Einleitung
Parallel zur Vorstellung der neuen ATi-Grafikkarten konterte nVidia mit der neuesten Treibergeneration [1]. Diese sollte, so die Ankündigung, nicht nur den SLI-Betrieb erleichtern, indem die Kombination von Grafikkarten unterschiedlicher Hersteller ermöglicht wird, vielmehr soll mit den Treibern der Versionsnummer 8x.xx auch die Geschwindigkeit aufgrund besserer Dual-Core-Kompatibilität steigen. Diese Nachricht entzückte sogleich viele Besitzer entsprechender Prozessoren, brachten zwei Kerne in der Spiele-Praxis doch bisher wenig Nutzen. Da freute es natürlich umso mehr, dass sich die versprochenen Performance-Steigerungen laut nVidia in einem Bereich befinden, den man durchaus beachtlich nennen und ganz und gar nicht mehr der Messtoleranz zuschreiben könnte. Der Grafikchiphersteller hantierte bei der Präsentation der Beta-Treiber mit Geschwindigkeitszuwächsen im zweistelligen Prozentbereich.
Derartige vermeintliche Glücksmomente im Leben eines nVidia-Nutzers schreien natürlich ebenso nach einer Überprüfung wie auch die Tatsache, dass in der Ankündigung der 80er-Generation explizit nur von Grafikkarten mit „GeForce 7800“-Chip gesprochen wurde, die eine Leistungssteigerung erführen. Ob auch ältere Grafikkarten, die in einem Dual-Core-System Einsatz finden, mit den neuen Treibern mehr Bilder in der Sekunde auf den Bildschirm zaubern, möchten wir im Folgenden untersuchen.
Neben den Tests des aktuellen Treibers der 80er-Generation auf einem Dual-Core-System muss sich dieser aber auch auf einem System samt aktuellem Pentium 4-Prozessor behaupten, sowohl mit als auch ohne zugeschaltetem Hyper-Threading. Vielleicht, so die Hoffnung an dieser Stelle, profitieren nVidia-Nutzer ja auch von zwei virtuellen Kernen; vielleicht sind Treiber der 80er-Generation aber auch prinzipiell schneller als ihre Vorgänger und ein Vorteil für Dual-Core-Systeme besteht gar nicht oder in geringerem Maße als versprochen. Dies gilt es also ebenso zu klären.
Der folgende Test besteht daher aus drei Testkonstellationen, die sich untereinander nur im verwendeten Prozessor unterscheiden. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf dem mit einem „Pentium D 820“-Prozessor bestückten System, das für Gegen-Tests auch mit einem Pentium 4 Extreme Edition 3,73 GHz ausgerüstet wird. Dieser wird sowohl mit als auch ohne Hyper-Threading betrieben, womit dann auch alle Eventualitäten überprüft werden können.
AMDs Athlon 64 X2 mit seinen ebenfalls zwei Prozessorkernen stand uns für diesen Kurztest leider nicht zur Verfügung.
Testsystem
- Prozessoren
- Intel Pentium D 820
- Intel Pentium 4 Extreme Edition 3,73 GHz
- CPU-Kühler
- Intel Boxed Kühler (C91300-002 Pentium D)
- Intel Boxed Kühler (C25697-001 Pentium 4)
- Mainboards
- Asus P5WD2 Premium
- Arbeitsspeicher
- 2x 512 MB Corsair CM2X512A-5400UL CL3 (DDR2-RAM)
- Grafikkarte
- MSI NX6800GT T2D256E
- Peripherie
- Samsung P80SD SATA II, 80 GB
- Sonstiges
- Avance B031 Gehäuse [2]
- Tagan TG480-U22-2Force Netzteil, 480 Watt
- Noiseblocker S2 Ultra-Silent-Fan 80 mm [3] (Drei Stück)
- Software
- Windows XP Professional SP2
- DirectX 9.0c
- Treiber
- Intel Chipsatztreiber 7.2.1.1003
- nVidia ForceWare 78.01
- nVidia ForceWare 81.87
Benchmarks
Alle folgenden Benchmarks wurden in der Auflösung 1280x1024 durchgeführt. Genutzt wurden ferner die jeweils höchsten Detailgrade in jedem Spiel. Die vertikale Synchronisierung wurde bei der Durchführung der Benchmarks deaktiviert.
Half Life 2
Half-Life 2 ist wohl zweifellos aufgrund seines legendären Vorgängers eines der meist erwarteten Spiele aller Zeiten gewesen. Nun ist es da und begeistert nicht nur in spielerischer Hinsicht, sondern auch durch seine Grafik, die unter anderem durch massiven Shader Model 2.0-Einsatz ermöglicht wird. Für Half-Life 2 haben wir uns eine eigene Timedemo aufgenommen. Sie spielt in der Map „Canals_08“ und zeigt eine Szene, in der der Held Gordon Freeman in einem kleinen Hovercraft-Boot auf eine geschlossene Schleuse zu fährt um sich dann in ein Feuergefecht zu werfen - eine typische Half Life 2-Szene eben.
