Einleitung
Das Referenzdesign der GeForce GTX 470 zieht nicht nur viel Strom aus der Steckdose, es wird im Betrieb unter Last auch deutlich zu laut. Der Bordpartner Zotac möchte dem mit der GeForce GTX 470 AMP! nun entgegenwirken. Ein neues Kühlsystem soll die Temperaturen und die Lautstärke in den Keller drücken. Gleichzeitig hebt der Hersteller die Taktraten an, um die Leistung zu erhöhen. Unter dem Strich eine Verbesserung gegenüber dem Standard-Modell?
Zotac GeForce GTX 470 AMP!
Die Zotac-Karte ist in ersten Online-Shops ab etwa 406 Euro [1] gelistet, wobei der finale Marktpreis aber noch nicht geklärt ist.
Die Zotac GeForce GTX 470 AMP! kommt mit dem identischen PCB wie die GeForce GTX 470 daher, obwohl die Pressemitteilung des Herstellers etwas anderes verspricht. Damit ist die schwarz gefärbte Platine knapp 25 cm lang, weswegen wir einen Blick in das eigene Gehäuse vor dem Kauf empfehlen. Wie vom Referenzdesign gewohnt, müssen zwei Sechs-Pin-Stromstecker mit der Karte für einen ordnungsgemäßen Betrieb verbunden werden.



Völlig eigene Wege geht Zotac bei der GeForce GTX 470 AMP! dafür bei dem Kühlsystem. Es handelt sich nicht um den Standard-Kühler sondern um den VF-3000 von Zalman [2] (Triple-Slot-Design!).



Das Herzstück des Kühlers ist eine Kühlplatte aus Kupfer, die direkt über die GPU angebracht ist. Fünf Heatpipes leiten die Wärme schnell vom Kühler-Zentrum ab. Für die Frischluft auf der AMP!-Version sorgen gleich zwei im Durchmesser 85 mm große Axiallüfter, die beide von einer Lüftersteuerung geregelt werden.



Auf die mit der GeForce-GTX-400-Serie von Nvidia eingeführte Kühlplatte verzichtet Zotac und verbaut stattdessen eigene Kühlkörper auf GDDR5-Speicher sowie Stromversorgung. Die Rückseite muss dagegen ohne einen einzigen Kühlkörper auskommen.



