Einleitung
Jahr ein, Jahr aus dasselbe Spiel: Die beiden großen Grafikkartenhersteller ATi und nVidia stellen im Halbjahresrhythmus neue Chips vor, die wieder einmal ein paar mehr Bilder pro Sekunde liefern sollen. Was vor gut einem Jahr noch die Radeon 9800 XT und die GeForce FX 5950 Ultra [1] waren, sind heute nun Radeon X850 XT sowie X850 XT Platinum Edition, die nochmals ein paar mehr MHz Taktfrequenz zu bieten haben. Doch was bringt diese - zugegeben relativ geringe - Steigerung gegenüber der alten X800er-Serie? Dies wollen wir in dem nun folgenden Artikel einmal genauer klären.
Ebenfalls mit von der Partie ist die Antwort auf die Frage, wie laut ATis erste Zwei-Slot-Kühllösung denn nun wirklich ist und das Geheimnis hinter dem neuen, überarbeiteten Overdrive-Feature lüften wir ebenfalls.
Technische Daten
An dieser Stelle folgen normaler Weise die technischen Daten des heutigen Testkandidatens und dem ist natürlich auch in diesem Artikel so, so dass wir nicht weiter um den heißen Brei herumreden wollen; schließlich unterscheiden sich R420/423 und R480 nur geringfügig. Der R430 wird bereits in 110 nm feinen Strukturen gefertigt.
| Radeon X800 Pro |
Radeon X800 XT PE |
Radeon X850 XT PE |
GeForce 6800 GT |
GeForce 6800 Ultra |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Logo | ![]() |
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| Chip | R420/423 | R420/423 | R480 | NV40/45 | NV40/45 |
| Transistoren | ca. 160 Mio. | ca. 160 Mio. | ca. 160 Mio. | ca. 222 Mio. | ca. 222 Mio. |
| Fertigung | 0,13 µm low-k | 0,13 µm low-k | 0,13 µm low-k | 0,13 µm | 0,13 µm |
| Taktung (MHz) | 475 | 520 | 540 | 350 | 400 |
| Renderpipes | 12 | 16 | 16 | 16 | 16 |
| Pixelfüllrate | 5700 MPix/s | 8320 MPix/s | 8640 MPix/s | 5600 MPix/s | 6400 MPix/s |
| TMUs je Pipe | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| Texelfüllrate | 5700 MTex/s | 8320 MTex/s | 8640 MTex/s | 5600 MTex/s | 6400 MTex/s |
| Vertexeinheit | DX9 VS 2.0+ | DX9 VS 2.0+ | DX9 VS 2.0+ | DX9 VS 3.0 | DX9 VS 3.0 |
| Vertexpipes | 6 | 6 | 6 | 6 | 6 |
| Interface | PEG x16/AGP | PEG x16/AGP | PEG x16 | PEG x 16/AGP | PEG x16/AGP |
| SLI-Modus* | nein | nein | nein | ja | ja |
| Texturen pro Pass | 8 (16) | 8 (16) | 8 (16) | 8 (16) | 8 (16) |
| Pixelshader | PS 2.0+ | PS 2.0+ | PS 2.0+ | PS 3.0 | PS 3.0 |
| Speicher (MB) | 256 GDDR3 | 256 GDDR3 | 256 GDDR3 | 256 GDDR3 | 256 GDDR3 |
| Anbindung | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit |
| Speichertakt (MHz) | 450 | 560 | 590 | 500 | 550 |
| Bandbreite (MB/s) | 28800 | 35840 | 37740 | 32000 | 35200 |
| RAMDAC | 2x400 MHz | 2x400 MHz | 2x400 MHz | 2x400 MHz | 2x400 MHz |
| Präz. pro Kanal | 24Bit (FP24) | 24Bit (FP24) | 24Bit (FP24) | 32Bit (FP32) | 32Bit (FP32) |
| *Der SLI-Modus setzt ein PCI-Express-Interface voraus | |||||
ATis X8xx-Serie besteht mittlerweile aus gut und gerne zwölf verschiedenen Grafikkarten. Dass bei einer solchen Vielzahl Konfusion an der Tagesordnung ist, kann man wohl nicht abstreiten. Um zumindest etwas Licht ins Dunkle zu bringen, fassten wir alle erhältlichen Modelle in einer übersichtlichen Tabelle zusammen - selbstverständlich unterteilt nach AGP- und PCI-Express-Interface.