Half Life 2
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Doom 3
Angst? Schock? Dunkelheit? Grafikpracht? All dies gibt es wohl zu Genüge im Gruselshooter Doom 3. John Carmack, einer der Chefentwickler des Spiels und eine legendäre Persönlichkeit, wenn es um spektakuläre Grafik-Engines geht, hat bei seinem neuesten Werk die größte Aufmerksamkeit den Stencil-Schatten gewidmet. Dementsprechend dunkel ist das gesamte Spiel, damit die schablonenartigen Schatten gut auf den Spieler wirken. Aber dies waren noch nicht genug Effekte für den Entwickler id Software. So macht Doom 3 auch Gebrauch von den Pixelshader-Einheiten der Grafikkarten und setzt ebenfalls massiv auf Bump Mapping sowie Normal Maps. Zwar sind die Texturen verbesserungswürdig, aber trotzdem gehört Doom 3 zu den anspruchsvollsten Titeln des Jahres 2004 und ist somit prädestiniert für unseren Benchmarkparcours. Das Spiel setzt id-typisch nicht auf DirectX als API, sondern auf OpenGL.
Doom 3
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Painkiller
Mit reichlich Polygonen wird die Grafikkarte zur Arbeit bewegt, dazu kommen viele Shader-Effekte in detaillierten Spiele-Leveln. Für den Benchmark-Einsatz ist Painkiller auch prädestiniert, da aktuelle Grafikkarten mit diesem Titel keine Probleme mehr haben und einen mehr als flüssigen Bildaufbau zu liefern im Stande sind. Kleinere Performance-Unterschiede treten hier also schon früher ans Tageslicht, als dies bei Spielen mit prinzipiell beschränkter Framerate der Fall wäre. Bei diesen Tests kam der integrierte Benchmark „benchmark c5l1“ zum Einsatz. Das in Polen entwickelte Spiel stammt ebenfalls aus dem Jahr 2004.
Painkiller
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Earth 2160
Earth 2160 ist der Nachfolger des erfolgreichen Echtzeit-Startegiespiels Earth 2150 und setzt wie der Vorgänger auf modernste Techniken, was sich auch in der sehr guten Grafikqualität bemerkbar macht. Das Spiel bietet nicht nur detaillierte Texturen, aufwendige Rauch- sowie Partikeleffekte, auch „Geometry Instancing“, ein Shader-Model-3.0-Effekt, wird geboten. Zudem setzen die Hersteller auf reichlich Licht- und Schatten-Effekte, ebenso protzt die Grafik mit überaus schicken Feuergefechten und Explosionen. Wir verwenden die integrierte Timedemo, die eine effektvolle Schlacht mit vielen Fahr- und Fluggeräten zeigt.
Earth 2160
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Splinter Cell 3
„Chaos Theory“ ist der Titel des dritten Teils der bekannten Schleichreihe „Splinter Cell“ vom Publisher Ubi Soft und setzt auf ein stark modifiziertes Grundgerüst der zweiten Unreal-Grafikengine auf. Diese wurde für den neuesten Splinter Cell-Spross deutlich umgeändert und unterstützt nun neben dem Shader-Model 3.0 unter anderem auch High Dynamic Range-Effekte. Somit ist Splinter Cell 3 das zweite Spiel neben Far Cry, welches einen deutlich erweiterten Wertebereich der erfassbaren Lichtintensität aufweisen kann. Weiterhin kann das Spiel mit schönen Schatten- sowie Bump Mapping-Effekten auftrumpfen. Die selbst erstellte Timedemo zeigt einen kleinen Ausschnitt aus der ersten Mission, die den Hauptprotagonisten Sam Fischer über einen dunklen Strand bei Regen und durch eine mit schicken Lichteffekten verzierte Höhle führt.
Splinter Cell: Chaos Theory
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Age of Empires 3
Wohl kaum ein Strategiespiel wie „Age of Empires“ und dessen Nachfolger haben aufgrund deren Erfolge Geschichte unter den PC-Spielern geschrieben. Nun erscheint der dritte Teil der Serie, welcher mit einer für Strategietitel atemberaubenden Grafik erscheint, die dazu modernste Techniken wie das Shader-Model 3.0 und gar High-Dynamik-Range-Rendering unterstützt. Wir lassen für den Testparcours eine Zwischensequenz aus der Demo durchlaufen, die einige anspruchsvolle Szenen enthält.
Age of Empires 3 Demo
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Far Cry
Far Cry gehört wohl zweifellos zu den technisch am weitesten entwickelten Spielen und sieht dementsprechend auch sehr gut aus. Es gibt fast kein Feature einer Grafikkarte, das die Programmierer vom deutschen Entwicklerteam Crytek nicht bedacht und implementiert haben. Die Liebe zur Grafik geht sogar soweit, dass Features wie die Unterstützung des Shader-Model 3, High Dynamic Range oder die Texturkompression 3Dc nachträglich per Patch eingebaut werden. Dementsprechend fordert Far Cry das Maximum an Leistung aus jedem PC und eignet sich somit hervorragend als Benchmark.
