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Test: GeForce 180.47 in fünf Spielen

von Wolfgang Andermahr

Einleitung

Zitat

Stellungnahme:
Da in den Kommentaren wilde Verschwörungstheorien aufgekommen sind und wir uns mehrfach mit dem Vorwurf von Nvidia gekauft worden zu sein, konfrontiert sehen, möchten wir eine klärende Stellungnahme abgeben. Wir wurden weder für das Erstellen des Artikels noch für die Ergebnisse im Artikel von Nvidia bezahlt. Nvidia hat lediglich die noch nicht verfügbaren Treiber sowie noch nicht verfügbare Spiele bereitgestellt. Natürlich findet zwischen uns und den Herstellern immer ein reger Meinungs- und Gedankenaustausch statt, auf die Ergebnisse unserer Messungen hat jedoch kein Hersteller jemals Einfluss.

Der Umstand, dass mehrere, vergleichbare Artikel fast zeitgleich in unterschiedlichen Publikationen erschienen sind, ist durch die Aufhebung des NDAs seitens Nvidias für den neuen GeForce 180.48 um genau 15:00 Uhr, dem Veröffentlichungstermin unseres Artikels, zu erklären. Da der neue Treiber Optimierungen für die in diesem Test eingesetzten Spiele und Grafikkarten aufweist, wurden die fünf getesteten Spiele in Absprache mit Nvidia für den Test herangezogen. Nvidia war insofern am Artikel beteiligt, als dass von ihnen die grundsätzliche Idee stammte. Da der Benchmarkparcours aufgrund seiner Aktualität und Zusammenstellung sehr interessant ist, haben wir für unsere Leser in dieser, sicherlich von Nvidia nicht ohne Grund getroffenen Auswahl einen Mehrwert gesehen – zumal die in keiner Weise geschönten Testergebnisse von uns unabhängig ermittelt wurden. Auch die Qualitätseinstellungen wurden von Nvidia nicht, wie von vielen spekuliert, vorgegeben. Nicht vergessen sollte man jedoch, worauf wir im Fazit bereits hingewiesen haben: Es handelt sich um eine kleine Auswahl von Spielen, andere Spiele können ein völlig anderes Ergebnis liefern und ATi kann das Blatt mit einem neuen Treiber durchaus wieder wenden, da vier der fünf Spiele aus Nvidias „The Way It's Meant To Be Played“-Programm stammen und der neue Treiber somit bereits vorab auf sie abgestimmt wurde. Gleichzeitig zeigt der Artikel aber auch, welchen Vorteil Spieler mitunter aus Nvidias Programm ziehen können; optimierte Treiber direkt bei Veröffentlichung des Titels. Darüber hinaus soll dieser Artikel nicht als grundlegender Grafikkartentest eingeordnet werden. Hierfür verweisen wir weiterhin auf unseren Test der Nvidia GeForce 260 (216 Shader) [1].

Sobald ATi einen aktualisierten, möglicherweise auf diese Spiele angepassten Treiber herausgebracht hat, werden wir den Test mit exakt identischem Aufbau und Einstellungen wiederholen.

Die verständlicherweise Vermutungen anfachende, völlig unzureichende Informationspolitik unsererseits bitten wir vielmals zu entschuldigen!

Auch wenn aufgrund des immer noch relativ warmen Wetters die Weihnachtsstimmung sicherlich nur bei den wenigsten ausgebrochen ist, dauert es nicht mehr allzu lange, bis das Fest der Liebe (und Geschenke) erneut vor der Tür steht. Dementsprechend werden sicherlich nicht nur einige unserer Leser ein paar Tage verdienten Urlaub genießen, sondern sich darüber hinaus Gedanken machen, wie man abseits des Urlaubs die freie Zeit nutzen kann.

