Einleitung
Geschwindigkeit ist in der Welt der Grafikkarten schon länger wahrlich kein Problem mehr. Wer flott unterwegs sein möchte, findet zu jeder Zeit genügend Modelle zur Auswahl, mit denen man aktuelle Spiele selbst in hohen Qualitätseinstellungen flüssig wiedergeben kann. Alternativ wartet man nach der Vorstellung der High-End-Modelle weitere sechs bis neun Monate und schon stehen die nächsten Produkte mit einem überarbeiteten Rechenkern vor der Tür, die die Leistung weiter anheben. Oder der Kunde greift zu Multi-GPU-Techniken wie SLI und CrossFire.
Der Markt dafür bleibt aber weiterhin klein. Die Kunden greifen weiterhin lieber zu einer einzelnen Grafikkarte, die für die meisten Situationen ausreichend ist. Aktuell wäre das die GeForce GTX 280 von Nvidia, die trotz der deutlich erstarkten Konkurrenz immer noch die Performancekrone tragen darf. Schneller rendert kein anderer 3D-Beschleuniger. Und auch wenn man auf SLI sowie CrossFire verzichten möchte, gibt es einen Weg, noch mehr Geschwindigkeit zu erhalten – ohne Warten und eigene Übertakterambitionen.
So bieten diverse Bordpartner von Haus aus übertaktete Modelle des Nvidia-Flaggschiffs an, die für einen Aufpreis noch mehr Leistung aus den Rechenwerken quetschen. Einer dieser Kandidaten stammt von Asus und hört auf den Namen „GeForce GTX 280 TOP“ – die Premium-Version des bekannten Mainboard-Herstellers. Asus konnte uns freundlicherweise ein Exemplar der GeForce GTX 280 TOP für einen Test zur Verfügung stellen, das heute beweisen muss, ob die zusätzlichen Euro sinnvoll aufgehoben sind.
Die Karte
GeForce-GTX-280-Modelle haben einen massiven Preisverfall hinter sich (und unter Umständen auch noch weitere vor sich). Ursprünglich ging die Grafikkarte mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 550 Euro an den Start, wobei bereits am ersten Verkaufstag einige Händler den Preis auf unter 500 Euro drückten. Nach der Präsentation der Radeon-HD-4800-Serie purzelten die Preise der GeForce-GTX-200-Varianten ins Bodenlose. So kostet die günstigste GeForce GTX 280 (das Standardmodell von Asus) nur noch gut 340 Euro – Tendenz weiter fallend. Die sich im Test befindende GeForce GTX 280 TOP kostet mit knapp 370 gute 40 Euro mehr. Es ist allerdings anzumerken, dass das übertaktete Modell aktuell nur in einigen Online-Shops gelistet, aber noch nicht verfügbar ist.
Wer hätte es gedacht, auch Asus lässt das Platinenlayout sowie das Kühlsystem bei der GeForce GTX 280 TOP unangetastet. Somit muss der Kunde auf ein anderes (und leiseres) Kühlsystem immer noch warten. Die Platine misst eine Länge von 28 Zentimetern und ist von einem Dual-Slot-Metallgehäuse, das den nächstgelegenen PCI- oder PCIe-Slot blockiert, umgeben. Asus hat die Grafikkarte mit einem eigenen Aufkleber ausgestattet – mehr Unterschiede zur Referenz gibt es nicht. Abseits des Materialaufwandes ist anscheinend auch die Lüftersteuerung größtenteils gleich geblieben – was nicht gerade gut für empfindliche Ohren ist, doch später dazu mehr.


