Einleitung
In den letzten Monaten ist im Grafikkartenmarkt sehr viel passiert. Nvidia hat die GeForce-GTX-200-Serie in Form der GeForce GTX 260 sowie des Flaggschiffes GeForce GTX 280 der Öffentlichkeit präsentiert, die mittlerweile mit der Radeon HD 4870 X2, Radeon HD 4870 sowie der Radeon HD 4850 eine überraschend starke Konkurrenz gefunden haben. Eine neu aufgelegte GeForce GTX 260 soll nun gegen die Radeon HD 4870 besser bestehen können, nachdem sich die ursprüngliche Variante sichtlich schwer damit getan hat. Zugleich wurde das Mid-Range-Segment von ATi mit der Radeon HD 4670 sowie der Radeon HD 4650 aufgebessert, die gegen die GeForce 9600 GSO und die GeForce 9500 GT antreten müssen.
Nun lässt ATi die Radeon-HD-4000-Serie auf den Low-End-Markt los, um die Wenigspieler beziehungsweise die HTPC-Nutzer, die für wenig Geld einen multimedialen Alleskönner im Wohnzimmer stehen haben möchten, zufrieden zu stellen.
Vorerst wird die ATi Radeon HD 4550 diesen Job übernehmen, die über der altgedienten Radeon HD 3450 angesiedelt ist und sich mit der GeForce 9400 und (je nach Preis) mit der GeForce 9500 GT DDR2 duellieren muss. Der Radeon HD 4550 sieht man ihr primäres Einsatzgebiet direkt an: Eine passive Kühlung sowie standardmäßig ein HDMI- sowie ein DisplayPort-Anschluss sind wichtige Pluspunkte für den HTPC-Betrieb. Doch wird es reichen, um gegen die Konkurrenz zu bestehen? Das werden wir auf den folgenden Seiten herausfinden.
Technische Daten
| Radeon HD 3450 |
Radeon HD 4550 |
Radeon HD 4650 |
GeForce 9400 GT |
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|---|---|---|---|---|
| Logo | ||||
| Chip | RV620 | RV710 | RV730 | G96 |
| Transistoren | ca. 181 Mio. | ca. 242 Mio. | ca. 514 Mio. | ca. 314 Mio. |
| Fertigung | 55 nm | 55 nm | 55 nm | 55 nm (zuerst 65 nm) |
| Chiptakt | 600 MHz | 600 MHz | 600 MHz | 550 MHz |
| Shadertakt | 600 MHz | 600 MHz | 600 MHz | 1.400 MHz |
| Shader-Einheiten (MADD) |
8 (5D) | 16 (5D) | 64 (5D) | 16 (1D) |
| FLOPs (MADD/ADD) | 48 GFLOPs | 96 GFLOPs | 384 GFLOP/s | 67 GFLOPs* |
| ROPs | 4 | 4 | 8 | 8 |
| Pixelfüllrate | 2400 MPix/s | 2400 MPix/s | 4800 MPix/s | 4400 MPix/s |
| TMUs | 4 | 8 | 32 | 8 |
| TAUs | 8 | 8 | 32 | 8 |
| Texelfüllrate | 2400 MTex/s | 4800 MTex/s | 19200 MTex/s | 4400 MTex/s |
| Shader-Model | SM 4.1 | SM 4.1 | SM 4.1 | SM 4 |
| Hybrid-CF/-SLI | X | X | X | X |
| effektive Windows Stromsparfunktion |
✓ | ✓ | ✓ | X |
| Speichermenge | 256 DDR2 | 512 DDR3 | 512 DDR2 | 512 DDR2/GDDR3 |
| Speichertakt | 400 MHz | 800 MHz | 500 MHz | 400/700 MHz |
| Speicherinterface | 64 Bit | 64 Bit | 128 Bit | 128 Bit |
| Speicherbandbreite | 6400 MB/s | 12800 MB/s | 16000 MB/s | 12800 MB/s 22400 MB/s |
Die Radeon HD 4550 basiert auf der 242 Millionen Transistoren wiegenden RV710-GPU, die im 55-nm-Prozess bei TSMC hergestellt wird. Die Architektur ist identisch mit der der RV770-GPU (ComputerBase-Technikabschnitt [1]), wobei ATi wie beim RV730 das ALU/TMU-Verhältnis geändert hat. Es entspricht dem der RV730.