Ein neues PC-Spiel zur Unterhaltung wäre sicherlich keine schlechte Idee, zumal zum Ende eines Jahres einige „Blockbuster“ den Weg in die Ladenregale gefunden haben, die durchaus spielenswert sind. So sind, neben noch vielen weiteren Titeln, die Actionspiele Call of Duty 5, Dead Space, Fallout 3, Far Cry 2 und Left 4 Dead fertig geworden, die nicht nur technisch, sondern vor allem spielerisch überzeugen können.

Spieletest

Wenn einen das Genre anspricht, stellt sich natürlich ebenso die Frage, ob der heimische PC schnell genug für die Spiele ist. Falls nein, hilft es in vielen Fällen die Grafikkarte auszutauschen, solange die restlichen Komponenten einigermaßen auf der Höhe der Zeit sind. Zu den beliebtesten Modellen, da sie eine gute Leistung trotz nicht allzu hoher Kosten bieten, gehören die Radeon HD 4870 1.024 MB von ATi sowie die überarbeitete GeForce GTX 260 mit 216 Shadereinheiten von Nvidia. Nicht vergessen darf man natürlich ebenso die günstigeren Modelle Radeon HD 4850 sowie GeForce 9800 GTX+, die um die Preis-Leistungs-Krone kämpfen.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei ATi, EVGA sowie Nvidia bedanken, ohne deren Unterstützung dieser Artikel nicht hätte zustande kommen können. Wie also laufen die fünf Top-Actionspiele auf den oben genannten 3D-Beschleunigern? Welcher von ihnen ist die richtige Wahl? Dies werden wir auf den folgenden Seiten klären.

Grafikkarten und Testsystem

Um die Performancemessungen in den fünf Spielen durchzuführen, nutzen wir das aktuelle Testsystem für Grafikkarten [2]. Als Grafik-Untersatz nutzen wir jeweils zwei 3D-Beschleuniger von ATi sowie Nvidia. Die Treiber sind dabei auf dem neusten Stand (Catalyst 8.11, GeForce 180.47) gebracht, ebenso die Installation von Windows Vista x64. Als Auflösungen haben wir uns für 1680x1050, 1920x1200 sowie 2560x1600 mit aktiviertem vierfachen Anti-Aliasing sowie 16-facher anisotroper Filterung entschieden, da bereits viele Spieler Widescreen-Monitore einsetzen und zudem die Spiele nicht allzu GPU-lastig sind. Die Detail-Stufe ist durchgängig auf das Maximum gesetzt.

Auf Seiten ATis nutzen wir die Radeon HD 4850 mit den Referenztaktraten sowie einem 512 MB großen Speicher, die sicherlich bei vielen Spielern ganz oben auf der Wunschliste steht. Einige Exemplare sind derzeit für angemessene 135 Euro erhältlich. Wenn es etwas teurer sein darf, ist die Radeon HD 4870 mit einem 1.024 MB großen GDDR5-Speicher eine Überlegung wert. Die Karte ist spürbar schneller als der kleinere Bruder, kostet mit 240 Euro aber ein gutes Stück mehr.

Der direkte Konkurrent der Radeon HD 4850 ist die GeForce 9800 GTX+, die Nvidia kurzfristig zum Launch der ATi-Karte aus der Trickkiste gezaubert hat. Der 3D-Beschleuniger setzt auf den im 55-nm-Prozess gefertigten G92b-Chip und treibt die Frequenzen auf ein Maximum. Ein Standardmodell wechselt für 150 Euro den Besitzer. Eine Preisklasse höher hat Nvidia die noch recht neue GeForce GTX 260 mit 216 Shadereinheiten platziert. Die Karte kostet mit 245 Euro minimal mehr als der direkte Konkurrent, ist des Öfteren allerdings auch etwas schneller.

