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Test: Samsung Wave S8500

von Sasan Abdi

Vorwort

Dieser Tage gibt es, ganz grob, zwei Arten von Smartphone-Herstellern: Die einen versuchen überwiegend unter Rückgriff auf bereits vorhandene Plattformen im beinharten Konkurrenzkampf zu bestehen, was allein schon eine Aufgabe für sich ist. Die anderen versuchen ein möglichst großes Stück vom Kuchen abzubekommen und investieren dafür gar in ein eigenes Betriebssystem, was bei Erfolg eine noch glorreichere Zukunft verspricht.

Letzteres kann man in Zeiten, in denen das Google OS Android einen scheinbar kaum zu stoppenden Siegeszug angetreten hat, in denen altbekannte Größen wie Symbian mit Problemen zu kämpfen haben und intern abgelöst werden und in denen ein Konzern wie Microsoft mit Windows Phone 7 unmittelbar vor einem Gegenangriff steht, durchaus als waghalsig bezeichnen. Samsung versucht sich an beiden Fronten.

Wave S8500 Lieferumfang im Überblick
Wave S8500 Lieferumfang im Überblick

Es ist nicht einmal lange her, da hätten die meisten Zeitgenossen den Kopf geschüttelt, wenn jemand erzählt hätte, dass Samsung eines Tages mit einem eigenen, enorm ambitionierten Smartphone-Betriebssystem versuchen würde, in einem höchst turbulenten Markt Fuß zu fassen.

Nun, im Jahr 2010, ist es soweit. Mit dem Wave S8500 hat der Elektronikhersteller das Bada-Flaggschiff auf den Markt gebracht, das nun endlich auch seinen Weg zu uns gefunden hat. Nicht zuletzt aus marketingstrategischer Sicht handelt es sich dabei um ein Gerät, dessen Ausstattung einem die Kinnladen herunterfallen lässt: Super-AMOLED-Display, 1-GHz-Prozessor, Bluetooth 3.0 sowie WLAN nach Draft-n – so lauten die wichtigstens Highlights.

So umfassend das Angebot auf dem Papier auch aussieht – davon wollen wir uns nicht blenden lassen. Im Folgenden wird deshalb zu klären sein, ob das Wave einer detaillierten Betrachtung standhält und wie es um kritische Punkte wie zum Beispiel die Versorgung mit alternativen Apps steht.

Cyberport.de [1]

Das Testexemplar wurde uns freundlicherweise vom Online-Händler Cyberport [2] zur Verfügung gestellt. Dafür möchten wir uns hiermit herzlich bedanken.

Spezifikationen

S8500 Spezifikationen
Komponente Ausstattung
Typ Bartype
Prozessor ARM Cortex A8, 1 GHz
Arbeitsspeicher 512 MB
Betriebssystem TouchWiz 3.0 auf Bada
Akku Lithium-Ionen, 1.500 mAh
Speicherplatz ca. 2 GByte intern (via Speicherkarte erweiterbar, max. 32 GB)
Größe 118 x 56 x 11 mm (L x B x H in mm)
Gewicht 116 Gramm (inklusive Akku)
Display Kapazitiv, Super-AMOLED, 3,3 Zoll (WVGA-Auflösung: 480 x 800 Pixel)
Bedienung Touch, Knopfreihe
Kommunikation Quadband GSM/GPRS/EDGE, UMTS (HSDPA, bis zu 3,6 MBit/Sek.),
WLAN (IEEE 802.11 b/g/n), Bluetooth 3.0, A-GPS
Kamera 5 Megapixel, LED-Blitz, Videos mit bis zu 720 p
Audio-Unterstützung MP3, AMR, AAC, AAC+, e-AAC+, SMAF, Midi, Polyphon, WAV
Video-Unterstützung WMV, MPEG4, H.264, DivX
SAR-Wert 0.99 W/Kg

S8500 im Überblick

Optik & Verarbeitung

Das Wave macht bereits auf den ersten Blick eine gute Figur: Mit sehr rechteckigen Maßen von 118 x 56 x 11 mm (L x B x H in mm) wird der schwierige Anspruch an ein ausreichend, aber eben nicht zu großes Gerät bestens erfüllt – dem dauerhaften Transport in der Hosentasche steht auch vor dem Hintergrund der annehmbaren 118 Gramm Gesamtgewicht nichts im Wege.

