Einleitung
Die Kritik an der Leistungsaufnahme der aktuellen Grafikkarten wird zunehmend lauter. Relativ zur Leistung hat sich in der jüngsten Vergangenheit zwar einiges getan, absolut ist der Leistungshunger der Karten aber in der Regel gestiegen. Um dem Wunsch nach sparsameren Karten gerecht zu werden, hat Nvidia die „Green Editions“ ins Leben gerufen – herkömmliche Karten, die trotz gleicher Typenkennung mit geringeren Taktraten (und Spannungen) daher kommen und deshalb weniger Leistung aufnehmen. Die Rede ist von den Karten GeForce 9600 GT Green Edition und GeForce 9800 GT Green Edition. Zwischenlösungen.
Als Vertreter dieser Zunft testen wir heute die GeForce 9600 GT Eco sowie die GeForce 9800 GT Eco von Zotac.
Zotac GeForce 9600 GT Eco
Die GeForce 9600 GT Eco ist die kleinste „Green Edition“, die Zotac im Portfolio hat. Die Karte ist bezüglich der technischen Spezifikationen weitestgehend identisch mit einer GeForce 9600 GT, einzig die Taktraten wurden leicht gesenkt. Derzeit geht der 3D-Beschleuniger für etwa 75 Euro [1] über die Ladentheke, womit die Karte nur wenige Euro teurer als die günstigste GeForce 9600 GT aus demselben Hause ist. Um die Lieferbarkeit muss man sich keine Sorgen machen.
Das PCB der Zotac GeForce 9600 GT Eco hat nicht mehr viel mit dem vom Referenzdesign gemeinsam. Die Karte ist schwarz und es sind weniger Bauteile vorhanden. Auch bei der Länge gibt es einen Unterschied: Nur etwas mehr als 19 cm misst die Karte und somit knapp 4 cm weniger als die normale Version. Darüber hinaus gibt es keinen 6-Pin-Stromstecker auf der GeForce 9600 GT Eco, der bei einer gewöhnlichen GeForce 9600 GT Pflicht ist.
Das Kühlsystem ist in einer Single-Slot-Form gehalten und fällt relativ simpel aus. Es besteht primär aus einer Kühlplatte, die etwas mehr als die Hälfte der Vorderseite der Platine bedeckt. Auf Kupfer verzichtet Zotac komplett. Auf der Kühlplatte gibt es diverse, recht grobe Kühllamellen, die die Wärme schneller abgeben sollen. Auf der Vorderseite wird zudem der Speicher mit bearbeitet, während dieser auf der Rückseite ebenso wie die Spannungswandler ungekühlt bleibt.



Auf dem Kühlkörper der GeForce 9600 GT Eco ist ein kleiner 55-mm-Lüfter verbaut, der in der Axial-Bauweise gehalten ist. Er vertraut auf eine Lüftersteuerung, die aber leider nur bedingt zu gefallen weiß. Im Abschnitt „Sonstige Messungen“ mehr dazu.



Unter Windows taktet sich die Zotac GeForce 9600 GT Eco, wie für eine GeForce-9000-Karte gewohnt, nicht herunter. Stattdessen verbleibt die TMU-Domäne bei den vollen 600 MHz, was 50 MHz unter den Werten des Referenzdesigns liegt – konsequent „Eco“ wäre etwas anderes. Die 64 Shadereinheiten der G94-GPU werden mit 1.500 MHz betrieben, 125 MHz weniger als normal. Der 512 MB große GDDR3-Speicher wird dagegen wie beim größeren Bruder mit 900 MHZ angesteuert.


Über die Ausstattung der GeForce 9600 GT Eco gibt es nicht viel Spannendes zu berichten. So legt Zotac dem Karton ein DVI-auf-D-SUB-, ein DVI-auf-HDMI-Adapter sowie ein SPDIF-Kabel bei. Die Softwareausstattung besteht einzig aus einer Treiber-CD. Mehr ist für den geringen Kaufpreis aber wohl auch kaum möglich.
Zotac GeForce 9800 GT Eco
Die Zotac GeForce 9800 GT Eco stellt die Speerspitze der Green Editions dar. Zotac orientiert sich dabei ganz klar am Design der GeForce 9600 GT Eco, weswegen die Modelle viele Gemeinsamkeiten haben. Die GeForce 9800 GT Eco ist derzeit ab 85 Euro [2] in ausreichenden Stückzahlen verfügbar und gleichzeitig die günstigste GeForce 9800 GT aus dem Hause Zotac.
Die Zotac GeForce 9800 GT Eco kommt in einem schwarzen PCB daher, das mehr oder weniger dasselbe Design wie das des kleineren Bruders hat. Die Platine ist mit etwas mehr als 19 cm ebenfalls klein geraten, denn das des Referenzdesign ist mit 23 cm ein gutes Stückchen länger. Ein 6-Pin-Stromstecker benötigt die GeForce 9800 GT Eco nicht, das ist bei der Standard-Variante anders.



