Einleitung
Sapphire hat mit der Radeon HD 3870 X2 Atomic (Limited Edition) einen interessanten Pixelbeschleuniger im Programm der bei der Kühlung komplett vom ATi-Referenzdesign abweicht: Bei der Grafikkarte handelt es sich um ein Exemplar mit Wasserkühlung, bei der keine weiteren Komponenten hinzugekauft werden müssen. Schließlich wird Sapphires Limited Edition als „All-In-One-Lösung“ inklusive Radiator, Pumpe sowie Ausgleichsbehälter geliefert. Darüber hinaus ist die Radeon HD 3870 X2 Atomic von Haus aus leicht übertaktet, um dem potenziellen Kunden einen weiteren Kaufreiz zu geben.
Sapphire konnte uns freundlicherweise ein Exemplar der Radeon HD 3870 X2 Atomic (Limited Edition) für einen Test zur Verfügung stellen, das wir auf Herz und Nieren überprüfen werden. Lohnt sich die Wasserkühlung, oder sollte man doch lieber bei einem herkömmlichen Kühlsystem bleiben?
Die Karte
Schon die Verpackung der Karte sticht auf den ersten Blick unter allen anderen Konkurrenzprodukten hervor und auch die Ausstattung kann sich sehen lassen. Ebenfalls nicht von schlechten Eltern ist jedoch der Preis: Satte 450 Euro möchte der günstigste Anbieter [1] zur Zeit für das Modell haben. Zu viel, wie wir meinen. Die Grafikkarte, bei der es sich um eine zeitlich begrenzte Limited Edition handelt, ist in diversen Online-Shops erhältlich.
Sapphire verstaut den 3D-Beschleuniger der Atomic-Serie traditionell in einem großen Alu-Koffer. Die Innenausstattung ist gut gepolstert, sodass der Hardware selbst bei einem rauen Umgang nichts geschehen kann. Obwohl der Koffer nach der Installation höchstens noch sichtbar in der Ecke verstaubt, so ist es dennoch eine nette Idee des Herstellers, so seine Top-Karten zu „veredeln“.
Einmal ausgepackt, zeigt sich die Platine der Sapphire Radeon HD 3870 X2 Atomic im Referenzdesign eines herkömmlichen Modells. Das in Rot gehaltene PCB misst somit die übliche Länge von 28 cm – unter diesem Gesichtspunkt sind somit keine Probleme beim Einbau in ein Gehäuse zu erwarten. Problematischer könnte es dagegen beim Kühlsystem werden. Denn der Radiator fällt nicht gerade klein aus und es ist nötig, den Wärmetauscher in eine Halterung für einen 120-mm-Gehäuselüfter zu platzieren – falls dieser nicht vorhanden ist, sollte man lieber nach einer anderen Grafikkarte Ausschau halten.
Natürlich könnte man den Radiator, der mit einem 120-mm-Lüfter sowie mit diversen Kühllamellen bestückt ist, auch unter der Grafikkarte anbringen, allerdings nimmt dann die Kühlleistung rapide abnimmt – denn das Kühlsystem reagiert extrem empfindlich auf die Position des Radiators. Als wir diesen testweise auf den Boden des Gehäuses platzierten, schien kein oder kaum noch Wasser zu fließen und die GPU erreichte einen Temperaturwert von 115 Grad Celsius. Damit die im Radiator integrierte Lüftersteuerung, die weiterhin über den normalen Vier-Pin-Anschluss auf dem Grafikkarten-PCB geregelt wird, funktionieren kann, muss der Radiator mit einem 5-1/4-Zoll-Stromanschluss bestückt werden. Es ist nicht nötig den Radiator mit Wasser zu befüllen.
Der eigentliche Wasserkühler bedeckt neben der GPU den Speicher auf der Vorderseite der Sapphire Radeon HD 3870 X2 Atomic (der auf der Rückseite bleibt ungekühlt) sowie die Spannungswandler. Als Kühlmaterial verwendet man ausschließlich Aluminium.
Sapphire lässt die beiden RV670-GPUs mit 860 MHz (35 MHz schneller als das Referenzdesign der Multi-GPU-Karte) takten. Der 2 x 512 MB große Speicher von Samsung bestitzt eine Zugriffszeit von 1 ns und wird mit 931 MHz (Referenzdesign: 900 MHz) angesteuert. Dank der PowerPlay-Funktion takten sich die GPUs der Radeon HD 3870 X2 Atomic unter Windows auf 300 MHz herunter; der Speicher arbeitet weiterhin unverändert mit 931 MHz.
Sapphire geht bei der Ausstattung der Limited-Edition nur kleine Kompromisse ein: Neben einer Treiber-CD findet der Käufer den 3DMark06, PowerDVD7 von CyberLink sowie die „DVD Suite“ desselben Herstellers vor. Spiele sind nicht im Lieferumfang enthalten. Bei der Kabelausstattung gibt es nichts zu meckern. Neben zwei PCIe-Stromkabeln legt Sapphire zwei DVI-auf-D-SUB-, einen DVI-auf-HDMI-, einen S-Video-auf-YUF-Adapter, ein HDMI-Kabel sowie eine CrossFire-Bridge bei.
