Einleitung
Ein kleiner Blick zurück in die nahe Vergangenheit: Die MSI Radeon HD 5770 Hawk (ComputerBase-Test [1]) war mit ziemlicher Sicherheit der beste 3D-Beschleuniger seiner Klasse. Denn die Karte war und ist schnell und durchgehend flüsterleise – ohne Nachteile in der Temperaturentwicklung. Kurz und knapp: echt empfehlenswert!
Nun bringt MSI mit der GeForce GTX 460 Hawk einen „Nachfolger“ auf den Markt, an den entsprechend hohe Erwartungen gestellt werden. Auf dem Papier hat MSI einiges dafür getan, damit diese auch erfüllt werden. So hat der Hersteller die Taktraten ein gutes Stück gegenüber dem Referenzdesign angehoben, das Kühlsystem stammt erneut aus der Twin-Frozr-II-Serie und das PCB wurde völlig neu entwickelt – Überakten soll damit besonders weit möglich sein.
Ob das alles dazu reicht, an die Qualität des Vorgängers anzuknüpfen, klären wir auf den folgenden Seiten.
MSI GeForce GTX 460 Hawk
MSI hält mit Vorstellung der Hawk-Variante nun fünf Varianten der GeForce GTX 460 im eigenen Portfolio:
- MSI GeForce GTX 460 Cyclone: Eigenes Design, 768 MB
- MSI GeForce GTX 460 Cyclone OC: Eigenes Design, 768 MB, übertaktet
- MSI GeForce GTX 460 Cyclone: Eigenes Design, 1.024 MB
- MSI GeForce GTX 460 Cyclone OC: Eigenes Design, 1.024 MB, übertaktet
- MSI GeForce GTX 460 Hawk: Eigenes Design, 1.024 MB, übertaktet, PCB für hohe Taktraten optimiert
Die MSI GeForce GTX 460 Hawk ist aktuell für etwa 230 Euro gelistet [2], derzeit aber noch in keinem Online-Shop lieferbar. Das sollte sich aber in den nächsten Tagen ändern.
| Merkmal | Ausprägung | |
|---|---|---|
| PCB | Design | Eigenes Design mit speziellen Optimierungen fürs Übertakten |
| Länge | 22,5 cm | |
| Stromversorgung | 2 x 6 Pin | |
| Kühler | Design | eigene Entwicklung, 2 Slot |
| Kühlkörper | Twin Frozr II, Alu-Kern, Alu-Radiator, vier Heatpipes | |
| Lüfter | 2 x 75 mm (axial) | |
| Lüftersteuerung | Ja | |
| Takt (Stromsparmodus) | GPU | 780 MHz (51 MHz) |
| Shader | 1.560 MHz (101 MHz) | |
| Speicher | 1.800 MHz (135 MHz) | |
| Speichergröße | 1.024 MB GDDR5, Samsung | |
| Anschlüsse | 2 x Dual-Link-DVI 1 x Mini-HDMI |
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| Lieferumfang | Hardware | 2 x Strom 1 x DVI auf D-SUB Mini-HDMI auf HDMI 3x Kabel für Spannungsmessungen |
| Software | Treiber-CD GF10x-Techdemos Afterburner Assassin's Creed 2 „Zertifikat-Urkunde“ |
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Benchmarks
Die folgenden Benchmarks wurden mit dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem [3] auf Basis eines Intel Core i7 965 ermittelt. Dieser wird mit einem Takt von 3,87 GHz betrieben, um die Karten nicht unnötig auszubremsen. Als Treiber kamen für alle Messungen (einschließlich Leistungsaufnahme und Lautstärke) der Catalyst 10.6 beziehungsweise der GeForce 257.21 (GTX 460: 258.80) zum Einsatz.
1920x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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MSI hat die Taktraten auf der GeForce GTX 460 Hawk ein gutes Stück erhöht, so dass die Performance im Durchschnitt unter 1920x1200 um zwölf Prozent über der des Referenzdesigns liegt. Die Zotac GeForce GTX 460 AMP! liegt allerdings nochmals um weitere fünf Prozent vor der MSI-Karte. Damit rendert die Hawk-Karte nur noch zwei Prozent langsamer als die Radeon HD 5850 und um neun Prozent langsamer als die GeForce GTX 470.
