Einleitung
Am 5. Oktober des letzten Jahres präsentierte ATi die R5xx-Familie nach zahlreichen Verspätungen im Rahmen eines Presse-Events auf Ibiza. Mit dem R520, der Speerspitze dieser Chipgeneration, hatte man ein adäquates Gegenstück zu nVidias G70 geschaffen. Die Leistung lag in einigen Bereichen oberhalb der GeForce 7800 GTX und insbesondere die verbesserte Bildqualität bei der anisotropen Filterung fand positiven Anklang.
Von Anfang an schwebte allerdings die Bezeichnung R580 über dieser Generation – der „Refresh-Chip“. Für gewöhnlich liegt eine längere Zeitspanne zwischen dem ersten Chip einer Generation und dem darauf aufbauenden Nachfolger, aber schon im August [1] konnte man lesen, dass dieser kurz vor der Fertigstellung stand und nicht allzu lange nach der Veröffentlichung des R520 nachgeschoben werden sollte. Und so kam es auch: Am 24. Januar löste die X1900-Serie [2] die Radeon X1800 XT ab. Dadurch verlieren die alten Karten – wenn man sie nach dreimonatiger Marktpräsenz so nennen möchte – jedoch nicht an Attraktivität, bieten sie doch selbst für High-End-Ansprüche immer noch ausreichend Performance und sollten ab sofort für einen günstigeren Preis zu haben sein.
Aus diesem Grund haben wir fünf Karten auf Basis des R520 bei uns vorsprechen lassen und durch unseren Testparcours gescheucht. Teilgenommen haben jeweils eine Radeon X1800 XT und XL von HIS sowie eine weitere Radeon X1800 XT von GeCube. Das Testfeld komplettierten zwei Radeon X1800 XL von Sapphire und Gigabyte. Wir testeten die Karten auf Herz und Nieren um herauszufinden, ob eine oder mehrere – im negativen oder im positiven Sinne – aus dem Testfeld herausragen, wie es um Verfügbarkeit steht und ob ein Preisverfall spürbar ist.
Lesezeichen
Bei diesem Test handelt es sich ausschließlich um einen Vergleich der Karten einzelner Hersteller („Board-Partner“). Technische Details zu den Chips und wie diese Karten sich gegenüber den Konkurrenzprodukten von nVidia schlagen, kann den jeweiligen Artikeln entnommen werden, die wir in der Vergangenheit publiziert haben.
- nVidia GeForce 7800 GTX 512 SLI [3]
- nVidia GeForce 7800 GTX 512 [4]
- nVidia GeForce 7800 GTX (SLI) [5]
- nVidia GeForce 7800 GT [6]
- nVidia GeForce 7800 GS (AGP) [7]
- ATi Radeon X1900 XTX und X1900 CF-Edition [1]
- ATi Radeon X1800, X1600 und X1300 [8]
- Club3D Radeon X1800 XT CrossFire-Edition [9]
- Radeon X1000 vs. GeForce 7 [10]
- Asus EAX1800XT TOP [11]
- Asus Extreme N7800GT Dual [12]
- Sapphire Radeon X800 GT, X800 GTO und X800 GTO² [13]
- nVidia GeForce 6800 GS [14]
- ATi CrossFire - Kraft der zwei Grafikkarten [15]
Die Karten
Radeon X1800 XT
| Modell | GeCube Radeon X1800 XT | HIS Radeon X1800 XT |
|---|---|---|
| Bild | ||
| Chip | ATi R520 | ATi R520 |
| Architektur | 16 Pixel-, 8 Vertex-Pipelines | 16 Pixel-, 8 Vertex-Pipelines |
| Chiptakt | 625 MHz | 625 MHz |
| Speicher | 512 MB GDDR3 | 512 MB GDDR3 |
| Speichertakt (max.) | 750 MHz | 750 MHz |
| Speicherhersteller | Samsung GDDR3, 1,25 ns | Samsung GDDR3, 1,25 ns |
| Speicheranbindung | 256 Bit | 256 Bit |
| PCB | ATi-Referenzdesign | ATi-Referenzdesign |
| Anschlüsse |
|
|
| ViVo | ✓ | ✓ |
| Kühler | Referenzdesign, Dual-Slot | Referenzdesign, Dual-Slot |
| Speicherkühlung | ✓ | ✓ |
| Lieferumfang |
|
|
Radeon X1800 XL
| Modell | Sapphire Radeon X1800 XL | HIS Radeon X1800 XL |
|---|---|---|
| Bild | ||
| Chip | ATi R520 | ATi R520 |
| Architektur | 16 Pixel-, 8 Vertex-Pipelines | 16 Pixel-, 8 Vertex-Pipelines |
| Chiptakt | 500 MHz | 500 MHz |
| Speicher | 256 MB GDDR3 | 256 MB GDDR3 |
