Der Markt für Grafikkarten ist so schnelllebig wie kaum ein anderer. Innerhalb eines Jahres bringen ATi und Nvidia unzählige neue Grafikkarten für den professionellen-, für den Notebook- und für den Desktop-Markt heraus und Bordpartner machen den Wust an Optionen durch eigene Adaptionen komplett.
Nur die wenigsten Kunden behalten dabei den Überblick. ComputerBase möchte seit jeher helfen und testet regelmäßig diverse Grafikkarten. Irgendwann gerät der dabei verwendete Parcours allerdings ins „Greisenalter“ und muss überarbeitet werden, um weiterhin ein realitätsnahes Bild liefern zu können. Genau diesen Schritt haben wir jetzt vorgenommen und die aktuell wichtigsten sechs ATi- und sieben-Nvidia-Karten erneut getestet.
13 Grafikkarten
Dabei kann sich je durchaus ein anderes Bild ergeben als es zum Zeitpunkt der Vorstellung der Fall gewesen ist. Dies ist nicht nur durch aktuelle Treiber, sondern vor allem durch neue Spiele bedingt. So finden sich mit „Anno 1404“, „Battleforge“ sowie „Riddick: Assault on Dark Athena“ Programme neueren Entwicklungsdatums im Testparcours, die teilweise andere Ergebnisse liefern.
Darüber hinaus haben wir auf eine Forderung der Leserschaft reagiert: So nutzen wir nun erstmals bei entsprechend leistungsstarken Grafikkarten die Auflösung 1.920 x 1.200, die vor allem bei den immer beliebter werdenden 24-Zoll-Monitoren eingesetzt wird. Um den Zeitaufwand nicht zu groß werden zu lassen, müssen die flotten 3D-Beschleuniger dafür nicht mehr die immer seltener genutzte Auflösung 1.280 x 1.024 über sich ergehen lassen.
Über Meinungen und Kritik würden wir uns gerne in den Kommentaren freuen, um den Testparcours weiter verbessern zu können.
Testsystem
Testsystem:
Prozessor
Intel Core 2 Extreme QX9770 (übertaktet per Multiplikator auf 4 GHz, Quad-Core)
CPU-Kühler
Noctua NH-U12P
Motherboard
Asus Rampage Extreme (Intel X48, BIOS-Version: 0501) Haupt-Testplatine und für CrossFire-Systeme
Coolermaster M850 Real Power Pro Modular (850 Watt)
Peripherie
Toshiba SD-H802A HD-DVD-Laufwerk
Pioneer BDC-202BK SATA Blu-ray-Laufwerk
Samsung SpinPoint F1 SATA2-HDD mit 750 GB und 32 MB Cache
Gehäuse
Coolermaster Stacker 832
Treiberversionen
Nvidia GeForce 185.85
ATi Catalyst 9.5
Software
Microsoft Windows Vista x64 SP2
Microsoft DirectX 9.0c
Microsoft Direct3D 10
Benchmarks
Folgende Benchmarks kamen während unseres Tests zum Einsatz:
Synthetische Benchmarks:
3DMark Vantage 1.01
Spielebenchmarks:
Anno 1404, Vollversion, Version 1.0
Battleforge, Vollversion, Version x (wird zwangsweise aktualisiert)
Bioshock, Vollversion, Version 1.1
Call of Duty 5, Vollversion, Version 1.4
Cryostasis, Vollversion, Version 1.1
Crysis Warhead, Vollversion, Version 1.1
Dawn of War 2, Vollversion, Version 1.3.2
H.A.W.X., Vollversion, Version 1.02
Riddick: Assault on Dark Athena, Vollversion, Version 1.01
Stalker Clear Sky, Vollversion, Version 1.5.09
World in Conflict: Soviet Assault, Vollversion, Version 1.0
Alle Benchmarks werden mit maximalen Details ausgeführt, damit die Grafikkarte möglichst hoch belastet wird. Als Einstellungen haben wir uns dabei für 1280x1024 (nur langsame Karten), 1680x1050, 1920x1200 sowie 2560x1600 (letzten beide Auflösungen nur bei entsprechend schnellen Grafikkarten) entschieden. Damit zollen wir den modernen High-End-Beschleuniger Tribut, die durch ihre Rechenkraft niedrigeren Auflösungen CPU-limitiert werden lassen. Neben den reinen Auflösungen lassen wir den Benchmarkparcours auch mit 4-fachem (und falls möglich achtfachem) Anti-Aliasing sowie 16-fachen anisotropen Filter durchlaufen. TSSAA (Nvidia) oder AAA (ATi) zur Glättung von Alpha-Test-Texturen nutzen wir aufgrund von Kompatibilitätsproblemen nicht in unserem Benchmarkparcours.
