Vorwort
Der Axim X5 ist der erste Pocket-PC aus dem Hause Dell. Das Premieremodell gibt es mit Intels PXA 250 Pocket-CPU auf Taktraten von 300 MHz oder 400 MHz, wobei die normale Variante mit 300 MHz (Axim X5 Basic mit 32 MB SDRAM) 289€ kostet. Für seinen großer Bruder (Axim X5 Advanced mit 64MB SDRAM) muss man hingegen 405€ berappen. Für PDAs sind diese Preise jedoch noch außerordentlich preiswert, was wohl auch den großen Absatz des Geräts erklärt. Wir haben den 400 MHz-Neuling zum Testen erhalten und nebem einer längern Praxisbegutachtung auch durch einige Benchmarks geschickt. Vorab kann man schon verraten, dass Dell die Premiere gelungen ist, denn der Dell Axim X5 überzeugt in vielen Bereichen.
Erster Blick
Der Silberling hat an den Seiten Gummiabdeckungen, wodurch er fest und bequem in der Hand liegt. Mit seinen 200g ist er zwar nicht der Leichteste seiner Klasse, jedoch immer noch angenehm zu halten, ohne dass man ihm alle paar Minute absetzen muss. Bei näherer Betrachtung fallen einem jede Menge Anschlusslöcher und Slots auf. So gibt es einen seitlich eingelassenen Erweiterungsslot für SD/MMC-Karten und einen Einschub für Typ-II-CompactFlash-Karten neben der Kopfhörerbuchse an der Oberseite. Hätte man sich diesen CF-Slot gespart, so wäre der Axim sicherlich kleiner ausgefallen, denn so mißt er stattliche 125 x 17 x 81 mm - was nicht gerade zum Gardemaß der PDA-Klasse gehören. So passt Dells Neuling wohl nicht in jede Jackeninnentasche. Denn mit der mitgelieferten Hülle legt der Axim X5 nochmals an Volumen zu. Diese Sperrigkeit des Axims ist zwar ärgerlich, bietet jedoch im Gegenzug größeren Platz mehr Features als normale PDAs an. So kann der Pocket PC über den CF-Slot auf der Geräteoberseite mit Bluetooth, W-LAN oder einer Mini-Cam bestückt und erweitert werden.


An der Unterseite sind die entsprechenden Anschlussmöglichkeiten für Strom und Desktop-PC. Dieser wird über ein mitgeliefertes USB-Kabel mit dem X5 verbunden und macht - USB sei Dank - keinerlei Probleme beim Installieren und Benutzen. Dazu jedoch mehr unter Software [1].
Hat man auf den zentral über dem Display liegenden Power-Knopf gedrückt, erscheint sofort das vorinstallierte Windows in leuchtenden Farben. Auf den ersten Blick lässt es sich von den gängigen Desktop-Windows Versionen kaum unterscheiden. Daher fällt es nicht allzu schwer, die ersten Schritte zu gehen und sich den Pocket-PC genauer anzusehen.



Bedient wird das Gerät entweder über das 5-achsige Steuerkreuz unter dem Display und mit der Radwippe an der linken Seite oder mit dem beigelegten Kunststoff-Stift "Stylo", mit dem man den Touchscreen bedient. Die Handhabung ist im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig, geht aber nacht kurzer Zeit schnell von der Hand.