| Speichertakt (max.) | 500 MHz | 500 MHz |
| Speicherhersteller | Samsung GDDR3, 1,429 ns | Samsung GDDR3, 1,429 ns |
| Speicheranbindung | 256 Bit | 256 Bit |
| PCB | ATi-Referenzdesign | ATi-Referenzdesign |
| Anschlüsse |
|
|
| ViVo | ✓ | ✓ |
| Kühler | Referenzdesign, Single-Slot | Referenzdesign, Single -Slot |
| Speicherkühlung | ✓ | ✓ |
| Lieferumfang |
|
|
| Modell | Gigabyte Radeon X1800 XL |
|---|---|
| Bild | |
| Chip | ATi R520 |
| Architektur | 16 Pixel-, 8 Vertex-Pipelines |
| Chiptakt | 500 MHz |
| Speicher | 256 MB GDDR3 |
| Speichertakt (max.) | 500 MHz |
| Speicherhersteller | Samsung GDDR3, 1,429 ns |
| Speicheranbindung | 256 Bit |
| PCB | ATi-Referenzdesign |
| Anschlüsse |
|
| ViVo | ✓ |
| Kühler | Referenzdesign, Single-Slot |
| Speicherkühlung | ✓ |
| Lieferumfang |
|
Impressionen
GeCube X1800 XT
Der erste Proband unseres Testfeldes stammt in Form der GC-X1800XTDU-VID/E3 aus dem Hause GeCube. GeCube setzte bei dieser Karte auf das Referenzdesign von ATi, wodurch keine außergewöhnlichen Spielereien zu erwarten sind. So wird wie bei dem Modell, welches uns zum Launch von ATis neuer Generation im vergangen Jahr zur Verfügung stand, ein Dual-Slot-Kühler verbaut, auf dem ATis Maskottchen Ruby dem Käufer ein Schwert entgegen streckt.
Die Kühllösung hinterlässt beim ersten Anblick der Karte einen voluminösen Eindruck, der sich beim ersten Start lautstark zu bestätigen scheint. Allerdings drosselt der Kühler nach wenigen Sekunden die Drehzahl deutlich herunter. Zwar ist er immer noch dauerhaft wahrnehmbar, fällt aber weder im 2D- noch im 3D-Betrieb störend auf. Verantwortlich dafür zeigt sich die angenehme, gleichmäßige Laufleistung. Der 512 MByte große GDDR3-VRAM ist mit einer Zugriffszeit von 1,25 ns ausgestattet.



Auf der Karte sind zwei DVI-Ausgänge, welche Dual Link unterstützen und ein HDTV-fähiger TV-Ausgang mit ViVo-Funktionalität verbaut worden. Zum Lieferumfang zählt neben den üblichen Kabeln und Adaptern das Spiel „Delta Force Xtreme“ von Novalogic sowie PowerDirector 3 und PowerDVD 6. Zu haben ist die Karte laut der Preisvergleichsmaschine Geizhals ab 409 Euro [16] bei Alternate. Dies entspricht einem Preisverfall von gut 90 Euro seit Ende Januar.
HIS X1800 XT
Wie die Karte von GeCube bietet auch die HIS Excalibur Radeon X1800 XT einen imposanten Anblick, was nicht weiter verwunderlich ist, basiert doch auch diese Karte auf dem Referenzdesign von ATi. So taktet die GPU mit 625 MHz und der Speicher, der von Samsung geliefert wird und mit einer Zugriffszeit von 1,25 ns daher kommt, mit 750 MHz.
Der Kühler verrichtet seinen Dienst ordnungsgemäß, andere Auffälligkeiten sind ebenfalls nicht zu vermerken. Die Fähigkeiten des TV-Ausgangs entsprechen denen des Referenzmodells und somit auch denen der Karte von GeCube. Die Ausstattung fällt durchschnittlich aus, was aber auch auf die weiteren Testfeld zutrifft: Neben dem üblichen Beiwerk wie etwa ein S-Video- oder HDTV-Kabel finden sich noch das 2002 erschienene Rollenspiel „Dungeon Siege“ und Power DVD 6, Power Director, Power 2 go, 3D Album Picture Pro sowie Trial-Versionen von drei Programmen und einige Spieledemos in der Verpackung. Für 473 Euro [17] wandert die Karte über die Ladentheke.



HIS X1800 XL
Im Gegensatz zu dem opulenten Eindruck, den die X1800 XTs hinterlassen, wirken die X1800-XL-Karten – bedingt durch die Single-Slot-Lüfter – geradezu zierlich. So auch das Modell von HIS, welche auf das Referenzdesign von ATi setzen, womit auch bei diesem Probanden keine Überraschungen zu erwarten sind.