Nach sorgfältiger Überlegung und mehrfacher Analyse selbst aufgenommener Spielesequenzen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Qualität der Texturfilterung auf aktuellen ATi- und Nvidia-Grafikkarten in der Standard-Einstellung in etwa vergleichbar sind (mit leichten Vorteilen für die GeForce-Produkte). Bei Nvidia verändern wir somit keinerlei Einstellungen und im ATi-Treiber belassen wir die A.I.-Funktion auf „Standard“.
Nachdem der altgediente 3DMark06 schon einige Jahre auf dem Buckel hat und somit nicht nur die Grafik mittlerweile etwas angestaubt wirkt, sondern darüber hinaus das CPU-Limit bei schnellen Grafikkarten immer mehr bemerkbar wird, wurde es höchste Zeit für einen Nachfolger. Der finnische Hersteller Futuremark hat dementsprechend nach einer langen Wartezeit den 3DMark Vantage auf den Markt gebracht, der von vornherein für die Direct3D-10-API programmiert worden ist. Grafisch bieten die zwei Spieletests dementsprechend viel fürs Auge, wobei vor allem der zweite Test Glanzpunkte setzen kann. Mit FP16-HDR, Tiefenunschärfe, Parallax Occlusion Mapping, einer physikalische Simulation auf der GPU, diversen Shadereffekten und noch vielem mehr bringt der 3DMark Vantage die 3D-Hardware problemlos ans Leistungslimit. Wir testen das Programm (falls die Grafikkarten es zulassen) im Performance-, High- und Extreme-Preset. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel. [1]
3DMark Vantage - GT200 3DMark Vantage - RV790
3DMark Vantage - 1280x1024
Performance-Preset:
Nvidia GeForce GTX 295
17.885
ATi Radeon HD 4870 X2
15.641
Nvidia GeForce GTX 285
12.925
Nvidia GeForce GTX 275
12.146
ATi Radeon HD 4890
11.169
Nvidia GeForce GTX 260
10.355
ATi Radeon HD 4870
10.232
ATi Radeon HD 4850
8.069
ATi Radeon HD 4770
7.918
Nvidia GeForce 9800 GTX+
7.766
Nvidia GeForce 9800 GT
6.455
Nvidia GeForce 9600 GT
5.253
ATi Radeon HD 4670
3.799
Angaben in Punkten
3DMark Vantage - 1680x1050
High-Preset:
Nvidia GeForce GTX 295
13.371
ATi Radeon HD 4870 X2
10.757
Nvidia GeForce GTX 285
8.988
Nvidia GeForce GTX 275
8.365
Nvidia GeForce GTX 260
7.004
ATi Radeon HD 4890
6.986
ATi Radeon HD 4870
6.316
Nvidia GeForce 9800 GTX+
4.871
ATi Radeon HD 4850
4.858
ATi Radeon HD 4770
4.735
Nvidia GeForce 9800 GT
3.965
Nvidia GeForce 9600 GT
3.208
ATi Radeon HD 4670
2.156
Angaben in Punkten
3DMark Vantage - 1920x1200
Extreme-Preset:
Nvidia GeForce GTX 295
9.223
ATi Radeon HD 4870 X2
7.559
Nvidia GeForce GTX 285
6.038
Nvidia GeForce GTX 275
5.617
ATi Radeon HD 4890
4.763
Nvidia GeForce GTX 260
4.585
ATi Radeon HD 4870
4.225
ATi Radeon HD 4850
3.182
ATi Radeon HD 4770
3.111
Nvidia GeForce 9800 GTX+
3.020
Nvidia GeForce 9800 GT
2.523
Nvidia GeForce 9600 GT
1.935
ATi Radeon HD 4670
1.314
Angaben in Punkten
Direct3D-9-Benchmarks
Call of Duty 5
Der neueste Spross aus der bekannten „Call of Duty“-Reihe namens World at War ist wieder einmal im zweiten Weltkrieg angesiedelt, und zeigt unter anderem den Kampf der Amerikaner gegen die Asiaten. Dabei schaut man sich viel von dem sehr erfolgreichen und beliebten Vorgänger Call of Duty 4 ab, was zwar nicht ganz so gut geklappt hat, aber immer noch zu einem sehr guten Spiel gereicht hat. Doch nicht nur spielerisch weiß der First-Person-Shooter zu gefallen, auch technisch macht man einen kleinen Schritt nach vorne – und das, obwohl man immer noch dieselbe Grafikengine wie in Call of Duty 2 benutzt. Optisch liegt Call of Duty 5 jedoch auf einem vollkommen anderen Niveau: Schicke Shadereffekte sowie ein intelligenter Parallax-Mapping-Einsatz vertuschen die teils etwas schwachen Texturen. Schon Call of Duty 2 konnte beim Erscheinen mit einer einzigartigen Rauchdarstellung punkten; Call of Duty 5 steht dem zweiten Teil der Serie diesbezüglich in nichts nach und kommt mit einer Rauchpräsentation daher, die zu beeindrucken weiß. Auf Direct3D-10-Unterstützung muss man aber verzichten: Call of Duty 5 setzt noch alleinig auf den Vorgänger Direct3D 9.