| Chip | Chiptakt [MHz] |
RAM-Takt [MHz] |
Typ | Interface | Pipelines | Shader | Kühlung | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Neu: | ||||||||
| Radeon X850 XT PE | R480 | 540 | 590 | GDDR3 | 256 Bit | 16 | 6 | Dual-Slot |
| Radeon X850 XT | R480 | 520 | 540 | GDDR3 | 256 Bit | 16 | 6 | Dual-Slot |
| Radeon X850 Pro | R480 | 520 | 540 | GDDR3 | 256 Bit | 12 | 6 | Single-Slot |
| Radeon X800 XL | R430 | 400 | 500 | GDDR3 | 256 Bit | 16 | 6 | Single-Slot |
| Radeon X800 | R430 | 390 | 350 | DDR1 | 256 Bit | 12 | 6 | Single-Slot |
| Alt: | ||||||||
| Radeon X800 XT PE | R423 | 520 | 560 | GDDR3 | 256 Bit | 16 | 6 | Single-Slot |
| Radeon X800 XT | R423 | 500 | 500 | GDDR3 | 256 Bit | 16 | 6 | Single-Slot |
| Radeon X800 Pro | R423 | 475 | 450 | GDDR3 | 256 Bit | 12 | 6 | Single-Slot |
| Chip | Chiptakt [MHz] |
RAM-Takt [MHz] |
Typ | Interface | Pipelines | Shader | Kühlung | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Radeon X800 XT PE | R420 | 520 | 560 | GDDR3 | 256 Bit | 16 | 6 | Single-Slot |
| Radeon X800 XT | R420 | 500 | 500 | GDDR3 | 256 Bit | 16 | 6 | Single-Slot |
| Radeon X800 Pro | R420 | 475 | 450 | GDDR3 | 256 Bit | 12 | 6 | Single-Slot |
| Radeon X800 SE | R420 | 425 | 400 | GDDR3 | 256 Bit | 8 | 6 | Single-Slot |
Die Karte
ATi Radeon X850 XT PE
Mit der Radeon X850 XT in der Platinum Edition beschreitet ATi neue Wege, denn erstmals kommt auf einer neuen High-End-Grafikkarte ein Kühlsystem zum Einsatz, das zwei Slots benötigt. Leider war es uns nicht möglich, einen Straßenpreis für diesen Pixelbeschleuniger zu ermitteln, da die X850er-Serie bis zum heutigen Tage von keinem deutschen Händler auch nur gelistet wird. ATi gibt einen empfohlenen Verkaufspreis von 549 US-Dollar für das neue Flaggschiff an. Dies ist in etwa gleichbedeutend mit - rechnet man den mittlerweile obligatorischen Europa-Aufschlag hinzu - gut und gerne 600 Euro. Die Radeon X850 XT bringt es immer noch auf stolze 499 US-Dollar.


Zu unser Freude platzierte ATi auf dem uns vorliegenden Referenzmodell zwei DVI-Ausgänge, die eine digitale Übertragung der Bildsignale an den Monitor möglich machen. Voraussetzung dafür ist natürlich ein entsprechendes TFT-Display; Besitzer von CRT-Geräten müssen auf einen der mitgelieferten Adapter zurückgreifen. Des Weiteren bietet ATis Grafikkarte dank Rage Theatre-Chip volle ViVo-Fähigkeiten, was man derzeit bei allen neuen nVidia-Karten der GeForce 6-Reihe vermisst. Da es sich bei der X850 XT PE um eine Grafikkarte für PCI Express handelt, fehlt natürlich auch der sechspolige Stromanschluss nicht.


Doch kommen wir nun zum wirklich wichtigen Teil: den neuen Kühler. Hier setzt ATi erstmals auf eine Dual-Slot-Lösung, um der durch den Chip produzierten Hitze Herr zu werden. Der verbaute Radiallüfter saugte die Luft aus dem Gehäuse hinaus. Dabei passiert diese den Kupferkühlkörper, der direkt über dem R480-Chip befestigt ist. Die heiße Luft wird dabei an einem Gitter über den DVI-Ausgängen der X850 XT PE aus dem Gehäuse hinausgeführt. Darüber hinaus werden nun auch die Speichermodule der Oberseite zumindest passiv mitgekühlt. Dies wird durch ein Wärme-leitendes Pad realisiert, das die entstehende Hitze an eine Aluminiumplatte weiterleitet, die direkt mit dem Kupferkörper verlötet ist.



