Einleitung
Auch wenn in letzter Zeit aufgrund diverser Neuvorstellungen beinahe ausschließlich ATi im Rampenlicht bei Grafikkarten gestanden hat, war die Konkurrenz aus dem Hause Nvidia nicht untätig. So haben die Kalifornier unter anderem die GeForce GTX 260 überarbeitet (ComputerBase-Test [1]), diverse Low-End-Grafikkarten wie die GeForce 9400 GT sowie die GeForce 9500 GT auf den Markt gebracht und an der PhysX-Unterstützung weiter gearbeitet.
Wir wollen uns heute einer Nvidia-Karte widmen, die im Mid-Range-Segment platziert ist und dort gegen die Radeon HD 4670 kämpft. Die Rede ist von der GeForce 9600 GSO, die mit den Referenzvorgaben von Nvidia ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem ATi-Beschleuniger führt. Jedoch gibt es abseits des Standard-Modells viele Partnerkarten, die sich teils deutlich von einer normalen GeForce 9600 GSO absetzen.
So gibt es nicht nur 384-MB-, sondern ebenfalls 768-MB-Versionen. Diverse Kühlsysteme sowie unterschiedliche Taktraten sind genauso mit von der Partie. Als Testkandidat haben wir uns für die XFX GeForce 9600 GSO 680M XXX entschieden, da dies die schnellste im Handel befindliche GeForce 9600 GSO ist. Die 384-MB-Karte kommt darüber hinaus mit einem leicht modifizierten Kühlsystem daher. Ob das reichen wird, den Aufpreis zu rechtfertigen, werden wir auf den folgenden Seiten klären.
Die Karte
Nachdem die GeForce 9600 GSO zu den Anfängen ihrer Zeit kein direktes Konkurrenzprodukt hatte und eher nur als Notlösung galt, wenn das Geld nicht für eine GeForce 9600 GT ausreichte, spielt die Grafikkarte nun nach der Präsentation der ATi Radeon HD 4670 eine sehr wichtige Rolle im Produktportfolio von Nvidia. Heute sehen wir uns die XFX GeForce 9600 GSO 680M XXX etwas genauer an, die im Handel mit den derzeit angesetzten 81 Euro teilweise weniger kostet als Referenzkarten anderer Hersteller.
XFX färbt bei der GeForce 9600 GSO 680M XXX das PCB in Schwarz, was der Karte ein nobles Aussehen gibt. Die Platine misst eine Länge von 22 cm und ist somit ein gutes Stück länger als die einer Radeon HD 4670. Nichtsdestotrotz sollte es keinerlei Schwierigkeiten beim Einbau in ein gewöhnliches Gehäuse geben. Die Vorderseite des PCB ist mit diversen Bauteilen bestückt, während die Rückseite deutlich mehr Freiräume bietet.



Als Kühlsystem setzt XFX eine Single-Slot-Variante ein, weswegen der nächstgelegene PCI- oder PCIe-Slot immer noch verwendbar ist. Als Kühlmaterial nutzt der für die übertakteten 3D-Beschleuniger bekannte Hersteller ausschließlich teures, aber effektives Kupfer, weswegen die Grafikkarte schwerer ist als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Auf der Kühlplatte, die direkt mit der GPU verbunden ist, sind mehrere recht feine Kühllamellen angebracht, die den Wärmetransport verbessern.



Als Lüfter vertraut XFX bei der GeForce 9600 GSO 680M XXX auf ein 55 mm großes Radial-Exemplar, das die kühle Luft aus dem Gehäuse anzieht, über die Lamellen und anschließend wieder aus dem Kühlsystem hinaus pustet. XFX verwendet auf dem 3D-Beschleuniger eine Lüftersteuerung, die aber nur bedingt überzeugen kann – später dazu mehr. Die G92-GPU wird von 555 MHz um satte 123 MHz auf 678 MHz übertaktet. Die Shadereinheiten arbeiten anstatt mit 1.350 MHz mit 1.674 MHz. Auch der 384 MB große GDDR3-Speicher, der von Samsung mit einer Zugriffszeit von einer Nanosekunde hergestellt wird, ist mit einem Plus von 150 MHz (950 MHz) stark übertaktet.