Technische Daten
Bevor es konkreter an die Einzelkomponenten geht, hier die Technischen Daten des Axim X5 Advanced:
- Intel XScale-PXA-250-CPU mit 400 MHz
- 64MB SDRAM
- 48MB StrataFlash-ROM
- Transreflektiv-Touchscreen 16 Bit 240x320 Pixel 3,5"
- Microsoft Pocket PC 2002 Betriebssystem
- CF-II-Slot
- SD/MMC-Slot
- IrDA-Schnittstelle
- USB-Schnittstelle (zum Synchronisieren mit Desktop PCs)
- Kopfhörer-Anschluss
- Lautsprecher und Mikrofon
- wechselbarer Li-Ion-Akku
- wechselbare Sicherungsbatterie
- Gewicht: 205g mit Akku
- Größe: 126x81x19 mm
- theoretische Laufzeit: 10,5h (ohne Beleuchtung) / 5h (volle Beleuchtung)
- Lieferumfang:
- Schutztasche aus Kunststoff
- Netzteil
- USB-Synch-Kabel (optional)
- Lade- und USB-Dockingstation
- Software-CD
- englisches Handbuch
- Preis: ab 405€
- Hersteller: Dell [2]
Der Bildschirm
Der Bildschirm des Axims besitzt mit 320 x 240 Pixeln die gängige Auflösung der Pocket-PCs und kann über 65.000 Farben darstellen. Das Besondere an dem Display ist jedoch die Transflektiv-Technik, welche zum Beispiel auch in Hewlett-Packards iPAQs Verwendung findet. Vergleicht man den Axim mit einem üblichen Handheld, welcher die Reflektiv-Technik benutzt, so ist zu erkennen, dass der Dell die Farben satter darstellt, was den Axim natürlich einen großen Pluspunkt bei schlechten Beleuchtungsverhältnissen verschafft. Durch das Transreflektive-Display wirkt er auch insgesamt heller und farbintensiver und ist Gegensatz zu einigen anderen Geräten bis in die Ecken gleichmäßig ausgefüllt und beleuchtet.
Die CPU
Im Axim steckt eine PXA-250-CPU von Intel, welche mit der Intel XScale-Technologie, die für Mulitmediaanwendungen und lange Akku-Nutzungsdauer konzipiert ist, arbeitet. Sie ist mit ihrer Leistung von 400 MHz und dem geringen Stromverbrauch speziell für drahtlose PDA- und Handheld-Geräte geschaffen und kann, wie bei normalen Mobile-CPUs, in der Taktrate verstellt werden, um die Akkulaufzeit zu erhöhen. Bei dem Axim X5 Advanced ist eine Umschaltung von 200 MHz auf 400 MHz möglich.


Jedoch gibt es noch ein Problem, was Intel zu schaffen machen sollte: Im Moment fehlen einfach die XScale-optimierten Anwendungen. Sogar das Betriebssystem Pocket PC 2002 muss noch angepasst werden, denn momentan weisen hier langsamere Prozessoren, zum Beispiel die Strong-ARM-CPU, keine Nachteile bezüglich der Bearbeitungsgeschwindigkeit auf. Speziell für ARM-Prozessoren entwickelte Anwendungen laufen sogar schneller auf den 200 MHz langsameren CPUs ab, als auf Intels XScale-PXA-250-CPU. Nur vereinzelt gibt es Programme wie zum Beispiel Benchmarks, die die volle Leistung der CPU fordern, da sie sehr CPU-nah arbeiten. Intel bemüht sich zur Zeit, ihre IPPs (Integrated Performance Primitives) für die Entwickler schmackhaft zu machen. Dies sollte auch gelingen, da diese IPPs zum Beispiel MPEG-4-Encoding oder die Komprimierung von optimierten Bibliotheken schneller bewältigen können.
Benchmarks
Da nur wenig Benchmarks auf dem Pocket-PC-Sektor vorhanden sind, können wir nur beschränkt Ergebnisse liefern. Wir versuchten mit den uns gegebenen Möglichkeiten einen Gesamteindruck des Axims mit einem Takt von 200 MHz und von 400 MHz herzustellen. Die Zielstellung war, heraus zu finden, ob der Sparmodus für den Normalbetrieb ausreicht und ob die 200 MHz mehr gegenüber dem Sparmodus auch die doppelte Leistung erbringen. Ebenfalls galt es zu überprüfen, welchen Vorteil der 400 Mhz Takt hat und ob er für die meisten Anwendungen wirklich zwingend notwendig ist.
Zum Einsatz kamen folgende Benchmarks:
- Pocket PC Benchmark 1.0
- Pocket Quake Timedemo
- VOBenchmark 3.0
Pocket PC Benchmark 1.0
- Dieser Benchmark testet CPU-Leistung, Grafikperformance, Datendurchsatz des Geräte-Speichers und die Batterielaufzeit. Die ermittelten Werte sind in Millisekunden angegeben. Niedrigere Werte stehen also für eine höhere Leistung, da das Gerät eine kürzere Zeitspanne für den Test benötigt. Einzig bei der Datendurchsatz-Messung gibt der Benchmark zusätzlich noch den Wert in Kilobytes pro Sekunde an.
