Einleitung
Knapp drei Monate ist es her, dass nVidia die GeForce-6-Serie mit einem neuen Ableger erweiterte. Die GeForce 6600 war geboren und sollte von nun an nVidias neue Mittelklasse bilden und der GeForce 6800 im Preissegment bis 250 Euro den Rücken stärken. Allerdings hatte das Gros der PC-Nutzer dieser Welt die Ehre, vorerst in die Röhre gucken zu müssen, denn die neue 6600 konnte man nur mit einem PCI-Express-System auf Basis von Intels Pentium 4 mit i915- oder i925-Chipsatz nutzen. NVidias NV43 war bekanntlich der erste Chip aus diesem Haus, der über ein natives Interface nach dem neuen Standard verfügte.
Heute, am 16. November des Jahres 2004, soll sich diese Misere nun endlich einem Ende entgegen neigen, denn am heutigen Tag stellt nVidia die GeForce 6600 für den altgedienten AGP-Bus vor. Möglich macht dies der HSI-Chip (High Speed Interconnect), der auch schon der GeForce-PCX-Serie Beine machte. Was das AGP-Modell von der schon länger erhältlichen PCI-Express-Variante unterscheidet und was man für Opfer bringen musste, wollen wir nun in diesem Artikel klären.
Technische Daten
Der NV43 stammt, wie an der Nomenklatur unschwer zu erkennen ist, von nVidias High-End-Chip NV40 ab. Statt deaktivierter Pipelines (wie sie unter anderem zur Differenzierung innerhalb der 6800-Serie führen) und geringerem Takt setzt man zur Reduzierung der Kosten jedoch gleich auf einen eigenen Chip und spart so rund 76 Mio. Transistoren. Pipelines werden nicht deaktiviert sondern erst gar nicht in das Silizium gebrannt. Die Fertigung im 0,11-µm-Prozess verringert die Die-Größe und somit die Kosten und ermöglicht darüber hinaus kühlere Chips, die sich höher takten lassen.
Um den NV43-Chip, der eigentlich ein reiner PCI-Express-Chip ist, fit für den AGP-Bus zu bekommen, musste nVidia bei der heute getesteten Grafikkarte einen Brücken-Chip verbauen, den man auf den Namen „HSI“ (High Speed Interconnect) taufte. Dieser übersetzt quasi die Daten vom Chip für den Bus und andersherum. Allerdings hat dies zur Folge, dass die Vorzüge von PCI Express x16 - doppelte Bandbreite etc. - nicht mehr genutzt werden können.
| Radeon X700 |
Radeon X700 PRO |
Radeon X700 XT |
GeForce 6600 |
GeForce 6600 GT |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Chip | RV410 | RV410 | RV410 | NV43 | NV43 |
| Transistoren | - | - | - | ca. 146 Mio. | ca. 146 Mio. |
| Fertigung | 0,11 µm | 0,11 µm | 0,11 µm | 0,11 µm | 0,11 µm |
| Taktung (MHz) | 400 | 420 | 475 | 300 | 500 |
| Renderpipes | 8 | 8 | 8 | 8 | 8 |
| Pixelfüllrate | 3200 MPix/s | 3360 MPix/s | 3800 MPix/s | 2400 MPix/s | 4000 MPix/s |
| TMUs je Pipe | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| Texelfüllrate | 3200 MTex/s | 3360 MTex/s | 3800 MTex/s | 2400 MTex/s | 4000 MTex/s |
| Vertexeinheit | DX9 VS 2.0+ | DX9 VS 2.0+ | DX9 VS 2.0+ | DX9 VS 3.0 | DX9 VS 3.0 |
| Vertexpipes | 6 | 6 | 6 | 3 | 3 |
| Interface | PEG x16 | PEG x16 | PEG x16 | PEG x 16 | PEG x16/AGP |
| SLI-Modus* | nein | nein | nein | nein | ja |
| Texturen pro Pass | 8 (16) | 8 (16) | 8 (16) | 8 (16) | 8 (16) |
| Pixelshader | PS 2.0+ | PS 2.0+ | PS 2.0+ | PS 3.0 | PS 3.0 |
| Speicher (MB) | 128 DDR | 256 GDDR3 | 128 GDDR3 | 128 DDR | 128 GDDR3 |
| Anbindung | 128 Bit | 128 Bit | 128 Bit | 128 Bit | 128 Bit |
| Speichertakt (MHz) | 350 | 430 | 525 | 250** | 500/450*** |
| Bandbreite (MB/s) | 11200 | 13760 | 16800 | 8000 | 16000 |
| RAMDAC | 2x400 MHz | 2x400 MHz | 2x400 MHz | 2x400 MHz | 2x400 MHz |
| Präz. pro Kanal | 24Bit (FP24) | 24Bit (FP24) | 24Bit (FP24) | 32Bit (FP32) | 32Bit (FP32) |
| US-Preis (ohne MwSt.) | $149 | $199 (256 MB) | $199 | $149 | $199 |
| * Der SLI-Modus setzt ein PCI-Express-Interface voraus | |||||
| ** Der Speichertakt der GeForce 6600 ist von den Herstellern frei wählbar. | |||||
| *** Der Speichertakt des Modells für PEG liegt bei 500 MHz, der des für AGP bei 450 MHz. | |||||
Die Karte
nVidia GeForce 6600 GT
Auf den ersten Blick wählte nVidia für die AGP-Variante der GeForce 6600 ein recht außergewöhnliches Design, welches sich aber bei genauerer Betrachtung schnell als durchaus logisch herauskristallisiert. So änderte man gegenüber dem PCI-Express-Modell Vieles auf dem PCB. Am auffälligsten ist aber wohl die Tatsache, dass nVidia mittlerweile Doom 3 zu ihrem Ein-und-Alles hochstilisiert. Manchmal wirkt dies schon ungewollt komisch.


