Einleitung
Das Duell um die schnellste Grafikkarte wird mittlerweile in der Regel von Dual-GPU-Karten ausgefochten. So hat ATi nur wenige Wochen nach dem Launch der Radeon-HD-4800-Serie die Radeon HD 4870 X2 mit zwei GPUs auf den Markt gebracht und Nvidia ist mit der GeForce 295 GTX nachgezogen. In der Performance liegt die grüne Fraktion seitdem zwar wieder vorne, bei den Herstellungskosten sollte Nvidia dank einer komplexen Dual-PCB-Variante bisher allerdings das Nachsehen gehabt haben.
Mittlerweile hat Nvidia der GeForce GTX 295 ein „Facelift“ verpasst. An den geschwindigkeitsrelevanten Eckdaten hat sich dabei quasi nichts geändert, sowohl was die Taktraten als auch was den Speicherausbau betrifft. Dafür kommt die neue Karte nur noch auf einer einzigen Platine daher, was auch ein anderes Kühlsystem notwendig macht.
Wie verhält sich die „neue“ GeForce GTX 295 Fassung? Wir werden dieser Frage auf den folgenden Seiten anhand einer GeForce GTX 295 von Zotac auf den Grund gehen, wobei wir den Fokus klar auf die Veränderungen gegenüber dem Vorgänger legen. Und die liegen nicht in der Geschwindigkeit.
Zotac GeForce GTX 295
Mittlerweile haben die bekannteren Hersteller die Umstellung durchgeführt, im Handel gibt es zumeist noch beide Karten. So auch von Zotac, wobei der Preis der alten Karte sogar höher liegt. Die GeForce GTX 295 ist ab etwa 385 Euro [1] erhältlich und bei einigen Online-Shops lieferbar.
Das PCB der Zotac GeForce GTX 295 misst mit einer Länge von 27 cm dieselben Dimensionen wie das der alten Karte, wobei sämtliche Bauteile nun nur noch auf einer Platine angebracht sind. Das Dual-Slot-Kühlsystem ist vom Design her völlig unterschiedlich.
Der Kühler besteht primär aus zwei gleich großen Kupferblöcken, die direkt über den beiden GT200b-Chips angebracht sind. Über diesen befinden sich eine Vielzahl an Lamellen aus Aluminium, die die Wärme schneller ableiten können. Darüber hinaus gibt es zwei Heatpipes pro Kühlkörper.
Genau zwischen den Elementen sitzt ein 80 mm großer Axiallüfter, der über eine Lüftersteuerung verfügt. Er ist unter Last aber immer noch nicht als leise zu bezeichnen – mehr dazu in den „sonstigen Messungen“. Der Lüfter saugt die kühle Luft aus dem Gehäuse an und bläst sie gleichmäßig über die zwei Kühlkörper. Anschließend wird die erhitzte Luft zu einem Teil über das Slotblech aus dem Gehäuse heraus, zum Teil aber auch wieder hinein gepustet.
Unter Windows taktet sich die Zotac GeForce GTX 295 wie gewohnt herunter, um so weniger Leistung zu verbrauchen. Die TMU-Domäne wird dann mit 300 MHz angesteuert, die Shadereinheiten laufen mit 600 MHz und der zwei mal 896 große GDDR3-Speicher mit 100 MHz. Unter Last taktet die GPU mit 575 MHz beziehungsweise 1.242 MHz und ist somit gleich schnell zur alten Karte. Der Speicher wird nun mit 1.008 MHz betrieben anstatt mit 999 MHz angetrieben – vernachlässigbar.
Auf dem Slotblech findet der Käufer der neuen Zotac GeForce GTX 295 zwei Dual-Link-DVI-Ausgänge vor. Anders als bei der älteren Karte verzichtet man leider auf einen modernen HDMI-Anschluss.
Benchmarks
Die folgenden Benchmarks wurden mit dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem [2] auf Basis eines Intel Core 2 Extreme QX9770 ermittelt. Dieser wird mit einem Takt von 4 GHz betrieben, um die Karten nicht unnötig auszubremsen. Als Treiber kam für alle Messungen (einschließlich Leistungsaufnahme und Lautstärke) der Catalyst 9.5 beziehungsweise der GeForce 185.85 zum Einsatz.
