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Test: Sony Ericsson Vivaz Pro

von Benjamin Beckmann, Arne Müller

Einleitung

Sony Ericsson gehört zu einer Gruppe großer Mobiltelefonhersteller, die durch den plötzlichen Smartphone-Boom in diesem Segment fast in Vergessenheit geraten sind. Während Apple, HTC, Motorola, Samsung und andere Konkurrenten in gefühlten Intervallen von zwei bis drei Tagen neue, auf iOS oder Android basierende Geräte vorstellen, ist Sony Ericsson bisher bemüht gewesen, mit einem interessanten Produkt auf sich aufmerksam zu machen.

Vor wenigen Monaten hob man dazu weitere Modelle der Xperia-Serie – diesmal auf Basis des von Google entwickelten Android-Betriebssystems – aus der Taufe. Eines davon, nämlich das Xperia X10 [1], hatten wir bereits im Test. Offenbar hat man bei Sony Ericsson aber nicht genug Mut, noch mehr Zeit und Geld in die viel versprechende Plattform zu investieren.

Mit dem Vivaz Pro stellte Sony Ericsson vor einiger Zeit nämlich ein weiteres Smartphone vor, das auf S60 setzt. Zwar kommt die 5th Edition des auf Symbian basierenden Betriebssystems zum Einsatz, ein Grund zur Skepsis ist dies aber dennoch. Schließlich sind die jüngsten Voraussagen [2] gewisser Analysten nicht die ersten, die Symbian für nahezu tot erklären.

Vivaz Pro geöffnet von links

Im aktuellen ComputerBase-Test prüfen wir deshalb, ob Sony Ericsson mit dem Vivaz Pro der Spagat zwischen dem in die Jahre gekommenen Symbian OS und den für Privatnutzer angepriesenen Eigenschaften im Multimedia-Bereich gelungen ist.

Lieferumfang

Im kompakte Karton des Vivaz Pro findet neben dem Gerät auch ein wenig Zubehör Platz. Abgesehen von einem USB-Kabel mit dem dazu gehörigen Wechselstromadapter werden aber nur einige kleine, farblose Hefte mit Informationen sowie ein Stereo-Headset zum Vivaz Pro mitgeliefert.

Einen Stylus (Stift für die Eingabe auf dem Touchscreen) ist leider nicht im Lieferumfang enthalten. Offenbar soll im Vergleich zum Sony Ericsson Vivaz, das einen solchen Stift mitbringt, die Tastatur des Vivaz Pro als Ersatz dienen.

Auf Beilagen wie eine Schutzhülle oder entsprechende Folien hat Sony Ericsson verzichtet, diese Dinge gehören aber auch bei anderen Herstellern nur noch selten zum Lieferumfang.

Lieferumfang des Vivaz Pro

Der Lieferumfang im Überblick:

Eigenschaften

Das Sony Ericsson Vivaz Pro ist ein Slider-Smartphone mit angepasster QWERTZ-Tastatur. Es wurde mit einem TFT-Display ausgestattet, das 3,2 Zoll in der Diagonale misst und 640 × 360 Pixel darstellt.

Zur Steuerung dienen der resistive Touchscreen und die darunter befindliche, herausziehbare Tastatur. Drei Tasten, von denen zwei für das Wählen und Auflegen vorgesehen sind, stehen außerdem zur Steuerung des Vivaz Pro zur Verfügung. Außerdem befinden sich auf der rechten Seite insgesamt vier Tasten für die Bedienung der Kamerafunktion.

Im Innern des Smartphones verrichtet ein 720-MHz-Prozessor sein Werk. Nähere Angaben dazu macht Sony Ericsson nicht, in der englischen Wikipedia findet sich aber ein Hinweis auf das System-on-a-Chip OMAP3630 von Texas Instruments. Dieses basiert auf dem ARM Cortex A8 und einer PowerVR-Grafikeinheit (SGX530). Dem SoC stehen 256 MB Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Speichermöglichkeiten findet man in Form eines 75 MB kleinen integrierten Speichers sowie im microSD-Steckplatz, der eine Erweiterung auf bis zu 16 GB erlaubt. Eine 8 GB fassende microSDHC-Karte ist bereits im Lieferumfang enthalten.

Vivaz Pro geöffnet von rechts

Einen Überblick über alle Eigenschaften des Sony Ericsson Vivaz Pro bietet die folgende Tabelle. Auf verschiedene Details gehen wir in den folgenden Abschnitten noch genauer ein.