Dawn of War 2 stammt von dem Machern von Company of Heroes und weist ebenfalls eine hohe spielerische Qualität auf. Auch wenn das Universum zwischen den beiden Programmen ein vollständig anderes ist, sind viele gute Spielmechaniken dieselben. Und nicht nur das eigentliche Erlebnis, sondern ebenfalls die Grafikengine kann sich sehen lassen, die jedoch anders als bei Company of Heroes beim Direct3D-9-Standard stecken geblieben ist. Nichtsdestotrotz sieht Dawn of War 2 dank einiger schicken Texturen, aufwendigen Shadereffekten und noch so einigem mehr schick aus und muss sich vor dem großen Bruder aus dem eigenen Hause nicht verstecken. Als Benchmark nutzen wir die ersten 60 Sekunden der Introsequenz des ersten Levels.
Riddick steht nicht nur für Vin Diesel alias Riddick himself, sondern ebenfalls für viele Schleichpassagen, spaßige Gefechte und einem nicht gerade niedrigen Gewaltgrad. Genau auf jene Elemente setzen die Hersteller auch bei Riddick: Assault on Dark Athena, das qualitativ aber leider nicht ganz an das hohe Niveau des Vorgängers heran kommt. Nichtsdestotrotz ist Riddick: Assault on Dark Athena ein sehr gutes Spiel, das ebenfalls grafisch zu gefallen weiß. Diverse Shadereffekte fallen direkt beim ersten Spielen auf und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Und dank der meistens dunklen Umgebung, die mit netten Schatteneffekten verstärkt wird, ist die Atmosphäre generell sehr dich. Als Testsequenz nutzen wir eine 60 Sekunden lange Spielszene im ersten Level. Wenn man in dem neuen Riddick-Titel Kantenglättung nutzen möchte, schaltet sich automatisch das SSAO-Feature aus. Deswegen sind die FPS-Werte mit vier-fachem Anti-Aliasing höher als ohne AA.
Anno 1404 ist der neuste Spross aus der Anno-Serie, der eine große Aufgabe vor sich hat: Die drei sehr erfolgreichen Vorgänger zu Toppen. Bezüglich der technischen Seite scheint man dies locker erfüllen zu können, da Anno 1404 wohl ohne Zweifel aktuell das optisch schönste Strategiespiel ist – und das vielleicht bei weitem. So bietet der Titel sogar eine Direct3D-10-Unterstützung an, was bei Strategiespielen Seltenheitswert hat. Das Auge nimmt dies auf jeden Fall gerne zu Kenntnis, da Anno 1404 nicht nur eine wunderschöne Wasserdarstellung bietet, sondern auch darüber hinaus durchweg zu gefallen weiß. Einen wirklichen grafischen Schwachpunkt hat das Spiel nicht.
Das Strategiespiel Battleforge wurde von EA Phenomic entwickelt und macht einiges anders als vergleichbare Titel. So stellt man vor Spielbeginn die eigenen Einheiten anhand eines „Kartendecks“ selber zusammen, die man dann im Laufe des Spiels „legen“ kann. Nicht nur spielerisch, auch grafisch macht die Battleforge-Engine eine gute Figur. Das Spiel bietet den Support von Direct3D 10(.1), schicke Texturen sowie aufwendige Effekte, sodass die Spielwelt erfrischend modern aussieht. Doch dies hat auch einen spürbaren Performancehunger zu Folge, der die Grafikkarte und den Hauptprozessor stark belastet. Als Benchmark nutzen wir eine integrierte Funktion, damit der Ablauf für alle Testkandidaten immer gleich ist.