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Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Da das neue Referenzdesign der GeForce GTX 295 und auch die Adaption von Zotac dieselben Taktraten wie das alte Standard-Modell aufweisen, verzichten wir auf den direkten Vergleich der beiden Karten und wollen stattdessen lieber eine aktuelle Einordnung der GeForce GTX 295 in den Wettbewerb vornehmen. Eine ganze Reihe von Benchmarks hat uns bestätigt: Die neue Karte ist exakt genauso schnell wie die alte.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Sonstige Messungen
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Das Kühlsystem auf der GeForce GTX 295 Single-PCB hat sich gegenüber der alten Version geändert und so weist die Zotac-Karte auch ein anderes Verhalten in Sachen Lautstärke auf. Unter Windows wird die Karte 48 Dezibel laut, was ein gutes Stück leiser als die alte Variante ist. Nichtsdestoweniger kann man den Lüfter immer noch von den restlichen Komponenten unterscheiden, störend wie der alte ist er aber immerhin nicht mehr. Unter Last ist die GeForce GTX 295 Single-PCB noch 1,5 Dezibel leiser als die Dual-PCB-Karte, wird mit 62,5 Dezibel aber immer noch extrem laut.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Bei der Leistungsaufnahme schenken sich die beiden Versionen nichts. Unter Windows zieht die Zotac GeForce GTX 295 Single-PCB 184 Watt aus der Steckdose (gemeint ist der gesamte PC), was vier Watt mehr als bei der alten Karte sind. Unter Last steigt der Leistungsbedarf dann auf 432 Watt an, drei Watt mehr als bei der gewöhnlichen GeForce GTX 295. Nennenswerte Unterschiede gibt es bei der Leistungsaufnahme also keine.
Temperatur
Angaben in °C
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Bei den Temperaturen gibt es schon größere Differenzen zu Gunsten der neuen Karte. Die Zotac GeForce GTX 295 Single-PCB wird unter Windows nicht wärmer als 46 Grad Celsius, während die Dual-PCB-Karte auf 51 Grad kommt. Unter Last ist der Unterschied deutlicher: 74 Grad Celsius zu 86 Grad für die Zotac-Karte lautet das Ergebnis. Auf der Chiprückseite messen wir maximal 70 Grad Celsius.
Übertakten
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Unsere Zotac GeForce GTX 295 Single-PCB bietet ein recht hohes Übertaktungspotenzial. So lässt sich die TMU-Domäne von 575 MHz um 100 MHz auf 675 MHz übertakten, während die Shadereinheiten ein Plus von 208 MHz erlauben, was in 1.450 MHz resultiert. Der zwei mal 896 MB große GDDR3-Speicher läuft mit bis zu 1.242 MHz einwandfrei (+234 MHz). Die Performance steigt dadurch je nach Anwendung zwischen sieben und 17 Prozent.
Fazit
Nvidia hat mit der GeForce GTX 295 Single-PCB eine leicht modifizierte Dual-GPU-Karte auf den Markt gebracht, die das alte Flaggschiff mit der Zeit ersetzen wird. Technisch in Bezug auf die Geschwindigkeit bleibt dabei alles beim Alten. Das Kühlsystem hat mit dem alten Derivat jedoch absolut nichts mehr gemeinsam und erzeugt leicht andere Ergebnisse. Doch welche Variante ist besser?
Auf die Geschwindigkeit der Zotac GeForce GTX 295 Single-PCB wollen wir an dieser Stelle nicht weiter eingehen, da sie absolut identisch mit der der alten Version ist. Und auch bei der Leistungsaufnahme hat sich zwischen den Karten so gut wie nichts getan. Die GeForce GTX 295 Single-PCB zieht minimal mehr Leistung aus der Leitung als das Dual-PCB-Modell, was mit bis zu vier Watt aber zu vernachlässigen ist.
Bei der Lautstärke stellt sich die GeForce GTX 295 Single-PCB in Teilen dagegen intelligenter an. So ist das Single-PCB-Modell etwas leiser als die ältere Karte und somit unter Leerlauf nicht mehr störend. Unter Last ist der Zotac-Beschleuniger in Relation ebenfalls leiser, wird aber immer noch sehr laut.
Die GeForce GTX 295 Single-PCB macht insgesamt demnach einen leicht besseren Eindruck als die ältere Dual-PCB-Karte, wobei die Differenzen nicht allzu groß sind. Wer schon eine GeForce GTX 295 mit zwei Platinen besitzt, muss sich in keinem Fall benachteiligt fühlen. Wer eine neue Karte kaufen möchte, sollte dagegen zur Single-PCB-Version greifen.
- Etwas leiser unter Windows und unter Last
- Bleibt durchgängig kühler
- Durch Design leichter anderen Kühler zu installieren
- Unter Last immer noch zu laut
- Kein HDMI-Anschluss
- Verfügbarkeit noch nicht optimal