- Weitere Informationen: www.ive-software.de [3]
Wir testeten jeweils mit externer Stromversorgung, was also heißt, dass der Akku nicht in den Benchmark einbezogen wurde. Die Tests liefen jeweils dreimal, bei einem freien Hauptspeicher von 30%, durch.
| Pocket PC Benchmark 1.0 | 200 MHz | 400 MHz | Leistungssteigerung |
|---|---|---|---|
| CPU Benchmark | |||
| Integer Arithmetik | 6892 | 4971 | 27,87% |
| Heap Management | 17437 | 8558 | 50,92% |
| Fließkomma Arithmetik | 14535 | 8650 | 40,5% |
| Grafik Benchmark | |||
| GDI Grafikroutinen 1 | 13204 | 10510 | 20% |
| GDI Grafikroutinen 2 | 4993 | 4045 | 19% |
| GDI Grafikroutinen 3 | 3895 | 2718 | 30% |
| Datendurchsatz Benchmark | |||
| Datei: schreiben | 12062 | 7531 | 37,6% |
| Datei: schreiben | 84,9 kb/s | 136 kb/s | 37,6% |
| Datei: lesen | 19806 | 14589 | 26,4% |
| Datei: lesen | 51701,5 kb/s | 70189,9 kb/s | 26,4% |
Wie man erkennen kann, wirkt sich der 400 MHz-Modus nur bedingt auf die Leistung aus. Außer beim CPU-Benchmark gibt es nicht den erhofften doppelten Leistungsschub. Vorallen der Datendurchsatztest enttäuscht, was jedoch auf das nicht-XScale-optimierte Betriebsystem zurückzuführen ist.
Pocket Quake
- Im Laufe der Welle von Pocket-PC-Portierungen wurde auch Quake 1 für den Pocket-PC zurechtgeschnitten. Das Spiel ist noch im Betastadium und liegt uns in der aktuellen Version 0.062 vor. Der Pocket-Quake-Benchmark soll uns vor allem helfen, Aussagen über die Framerate in 3D-Spielen zu machen. Eben für den kleinen Shooter zwischendurch.
- Weitere Informationen und Download: http://quake.pocketmatrix.com [4]
Auch hier war das Gerät an einer externen Stromversorgung angeschlossen und wir ließen alle drei Demos bei 200 MHz und 400 MHz durchlaufen.
Quake 1
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Auch bei einem 3D-Spiel hat man keinen 50% Zuwachs an Performance, die Leistungssteigerung bewegt sich hierbei im Rahmen des vorherigen Benchmarks. Angemerkt sei noch, dass PocketQuake aufgrund der niedrigen Framerate nicht vernünftig zu spielen war, in späteren Versionen des Spiels ist hier aber noch ein Leistungsschub zu erwarten.
VOBenchmark 3.0
- VOBenchmark 3 ist von Virtual Office Systems und führt einige einfache Benchmarks durch, um Grafik I/O, Integer, FloatingPoint und den Speicher der PDAs zu überprüfen. Er ist der am weitesten verbreitete Benchmark für PocketPCs und hat daher auch die größte Datenbank zum Ergebnisvergleich. Hier gilt, im Gegensatz zum Pocket PC Benchmark, dass höhere Werte besser sind.
- Weitere Informationen und Download: www.voscorp.com [5]
Wie schon in den vorhergegangenen Benchmarks wurde mit externer Stromversorgung gearbeitet. Vor Beginn wurde der Axim jeweils Soft-Resetted, um keinen belegten Arbeitsspeicher zu haben.