Ferner hinterließ dieser neue Kühlkörper bei uns einen sehr guten Eindruck, denn zum einen kühlt er den heißblütigen R480-Chip sehr gut und zum anderen erzeugt dieser kaum mehr Lautstärke als dies auch schon eine Radeon X800 XT PE tat. Hier lag in Vorfeld dieses Tests auch unser größtes Bedenken gegenüber dieser Konstruktion; war man doch vom Konkurrenten nVidia so einiges gewöhnt. Bezüglich des Kühlers können wir also allen Freunden eines relativ leisen PCs Entwarnung geben.
Neu ist ebenfalls, dass man die Speicherchips auf der Rückseite der Grafikkarte passiv kühlt - wenn man denn bei der vorliegenden Verwirklichung dieses Unterfangens überhaupt von passiver Kühlung sprechen kann. Denn aktuell schraubt ATi einfach eine ein Millimeter dicke Aluminiumschiene im 90-Grad-Winkel auf die Chips, so dass die Verlustwärme aller vier Chips auf diese verhältnismäßig kleine Fläche verteilt wird. In der Praxis fragt man sich allerdings, ob dies wirklich notwendig gewesen ist. Verbaut wird weiterhin der - altbekannte - Speicher vom Typ GDDR3 mit einer minimalen Zugriffszeit von 1,6 ns aus dem Hause Samsung. Dieser ist für einen Betrieb bei bis zu 625 MHz (1250 MHz DDR) spezifiziert und wird bei den 590 MHz Speichertakt der X850 XT PE nicht ganz ausgenutzt. Da Samsungs Speicher meist qualitativ sehr hochwertig ist, kann man auch mit einem reibungslosen Betrieb von über 600 MHz rechnen. Dazu aber später mehr, denn ganz so einfach war es im Falle der X850 dann doch nicht.





Testsystem
Testsystem PCI Express:
- Prozessor
- Intel Pentium 4 3,4 GHz EE (Gallatin, 512 kB Level-2-Cache, 2048 kB Level-3-Cache)
- Motherboard (Timings per SPD)
- MSI 925X Neo (Sockel LGA775, Intel i925X)
- Arbeitsspeicher
- 2x512 MB Corsair DDR2-533 (4-4-4-12)
- Grafikkarten (in den Diagrammen blau eingefärbt)
- ATi Radeon X850 XT Platinum Edition
- ATi Radeon X800 XT (500/500 MHz)
- ATi Radeon X700 XT
- ATi Radeon X700 Pro
- ATi Radeon X600 XT
- nVidia GeForce 6800 Ultra
- nVidia GeForce 6800 GT
- nVidia GeForce 6800 (256 MB) *
- nVidia GeForce 6600 GT (500/500 MHz)
- nVidia GeForce 6600 (300/275 MHz)
- nVidia GeForce PCX 5900
- Peripherie
- Pioneer DVD-Laufwerk (Slot-in)
- Western Digital 80 GB P-ATA HDD (8 MB Cache)
- Treiberversionen
- nVidia ForceWare 65.76
- nVidia ForceWare 66.93 für 6800er und 6600er
- ATi Catalyst 4.11
- Software
- Microsoft Windows XP Professional SP2
- Microsoft Windows Media Player 9
- Microsoft DirectX 9.0c
Testsystem AGP 8x:
- Prozessor
- Intel Pentium 4 3,4 GHz EE (Gallatin, 512 kB Level-2-Cache, 2048 kB Level-3-Cache)
- Motherboard (Timings per SPD)
- Abit IC7-G (Sockel 478, Intel i875P)
- Arbeitsspeicher
- 2x512 MB Samsung DDR400 (3-3-3-8)
- Grafikkarten (in den Diagrammen grau eingefärbt)
- ATi Radeon X800 XT „PE“ (520/560 MHz)
- ATi Radeon X800 Pro
- ATi Radeon 9800 XT
- ATi Radeon 9800 Pro
- nVidia GeForce 6600 GT (500/450 MHz)
- nVidia GeForce FX 5950 Ultra
- Peripherie
- Pioneer DVD-Laufwerk (Slot-in)
- Western Digital 80 GB P-ATA HDD (8 MB Cache)
- Treiberversionen
- nVidia ForceWare 65.76 (SM 3.0 aktiv)
- nVidia ForceWare 66.93 für GeForce 6600
- ATi Catalyst 4.11
- Software
- Microsoft Windows XP Professional SP2
- Microsoft Windows Media Player 9
- Microsoft DirectX 9.0c
Die Einstellungen in den Treibern der Grafikkarten nahmen wir wie folgt vor: Grundsätzlich versuchten wir die maximale Qualität zu erreichen und stellten z.B. bei allen Karten der GeForce-Serie den IQ-Regler auf die Stufe „Quality“, so dass der optimierte trilineare Filter aktiviert ist, um nicht gegenüber den ATi-Karten ins Hintertreffen zu geraten. Alle anderen Einstellungen beließen wir beim Standard, der bei der Neuinstallation des Treibers aktiviert ist. Dass der aktuelle ForceWare-Treiber von nVidia bereits das Shader-Model 3.0 unterstützt, ist durchaus wichtig, da FarCry dieses Feature in der inoffiziellen Version 1.2 ebenfalls bietet. Bei den ATi-Karten beließen wir ebenfalls die IQ-Einstellungen in den Standardeinstellungen. Sowohl nVidia- wie auch ATi-Grafikkarten sollten so während des ganzen Tests eine vergleichbare und akzeptable Bildqualität liefern.