Für die Testreihen haben wir auf eine von Haus aus übertaktete GeForce GTX 260 von EVGA zurückgegriffen (669/1.404/1.152 MHz), die auf die genaue Bezeichnung „GeForce GTX 260 Core 216 SSC“ hört. Die Karte ist in Deutschland aktuell noch nicht erhältlich, jedoch haben wir die Ergebnisse nichtsdestotrotz zusätzlich zu den Ergebnissen mit Referenztakt in die Diagramme aufgenommen. Wann der 3D-Beschleuniger im Handel käuflich sein wird, ist noch unbekannt. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass der Preis ein gutes Stück über der Standard-Karte von EVGA liegen wird.

Spiele-Benchmarks

Call of Duty 5

Der neueste Spross aus der bekannten „Call of Duty“-Reihe namens World at War ist wieder einmal im zweiten Weltkrieg angesiedelt, und zeigt unter anderem den Kampf der Amerikaner gegen die Asiaten. Dabei schaut man sich viel von dem sehr erfolgreichen und beliebten Vorgänger Call of Duty 4 ab, was zwar nicht ganz so gut geklappt, aber immer noch zu einem sehr guten Spiel gereicht hat. Doch nicht nur spielerisch weiß der First-Person-Shooter zu gefallen, auch technisch macht man einen kleinen Schritt nach vorne – und das, obwohl man immer noch dieselbe Grafikengine wie in Call of Duty 2 benutzt. Optisch liegt Call of Duty 5 jedoch auf einem vollkommen anderen Niveau: Schicke Shadereffekte sowie ein intelligenter Parallax-Mapping-Einsatz vertuschen die teils etwas schwachen Texturen. Schon Call of Duty 2 konnte beim Erscheinen mit einer einzigartigen Rauchdarstellung punkten; Call of Duty 5 steht dem zweiten Teil der Serie diesbezüglich in nichts nach und kommt mit einer Rauchpräsentation daher, die zu beeindrucken weiß. Auf Direct3D-10-Unterstützung muss man aber verzichten: Call of Duty 5 setzt noch alleinig auf den Vorgänger Direct3D 9.

Als Testsequenz nutzen wir die siebte Mission, bei der man zu Beginn auf einem Panzer sitzt, dann jedoch angegriffen wird und ein heftiger Kampf ausbricht. Die Feuereffekte sind dabei in Kombination mit der Landschaft nicht nur sehr GPU-fordernd, sondern wohl auch die intensivste Situation im ganzen Spiel. Wenn diese Szene flüssig läuft, sollten auch die restlichen Missionen keinerlei Schwierigkeiten bereiten.

Call of Duty 5 - 1920x1200 4xAA/16xAF

 Maximal:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
53,0
Nvidia GeForce GTX 260 216
47,0
ATi Radeon HD 4870 1GB
39,0
Nvidia GeForce 9800 GTX+
39,0
ATi Radeon HD 4850
31,0
 Durchschnitt:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
44,1
Nvidia GeForce GTX 260 216
39,1
ATi Radeon HD 4870 1GB
32,5
Nvidia GeForce 9800 GTX+
32,3
ATi Radeon HD 4850
25,7
 Minimal:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
27,0
Nvidia GeForce GTX 260 216
22,0
ATi Radeon HD 4870 1GB
18,0
Nvidia GeForce 9800 GTX+
15,0
ATi Radeon HD 4850
12,0
Call of Duty 5 - 1680x1050 4xAA/16xAF Call of Duty 5 - 1920x1200 4xAA/16xAF Call of Duty 5 - 2560x1600 4xAA/16xAF

Dead Space

Mit Dead Space trauen sich die Entwickler erneut in das Horror-Segment und schocken mit dem Spiel ohne Zweifel die meisten Käufer. Denn seit dem erfolgreichen Titel F.E.A.R. hat man sich wohl nicht mehr so sehr und vor allem so gut gefürchtet wie bei Dead Space. Im Spiel trifft man dabei auf diverse rennende, krabbelnde oder hängende Gegner, die man möglichst schnell um die Ecke bringen sollte, falls man das Spiel überleben möchte. Die Atmosphäre ist in Dead Space sehr gut gelungen, was unter anderem an der ansehnlichen Grafik liegt. Diese stellt dennoch nicht allzu hohe Anforderungen an die Hardware, was meistens in sehr hohen FPS-Zahlen resultiert. Als Testsequenz bewegen wir uns 60 Sekunden lang in einem recht anspruchsvollen Raum.

