Einleitung
MSI hat neben dem Referenzdesign der Radeon HD 5770 noch eine Variante mit einem modifizierten Kühler sowie eine übertaktete Version im eigenen Portfolio. Die Speerspitze stellt jedoch die vierte Karte, die Radeon HD 5770 Hawk, dar. Denn dieses Exemplar setzt auf höhere Taktraten, ein modifiziertes PCB, hochwertige Bauteile und einen Kühler aus der „Twin Frozr II“-Reihe, die (teils in unterschiedlichen Varianten) auch bei anderen Modellen eingesetzt wird.
In diesem Artikel muss sich der 3D-Beschleuniger aber nicht nur gegen das zwar gute, aber längst nicht optimale Referenzdesign behaupten, sondern auch gegen die Radeon HD 5770 PCS+ von PowerColor [1], die ebenfalls übertaktet daher kommt und auf einen Kühler von Arctic Cooling setzt. Es wird also kein leichtes Unterfangen für die Radeon HD 5770 Hawk; aber ein spannender Vergleich für einen potenziellen Käufer!
MSI Radeon HD 5770 Hawk
Die Radeon HD 5770 Hawk ist MSIs Speerspitze der Serie und kostet dementsprechend leicht mehr als die restlichen Vertreter. Ab etwa 155 Euro [2] ist die Karte derzeit zu haben, wobei die Verfügbarkeit noch nicht allzu rosig ist. Im Vergleich dazu kostet das Referenzdesign desselben Herstellers rund 135 Euro.
Das PCB der MSI Radeon HD 5770 ist schwarz eingefärbt und kommt mit einer Länge von etwa 20,5 cm daher. Das PCB des Standard-Modells ist wenige Millimeter kürzer, was jedoch beim Einbau in ein handelsübliches Gehäuse kein Problem darstellt. Die Platine wurde vom Hersteller modifiziert und kommt unter anderem mit sichtbar weniger Bauteilen aus. Weiterhin notwendig ist ein separater 6-Pin-Stromstecker, da die maximale Leistungsaufnahme bei über 75 Watt liegt.



Das Dual-Slot-Kühlsystem stammt aus der Twin-Frozr-II-Serie. Ein eingelassener Kühlblock aus Kupfer (vernickelt) ist direkt über der RV840-GPU angebracht.



Gleich zwei im Durchmesser jeweils 65 mm große Axiallüfter, die durch eine Lüftersteuerung durchweg leise arbeiten sollen, sind auf dem Kühlkörper installiert. Ob das wirklich funktioniert, klären wir auf den folgenden Seiten. Der GDDR5-Speicher ist sowohl auf der Vor- als auch auf der Rückseite vollständig ungekühlt.
Unter Windows taktet die MSI Radeon HD 5770 Hawk ihre GPU auf 157 MHz herunter. Der 1.024 MB große GDDR5-Speicher, der von Samsung hergestellt wird, arbeitet dann noch mit 600 MHz. Während einer Lastphase wir der Rechenkern mit 875 MHz genau 25 MHz schneller als beim Referenzdesign angesteuert. Der Speicher verbleibt dagegen bei den gewöhnlichen 2.400 MHz.