* Da es zur Zeit noch keine GeForce 6800 für PCI Express gibt, emulierten wir diese Karte mit einer 6800 GT für PCI-E. Um insgesamt vier Pipelines deaktivieren zu können, nutzen wir den RivaTuner [2], der ein solches Feature beherrscht. Der vormals unangenehme Nebeneffekt, dass die Karte somit 256 MB Speicher besitzt, fällt nicht mehr ins Gewicht, da sich nVidia allem Anschein nach dazu entschlossen hat, die 6800 für PCIe mit einer derartigen Speichermenge zu vertreiben.
Benchmarks
Folgende Benchmarks kamen während unseres Tests zum Einsatz:
- Synthetische Benchmarks:
- 3DMark 03 Version 340
- 3DMark 05
- AquaMark 3
- Spielebenchmarks:
- Far Cry V 1.2
- Unreal Tournament 2004
- RtCW - Enemy Territory
- Tomb Raider - Angel of Darkness
- Half-Life 2 (Counter-Strike: Source, Build 2124)
- Doom 3
Synthetische Benchmarks
3DMark 03
Hart umstritten, aber dennoch interessiert sich das Gros unser Leser immer noch primär für 3DMark03 aus dem Hause Futuremark. Dies veranlasste uns dazu, das Benchmarkprogramm doch noch in den Parcours zu integrieren, denn der Leser ist schließlich König. Alle Einstellungen zu Anti-Aliasing und anisotroper Filterung wurden im Programm vorgenommen und nicht über den Treiber erzwungen.
3DMark 03
Angaben in Punkten
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3DMark 05
3DMark 05 ist Futuremarks neuestes Produkt zum Testen von aktuellen Grafikkarten. War die Vorgängerversion noch höchst umstritten, blieb ein Eklat der 05er-Version bis jetzt erspart. Zu den Features der neu entwickelten Engine, auf der 3DMark 05 basiert, gehört unter anderem auch die Unterstützung des Shader-Model 2.0b und 3.0 aktueller ATi- und nVidia-Karten. Lief 3DMark 03 auch noch auf älteren Grafikkarten, ist für die Nutzung des neuesten Teils eine Grafikkarte mit DirectX-9.0-Fähigkeiten essentiell. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [3].
3DMark 05
Angaben in Punkten
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AquaMark 3
Weiter geht es mit AquaMark 3, welcher von den Entwicklern weitestgehend als Alternative zum 3DMark03 entworfen worden ist. Und so liegt auch diesem Benchmark eine Spieleengine zugrunde, die unter anderem auch in AquaNox 2 - Revelation Verwendung fand. Allerdings wurde diese für den AquaMark 3 nochmals auf den neuesten Stand gebracht und unterstützt nun sogar einige DirectX-9-Effekte. Alle Einstellungen zum Anti-Aliasing und zur anisotropen Filterung wurden im Programm vorgenommen und nicht durch den Treiber erzwungen.
Aquamark 3
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Spielebenchmarks
Far Cry
Über das Spiel FarCry muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Es gehört zu den grafisch eindrucksvollsten Titeln am Markt und macht z.B. Doom 3 harte Konkurrenz. Dank einer sehr flexiblen und fortschrittlichen Engine konnten die Entwickler durch den Patch zur Version 1.2 (und nun auch 1.3) einige Neuerungen im Spiel integrieren. So beherrscht FarCry ab sofort das Shader-Model 3.0 [4] der GeForce-6800-Serie nVidias sowie das auf ATis Karten abgestimmte Shader-Model 2.0b [5]. Während ersteres nVidia-Karten zur einer weitaus effizienteren Verarbeitung der komplexen Shader durch das so genannte „Branching“ verhilft, nutzt ATi das Shader-Model 2.0b dazu, weitestgehend eine effizientere Berechnung der Lichtquellen zu erreichen. Zusätzlich beherrschen ATis R420-Karten das „Geometry Instancing“, welches eigentlich Teil des SM 3.0 ist und zu einer besseren Berechnung von Geometriedaten führt.