Der Lüfter wird von demselben Aufkleber geziert, den wir schon auf der X1800 XT von HIS bewundern durften. Allerdings macht der Single-Slot-Lüfter nicht so viel Spaß wie die Dual-Slot-Lösung der XT-Karten, wie wir schon in unserem Launch-Artikel feststellten. Die Lautstärke ist auf ähnlichem Niveau, allerdings wird unter Belastung die Drehzahl auf und ab reguliert, was deutlich störender ist als das gleichmäßige Brummen der X1800-XT-Lüfter. Der 256 MByte große GDDR3-Videospeicher von Samsung mit einer Zugriffszeit von 1,429 ns soll Taktraten von bis zu 700 MHz vertragen können.



Neben den beiden Dual-Link-DVI-Anschlüssen wurde ein TV-Ausgang verbaut, der HDTV- und ViVo-Funktionalität bietet und Avivo unterstützt. Das Softwarepaket gleicht dem der X1800 XT von HIS. Gelistet wird die HIS Excalibur Radeon X1800 XL für einen Preis von 346,29 Euro [18], direkt lieferbar ist sie aber erst für 360 Euro.
Sapphire X1800 XL
Sapphire liefert seine X1800-XL-Adaption ebenfalls auf Basis von ATis Referenzdesign aus. Somit sind keine Änderungen bei Taktraten oder dem Kühlsystem vorzufinden. Einziges Erkennungsmerkmal der Karte ist wieder mal der bedruckte Kühlkörper, den Sapphire in weiß-blau gehalten hat.
Der VRAM stammt von Samsung und kommt in Form von 256 MByte GDDR3-Speicher mit Zugriffszeiten von 1,429 ns daher. Neben der X1800-Serien typische Unterstützung von Avivo, ViVo und HDTV sowie den entsprechenden Kabeln und Adaptern liefert Sapphire vier Spiele in Form des Dienst „Sapphire Select [19]“ mit. Der Käufer kann die leicht angestaubten, aber durchweg ordentlichen Titel „Brothers in Arms: Road to Hill 30“, „Prince of Persia: Warrior Within“, „Tony Hawk’s Underground 2“ sowie „Richard Burn’s Rally“ anspielen und einen als Vollversion auswählen.



Die Bulk-Version der Sapphire Radeon X1800 XL ist ab 314,80 Euro [20] zu haben, während die Retail-Version ab 331,90 Euro [21] gelistet wird. Wirklich käuflich erwerbbar ist im Moment aber nur die Retail-Version für rund 340 Euro.
Gigabyte X1800 XL
Kaum hatten wir den Karton der Karte aus dem Paket befreit, staunten wir erst einmal aufgrund der Größe der Verpackung. Den Spitzenplatz für die voluminöseste Verpackung sicherte sich der taiwanesische Mainboard-, Grafikkarten- und nunmehr auch Gehäuse-Produzent [22] erfolgreich. Nach einem ersten Blick auf Grafikkarte und Lieferumfang aber Ernüchterung: Zumindest im Bereich Design und Ausstattung wird sich auch diese Karte nicht vom restlichen Testfeld absetzen können.
So läuft diese Variante der X1800 XL, welche von Gigabyte mit der kryptische Bezeichnung GV-RX18L256V-B versehen wurde, ebenfalls mit den Standardvorgaben von 500 MHz Chip- und 500 MHz Speichertakt. Die Kühllösung basiert auf ATis Referenzmodell. Wie bei den Kontrahenten liefert Samsung die 256 MByte GDDR3-Videospeicher mit einer Zugriffszeit von 1,429 ns.



Der neben den zwei DVI-Anschlüssen verbaute TV-Ausgang bietet dieselben Features, welche schon bei den Modellen von Sapphire und HIS beschrieben wurden. Das Spielepaket umfasst die älteren und eher durchschnittlichen Titel „Counter-Strike: Condition Zero“ und „Xpand Rally“. Ferner findet man neben dem Handbuch und den üblichen Adaptern und Kabeln noch PowerDVD 6 sowie PowerDirector 3 in der Verpackung. Zu haben ist die Karte laut Geizhals ab einem Preis von knapp über 345 Euro [23] bei direkter Verfügbarkeit.