Der RV710 besitzt zwei SIMD-Blöcke, die jeweils über acht 5D-Shadereinheiten verfügen. Jede Shadereinheit setzt sich aus fünf skalaren ALUs zusammen, die pro Takt ein MADD (Multiplay-ADD) berechnen können. Dabei kann es aber sein, dass eine der ALUs durch „Special Function“-Berechnungen wie zum Beispiel einer Kosinus-Operation blockiert wird. Insgesamt gibt es auf dem RV710 16 Shadereinheiten.
Pro SIMD-Block ist auf dem RV710 ein Texturcluster angeschlossen. Jeder Texturcluster setzt sich aus vier Texture Mapping Units (TMUs) zusammen, die pro Takt jeweils einen Pixel bilinear filtern und adressieren können. Der RV710 kann somit auf acht TMUs zurückgreifen. Die GPU setzt auf einen einzigen Memorycontroller, weswegen das Speicherinterface gerade einmal 64 Bit breit ist. Die Anzahl der ROPs beträgt vier. Die GPU taktet auf der Radeon HD 4550 mit 600 MHz, während der 512 MB große DDR3-Speicher (es handelt sich nicht um die GDDR3-, sondern um die normalen DDR3-Variante, was Kosten einsparen soll) mit 800 MHz angesteuert wird.
Der Unified Video Decoder ist in der zweiten Generation integriert, PowerPlay 2.0 steht zur Verfügung. Die Direct3D-10.1-Grafikkarte kommuniziert über ein PCIe-2.0-Interface. CrossFire wird auf der Radeon HD 4550 einzig über den PCIe-Bus abgehandelt. Eine direkte Verbindung zwischen zwei Grafikkarten gibt es auf dem Low-End-Produkt nicht.


*Die von uns angegebenen GFLOP-Zahlen der G80-Grafikkarten entsprechen dem theoretisch maximalen Output, wenn alle ALUs auf die gesamte Kapazität der MADD- und MUL-Einheiten zurückgreifen können. Dies ist auf einem G80 allerdings praktisch nie der Fall. Während das MADD komplett für „General Shading“ genutzt werden kann, hat das zweite MUL meistens andere Aufgaben und kümmert sich um die Perspektivenkorrektur oder arbeitet als Attributinterpolator oder Special-Function-Unit (SFU). Mit dem ForceWare 158.19 (sowie dessen Windows-Vista-Ableger) kann das zweite MUL zwar auch für General Shading verwendet werden, anscheinend aber nicht vollständig, da weiterhin die „Sonderfunktionen“ ausgeführt werden müssen. Deswegen liegen die reellen GFLOP-Zahlen unter den theoretisch maximalen.
Die Karte
Der genaue Marktpreis für die Radeon HD 4550 lag uns zu Redaktionsschluss leider noch nicht vor. Wir gehen derzeit von etwa 50 Euro aus, wobei die Preise in den ersten Tagen nach dem Launch noch stark schwanken können. Erste Exemplare sollten ab dem heutigen Tag erhältlich sein.
Das in Rot gefärbte PCB der ATi Radeon HD 4550 misst eine Länge von 17 cm und erinnert damit eher an ein Mid-Range- als an ein Low-End-Produkt. Nichtsdestotrotz ist die Grafikkarte klein genug, um selbst in einem Home-Theatre-PC Platz zu finden. Auffällig ist die Form der Platine, die oben rechts abgeschnitten wurde. Platz eingespart wird durch diese Maßnahme allerdings nicht, da der Kühler die Aussparung überdeckt.