Aus unserer Sicht vorbildlich ist die Implementierung zweier digitaler DVI-Ausgänge, die wohl besonders TFT-Besitzer erfreuen sollten. Da es sich bei der von uns getesteten Karte allerdings nur um das von nVidia entwickelte Referenzdesign handelt, können die im Laden erhältlichen Karten in dieser Hinsicht allerdings abweichen, denn letztendlich bleibt es den Herstellern überlassen, was sie für Ausgänge auf das PCB löten und welche nicht.


Eine der wichtigsten Änderungen gegenüber dem Modell mit PEG-Schnittstelle befindet sich am Ende des PCBs. Natürlich handelt es sich hierbei um den zusätzlichen Stromanschluss im 3,5“-Format. Dieser war bei dem vormals getesteten Modell bekanntlich nicht nötig, da über den PCI-Express-Bus bis zu 75 Watt gefördert werden können. Da der AGP-Standard da aber nicht ganz mithalten kann, ist hier ein freier Stromanschluss für den Betrieb der GeForce 6600 also essentiell. Dementsprechend zugenommen hat auch die Anzahl der für die Stromversorgung benötigten Kondensatoren am Ende der Grafikkarte.
Die allerdings auffälligste Änderung gegenüber dem PEG-Modell ist schon länger von Bildern bekannt. Wie erste Bilder von XFX“ GeForce 6600 es zeigten, änderte man das Design dementsprechend, dass man den NV43-Chip um knapp 45 Grad drehen und diesen auf dem PCB etwas nach links oben platzieren konnte. Ein notwendiger Schritt, denn irgendwo auf dem eher knapp bemessenen Platz der GeForce 6600 sollte ja auch noch die HSI-Brücke ihren Platz finden. Diese wurde von nVidia nun unterhalb des Chips zwischen diesem und dem PCI-Express-x16-Slot verlötet, um einen optimalen Verlauf der Leiterbahnen erreichen zu können. Der passive Kühlkörper dieses Brückenchips wird im Betrieb übrigens recht heiß.


Beim verbauten Kühlkörper für den NV43-Chip vertraute man wieder auf Altbekanntes und verbaute exakt das gleiche Modell, das auch schon auf der PCI-Express-Variante zum Einsatz kam. Dieses besitzt eine Basis aus Aluminium und einen recht schnell drehenden, kleinen Lüfter, der - leider - ein recht hohes Geräuschniveau erzeugt. Da es sich bei dieser Karte allerdings nur um nVidias Designvorschlag handelt, sollte man nicht auf die Modelle der einzelnen Hersteller wie AOpen [1], Leadtek [2], XFX [3] und Co. schließen. Hier lässt nVidias seinen Kunden freie Hand, so dass wir schon bald Myriaden verschiedener Designs am Markt finden können sollten. Ebenfalls identisch mit dem PEG-Geschwisterchen ist der Chiptakt, der bei exakt 500 MHz liegt.



Die insgesamt 128 MB Speicher sind auch hier vom Typ GDDR3 und werden bei Samsung in Südkorea gefertigt. Da diese Chips im Betrieb trotz ihrer hohen Taktraten nicht sonderlich heiß werden, konnte man auf eine aktive oder passive Kühlung verzichten. Die insgesamt vier Module besitzen eine minimale Zugriffszeit von 2,0 ns und sind somit für einen Betrieb bei bis zu 500 MHz (1 GHz DDR) spezifiziert.
Allerdings nutzt nVidia das Spektrum nicht ganz aus, da das AGP-Modell der GeForce 6600 nur mit 450 MHz taktet. Hier bleibt also noch genug Raum für etwaige Übertaktungsversuche (wir erreichten in einem kurzen Test knapp 530 MHz Chip- und 510 MHz RAM-Takt). Beim Modell für PCI Express sah dies übrigens noch anders aus, denn hier taktete man den Speicher auch von vorne herein mit 500 MHz (1 GHz DDR). Mit diesem Schritt möchte man wohl weiterhin Kunden ermutigen, die nochmals etwas schnellere, aber gleichteure PEG-Version zu kaufen. Spätestens seit der nForce 4-Chipsatz auf dem Markt ist, hat nämlich auch nVidia großes Interesse daran, mehr Grafikkarten mit PCI-Express-x16-Schnittstelle zu verkaufen.