Testsystem
Testsystem:
- Prozessor
- AMD Athlon 64 3800+ (Newcastle-Kern, 2400 MHz, SSE2, 512 kB Level-2-Cache)
- Motherboard
- MSI K8N Diamond (nVidia nForce 4 SLI, Sockel 939)
- Arbeitsspeicher
- 2x 512 MB Corsair CMX512-3200LL (2-3-2-6)
- Grafikkarten
- HIS Radeon X1800 XT (625/750 MHz)
- GeCube Radeon X1800 XT (625/750 MHz)
- Sapphire Radeon X1800 XL (500/500 MHz)
- HIS Radeon X1800 XL (500/500 MHz)
- Gigabyte Radeon X1800 XL (500/500 MHz)
- Peripherie
- Liteon LTN483 48x CD-Laufwerk
- Maxtor 7B250S0, 250 GByte, 7200 Umdrehungen pro Minute
- Treiberversionen
- ATi Catalyst 5.13
- nVidia nForce 4 6.70 AMD-Edition
- Software
- Microsoft Windows XP Professional SP2
- Microsoft DirectX 9.0c
Benchmarks
Folgende Benchmarks kamen während unseres Tests zum Einsatz:
- Synthetische Benchmarks:
- 3DMark 01 SE Version 330
- 3DMark 05 Version 1.2.0
- Aquamark 3
- Spielebenchmarks:
- Fear Multiplayer Demo
- Half-Life 2 – Lost Coast
- Serious Sam 2
- Splinter Cell: Chaos Theory
- Age of Empires 3 Demo
- Earth 2160
- Far Cry Version 1.3
- Doom 3
- The Chronicles of Riddick
Alle Benchmarks werden mit maximalen Details ausgeführt, damit die Grafikkarte möglichst hoch belastet wird. Als Einstellungen haben wir uns dabei für 1280x1024 entschieden. Damit zollen wir Tribut an die modernen High-End-Beschleuniger, die durch ihre Rechenkraft niedrigere Auflösungen als 1280x1024 CPU-limitiert werden lassen. Neben den reinen Auflösungen lassen wir den Benchmarkparcours auch mit 4-fachem Anti-Aliasing sowie 16-fachen anisotropen Filter durchlaufen, da dies oft vorkommende Qualitätseinstellungen sind.
Treibereinstellungen:
- Catalyst A.I.: Standard
- Mipmap Detail Level: High Quality
- Wait for vertical refresh: Always off
- Adaptive Anit-Aliasing: Off
- High Quality AF: Off
- Truform: Always Off
Synthetische Benchmarks
3DMark2001 SE
- Obwohl der 3DMark01 SE bereits seit vier Jahren seinen Dienst verrichtet und technisch nicht mehr auf dem aktuellen Stand ist, wird er immer noch mit großer Beliebtheit von der Community verwendet. Aus diesem Grund und auch, da sich der Benchmark aus dem Hause Madonion, mittlerweile bekannt unter dem Namen Futuremark, immer noch gut dazu eignet die Gesamtperformance eines Systems zu messen, werden wir die zu testenden Treiber unter dem Programm auf Herz und Nieren überprüfen. Darüber hinaus reagiert der 3DMark01 SE sehr empfindlich auf Änderungen am System oder auch am Grafikkartentreiber, weswegen er gerade prädestiniert für diese Aufgabe ist. Technisch gesehen ist, wie bereits erwähnt, der Benchmark nicht mehr auf der Höhe der Zeit, weshalb er eine deutliche CPU-Limitierung aufweist. Der 3DMark01 SE setzt größtenteils auf DirectX 7-Effekte, benutzt die Vertexshader entsprechender Grafikkarten allerdings, um die CPU im Bereich der Schatten und Charakteranimation zu entlasten. Zaghafte Versuche die Vertexshader-Einheiten der Version 1.1 zu benutzen zeigen sich zudem in der letzten der vier Testszenen. Nicht vergessen darf man allerdings, dass der synthetische Benchmark kein Ergebnis eines realen Spiels darstellt, auch wenn er die in Max Payne verwendeten MaxFX-Engine benutzt.
- Download: 3DMark2001 SE [24]
3DMark2001 SE
Angaben in Punkten
|
3DMark05
- Der 3DMark05 ist zwar nicht mehr das neueste Produkt aus dem Hause Futuremark, liegt technisch aber dennoch auf sehr hohem Niveau. So kommen große Texturen mit der Auflösung 2048x2048, gemischt mit der Benutzung des Shader-Model 3.0, 2.x oder 2.0, zum Einsatz. Das letztes Jahr erschienene Programm setzt auf komplexe Lichteffekte, dynamische Schatten, aufwendige Bump Mapping-Effekte und benötigt vor allem eine hohe Geometrieleistung. Im Ergebnis spiegelt sich allerdings nur die Geschwindigkeit der Grafikkarte wieder, da diese selbst bei aktueller Hardware immer den Flaschenhals darstellt. Der wohl größte Nachteil beim 3DMark05 sind die weitläufigen Treiberoptimierungen aller aktuellen Grafikkartenhersteller. Diese gehen soweit, dass sich die Endergebnisse je nach Treiber im zweistelligen Prozentbereich verändern, somit können qualitätsmindernde Optimierungen nicht ausgeschlossen werden. Zudem basiert der synthetische Benchmark auf keinerlei Spieleengine, weshalb er keine reale Situation darstellt. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel [25].