Die Verarbeitungsqualität und die verwendeten Materialien wissen ebenfalls zu gefallen. Das Case des Waves besteht überwiegend aus leicht gebürstetem Alu, was eine gute Haptik garantiert und sogleich Vertrauen in die Robustheit des Gerätes weckt. Schade, aber aus (signal-)technischer Sicht notwendig ist, dass die Materialwahl an der Ober- und Unterseite aufgebrochen wird; hier kommt ein Abschluss aus konventionellem Kunststoff zum Einsatz. Einen echten Unibody wie beispielsweise das HTC Legend (ComputerBase-Test [3]) bietet das Gerät auch deswegen somit nicht.

Einige Eindrücke zum Äußeren des Wave S8500
Samsung Wave S8500

Samsung Wave S8500
Samsung Wave S8500

Samsung Wave S8500
Samsung Wave S8500

Dank der Verwendung von Alu wirkt auch die rückwärtige Schale und hier insbesondere der Akku-Deckel angenehm solide. Wer knackig einrastende Komponente mag, wird das Wave lieben. Etwas fragwürdig sind hier aber die in Karo-Form gehaltenen Kamera- und LED-Aussparungen – es ist konservativ, doch wir würden einer dezenten runden Form weiterhin den Vorzug geben.

Das Super-AMOLED-Display wird von einer wertigen Scheibe geschützt, die an der Schnittstelle zum Gehäuse jeweils oben und unten leicht gebogen ist. Unterhalb des Displays sind drei Knöpfe platziert, wobei der zentrale mittlere Knopf in zweierlei Hinsicht Anlass zur Kritik gibt: Zum einen fällt er durch die breite und vor allem hohe Konzeption klobig und somit nicht gerade ansehnlich aus; zum zweiten lömmelt er hin und her, was den ansonsten tadellosen Eindruck in der Verarbeitung ein klein wenig schmälert.

Samsung Wave S8500: Zentraler Knopf: Designtechnisch fragwürdig, verarbeitungstechnisch mäßig
Samsung Wave S8500: Zentraler Knopf: Designtechnisch fragwürdig, verarbeitungstechnisch mäßig

Angenehm dezent und sinnvoll fällt dagegen wiederum die sonstige Knopf- und Schnittstellen-Verteilung aus: Während die Unterseite unberührt bleibt, finden sich auf der Oberseite der USB-Port (löblicherweise geschützt durch eine robuste Schubvorrichtung), der 3,5mm-Klinkenanschluss sowie ein Lautsprecherschlitz. Linkerseits ist ausschließlich die Lautstärkenwippe platziert, während das Gerät auf der anderen Seite gesperrt und die Kamera aufgerufen werden kann.

Zusammenfassend lässt sich trotz der genannten kleinen Einschränkungen sagen: Samsung macht in puncto „Optik & Verarbeitung“ fast alles richtig.

Bedienung & Oberfläche

Kernstück des S8500 ist das in 480 x 800 brillant darstellende, 3,3 Zoll große Super-AMOLED-Display. Super-AMOLED ist heller und klarer als konventionelle AMOLED-Displays und reflektiert dabei weniger. Zudem wurde der Blickwinkel noch einmal leicht verbessert. In der guten Woche, die wir mit dem Wave verbrachten, zeigte sich aber, dass auch die neue Technologie gegenüber den älteren LCDs einen Nachteil hat: Bei direkter Sonneneinstrahlung sieht man auch unter dem Zusatz „Super“ nur noch schwerlich die Inhalte, auch wenn man durchaus eine Verbesserung feststellen kann.

Bei Super-AMOLED handelt es sich um eine recht kostspielige Weiterentwicklung der AMOLED-Technologie: Während herkömmliche AMOLED-Displays eine durch Luftpolster getrennte Touchrezeptorenschicht aus Indiumzinnoxid nutzen, um festzustellen, wo der Finger den Touchscreen berührt, wurde diese Reaktionsschicht beim Super-AMOLED-Display extrem dünn direkt auf dem Display untergebracht. Die Lichtdurchlässigkeit soll dadurch von 81 auf 95 Prozent erhöht worden sein, während die Reflektionen gleichzeitig von 20 auf vier Prozent gesunken sein sollen. Auch der bei OLED-Displays ohnehin recht geringe Energiebedarf soll dank der neuen Technik nochmals niedriger ausfallen.

Samsung Wave S8500: Das Display des Wave stellt eine kleine Offenbarung dar
Samsung Wave S8500: Das Display des Wave stellt eine kleine Offenbarung dar

Die Darstellung ist wie bereits angedeutet hervorragend. Das Wave liefert satte Farben und tolle Kontraste, wobei man die Helligkeit ruhig auf Stufe 8 von 10 setzen sollte, um in den vollen Genuss des Möglichen zu gelangen.