Um die Vorzüge der Cry-Engine zu nutzen, aktivierten wir auf allen nVidia-Karten der GeForce-6800-Serie das Shader-Model 3.0 sowie auf allen ATi X800-Karten das SM 2.0b. Die Qualitätseinstellungen im Spiel stellten wir auf das jeweilige Maximum und nahmen auch sämtliche Einstellungen bezüglich Anti-Aliasing und anisotroper Filterung im Spiel vor. Die von uns verwendete Demo wurde im Licht- und Shader-intensiven Research-Level aufgenommen.
Far Cry Version 1.2
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Hinweis: Auf der ATi Radeon X800 XT sowie X700 Pro und XT für PCI Express wollte leider aus unerklärlichen Gründen das SM 2.0b nicht laufen. Trotz zwei verschiedener Testkarten mit unterschiedlichen Bios-Versionen wählte das Spiel immer den SM-2.0-Pfad, der einen signifikanten Nachteil gegenüber dem SM 3.0 und dem SM 2.0b entstehen lässt. Die Werte der Radeon X700 Pro, XT und X800 XT sind also nur unter Vorbehalt zu sehen, spiegeln sie doch nicht das wahre Leistungspotenzial der Karte wider.
Unreal Tournament 2004
Weiter geht es mit Unreal Tournament 2004, einem recht aktuellen Multiplayer-Shooter. Dieser basiert weitestgehend auf der Engine, mit der auch schon der Vorgänger programmiert worden war. Allerdings wurde diese um Effekte bereichert, so dass jetzt auch einige Partikeleffekte darstellbar sind. Um die von uns getesteten Grafikkarten zu belasten, wählten wir eine Flyby-Demo aus der Map „DM-Inferno“. Anti-Aliasing und anisotrope Filterung mussten über die Treiber erzwungen werden, da Unreal Tournament 2004 leider keine dementsprechende Funktion bietet.
Unreal Tournament 2004
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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RtCW - Enemy Territory
Fast schon ein altes Eisen in unserem Benchmarkparcours ist „RtCW - Enemy Territory“, quasi der Multiplayerteil eines indizierten Shooters mit WW2-Thematik. Enemy Territory steht bei uns stellvertretend für eine ganze Reihe von Spielen, die auf der Quake-3-Engine entwickelt worden und in den vergangenen Jahren auf dem Markt erschienen sind. Die Spieldetails stellten wir auf's Maximum und testeten mit einer Demo, die auf der Map „Radar“ erstellt worden ist. Anti-Aliasing und anisotrope Filterung mussten durch den Treiber erzwungen werden.
RtCW - Enemy Territory
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Doom 3
Doom 3 ist erst seit dem 12. August 2004 auf dem deutschen Markt erhältlich, gilt aber schon jetzt als ein Meilenstein in der Geschichte der PC-Spiele. Zwar basiert das Spiel auf der vermeintlich unterlegen geglaubten OpenGL-API, kann aber durch exzessiven Gebrauch von hochauflösenden Texturen und Bumpmapping grafisch mehr als überzeugen. Zusätzlich sorgen imposante Licht- und Schatteneffekte für die nötige Gruselstimmung. Alle unsere Messungen wurden im „High Quality“-Modus vollzogen, der automatisch achtfache anisotrope Filterung aktiviert. Zum Einsatz kam die von Entwickler id Software aufgenommen „Demo1“ und die im Spiel integrierte Timedemo-Funktion. Weitere Details zu Doom 3 gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [6].
Doom 3 "High Detail"
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Tomb Raider - AoD
Wenn der gemeine PC-Spieler an Tomb Raider denkt, kommt er wohl unweigerlich auf lustlose Rätsel, vollbusige Actionheldinnen und Clipping-Fehler. Dass „Tomb Raider - Angel of Darkness“ dennoch auf einer recht passablen Grafikengine basiert, vergessen viele dabei aber nur allzu oft. Diese zeichnet sich durch ihre große Variabilität aus, die wir uns hier zu Nutze machen wollen. Zudem unterstützt das Spiel bereits einige Effekte, die Pixel- und Vertex-Shader 2.0 voraussetzen. Zusammen mit dem Gebrauch von Bump Mapping und hochauflösenden Texturen wird das Spiel zwar nicht zum puren Augenschmaus wie z.B. FarCry, kann sich aber trotzdem sehen lassen. Zum Messen benutzten wir das Programm „Bench'em'All“, das es uns erlaubt, komfortabel die eingebaute Timedemo-Funktion zu nutzen. Wir stellten die Texturqualität auf 32 Bit, aktivierten alle PS-2.0-Effekte und sollten somit auch moderne Grafikkarten in Bedrängnis bringen.
