Einleitung
Neuigkeiten rund um Grafikkarten haben sich in den letzten Monaten stark auf Nvidia konzentriert, da die Kalifornier eine Vielzahl an neuen Modellen vorgestellt haben. Beim Dauerkonkurrenten ATi ging es dagegen eher ruhig zur Sache, da die eigene DirectX-11-Produkte schon länger in allen Preissegmenten vertreten sind.
Das hindert die Boardpartner aber nicht daran, immer mal wieder eigene Designs auf den Markt zu werfen, um so den Verkauf der ATi-Karten zu eigenen Gunsten anzufachen. Asus beispielsweise hat vor einiger Zeit die Radeon HD 5870 V2 auf den Markt gebracht, die eine bessere Leistung als das Referenzdesign erbringen und nichtsdestotrotz nicht allzu viel teurer als eine Standard-Karte sein soll. Ist das dem Hersteller gelungen?
Asus Radeon HD 5870 V2
Mit der Radeon HD 5870 V2 möchte Asus eine Grafikkarte preislich nahe an dem Referenzdesign der Radeon HD 5870 auf dem Markt haben und trotzdem deutlich bessere Hardware liefern. Preislich gesehen funktioniert das Vorhaben, da die Karte bereits ab 370 Euro [1] zu haben ist, während das Standard-Modell desselben Herstellers 360 Euro kostet.
Asus setzt bei der Radeon HD 5870 V2 auf ein eigens entwickeltes PCB, das weiterhin in Schwarz daher kommt, mit einer Länge von 26 cm aber leicht kürzer als das Pendant auf dem Referenzdesign ist. Nichtsdestotrotz sollte jeder vor dem Kauf aber ein Blick in das eigene Gehäuse werfen, da schnell ein SATA-Kabel einer Festplatte im Weg sein kann. Für den Betrieb muss die Hardware mit einem Sechs-Pin- sowie einem Acht-Pin-Stromstecker verbunden werden, obwohl normalerweise zwei Sechs-Pin-Anschlüsse ausreichend sind. So soll das Übertaktungspotenzial gesteigert werden.



Das Dual-Slot-Kühlsystem macht einen mächtigen Eindruck. Es ist nicht nur recht schwer, sondern belegt zusätzlich die gesamte Vorderseite der Radeon HD 5870 V2, während die Rückseite indes völlig ungekühlt bleibt. Das Kernstück des Kühlers besteht aus einem Block aus Kupfer, der direkt über der RV870-GPU montiert ist. Der Block ist in einen Kühler aus Alu eingebettet, der einen Großteil des restlichen PCBs bedeckt, und unzählige Lamellen aus Kupfer trägt.



Heatpipes, die die Lamellen mit dem Kühlblock auf der GPU verbinden, fehlen ebenso wenig wie die obligatorische Plastikkappe, die das gesamte Kühlsystem bedeckt. Als Lüfter verbaut Asus einen im Durchmesser 85 mm großen Radiallüfter, der am Ende der Karte platziert ist.