Das Kühlsystem ist zu einem Großteil identisch zu dem der GeForce 9600 GT Eco. Der einzige Unterschied ist bei den Kühlrippen zu finden, von denen es auf der GeForce 9800 GT Eco einige mehr gibt. Die Lüftersteuerung ist Zotac bei dem 3D-Beschleuniger etwas besser geraten, wenn auch noch nicht optimal.



Anders als die GeForce 9600 GT Eco sowie sämtliche anderen GeForce-9000-Karten taktet sich die Zotac GeForce 9800 GT Eco unter Windows interessanterweise herunter – es geht doch! So wird die TMU-Domäne unter Windows nur noch mit 300 MHz betrieben, die Shadereinheiten mit 600 MHz und der 512 MB große GDDR3-Speicher mit 100 MHz – die Frequenzen der GeForce-GTX-200-Serie lassen grüßen. Unter Last taktet die TMU-Domäne dann mit 555 MHz um 45 MHz niedriger als das Referenzdesign. Die Shadereinheiten arbeiten mit 1.350 MHz (162 MHz weniger), während der VRAM mit identischen 900 MHz angesteuert wird.


Die Ausstattung der GeForce 9800 GT Eco fällt identisch zu der der GeForce 9600 GT Eco aus. Somit legt Zotac dem Karton ein DVI-auf-D-SUB-, ein DVI-auf-HDMI-Adapter sowie ein SPDIF-Kabel bei. Die Softwareausstattung besteht einzig aus einer Treiber-CD.
Benchmarks
Die folgenden Benchmarks wurden mit dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem [3] auf Basis eines Intel Core 2 Extreme QX9770 ermittelt. Dieser wird mit einem Takt von 4 GHz betrieben, um die Karten nicht unnötig auszubremsen. Als Treiber kam für alle Messungen (einschließlich Leistungsaufnahme und Lautstärke) der Catalyst 9.5 beziehungsweise der GeForce 185.85 zum Einsatz.
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Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Die GeForce 9600 TT Eco sortiert sich im Durchschnitt acht Prozent hinter dem Referenzdesign ein, während die GeForce 9800 GT Eco um sieben Prozent zurück liegt.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Sonstige Messungen
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Mit der Lautstärke scheint es Zotac bei beiden Grafikkarten nicht allzu ernst zu meinen, da beide durchgängig ein gutes Stück lauter als das jeweilige Referenzdesign agieren. So erreicht die GeForce 9600 GT Eco unter Windows laute 50 Dezibel, während das Standard-Modell auf 44 Dezibel kommt - eine glatte Verdoppelung der Lautstärke. Bei der GeForce 9800 GT Eco lautet das Ergebnis etwas bessere 48 Dezibel zu 44 Dezibel, wobei auch diese Karte zu laut ist. Konzentriertes Arbeiten ist mit beiden 3D-Beschleuniger zwar gerade noch möglich, man hört den Lüfter aber durchgängig aus den restlichen PC-Komponenten heraus.
Unter Last sieht es dann etwas besser aus, wobei die Zotac-Produkte immer noch lauter als die Ursprungsversionen sind. So erzielt die GeForce 9600 GT Eco einen Messwert von 52,5 Dezibel, das Referenzdesign bleibt bei 50,5 Dezibel. Die GeForce 9800 GT Eco ist mit 53 Dezibel minimal (und unhörbar) lauter, die Standard-Karte ist mit 50,5 Dezibel aber erneut besser.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Eine niedrigere Leistungsaufnahme sollten die größten Vorteile der beiden Eco-Karten von Zotac sein. Bei der GeForce 9600 GT Eco fallen die Differenzen allerdings nicht allzu hoch aus. So zieht die Karte mit dem gesamten PC unter Windows 139 Watt aus der Leitung, während das Referenzdesign auf etwas höhere 146 Watt kommt. Unter Last lautet das Ergebnis dann 215 Watt zu 226 Watt zu Gunsten der Eco-Karte. Gravierend sind diese Unterschiede nicht und insbesondere der Wert unter Windows, der den nicht gesenkten Taktraten geschuldet ist, enttäuscht.