„Bioshock“, mehr oder weniger der inoffizielle Nachfolger von „System Shock 2“, hatte es bei seinem Erscheinen wahrlich nicht leicht. Die Erwartungen waren dermaßen hoch, dass es nahezu unmöglich schien, diese allesamt zu erfüllen. Im Vorfeld sprach man davon bereits als „bestes Spiel aller Zeiten“. Mittlerweile ist BioShock erschienen – ob es tatsächlich das beste Spiel aller Zeiten ist, kann man wohl noch ewig diskutieren. Eines ist aber eindeutig: Technisch ist Bioshock nicht nur sehr weit vorne, sondern wohl derzeit allen anderen Titeln voraus. Grund dafür ist die Unreal Engine 3, die die Entwickler modifiziert haben, um diese auf die eigenen Ansprüche anzupassen. Herausgekommen ist ein Direct3D-10-Renderer, der mit bisher noch nie dagewesenen Wassereffekten punkten kann. So interagiert das Wasser physikalisch korrekt mit dem Spieler, wenn dieser beispielsweise durch einen überfluteten Raum läuft. Darüber hinaus bietet Bioshock viele weitere optische Schmankerl: Schicke Partikeleffekte, spektakuläre Feuerdarstellung, realistische Schatten, schöne Oberflächen, Physikinteraktionen mit den Gegnern sowie der Umwelt und noch vieles mehr machen Bioshock grafisch zu einem Leckerbissen. Mit der Direct3D-10-API funktioniert bisher kein Anti-Aliasing, wie zuvor bereits mehrfach erwähnt wurde. Aktuelle Nvidia-Treiber ermöglichen in dem Spiel aufgrund eines „Treiber-Hacks“, dennoch die Kantenglättung im D3D-10-Modus zu aktivieren.
In Cryostasis ist es vor allem eins: kalt! Selbst im eventuell geplanten Winterurlaub wird es regelrecht warm erscheinen, nachdem man vorher einige Stunden in dem Spiel aus Russland verbracht hat. Doch Cryostasis ist nicht nur kalt, sondern zudem auch durchaus gut, weswegen sich der Titel als eine Art Geheimkandidat entpuppt hat, der durchaus zu gefallen weiß. Denn vor allem die Atmosphäre schlägt die meisten im Handel erhältlichen PC-Spiele. Zudem ist Cryostasis dank der eigens entwickelten Direct3D-10-Engine schick anzusehen, gleichzeitig aber auch ein richtiger Hardwarefresser. Das Spiel bietet zu guter Letzt eine Unterstützung für GPU-PhysX an, die wir für sämtliche Testkandidaten aktiviert haben. Als Testsequenz nutzen wir ein kühles, selbsterstelltes Savegame aus dem dritten Abschnitt. Der PhysX-Einsatz in der Szene ist moderat.
Nachdem der First-Person-Shooter Crysis mittlerweile bereits ein Jahr auf dem Buckel hat, nichtsdestotrotz jedoch immer noch das bestaussehendste Spiel ist, schicken die in Frankfurt ansässigen Hersteller Crytek nun mit Crysis Warhead ein Addon in die Händlerregale, dass die grafische Qualität gar noch ein wenig weiter nach oben dreht. So sehen die Texturen etwas besser aus, ebenso die Explosionen. Vor allem bei der Darstellung der Gesichter hat man sich viel Mühe gegeben, die jetzt durch noch mehr Falten, Hautpigmenten und diversen weiteren Kleinigkeiten realistischer aussehen als jemals in einem anderen PC-Spiel zuvor. Die Direct3D-10-Unterstützung ist in Crysis Warhead unverändert geblieben, ebenso die restliche Technologie. Diese wurde in dem Addon primär auf eine bessere Performance getrimmt. Wir Testen das Spiel mittels einer 60 Sekunden langen Szene, die wir jedes mal exakt nachstellen. Genauere Details zur Testmethode findet man in unserem Spielbericht zu Crysis Warhead [2]. Einzig die Qualitätseinstellungen weichen von diesem ab, da wir durchweg die Enthusiast-Einstellung verwenden.