Unter Windows arbeitet die Asus Radeon HD 5870 V2 wie gewohnt: Um Strom zu sparen agiert die GPU dann nur noch mit 157 MHz und der 1.024 MB große GDDR5-Speicher, der von Samsung hergestellt wird, mit 600 MHz. Unter Last hat der Hersteller den Rechenkern minimal um 18 MHz auf 868 MHz übertaktet, wobei dies – soviel verraten wir jetzt schon – absolut unsinnig ist. Der Speicher wird dagegen mit den gewohnten 2.400 MHz angesteuert.
Auf dem Slotblech der Grafikkarte findet der Käufer einen Dual-Link-DVI-, einen HDMI- sowie einen DisplayPort-Anschluss vor. Damit ist Eyefinity, also der Betrieb von drei Monitoren gleichzeitig, problemlos möglich. Die Kabelausstattung der Radeon HD 5870 V2 ist ordentlich. So gibt es zwei Strom-, einen DVI-auf-D-SUB- sowie einen HDMI-auf-DVI-Adapter. Eine CrossFire-Bridge fehlt ebenso wenig. Gut gelungen ist Asus das Softwarepaket. Denn nicht nur eine Treiber-CD liegt dem Karton bei, sondern genauso mit Stalker – Call of Pripyat ein DirectX-11-Spiel – lobenswert!
Benchmarks
Die folgenden Benchmarks wurden mit dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem [2] auf Basis eines Intel Core i7 965 ermittelt. Dieser wird mit einem Takt von 3,87 GHz betrieben, um die Karten nicht unnötig auszubremsen. Als Treiber kamen für alle Messungen (einschließlich Leistungsaufnahme und Lautstärke) der Catalyst 10.6 beziehungsweise der GeForce 257.21 zum Einsatz.
1920x1200
Angaben in Bilder pro Sekunde (FPS)
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Die meisten von Haus aus übertakteten Grafikkarten heben die Frequenzen so gering an, dass in der Praxis eigentlich nur selten ein Unterschied spürbar ist. Asus treibt dies mit der Radeon HD 5870 V2 nun auf die Spitze und übertaktet einzig den RV870-Rechenkern um „sensationelle“ 18 MHz, die selbst messtechnisch nicht nachzuweisen sind. So legt die Karte im Durchschnitt unter 1920x1200 um keinen einzigen Prozentpunkt zu. Nicht einmal in einzelnen Anwendungen können wir einen signifikanten Unterschied verzeichnen.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Sonstige Messungen
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Unter Windows weiß die Lautstärke der Asus Radeon HD 5870 V2 zu gefallen, denn sie liegt mit 42,5 Dezibel auf ein und demselben Niveau wie das Referenzdesign derselben Karte. Was Asus bei der Lüftersteuerung geritten hat, ist uns allerdings völlig unverständlich. Diese reagiert derartig extrem auf die GPU-Temperatur, dass wir uns nicht erinnern können, schon einmal etwas ähnliches zu Gesicht bekommen zu haben. Zu Beginn herrscht durchaus Ruhe im Spiel und diese Ruhe hält bis ca. 80 °C Kerntemperatur an. Wird diese Grenze jedoch überschritten, dreht der Lüfter extrem auf und wird mit 65 Dezibel sehr laut – absolut unverständlich und vor allem unnötig. Spielspaß kommt so kaum zu Stande, zumal der Lüfter kurze Zeit später wieder leise wird; aber auch nur, um dann wieder bei 80 Grad voll aufdrehen zu können.
Temperatur
Angaben in °C
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Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Die Leistungsaufnahme der Asus Radeon HD 5870 V2 liegt durchweg leicht über dem Niveau des Referenzdesigns. So zieht die Karte unter Windows mit 176 Watt genau sechs Watt mehr aus der Steckdose als das Standard-Modell. Unter Last steigt die Differenz auf 19 Watt an, was in einem Endergebnis von 339 Watt resultiert.
Übertakten
Angaben in Bilder pro Sekunde (FPS)
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Die RV870-GPU auf der Asus Radeon HD 5870 V2 lässt sich recht ordentlich übertakten. Immerhin ein Plus von 57 MHz sind möglich, was einer Frequenz von 925 MHz entspricht. Der 1.024 MB große GDDR5-Speicher ist dagegen etwas hartnäckiger. Denn mehr als 100 MHz und somit 2.500 MHz können wir dem VRAM nicht ohne Bildfehler entlocken. Somit steigt die Leistung je nach Applikation zwischen fünf und sieben Prozent.
Fazit
Mit der Radeon HD 5870 V2 ersetzt Asus das Referenzdesign von ATi. Die neue Karte soll es Asus ermöglichen, die Produktions- und Verkaufskosten zu senken, und dennoch eine besserer Qualität in den Händlerregalen zu platzieren. Gelungen ist es Asus – wie so vielen Anbietern eigener Designs – und insbesondere Kühllösungen – allerdings nicht.
Nicht als Mangel, aber etwas merkwürdig erscheinen die minimal höheren Taktraten der Grafikkarte. Denn die zusätzlichen 18 MHz ändern selbst gemessen nichts an der Leistung der Karte – sie sehen höchstens auf der Packung gut aus.
Einen guten optischen Eindruck macht auch das Kühlsystem der Radeon HD 5870 V2, in der Praxis scheitert es jedoch. Werden 80 °C auf dem Kern überschritten, wird der Kühler plötzlich sehr laut und stört beim Spielen deutlich. Das resultierende Auf und Ab beim Über- und Unterschreiten der magischen Grenze ist nervtötend. Ebenfalls in die falsche Richtung geht die leicht höhere Leistungsaufnahme.
Bei all' diesen Negativpunkten stellt sich abschließend sogar die Frage, ob „nur“ 10 Euro mehr als das Referenzdesign noch als positiv zu bewerten sind. Wir sind der Meinung nein und können die Asus Radeon HD 5870 V2 aktuell nicht empfehlen.
- Schnell genug für 1920x1200 und teilweise mehr
- Fast durchgängig AA/AF möglich
- Leise unter Windows
- Eyefinity
- Sehr laut unter Last
- Recht hohe Leistungsaufnahme unter Last


