Einleitung
Und auf geht's in eine weitere Runde! Denn auch wenn die Radeon-HD-4800-Serie mittlerweile schon einige Monate auf dem Buckel hat und die Bordpartner die meisten ihrer geplanten Adaptionen bereits in den Händlerregalen stehen haben, fällt es immer noch schwer sich zu entscheiden, welches Modell denn nun am besten für einen geeignet ist. Die Anzahl der Varianten scheint schier zu groß.
Ob Referenzdesign oder ein eigenes Kühlsystem, ob Standard-Taktraten oder ein übertaktetes Modell, ob 512 MB, 1.024 MB oder gar 2.048 MB: Für jeden Geschmack scheint etwas dabei zu sein. Und dennoch, so wirklich vollends begeistern konnte uns bis jetzt noch keine Radeon-HD-4800-Karte. Zumeist waren die Eindrücke durch die Bank alle sehr gut, bis wir die Grafikkarten unter Last hören konnten (mussten). Dort waren viele Versionen noch lauter als das Referenzdesign.
PowerColor hat bereits seit einiger Zeit die Radeon HD 4850 PCS+ im Angebot, die diesen Makel nicht haben soll. Stattdessen soll die von Haus aus übertaktete Karte mit der leiseste 3D-Beschleuniger sein, den es auf dem Markt gibt. Um dieses vollmundige Versprechen zu überprüfen, haben wir uns das 512-MB-Modell für einen Kurztest gekrallt.
Die Karte
PowerColor hält von der Radeon HD 4850 eine recht hohe Anzahl verschiedener Modelle im Portfolio. Neben dem Referenzdesign gibt es Karten mit einem anderen Kühlsysteme, die übertaktet sowie mit einem bis zu 2.048 MB großen Speicher ausgestattet sind. Die sich bei uns im Test befindliche Radeon HD 4850 PCS+ ist mit einem 512 MB großen GDDR3-VRAM sowie einem modifizierten Kühlsystem bestückt. Die Karte ist ab 150 Euro erhältlich und somit etwa 15 Euro teurer als das Referenzdesign aus demselben Hause.
An der Platine an sich hat PowerColor keinerlei Änderungen vorgenommen. Das PCB der Radeon HD 4850 PCS+ kommt in Rot daher und misst eine Länge von 23 cm, was zu keinerlei Schwierigkeiten in modernen Gehäusen führen sollte. Sämtliche Bauteile sind nicht nur identisch mit denen des Standard-Modells, sondern auch an derselben Stelle platziert. Selbst der Aufdruck für den Referenzkühler ist noch vorhanden.



Um die Karte ordnungsgemäß betreiben zu können, muss man einen 6-Pin-Stromstecker mit der Buchse der Grafikkarte verbinden. PowerColor setzt bei der Radeon HD 4850 PCS+ auf ein Dual-Slot-Kühlsystem aus dem Hause ZEROtherm, das im Gegensatz zu den Vorgängerkarten dank einer intelligenten Lüftersteuerung aber deutlich leiser agieren soll. Der Kühlkörper ist kreisförmig aufgebaut und besteht ausschließlich aus teurem, aber effektivem Kupfer.



Eine Kühlplatte ist direkt auf der GPU angebracht. Eine Heatpipe bildet die Kreisform und ist an beiden Enden mit dem Kühlblock verbunden. Einige Kühllamellen sollen den Wärmetransport verbessern. Genau in der Mitte sitzt ein 65 mm großer Radiallüfter, der die Luft auf die Kühllamellen wirbelt. Und in der Tat, dieser bleibt durchgängig leise – mehr dazu in den Sonstigen Messungen.
PowerColor verbaut auf dem 512 MB großen GDDR3-Speicher, der mit einer Zugriffszeit von einer Nanosekunde produziert wird, und auf den empfindlichen Spannungswandlern passive Kühlkörper. Die RV770-GPU wird auf der Radeon HD 4850 PCS+ mit 665 MHz um 40 MHz schneller als das Referenzdesign angesteuert. Der VRAM agiert dagegen unverändert mit den 993 MHz.