Doch nicht nur äußerlich hat man es hier ganz offensichtlich mit einem hochwertigen Gerät zu tun: Dank der guten Responsivität des Displays sowie auf Basis der potenten Hardware-Ausstattung und hier insbesondere wegen des 1 GHz schnellen Prozessors ist eine äußerst flüssige Bedienung möglich. Dies gilt überwiegend auch für Multi-Tasking: Nur bei besonders fordernden Anwendungen wie Spielen gönnt sich das Wave in dieser Hinsicht die ein oder andere (verdiente) Denkpause; wer hier auf Nummer sicher gehen will, kann über den gedrückten zentralen Home-Button jederzeit des Taskmanager aufrufen, um nicht-benötigte Anwendungen zu beenden. Komplementiert wird die Bedienung durch die Knopfreihe, die mit „Home“, „Zurück“ und dem direkten Zugriff auf die Kommunikationszentrale alle notwendigen Funktionen bietet.

Von besonderem Interesse ist im Falle des S8500 natürlich die Oberfläche bzw. das Betriebssystem, denn immerhin hat man es hier mit dem ersten Bada-Smartphone überhaupt zu tun. Bada ist über ein Software Development Kit für Entwickler frei (siehe den entsprechenden Abschnitt zum Thema Apps) – anderen Herstellern soll das OS aber logischerweise bis auf Weiteres nicht zur Verfügung gestellt werden.

Samsung zeigt den neuen Konkurrenten von Android, iPhone OS, Windows Phone 7 und Co. zum Debüt allerdings nicht nackt, sondern legt die überarbeitete UI TouchWiz 3.0 darüber. Letztere erlaubt die individuelle Gestaltung von Menü und Startbildschirm beispielsweise mit Social-Networking-Diensten, MP3-Player oder Fotoalbum und bietet eine Widget-Leiste.

Bei der ersten Betrachtung wirkt Bada in Kombination mit TouchWiz interessanterweise wie eine etwas unkonventionelle Mischung aus Android, iPhone OS und einem proprietären Samsung Betriebssystem. Dies liegt daran, dass die Verantwortlichen den OS-Markt keinesfalls revolutionieren: Bada ist nicht gespickt mit zahlreichen Innovationen, sondern macht in vielerlei Hinsicht Anleihen bei der Konkurrenz, was erklärt, wieso es in Teilen fast wie eine Symbiose wirkt.

Oberfläche des Wave S8500
Oberfläche des Wave S8500

Zu den altbekannten Elementen gehören unter anderem eine Android-ähnliche Informationsleiste, über die jederzeit die Konnektivität sowie verpasste Anrufe und neue Nachrichten aufgerufen werden können, sowie ein vom iPhone her bekanntes Programm-Menü, in dem übersichtlich alle installierten Apps aufgelistet werden.

Auch wenn die Oberfläche somit keine Offenbarung darstellt, so hat man es hier doch mit einer grundsoliden Kombination zu tun, die keinen wirklichen Grund zur Kritik liefert: Die Navigation durch die Menüs ist visuell ansprechend, wohl-strukturiert und überwiegend intuitiv.

Die Arbeitsgeschwindigkeit ist zu jederzeit wie bereits erwähnt ausgezeichnet. Dies gilt auch für das andernorts teils etwas hackelige Modifizieren der Oberfläche. Bada bzw. TouchWiz bieten bis zu zehn Desktops, die über einen kleinen, in der linken oberen Ecke befindlichen „Widgets“-Button jederzeit nach Belieben mit Apps bestückt werden können.

Die vorinstallierten Apps decken locker den Grundbedarf jedes konventionellen Nutzers. Neben Standard-Programmen wie den üblichen Social-Network-Widgets, einem Taschenrechner, Chat-Programm, Notizen und Voicerecorder und dem ein oder anderen Spiel findet man außerdem eine Anwendung namens „Social Hub“ vor, die auf Wunsch diverse E-Mail- und Social-Network-Konten inklusive Kontakten miteinander synchronisiert.

Apps

Darüber hinaus bietet das Wave S8500 direkten Zugriff auf den Samsung App-Store, der weitere Anwendungen bereit hält, die mit einer Berührung heruntergeladen werden können. Trotz der von der Bedienung her auch in dieser Hinsicht guten Konzeption findet sich hier der einzige nennenswerte Schwachpunkt: Das bis dato eher durchschnittliche Angebot.