Tomb Raider - AoD v49
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Half-Life 2
Auch wenn Half-Life 2 nun endlich erschienen ist, mussten wir im Vorfeld der Veröffentlichung noch auf den in Counter-Strike: Source integrierten Benchmark zurück greifen. Wurde uns mit dem ForceWare-Treiber 61.77 mit PCX-Karten noch der schnellere DirectX-8.1-Pfad aufgezwungen, war dieses mit dem nun verwendeten 65.76 nicht mehr der Fall. Dieser Treiber erlaubte es uns, auch auf diesen Grafikkarten die volle Pixelpracht begutachten zu können und damit auch vergleichbare Werte abzuliefern. Allerdings mussten wir die FX 5950 Ultra immer noch mit dem 8.1-Pfad betreiben.
Half-Life 2 - Video Stress Test
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Performancerating
Performancerating 1024x768
Angaben in Prozent
|
In der niedrigsten Auflösung nimmt die Radeon X850 XT in der Platinum Edition wie erwartet den ersten Platz ein. Allerdings liegt sie nicht weit vor einer X800 XT PE für das AGP-Interface und auch die GeForce 6800 Ultra von nVidia ist ihr mit einem Abstand von fünf Prozentpunkten dicht auf den Fersen. Den Platz an der Sonne kann ihr trotzdem keine andere Grafikkarte streitig machen.
Performancerating 1280x1024
Angaben in Prozent
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Ähnlich sieht es auch in der nächst höheren Auflösung aus. Hier kann sich die Radeon X850 XT PE abermals an die Spitze setzen und wieder einmal die X800 XT PE und die GeForce 6800 Ultra auf die Plätze verweisen. Der Abstand ist und bleibt allerdings eher gering. Die von ATi vorgenommene Taktsteigerung von 20 MHz beim Chip und 30 beim Speicher scheint also nicht extrem ausschlaggebend zu sein.
Performancerating AA & AF
Angaben in Prozent
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Und auch unter Verwendung von Anti-Aliasing und anisotroper Filterung kann sich die Radeon X850 XT Platinum Edition erwartungsgemäß an die Spitze des Feldes setzen. Vielmehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, denn die Ergebnisse sprechen hier wieder einmal für sich.
Sonstiges
Lautstärke
Die Lautstärke einer Grafikkarten ohne teure Messgeräte zu begutachten, war schon immer ein Tanz auf dem Drahtseil. Wir wollen deswegen lieber Vergleiche mit anderen Karten angeben, um auch näher an der Praxis zu bleiben. Alle unsere Angaben beziehen sich auf Grafikkarten, die wir nicht in einem Gehäuse betrieben haben.
Bei der Radeon X850 XT Platinum Edition entstanden bereits vor dem Launch unzählige Gerüchte bezüglich der Lautstärke dieser Karte. Die Aussagen reichten dabei von einem Extrem ins andere, wobei sich vielerorts die Angst breite machte, dass ATi nVidia nacheifern und von der eigenen Maxime, möglichst leise Grafikkarte zu entwickeln, abrücken könnte. Allerdings können wir diesbezüglich Entwarnung geben, denn das, was ATi hier entwickelt hat, kann uns durchaus überzeugen. So produziert die X850 auch unter Last kaum mehr Störgeräusche als dies auch schon eine Radeon X800 XT tat. Beide Grafikkarten befinden sich also auf einem etwa identischen Niveau, was die Lärmbeläsitgung angeht.
Treiber
Grundsätzlich hat sich mit dem uns vorliegenden Treiber gegenüber dem Catalyst 4.11 nicht viel getan. Vordergründig steht eigentlich nur die Unterstützung der neuen Radeon X850-Karten auf der Habenseite des Catalyst 4.12 (in unserem Falle einer speziellen Beta ohne WHQL-Zertifikat). Schaut man sich den Treiber einmal genauer an, zeigt sich jedoch, dass ein nicht zu unterschätzendes, neues Feature hinzugekommen ist. Dieses hört auf den Namen „Overdrive 3“ und ist nach der ersten Realisierung dieses Bonus' auf der Radeon 9800 XT und der Radeon X800 XT die dritte - nomen est omen - Inkarnation.