| VOBenchmark | 200 Mhz | 400Mhz | Leistungssteigerung |
|---|---|---|---|
| CPU Benchmark | |||
| Integer | 13,48 | 26,86 | 99,2% |
| Floating Point | 6,32 | 12,65 | 100% |
| Grafik Benchmark | |||
| BitBlt | 39,80 | 39,89 | 0,2% |
| StretchBlt Grow | 6,50 | 6,50 | 0% |
| StretchBlt Shrink | 4,50 | 4,80 | 6,25% |
| Ellipse | 0,78 | 1,63 | 89,7% |
| Rectangle | 7,78 | 8,16 | 4,66% |
| Rounded Rect | 0,67 | 1,33 | 98,5% |
| Lines | 73,40 | 88 | 19,89% |
| GAPI FPS | 48,78 | 48,68 | -0,2% |
| GAPI Sprite | 23 | 47 | 51,06% |
| Text | 4,10 | 8,10 | 97,5% |
| Speicher Benchmark | |||
| Memory Allocation | 6,51 | 12,73 | 95,54% |
| Memory Fill | 0,91 | 0,94 | 3,19% |
| Memory Move | 0,36 | 0,38 | 5,26% |
Auch hier zeigt sich das übliche Bild: Bei den mathematischen Berechnungen ist der 400 MHz-Modus doppelt so schnell. Beim Grafikbenchmark gibt es durchwachsene Ergebnisse, vor allem die Open-GL-ähnliche GAPI Schnittstelle schneidet hier schwach ab.
Das Betriebssystem
Auf dem Axim X5 ist Microsofts Pocket PC 2002 installiert, was, wie im Abschnitt CPU [6] schon erwähnt, noch nicht für die XScale-CPUs optimiert ist, was wohl am CE-Kernel 3.0 liegt. Von diesem theoretischen Leistungsproblem abgesehen arbeitet das OS recht zügig und fehlerfrei. Anders als bei einem Desktop-Windows a la Windows XP muss der Axim nicht hoch- oder runtergefahren werden. Das Gerät kann sofort nach dem Einschalten benutzt werden. Ferner ist es so, dass die Programme nicht wie üblich mit einem Klick auf das Schließen-Kreuz rechts oben beendet werden - stattdessen laufen sie weiterhin im Hintergrund ab. Diese Multitaskinglösung funktionierte bei uns fehlerfrei und hat den Vorteil, dass der PDA die Programme nicht neu laden muss, sondern sie schon zur Verfügung stehen und so die Geschwindigkeit beim Arbeiten erhöht wird. Außerdem besteht so nicht die Notwendigkeit, immer abspeichern zu müssen. Da jedoch nur wenige Programme über einen richtigen Beenden-Button verfügen, hat dies leider den Nachteil, dass der Arbeitsspeicher so unnötig mit den offenen Programmen ausgelastet wird. Hierzu gibt es beim Axim eine separate, über die Systemeinstellungen zuschaltbare Schaltzentrale, welche sich in der Taskleiste einordnet. Über sie können dann jegliche Programme beendet und über den Energieverbrauch gewacht werden.
Die eigenhändig installierten oder mitgelieferten Programme werden wie üblich über das Startmenü geöffnet. Ein kluges Installationssystem macht die Ordnung möglich, denn hierbei wird vom Desktop-PC die Setup-Datei ausgeführt und von der Synchronisationssoftware auf den Handheld übertragen und installiert. Erst bei näherem Suchen findet man den Datei-Explorer, mit welchen es dann möglich ist, tiefer ins Betriebssystem einzutauchen. Generell ist das OS aber so konzipiert, dass es einfach und unkompliziert zu Benutzen ist, dem Anwender aber wenig Einblick in seine Interna bietet. "Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß."
Synchronisation
Je nach dem, was man bevorzugt, stehen verschiedene Möglichkeiten zum Datenaustausch zur Verfügung: So synchronisiert man über USB, Infrarot, den Com-Port, W-LAN oder andere Netzwerkmöglichkeiten. Mit dem mitgelieferten Active Sync erfolgt hierbei die Synchronisation mit dem Desktop-PC. Auf dem Handheld ist es schon installiert, auf dem Heimcomputer muss es selbstverständlich noch eingerichtet werden. Nachdem man den Installationsanweisungen gefolgt ist, stellt die Software daraufhin eine Verbindung mit dem Handheld her. Sofort war es uns nun möglich, mit dem PDA die Internetfunktionen zu gebrauchen und Microsoft Outlock zu synchronisieren. Im Arbeitsplatz erblickt man dann ein neues Symbol mit Namen "Mobile Device". Mit einem Klick darauf kann man nun Einblicke in die Softwarestruktur des Axims erhalten und ggf. Daten verschieben, kopieren und löschen. Heruntergeladene Programme werden vom Heimcomputer installiert und auch über Active Sync auf den PDA transportiert.