Unter Windows taktet sich die TMU-Domäne der GeForce GTX 470 AMP! auf 51 MHz herunter, um so Strom sparen zu können. Die Shadereinheiten arbeiten dann noch mit 101 MHz, der 1.280 MB große GDDR5-Speicher, der von Samsung hergestellt wird, mit 135 MHz. Unter Last hat Zotac den 3D-Beschleuniger leicht übertaktet. Denn dann arbeiten die TMU-Domäne mit 656 MHz anstatt mit 608 MHz und die Shadereinheiten mit 1.312 MHz anstatt mit 1.215 MHz. Der Speicher verrichtet seine Arbeit mit einem Plus von 27 MHz, was in 1.701 MHz resultiert.
Auf dem Slotblech findet der Käufer die normalen zwei Dual-Link-DVI- sowie einen Mini-HDMI-Anschluss vor. Die Kabelausstattung der Zotac GeForce GTX 470 AMP! besteht aus einem DVI-auf-D-SUB-, einem Mini-HDMI-auf-HDMI- sowie aus zwei Stromadapter. Die Softwarebeilagen beschränken sich leider auf eine Treiber-CD mit einigen frei erhältlichen CUDA-Tools.
Benchmarks
Die folgenden Benchmarks wurden mit dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem [3] auf Basis eines Intel Core i7 965 ermittelt. Dieser wird mit einem Takt von 3,87 GHz betrieben, um die Karten nicht unnötig auszubremsen. Als Treiber kamen für alle Messungen (einschließlich Leistungsaufnahme und Lautstärke) der Catalyst 10.3a Preview beziehungsweise der GeForce 197.17 zum Einsatz.
1920x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Da die GeForce-GTX-400-Serie sehr gut auf Taktänderungen reagiert, nimmt die Performance der Zotac GeForce GTX 470 AMP! mehr zu als wir zuerst gedacht hatten. So ist die Grafikkarte im Durchschnitt unter 1920x1200 um sieben Prozent flotter als das Referenzdesign – zwar keine Welten, aber mehr als bei vielen anderen Partnerkarten. Die Radeon HD 5850 lässt man so um 14 Prozent zurück, während die Radeon HD 5870 noch vier Prozent flotter ist. Zur GeForce GTX 480 liegt die Differenz bei 15 Prozent.
Die größte Differenz zum Standard-Modell kann die GeForce GTX 470 AMP! in Anno 1404 (ohne AA/AF), Battleforge (ohne AA/AF) sowie Crysis Warhead (ohne AA/AF) einfahre (ca. zehn Prozent). Das schlechteste Ergebnis erreicht das Produkt in Stalker – Call of Pripyat ohne aktivierter Kantenglättung (drei Prozent).
Performancerating
Angaben in Prozent
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Sonstige Messungen
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Unter Windows erledigt die Zotac GeForce GTX 470 AMP! in Sachen Lautstärke einen hervorragenden Job und kommt auf gerade einmal 41 Dezibel, womit die Karte gleich auf mit der Radeon HD 5870 liegt. Damit ist der 3D-Beschleuniger aus einem geschlossenen Gehäuse mit aktiver Prozessorlüftung nicht von den restlichen Komponenten zu unterscheiden.
Unter Last wollten wir zuerst zwar unseren Ohren nicht trauen, aber es ist wahr: Während das Referenzdesign der GeForce GTX 470 im 3D-Modus noch einen sehr hohen Geräuschpegel hat, hat es Zotac mit der AMP!-Version geschafft, diesen immens zu drücken: Lauter als 43 Dezibel will die Karte einfach nicht werden, was mit Abstand der beste Wert einer High-End-Karte seit langem ist!
Temperatur
Angaben in °C
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Die Temperaturen der Zotac GeForce GTX 470 AMP! sind durch die Bank sehr niedrig. Unter Windows wird die GF100-GPU nicht wärmer als 33 Grad Celsius, während wir unter Last Werte bis zu 67 Grad Celsius messen. Im Vergleich dazu wurde das Referenzdesign noch über 90 Grad warm. Auf der Chiprückseite stellen wir höchstens 63 Grad Celsius fest.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Unter Windows zieht die Zotac GeForce GTX 470 AMP! 172 Watt (gemeint ist der gesamte PC) aus der Leitung, was drei Watt unter den Werten des Referenzdesigns liegt. Ganz an die Konkurrenz der Radeon-HD-5000-Serie kommt die Grafikkarte damit aber immer noch nicht heran.
Unter Last messen wir dann höchstens 350 Watt, was 26 Watt unter den Ergebnissen des Standard-Modells liegt. Damit reißt der 3D-Beschleuniger zwar immer noch keine Bäume aus, es ist aber immerhin eine kleine Besserung, die auf gesenkte Spannungen gegenüber dem Referenzdesign hindeutet.
Fazit
Mit der GeForce GTX 470 AMP! hat sich Zotac viel vorgenommen. Bestandsaufnahme:
Die Performancesteigerung durch die höheren Taktraten spielt sich auf niedrigem wenn auch spürbarem Niveau ab, immerhin kann sich die GeForce GTX 470 AMP! im Durchschnitt um sieben Prozent vom Standard-Design absetzen. In manchen Applikationen und Qualitätseinstellungen steigt der Vorsprung auf bis zu zehn Prozent an.
Doch das eigentliche Highlight der Zotac-Karte ist nicht in der Geschwindigkeit, sondern im Kühlsystem zu finden. Angefangen von einem flüsterleisen Betrieb unter Windows bis hin zu einem kaum lauteren Verhalten unter Last überzeugt Zotacs Modifikation auf ganzer Linie.
Dabei ist gerade das Verhalten und Last beachtenswert: die Zotac GeForce GTX 470 AMP! ist die leiseste High-End-Karte, die wir seit einer langen Zeit im Testlabor hatten. Und trotzdem liegen die Temperaturen weit unter den Werten der Standard-Karte und bleiben durchweg unter 80 Grad Celsius. Die Leistungsaufnahme unter Windows bleibt identisch, unter Last konnte Zotac hingegen satte 26 Watt einsparen – ein Grund für die reduzierten Geräuschemissionen.
Damit ist die Zotac GeForce GTX 470 AMP! in allen Belangen besser als das Referenzdesign und in Sachen Kühlung sogar um Meilen voraus. Der 3D-Beschleuniger ist damit eigentlich ohne größere Überlegungen (drei freie Slots werden benötigt!) der gewöhnlichen Version vorzuziehen. Eigentlich, denn wäre da nicht der Preis. 90 Euro Aufpreis (410 Euro) verlangt Zotac für die Karte, so dass am Ende jeder selber entscheiden muss, ob ihm die Bändigung einer GeForce GTX 470 ab Werk so viel Erspartes wert ist. Gelungen ist Zotac das Unterfangen „Produktverbesserung“ auf jeden Fall.
- Schnelle Single-GPU-Karte
- Meistens AA/AF möglich
- Sehr schnelles DirectX 11
- Unter Windows und unter Last sehr leise
- Zu hohe Leistungsaufnahme unter Last
- Drei freie Slots vorausgesetzt