- Download: 3DMark05 [26]
3DMark05
Angaben in Punkten
|
Aquamark
- Kommen wir nun zu dem letzten synthetischen Benchmark in unserem Testparcours. Das von Massive Development entwickelte Programm nutzt eine erweiterte Version der Grafikengine aus dem U-Boot-Spiel AquaNox 2 - Revelation. Die Engine hört auf den Namen Krass und unterstützt mittlerweile auch Pixelshader 2.0-Effekte. Darüberhinaus kommen noch Pixelshader der älteren Version 1.1 sowie 1.4, weiterhin auch die Vertexshader 1.1, zum Einsatz. Angereichert mit einigen schönen Effekten wie zum Beispiel einem verbesserten Partikelsystem soll dies laut den Entwicklern der erste DirectX 9-fähige Reality-Benchmark der Welt sein.
- Download: AquaMark3.com [27]
Aquamark
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Spielebenchmarks
F.E.A.R
- Doom 3 bekommt Konkurrenz – und was für eine! Die Programmierer des neue Gruselshooters F.E.A.R. scheinen sich Doom 3 als großes Vorbild ausgesucht zu haben, wobei man allerdings fast alles besser zu machen scheint. Unter anderem wird die sehr beklemmende Atmosphäre durch eine Grafikqualität erreicht, die ihres Gleichen sucht. Shadereffekte in Massen, wunderschönes Bump-Mapping, sehr spektakuläre Schattenwürfe, detaillierte Texturen sowie hübsch aussehende Partikeleffekte und noch vieles mehr bekommt der Spieler zu Gesicht, weswegen F.E.A.R. bereits Pflicht für einen guten Benchmark-Parcours geworden ist. Wir verwenden für diese Zwecke die Multiplayer-Demo, die über eine integrierte Benchmarkfunktion verfügt. Jene zeigt ein Gefecht sowie eine größere Explosion, die durch eine frei bewegende Kamera aufgenommen worden sind.
F.E.A.R.
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Half-Life 2 - Lost Coast
- Half-Life 2 ist wohl zweifellos aufgrund seines legendären Vorgängers eines der meist erwarteten Spiele aller Zeiten gewesen. Nun ist es da und begeistert nicht nur in spielerischer Hinsicht, sondern auch durch seine Grafik, die unter anderem durch massiven Shader Model 2.0-Einsatz ermöglicht wird. Für Half-Life 2 haben wir uns eine eigene Timedemo aufgenommen. Sie spielt in der Map „Coast_09“, welches zu den anspruchsvollsten Levels im gesamten Spiel gehört. Es zeigt eine Szene, in der der Held Gordon Freeman in einem kleinen Hovercraft-Boot auf einem Fluss fährt und gleichzeitig herabfallenden Bomben eines Helikopters ausweichen muss, die effektvoll explodieren. Die Timedemo stellt ein regelrechtes „Worst-Case“-Szenario dar; wenn dort alles flüssig läuft, sollte dies auch im restlichen Spiel der Fall sein. Anspruchvoll sind dabei aber nicht alleine die Pixelshader-Effekte. So gibt es viele aufwendige Partikeleffekte wie auch sehr detaillierte Texturen. Die Umwirbelungen der Luft auf dem Wasser, die durch den Rotor des Helikopters erzeugt werden, stellen höchste Anforderungen an die Grafikkarte und zwingen diese mit Leichtigkeit in die Knie.
In der Version von Half-Life 2, die wir nutzen und die den Beinamen „Lost Coast“ trägt, kommt sogar schon die neueste HDR-Technik zum Einsatz, die eine realistischere Grafik bieten soll, dem PC allerdings noch mehr als bereits zuvor abverlangt.
Half-Life 2 - Lost Coast
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Serious Sam 2
- „Ballern bis der Zeigefinger glüht!“ lautet wohl zweifellos die Divise in dem First-Person-Shooter „Serious Sam“, der vor einigen Jahren nicht nur einen großen Erfolg feierte, sondern auch mehr als nur beliebt bei den Spielern klassicher 3D-Shooter geworden ist. Der Nachfolger, der auf die simple Bezeichnung „Serious Sam 2“ hört, verspricht ebenfalls ein ähnlich erfolgreiches Vergnügen zu werden und kombiniert den Ballerspaß mit einer hübschen Optik, die vor allem durch eine große Anzahl an Vertex-Shader-Operationen, scharfen Texturen, bunten Effekten und einer schier unendlichen Gegnermasse geschaffen wird. Die selbst aufgenommene Timedemo zeigt dabei eine normale Spielszene mit großen Gegner-Scharen und massig Explosionen sowie Gefechtsfeuer.
