximalkerntemperatur über zehn Minuten) die eigentliche Testmessung beginnt.

Innerhalb von 15 Minuten ab erreichter Konstanz werden die Kerntemperaturen im Fünf-Sekunden-Takt ausgelesen und gespeichert. In diesem Intervall schwanken die Messwerte naturgemäß etwa im Bereich von zwei bis vier Kelvin. Um den Einfluss solcher Schwankungen möglichst gering zu halten, wird zur eigentlichen Bewertung nicht mehr der Mittelwert der Einzelkernmaxima herangezogen, sondern jener der Durchschnittskerntemperaturen im Messintervall.

Leistungsaufnahme Testsystem

 Windows Leerlauf:
Passiv (3,5 GHz, 1,144 Volt)
98
Moderat (4,2 GHz, 1,360 Volt)
115
Performance (4,8 GHz, 1,464 Volt)
125
 CPU Prime-Auslastung:
Passiv (3,5 GHz, 1,144 Volt)
142
Moderat (4,2 GHz, 1,360 Volt)
200
Performance (4,8 GHz, 1,464 Volt)
250
Angaben in Watt (W)

Da der Core-i5-Testprozessor relativ energieeffizient arbeitet und in der Standardkonfiguration (3,3 GHz, 1,2 Volt) für kaum einen Kühler aktueller Bauart eine echte Hürde darstellt, haben wir uns wieder entsprechende Übertaktungsmodi erdacht. Für die Testprozedur mit aktiver Belüftung stehen mit dem „Performance“-Modus (4,8 GHz, 1,464 Volt Realkernspannung) sowie der etwas moderateren Übertaktung auf 4,2 GHz bei 1,36 Volt zunächst zwei Heizlaststufen zur Verfügung. Für unsere Passivtests ohne aktive Kühlerbelüftung (nur Gehäuselüfter mit 800 respektive 500 U/min) haben wir eine Grundleistung von 3,5 GHz bei 1,144 Volt vorgesehen.

Im obigen Diagramm sind für die einzelnen Modi die Gesamtleistungsaufnahmen des Testsystems dargestellt. Dabei ist zu beachten, dass der Mehrverbrauch bei Auslastung nahezu ausschließlich auf die CPU abfällt und daher die Differenz aus Leerlauf und Last eine gute Orientierung für die tatsächliche Leistungsaufnahme der CPU liefert, die durch den Kühler abgeführt werden muss.

Temperaturwerte

Referenz: 120-mm-Einzelbelüftung

Als Referenzlüfter im 120-mm-Format nutzen wir den Alpenföhn Wingboost 120, welcher mit maximal 1.620 U/min arbeitet und laut Datenblatt maximal 108 m³/h umsetzt (unsere Messungen bei Maximaldrehzahl: 14,2 km/h, 130,4 m³/h, bei 1.200 U/min: 11,1 km/h, 101,9 m³/h und bei 800 U/min: 6,9 km/h, 63,4 m³/h).

Cooler Master TPC 800 mit 120-mm-Referenzlüfter
Cooler Master TPC 800 mit 120-mm-Referenzlüfter

Die identische Lüfterausstattung ist Grundvoraussetzung für die Bewertung der Rohleistung verschiedener Prozessorkühler und Bauformen. Der Cooler Master TPC 800 kann sich im Vergleich zu unseren bisherigen 120-mm-Referenzen sehr gut positionieren. Seine Leistung mit einem 120-mm-Lüfter ist nur knapp hinter dem Prolimatech Super Mega angesiedelt, welcher in dieser Bauform zu den Spitzenkühlern zählt. Dabei ist auffällig, dass der TPC 800 den Abstand insbesondere mit schwächerer Belüftung signifikant verkürzen kann.