Dead Space - 1920x1200 4xAA/16xAF

 Maximal:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
193,0
Nvidia GeForce GTX 260 216
171,0
Nvidia GeForce 9800 GTX+
151,0
ATi Radeon HD 4870 1GB
115,0
ATi Radeon HD 4850
85,0
 Durchschnitt:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
146,2
Nvidia GeForce GTX 260 216
127,7
Nvidia GeForce 9800 GTX+
110,9
ATi Radeon HD 4870 1GB
87,6
ATi Radeon HD 4850
65,9
 Minimal:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
116,0
Nvidia GeForce GTX 260 216
89,0
Nvidia GeForce 9800 GTX+
83,0
ATi Radeon HD 4870 1GB
71,0
ATi Radeon HD 4850
53,0
Dead Space - 1680x1050 1xAA/16xAF Dead Space - 1920x1200 4xAA/16xAF Dead Space - 2560x1600 1xAA/16xAF

Fallout 3

Fallout 3 ist ein preisgekröntes Rollenspiel, welches die postapokalyptische Welt rund um Washington D.C. für den Spieler zugänglich macht. Der Spieler erwacht dabei aus dem Dornröschenschlaf tief in einem unterirdischen Atomschutzbunker, der 200 Jahre lang die Heimat vieler Menschen war. Auf der Suche nach seinem Vater muss der Spieler den sicheren Bunker verlassen und sich in das unsichere, fast komplett zerstörte Umland der ehemaligen Hauptstadt der USA aufmachen.

Grafisch setzt Fallout 3 zwar keine neuen Maßstäbe, sieht optisch aber dennoch annehmbar aus. Vor allem durch eine gute Weitsicht sowie einigen detaillierten Texturen weiß Fallout 3 zu gefallen. Ein Vorteil von der nicht ganz so hohen grafischen Qualität ist eine sehr gute Performance, die das Spiel selbst auf schwächeren Rechnern noch flüssig laufen lässt. Als Testsequenz verwenden wir eine 60 Sekunden lange Szene, in der wir eine große Explosion sehen und des Öfteren beschossen werden.

Fallout 3 - 1920x1200 4xAA/16xAF

 Maximal:
ATi Radeon HD 4870 1GB
103,0
Nvidia GeForce GTX 260 216
102,0
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
102,0
Nvidia GeForce 9800 GTX+
98,0
ATi Radeon HD 4850
81,0
 Durchschnitt:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
82,6
Nvidia GeForce GTX 260 216
78,8
ATi Radeon HD 4870 1GB
74,9
Nvidia GeForce 9800 GTX+
70,3
ATi Radeon HD 4850
56,8
 Minimal:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
52,0
Nvidia GeForce GTX 260 216
46,0
Nvidia GeForce 9800 GTX+
41,0
ATi Radeon HD 4870 1GB
36,0
ATi Radeon HD 4850
31,0
Fallout 3 - 1680x1050 4xAA/16xAF Fallout 3 - 1920x1200 4xAA/16xAF Fallout 3 - 2560x1600 4xAA/16xAF