Laut ATi zieht die Radeon HD 4550 maximal 20 Watt aus der Steckdose, womit ein zusätzlicher Stromstecker unnötig wird (Über den PCIe-Bus können bei einem PCIe-2.0-Slot 75 Watt übertragen werden). Unter Windows taktet die GPU auf 110 MHz herunter, während der Speicher nur noch mit 300 MHz angesteuert wird. Einen eigenen CrossFire-Anschluss bietet die Radeon HD 4550 nicht. Stattdessen wird die gesamte Kommunikation in einem Dual-GPU-Verbund über den PCIe-Bus abgehandelt.



Das Kühlsystem auf der Radeon HD 4550 besteht aus einem groß ausfallenden Aluminium-Kühlkörper, der beinahe die gesamte Vorderseite der Grafikkarte bedeckt. Auf der Kühlplatte sind diverse, grob ausfallende Kühllamellen angebracht, die die Oberfläche des Kühlers vergrößern.. Auf teures, aber hochwertiges Kupfer verzichtet man vollständig. Einen störenden Lüfter gibt es auf der Radeon HD 4550 nicht.



Der 512 MB große DDR3-Speicher auf dem 3D-Beschleuniger stammt von Samsung und wird mit einer Zugriffszeit von 1,2 ns produziert. Die Kapazität resultiert aus vier Speicherchips, die jeweils 128 MB groß sind. Bezüglich der Ausstattung des Slotblechs geht ATi bei der Radeon HD 4550 einen anderen Weg als gewöhnlich und scheint die Grafikkarte konsequent für den Betrieb in einem modernen HTPC auszurüsten.
So kommt die Grafikkarte nur mit einem Dual-Link-DVI-Ausgang daher und bietet an Stelle eines zweiten einen neuen DisplayPort- sowie – viel wichtiger – einen nativen HDMI-Anschluss. Somit kann die Grafikkarte direkt an einen Fernseher oder einen Receiver angeschlossen werden und man muss dennoch nicht auf die neuen HD-Tonformate wie Dolby TrueHD oder DTS-HD verzichten.
Benchmarks
Die folgenden Benchmarks wurden mit unserem Testsystem [2] auf Basis eines Intel Core 2 Extreme QX9770 ermittelt. Dieser wird mit einem Takt von 2,67 GHz GHz betrieben, um einen recht kostengünstigen Core 2 Q9450 zu simulieren. Als Treiber kam für alle Messungen (einschließlich Leistungsaufnahme und Lautstärke) der ForceWare 177.92, der Catalyst 8.9 (Spezialversion für die Radeon HD 4550) beziehungsweise der Chrome v0248 zum Einsatz.
Da es sich in unserem Test ausschließlich um Low-End-Karten handelt und mit diesen die maximale Detailstufe in den meisten Spielen nicht mehr flüssig wiederzugeben ist, haben wir die Details in den meisten Anwendungen auf ein Minimum reduziert. Darüber hinaus senken wir die Auflösung auf 1024x768, da dies unserer Meinung nach die realistischste Einstellung für solche Grafikkarten sind.
1024x768
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Performancerating
Kommen wir zum Performancerating. Dadurch soll es erleichtert werden, alle Ergebnisse auf einen Blick zusammengefasst zu bekommen. Da die synthetischen Benchmarks in dem Testparcours (sprich der 3DMark Vantage) über keine Spiele-Engine verfügen und somit keine realistische Aussagen über die Geschwindigkeit in 3D-Titeln wiedergeben, haben wir diese Applikationen aus dem Rating herausgenommen.
Performancerating – 1xAA/1xAF
Angaben in Prozent
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Performancerating – 4xAA/16xAF
Angaben in Prozent
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Bei der Performance der Radeon HD 4550 gibt es nicht viel zu meckern. Die Grafikkarte schafft es spielend, sich von der alten Generation der Low-End-Karten, sprich der Radeon HD 3450 sowie der GeForce 8400 GS, abzusetzen und ermöglicht in sämtlichen aktuellen Spielen eine flüssige Bildwiedergabe – mit (je nach Engine) mal mehr oder mal weniger reduzierten Details. Dass hohe Qualität meistens außen vor bleiben muss, ist bei der Radeon HD 4550 selbstverständlich, da der 3D-Beschleuniger dafür nicht ausgelegt ist.