Anbei noch drei Bilder der GeForce 6600 GT von AOpen:



Testsystem
Testsystem PCI Express:
- Prozessor
- Intel Pentium 4 3,4 GHz EE (Gallatin, 512 kB Level-2-Cache, 2048 kB Level-3-Cache)
- Motherboard (Timings per SPD)
- MSI 925X Neo (Sockel LGA775, Intel i925X)
- Arbeitsspeicher
- 2x256 MB Kingston DDR2-533 (4-4-4-12)
- Grafikkarten (in den Diagrammen blau eingefärbt)
- ATi Radeon X800 XT (513/500 MHz)
- ATi Radeon X700 XT
- ATi Radeon X700 Pro
- ATi Radeon X600 XT
- nVidia GeForce 6800 Ultra
- nVidia GeForce 6800 GT
- nVidia GeForce 6800 (256 MB) *
- nVidia GeForce 6600 GT (500/500 MHz)
- nVidia GeForce 6600 (300/250 MHz)
- nVidia GeForce PCX 5900
- Peripherie
- Pioneer DVD-Laufwerk (Slot-in)
- Western Digital 80 GB P-ATA HDD (8 MB Cache)
- Treiberversionen
- nVidia ForceWare 65.76 (SM 3.0 aktiv)
- ATi Catalyst 4.8
- ATi Catalyst 4.11 für Radeon X700
- Software
- Microsoft Windows XP Professional SP2
- Microsoft Windows Media Player 9
- Microsoft DirectX 9.0c
Testsystem AGP 8x:
- Prozessor
- Intel Pentium 4 3,4 GHz EE (Gallatin, 512 kB Level-2-Cache, 2048 kB Level-3-Cache)
- Motherboard (Timings per SPD)
- Abit IC7-G (Sockel 478, Intel i875P)
- Arbeitsspeicher
- 2x512 MB Samsung DDR400 (3-3-3-8)
- Grafikkarten (in den Diagrammen grau eingefärbt)
- ATi Radeon X800 XT „PE“ (520/560 MHz)
- ATi Radeon X800 Pro
- ATi Radeon 9800 XT
- ATi Radeon 9800 Pro
- nVidia GeForce 6600 GT (500/450 MHz)
- nVidia GeForce FX 5950 Ultra
- Peripherie
- Pioneer DVD-Laufwerk (Slot-in)
- Western Digital 80 GB P-ATA HDD (8 MB Cache)
- Treiberversionen
- nVidia ForceWare 65.76 (SM 3.0 aktiv)
- nVidia ForceWare 66.93 für GeForce 6600
- ATi Catalyst 4.8
- Software
- Microsoft Windows XP Professional SP2
- Microsoft Windows Media Player 9
- Microsoft DirectX 9.0c
Die Einstellungen in den Treibern der Grafikkarten nahmen wir wie folgt vor: Grundsätzlich versuchten wir die maximale Qualität zu erreichen und stellten z.B. bei allen Karten der GeForce-Serie den IQ-Regler auf die Stufe „Quality“, so dass der optimierte trilineare Filter aktiviert ist, um nicht gegenüber den ATi-Karten ins Hintertreffen zu geraten. Alle anderen Einstellungen beließen wir beim Standard, der bei der Neuinstallation des Treibers aktiviert ist. Dass der aktuelle ForceWare-Treiber von nVidia bereits das Shader-Model 3.0 unterstützt, ist durchaus wichtig, da FarCry dieses Feature in der inoffiziellen Version 1.2 ebenfalls bietet. Bei den ATi-Karten beließen wir ebenfalls die IQ-Einstellungen in den Standardeinstellungen. Sowohl nVidia- wie auch ATi-Grafikkarten sollten so während des ganzen Tests eine vergleichbare und akzeptable Bildqualität liefern.
* Da es zur Zeit keine GeForce 6800 für PCI Express gibt, emulierten wir diese Karte mit einer 6800 GT für PCI-E. Um insgesamt vier Pipelines deaktivieren zu können, nutzen wir den RivaTuner [4], der ein solches Feature beherrscht. Unangenehmer Nebeneffekt: Die von uns emulierte GeForce 6800 für PCI Express besitzt 256 MB Speicher, was besonders unter der Verwendung von Anti-Aliasing und anisotroper Filterung zum Tragen kommt.
Benchmarks
Folgende Benchmarks kamen während unseres Tests in der jeweils neuesten Version zum Einsatz:
- Synthetische Benchmarks:
- 3DMark 03 Version 340
- 3DMark 05
- AquaMark 3
- Spielebenchmarks:
- Far Cry V 1.2
- Unreal Tournament 2004
- RtCW - Enemy Territory
- Tomb Raider - Angel of Darkness
- Half-Life 2 (Counter-Strike: Source, Build 2124)
- Doom 3
Synthetische Benchmarks
3DMark 03
Hart umstritten, aber dennoch interessiert sich das Gros unser Leser immer noch primär für 3DMark03 aus dem Hause Futuremark. Dies veranlasste uns dazu, das Benchmarkprogramm doch noch in den Parcours zu integrieren, denn der Leser ist schließlich König. Alle Einstellungen zu Anti-Aliasing und anisotroper Filterung wurden im Programm vorgenommen und nicht über den Treiber erzwungen.
3DMark 03
Angaben in Punkten
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Schon im 3DMark03 zeigt nVidias GeForce 6600 GT, was in ihr steckt. Mit knapp 7600 Punkten kann sie sich hier vor die komplette letzte Generation der Grafikkarten setzen und überzeugt so durch eine sehr gute theoretische Leistung. Die 6600 GT schließt die Lücke, die zwischen 9800 XT und Co. und GeForce 6800 entstanden war. Allerdings ist das Modell mit PCI Express-Schnittstelle zumindest teilweise schneller. Dass die AGP-Version trotz 50 MHz weniger RAM-Takt manchmal schneller ist, liegt wohl an den neuen Treibern.