Für einen einwandfreien Betrieb muss man den 3D-Beschleuniger mit einem 6-Pin-Stromanschluss verbinden. XFX stattet ihre Adaption der GeForce 9600 GSO standardmäßig mit zwei Dual-Link-DVI- sowie einem S-Video-Ausgang aus. Die Kabelausstattung der GeForce 9600 GSO 680M XXX ist durchschnittlich. XFX legt der Karte ein Strom- sowie ein S-Video-Kabel und zwei DVI-auf-D-SUB- sowie einen S-Video-auf-YUV-Adapter bei. Die Softwarebeilagen sind zwar nicht umfangreich, aber dennoch gut, da man in dem Karton neben einer Treiber-CD noch das hochwertige Spiel Company of Heroes vorfindet.
Benchmarks
Die folgenden Benchmarks wurden mit unserem Testsystem [2] auf Basis eines Intel Core 2 Extreme QX9770 ermittelt. Dieser wird mit einem Takt von 4 GHz betrieben, um die Karten nicht unnötig auszubremsen. Als Treiber kam für alle Messungen (einschließlich Leistungsaufnahme und Lautstärke) der ForceWare 177.92 beziehungsweise der Catalyst 8.8 (spezielle Presse-Version) zum Einsatz.
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Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Auch wenn es bei modernen GPUs zumeist möglich ist, die Taktfrequenzen signifikant zu erhöhen, fällt die Übertaktung ab Werk meistens recht gering aus. So erreichen nur die wenigsten Partnerkarten einen Performanceschub von zehn Prozent oder mehr. Anders dagegen die GeForce 9600 GSO 680M XXX, bei der XFX anscheinend sämtliche Bremsen gelöst hat. Die Grafikkarte rendert im Durchschnitt um satte 20 Prozent schneller als das Referenzdesign einer GeForce 9600 GSO und man schafft es damit sogar, sich um zwei Prozent von der GeForce 9600 GT abzusetzen! Die Radeon HD 4670 liegt mit einer Differenz von 24 Prozent abgeschlagen zurück, kostet dafür aber auch noch etwas weniger.
Da die Taktraten auf der GeForce 9600 GSO 680M XXX prozentual unterschiedlich gestiegen sind und die Spiele je nach Engine differenzierte Anforderungen haben, gibt es in den Applikationen größere Unterschiede bezüglich der höheren Geschwindigkeit. So hat die XFX-Karte ihre Sternstunde in Call of Juarez mit aktiviertem Anti-Aliasing sowie der anisotropen Filterung, wo sich der 3D-Beschleuniger um 24 Prozent vom Referenzdesign absetzen kann. Das schlechteste Ergebnis erzielt die Grafikkarte Call of Duty 4 sowie Call of Juarez, dieses Mal ohne die beiden qualitätssteigernden Features. Dort liegt die Differenz bei geringeren 18 Prozent.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Sonstige Messungen
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Bezüglich der Lautstärke gibt es bei der GeForce 9600 GSO 680M XXX unter Windows nichts zu meckern. Die Lüftersteuerung lässt den Lüfter sehr langsam drehen, weswegen die Karte einen Messwert von geringen 44 Dezibel erreicht. Die Radeon HD 4670 schafft es zwar auf bessere 43,5 Dezibel, jedoch kann man mit dem menschlichen Gehör keinen Unterschied feststellen. Anders dagegen unter Last, wo der Lüfter deutlich schneller dreht und der XFX-Karte einen schlechten Wert von zu lauten 55 Dezibel beschert. Selbst beim aktiven Spielen stört der Geräuschpegel.