Ab in die Lüfte! Der Publisher UbiSoft bietet mit H.A.W.X. einen „Flugsimulator“ der anderen Art an. Denn das Spiel will zu keiner Zeit ein echtes Flugzeug inklusive Umgebung und Gegner simulieren, sondern möchte stattdessen dem Kunden eine einfache vor allem spaßige Action bieten, sodass keine Langeweile aufkommt. Daher ist H.A.W.X. mehr ein „Arcade-Flugzeugspiel“ als eine Simulation. Bei der Grafik-Engine fährt man starke Geschütze auf. Diese unterstützt Direct3D 10 inklusive der Direct3D-10.1-Erweiterung und bietet neben einer guten Weitsicht vor allem detaillierte Bodenaufnahmen. Die Wolkendarstellung ist ein weiteres Highlight der Engine, ebenso die detaillierten Flugzeuge, die man aber nur selten (oder nie) aus der Nähe bewundern kann. Als Testsequenz nutzen wir aus Gründen der Vergleichbarkeit die integrierte Testfunktion, die einen Flyby- und einen Gefecht-Abschnitt zeigt.
Und wieder geht es in das verstrahlte Gebiet rund um den Atomreaktor in Tschernobyl. Doch diesmal kann man etwas pünktlicher auf die Jagd nach Mutanten gehen, da sich die Entwicklung des Spiels nicht um Jahre verzögert hat. Das Addon zu Stalker hört auf den Namen Stalker Clear Sky, dessen Technik trotz des immer noch hübschen Vorgängers weiter aufgebohrt worden ist, weswegen das Spiel neben Crysis optisch am schönsten anzusehen ist. Die Engine unterstützt nun die Direct3D-10-API und kommt zudem mit diversen verbesserten Effekten daher. Die Sonnenunter- sowie Sonnenaufgänge waren wohl nie zuvor so schön auf einem Bildschirm anzusehen. Die ganze Beleuchtung macht einen großen Schritt nach vorne, ebenso die Schattendarstellung. Zudem kann man dank der Direct3D-10-Unterstützung nun normales Multi-Sampling-Anti-Aliasing verwenden, was aufgrund des „Deferred Shading“-Algorithmus vorher nicht möglich war. Wir Testen das Spiel mittels einer 60 Sekunden langen Szene, die wir jedes mal exakt nachstellen. Genauere Details zur Testmethode findet man in unserem Spielbericht zu Stalker Clear Sky [3].
Mittlerweile sehen Strategiespiele zwar deutlich besser aus als noch vor einigen Jahren – so recht gelingen will es den Programmen aber nur selten, in die grafische Königsklasse, die meist von First-Person-Shootern besetzt wird, vorzudringen. Den Entwicklern von World in Conflict scheint dies nicht gereicht zu haben und man entwickelte eine Grafikengine, die sich vor keinem anderen Spiel zu verstecken braucht. World in Conflict Soviet Assault unterstützt die Direct3D-10-API und hat keine Schwierigkeiten, Kantenglättung unter der neuen Programmierschnittstelle anzuwenden. Schicke Shadereffekte zieren das Spiel (so wirft die Sonne beispielsweise Lichtstrahlen durch die Wolken, welche die Umgebung darunter beleuchten), ebenso detaillierte Texturen und eine realistische Schattendarstellung. Die Animationen der Spielcharaktere sind gut gelungen, was in Kombination mit einem kinoreifen Schnitt Kinoatmosphäre in den Zwischensequenzen aufkommen lässt. Als Testsequenz benutzen wir nicht die integrierte Benchmarkfunktion, da sich diese mitunter wenig berechenbar verhält. Stattdessen verwenden wir die Introsequenz zur elften Mission, die zur neuen Russen-Kampagne gehört.
World in Conflict - GT200 World in Conflict SA - RV790
Auch wenn die Angaben von Durchschnitts-FPS-Werten unserer Meinung nach immer noch die sinnvollste Darstellung eines Benchmarks ist, solange man nur eine simple Zahl haben möchte, ist diese Methode alles andere als ideal. So kann es durchaus vorkommen, dass zum Beispiel die zweite Hälfte einer Testsequenz deutlich schlechter ausfällt als die erste, was bei reinen Durchschnitts-FPS-Ergebnissen aber nicht zu erkennen ist.