3DMark 05
3DMark 05 ist Futuremarks neuestes Produkt zum Testen von aktuellen Grafikkarten. War die Vorgängerversion noch höchst umstritten, blieb ein Eklat der 05er-Version bis jetzt erspart. Zu den Features der neu entwickelten Engine, auf der 3DMark 05 basiert, gehört unter anderem auch die Unterstützung des Shader-Model 2.0b und 3.0 aktueller ATi- und nVidia-Karten. Lief 3DMark 03 auch noch auf älteren Grafikkarten, ist für die Nutzung des neuesten Teils eine Grafikkarte mit DirectX-9.0-Fähigkeiten essentiell. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [5].
Bei den ATi-Karten kam der Treiber Catalyst 4.11 zum Einsatz, während alle anderen nVidia-Karten - exklusive der GeForce 6600 GT für AGP - durch den ForceWare-Treiber 66.29 beschleunigt worden sind.
3DMark 05
Angaben in Punkten
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Im neuesten 3DMark legt die GeForce 6600 GT dank ihrer guten Architektur und des neuen Treibers eine makellose Performance an den Tag. Sie ist der GeForce 6800 stets dicht auf den Fersen und wird ihrem Preis durchaus gerecht.
AquaMark 3
Weiter geht es mit AquaMark 3, welcher von den Entwicklern weitestgehend als Alternative zum 3DMark03 entworfen worden ist. Und so liegt auch diesem Benchmark eine Spieleengine zugrunde, die unter anderem auch in AquaNox 2 - Revelation Verwendung fand. Allerdings wurde diese für den AquaMark 3 nochmals auf den neuesten Stand gebracht und unterstützt nun sogar einige DirectX-9-Effekte. Alle Einstellungen zum Anti-Aliasing und zur anisotropen Filterung wurden im Programm vorgenommen und nicht durch den Treiber erzwungen.
Aquamark 3
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Auch im AquaMark 3 liefert die 6600 GT eine solide Leistung ab und kann sich durchweg hinter der GeForce 6800 platzieren. Dass das heute getestete AGP-Modell manchmal sogar vor dieser liegt, liegt wohl auch im AquaMark 3 wieder an dem neuen Treiber. Die Werte der ATi Radeon X800 XT sind uns etwas schleierhaft und sollten nicht als fix angesehen werden. Hier scheinen Treiberprobleme vorzuliegen, denn die erzielten Ergebnisse sind einfach zu langsam für solch eine Grafikkarte. Wir werden diesem Phänomen demnähchst genauer auf den Grund gehen, indem wir die Treiber auf den neuesten Stand bringen.
Spielebenchmarks
Far Cry
Über das Spiel FarCry muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Es gehört zu den grafisch eindrucksvollsten Titeln am Markt und macht z.B. Doom 3 harte Konkurrenz. Dank einer sehr flexiblen und fortschrittlichen Engine konnten die Entwickler durch den Patch zur Version 1.2 (und nun auch 1.3) einige Neuerungen im Spiel integrieren. So beherrscht FarCry ab sofort das Shader-Model 3.0 [6] der GeForce-6800-Serie nVidias sowie das auf ATis Karten abgestimmte Shader-Model 2.0b [7]. Während ersteres nVidia-Karten zur einer weitaus effizienteren Verarbeitung der komplexen Shader durch das so genannte „Branching“ verhilft, nutzt ATi das Shader-Model 2.0b dazu, weitestgehend eine effizientere Berechnung der Lichtquellen zu erreichen. Zusätzlich beherrschen ATis R420-Karten das „Geometry Instancing“, welches eigentlich Teil des SM 3.0 ist und zu einer besseren Berechnung von Geometriedaten führt.
Um die Vorzüge der Cry-Engine zu nutzen, aktivierten wir auf allen nVidia-Karten der GeForce-6800-Serie das Shader-Model 3.0 sowie auf allen ATi X800-Karten das SM 2.0b. Die Qualitätseinstellungen im Spiel stellten wir auf das jeweilige Maximum und nahmen auch sämtliche Einstellungen bezüglich Anti-Aliasing und anisotroper Filterung im Spiel vor. Die von uns verwendete Demo wurde im Licht- und Shader-intensiven Research-Level aufgenommen.
Far Cry Version 1.2
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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In Far Cry, einem der Spielehits der letzten Monate, liefert die GeForce 6600 GT wieder einmal ein überzeugendes Ergebnis ab. Hier kann man sich - wohl auch dank des SM 3.0 - immer dicht hinter einer GeForce 6800 platzieren, die in hohen Auflösungen von den 256 MB Speicher profitieren kann, die ihr ohne unseren GT-Mod gar nicht zustehen würden. Die hohen Taktraten der 6600 GT machen die vier fehlenden Pipelines gegenüber der 6800 also mehr als wett. Interessant ist wieder einmal, dass die neuen ForceWare-Treiber 66.93 die 50 MHz Unterschied beim RAM-Takt kompensieren können und dafür sorgen, dass das AGP-Modell bei beiden Tests mit Anti-Aliasing und anisotroper Filterung vorne liegt. Dass die GeForce FX 5950 Ultra und die PCX 5900 wirklich DirectX-9-kompatibel sind, zweifeln wir - einer Tradition folgend - einmal mehr an.