Die Zotac GeForce 9800 GT Eco liefert ein deutlich besseres Ergebnis ab. Unter Windows benötigt der PC nur 137 Watt und damit gar noch weniger als die kleinere Eco-Variante. Die Standard-Karte ist mit 154 Watt ein gutes Stück fordernder. Die Differenz wird unter Last noch größer. Die GeForce 9800 GT Eco schafft es auf 235 Watt, das Referenzdesign benötigt deutlich höhere 262 Watt.
Temperatur
Angaben in °C
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Bei den Temperaturen erreichen die Zotac-Karten beide gute Werte, wobei die GeForce 9800 GT Eco vor allem unter Windows niedrigere Werte als der kleinere Bruder aufweist. So wird die schnellere Karte nur 34 Grad Celsius warm, die langsamere aber 50 Grad. Unter Last liegen die Temperaturen bei 78 Grad Celsius (9600 GT Eco) beziehungsweise 69 Grad (9800 GT Eco).
Übertakten
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Vor allem die Zotac GeForce 9800 GT Eco lässt sich sehr gut übertakten. So macht die TMU-Domäne erst bei 684 MHz schlapp, die Shadereinheiten lassen 1.620 MHz und der GDDR3-Speicher 1.100 MHz zu. Dadurch steigt die Performance je nach Anwendung um 18 bis satte 24 Prozent an, was sehr gute Werte sind.
Die GeForce 9600 GT Eco zeigt sich dagegen etwas störrischer. Mehr als 680 MHz, 1.600 MHz beziehungsweise 950 MHz sind nicht ohne Bildfehler möglich, weswegen es auch nur drei bis maximal fünf Prozent mehr Geschwindigkeit gibt.
Fazit
Nvidia möchte mit den Karten GeForce 9600 GT Green Edition und GeForce 9800 GT Green Edition dem Trend folgen, die Leistungsaufnahme technischer Geräte zu senken, und in Ermangelung einer handfesten Lösung bedient sich der Hersteller der Senkung der Taktraten bekannter Modelle. Bis auf den Namenszusatz bleibt die Kennung identisch. Bei der Performance müssen in beiden Fällen jedoch leichte Abstriche gemacht werden. So rendert die GeForce 9600 GT Eco im Durchschnitt um acht Prozent langsamer als das Referenzdesign, während die Differenz bei der GeForce 9800 GT Eco bei beinahe identischen sieben Prozent liegt.
Bei der Leistungsaufnahme kann die Zotac GeForce 9800 GT Eco punkten, da sie sowohl unter Windows als auch unter Last ein gutes Stück unter den Werten der Standard-Karte liegt. Die GeForce 9600 GT Eco hat ihren Namen hingegen nicht verdient, verzichtet sie unter Windows doch auf ein Herabsenken der Taktraten und verbraucht damit mehr als der schnellere Bruder. Die Karte lässt uns an der Ernsthaftigkeit der „Green Edition“-Serie zweifeln.
Bei der Lautstärke haben beide Karten Schwierigkeiten und sind lauter als das jeweilige Referenzdesign. Vor allem die GeForce 9600 GT Eco ist unter Windows unangenehm. Die GeForce 9800 GT Eco macht es im 2D-Modus etwas besser, glänzen kann die Karte allerdings genauso wenig. Und das, obwohl die Temperaturen einen schnell drehenden Lüfter gar nicht notwendig machen.
Die Zotac GeForce 9800 GT Eco ist definitiv die bessere Karte der beiden Probanden. Sie ist etwas leiser und bringt prozentual größere Vorteile in der Leistungsaufnahme als die GeForce 9600 GT Eco. Darüber hinaus ist die Karte mit 85 Euro die günstigste GeForce 9800 GT, weswegen Kunden durchaus zur „Eco“ greifen können. Der Performanceverlust hält sich dabei in Grenzen. Nicht zu empfehlen ist hingegen die GeForce 9600 GT Eco. Einem bekannten Produkt per Taktsenkung das Stromsparen beibringen zu wollen, den Betrieb unter Windows aber davon auszunehmen, ist mangelhaft. Zudem ist die Karte langsamer und teurer.