Aus diesem Grund haben wir von den Spielen Battleforge, Call of Duty 5, Crysis Warhead, Riddick: Assault on Dark Athena sowie Stalker Clear Sky so genannte Frameverläufe angefertigt, die beste Methode, einen zeitlich begrenzten Benchmark für den Leser abzubilden. Bei einem Frameverlauf versuchen wir eine immer gleichbleibende, 60 sekunden lange Sequenz (bei Battleforge nur 25 Sekunden) in einem Spiel nachzustellen und messen die FPS-Werte jeder einzelnen Sekunde. Mit diesen Informationen füttern wir daraufhin den Frameverlauf, an dem man sehr exakt erkennen kann, wie gut eine Grafikkarte das Spiel über einen längeren Zeitraum beschleunigen kann.
Frameverläufe Mid-Range
Frameverläufe Performance
Frameverläufe High-End
Performancerating
Kommen wir nun abschließend zum Performancerating. Dadurch soll es erleichtert werden, alle Ergebnisse auf einen Blick zusammengefasst zu bekommen. Da der synthetische Benchmark in dem Testparcours (sprich der 3DMark Vantage) über keine Spiele-Engine verfügen und somit keine realistische Aussagen über die Geschwindigkeit in 3D-Titeln wiedergeben, haben wir diese Applikationen aus dem Rating herausgenommen. Da in 2560x1600 mit acht-fachem Anti-Aliasing beinahe ausschließlich nur unspielbare FPS-Raten erreicht werden und dazu viele Grafikkarten in einigen Spielen gerne abstürzen, haben wir uns dazu entschlossen, das Rating in einem Klapptext zu verstecken. Wir bitten, diese Ergebnisse nur mit äußerster Vorsicht zu beachten.
Da quasi alle aktuellen Modelle über eine herstellerseitige Lüftersteuerung verfügen, unterscheiden wir bei den Messungen den 2D- und den 3D-Betrieb. Für die Last-Messungen wird ein Savegame zu Bioshock verwendet und nach dreißig Minuten die Lautstärke notiert. Beide Messungen werden im Abstand von 15 cm zur Grafikkarte durchgeführt. Die Messung erfolgt für das gesamte Testsystem.
Ähnlich den Messungen zur Lautstärke werden auch die Temperaturmessungen durchgeführt. Fast alle aktuellen Grafikkarten besitzen Sensoren, die per Treiber oder Hersteller-Tool ausgelesen werden können. Die Kern-Temperatur wird dabei im Ruhezustand im Windows-Desktop und unter Last nach dreißig Minuten Bioshock abgelesen. Zudem messen wir mit Hilfe eines Infrarot-Thermometers die Chiptemperatur auf der Rückseite der Grafikkarte.
Für die Messungen der Leistungsaufnahme wird ein handelsüblicher Verbrauchs-Monitor, den man sich auch beim örtlichen Stromversorger ausleihen kann, genutzt. Gemessen wird die Gesamt-Leistungsaufnahme des Testsystems. Auch hier gilt die Teilung zwischen Idle- und Last-Betrieb. Letzterer wird durch Verwendung von Bioshock unter der Auflösung 2560x1600 simuliert.
Neben der Leistung, der Bildqualität und den sonstigen Eigenschaften einer modernen Grafikkarte spielt der Preis für die meisten Käufer eine entscheidende Rolle. Denn was nützt einem die schnellste GPU, wenn sie schlicht unbezahlbar ist? Aus diesem Grund haben wir ein Diagramm mit allen 3D-Beschleunigern aus dem Testparcours zusammengestellt und die günstigsten Preise bei Geizhals [4] herausgesucht. Dabei wird der Preisindex nicht nur nach dem günstigsten Preis erstellen, die Hardware muss auch erhältlich sein. Wir weisen darauf hin, dass sich der Preis der bevorzugten 3D-Karte täglich ändern kann, weswegen eine dauerhafte Korrektheit nicht garantiert werden kann. (Stand der Preise: 1.7.2009)
Im Folgenden wird nun das Preis-Leistung-Verhältnis der im Test vertretenen Karten bestimmt. Dabei wird das Performance-Rating durch den Preis dividiert und mit 1000 Multipliziert. Das Ergebnis repräsentiert die Leistung, die man kaufmännisch gerundet für einen Euro erhält. Das Preis-Leistung-Verhältnis wurde für verschiedene Auflösungen und Qualitätseinstellungen ermittelt.