Arbeitssoftware
Der Axim würde seinem Zweck nicht gerecht werden, wenn er nicht die nötigen Schreib- und Tabellenprogramme mit an Board hätte: Pocket Word und Pocket Excel. Beide Programme sind abgespeckte Versionen ihrer großen Brüder und tun das, was sie sonst auch tun: Word ist zum Schreiben da, Excel zum Tabellen erstellen.
In Pocket Word kommt die Texterkennung richtig zum Einsatz:



Wie man erkennt, gibt es mehrere Arten, den Text auf den Axim zu bekommen. Man kann zwischen einer ausklappbaren Tastatur, einem Schriftzugerkenner, einem Buchstabenerkenner und dem Transcriber auswählen. Auf dem zwei ersten Bildern ist zum einen die Tastatur gezeigt und zum anderen der Buchstabenerkenner. Mit dem Strichzugerkenner kann der Text, ähnlich wie bei Palms Graffiti, als Zeichen eingeben werden und beim Transcriber versucht das Gerät die handgeschriebene Schrift zu digitalisieren.
Des Weiteren bietet der Axim noch einen hübsch designten Taschenrechner an, der die üblichen Funktionen des normalen Heimrechners besitzt. Wer gerne Sprachmails verschickt oder den PDA auch als Diktiergerät nutzen möchte, der kann über das eingebaute Mikrofon mit dem Voice Recorder Soundfiles aufnehmen. Damit auch die Finanzen weiterhin im Blick bleiben, gibt es noch Microsoft Money dazu.
Insgesamt bleiben alle Programme sicherlich hinter dem Bedienungskompfort ihrer Desktop-Verwandten zurück. Unter den gegebenen Bedingungen scheint man jedoch einen akzeptablen Weg gefunden zu haben.
Internetanwendungen
Wenn der Axim über die Dockingstation (Cradle) oder mit dem USB-Kabel mit einem PC verbunden ist, welche über Internet verfügt, steht einem Ausflug ins WorldWideWeb mit dem Handheld nichts mehr im Wege. Mit dem mitgelieferten Tools wie MSN Messenger wird gechattet, mit dem Microsoft Reader liest man herunter geladene eBooks, der Pocket Internet Explorer wird zur zentralen Anlaufstelle zum Surfen und mit Pocket Outlook verwaltet man seine Mails. Weiterhin steht es einem offen, andere Internet-Programmen aus dem Web, wie z.B. einem IRC-Clienten wie PocketChat, zu installieren.



Wer zudem über einen Infrarot-Port an seinem Handy verfügt, kann auch über ihn ins Web. Jedoch sollte man nicht vergessen, dass die Verbindungsgeschwindigkeit jeweils vom Host-Rechner abhängt.
So ist es möglich, überall ins Netz zu kommen, sofern die nötigen Geräte griffbereit sind. Der Axim hat bei allen Infrarotschnittstellen auf die Geräte angesprochen, egal ob Heimcomputer, Laptop oder Handy. Weiterhin wird auch die Internetverbindung mit W-LAN oder Bluetooth möglich sein, nur fehlte uns hier die nötige Hardware, um es auszuprobieren.
Spiele
Solitär muss als einziges, auf dem Pocket PC 2002 vorinstalliertes, Spiel dem Anwender reichen. Doch zum Glück gibt es im Internet eine immer stärker wachsende PocketPC-Spielegemeinde.
So findet man alte Arcade-Klassiker, die schon auf Commodore 64 und Atari liefen. Aber auch neuere, hübschere Spiele. Zur Zeit sind Pocket-PC-Portierungen angesagt. Hierbei werden die PC-Spiele von den üblichen Computern auf die Handhelds oder PDAs zugeschnitten. Im Moment werden Portierungen von Spielen bevorzugt, welche in der Zeit von 486er und Intels Pentium entstandenen sind.




3D-Spiele sind jedoch im Kommen, da die Pocket-CPUs immer leistungsstärker werden. Jedoch ist es schwierig z.B. Action-Shooter ala Quake mit dem Touch-Screen zu steuern. Da sind Klassiker wie Day of the Tentacle schon einfacher und bequemer.
Multimedia
Video
Mit dem Pocket Windows Media Player können MP3s gespielt, sowie ASF-Videodateien betrachtet werden. Der Media Player besitzt zudem die Möglichkeit, Playlisten zu erstellen.