Far Cry 2

Auch wenn der bekannte Vorgänger Far Cry noch von dem deutschen Unternehmen Crytek (nun Crysis und Crysis Warhead) entwickelt worden ist, so hat UbiSoft die Marke Far Cry nicht fallen gelassen, sondern einen zweiten Teil entwickelt, der mit dem ursprünglichen Spiel jedoch nicht mehr viel gemeinsam hat. Gleich geblieben, wenn auch auf nicht ganz so hohem Niveau, ist jedoch eine sehr gute Technik, die Afrika in frischem Glanz erscheinen lässt. Dazu hat UbiSoft mit Dunia eine völlig neue Engine entworfen, die auf dem aktuellen Stand der Technik ist. Dunia ist gar ein Direct3D-10.1-Renderer, der bei GPUs von niedrigerem Technikstand auf die Direct3D-10-API umschaltet, dort dann jedoch (zumindest auf GeForce-Karten) einige Fähigkeiten nutzt, um dennoch normales MS-Anti-Aliasing darstellen zu können. Wir verwenden von Far Cry 2 das integrierte Benchmark-Tool und testen das Spiel mit der Small-Flyby-Sequenz.

Far Cry 2 - 1920x1200 4xAA/16xAF

 Maximal:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
64,0
Nvidia GeForce GTX 260 216
56,0
ATi Radeon HD 4870 1GB
53,0
Nvidia GeForce 9800 GTX+
33,0
ATi Radeon HD 4850
26,0
 Durchschnitt:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
46,1
Nvidia GeForce GTX 260 216
40,4
ATi Radeon HD 4870 1GB
37,5
Nvidia GeForce 9800 GTX+
22,8
ATi Radeon HD 4850
17,4
 Minimal:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
37,0
Nvidia GeForce GTX 260 216
31,0
ATi Radeon HD 4870 1GB
27,0
Nvidia GeForce 9800 GTX+
13,0
ATi Radeon HD 4850
11,0
Far Cry 2 - 1680x1050 4xAA/16xAF Far Cry 2 - 1920x1200 4xAA/16xAF Far Cry 2 - 2560x1600 4xAA/16xAF

Left 4 Dead

In Left 4 Dead geht es primär (oder eigentlich ausschließlich) um Zombies – viele Zombies. Das durch die Half-Life-Reihe bekannt gewordene Entwicklerteam Valve wagt sich mit Left 4 Dead an einen ziemlich simplen und linearen, aber unter anderem gerade deswegen sehr spaßigen Zombie-Shooter, der unter anderem einen gelungenen Multiplayer-Modus aufweist. Left 4 Dead greift als Untersatz auf die Source-Engine zurück, die trotz der häufigen Überarbeitungen mittlerweile etwas angestaubt wirkt. Deswegen läuft das Spiel aber auch auf den meisten Rechnern einwandfrei. Als Testsequenz nutzen wir eine Timedemo, da es im Spielverlauf von Left 4 Dead sehr schwer ist, eine reproduzierbare und anspruchsvolle Testszene zu erstellen.

Left 4 Dead - 1920x1200 4xAA/16xAF

 Maximal:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
141,0
Nvidia GeForce GTX 260 216
122,0
ATi Radeon HD 4870 1GB
103,0
Nvidia GeForce 9800 GTX+
102,0
ATi Radeon HD 4850
81,0
 Durchschnitt:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
81,0
Nvidia GeForce GTX 260 216
70,3
ATi Radeon HD 4870 1GB
60,0
Nvidia GeForce 9800 GTX+
58,8
ATi Radeon HD 4850
46,6
 Minimal:
EVGA GeForce GTX 260 216 SSC
46,0
Nvidia GeForce GTX 260 216
40,0
ATi Radeon HD 4870 1GB
35,0
Nvidia GeForce 9800 GTX+
35,0
ATi Radeon HD 4850
26,0
Left 4 Dead - 1680x1050 4xAA/16xAF Left 4 Dead - 1920x1200 4xAA/16xAF Left 4 Dead - 2560x1600 4xAA/16xAF

Fazit

Eine gute Nachricht vorweg: Einige der aktuellen Topspiele sind nicht allzu hardwarehungrig und selbst langsamere PCs sollten mit den Titeln ohne größere Schwierigkeiten und optische Einbußen zurecht kommen. Zwar stellt Far Cry 2 und bedingt Call of Duty 5 diesbezüglich eine Ausnahme dar, die anderen Spiele sind aber spürbar schonender für die Grafikkarte und den Hauptprozessor.