Die GeForce 9400 GT mit DDR2-Speicher lässt die ATi Radeon HD 4550 ohne Anti-Aliasing sowie der anisotropen Filterung um satte 39 Prozent zurück, während die GeForce 9500 GT mit demselben Speicher um 21 Prozent schneller ihre Arbeit verrichtet. Mit den beiden qualitätssteigernden Features rendert die ATi Radeon HD 4550 immer noch gute 38 Prozent schneller als die GeForce 9400 GT DDR2, während sich die GeForce 9500 GT DDR2 mit 14 Prozent etwas weniger absetzen kann.
Auf den (wahrscheinlich) adäquatesten Gegenspieler, die GeForce 9400 GT mit GDDR3-RAM, können wir in diesem Test leider nicht zurück greifen, da das Testsample erst in Kürze bei uns eintreffen wird. Wir werden die Ergebnisse dann aber nachreichen.
Sonstige Messungen
Bevor wir mit den sonstigen Messungen beginnen, möchten wir uns dafür entschuldigen, dass viele Testkandidaten in dieser Disziplin fehlen. Allerdings mussten wir viele Karten mit den uns zur Verfügung stehenden 3D-Beschleunigern bei den Leistungsmessungen simulieren, da wir einige Grafikkarten nicht vor Ort hatten. In den nun folgenden Kategorien haben wir die simulierten Karten selbstverständlich nicht mit aufgenommen.
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Da das Referenzdesign der Radeon HD 4550 wie beim Vorgänger Radeon HD 3450 mit einem vollkommen lüfterlosen Kühlsystem daher kommt, bleibt die Grafikkarte logischerweise in allen Lebenssituationen unhörbar. Damit eignet sich der 3D-Beschleuniger perfekt für einen Silent- sowie einen HTPC, der im Wohnzimmer steht. Sowohl die GeForce 8500 GT (von MSI) als auch die S3 Chrome 430 GT verrichten ihre Arbeit um einiges lauter als die ATi-Produkte.
Temperatur
Angaben in °C
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Obwohl eine passive Kühlung meistens eine hohe Temperatur zur Folge hat, wird die ATi Radeon HD 4550 unter Windows mit maximalen 40 Grad Celsius nicht warm, was an dem guten funktionierenden Stromsparmechanismus liegt. Unter Last greifen diese Maßnahmen natürlich nicht mehr, weswegen sich die RV710-GPU auf bis zu 64 Grad Celsius aufheizt. Probleme sollte es aber selbst nach einer langen Beanspruchung in warmen Räumen nicht geben. Auf der Chiprückseite wird die Grafikkarte 46 Grad Celsius warm.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Während der Stromsparmechanismus auf den Radeon-HD-4800-Karten – abgesehen von der Radeon HD 4870 X2 – immer noch einige Schwierigkeiten bereitet (die von ATi vor Monaten in Aussicht gestellte Lösung lässt weiter auf sich warten), zeigt sich PowerPlay 2.0 auf der Radeon HD 4550 in guter Verfassung. Die Leistungsaufnahme liegt mit der neuen Low-End-Karte bei 119 Watt (gemeint ist der gesamte PC), was nur ein einziges Watt über dem Verbrauch einer deutlich langsameren Radeon HD 3450 liegt. Unter Last zieht die Radeon HD 4550 mit 172 Watt etwas mehr Strom aus der Leitung als die Radeon HD 3450, jedoch hält sich die Leistungsaufnahme noch immer in Grenzen.