Hinweis: Auf der ATi Radeon X800 XT sowie X700 Pro und XT für PCI Express wollte leider aus unerklärlichen Gründen das SM 2.0b nicht laufen. Trotz zwei verschiedener Testkarten mit unterschiedlichen Bios-Versionen wählte das Spiel immer den SM-2.0-Pfad, der einen signifikanten Nachteil gegenüber dem SM 3.0 und dem SM 2.0b entstehen lässt. Die Werte der Radeon X700 Pro, XT und X800 XT sind also nur unter Vorbehalt zu sehen, spiegeln sie doch nicht das wahre Leistungspotenzial der Karte wider.
Unreal Tournament 2004
Weiter geht es mit Unreal Tournament 2004, einem recht aktuellen Multiplayer-Shooter. Dieser basiert weitestgehend auf der Engine, mit der auch schon der Vorgänger programmiert worden war. Allerdings wurde diese um Effekte bereichert, so dass jetzt auch einige Partikeleffekte darstellbar sind. Um die von uns getesteten Grafikkarten zu belasten, wählten wir eine Flyby-Demo aus der Map „DM-Inferno“. Anti-Aliasing und anisotrope Filterung mussten über die Treiber erzwungen werden, da Unreal Tournament 2004 leider keine dementsprechende Funktion bietet.
Unreal Tournament 2004
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Auch in Unreal Tournament 2004 kann die GeForce 6600 GT die angestammte Position verteidigen und platziert sich - wie so oft - direkt hinter der GeForce 6800 und kann dabei das PCI-Express-Modell leider nicht ganz einholen. So wie es scheint, hat man bei nVidia die Entwicklung der Treiber nicht auf Unreal Tournament 2004 forciert, da hier durch den neuen Treiber keine bahnbrechenden Zugewinne erreicht werden können.
RtCW - Enemy Territory
Fast schon ein altes Eisen in unserem Benchmarkparcours ist „RtCW - Enemy Territory“, quasi der Multiplayerteil eines indizierten Shooters mit WW2-Thematik. Enemy Territory steht bei uns stellvertretend für eine ganze Reihe von Spielen, die auf der Quake-3-Engine entwickelt worden und in den vergangenen Jahren auf dem Markt erschienen sind. Die Spieldetails stellten wir auf's Maximum und testeten mit einer Demo, die auf der Map „Radar“ erstellt worden ist. Anti-Aliasing und anisotrope Filterung mussten durch den Treiber erzwungen werden.
RtCW - Enemy Territory
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Auch in Enemy Territory liefert die GeForce 6600 GT wieder einmal eine solide Leistung ab und positioniert sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
Doom 3
Doom 3 ist erst seit dem 12. August 2004 auf dem deutschen Markt erhältlich, gilt aber schon jetzt als ein Meilenstein in der Geschichte der PC-Spiele. Zwar basiert das Spiel auf der vermeintlich unterlegen geglaubten OpenGL-API, kann aber durch exzessiven Gebrauch von hochauflösenden Texturen und Bumpmapping grafisch mehr als überzeugen. Zusätzlich sorgen imposante Licht- und Schatteneffekte für die nötige Gruselstimmung. Alle unsere Messungen wurden im „High Quality“-Modus vollzogen, der automatisch achtfache anisotrope Filterung aktiviert. Zum Einsatz kam die von Entwickler id Software aufgenommen „Demo1“ und die im Spiel integrierte Timedemo-Funktion. Weitere Details zu Doom 3 gibt es in einem unser ausführlichen Artikel [8].
Doom 3 "High Detail"
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Zählt man nur die Werte ohne Anti-Aliasing, wäre auch die GeForce 6600 GT für AGP in Doom 3 sogar schneller als eine gut doppelt so teure ATi Radeon X800 Pro. Erst mit vierfachem AA fällt sie leicht hinter ATis zweites Flaggschiff zurück, erzielt aber dennoch durchweg sehr respektable Ergebnisse, die man vor einem Jahr noch nicht von einer Mittelklassekarte erwartet hätte. Da passt es nur ins Bild, dass man durchweg die alte Generation der Karten auf die Plätze verweisen kann sowie dass das AGP-Modell jeweils nur kurz hinter der PEG-Variante liegt. Offenbar haben nVidias Treiberentwickler ihr neuestes Werk auch auf Doom 3 optimiert.
Tomb Raider - AoD
Wenn der gemeine PC-Spieler an Tomb Raider denkt, kommt er wohl unweigerlich auf lustlose Rätsel, vollbusige Actionheldinnen und Clipping-Fehler. Dass „Tomb Raider - Angel of Darkness“ dennoch auf einer recht passablen Grafikengine basiert, vergessen viele dabei aber nur allzu oft. Diese zeichnet sich durch ihre große Variabilität aus, die wir uns hier zu Nutze machen wollen. Zudem unterstützt das Spiel bereits einige Effekte, die Pixel- und Vertex-Shader 2.0 voraussetzen. Zusammen mit dem Gebrauch von Bump Mapping und hochauflösenden Texturen wird das Spiel zwar nicht zum puren Augenschmaus wie z.B. FarCry, kann sich aber trotzdem sehen lassen. Zum Messen benutzten wir das Programm „Bench'em'All“, das es uns erlaubt, komfortabel die eingebaute Timedemo-Funktion zu nutzen. Wir stellten die Texturqualität auf 32 Bit, aktivierten alle PS-2.0-Effekte und sollten somit auch moderne Grafikkarten in Bedrängnis bringen.