Während Apples App Store und der Android Marketplace zig tausende höchst unterschiedlicher Anwendungen anbieten, muss man sich auf dem jungen, „Samsung Apps“ benannten Bada-Marktplatz noch mit einem eher schmalen Angebot abfinden: Gerade einmal 850 Anwendungen können derzeit heruntergeladen werden. Dabei handelt es sich sowohl um kostenlose, als auch kostenpflichtige Angebote. Die Bezahlung kann derzeit ausschließlich über Kreditkarte erfolgen – an alternativen Bezahlsystem wird jedoch gearbeitet.

Gegen den Status quo kann man als Argument anführen, dass das Angebot natürlich noch weiter wachsen wird, sobald sich die Bada-Basis vergrößert hat und weitere Entwickler sich der Plattform annehmen werden. Dies ist mit Sicherheit richtig. Fraglich ist aber dennoch, ob „Samsung Apps“ jemals auch nur annähernd so erfolgreich sein wird, wie die große Konkurrenz und inwieweit sich die Inhalte(vielfalt) dementsprechend entwickeln werden.

Diesem Umstand ist man sich bei Samsung offenbar bewusst, weswegen die Ziele von vornherein nicht allzu hoch gesteckt werden: Statt eine immense Quantität, soll die Plattform vor allem hohe Qualität erreichen. App Store und Marketplace müssen sich also ganz offiziell bis auf Weiteres nicht vor der neuen Konkurrenz fürchten.

All das wäre nicht unbedingt problematisch, doch deckt sich der soeben beschriebene Anspruch kaum mit dem Ist-Zustand. Schon jetzt werden auf „Samsung Apps“ neben einigen nützlichen Anwendungen bereits viele Programme angeboten, deren Wertigkeit und Nutzen man vorzüglich diskutieren kann. Die Qualität ist nach aktuellem Stand der Dinge somit bisher nicht die Kernkompetenz von „Samsung Apps“.

Dies zusammen genommen sorgt dafür, dass der ansonsten hervorragende Gesamteindruck ein wenig geschmälert wird, was im Fazit erneut aufgegriffen werden soll.

Multimedia & Office

Der erste Gedanke, der einem bei der Betrachtung der mit dem Wave gemachten Schnappschüsse kommt, lautet: Endlich mal wieder ein Smartphone, das ordentliche Fotos abliefert. Nein, auch in diesem Fall wird die vollwertige Kamera ambitionierter Anwender natürlich nicht ersetzt, aber immerhin: Wave-Fotos gelingen überraschend farbecht und scharf und somit in einer Qualität, über die sich die meisten potentiellen Nutzer freuen dürften. Hinzu kommen einige Einstellungsmöglichkeiten, mit denen man das Ergebnis verbessern kann. Dazu gehören unter anderem zwölf verschiedene Aufnahmemodi, Selbstauslöser, Geotagging und die Anpassung des Fokus' sowie des Belichtungswertes. Ein weiteres Schmankerl: Videos können in einer Auflösung von 1.280 x 720 aufgenommen werden, was in Zeiten von weitverbreiteten VGA-Kameras die hervorragende Ausstatung des S8500 unterstreicht.

Wave Fotoqualität
Wave Fotoqualität

Auch das Surfen durchs Web funktioniert ordentlich, wobei sich abermals die Vorteile des guten Displays bemerkbar machen. Doch auch anderweitig gibt es keinen echten Grund zur Klage. Webseiten wie die Mobi-Variante von ComputerBase werden binnen schneller sieben Sekunden aufgebaut, zum Zoomen kann sowohl der Doppeldruck als auch der gängige Fingerkniff zum Einsatz kommen. Flash Lite wird, sofern im Dolfin-Browser aktiviert, ebenfalls unterstützt, sodass rudimentäre Flash-Inhalte angezeigt werden können.

Dank einer guten Soundausgabe eignet sich das Wave als MP3-Player und auch der Radioempfang inklusive RDS-Funktion macht richtig Spass. Mit 2 GByte internem Speicher hat man es hier auch endlich einmal wieder mit einem Gerät zu tun, das von Werk ab nennenswerten Speicher bietet – sehr löblich! Wem das nicht ausreicht, der kann seine Musiksammlung auch auf eine bis zu 32 GByte große microSD-Karte abspeichern. Der gute Klang wird auch durch den Equilizer ermöglicht, der für viele Genres passende Voreinstellungen bietet. Hinzu kommen sinnvolle Sortierungsmöglichkeiten, ein intuitiv zu bedienender Player sowie ein schicker, protziger Coverflow.