Sony Ericsson Vivaz Pro
Typ: Touch-Phone / Slider
Bildschirm: TFT mit 3,2" Diagonale (7,1 cm × 4,1 cm = 29,11 cm²),
640 × 360 Pixel (16:9), 229 ppi
Prozessoren: Texas Instruments OMAP3630 (ARM Cortex A8, 720 MHz, PowerVR SGX530)
Arbeitsspeicher: 256 MB RAM
Speichermöglichkeiten: 512 MB ROM,
75 MB interner Speicher, durch microSD(HC) erweiterbar
Eingabe: resistiver Touchscreen, Tastatur, Mikrofon
Sensoren: Beschleunigungssensor
Betriebssystem: S60 5th Edition (Symbian OS v9.4)
Kommunikation: WLAN 802.11b/g, Bluetooth 2.1 mit A2DP, A-GPS
Quadband GSM/EDGE/3G
Multimedia: Unterstützung für 3GP, AAC, AAC+, eAAC+, H.263, M4A, MIDI, MP3, MP4, MPEG-4, Real Audio, Real Video, WAV, WMA, WMV
Anschlüsse: 3,5 mm Klinke (Audio und Video), 5-poliger Micro-USB-Anschluss
Akku: Lithium-Polymer-Akku mit einer Kapazität von 1200 mAh
Abmessungen: 52 mm × 109 mm × 15 mm
Gewicht: 117 g
SAR: 1,03 W/kg

Design und Verarbeitung

Das Design des Vivaz Pro kann man als äußerst gelungen und „aus einem Guss“ bezeichnen. Scharfe Kanten oder Ecken findet man nicht vor, die Gestaltung wirkt sehr elegant. Wie die meisten anderen Hersteller wagt auch Sony Ericsson im Falle des Vivaz Pro keine Experimente in der Farbgebung – und das ist auch gut so. Durch die schwarze Oberfläche und einige silberne Akzente, gesetzt durch die Tasten, kann sich das Vivaz Pro durchaus sehen lassen. Hier haben die Designer des Herstellers ihr Talent bewiesen. Dennoch bleibt das Aussehen auch hier Geschmackssache.

Vivaz Pro liegend
Vivaz Pro obere KanteVivaz Pro TastenVivaz Pro Rückseite geöffnet

Beide Teile des Korpus werden entlang schmaler Schienen verschoben. Dadurch kommt auf der Vorderseite die QWERTZ-Tastatur zum Vorschein. Die Rückseite der Tastatur ist in mattschwarzer Oberfläche verkleidet und fällt daher kaum auf.

Etwas Potenzial hat Sony Ericsson bei der Größe des Displays verschenkt. Ob der großzügigen Kanten wäre auch Platz für einen etwas größeren Bildschirm vorhanden gewesen. Stattdessen platziert der Hersteller zwischen der oberen Kante und dem Display an prominenter Stelle das eigene Logo.

Vivaz Pro liegend von links (Crop)
Vivaz Pro von rechts (crop)

Mit 15 Millimeter Tiefe gehört das Vivaz Pro zwar nicht zu den dünnsten Smartphones, hat hiermit aber einen Platz unter den schlankesten Slider-Geräten sicher.

Vivaz Pro von oben (crop)
Vivaz Pro von oben Vivaz Pro Rückseite mit entfernter Abdeckung

Die Verarbeitung des Vivaz Pro ist sehr gut. Es gibt keinen offenen Spalt und auch der Platz zwischen den beiden Teilen (Display und Tastatur) fängt kaum Staub. Bei festem Druck gibt das Gehäuse kaum nach. Im Innern wurde der zur Verfügung stehende Platz also optimal genutzt.

Obwohl außen alles aus Kunststoffen besteht, wirkt das Vivaz Pro keineswegs billig. Der Kontrast zwischen glänzenden und matten Oberflächen ist nämlich äußerst gut gelungen.

Display und Kamera

Kein Highlight, aber auch kein Makel stellt das Display des Vivaz Pro dar. Mit über 220 Pixeln je Zoll gibt es Schriften und Bilder sehr scharf wieder. Farben werden satt dargestellt, Videos bereiten dem Bildschirm ebenfalls keine Schwierigkeiten.

Trotz der spiegelnden Oberfläche des Displays lässt sich der dargestellte Inhalt auch draußen und bei sonnigem Wetter recht gut ablesen.

Vivaz Pro frontal mit aktiviertem Display
(die Unschärfe des Display-Inhalts hat ihre Ursache in der Aufnahme)

Sony Ericsson hat schon vor Jahren Kameras in Handys und Smartphones salonfähig gemacht. Als die Konkurrenz noch weit entfernt von der Qualität günstiger Kompaktkameras war, konnten mit den „Cyber-shot“-Modellen bereits ansehnliche Fotos geschossen werden – zumindest für Handy-Verhältnisse.