FarCry
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Quake 4
Der neueste Shooter auf Basis der „Doom 3“-Engine erhöht den Anspruch der selbigen an die Hardware nocheinmal um ein gutes Stück. So tragen vor allem neu zu bewundernde Außenareale dazu bei, dass der vierte Spross in der Quake-Reihe mehr fordert, als der technische Vorgänger aus dem Hause id Software. Für diesen Test nahmen wir eine eigene Timedemo auf, da das Spiel selbst keinen Benchmark mitliefert. Aufgenommen wurden zu diesem Zweck Spielszenen in der ersten Mission.
Quake 4
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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3DMark05
Der 3DMark05 ist das neueste Produkt aus dem Hause Futuremark und liegt technisch auf sehr hohem Niveau. So kommen große Texturen mit der Auflösung 2048x2048, gemischt mit der Benutzung des Shader-Model 3.0, 2.x oder 2.0, zum Einsatz. Das letztes Jahr erschienene Programm setzt auf komplexe Lichteffekte, dynamische Schatten, aufwendige Bump Mapping-Effekte und benötigt vor allem eine hohe Geometrieleistung. Im Ergebnis spiegelt sich allerdings nur die Geschwindigkeit der Grafikkarte wieder, da diese selbst bei aktueller Hardware immer den Flaschenhals darstellt. Der wohl größte Nachteil beim 3DMark05 sind die weitläufigen Treiberoptimierungen aller aktuellen Grafikkartenhersteller. Diese gehen soweit, dass sich die Endergebnisse je nach Treiber im zweistelligen Prozentbereich verändern, somit können qualitätsmindernde Optimierungen nicht ausgeschlossen werden. Zudem basiert der synthetische Benchmark auf keinerlei Spieleengine, weshalb er keine reale Situation darstellt. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [4].
3DMark05
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Performance-Rating
Performance-Rating
Angaben in Prozent
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Das Performance-Rating zeichnet ein beeindruckendes Bild vom neuen Forceware der 80er Version. In Kombination mit dem verwendeten Pentium D 820 (2,8 GHz) waren signifikante Geschwindigkeitszuwächse möglich. Im Vergleich mit dem deutlich performanteren Pentium 4 Extreme Edition 3,73 GHz legte das Testsystem mit Pentium D und neuer Forceware etwa sechs Prozentpunkte zu und minimierte den Abstand zwischen den beiden Prozessoren damit auf relativ geringe 4 Prozent. Bei einem Preisunterschied von 700 Euro [5] (Pentium D 820 ca. 245 Euro, Pentium 4 Extreme Edition 3,73 GHz ca. 950 Euro) ein wahrlich beachtliches Ergebnis!
Weiterhin geht aus dem Performance-Rating hervor, dass ein Prozessor mit zwei virtuellen Kernen nicht von der neuen Treiber-Generation profitieren kann. So lieferten Tests mit einem Pentium 4 Extreme Edition 3,73 GHz ausschließlich Unterschiede im Nachkommabereich, ein Fakt, der zweifellos auf Messungenauigkeiten zurückzuführen ist.
Fazit
Das Fazit für den neuen Forceware-Treiber, getestet in der Version 81.87, muss angesichts der überraschend guten Ergebnisse positiv ausfallen. nVidia vermag es, mehr Performance aus Systemen mit einer Dual-Core-CPU herauszuholen, zumindest bestätigt sich dies an unserem Testaufbau basierend auf einem Pentium D von Intel. Ob Systeme mit AMDs Dual-Core-Äquivalenten ebenso durch den neuen Treiber profitieren, muss an dieser Stelle ebenso ausgespart werden wie etwaige SLI-Tests. Während der erste Sachverhalt bereits von uns untersucht wird, muss auf einen SLI-Test vorerst verzichtet werden. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass es bis jetzt kein SLI-fähiges Mainboard [6] in unser Testlabor geschafft hat, das gleichzeitig auch den verwendeten Pentium D 820 unterstützt.
Wohl aber festgestellt werden konnte, dass der versprochene Geschwindigkeitszuwachs mit dem neuen Forceware nicht auf ein generelles Geschwindigkeits-Plus zurückzuführen ist. So zeigte unser Testsystem beim Einsatz eines Pentium 4 Extreme Edition keine Verbesserung der Performance. Diese ließ sich auch dann nicht zu einer Steigerung veranlassen, wenn die „Hyper-Threading“-Funktion aktiviert oder deaktiviert wurde.
Wer also einen Dual-Core Prozessor sein Eigen nennt, der sollte sich der neuen Treiber-Generation annehmen. Nicht immer und überall, aber oft und weit verbreitet zeigten sich sehr gute Ergebnisse, die einen vermeintlich schwächeren Zweikern-Prozessor durchaus den Anschluss an eine schnellere CPU finden lassen können.