Neuer Testparcours, andere Ergebnisse? Bereits bei unserer letzten Umstellung konnten wir dies beobachten und mit den neueren Treibern, anderen Spielen und teilweise anderen Auflösungen gilt dieser Zusammenhang auch im Juli 2009. Dementsprechend sind unsere alten Ergebnisse und Empfehlungen nur noch bedingt auf die zukünftigen Tests zu übertragen. Aber der Reihe nach.
Eine generelle Aussage, dass zum Beispiel ATi- oder Nvidia-Grafikkarten durch die neuen Spiele besser dastehen, gibt es nicht. Je nach Qualitätseinstellung profitiert mal das eine und mal das andere Lager. In der Tendenz liegen die Nvidia-Grafikkarten nun oftmals etwas weiter vor den ATi-Pendants, wobei es aber durchaus Szenarien gibt, in denen die Reihenfolge anders aussieht. So kann z.B. die Radeon HD 4870 X2 ein gutes Stück auf die GeForce GTX 295 aufholen.
Darüber hinaus ist auffällig, dass den ATi-Karten die Auflösung 1920 x 1200 besser als der Konkurrenz zu gefallen scheint, solange man die Kantenglättung aktiviert. So muss sich die Radeon HD 4870 der GeForce GTX 260 in 1680 x 1050 um sieben Prozent geschlagen geben, während die Differenz in 1920 x 1200 auf ein einziges Prozent schrumpft. Auch auf die anderen Karten lässt sich die Beobachtung übertragen.
13 Grafikkarten
Doch wie schauen unsere neuen Empfehlungen aus? Aufgrund der anderen Geschwindigkeitsmessungen und vor allem der aktuellen Preise unterscheiden sich diese von den damaligen Launch-Artikeln. Die Radeon HD 4670 von ATi hinterlässt mittlerweile einen schlechteren Eindruck. Die Grafikkarte kostet mit 60 Euro gerade einmal 5 Euro weniger als die GeForce 9600 GT, bietet aber eine um 23 Prozent schlechtere Leistung. Im Niedrigpreissegment ist die GeForce 9600 GT derzeit auf jeden Fall vorzuziehen.
Genau anders herum sieht es im Duell Radeon HD 4850 gegen GeForce 9800 GT aus. Beide Probanden gehen für günstige 85 Euro über die Ladentheke, wobei die ATi-Karte um etwa 15 Prozent schneller ist. Einzig die Lautstärke unter Last könnte gegen die Radeon HD 4850 sprechen. Die Radeon HD 4770 hat derzeit mit großen Lieferschwierigkeiten zu kämpfen und kostet mit 95 Euro gleich viel wie eine GeForce GTS 250 mit 512 MB – also zu viel für die gebotene Leistung. Denn die GeForce GTS 250 (gleich schnell mit der GeForce 9800 GTX+) rendert um 13 Prozent flotter. Eigentlich schade, denn an der Hardware der ATi-Karte gibt es in dem ursprünglich vorgesehenen Preissegment (80 Euro) nichts zu meckern.
Im Duell Radeon HD 4870 gegen GeForce GTX 260 gibt es keinen eindeutigen Sieger. Die Radeon HD 4870 kostet mit 125 Euro 15 Euro weniger als die GeForce GTX 260, ist aber um etwa sieben Prozent in 1680 x 1050 mit 4xAA/16xAF langsamer. Dafür kann der 3D-Beschleuniger in 1920 x 1200 gleich auf ziehen. Aufgrund des CUDA-Vorteils der Nvidia-Karte sehen wir beide Probanden auf ein und demselben (sehr guten) Niveau.
Etwas alleine gelassen fühlt sich wahrscheinlich die Radeon HD 4890, für die der Kunde 160 Euro bezahlen muss. Die GeForce GTX 275 kostet gleich 25 Euro mehr, ist dafür aber auch dreizehn (1680x1050) bzw. sechs (1920x1200) Prozent schneller, bietet CUDA und arbeitet im Betrieb leiser. Beide Karten können für den verlangten Preis jedoch nicht wirklich überzeugen. Eine allgemeine Kaufempfehlung können wir in dem Duell nicht aussprechen.