Das Vivaz Pro wird ausdrücklich mit den Multimedia-Features beworben. Zwar musste es im Vergleich zu seinem Bruder ohne Tastatur, dem Sony Ericsson Vivaz, etwas in der Größe (nur fünf statt acht Megapixel) und laut Berichten in diversen Foren auch in der Qualität der Foto-Aufnahmen einbüßen. Videos zeichnet aber auch das Pro-Modell in 720p-Auflösung mit 24 Frames pro Sekunde auf. Sowohl die Fotos als auch die Videos sind für das Web und das eigene Offline-Fotoalbum auf dem PC durchaus geeignet. Dunkelheit beziehungsweise schlechte Lichtverhältnisse bereiten dem Vivaz Pro wie den meisten Konkurrenten aber auch große Schwierigkeiten – da nützt auch die gut gemeinte LED-Lampe nicht viel.

Vivaz Pro Rückseite geöffnet (crop)
Vivaz Pro RückseiteVivaz Pro Optik etc.

Die Kamera-Software ist mit den mittlerweile üblichen Features ausgestattet. So werden Gesichter erkannt und die entsprechende Mimik wird ebenfalls interpretiert, sodass es in vielen Fällen leichter fällt, ein Foto lächelnder Personen aufzunehmen. Ein Autofokus ist ebenso an Bord wie die Möglichkeit, den Fokus manuell mithilfe des Touchscreens zu setzen. Außerdem sind ein Bildstabilisator, Geo-Tagging-Funktionalität sowie bis zu vierfacher digitaler Zoom vorhanden.

Vivaz Pro von rechts (crop)
Die Tasten auf der rechten Seite dienen zur komfortablen Bedienung der Kamera.

Zur schnellen Bedienung der Software sind auf der rechten Kante Tasten für den Zoom und zum Schnellzugriff auf die Foto- und auch die Videokamera vorhanden. Diese dienen im jeweiligen Modus auch als Auslöser.

Anhand des folgenden Beispielfotos und eines entsprechenden Videos möchten wir auch diesmal unseren Lesern die Möglichkeit bieten, sich ein eigenes Bild von der Qualität der Vivaz-Pro-Optik zu machen.

Vivaz Pro: Beispielfoto (Standardeinstellungen)

Das schon beim iPhone 4 [3] verwendete Motiv (Berliner Hauptbahnhof) fand in diesem Test ausnahmsweise keine Verwendung. In zukünftigen Tests werden wir zur besseren Vergleichbarkeit wieder darauf zurückgreifen. Wir stellten aber fest, dass die Bildqualität des Vivaz Pro mit der des Google Nexus One vergleichbar und somit auf einem für Smartphone-Verhältnisse hohen Niveau ist.

Unser kurzes Beispielvideo ist während eines Spiels der Fußball-WM entstanden. Im Hintergrund sind deshalb die wohlklingenden Harmonien zahlreicher Vuvuzelas zu hören.

Video abspielen

Grundfunktionen und Eingabe

Die Steuerung des Vivaz Pro erfolgt – von Apps, die sich per Sprache steuern lassen, mal abgesehen – über das resistive Display oder die Tastatur. Außerdem stehen drei Funktionstasten unterhalb des Displays zur Verfügung.

Vivaz Pro von unten

Bedauerlich ist, dass Sony Ericsson dem Gerät kein kapazitives Display spendiert hat, das auf Berührungen auch ohne mechanischen Druck reagieren würde. Stattdessen kam es im Test des Öfteren zu Situationen, in denen ein zweiter, etwas kräftigerer Druck nötig war. Nicht zuletzt das Fehlen eines Stifts macht sich bei einem solchen, resistiven Display negativ bemerkbar. Das Betriebssystem (S60 5th Edition) greift leider zu oft auf kleine Schaltflächen oder Links zurück, die mit dem Finger nicht ohne konzentriertes Zielen zu treffen sind. Die Pfeiltasten auf der Tastatur sollten hier nur eine Notlösung, nicht aber ein notwendiges Mittel darstellen. Schließlich sollte das Vivaz Pro auch im „geschlossenen“ Zustand komfortabel zu bedienen sein. Ein Joystick, Trackpad oder Ähnliches wäre dazu ebenfalls dienlich gewesen.