Serious Sam 2
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
The Chronicles of Riddick
- „The Chronicles of Riddick“ lehnt sich an den Kinofilm „Riddick: Chroniken eines Kriegers“ an und basiert auf der OpenGL-API. Dabei gehört Riddick zu einer der größten Überraschungen des Jahres und bietet dementsprechend auch eine sehr fordernde und vor allem spektakuläre Grafik. Dabei kommen nicht nur die modernen Shadereinheiten aktueller Grafikkarten zum Zuge, auch durch hochauflösende Texturen sowie feinste Bump Mapping-Effekte geraten heutige GPUs ins Schwitzen. Die verwendete Timedemo Panoptical 1 zeigt einen reellen Spielausschnitt aus Riddick, welcher mehrere Schusswechsel, Explosionen sowie Rauch beinhaltet, und zeigt somit eine für das Spiel realistische Performancedarstellung.
The Chronicles of Riddick
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Age of Empires III
- Wohl kaum ein Strategiespiel wie „Age of Empires“ und dessen Nachfolger haben aufgrund deren Erfolge Geschichte unter den PC-Spielern geschrieben. Nun erscheint der dritte Teil der Serie, welcher mit einer für Strategietitel atemberaubenden Grafik erscheint, die dazu modernste Techniken wie das Shader-Model 3.0 und gar High-Dynamik-Range-Rendering unterstützt. Wir lassen für den Testparcours eine Zwischensequenz aus der Demo durchlaufen, die einige anspruchsvolle Szenen enthält. Jedoch haben wir die Shader-Details auf „High“ heruntergesetzt, da die Stufe „Very High“ nur auf SM3-kompatiblen Grafikkarten verfügbar ist und SM2-Karten einige grafische Details somit nicht darstellen können, was die Ergebnisse verfälschen würde. Leider kann Age of Empires 3 in den Qualitätseinstellungen nur mit dem anisotropen Filter getestet werden, da das Anti-Aliasing auf ATi-Karten gravierende Fehler bereitete und das Spiel abstürzen ließ.
Age of Empires III
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Earth 2160
- Earth 2160 ist der Nachfolger des erfolgreichen Echtzeit-Startegiespiels Earth 2150 und setzt wie der Vorgänger auf modernste Techniken, was sich auch in der sehr guten Grafikqualität bemerkbar macht. Das Spiel bietet nicht nur detaillierte Texturen, aufwendige Rauch- sowie Partikeleffekte, auch „Geometry Instancing“, ein Shader-Model-3.0-Effekt, wird geboten. Zudem setzen die Hersteller auf reichlich Licht- und Schatten-Effekte, ebenso protzt die Grafik mit überaus schicken Feuergefechten und Explosionen. Wir verwenden die integrierte Timedemo, die eine effektvolle Schlacht mit vielen Fahr- und Fluggeräten zeigt.
Earth 2160
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Far Cry
- Far Cry gehört wohl zweifellos zu den technisch am weitesten entwickelten Spielen und sieht dementsprechend auch sehr gut aus. Es gibt fast kein Feature einer Grafikkarte, das die Programmierer vom deutschen Entwicklerteam Crytek nicht bedacht und implementiert haben. Die Liebe zur Grafik geht sogar soweit, dass Features wie die Unterstützung des Shader-Model 3, High Dynamic Range oder die Texturkompression 3Dc [28] nachträglich per Patch eingebaut werden. Dementsprechend fordert Far Cry das Maximum an Leistung aus jedem PC und eignet sich somit hervorragend als Benchmark.
In unserem Test verwenden wir die Pier-Timedemo, die die Kollegen des Print-Magazins PC Games Hardware [29] aufgenommen haben. Diese Timedemo zeigt einen Ausschnitt des Levels „Pier“ und besteht somit aus weitläufigen Außenarealen mit einer extremen Sichtweite. Es werden aufwendige Wassereffekte dargestellt sowie eine hohe Anzahl von Polygonen, die den Rechner aufs Höchste beanspruchen. Die Texturen sind durchgehend detailliert und sehr aufwendig gestaltet. Bei den getesteten Grafikkarte von nVidia und den neuen Modellen von ATi kommt das Shader-Model 3.0 zum Einsatz, während die R4x0-Serie weiterhin das Shader-Modell 2.b verwendet. Deswegen gibt Far Cry auch einen kleinen Einblick in die zukünftige Welt der Spiele und ist quasi ein Muss für jeden Grafiktest.