Um die Grafikkarte starten zu können, muss diese mit einem Acht-Pin- sowie einem Sechs-Pin-Stromstecker verbunden werden. Zwei Sechs-Pin-Stecker sind nicht ausreichend. Asus hebt die TMU-Domäne auf der GeForce GTX 280 TOP von 602 MHz um 67 MHz auf 669 MHz an. Die Shadereinheiten taktet dagegen mit 1.458 MHz. Hier beträgt die Differenz also 162 MHz zum Referenzdesign (1.296 MHz). Der 1.024 MB große GDDR3-Speicher wird dagegen anstatt mit 1.107 MHz um 108 MHz schneller, also mit 1.215 MHz, angesteuert. Unter Windows taktet sich die Asus GeForce GTX 280 TOP auf 300 MHz (TMU-Domäne) beziehungsweise 100 MHz (Shaderdomäne und VRAM) herunter.


Auf dem Slotblech findet der Käufer die üblichen zwei Dual-Link-DVI-Ausgänge vor, die voll mit dem HDCP-Kopierschutz kompatibel sind. Darüber hinaus gibt es noch einen HDTV-Ausgang, um den Rechner mit einem Fernseher zu verbinden. Die Ausstattung ist Asus bei der GeForce GTX 280 TOP durchschnittlich gelungen. In dem Karton befinden sich ein DVI-auf-D-SUB-, ein S-Video-auf-YUV- sowie ein Sechs-Pin- und ein Acht-Pin-Stromadapter (für den zwei Sechs-Pin-Stecker notwendig sind). Zusätzlich legt Asus eine CD-Mappe bei. Als Softwarebeilagen gibt es nur eine Treiber-CD – ein Spiel fehlt.
Benchmarks
Die folgenden Benchmarks wurden mit unserem neuen Testsystem [1] auf Basis eines Intel Core 2 Extreme QX9770 ermittelt. Dieser wird mit einem Takt von 4 GHz betrieben, um die Karten nicht unnötig auszubremsen. Als Treiber kam für alle Messungen (einschließlich Leistungsaufnahme und Lautstärke) der ForceWare 177.39/177.34 beziehungsweise der Catalyst 8.6 (spezielle Presse-Version) zum Einsatz.
1600x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Obwohl sicherlich schon das Referenzdesign der GeForce GTX 280 relativ nahe am theoretischen Leistungsmaximum liegt und so für übertaktete Versionen der Spielraum recht klein scheint, konnte Asus die Geschwindigkeit auf der GeForce GTX 280 TOP doch spürbar erhöhen. So rendert das Asus-Produkt im Durchschnitt um elf Prozent schneller als das Referenzdesign von Nvidia, womit man den Vorsprung gegenüber allen anderen 3D-Beschleunigern etwas weiter ausbauen kann. Eine herkömmliche GeForce GTX 260 verrichtet um 34 Prozent langsamer ihren Dienst, während die Radeon HD 4870 von ATi um 30 Prozent in den von uns ausgesuchten Spielen zurück liegt.
Je nach Applikation fallen die Differenzen dabei unterschiedlich hoch aus. Das ohnehin schon schnell laufende Company of Heroes erhält den größten Geschwindigkeitsschub, der ohne Anti-Aliasing sowie der anisotropen Filterung bei guten 15 Prozent liegt. Die geringste Steigerung liegt bei zehn Prozent, wobei sich dieses Ergebnis mehrere Spiele teilen.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Sonstige Messungen
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Schon die GeForce GTX 280 im Referenzdesign ist nicht gerade als Leisetreter bekannt und die TOP-Version aus dem Hause Asus setzt leider noch ein paar Dezibel oben drauf. So agiert die Karte unter Windows mit den gemessenen 48,5 Dezibel zwar exakt gleich laut wie ein herkömmliches Modell, ist somit allerdings in einem geschlossenen Gehäuse ohne Schwierigkeiten von den restlichen Komponenten zu unterscheiden ist (für die meisten Käufer wird das zwar kein Problem sein, für einen Silent-Rechner ist die Karte aber bereits zu laut). Aufgrund der höheren Taktraten steigt unter Last logischerweise die GPU-Temperatur, was die Lüftersteuerung dazu bewegt, den Lüfter schneller rotieren zu lassen, um so die Hitze abführen zu können. Das macht sich in der Lautstärke bemerkbar, deren Niveau noch einmal deutlich über dem des Referenzdesigns liegt. 62,5 Dezibel können wir messen, was für die meisten Ohren unangenehm laut sein wird. Wir empfehlen, sich die Karte zuerst einmal selber anzuhören, damit jeder für sich entscheiden kann, ob der Geräuschpegel noch akzeptabel ist.