Und so hat sich dann doch einiges getan. In erster Linie wäre da wohl die Möglichkeit, den Speichertakt manipulieren zu können, zu nennen. Dies war mit früheren Overdrive-Version nicht möglich. Zudem kann man nun endlich selbst Hand an die Taktraten des Chips und des Speichers legen und so das Optimum aus der Grafikkarte herauskitzeln. Zudem unterstützt „Overdrive 3“ einen Automatikmodus, der ganz allein die maximalen Taktraten der vorliegenden Grafikkarte ermittelt (oder besser: ermitteln soll). Dieser Vorgang dauert allerdings ein paar Minuten und ist leider nicht immer von Erfolg gekrönt - dazu aber später mehr. Ähnliches bietet der Rivatuner schon seit langer Zeit.


Temperatur
Alle Messungen der Temperatur wurden außerhalb eines Gehäuses vorgenommen. Das Auslesen der Werte übernahm für uns der RivaTuner, der die Fähigkeit besitzt, Werte über einen längeren Zeitraum aufzuzeichnen. Die Werte im Idle-Modus erzielten wir nach zehnminütigem Betrieb auf dem Windows-Desktop, der Last-Werte entstanden nach einem kompletten 3DMark03-Durchlauf (alle vier Gametests). Im Falle der Radeon X850 XT PE konnten wir allerdings nicht auf den Rivatuner zurückgreifen, da dieser schlichtweg keine entsprechenden Werte lieferte. Diese Grafikkarte ist wohl zu neu, um schon von diesem Tool unterstützt zu werden. Wir zogen also ATis Temperaturauslesefeature im Treiber heran und ermittelten folgende Werte:
Temperaturmessung
Angaben in °C
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Die Entwicklung eines Dual-Slot-Kühlers hat sich offenbar gelohnt. Nicht nur, dass die Grafikkarte äußerst geräuscharm operiert, sie bleibt dabei auch noch recht kühl. So sind 40 Grad Celsius im Idle-Modus absoluter Spitzenwert. Ferner sind auch die 72 Grad unter Volllast für einen solch komplexen Chip mit 16 Pipelines und 540 MHz Takt ein sehr guter Wert. Hier kommen eine GeForce 6800 GT und eine Radeon X800 XT PE nicht heran.
Übertaktbarkeit
Bei der Übertaktbarkeit wird es nun wieder spannend, denn zusammen mit der Radeon X850 hat ATi ein neues Feature vorgestellt, das wir ja bereits im Treiber-Abschnitt in der Theorie vorgestellt haben. Und so wollen wir nun auch keine weiteren Worte mehr zu Overdrive 3 verlieren und gleich zu den Taten schreiten. Natürlich verzichteten wir auch nicht auf eine manuelle Übertaktung der Karte. Um die so gewonnene Leistung in konkrete Zahlen zu verwandeln und die Stabilität zu testen, ließen wir die übertakteten Karten einmal den 3DMark 05 bewältigen. Folgende Ergebnisse konnten wir dabei erzielen:
3DMark 05 - Overclocking
Angaben in Punkten
|
Doch leider traten während unseres Tests einige Probleme auf. So empfahl uns die Overdrive-Funktion des Catalyst-Treibers nach automatischer Suche einen Maximaltakt von 581 MHz für den Chip und 600 MHz für den Speicher. Schön und gut, allerdings stürzte die Karte bei der kleinsten Erhöhung des Speichertakts ab, so dass wir mit einer Erhöhung des Chiptakts Vorlieb nehmen mussten. Auch die manuelle Suche höherer Taktraten brachte keinen Erfolg. So verweigerte die Karte erneut renitent ihren Dienst, so dass wir vorerst ein eher nüchterndes Fazit ziehen müssen. ATi versicherte uns allerdings, dass es sich hierbei um ein Problem des uns vorliegenden Engineering-Samples handelt. Die Grafikkarten, die auf dem Markt - hoffentlich - erscheinen werden, sollen besser - oder überhaupt - übertaktbar sein.
Fazit
Kommen wir nun zum Fazit, das uns im Falle der Radeon X850 XT Platinum Edition allerdings schwerer fällt, als man auf den ersten Blick annehmen mag. So muss man zwar neidlos zugeben, dass ATis neueste Grafikkarte im Moment mit - wenn auch nur kleinem - Abstand die schnellste Grafikkarte auf dem Markt ist - oder besser gesagt: auf dem Papier und in den Testredaktionen ist. Und genau hier liegt dann auch der Knackpunkt.