Kühlervergleich: 120-mm-Einzellüfter

 4,8 GHz, 1,464 V, 1.620 U/min:
Corsair H80 – einblasend
71,6
Antec H2O 620 – einblasend
74,2
Antec H2O 920 – einblasend
74,9
Prolimatech Super Mega
78,0
Cooler Master TPC 800
81,0
Alpenföhn Matterhorn Pure
81,1
Phanteks PH-TC14PE
81,9
Noctua NH-D14
82,8
Alpenföhn K2
83,0
Thermalright Silver-Arrow SB-E
84,3
be quiet! Dark Rock Pro 2
86,7
Scythe Mine 2
87,4
Zero Infinity Freeflow+
92,3
 4,2 GHz, 1,360 V, 1.620 U/min:
Corsair H80 – einblasend
57,0
Antec H2O 920 – einblasend
60,7
Antec H2O 620 – einblasend
61,2
Prolimatech Super Mega
61,4
Cooler Master TPC 800
64,0
Alpenföhn Matterhorn Pure
64,6
Phanteks PH-TC14PE
64,8
Noctua NH-D14
65,5
Thermalright Silver-Arrow SB-E
65,9
Alpenföhn K2
66,0
be quiet! Dark Rock Pro 2
67,4
Scythe Mine 2
67,7
Zero Infinity Freeflow+
72,7
 4,2 GHz, 1,360 V, 1.200 U/min:
Corsair H80 – einblasend
59,6
Antec H2O 620 – einblasend
62,6
Antec H2O 920 – einblasend
63,0
Prolimatech Super Mega
65,7
Cooler Master TPC 800
66,8
Alpenföhn Matterhorn Pure
68,1
Phanteks PH-TC14PE
69,6
Noctua NH-D14
70,9
Alpenföhn K2
71,2
be quiet! Dark Rock Pro 2
71,2
Thermalright Silver-Arrow SB-E
72,6
Scythe Mine 2
74,0
Zero Infinity Freeflow+
79,2
 4,2 GHz, 1,360 V, 800 U/min:
Corsair H80 – einblasend
64,6
Antec H2O 620 – einblasend
67,9
Antec H2O 920 – einblasend
68,6
Prolimatech Super Mega
74,7
Cooler Master TPC 800
74,9
Alpenföhn Matterhorn Pure
77,0
Phanteks PH-TC14PE
78,0
Noctua NH-D14
81,8
be quiet! Dark Rock Pro 2
82,9
Alpenföhn K2
83,0
Thermalright Silver-Arrow SB-E
83,5
Scythe Mine 2
84,9
Zero Infinity Freeflow+
87,8
Angaben in °C

Dargestellt sind die arithmetischen Mittel der Durchschnittstemperaturen der vier Prozessorkerne im fünfzehnminütigen Auslastungsintervall nach erreichtem Maximaltemperatur-Plateau.

Referenz: 120-mm-Doppelbelüftung

Neben der Einzelbelüftung können die meisten Kühler auch mit zwei Referenzlüfterun betrieben werden. Dazu kommen zwei Alpenföhn Wingboost 120 zum Einsatz, welche mit je maximal 1.620 U/min arbeiten und laut Datenblatt maximal 108 m³/h umsetzen (unsere Messungen bei Maximaldrehzahl: 14,2 km/h, 130,4 m³/h, bei 1.200 U/min: 11,1 km/h, 101,9 m³/h und bei 800 U/min: 6,9 km/h, 63,4 m³/h).

Referenzlüfter Alpenföhn Wing Boost 120
Referenzlüfter Alpenföhn Wing Boost 120

Mit zwei angeschnallten 120-mm-Lüftern stellt sich die Situation für den TPC 800 sogar noch freundlicher dar. Bereits bei voller Drehzahl und starker Übertaktung ist der Abstand zum Prolimatech Super Mega nur noch gering. Bei weiterer Drehzahldrosselung kann der Cooler-Master-Spross sogar deutlich vorbeiziehen.

Kühlervergleich: 120-mm-Doppellüfter

 4,8 GHz, 1,464 V, 1.620 U/min:
Corsair H80
70,2
Antec H2O 920
72,6
Prolimatech Super Mega
72,6
Antec H2O 620
72,9
Cooler Master TPC 800
73,7
Alpenföhn Matterhorn Pure
76,7
 4,2 GHz, 1,360 V, 1.620 U/min:
Corsair H80
55,6
Antec H2O 920
58,4
Prolimatech Super Mega
58,6
Cooler Master TPC 800
58,9
Antec H2O 620
59,4
Alpenföhn Matterhorn Pure
61,7
 4,2 GHz, 1,360 V, 1.200 U/min:
Corsair H80
57,6
Cooler Master TPC 800
60,6
Antec H2O 920
60,6
Antec H2O 620
60,7
Prolimatech Super Mega
61,4
Alpenföhn Matterhorn Pure
63,6
 4,2 GHz, 1,360 V, 800 U/min:
Corsair H80
62,0
Cooler Master TPC 800
64,4
Antec H2O 920
65,2
Antec H2O 620
65,5
Prolimatech Super Mega
67,4
Alpenföhn Matterhorn Pure
68,7
Angaben in °C

Dargestellt sind die arithmetischen Mittel der Durchschnittstemperaturen der vier Prozessorkerne im fünfzehnminütigen Auslastungsintervall nach erreichtem Maximaltemperatur-Plateau.

Semipassivbetrieb

Mit stetig sinkender Wärmeabgabe relativ leistungsfähiger Prozessoren wird der semipassive Betrieb des Prozessorkühlers immer interessanter. In diesem Modus ist am Kühlkörper kein Lüfter direkt befestigt. Die aktive Wirkung beruht lediglich auf der Luftförderung der Gehäuselüfter, welche in unserer Konfiguration mit 800 respektive 500 U/min nahezu lautlos betrieben werden. Dabei erlauben wir uns sogar eine leichte Prozessortaktanhebung auf 3,5 GHz bei gleichzeitiger Senkung der CPU-Kernspannung auf 1,144 Volt.