Wenn das Display des S8500 ein klein wenig größer wäre, hätte man es hier zudem mit der ultimativen Video-Maschine zu tun. Videos werden sauber und höchst ansehnlich wiedergegeben, wobei auch 720p-Material verarbeitet und in der nativen Auflösung ausgegeben werden kann. Dank des hervorragenden Displays und aufgrund der guten Auflösung können selbst Video-Junkies das Gerät getrost als eines der zu diesem Zwecke besten Angebote auf dem Markt ansehen.

Freunde von Navigationslösungen werden sich über das integrierte A-GPS freuen, mit dem man beispielsweise Lösungen à la Google Maps verwenden kann. Wie schon bei manch anderem Samsung-Gerät, ist auch auf dem Wave eine 30-Tage-Testversion von Route 66 inklusive Kartenmaterial für den deutschsprachigen Raum vorinstalliert.

Die Integration von E-Mail-Konten über einen Assistenten ging erwartungsgemäß problemlos und schnell von der Hand; neben POP3 und IMAP wird auch Microsoft Exchange unterstützt. Für Office-Jünger stellt es allerdings ein Problem dar, dass Anwendungen à la Office Mobile nicht installiert sind. Zwar können die gängigen Dateitypen ohne Probleme geöffnet werden; wer aber darüber hinaus bürotechnisch aktiv werden möchte, muss sich zumindest im Samsung-App-Store umsehen, wo man zum Testzeitpunkt keine entsprechenden Anwendungen finden konnte. Die Eignung als waschechtes Business-Gerät wird dadurch deutlich geschmälert. Dies ist jedoch zu verkraften, da die Stoßrichtung in Richtung Multimedia und All-in-One geht.

Kommunikation

Auch in Sachen Kommunikation ist das S8500 bestens aufgestellt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass man mit WLAN nach „Draft-n“ sowie dem neuen Bluetooth 3.0 den State-of-the-Art geliefert bekommt. Damit sind theoretisch bis zu 300 Megabit pro Sekunde via WLAN sowie 24 Megabit pro Sekunde über Bluetooth möglich. Dies setzt allerdings entsprechend kompatible Geräte voraus, von denen es insbesondere in puncto Bluetooth 3.0 noch nicht allzu viele gibt.

Komplettiert wird die Ausstattung von UMTS inklusive HSDPA, sodass auch mobil theoretisch mit bis zu 3,5 MB/s gearbeitet werden kann – schade aber zu verkraften, dass Samsung nicht auch noch den Upload-Turbo HSUPA spendiert, der in immer mehr Ballungszentren bereits verfügbar ist.

PC Suite "Kies"

Ebenso neu wie das S8500 als solches ist die PC Suite „Kies“ [4]. Diese fällt zwar erwartungsgemäß ein wenig überladen aus, bietet bei der Handhabung des Gerätes aber einen nennenswerten Komfort. So können per Drag&Drop bequem Dateien wie Videos, Filme oder Fotos ausgetauscht sowie Kontakte synchron gehalten werden. Außerdem lässt sich das Wave auf diesem Wege als Modem verwenden.

Laufzeiten

Samsung verspricht für das S8500 eine Sprechzeit von bis zu sieben Stunden unter 3G sowie satten 15 Stunden unter 2G. Auch die Angaben zu den Standby-Zeiten fallen mit 600 bzw. 550 Stunden überraschend gut aus.

Auch in diesem Fall erscheint es wenig sinnvoll, die Potenz des mit 1.500 mAh vergleichsweise großzügig bemessenen Akkus auf diese Angaben hin zu überprüfen. Dafür kann an dieser Stelle herausgestellt werden, dass das S8500 in puncto Laufzeit zu dem Besten gehört, was uns in diesem Jahr untergekommen ist.

So hielt der Akku bei einer als „konventionell“ zu bezeichnenden Nutzung, die die moderate Nutzung von Funktionen wie E-Mails, GPS und WLAN sowie das Schießen von Fotos einschließt, überraschende drei Tage bis zur nächsten Ladung. Natürlich schwankt auch dieser Wert, sodass echte Powernutzer auch das S8500 nach spätestens anderthalb Tagen an die Steckdose schließen müssen – wer im Vergleich zu vielen Konkurrenten ein Mehr an Laufzeit haben möchte, wird mit dem Testkandidaten aber in jedem Fall ordentlich bedient.