Tomb Raider - AoD v49
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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In Tomb Raider sieht die Sache hingegen schon wieder etwas anders aus. Hier können zwar traditionell ATi-Karten dominieren, allerdings kann die 6600 GT - vielleicht auch dank des neuen Treibers - etwas Boden gutmachen und mehr als respektable Ergebnisse erreichen.
Half-Life 2
Auch wenn Half-Life 2 am heutigen Tag nun endlich erschienen ist, mussten wir im Vorfeld der Veröffentlichung noch auf den in Counter-Strike: Source integrierten Benchmark zurück greifen. Wurde uns mit dem ForceWare-Treiber 61.77 mit PCX-Karten noch der schnellere DirectX-8.1-Pfad aufgezwungen, war dieses mit dem nun verwendeten 65.76 nicht mehr der Fall. Dieser Treiber erlaubte es uns, auch auf diesen Grafikkarten die volle Pixelpracht begutachten zu können und damit auch vergleichbare Werte abzuliefern. Allerdings mussten wir die FX 5950 Ultra immer noch mit dem 8.1-Pfad betreiben.
Half-Life 2 - Video Stress Test
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Betrachtet man die Ergebnisse, wird schnell klar, dass die GeForce 6600 GT auch für den zukünftigen Actionkracher Half-Life 2 gut gerüstet sein sollte. Auch hier ist man - wie so oft - der GeForce 6800 dicht auf den Fersen und kann diese in der niedrigsten Auflösung sogar überflügeln. Allerdings ist in diesem Test das AGP-Modell in drei Fällen langsamer als das Geschwisterchen mit PCI Express x16.
Performancerating
Performancerating 1024x768
Angaben in Prozent
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Auch das Performancerating in der 1024er-Auflösung bestätigt unsere vorherigen Interpretationen. So ist die GeForce 6600 GT ganz dicht an der GeForce 6800 und kann zwischen sich und die alte Generation einen respektablen Abstand bringen. Gegenüber der 6600 GT für PCI Express kann das AGP-Modell ein paar Pünktchen gutmachen, und dies trotz 50 MHz weniger Speichertakt. Hierfür trägt wohl in erster Linie der neue Treiber die Verantwortung.
Performancerating 1280x1024
Angaben in Prozent
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Auch in diesem Rating liegt die 6600 GT hinter der 6800, muss diese allerdings etwas weiter ziehen lassen und liegt nur noch neun Prozentpunkte vor der Radeon 9800 XT. In dieser Auflösung machen sich dann auch erstmals die fehlenden MHz beim Speicher bemerkbar, so dass hier auch ein neuer, optimierter Treiber nichts mehr ausrichten kann. Dies soll allerdings nicht heißen, dass die GeForce 6600 GT ein schlechtes Bild abliefert. Ganz im Gegenteil, denn die versammelte alte Generation der Pixelbeschleuniger schluckt trotzdem nur ihren Staub.
Performancerating AA & AF
Angaben in Prozent
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Auch unter Verwendung von Anti-Aliasing und anisotroper Filterung kann sich die 6600 GT hinter der GeForce 6800 platzieren, verliert aber weiter an Boden gegenüber der Radeon 9800 XT, die hier besonders von ihren 256 MB Speicher profitieren kann. Hier wird allerdings besonders offensichtlich, dass nVidia wohl besonders bei der Leistung unter Anti-Aliasing und anisotroper Filterung Besserungen vorgenommen hat, denn anders ist es wohl kaum zu erklären, dass die AGP-Variante den direkt PEG-Konkurrenten trotz 50 MHz niedrigerem Speichertakt aussticht.
Sonstiges
Treiber
Vor einigen Tagen veröffentlichte nVidia - endlich - wieder einmal einen neuen ForceWare-Treiber, der die Versionsnummer 66.93 trägt und gleich ein wahres Gros an neuen Funktionen bietet. Mit dabei ist auch die Unterstützung der hier getesteten GeForce 6600 für AGP, die vormals von keinem offiziellen Treiber in der .inf-Datei geführt worden ist. Äußerlich hat sich durch den 66.93er allerdings nicht viel geändert, denn die Menüs sind größtenteils unangetastet geblieben. Der sprichwörtliche Teufel steckt also wieder einmal im Detail. Folgende neue Features stehen auf der Habenseite des neuen Treibers:
- Updated driver to WHQL Certified for GeForce 256 through GeForce 6 Series
- Added support for GeForce 6600, GeForce 6600 GT, and GeForce 6200
- Added support for SLI
- Added support for using HDTV over DVI connectors
- Added support for 512 MB frame buffer GPUs
- Added support for advanced DVI timing on all GeForce 6 series GPUs
- Added support to recognize and display monitor name in all control panels
- Added support for TV/HDTV setup in the nView Display Setup Wizard
- Updated Gridlines for easier grid setup and management
- Microsoft DirectX 9.0c and OpenGL 1.5 support
Interessant ist sicher auch die von nun an wirksame Unterstützung von SLI-Systemen auf Basis von nVidias hauseigenem nForce-4- sowie Intels Tumwater-Server-Chipsatz. Im Moment bleibt aber die GeForce 6600 GT für PCI Express die einzige Grafikkarte, mit der man ein solches Array errichten kann, denn vom NV45-Chip, der die Basis der GeForce 6800-Serie für PEG bildet, fehlt weiterhin jede Spur im Retail-Markt. Mittlerweile spricht man allerdings davon, dass irgendwann im Dezember mit ersten Karten zu rechnen ist. Spätestens dann kann man also auch in den Genuss der brachialen Leistung zweier GeForce 6800 GT- oder Ultra-Karten kommen.