Die Zeit, die seit dem offiziellen Launch der Radeon X800-Serie von ATi und nVidias GeForce 6800er-Serie vergangen ist, hat uns in unserem subjektiven Empfinden gegenüber Neuerscheinungen geprägt. Grundlos wohl nicht, denn selten konnte man neue High-End-Grafikkarten so schwer käuflich erwerben wie im nun fast verstrichenen Jahr 2004. Die Verfügbarkeit von NV40/45 und R420/423 nur mit dem Wort „schlecht“ zu umschreiben, wäre dann wohl auch hoffnungslos untertrieben. Noch schlimmer wird die Tatsache dadurch, dass sich Chipentwickler und Hersteller gegenseitig die Schuld in die Schuhe geschoben haben. So war zwischenzeitlich sogar davon die Rede, dass Speicherhersteller Samsung schuld an dieser Misere sei, da dieser angeblich nicht genügend GDDR3-RAM produzieren würde. Dass dem nicht so ist, ist ja mittlerweile - Gott sei dank - bekannt.
Unsere Sichtweise bezüglich des R480 ist also schon im Vorfeld negativ geprägt gewesen. Wir hoffen zwar inständig, dass wir dieses Mal eines Besseren belehrt werden und dass ATi diesen Chip nun endlich in Massen unter das Volk werfen kann und wird. Neueste Meldungen sprechen allerdings von ersten Karten für Ende Januar, womit seit der Vorstellung am 1. Dezember wieder zwei Monate vergangen wären und die Vorstellung eindeutig in die Kategorie Paper-Launch fällt. Besserung? Fehlanzeige! So haben wir uns für dieses Review auch ungewöhnlich viel Zeit gelassen, schien es die vergangen Wochen doch quasi keine Marktrelevanz zu besitzen und als vorweihnachtliche Benchmark-Score-Show wollten wir ComputerBase nicht mißbrauchen.
Nicht vergessen werden darf natürlich auch der ebenfalls neue R430-Chip, der von nun an seinen Dienst in der Radeon X800 und der X800 XL verrichtet. Angesichts der Tatsache, dass dieser bereits im 0,11-µm-Verfahren gefertigt wird und dass ATi bzw. TSMC in den letzten Monaten Erfahrungen mit der Produktion von High-End-Chips in 0,13 µm feinen Strukturen sammeln konnten, sind wir zumindest zuversichtlich, dass irgendwann Anfang des nächsten Jahres eine unbestimmte Anzahl an X800/850-Karten zumindest für PCI Express in die Läden kommen werden. Was Besitzern von AGP-Systemen bevorsteht, lässt sich derweil noch nicht sagen, denn hier setzt ATi weiterhin immer noch den R420 ein.
Doch genug der Kritik und zurück zu unserem Testsample, denn diese Radeon X850 XT in der Platinum Edition ist nachwievor eine sehr schnelle Grafikkarte. Zudem vermochte es ATi mit der Entwicklung eines Dual-Slot-Kühlers den recht hitzköpfigen R480-Chip zu bändigen - und dies mit Bravour. So ist der verbaute Lüfter nicht besonders laut und kühlt offenbar sehr gut. Die von uns gemessenen Temperaturen geben ATi also recht (dem Trend zu immer höheren Verlustleistungen allerdings nicht). Das konzerninterne Novum eines solchen Kühlers hat man unserer Meinung nach sehr gut auf die Beine gestellt. Anfängliche Ängste bezüglich eines sehr lauten Lüfters wurden also nicht bestätigt. Alles in allem leistete die X850 XT PE das, was man von ihr erwartet. Sie ist schneller als ihr Vorgänger, die Radeon X800 XT PE, und das ist für einen Refresh-Chip ja bekanntlich auch die Hauptaufgabe.
Eine Kaufempfehlung möchten wir in dieser Stelle allerdings nicht aussprechen, da erst abgewartet werden sollte, ob, wann und in welchen Mengen Grafikkarten mit R480-Chip am Markt erhältlich sein werden. Falls dies irgendwann (und hoffentlich bald) der Fall sein sollte, sieht ATi folgende Preisstaffelung für alle neuen Grafikkarten vor:
- X850 XT Platinum Edition - $549
- X850 XT - $499
- X850 Pro - $399
- X800 XL - $299
- X800 - $199
Dass sich X850 XT und X850 XT „Platinum Edition“ an Enthusiasten richten, steht dabei wohl außer Frage. Viel interessanter sind hingegen Radeon X800 XL und X800, die beide auf dem neuen R430-Chip basieren. Die X800 soll gar die Nachfolge der Radeon X700 XT antreten.