Temperatur
Angaben in °C
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Da der Lüfter der GeForce 9600 GSO 680M XXX unter Windows sehr langsam dreht, sind die Temperaturen entsprechend hoch. Allerdings sind moderne GPUs für eine große Hitze entwickelt worden, weswegen es keinerlei Probleme im Dauerbetrieb geben sollte. Unter Windows messen wir maximal 74 Grad Celsius. Im Vergleich dazu bleibt eine GeForce 9600 GT mit 44 Grad spürbar kälter. Unter Last erhöht sich die Temperatur auf 83 Grad Celsius, womit man noch weit unter der magischen 100-Grad-Grenze liegt. Auf der Chiprückseite erreicht die Karte maximal 56 Grad Celsius.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Um die deutlich gestiegenen Taktraten auf der GeForce 9600 GSO 680M XXX zu ermöglichen, musste XFX anscheinend massiv die Spannungen anheben. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass die Grafikkarte schon unter Windows mit einem Wert von 165 Watt zehn Watt mehr aus der Steckdose als das Referenzdesign zieht (gemeint ist der gesamte PC). Unter Last vergrößert sich die Differenz auf 26 Watt, was den Gesamtverbrauch auf 270 Watt steigert. Eine GeForce 9600 GT ist mit 224 Watt deutlich stromsparender.
Übertakten
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Obwohl XFX auf der GeForce 9600 GSO 680M XXX massiv an der Taktschraube gedreht hat, ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. So konnten wir die TMU-Domäne um weitere 47 MHz auf 725 MHz übertakten, bevor es zu ersten Bildfehlern gekommen ist. Die Shaderdomäne machte noch ein Plus von 108 MHz mit, was einem Maximaltakt von 1.782 MHz entspricht. Den 384 MB großen GDDR3-Speicher konnten wir um 151 MHz auf 1.101 MHz übertakten. Die Performance des 3D-Beschleunigers stieg so um weitere elf Prozent.
Fazit
XFX fährt bei der GeForce 9600 GSO 680M XXX schlagkräftige Geschütze auf, um sich von der Konkurrenz sowie dem Referenzdesign der GeForce 9600 GSO absetzen zu können. Und es gelingt dem Hersteller ohne Zweifel. Dabei setzt man einzig und allein auf ein altbewährtes Mittel: Anstatt mit mehr Speicher, einem komplett anderen Kühlsystem oder sonstigem Zusatz zu punkten, wechselt man das Material beim Kühler und erhöht die Taktraten – und das massiv.
Im Durchschnitt vermag sich die GeForce 9600 GSO 680M XXX so um satte 20 Prozent vom Referenzdesign abzusetzen. Das ist ohne Zweifel die höchste Performancesteigerung, die wir selbst jemals bei einer modifizierten Partnerkarte gemessen haben. Der 3D-Beschleuniger schafft es sogar, sich um zwei Prozent vor die GeForce 9600 GT zu setzen. Die Radeon HD 4670 hat man locker im Griff.
Doch wir haben nicht nur Positives über die Grafikkarte zu berichten. So dreht der Lüfter unter Last ordentlich auf und agiert mit einem (zu) hohen Geräuschpegel. Zudem ist die Leistungsaufnahme deutlich höher als bei dem Referenzdesign, was vermutlich durch eine höhere Spannung zu erklären ist.
Aktuell kostet die XFX GeForce 9600 GSO 680M XXX mit 81 Euro rund 13 Euro mehr als die günstigste Standardkarte, wobei der Großteil der Referenzkarten im Preis nur knapp darunter oder gar noch darüber liegt. Die GeForce 9600 GT kostet mit mindestens 94 Euro abermals 13 Euro mehr, ist ungefähr gleich schnell, besitzt einen größeren Speicher, eine niedrigere Leistungsaufnahme sowie einen leiseren Lüfter. Die persönliche Gewichtung der verschiedenen Eigenschaften sollte über den Kauf entscheiden.