Auf dem Slotblech der MSI Radeon HD 5770 Hawk findet der Käufer einen Dual-Link-DVI-, einen HDMI- und einen DisplayPort-Anschluss vor. Eyefinity mit bis zu drei Monitoren ist so ohne weiteres möglich. Die Kabelausstattung beläuft sich auf einen DVI-zu-D-SUB- und einen Stromadapter. Darüber hinaus gibt es noch ein Kabel, mit dessen Hilfe (und der eines Multimeters) die Spannung der GPU und die des Speichers ausgemessen werden können. Die Softwareausstattung beläuft sich nur auf eine Treiber-CD inklusive der MSI-eigenen Tools.
Benchmarks
Die folgenden Benchmarks wurden mit dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem [3] auf Basis eines Intel Core i7 965 ermittelt. Dieser wird mit einem Takt von 3,87 GHz betrieben, um die Karten nicht unnötig auszubremsen. Als Treiber kam für alle Messungen (einschließlich Leistungsaufnahme und Lautstärke) der Catalyst 9.11 (Dirt-2-Hotfix) beziehungsweise der GeForce 195.62 zum Einsatz.
1680x1050
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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MSI übertaktet die Radeon HD 5770 Hawk nur moderat, weswegen die Differenz zum Referenzdesign nur gering ausfällt. So rendert das MSI-Produkt in 1680x1050 im Durchschnitt zwei Prozent flotter als ein gewöhnliches Modell. Den größten Vorsprung kann sich der 3D-Beschleuniger in Battleforge inklusive vier-facher Kantenglättung sowie 16-facher anisotroper Filterung erkämpfen: Sechs Prozent mehr Leistung lautet das Ergebnis.
In Colin McRae Dirt 2 fährt das Produkt dagegen das schlechteste Ergebnis ein, denn bei aktivierter Kantenglättung liegt die theoretisch flottere Karte gleich auf mit dem Referenzdesign.
Interessanterweise kann sich die MSI Radeon HD 5770 Hawk gar um ein Prozent von der PowerColor Radeon HD 5770 PCS+ absetzen, obwohl letztere den höheren Speichertakt hat. Wir gehen davon aus, dass MSI als Ausgleich die Speichertimings verbessert hat, um die geringere Speicherbandbreite kompensieren zu können.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Sonstige Messungen
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Unter Windows hinterlässt die MSI Radeon HD 5770 Hawk in der Disziplin der Lautstärke eine gute Figur und zeigt sich mit den gemessenen 40,5 Dezibel sehr leise. Damit ist der 3D-Beschleuniger in unserem Testsystem ähnlich geräuscharm wie eine komplett passiv gekühlte Grafikkarte, weswegen das Produkt aus einem geschlossenen Gehäuse nicht von den restlichen Komponenten zu unterscheiden ist. Die Hawk-Version eignet sich damit sehr gut für einen Silent-Rechner.
Unter Last wird der Eindruck keinen Deut schlechter, ganz im Gegenteil sogar! Denn die Grafikkarte bleibt weiterhin bei angenehmen 41 Dezibel, was erneut nicht zu hören ist. Damit erzielt die MSI-Karte das beste Ergebnis und setzt sich gar noch problemlos vor die ebenso nicht schlechte PowerColor Radeon HD 5770 PCS. Das Referenzdesign hat dagegen mit lauten 52 Dezibel nicht den Hauch einer Chance.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Bei der Leistungsaufnahme unter Windows macht die MSI Radeon HD 5770 Hawk nichts verkehrt und liegt mit 163 Watt (gemeint ist der gesamte PC) gar noch leicht unter den Werten des Referenzdesigns. Unter Last steigt der Verbrauch dann auf 258 Watt an, fünf Watt mehr als eine Standard-Karte.
Temperatur
Angaben in °C
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Unter Windows wird die RV840-GPU auf der MSI Radeon HD 5770 Hawk bis zu 39 Grad Celsius warm und liegt damit genau auf dem Niveau des Referenzdesigns. Unter Last erreicht der Rechenkern maximal 75 Grad Celsius, sieben Grad mehr als bei einer Standardkarte. Dies liegt an dem langsamer drehenden und somit leiseren Lüfter, wobei die 75 Grad noch absolut im grünen Bereich liegen. Auf der Chiprückseite messen wir 67 Grad Celsius.
Übertakten
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Die GPU lässt sich auf der Radeon HD 5770 Hawk um 100 MHz übertakten, was in 975 MHz resultiert – ein gutes Ergebnis. An der magischen 1.000-MHz-Marke scheitern wir nur knapp. Der 1.024 MB große GDDR5-Speicher, der von Samsung produziert wird, arbeitet noch mit 2.750 MHz einwandfrei: 350 MHz mehr als gewöhnlich. Je nach Applikationen können wir die Performance so um neun bis elf Prozent steigern.
Fazit
Mit der Radeon HD 5770 Hawk hatten wir MSIs Speerspitze aus der Radeon-HD-5770-Reihe im Test. Ein modifiziertes PCB, hochwertige Bauteile, höhere Taktraten und vor allem ein anderes Kühlsystem sollen der Grafikkarte zum Sieg verhelfen. Mission erfüllt?
Bei der Performance gibt es zwischen dem Referenzdesign und der Radeon HD 5770 Hawk kaum Unterschiede, da der Hersteller die Frequenzen nur minimal angehoben hat. So agiert der 3D-Beschleuniger unter 1680x1050 im Durchschnitt um zwei Prozent schneller als eine gewöhnliche Karte, was zu vernachlässigen ist.
Nicht tragisch, denn das eigentliche Highlight der MSI Radeon HD 5770 Hawk ist definitiv das Kühlsystem. Diesem ist es gleichgültig, ob Last anliegt oder nicht. Die beiden Lüfter agieren durchweg so leise, dass wir selbst messtechnisch keinen Unterschied zu einer passiv gekühlten Grafikkarte feststellen können. Das „Twin Frozr II“ getaufte Kühlsystem ist in allen Lebenslagen nicht zu hören – besser geht es eigentlich nicht!
Trotzdem liegen die Temperaturen absolut im grünen Bereich. Sicherlich, es gibt Varianten mit besseren Werten, die sind dann aber gleich hörbar lauter. Und das gilt sogar für die PowerColor Radeon HD 5770 PCS+, obwohl es sich ebenfalls um eine gute Grafikkarte handelt.
Kurz gesagt: Die MSI Radeon HD 5770 Hawk ist aus unserer Sicht die aktuell beste Radeon HD 5770 auf dem Markt, die keine inhärenten Schwachpunkte aufweist! Der einzige Nachteil ist nicht in der Hardware sondern im Preis zu suchen, da die Hawk-Variante etwa 155 Euro und somit 20 Euro mehr als das günstigere Referenzdesign desselben Herstellers kostet. Aber: diese 20 Euro sind unserer Meinung nach gut investiert.
- Schnell genug für 1920x1200
- Öfters AA/AF möglich
- Durchweg unhörbares Kühlsystem
- Niedrige Leistungsaufnahme
- DirectX 11
- Große Anschlussvielfalt inklusive Eyefinity
- Höhere Taktraten nutzlos