Aber auch so machte der ForceWare-Treiber einen guten Eindruck, denn gegenüber dem 65.76 aus unserem letzten Test konnte man in vielen Applikationen mehr Performance erreichen. Dies stellte uns allerdings vor allerhand Probleme, da unsere restlichen Referenzwerte auf Basis des 65.76 entstanden sind. Normalerweise modifizieren wir in einer solchen Situation den älteren Treiber dementsprechend, dass er auch mit den neuen Grafikkarten zu Recht kommt. Dies funktionierte im Falle der neuen GeForce 6600 GT allerdings nicht, da die Grafikkarte extrem langsam wurde. Erstmal muss also mit den hier gebotenen Werten Vorlieb nehmen.
Lautstärke
Die Lautstärke einer Grafikkarten ohne teure Messgeräte zu begutachten, war schon immer ein Tanz auf dem Drahtseil. Wir wollen deswegen lieber Vergleiche mit anderen Karten angeben, um auch näher an der Praxis zu bleiben. Alle unsere Angaben beziehen sich auf Grafikkarten, die wir nicht in einem Gehäuse betrieben haben.
So zeigte sich die GeForce 6600 GT während unseres Tests nicht sonderlich laut und lag - subjektiv durch die Ohren des Testers bewertet - irgendwo zwischen einer GeForce 6800 und einer Radeon X800 Pro/XT. Leider gibt der recht schnell drehende Lüfter ein deutlich hörbares, recht hochfrequentes Summen von sich, welches man in ähnlicher Form auch bei der GeForce 6800-Serie hören kann. Eine Radeon X800 Pro bzw. XT ist definitiv etwas leiser, besitzt sie doch den Vorteil eines großen Lüfters, der langsamer drehen kann. Gegenüber einer Radeon 9800 Pro oder einer GeForce FX 5950 Ultra kann die 6600 GT derweil klar punkten. Hier bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die Retail-Karten schlagen werden, denn nicht jeder Hersteller übernimmt nVidias Referenzdesign .
Temperatur
Alle Messungen der Temperatur wurden außerhalb eines Gehäuses vorgenommen. Das Auslesen der Werte übernahm für uns der RivaTuner, der die Fähigkeit besitzt, Werte über einen längeren Zeitraum aufzuzeichnen. Die Werte im Idle-Modus erzielten wir nach zehnminütigem Betrieb auf dem Windows-Desktop, der Last-Werte entstanden nach einem kompletten 3DMark03-Durchlauf (alle vier Gametests).
Temperaturmessung
Angaben in °C
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Gut zu erkennen ist, dass die GeForce 6600 GT - sowohl das Modell für AGP sowie auch das für PCI Express - vor allem im Idle-Modus einen kühlen Kopf bewahrt. Hier kann sie die größeren Schwestern ganz klar distanzieren; dies wohl nicht zuletzt auch dank eines 2D-Takts von nur 300 MHz. Unter Volllast sieht dies hingegen schon wieder ganz anders aus. Hier machen dem Chip die 500 MHz Taktfrequenz zu schaffen, die der 6600 GT eine um drei Grad höhere Durchschnittstemperatur bescheren. Die GeForce 6800 profitiert hier wohl von ihrem Chiptakt, der nur bei 325 MHz liegt. Auch hier bleibt abzuwarten, wie sich die Retail-Karten schlagen werden, denn nicht jeder Hersteller übernimmt nVidias Referenzdesign.
Zusätzlich lässt sich noch sagen, dass nVidias HSI-Chip - die Brücke zwischen NV43-Chip und AGP-Slot - unter Last sehr heiß wird und dementsprechend passiv gekühlt werden muss. Wem seine Haut also lieb ist, der sollte tunlichst nicht den Finger zu lange auf diesen legen.
Übertaktbarkeit
Im Gegensatz zur GeForce 6800 (NV40) lässt sich die Leistung der GeForce 6600 GT nur über den Takt von GPU und Speicher erhöhen, da der NV43 über keine deaktivierten Pipelines verfügt. Inwieweit das speziell bei der von Haus aus ziemlich hoch getakteten GeForce 6600 GT ohne weiteres möglich ist, sei dahingestellt - große Sprünge dürften jedoch nicht mehr zu vollbringen sein, auch wenn der Chip dank 110 nm breiter Strukturen nicht ganz so heiß wird. Von dem mit zwei Nanosekunden spezifizierten Speicher der GeForce 6600 GT ist beim AGP-Modell, sollten Speicher und Taktraten im Handel unverändert bleiben, mit ziemlicher Sicherheit noch etwas mehr zu erwarten; er arbeitet mit 450 MHz gut 50 MHz unter dem Limit. Der mit 3,6 ns spezifizierte Speicher der GeForce 6600 hat ebenfalls noch Luft nach oben. Mit der PCIe-Version der GeForce 6800 wird das Freischalten der restlichen vier Pipelines übrigens entfallen, da der neue NV41 generell nur zwölf Pipelines besitzen wird.