Unter Windows taktet sich der Rechenkern auf 500 MHz runter, während der Speicher noch mit 750 MHz betrieben wird. Die Ausstattung der Radeon HD 4850 PCS+ ist nur unterer Durchschnitt und klar dem Preis geschuldet. Mehr als eine Treiber-CD, einen DVI-auf-D-SUB- sowie einen S-Video-auf-Composite-Adapter gibt es nicht.
Benchmarks
Die folgenden Benchmarks wurden mit dem alten Grafikkarten- Testsystem [1] auf Basis eines Intel Core 2 Extreme QX9770 ermittelt. Dieser wird mit einem Takt von 4 GHz betrieben, um die Karten nicht unnötig auszubremsen. Als Treiber kam für alle Messungen (einschließlich Leistungsaufnahme und Lautstärke) der ForceWare 177.39/177.34 beziehungsweise der Catalyst 8.6 (spezielle Presse-Version) zum Einsatz.
1600x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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PowerColor hat die Taktraten auf der Radeon HD 4850 geringfügig angehoben, weswegen sich die Grafikkarte nur leicht vom Referenzdesign absetzen kann. So rendert die PowerColor-Adaption in 1600x1200 im Durchschnitt nur um vier Prozent schneller als ein Standard-Modell, während andere Partnerkarten immerhin eine Performancesteigerung von fast acht Prozent erreichen.
Da PowerColor nur die GPU und nicht den Speicher übertaktet hat, verhalten sich die Spiele recht unterschiedlich, was die Geschwindigkeitssteigerung betrifft. So fällt der Zuwachs in Crysis bei aktivierter Kantenglättung sowie anisotroper Filterung mit sieben Prozent am höchsten aus. Anders dagegen ohne Anti-Aliasing. Dann läuft Crysis nur noch um drei Prozent schneller. Generell scheint die drei-prozentige Leistungssteigerung am häufigsten, unabhängig von den Qualitätseinstellungen, aufzutreten.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Sonstige Messungen
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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PowerColor gibt an mit der Radeon HD 4850 PCS+ die leiseste Radeon-HD-4800-Karte entworfen zu haben und in der Tat, ein noch leiseres Derivat kennen zumindest wir bis jetzt nicht. Unter Windows verhält sich der 3D-Beschleuniger flüsterleise und schafft es auf die in unserem System minimal möglichen 43,5 Dezibel zu kommen. Damit ist die Grafikkarte von den restlichen Komponenten nicht zu unterscheiden.
Das haben zwar durchaus auch andere Radeon-HD-4800-Karten schon geschafft. Diese wurden unter Last jedoch unangenehm laut, was bei der PowerColor Radeon HD 4850 PCS+ nicht der Fall ist. Lauter als 45,5 Dezibel dreht der Lüfter zu keiner Zeit, was ein gutes Stück unter den Werten des Referenzdesigns liegt und auch noch besser als die Asus Radeon HD 4850 TOP ist, die bis dato die leiseste Radeon HD 4850 in unserem Labor war. Für einen Silent-PC ist die PowerColor-Karte also ohne Einschränkungen geeignet.
Temperatur
Angaben in °C
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Aufgrund der niedrigen Drehzahlen des Lüfters liegen die Temperaturen auf der Radeon HD 4850 PCS+ etwas höher als bei der Konkurrenz, was aber zu verschmerzen ist. Unter Windows wird die GPU 56 Grad Celsius warm, was immer noch deutlich unter den Werten des Referenzdesigns liegt. Unter Last messen wir maximal 86 Grad Celsius, was aber noch absolut im grünen Bereich ist. Auf der Chiprückseite wird das PowerColor-Produkt 72 Grad Celsius warm.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Bei der Leistungsaufnahme gibt es zwischen dem Referenzdesign und den von Haus aus übertakteten Grafikkarten unter Windows wie gewohnt nur geringe Unterschiede. Die PowerColor Radeon HD 4850 PCS+ kommt auf 163 Watt, was genau sechs Watt mehr als beim Standard-Modell bedeutet. Unter Last zieht der 3D-Beschleuniger 305 Watt aus der Leitung. Die gewöhnliche ATi Radeon HD 4850 ist mit 290 Watt etwas genügsamer.
Übertakten
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Auf der PowerColor Radeon HD 4850 PCS+ konnten wir die RV770-GPU von 665 MHz um 46 MHz auf 711 MHz Übertakten, was ein durchschnittliches Ergebnis ist. Der 512 MB große GDDR3-RAM machte eine Steigerung von guten 107 MHz mit, was in einer runden Frequenz von 1.100 MHz resultiert. Dadurch agierte die Radeon-Karte in einer 3D-Anwendung nochmals zwischen sechs und acht Prozent schneller als mit den Standard-Frequenzen.
Fazit
Mit der Radeon HD 4850 PCS+ möchte PowerColor in erster Linie die Kunden ansprechen, die es bei einer ordentlichen Leistung selbst in modernen Spielen immer noch flüsterleise haben wollen. Während viele Grafikkarten genug Power auf der hohen Kante haben, bleibt ein leises Zocker-System bisher oftmals leider Utopie. Stellt die heute getestete Grafikkarte tatsächlich eine Ausnahme dar?
Über die Performance gibt es eigentlich nicht viel Spannendes zu berichten. Die Radeon HD 4850 PCS+ rendert aufgrund der leicht höheren Taktraten etwas schneller als das Referenzdesign der Radeon HD 4850, spüren wird man dies im Spielealltag aber wohl kaum bis gar nicht. Wir hatten durchaus schon Grafikkarten im Testlabor, die durch die Übertaktung mehr profitieren konnten. Dennoch reicht die Geschwindigkeit aus, um sämtliche modernen Spiele flüssig rendern zu lassen, solange man es mit den Qualitätseinstellungen nicht übertreibt.
Bei der Lautstärke kann die PowerColor-Karte dann ihre Stärken ausspielen. Sie ist die leiseste Radeon HD 4850, die wir jemals in unserem Testlabor hatten. Selbst unter Last bleibt der 3D-Beschleuniger angenehm zurückhaltend, was bei dem Referenzdesign nicht der Fall ist. Hinzu kommt, dass die Radeon HD 4850 PCS+ mit Anschaffungskosten von 150 Euro nur minimal teurer ist als andere Modelle.
Auch wenn die Performance nur minimal höher als bei dem Standard-Modell ausfällt, halten wir die Grafikkarte aufgrund des niedrigen Geräuschpegels und des akzeptablen Anschaffungspreises aktuell für die beste Radeon HD 4850 am Markt. Nennenswerte Schwachstellen gibt es nicht. Aus diesem Grund hat sich die PowerColor Radeon HD 4850 PCS+ unseren bei Grafikkarten sehr, sehr selten vergebenen ComputerBase-Award redlich verdient!