Far Cry
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Doom 3
- Angst? Schock? Dunkelheit? Grafikpracht? All dies gibt es wohl zu Genüge im Gruselshooter Doom 3. John Carmack, einer der Chefentwickler des Spiels und eine legendäre Persönlichkeit, wenn es um spektakuläre Grafik-Engines geht, hat bei seinem neuesten Werk die größte Aufmerksamkeit den Stencil-Schatten gewidmet. Dementsprechend dunkel ist das gesamte Spiel, damit die schablonenartigen Schatten gut auf den Spieler wirken. Aber dies waren noch nicht genug Effekte für den Entwickler ID-Software. So macht Doom 3 auch Gebrauch von den Pixelshader-Einheiten der Grafikkarten und setzt ebenfalls massiv auf Bump Mapping sowie Normal Maps. Zwar sind die Texturen verbesserungswürdig, aber trotzdem gehört Doom 3 zu den anspruchsvollsten Titeln des Jahres 2004 und ist somit prädestiniert für unseren Benchmarkparcours. Das Spiel setzt ID-typisch nicht auf DirectX als API, sondern auf OpenGL.
Doom 3
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Performancerating
Kommen wir nun abschließend zum Performancerating. Dadurch soll es erleichtert werden, alle Ergebnisse auf einen Blick zusammengefasst zu bekommen, auch wenn man sich dadurch kein differenziertes Bild machen kann. Um dies zu erreichen, sollte man sich alle Ergebnisse im Einzelnen ansehen.
1.280 x 1.024
Angaben in Prozent
|
Performancerating Qualität
1.280 x 1.024 4xAA/16xAF
Angaben in Prozent
|
Sonstiges
Lautstärke
Da quasi alle aktuellen Modelle über eine herstellerseitige Lüftersteuerung verfügen, unterscheiden wir bei den Messungen den 2D- und den 3D-Betrieb. Für die Last-Messungen wird der 3DMark05 in der Endlosschleife ausgeführt und nach dreißig Minuten die Lautstärke notiert. Beide Messungen werden im Abstand von 15 cm zur Grafikkarte durchgeführt. Um nur die Lautstärke der jeweiligen Grafikkarte messen zu können, wurden beim Test die Gehäuselüfter vom Netz getrennt.
Lautstärke
Angaben in Dezibel
|
Signifikante Unterschiede bei der maximalen Lautstärke im idle-Modus sowie unter Last waren unseren Messungen nach nicht auszumachen. Weder zwischen den beiden Varianten der X1800-Serie, noch zwischen den Modellen der einzelnen Herstellern. Allerdings hinterließen die X1800-XT-Karten einen wesentlich angenehmeren Eindruck, da die Drehzahl des Radiators gleichmäßig ansteigt. Das dauerhafte Wechseln der X1800-XL-Karten zwischen zwei Drehzahlstufen hinterlässt einen wesentlich störender Eindruck auf das Gehör, obwohl der Maximalwert in etwa dem Niveau der X1800 XT entspricht.
Temperatur
Ähnlich den Messungen zur Lautstärke werden auch die Temperatur-Messungen durchgeführt. Fast alle aktuellen Grafikkarten besitzen Sensoren, die per Treiber oder Hersteller-Tool ausgelesen werden können. Die Kern-Temperatur wird dabei im Ruhezustand im Windows-Desktop und unter Last nach dreißig Minuten 3DMark05 abgelesen. Zudem messen wir mit Hilfe eines Infrarot-Thermometers die Chiptemperatur auf der Rückseite der Grafikkarte.
Temperatur
Angaben in °C
|
Ein zwiespältiges Bild zeigen die Temperatur-Diagramme. Können die X1800-XT-Modelle im idle-Modus mit einer Temperatur von 52°C die X1800-XL-Karten deutlich unterbieten, steigen sie unter Last trotz der Dual-Slot-Kühlung auf 80°C an – ein hoher Wert, der allerdings noch im Rahmen liegt. Die mit einem Single-Slot-Kühler ausgestatteten X1800 XL kommen unter Last nur auf einen Wert von knapp über 70°C. Differenzen zwischen den einzelnen Herstellern sind nicht vorhanden, was darauf zurückzuführen ist, dass alle Probanden das Referenzdesign von ATi verwenden.
Stromverbrauch
Für die Messungen der Stromaufnahme wird ein handelsüblicher Verbrauchs-Monitor, den man sich auch beim örtlichen Stromversorger ausleihen kann, genutzt. Gemessen wird die Gesamt-Stromaufnahme des Testsystems. Auch hier gilt die Teilung zwischen Idle- und Last-Betrieb, letzterer wird erneut durch Verwendung des 3DMark05 simuliert.