Benchmarks
Die folgenden Benchmarks wurden mit unserem neuen Testsystem [2] auf Basis eines Intel Core 2 Extreme QX9770 ermittelt. Dieser wird mit einem Takt von 4 GHz betrieben, um die Karten nicht unnötig auszubremsen. Als Treiber kam für alle Messungen (einschließlich Leistungsaufnahme und Lautstärke) der ForceWare 175.16 beziehungsweise der Catalyst 8.5 zum Einsatz.
1600x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Wie man anhand der Diagramme gut erkennen kann, fällt der Geschwindigkeitsunterschied zwischen der Radeon HD 3870 X2 und der Sapphire Radeon HD 3870 X2 Atomic im Rahmen der Erwartungen aus. So kann sich die limitierte Auflage von Sapphire im Durchschnitt um drei Prozent von dem Referenzdesign der Multi-GPU-Karte absetzen.
Damit kann sich die Sapphire Radeon HD 3870 X2 Atomic mit einem Vorsprung von 31 Prozent von der derzeit insgesamt schnellsten Single-GPU-Karte, der GeForce 9800 GTX, absetzen. Im Vergleich zur GeForce 9800 GX2 muss sich jedoch auch die Atomic geschlagen geben – hierbei muss man sogar anmerken, dass die von uns ausgesuchten Spielen den ATi-Karten besser liegen. Der durchschnittliche Rückstand auf die GeForce 9800 GX2 beträgt sieben Prozent.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Sonstige Messungen
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Es ist nicht einfach, die Lautstärke der Sapphire Radeon HD 3870 X2 Atomic zu messen. Ursache: Der Radiator beziehungsweise der integrierten Pumpe gibt je nach Position unterschiedliche und teils laute Ansauggeräusche von sich. Im unglücklichsten Fall kann die Pumpe das Wasser nicht ordentlich abtransportieren, womit sich die GPU immens aufhitzt und der Radiator dies durch eine höhere Lüfterdrehzahl versucht zu kompensieren. In der Situation liegt der maximale Schalldruck unter bei Last bei immensen 64 dB.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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In der Leistungsaufnahme geben sich die Radeon HD 3870 X2 und die Sapphire Radeon HD 3870 X2 Atomic nichts. Unter Windows liegt die Differenz bei gerade einmal einem einzigen Watt (was auch eine Messungenauigkeit sein kann) zu Gunsten des Referenzdesigns. Unter Last steigt die Differenz auf 15 Watt an (361 Watt, 376 Watt), was man mit den höheren Taktraten begründen kann.
Temperatur
Angaben in °C
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Aufgrund der Wasserkühlung kann sich die Atomic gut vom Referenzdesign absetzen. Unter Windows bleiben die beiden RV670-GPUs zwölf Grad kühler, während die Differenz unter Last auf sieben Grad zusammenschrumpft – dabei muss man aber anmerken, dass das Kühlsystem mit dem Lüfter um einiges lauter zu Werke geht. Auf der Chiprückseite gibt es keine Vorteile mehr durch die Wasserkühlung. Das Gegenteil ist der Fall: Man muss sich der ATi Radeon HD 3870 X2 mit Referenzdesign geschlagen geben, die mit dem zusätzlichen Luftstrom wohl das PCB effektiver kühlen kann.
Übertakten
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Obwohl die Sapphire Radeon HD 3870 X2 Atomic bereits von Haus aus mit höheren Taktraten daher kommt, ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Die Frequenzen der beiden RV670-GPUs lassen sich um weitere 58 MHz auf 918 MHz steigern, während der Samsung-Speicher gar ein Plus von knapp 100 MHz (1.026 lautet der Maximaltakt) mit macht. Die Leistungsstiegerung liegen bei etwa vier Prozent.
Fazit
Fassen wir zuerst die Besonderheiten der Sapphire Radeon HD 3870 X2 Atomic zusammen: Die Grafikkarte ist schneller als eine Radeon HD 3870 X2 im Referenzdesign, bleibt unter Last um einiges kühler und ist nichtsdestotrotz auch leiser, lässt sich weiter Übertakten, kommt mit einer guten Ausstattung in einem schicken Koffer daher und strahlt gleichzeitig aufgrund der limitierten Auflage einen besonderen Flair aus. Was die Grafikkarte aber ebenso hat, ist ein massiver Preis, der deutlich über dem einer herkömmlichen Radeon HD 3870 X2 liegt.
Satte 450 Euro möchte der günstigste Online-Shop [3] für die Atomic-Karte haben – viel zu viel. Für 80 Euro weniger Geld bekommt man bereits die schnellere GeForce 9800 GX2. Natürlich kann und soll die limitierte Auflage mehr als das Referenzdesign kosten, einen Aufpreis von etwa 200 Euro ist für das Sapphire-Modell jedoch übertrieben.
Sieht man von dem Kaufpreis einmal ab, bleibt eine Grafikkarte übrig, die sich ordentlich vom Referenzdesign absetzen kann. Die höhere Performance hat nur einen geringen Mehrwert, dafür arbeitet die Sapphire Radeon HD 3870 X2 Atomic aber um einiges leiser und bleibt dabei Kühler. Zusätzlich erhält man eine gute Ausstattung, mit der man den 3D-Beschleuniger an alle denkbaren Wiedergabegeräte anschließen kann. Die Wasserkühlung ist zwar nicht ganz unproblematisch, aber durchaus besser als des herkömmliche Kühlsystem – summa summarum ein empfehlenswertes Produkt, wenn der zu hohe Preis nicht wäre.