Fazit

Die ganze Sache hatte nur einen essentiellen Haken, nämlich den NV43-Chip. Dieser ist bekanntlich auf Basis eines PCI-Express-Interfaces entstanden, so dass man ein dazu passendes System braucht, um in den Genuss dieser Grafikkarte kommen zu können. Leider hat auch bis zum heutigen Tage nur ein verschwindend geringer Teil der PC-Nutzer, die man landläufig auch als Enthusiasten bezeichnet, ein solches System.
Mit dem heutigen Launch wurde dieses „Problem“ von nVidia offensiv angegangen, so dass nun ein weit größerer Kundenkreis für den gelb-grünen Riesen aus den USA offen steht. Die neue Mittelklasse ist endlich in der Realität angekommen. Dies allerdings mit ein paar Einbußen, denn auf dem Weg zum heutigen Tag musste man einige Opfer bringen. Dazu gehört mit Sicherheit die geringere Taktfrequenz des Texturspeichers. Glatte 50 MHz sparte man hier ein, was angesichts des eh nur 128 Bit breiten Speicherinterfaces besonders bei speicherintensiven Aufgaben schnell zu einem nicht unerheblichen Performanceverlust führt - zumindest in der Theorie.
Denn die Praxis berichtet zwar ebenfalls von einem leichten Rückgang an Performance; allerdings ist dieser bei weitem nicht so groß, wie wir es vor unseren Tests erwartet hätten. Die neuen ForceWare-Treiber mit der Versionsnummer 66.93 leisten hier wahre Wunder. Letztere bescheinigten der GeForce 6600 GT nämlich durchweg eine mehr als akzeptable Spieleleistung, die sich vor keiner Konkurrenz so schnell verstecken muss. So lässt sich also resümieren, dass diese Grafikkarte auch für die Zukunft gut gewappnet ist und die Ableger der letzten Generation (Radeon 9800 Pro/XT und GeForce FX 5900/5950) durchweg in Schach halten kann.
Ein weiteres Opfer der Konvertierung der GeForce 6600 auf den AGP-Bus ist die SLI-Fähigkeit des NV43-Chips. Da der AGP-Bus bekanntlich nicht seriell funktioniert und somit ein SLI-ähnlicher Betrieb zweier Grafikkarten per se nicht möglich ist, muss man leider auf dieses Feature verzichten. Leider, denn gerade bei der GeForce 6600 GT ist dieses ob des relativ geringen Preis durchaus interessant, winkt doch im Idealfall möglicher Weise die Performance einer teureren GeForce 6800 Ultra.
Alles in allem leistet die AGP-Variante der GeForce 6600 GT das, was wir im Vorfeld bereits von ihr erwartet haben. Ob diese Grafikkarte ein Erfolg werden wird, wird aber wohl in erster Linie an drei Faktoren liegen. Zum einen ist dies der Preis, der sich - so hoffen wir es für nVidia - wohl bei um die 220 Euro einpendeln sollte, um mit der (hauseigenen) Konkurrenz mithalten zu können.
Zum anderen ist dies die GeForce 6800 LE, die ebenfalls mit acht Rendering-Pipelines zum Kunden kommt und eine ähnliche Performance verspricht. Zudem besitzt diese den potentiellen Bonus, diese mittels Rivatuner auf 16 Pipelines aufzubohren. Allerdings bleibt dies nach wie vor ein Glücksspiel. Unklar ist wohl auch, ob nVidia die 6800 LE noch lange leben lassen wird, denn hauseigene Konkurrenz mach sich bekanntlich nicht gut. Als dritter Faktor kommt die Verfügbarkeit ins Spiel. Hier sollte man dafür sorgen, dass möglichst schnell möglichst große Mengen der GeForce 6600 GT in den psychologisch wichtigen Retail-Markt gelangen. Ein solches Fiasko wie bei der GeForce 6800 Ultra möchte wohl niemand nochmals erleben.
Aus Kanada, respektive von ATi, muss man allerdings so schnell Nichts fürchten, da man dort im Moment noch keinerlei konkrete Anstalten macht, die Radeon X700-Serie in nächster Zeit mit einem Brücken-Chip für AGP zu realisieren. Hier hält man wohl an dem Plan fest, erst im ersten Quartal des nächsten Jahres neue Grafikkarten für den AGP-8x-Bus zu bringen. Erst dann wird man also ATis R430, R480 und RV410 auch auf einem „alten“ Mainboard betreiben können. Bis zu diesem Zeitpunkt wird nVidia also noch die neue Mittelklasse mit der GeForce 6600 GT dominieren. ATi hat dieser Grafikkarte zurzeit nur die Radeon 9800 Pro und XT entgegenzuwerfen.