Normalerweise gibt es zwischen der Radeon HD 4870 von ATi sowie Nvidias GeForce GTX 260 (216 ALUs) einen engen Zweikampf. Dieser will in den fünf getesteten Spielen aber nicht so wirklich aufkommen, da die Nvidia-Karte beinahe durchgängig ihre Nase mehr als nur ein klein wenig vorne hat. Am engsten geht es noch in Far Cry 2 zu, wo sich die Radeon HD 4870 recht knapp der GeForce GTX 260 216 geschlagen geben muss. Dasselbe gilt für die Radeon HD 4850 gegen die GeForce 9800 GTX+. In 2560x1600 kann erstere zwar vorbeiziehen, die FPS-Bereiche sind aber absolut unspielbar.

In Call of Duty 5 ist die Radeon HD 4870 dann chancenlos und agiert nur auf dem Niveau der GeForce 9800 GTX+. Auch die Radeon HD 4850 hat in diesem Fall gegen die kleinere GeForce-Karte keine Chance, unabhängig von der Qualitätseinstellung. In Dead Space sind die Frameraten extrem hoch und selbst in 2560x1600 bleibt das Spiel mit einer Radeon HD 4850 immer noch akzeptabel spielbar. Im Duell gegeneinander zieht jedoch auch im Horror-Shooter die Radeon-Fraktion klar den Kürzeren. Die GeForce 9800 GTX+ rendert gar schneller als die Radeon HD 4870.

Spieletest

In Fallout 3 liegen die Spitzenmodelle nah beieinander. Die GeForce GTX 260 216 hat zwar die Nase vorn, in der Praxis wird man dies jedoch nur selten merken. Einzig in 2560x1600 kann sich die GeForce-GTX-200-Karte etwas besser absetzen. Außer in 2560x1600, wofür die Grafikkarten aber zu langsam sind, hat die Radeon HD 4850 gegen die GeForce 9800 GTX+ jedoch das Nachsehen. In Left 4 Dead rückt die ATi-Fraktion näher an die GeForce-Konkurrenten heran, bleiben allerdings abermals hinter der Performance der Nvidia-GPUs zurück.

In den fünf getesteten Spielen bleibt eigentlich kein Zweifel, welche Grafikkarten die stärkeren sind. Die GeForce GTX 260 216 ist mittlerweile gleich teuer wie die Radeon HD 4870 1GB und mit knapp 250 Euro immer noch bezahlbar und zudem durch die Bank schneller als das Konkurrenzprodukt. Darüber hinaus soll es Anfang nächsten Jahres die ersten modernen Spiele geben, die PhysX auf der GPU berechnen und so einen derzeit noch schwer einzuschätzenden Vorteil haben könnten. Das muss man aber noch abwarten.

Die von Haus aus übertaktete GeForce-Karte aus dem Hause EVGA (GeForce GTX 260 Core 216 SCC) zieht gar noch ein Stückchen weiter davon und agiert beinahe bereits in den Geschwindigkeitsregionen einer GeForce GTX 280. Man muss aber anmerken, dass der Preis natürlich ein gutes Stückchen über dem des Standardmodells liegt.

Ebenso setzt sich die GeForce 9800 GTX+ meistens gegen die Radeon HD 4850 durch, so dass unsere Empfehlung ebenfalls zu der GeForce-Karte tendiert. Der geringe Aufpreis von rund 15 Euro wird durch die höhere Performance wieder wettgemacht.