Stromverbrauch
Angaben in Watt (W)
|
Keine Überraschungen wiesen die Untersuchungen in diesem Abschnitt auf. Lagen alle Karten im idle-Modus noch ungefähr in einem Bereich, setzten sich unter Last die X1800 XT deutlich von den X1800 XL ab. Allzu große Unterschiede bei den einzelnen Herstellern konnten wir nicht ausmachen. Eine Ausnahme stellt die X1800 XL von Gigabyte dar, die mit 234 Watt etwas unter den beiden anderen Modellen mit 240 beziehungsweise 241 Watt liegt.
Übertaktbarkeit
Vielen dort draußen wird die gerade neu gekaufte Grafikkarte noch nicht schnell genug sein. Ein probates Mittel, dieses Bedürfnis nach noch mehr Geschwindigkeit zu befriedigen, ist die Hardware zu übertakteten – in unserem Fall mit Hilfe der neuesten Version des RivaTuners. Als kleine Stabilitätsprobe ließen wir den 3DMark05, der besonders grafiklastig ist, laufen und testeten nachfolgend den höchsten Takt mit Hilfe von Doom 3, Fear sowie Riddick. Jedoch muss man vor den Messungen anmerken, dass sich die Ergebnisse nicht auf jede Karte desselben Typs übertragen lassen, da die Güte von Chip zu Chip unterschiedlich ist.
Übertaktbarkeit
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Nach den guten Ergebnissen, die ATis neue Generation bei unserem Test Anfang Dezember zeigte, waren die Erwartungen hoch – und zumindest bei den X1800 XT wurden wir nicht enttäuscht. So erreichte das Modell von GeCube 695 MHz GPU-Takt und 873 MHz Speichertakt, während die HIS-Lösung zwar bei der GPU 20 MHz mehr zuließ, beim Speicher aber bereits bei 828 MHz ausstieg. Somit bestätigten beide Karten die Ergebnisse unseres ersten Test.
Ein etwas ernüchternderes Bild kam allerdings bei den X1800 XL zum Vorschein. Lobten wir einst noch den sehr gut zu übertaktenden Speicher, müssen wir jetzt feststellen, dass der damalige Wert bei allen Probanden um ca. 50 MHz verfehlt wurde. Etwas besser schaut jedoch der GPU-Takt aus, bei dem alle Karten den von uns zuletzt ermittelten Wert von 570 MHz leicht überbieten konnten. Den besten Wert erzielte die X1800 XL von HIS, die knapp an der 600-MHz-Marke scheiterte.
Abschließend sei gesagt, dass auch in dieser Sparte keiner der Karten sich vom übrigen Testfeld deutlich absetzen konnte oder dahinter zurückgefallen ist. Eine klare Kaufempfehlung für eine der Karten kann in diesem Bereich somit ebenfalls nicht ausgesprochen werden.
Fazit
Als uns die Testmuster erreichten, ahnten wir schon, dass das obligatorische Fazit schwer fallen würde. Und wir sollten Recht behalten. Alle Hersteller verwendeten das Referenzdesign von ATi, womit die Unterschiede auf dem Kühlsystem zu suchen sind – in Form des Aufklebers. Weder bei der Performance, noch in den Bereichen Temperatur, Lautstärke, Stromverbrauch und Übertaktbarkeit ist es möglich, eine Kaufempfehlung auszusprechen.
So können wir den geneigten Käufern nur raten, auf einen möglichst günstigen Preis zu achten. Dem aktuellen Stand nach sind die lieferbaren X1800-XL-Karten der von uns getesteten Hersteller für rund 340 Euro zu haben, womit auch bei diesem Vergleich wegen der engen Preisspanne das Aussprechen einer Kaufempfehlung für eines der Modelle nicht möglich ist. Ein deutlicheres Bild zeigt sich bei den X1800 XT: Die Karte von HIS ist für 473 Euro zu haben und verfügbar, während die GeCube-Lösung seit einigen Tagen ab 409 Euro gelistet wird und ebenfalls in 24 Stunden versandbereit ist. Auch wenn wir generell zum Kauf einer X1800 XL raten würden, da deren Performancerückstand und die beschriebene Schwäche des Kühlers nicht so drastisch sind, als dass der Aufpreis auf eine fast Fünfhundert Euro teure X1800 XT gerechtfertigt wäre, scheint dieses Angebot verlockend zu sein.
Wem diese Modelle zu eintönig oder gar zu langsam erscheinen, der könnte sein Glück bei den Spitzenmodellen vereinzelter Hersteller finden, deren Taktraten abseits von ATis Standardvorgaben liegen oder gleich zu einer Karte aus der X1900-Serie (ComputerBase-Test [1]) greifen. Diese liegen aber noch jenseits der 500-Euro-Marke, weswegen man sich genau überlegen sollte, ob man aktuellste High-End-Hardware im eigenen Rechner benötigt, oder ob es nicht auch die „alte“ Generation zur eigenen Zufriedenheit verrichten kann.