Der Trailer von 'Star Trek: Nemesis' lief ohne spürbaren Frameraten-Verluste ab, bei schnellen Action-Szenen ruckelte es jedoch merkbar und der Sehgenuss ging verloren. Einige andere Movieplayer sollen jedoch eine bessere Performance bieten, wohl auch durch eine mögliche XScale-Unterstützung. Ärgerlich ist, dass Microsoft mit seinem Konzept, dass nur Microsoft-Video-Formate auf dem WMP abgespielt werden können, dem Anwender die Möglichkeit raubt, DivX oder MPEG-Filme zu sehen.
Sound
Der Klang aus der Box des Axim X5 ist untere Radioqualität, bei vollem Volumen scheppert es nur noch in fast unerträglichen Tönen aus dem Lautsprecher. Hier hätte Dell mehr für einen besseren Sound tun müssen, da beim Kopfhöreranschluss durch den AC-97 Codec ein durchaus mit CD-Qualität zu vergleichender Klang aus den Hörern kommt. Schließt man den Axim an eine Stereo-Anlage an, so gibt es keine hörbaren Unterschiede zwischen ihm und einem Computer-MP3-Player. Beim Abspielen der MP3s unter dem Pocket Media Player fehlen jedoch visuelle Effekte, welche man vom großen Desktop-Bruder gewohnt ist.
Zubehör
Dadurch, dass der X5 Erweiterungsslots besitzt, bietet sich Dell hier die Möglichkeit, Zusatz- und Erweiterungsprodukte zu erwerben. Für den seitlichen Slot gibt es CompactFlash- und SD-Speicherkarten und für den oberen Erweiterungsslot stehen Bluetooth, W-LAN oder Mini-Cam-module zur Verfügung. Zusätzliche Akkus von höherer Kapazität gehören selbstverständlich zum Zubehörrepertoir. Standardmäßiges Zubehör wie Zusatztastaturen, hübschere Schutzhüllen, Display-Schutz, Extra-Stifte für den Touch-Screen, Kabel und Dockingstationen fehlen natürlich auch nicht im Sortiment von Dell. Unsere Ladestadion, auch Cradle genannt, kann auch gekauft werden, da sie im Standardpaket nicht enthalten ist (nur "advanced").






Fazit
Der Dell Axim X5 ist sowohl für Einsteiger wie auch für Leute, die sich einen neuen PDA zulegen wollen, gleichermaßen geeignet. Er bietet umfangreiche Funktionen: Von der Textverarbeitung bis hin zum Surfen im Internet über den Infrarot-Anschluss ist alles problemlos möglich. Der PDA ist einfach zu handhaben und die Abmessungen sind handlich, auch wenn der Axim-X5 mit seinen 200g nicht der leichteste Vertreter seiner Art ist. Seine höhere Taktrate bringt in der Praxis momentan noch keinen allzu großen Vorteil langsameren Modellen gegenüber, jedoch werden in naher Zukunft sicher Anwendungen erscheinen, welche von dieser profitieren werden. Microsoft selber lies in den letzten Tagen verlauten, dass das Pocket PC 2003 Update noch dieses Jahr mit Intel-XScale-Support daherkommen wird. Zu seiner Leistung bietet der X5 Advanced für das Geld einen äußerst ausdauernden Akku (9h 52min laut Pocket PC Benchmark 1.0), welcher den Axim sogar länger mit Strom versorgt, als viele seiner Kollegen. Kurzum, wer zur Zeit einen relativ günstigen Pocket-PC sucht, der einen reichlichen Funktionsumfang bietet, mit neuesten Technologien erweiterbar und tauglich für zukünftige Anwendungen ist, der ist mit dem Dell Axim-X5 gut beraten.
Wir werden aller Voraussicht nach schon in einigen Wochen einen weiteren Handheld, den Asus MyPal, in den Ring steigen lassen und so einen ersten, direkten Vergleich ziehen können. Unser erstes Testexemplar war allem Anschein nach so klein, dass es der Post irgendwo in unserem geliebten Land durch die Lappen gegangen ist...
- sehr gutes Display
- leistungsstarke CPU
- schickes und grifffestes Gehäuse
- lange Akkulaufzeit
- englisches Handbuch
- Gewicht
- CPU noch kaum unterstützt