Die GeForce GTX 285 kämpft für 255 Euro alleine an der Front der Single-GPU-Karten, ist dabei aber nur etwa zehn Prozent schneller als die GeForce GTX 275. Durch den hohen Preis wirkt die GeForce GTX 285 unattraktiv, zudem die Vorteile der Karte (größerer Speicher) nur selten ausgespielt werden können.
Für einen Kampfpreis von 295 Euro bietet ATi die Radeon HD 4870 X2 an, während die GeForce GTX 295 mit 390 Euro deutlich mehr kostet. Die Performance ist im Durchschnitt gleichwertig, mal hat die eine, mal die andere Karte die Nase vorne. Dass die Radeon HD 4870 X2 das bessere Produkt ist, können wir dennoch nicht sagen, da die ATi-GPU schwer mit Mikroruckler zu kämpfen hat. Diese sind auf der GeForce GTX 295 so gut wie nicht mehr vorhanden, was ein großer Vorteil ist. Deswegen raten wir eher zur GeForce GTX 295, da man mit der Radeon HD 4870 X2 öfters in Schwierigkeiten gerät.
ComputerBase-Empfehlung bis 70 Euro
Nvidia GeForce 9600 GT (etwa 65 Euro)
Positive Eigenschaften
Meistens schnell genug für 1280x1024 1xAA/1xAF
CUDA
Leise
Niedrige Leistungsaufnahme
Negative Eigenschaften
Für qualitätssteigernde Features zu langsam
Für zukünftige Spiele zu langsam
ComputerBase-Empfehlung bis 90 Euro
ATi Radeon HD 4850 (etwa 85 Euro)
Positive Eigenschaften
Hervorragendes Preis/Leistung-Verhältnis
Schnell genug für 1680x1050
Manchmal AA/AF möglich
Direct3D 10.1
Sehr leise unter Windows
Negative Eigenschaften
Zu laut unter Last
Für zukünftige Spiele etwas wenig Leistung
ComputerBase-Empfehlung bis 100 Euro
Nvidia GeForce GTS 250 512 MB (etwa 95 Euro)
Positive Eigenschaften
Schnell genug für 1680x1050
Manchmal AA/AF möglich
CUDA
Angenehm leise unter Windows
Negative Eigenschaften
512 MB manchmal zu wenig
Laut unter Last
Für zukünftige Spiele etwas wenig Leistung
ComputerBase-Empfehlung bis 150 Euro
ATi Radeon HD 4870 1GB (etwa 125 Euro)
Positive Eigenschaften
Hervorragendes Preis/Leistung-Verhältnis
Schnell genug für 1920x1200
Öfters AA/AF möglich
Direct3D 10.1
Sehr leise unter Windows
Nicht zu laut unter Last
Negative Eigenschaften
Viel zu hohe Leistungsaufnahme unter Windows
Nvidia GeForce GTX 260 (etwa 140 Euro)
Positive Eigenschaften
Gutes Preis/Leistung-Verhältnis
Schnell genug für 1920x1200
Öfters AA/AF möglich
CUDA/PhysX
Nicht zu laut unter Last
Negative Eigenschaften
Könnte unter Windows leiser sein
ComputerBase-Empfehlung bis 200 Euro
ATi Radeon HD 4890 (etwa 160 Euro)
Positive Eigenschaften
Schnell genug für 1920x1200
Öfters AA/AF möglich
Direct3D 10.1
Negative Eigenschaften
Viel zu hohe Leistungsaufnahme unter Windows
Könnte unter Windows leiser sein
Viel zu laut unter Last
Nvidia GeForce GTX 275 (etwa 185 Euro)
Positive Eigenschaften
Schnell genug für 1920x1200
Öfters AA/AF möglich
CUDA/PhysX
Negative Eigenschaften
Könnte unter Windows leiser sein
Etwas laut unter Last
Zu hohe Leistungsaufnahme unter Last
ComputerBase-Empfehlung bis 400 Euro
Nvidia GeForce GTX 295 (etwa 390 Euro)
Positive Eigenschaften
Schnell genug für 2560x1600
Öfters AA/AF möglich
CUDA/PhysX
Kaum Mikroruckler
Negative Eigenschaften
Schlechtes Preis/Leistung-Verhältnis
Multi-GPU-Probleme
Generell viel zu laut
Hohe Leistungsaufnahme
Speicher manchmal zu klein
Über Meinungen und Kritik würden wir uns gerne in den Kommentaren freuen, um den Testparcours weiter verbessern zu können.