Vivaz Pro geöffnet, linker Bereich

Überzeugen kann hingegen die Tastatur. Die Tasten sind sowohl optisch als auch in Sachen Haptik gut voneinander getrennt, sodass man nach einer Weile nahezu „blind“ tippen kann. Sony Ericsson demonstriert hier, wie man sehr flache Tasten, die für die schmale Bauweise eines solchen Slider-Geräts unabdingbar sind, in einem Slider-Gerät so konzipiert, dass angenehmes Tippen möglich ist.

Vivaz Pro geöffnet, rechter Bereich

Ebenfalls positiv hervorzuheben sind die Tasten zum Wählen und Auflegen sowie die dazwischen platzierte Menütaste. Ihre geringe vertikale Breite ist dem Design geschuldet, dennoch stellen vor allem die grün und rot markierten Telefontasten eine Bereicherung dar, denn diese finden auf Smartphones immer seltener Platz. Gut, dass Sony Ericsson den Begriff „Smartphone“ wieder auf seinen Ursprung zurückführt und dies auch entsprechend berücksichtigt hat. Wer häufig telefoniert, ist somit nicht auf eine Verknüpfung auf dem Smartphone-Desktop oder auf eine dort platzierte Schaltfläche zum Beenden des Telefonats angewiesen.

Software

Mag die Hardware noch so lobenswert sein – die für das Vivaz Pro verwendete Software ist es keinesfalls. S60, der mittlerweile in die Jahre gekommene Aufsatz für das Symbian OS, kann auch in der „5th Edition“ nicht mit der Konkurrenz mithalten.

Vivaz Pro: Home-Screen
Vivaz Pro: Anwendungen-MenüVivaz Pro: E-MailVivaz Pro: E-MailVivaz Pro: Eingabe mit Stift (nicht im Lieferumfang enthalten)

Ein großes Problem stellt hier die fehlende Weitsicht der S60- und Symbian-Entwickler dar. Offenbar ging man dort vor einigen Jahren noch nicht davon aus, dass Smartphones zukünftig primär über einen Touchscreen bedient werden. Genau hier offenbart S60 seine eklatanten Schwächen. Der etwas träge Menüaufbau und das Design aus den späten 90er Jahren sind sicher nicht zu übersehen. Doch die vielen Menüs mit unzähligen Punkten, äußerst schmale Scroll-Balken und der nahezu unberechenbare Wechsel zwischen Einfach- und Doppelklicks treiben den Anwender an den Rand der Verzweiflung. So darf ein Smartphone anno 2010 einfach nicht ausgerüstet sein. Argumente für die Nutzung von S60 und die Zahlung von Lizenzgebühren an den Konkurrenten Nokia sind jedenfalls äußerst rar.

Doch S60 hat auch seine Stärken. Business-Anwender kommen hier auf ihre Kosten, denn die Unterstützung für Microsoft Exchange („RoadSync“) sowie IMAP IDLE („Push-Mail“) ist vorhanden und funktionierten im Test zuverlässig. Die verschachtelten Menüs bereiten zwar auch hier ihre Schwierigkeiten – wenn man Symbian oder Windows Mobile gewohnt ist, fällt dies aber kaum auf. Zum Öffnen und bearbeiten von Dokumenten ist „Quickoffice“ vorinstalliert.

Vivaz Pro: YouTube-Wiedergabe (deshalb verschwommen)
(aufgrund der Belichtungszeit ist die Aufnahme der YouTube-Wiedergabe sehr unscharf)
Vivaz Pro: YouTube-ÜbersichtVivaz Pro: Foto-Ansicht

Auch die Multimedia-Software punktet. Mit „PlayNow“, dem Online-MP3-Shop, sowie einer YouTube-App und der iTunes-ähnlichen PC-Software „Media Go“ ist man für den mobilen Musik- und Videokonsum gut gerüstet. Filme in 720p-Auflösung werden flüssig in der Player-Software wiedergegeben.

Flash-Animationen im Browser spielt das Vivaz Pro nicht ab. Diesem Fakt kann man allerdings auch etwas Positives abgewinnen, denn ohne Daten-Flatrate könnte es sonst auf so mancher Website ziemlich teuer werden.

Die Erweiterbarkeit von S60 ist ebenfalls ein kritischer Punkt. Zwar existieren im Web viele Apps, jedoch fehlt der Komfort eines Marktplatzes, wie es andere Hersteller oder Plattformen beispielsweise mit dem App Store (Apple), Android Market oder Ovi Store (Symbian-Geräte von Nokia) bieten. Auch darf bezweifelt werden, dass die Anzahl der verfügbaren und auch zum Vivaz Pro kompatiblen Programme auch nur annähernd sechsstellig ist, so wie es bei iOS und Android der Fall ist. Aufgrund fehlender Kompatibilität war es uns nämlich auch nicht möglich, eine für S60 geschriebene Software zur Aufnahme von Screenshots zu nutzen.