Das beste Einzelergebnis kann die GeForce GTX 460 Hawk in Crysis Warhead ohne Anti-Aliasing sowie der anisotropen Filterung einfahren. In diesem Fall liegt der 3D-Beschleuniger um 15 Prozent vor dem Referenzdesign. Das geringste Leistungsplus stellen wir dagegen in Metro 2033 inklusive der beiden qualitätssteigernden Features fest. Dann rendert die „Falkenkarte“ nur noch um sechs Prozent flotter als ein Standard-Modell.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Sonstige Messungen
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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In Sachen Lautstärke kann uns die MSI GeForce GTX 460 Hawk durchweg beeindrucken. Unter Windows messen wir bei der Grafikkarte nur 41,5 Dezibel, womit der 3D-Beschleuniger aus einem geschlossenen Gehäuse nicht von den restlichen Komponenten zu unterscheiden ist. Unter Last wird die Grafikkarte dann nicht lauter als 46,5 Dezibel, womit es MSI sogar schafft, das bereits sehr gute Referenzdesign in die Schranken zu weisen.
Temperatur
Angaben in °C
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Bei den Temperaturen zeigt sich die MSI GeForce GTX 460 Hawk in allen Lebenslagen sehr zurückhaltend. Unter Windows wird die GF104-GPU nicht wärmer als 29 Grad Celsius, während wir unter Last höchstens 64 Grad feststellen können. Damit hat der Twin-Frozr-II-Kühler noch genügend Reserven für warme Sommertage. Auf der Chiprückseite beträgt die Temperatur an der wärmsten Stelle 74 Grad Celsius. Das ist zwar mehr als zum Beispiel beim Standard-Modell, aber immer noch absolut problemlos.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Unter Windows messen wir in der Disziplin der Leistungsaufnahme bei der MSI GeForce GTX 460 Hawk einen Verbrauch von 160 Watt (gemeint ist der gesamte PC), womit der 3D-Beschleuniger um etwa vier Watt genügsamer als das Referenzdesign ist. Unter Last stellen wir höchstens 331 Watt fest, 21 Watt mehr als bei dem Standard-Modell.
Übertakten
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Obwohl die MSI GeForce GTX 460 Hawk bereits von Haus aus mit höheren Taktraten daher kommt, ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Die TMU-Domäne können wir um weitere 70 MHz übertakten, was in 850 MHz resultiert. Das hat eine Shaderfrequenz von 1.700 MHz anstatt von 1.560 MHz zur Folge. Der 1.024 MB großen GDDR5-Speicher arbeitet noch mit einem Plus von bis zu 300 MHz (2.100 MHz) fehlerfrei. Damit können wir die Leistung je nach Applikation zwischen zehn und elf Prozent steigern.
Übertaktet mit mehr Spannung
MSI bietet beim PCB der GeForce GTX 460 Hawk darüber hinaus offiziell die Möglichkeit, die Spannungen der Grafikkarte zu erhöhen. Mit Hilfe der Afterburner-Tools [4] ab der Version 2.0.0 ist es dabei möglich, die Spannungen separat für die GPU, den Speicher und „AUX“ zu erhöhen. Hinter „AUX“ verbirgt sich der Taktgeber. Wird dieser mit einer höheren Spannung betrieben, soll der Chip noch einige weitere Megahertz zulassen. Anders als bei älteren Versionen sieht man nun allerdings nicht mehr die exakte Spannung, sondern kann den Regler nur noch relativ zum Ursprung in den positiven Bereich ziehen.
Bei der GeForce GTX 460 Hawk ist bei der GPU und dem Speicher ein Plus von 0,1 Volt möglich. AUX lässt eine höhere Spannung von 0,03 Volt zu. Darüber hinaus gibt es bei der Hawk noch eine weitere Besonderheit. So sind auf der Rückseite der Platine zwei kleine Kippschalter verbaut. Der eine schaltet die interne Temperaturüberwachung insofern ab, als dass sich die Grafikkarte nicht mehr automatisch herunter taktet oder gar abschaltet, wenn eine Temperatur von 105 Grad Celsius überschritten wird. Der andere sorgt dafür, dass es keine Limitierung mehr gibt, wie viel Strom gleichzeitig über die Grafikkarte fließt. Mit aktivem Schalter liegt diese bei 150 Ampere, ohne den Schutz bei 300 Ampere.
OC-Benchmarks mit höherer Spannung
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Laut Angabe von MSI liegt die Standardspannung der GF104-GPU bei der GeForce GTX 460 Hawk bei 1,075 Volt (0,875 Volt im Leerlauf), die des Speichers bei 1,54 Volt (1,355 Volt unter Windows) und die des Taktgebers durchgängig bei 1,05 Volt. Kommen wir zu den Ergebnissen.