Übertaktbarkeit
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Obwohl die Radeon HD 4550 vor allem aufgrund der passiven Kühlung sicherlich nicht für hohe Übertaktungsergebnisse ausgelegt ist, können wir die GPU von 600 MHz um gute 116 MHz auf 716 MHz übertakten. Auch der Spielraum beim DDR3-Speicher ist groß, der ein Plus von 158 MHz mit macht, bevor es zu ersten Grafikfehlern kommt. 958 MHz ist die maximal mögliche Frequenz. Somit können wir die Performance der ATi Radeon HD 4550 je nach Applikation zwischen 18 und 20 Prozent steigern.
VC1-Wiedergabe
Angaben in Prozent
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Bei der CPU-Auslastung während der Wiedergabe eines im VC1-Codec codierten HD-Films kann sich die ATi Radeon HD 4550 wie gewohnt vor die Konkurrenz aus dem Hause Nvidia setzen. Auch die S3 Chrome 430 GT ist bei den Messungen chancenlos. Beim H.264-Codec kann die Konkurrenz dagegen eher überzeugen, wobei die Radeon HD 4550 nichtsdestotrotz immer noch den zweiten Platz einheimst. Einzig der Chrome 430 GT kann einen kleinen Überraschungserfolg erzielen, wobei die Unterschiede im Bereich der Messungenauigkeit liegen.
H.264-Wiedergabe
Angaben in Prozent
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Fazit
Die Produkte der Radeon-HD-4000-Serie können eigentlich durch die Bank überzeugen. Die Radeon HD 4870 X2 ist derzeit die schnellste erhältliche Grafikkarte auf dem Markt und die Radeon HD 4870 macht der GeForce GTX 260 das Leben schwer. Die Radeon HD 4850 ist der „neue“ Preis-Leistung-Sieger und selbst die nur etwa 70 Euro teure Radeon HD 4670 liefert für die meisten Spiele eine ausreichende Performance. Kann sich die Low-End-Karte in der Erfolgsspur einreihen?
Die Frage ist eigentlich schnell beantwortet: Ja! Die Radeon HD 4550 steht ihren größeren Kollegen in Nichts nach. Die Performance der Grafikkarte ist gut, auch wenn man nicht an die Ergebnisse einer GeForce 9500 GT mit DDR2-Speicher heran kommt. Sämtliche andere Testkandidaten inklusive der GeForce 9400 GT mit DDR2 lässt das ATi-Produkt aber ohne weiteres hinter sich. Alle aktuelle im Handel befindlichen 3D-Titel kann man mit (teils stark, teils minimal) reduzierten Details auf einer Radeon HD 4550 spielen.
Ohne Zweifel, Vielspieler sollten um die Radeon HD 4550 einen großen Bogen machen. Das ist aber auch nicht das primäre Einsatzgebiet der Radeon HD 4550, die eher den Wenigspieler und noch viel mehr die Käufer eines HTPCs anspricht. Denn in einem Wohnzimmer-PC macht der 3D-Spross eine sehr gute Figur. Die Grafikkarte kommt mit einem völlig lüfterlosen Kühlsystem daher, womit es keine weiteren Lärmquellen gibt.
Zudem verbaut ATi auf der Radeon HD 4550 standardmäßig eine DisplayPort- sowie eine HDMI-Schnittstelle, wobei vor allem letztere in einem Wohnzimmer-Rechner entscheidend ist. Ebenfalls punkten kann die Karte mit einer guten HD-Videowiedergabe und der Möglichkeit, den Ton (inklusive der neuen HD-Tonformate) über den HDMI-Ausgang an den Fernseher oder einen Receiver auszugeben. Einzig der Preis ist noch etwas unklar, wobei wir in etwa mit 50 Euro rechnen.
Falls man als Wenigspieler eine Low-End-Grafikkarte für kleines Geld haben möchte, raten wir letztendlich zwar dennoch eher zu einer GeForce 9500 GT mit DDR2-Speicher. Wer allerdings einen 3D-Beschleuniger für einen HTPC sucht, findet mit der Radeon HD 4550 einen makellosen Partner. Eine gute 3D-Leistung, ein passives Kühlsystem und der standardmäßige HDMI-Anschluss inklusive der Möglichkeit, den Ton wiederzugeben, sprechen für sich.