Fazit

Das Wave S8500 bringt gleich mehrere Neuheiten und Highlights mit sich, die eine nochmalige explizite Erwähnung wert sind. Dazu gehört natürlich an erster Stelle das neue Betriebssystem: Bada zeigt sich bei seinem Debüt im Kleide von TouchWiz 3.0 als grundsolides aber keinesfalls revolutionäres OS, das viele Anleihen bei der Konkurrenz macht, aber auch mit der ein oder anderen eigenen Idee aufwarten kann. Auch wenn der ganz große Wurf somit ausbleibt, so lässt sich doch sagen, dass das Samsung-Betriebssystem durchaus das Zeug dazu hat, sich langfristig zu einem relevanten Juniorpartner im Kampf um Marktanteile zu mausern.

Die einzige Gefahr – und hier findet sich auch der einzige Kritikpunkt, den man bei der Betrachtung des Wave anbringen kann – ist in der App-Verfügbarkeit zu finden. Hier ist mit „Samsung Apps“ zwar schon einiges geschehen, sodass statt der 150 von Start weg verfügbaren Anwendungen bald 1000 verfügbar sein werden; dennoch ist es auch aufgrund des verspäteten Starts äußerst schwierig, eine annähernde Relevanz zu erreichen, wie sie der Android Marketplace oder der App Store bereits inne haben. Natürlich gilt, dass die App-Verfügbarkeit dieser Tage für manchen Otto-Normal-Verbraucher nur bedingt ein Kriterium darstellt. Sie wird mit Blick auf die zunehmende Angleichung der Betriebssystem-Funktionen aber zukünftig immer wichtiger werden. Für den weiteren Erfolg von Bada dürfte deswegen von entscheidender Bedeutung sein, in welche Richtung – sowohl qualitativ, als auch quantitativ – sich das App-Angebot entwickelt. Kurz nach dem Start ist jedenfalls in beiderlei Hinsicht noch viel Luft nach oben.

Samsung Wave S8500
Samsung Wave S8500

Was bedeutet all' das nun für das Wave? Grundsätzlich hat man es hier mit einem Smartphone zu tun, das gegenwärtig kaum besser sein könnte. Um die Riege der eben angesprochenen Highlights fortzuführen: Das Wave verfügt über eines der besten Displays, die man dieser Tage erwerben kann. Mit WLAN nach n-Standard und Bluetooth 3.0 bekommt man zudem aktuellste Schnittstellen geliefert und auch sonst wird man mit einer Top-Ausstattung verwöhnt, die nicht einmal in puncto Fotoqualität Anlass zur Beschwerde gibt. Dies zusammengenommen lässt in Kombination mit einem wirklich fairen Preis eigentlich nur einen Schluss zu: Eine individuelle Abwägung muss (wieder einmal) her.

Wer grundsätzlich mit der bisher mäßigen App-Vielfalt leben kann, wer darauf vertraut, dass das Angebot weiterhin konstant wächst, oder wer keine weiteren Applikationen auf seinem Smartphone benötigt, der sollte das Wave unbedingt in die nähere Auswahl nehmen. Wer dagegen zwingend ein umfassendes Angebot an zusätzlichen Anwendungen sucht, sollte sich indes anderweitig umsehen oder die Entwicklung der Plattform genauestens beobachten, um gegebenenfalls bei späteren Bada-Geräten zuzuschlagen.

Da diese Abwägung unter Umständen schwer fallen dürfte, sei abschließend (subjektiv) gesagt: Das Wave hat uns abseits dieses Aspektes in vollem Umfang überzeugt.

Verfügbarkeit & Preise

Das Wave S8500 ist bereits seit geraumer Zeit erhältlich und kann bei den üblichen Providern im Rahmen von unterschiedlichen Tarifen zu entsprechend variierenden Preisen erworben werden. In der freien Variante kann mit einem Preis von aktuell rund 290 Euro aufwärts gerechnet werden (aktueller Preisvergleich [5]).

URL-Liste:

  1. http://www.cyberport.de/foto-handy-navi/smartphones/A409-137/samsung-wave-s8500-metallic-black.html
  2. http://www.cyberport.de/foto-handy-navi/smartphones/A409-137/samsung-wave-s8500-metallic-black.html
  3. http://www.computerbase.de/artikel/handys/2010/test-htc-legend/
  4. http://www.samsungmobile.de/support/softwaremanuals/kies.do
  5. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a509028.html
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