Temperatur
Angaben in °C
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Da sich die Asus GeForce GTX 280 TOP unter Windows auf das Niveau einer Standard-Karte heruntertaktet, liegt auch die GPU-Temperatur gleich auf. 54 Grad Celsius erreicht die Grafikkarte. Unter Last wird das Asus-Modell jedoch fünf Grad wärmer, was einem Wert von 85 Grad Celsius entspricht. Auf der Chiprückseite liegen beide Varianten dann wieder gleich auf. Trotz der höheren Temperaturen sehen wir allerdings keine Gefahr, dass die TOP-Version an wärmeren Sommertagen Probleme bereiten wird. Auf eine gute Gehäusebelüftung sollte man dennoch achten.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Die Leistungsaufnahme der Asus GeForce GTX 280 TOP liegt unter Windows geringe vier Watt über den Ergebnissen einer normalen GeForce GTX 280, obwohl die Grafikkarte die Frequenzen auf dasselbe Level senkt. Wir vermuten, dass der Unterschied in einer kleinen Fertigungsschwankung begründet ist. Unter last zieht die schnellere TOP-Karte dann 19 Watt mehr aus der Leitung. 379 Watt lautet der Höchstwert, den wir unter Last feststellen können, womit man die „Spitzenposition“ ein weiter ausbaut.
Übertakten
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Wir vermuteten schon, dass das Übertaktungspotenzial der Asus GeForce GTX 280 TOP gering ausfallen wird, da die GT200-GPU auf dem Asus-Produkt schon nahe am Limit betrieben wird. Und dementsprechend ließ sich die TMU-Domäne nur um 33 MHz schneller takten, was einer Frequenz von 702 MHz entspricht. Die Shadereinheiten arbeiten schon mit dem Maximum und ließen sich zu keinem zusätzlichen Megahertz (beziehungsweise „MHz-Sprung“) überreden. Der Speicher zeigte sich dagegen noch übertaktungsfreudig. Gute 162 zusätzliche Taktzyklen (1.377 MHz) waren möglich. Die durchschnittliche Leistungssteigerung beträgt etwa sechs Prozent.
Fazit
Auch wenn eine GeForce GTX 280 für die meisten sicherlich schnell genug sein mag, so hat es Asus mit der GeForce GTX 280 TOP geschafft, der GT200-GPU noch einen ordentlichen Leistungsschub zu geben. Obwohl der durchschnittliche Vorsprung der übertakteten Karte mit den gemessenen elf Prozent nicht unbedingt eine große Differenz zu dem Referenzdesign sein mag, sollte die höhere Geschwindigkeit in kritischen Situationen durchaus positiv zu bemerken sein. Zudem legt man so die Messlatte der schnellsten Grafikkarte ein gutes Stück weiter nach oben. Der von Asus verlangte Mehrpreis gegenüber der Standardvariante beträgt verkraftbare 40 Euro und macht die Karte somit günstiger als es Standardmodelle einiger Konkurrenten sind.
Doch die TOP-Version hat wie so viele übertaktete Karten ein großes Manko, das vielen sicherlich die Kauffreude verderben wird: die Lautstärke. Denn während der Lüfter unter Windows noch relativ leise zu Werke geht, dreht das Kühlsystem unter Last richtig auf und wird hörbar lauter als das ohnehin nicht gerade ohrenschonende Referenzdesign.
Kurz und knapp: Falls man sich also aktuell eine extrem schnelle Grafikkarte zulegen möchte, ohne allzu sehr auf den Preis achten zu müssen, macht man mit der Asus GeForce GTX 280 TOP nichts falsch - sofern einen die Lautstärke und die Leistungsaufnahme nicht abschrecken.