Die Messergebnisse haben wir insgesamt mit Erstaunen hingenommen. Während in den meisten anderen Spielen die ATi-Karten gleichauf mit der Konkurrenz liegen, haben diese in den fünf neueren Spielen durchgängig das Nachsehen. Warum dies so ist, bleibt aber zunächst ein Geheimnis und man sollte bedenken, dass diese fünf Spiele nur eine kleine Auswahl einer breiten Masse darstellen und die Ergebnisse somit nicht auf andere neue Spiele übertragen werden können. Eventuell gibt es auch noch großes Optimierungspotenzial im Catalyst-Treiber, da dieser anders als der neue Treiber von Nvidia im Rahmen des TWIMTBP-Porgramms noch nicht auf die Spiele abgestimmt wurde, vielleicht liegt den neuen Spielen die GeForce-Architektur aber auch einfach besser.

Stellungnahme

Da in den Kommentaren wilde Verschwörungstheorien aufgekommen sind und wir uns mehrfach mit dem Vorwurf von Nvidia gekauft worden zu sein, konfrontiert sehen, möchten wir eine klärende Stellungnahme abgeben. Wir wurden weder für das Erstellen des Artikels noch für die Ergebnisse im Artikel von Nvidia bezahlt. Nvidia hat lediglich die noch nicht verfügbaren Treiber sowie noch nicht verfügbare Spiele bereitgestellt. Natürlich findet zwischen uns und den Herstellern immer ein reger Meinungs- und Gedankenaustausch statt, auf die Ergebnisse unserer Messungen hat jedoch kein Hersteller jemals Einfluss.

Der Umstand, dass mehrere, vergleichbare Artikel fast zeitgleich in unterschiedlichen Publikationen erschienen sind, ist durch die Aufhebung des NDAs seitens Nvidias für den neuen GeForce 180.48 um genau 15:00 Uhr, dem Veröffentlichungstermin unseres Artikels, zu erklären. Da der neue Treiber Optimierungen für die in diesem Test eingesetzten Spiele und Grafikkarten aufweist, wurden die fünf getesteten Spiele in Absprache mit Nvidia für den Test herangezogen. Nvidia war insofern am Artikel beteiligt, als dass von ihnen die grundsätzliche Idee stammte. Da der Benchmarkparcours aufgrund seiner Aktualität und Zusammenstellung sehr interessant ist, haben wir für unsere Leser in dieser, sicherlich von Nvidia nicht ohne Grund getroffenen Auswahl einen Mehrwert gesehen – zumal die in keiner Weise geschönten Testergebnisse von uns unabhängig ermittelt wurden. Auch die Qualitätseinstellungen wurden von Nvidia nicht, wie von vielen spekuliert, vorgegeben. Nicht vergessen sollte man jedoch, worauf wir im Fazit bereits hingewiesen haben: Es handelt sich um eine kleine Auswahl von Spielen, andere Spiele können ein völlig anderes Ergebnis liefern und ATi kann das Blatt mit einem neuen Treiber durchaus wieder wenden, da vier der fünf Spiele aus Nvidias „The Way It's Meant To Be Played“-Programm stammen und der neue Treiber somit bereits vorab auf sie abgestimmt wurde. Gleichzeitig zeigt der Artikel aber auch, welchen Vorteil Spieler mitunter aus Nvidias Programm ziehen können; optimierte Treiber direkt bei Veröffentlichung des Titels. Darüber hinaus soll dieser Artikel nicht als grundlegender Grafikkartentest eingeordnet werden. Hierfür verweisen wir weiterhin auf unseren Test der Nvidia GeForce 260 (216 Shader) [3].

Sobald ATi einen aktualisierten, möglicherweise auf diese Spiele angepassten Treiber herausgebracht hat, werden wir den Test mit exakt identischem Aufbau und Einstellungen wiederholen.

Die verständlicherweise Vermutungen anfachende, völlig unzureichende Informationspolitik unsererseits bitten wir vielmals zu entschuldigen!

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/grafikkarten/2008/test_nvidia_geforce_gtx_260_216_shader/
  2. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/grafikkarten/2008/test_ati_radeon_hd_4830_nachtest/2/#abschnitt_testsystem
  3. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/grafikkarten/2008/test_nvidia_geforce_gtx_260_216_shader/
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