Cooler Master TPC 800 im Passivbetrieb
Cooler Master TPC 800 im Passivbetrieb

Der TPC 800 ist sicher kein klassischer Passivkühler. Obwohl er ohne Serienlüfter ausgeliefert wird, sollte er, kommen leistungsstärkere Prozessoren zum Einsatz, unbedingt in Kombination mit einer aktiven Belüftung betrieben werden. Zur Not bietet der Kühler jedoch auch genügend Grundleistung, um schwächere CPUs semipassiv nutzen zu können. Eine gute Gehäusebelüftung ist dann aber Pflicht.

Kühler im Semipassivbetrieb

 Gehäuselüfter: 800 U/min:
Phanteks PH-TC14PE
65,8
Noctua NH-D14
67,7
Scythe Mine 2
67,7
Thermalright Silver-Arrow SB-E
67,8
be quiet! Dark Rock Pro 2
68,5
Alpenföhn K2
71,8
Corsair H80
75,2
Zero Infinity Freeflow+
75,6
Prolimatech Super Mega
78,3
Antec H2O 920
78,3
Cooler Master TPC 800
78,3
Antec H2O 620
82,4
Alpenföhn Matterhorn Pure
83,6
 Gehäuselüfter: 500 U/min:
Phanteks PH-TC14PE
78,2
Thermalright Silver-Arrow SB-E
82,2
Noctua NH-D14
82,3
Scythe Mine 2
83,6
be quiet! Dark Rock Pro 2
83,7
Alpenföhn K2
86,3
Zero Infinity Freeflow+
87,5
Cooler Master TPC 800
95,2
Antec H2O 920
95,4
Corsair H80
95,7
Prolimatech Super Mega
95,7
Angaben in °C

Dargestellt sind die arithmetischen Mittel der Durchschnittstemperaturen der vier Prozessorkerne im fünfzehnminütigen Auslastungsintervall nach erreichtem Maximaltemperatur-Plateau.

Finale Einschätzungen

Nachdem Cooler Master in der jüngeren Vergangenheit in erster Linie durch preisgünstige Kühllösungen für den Endverbraucher bestach, wagt das Urgestein mit dem TPC 800 endlich wieder einen koordinierten Ausflug in die Top-Regionen der CPU-Kühler-Konkurrenz. Lohn dieser Bemühungen ist ein guter Prozessorkühlkörper im 120-mm-Towerformat, der sich im Kontrahentenvergleich keinesfalls verstecken muss.

An diesem positiven Gesamteindruck haben auch die zwei verbauten „Vertical-Vapor“-Kammern ihren Anteil, wenngleich sich dieser letztlich nur schwer quantifizieren lässt. Denn erwartungsgemäß kann auch der ansonsten relativ konventionell entworfene TPC 800 keine Leistungsrevolution aufbieten. Jedoch sind die gezeigten Kühlergebnisse, insbesondere in Kombination mit langsamen Lüftern oder dual ventiliert, ausgesprochen zufriedenstellend. Aufgrund der lüfterlosen Auslieferung hat jeder Anwender dabei die Möglichkeit, den Kühler hinsichtlich seiner Leistungs- und Lärmcharakteristik individuell auf die persönlichen Bedürfnisse anzupassen.

Cooler Master TPC 800
Cooler Master TPC 800

Die Montage des Cooler Master TPC 800 ist im Rahmen einer Rückplatten-Verschraubung relativ einfach umzusetzen. Dabei ist der Kühler zu allen aktuellen Desktop-Plattformen von AMD und Intel kompatibel, wobei sich die Kühlerausrichtung (Blasrichtung der verbauten Lüfter) leider nur im Intel-Fall stets frei wählbar darstellt. AMD-Nutzer müssen meist, in Abhängigkeit von der vorgegebenen Sockelausrichtung auf ihrem Mainboard, mit der häufig etwas leistungsschwächeren Arbeitsweise in Richtung Gehäuse-Deckel Vorlieb nehmen.

Unterm Strich bietet Cooler Master in Form des TPC 800 eine interessante, qualitativ hochwertige Kühleralternative mit zahlreichen positiven, aber auch einigen negativen Aspekten. Der dafür aufgerufene Preis von etwa 50 Euro ist auch im Blick auf die entsprechende High-End-Konkurrenz vertretbar. Ein Schnäppchen ist der TPC 800 dabei allerdings nicht, schließlich bedarf es zusätzlich noch entsprechender Lüfteroptionen.

Nützliche Links

URL-Liste:

  1. http://www.coolermaster.de
  2. http://www.computerbase.de/preisvergleich/804577
  3. http://www.computerbase.de/downloads/system/prime95/
  4. http://www.computerbase.de/downloads/system/aida64/
  5. http://www.computerbase.de/artikel/gehaeuse-und-kuehlung/2012/test-doppelturm-cpu-kuehler
  6. http://www.coolermaster.de
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