Wird die Spannung um den maximal möglichen Wert im Afterburner erhöht, können wir die TMU-Domäne um weitere 53 MHz auf 903 MHz übertakten. Die Shadereinheiten machen weitere 106 MHz (1.806 MHz) mit und der GDDR5-Speicher zusätzliche 54 MHz (2.154 MHz). Damit steigt die Performance je nach Anwendung um weitere fünf bis sechs Prozent.
In wie weit sich das Übertakten auf Faktoren wie die Leistungsaufnahme, Lautstärke und die Temperaturen auswirkt, haben wir mit normaler und erhöhter Spannung ebenfalls gesondert untersucht.
Sonstige Messungen mit höherer Spannung
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Solange die Spannung nicht erhöht wird, hat das Übertakten kaum Auswirkungen auf die Lautstärke. Nur 1,5 Dezibel mehr Lärm stellen wir dann mit der GeForce GTX 460 Hawk fest. Bei erhöhter Spannung sind es dann aber schon deutlich lautere 54 Dezibel.
Ähnliches lässt sich über die Leistungsaufnahme feststellen. Zusätzliche zwölf Watt durch die höheren Frequenzen sind zu vernachlässigen, ein Plus von 69 Watt bei höherer Spannung ist aber schon ein ganz ordentlicher Wert. Bei den Temperaturen lässt sich – oh, Überraschung! – dasselbe sagen.
Fazit
Und hat es die MSI GeForce GTX 460 Hawk geschafft, in die Fußstapfen der Radeon HD 5770 Hawk zu treten? Unser Fazit.
In Sachen Performance hat MSI einen ordentlichen Schritt gegenüber dem Referenzdesign gemacht, denn im Durchschnitt rendert die Karte unter 1920x1200 um zwölf Prozent flotter und ist somit nur noch zwei Prozent langsamer als die Radeon HD 5850 von ATi. Eine GeForce GTX 470 ist mit einer Differenz von neun Prozent auch nicht mehr allzu weit entfernt.
Noch viel besser gefallen als die Leistung hat uns aber das Twin-Frozr-II-Kühlsystem, das durch die Bank eine sehr gute Arbeit verrichtet. Und auch bezüglich der Leistungsaufnahme gibt es nichts zu kritisieren, da sie unter Windows sehr niedrig und unter Last trotz deutlich höherer Frequenzen nur knapp über der einer Standard-Karte liegt.
Apropos Frequenzen: Die MSI GeForce GTX 460 Hawk lässt sich sehr gut übertakten. Kein Wunder, MSI hat in diesem Bereich so einiges investiert: Ein vollständig überarbeitetes PCB mit einer besseren Stromversorgung (7+1 Phasen anstatt 4+1) und eine modifizierte Afterburner-Version, mit deren Hilfe sich separat die Spannungen der GPU, des Speichers und des Taktgebers einstellen lässt – ein Fest für Übertakter. Die Leistungsaufnahme bei veränderter Spannung steigt unter Last allerdings spürbar an.
Und der Preis, das potentielle Zünglein an der Waage? Der Preis liegt aktuell mit 230 Euro spürbar höher als beim Referenzdesign, für das aktuell 190 Euro gezahlt werden muss, während eine GeForce GTX 470 mit 250 Euro kaum noch teurer ist (für interessierte Kunden gleicht die Vollversion von Assassin's Creed 2 den höheren Kaufpreis allerdings schnell wieder aus).
Am Ende können wir dennoch eine Kaufempfehlung für die MSI GeForce GTX 460 Hawk aussprechen, da die Karte ein durchweg verbessertes Referenzdesign darstellt. Vor allem Übertakter können sich freuen. Der höhere Kaufpreis geht dabei in Ordnung, zumal mit wenig „manuellem Tuning“ problemlos die Leistung einer GeForce GTX 470 erreicht werden kann. Unserer Ansicht nach ist die MSI die derzeit beste Karte ihrer Art. Selbst die Zotac GeForce GTX 460 AMP! hat trotz des ähnlichen Kaufpreises das Nachsehen gegenüber dem MSI-Produkt. Zwar ist die AMP!-Variante noch etwas schneller, verrichtet dafür die Arbeit aber deutlich lauter. Wer hingegen den Aufpreis nicht zahlen will oder kann, der sieht sich weiterhin bei den „normalen“ Ablegern der GeForce GTX 460 um.
- Schnell genug für 1920x1200
- Meistens AA/AF möglich
- Sehr schnelles DirectX 11
- SSAA in allen APIs möglich
- CUDA/PhysX
- Durchweg sehr leise
- Niedrige Leistungsaufnahme unter Windows
- Weitreichende Übertaktungsmöglichkeiten
- Vollversion von Assassin's Creed 2
- Recht hohe Leistungsaufnahme unter Last