Im Alltag

Den Alltag versüßt das Sony Ericsson Vivaz Pro in erster Linie durch seine Multimedia-Funktionen. Der etwas überladene virtuelle Plattenladen „PlayNow“ ist bei der Zusammenstellung der eigenen Playlist zwar keine große Hilfe. Mit „Media Go“ oder einfach per Windows Explorer lässt sich das Gerät aber durchaus komfortabel mit Musik und Videos nach eigenem Geschmack befüllen.

Dank der 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse können beliebige Kopfhörer oder Headsets angeschlossen werden. Das von Sony Ericsson verpackte Ohrhörer-Paar inklusive Mikrofon ist aber allenfalls als Notlösung oder Einstieg zu gebrauchen. Das Vivaz Pro kann zumindest gute In-Ear-Kopfhörer mit ansprechendem Sound bedienen.

Vivaz Pro Rückseite geöffnet

Videotelefonie ist prinzipiell mit dem Vivaz Pro möglich. S60 ist dafür gerüstet, allerdings scheitert es – wie auch in unserem Test – oft an der Verbindung mit dem Gesprächspartner, welcher offenbar gleiche Netzbedingungen (UMTS-Verbindung) und ein entsprechendes Smartphone mit Unterstützung für dasselbe Protokoll benötigt. Klappt es nicht, tappt man allerdings bei der Ursache auch meist im Dunkeln.

Die Akkulaufzeit des Vivaz Pro ist aufgrund des nicht besonders großzügig bemessenen Lithium-Polymer-Akkus (1200 mAh) nur Durchschnitt. Da es für Multimedia geschaffen wurde, hätte man hier etwas mehr erwarten können. Nutzt man die Video-Aufnahme so intensiv, wie der Hersteller es im Werbefilm zeigt, muss das Vivaz Pro des Nachts auch schon wieder an die Steckdose. Nutzt man es vorwiegend alsElectronic Organizer, hält es allerdings auch zwei oder gar drei Tage durch.

Fazit

Das Vivaz Pro weckt gemischte Gefühle: Einerseits sind die elegante Form, das recht gelungene Design, die angenehme Haptik sowie eine flott bedienbare Tastatur viele Gründe, es stets bei sich haben zu wollen. Auf der anderen Seite stören wir uns aber an Mängeln, die einem Neuling auf dem Smartphone-Markt verziehen werden könnten, nicht aber einem Schwergewicht wie Sony Ericsson.

Vivaz Pro von rechts
Das Vivaz Pro konnte im Test leider nicht überzeugen.

Sony Ericsson Vivaz Pro
Positive Eigenschaften
  • Multimedia-Funktionen
  • 720p-Videoaufnahme
  • sehr gute Tastatur
  • recht niedriger Preis
Negative Eigenschaften
  • Betriebssystem (in nahezu jeder Hinsicht)
  • App-Auswahl hinkt der Konkurrenz hinterher
  • ohne SIM-Karte nicht nutzbar


Und so bleibt abschließend nur zu sagen, dass diejenigen, die ein Smartphone unterhalb der 300-Euro-Grenze suchen und dies hauptsächlich Multimedia-Aufgaben erfüllen soll, mit dem Vivaz Pro ihr Glück finden könnten.

Einem solchen Glück steht allerdings S60 im Weg. Ein veraltetes Betriebssystem, dessen Aussehen und Handhabung älter wirkt als so manches Mitglied unseres Teams, hätte auf dem Vivaz Pro keine Verwendung finden dürfen. Den Kauf des Vivaz Pro können wir daher nur denjenigen empfehlen, die über die großen Schwächen des Symbian-Systems hinwegsehen können. Uns fiel dies für eine Empfehlung leider zu schwer.

Preise und Verfügbarkeit

Das Sony Ericsson Vivaz Pro ist in schwarzem, weißem oder grauem Äußeren erhältlich. Ohne Vertrag ist es ab 260 Euro [4] bei verschiedenen Händlern zu haben.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/handys/2010/test_sony_ericsson_xperia_x10/
  2. http://www.computerbase.de/news/consumer_electronics/kommunikation/smartphones/2010/juli/gartner_symbian_os_untergang/
  3. http://www.computerbase.de/artikel/handys/2010/test_apple_iphone_4/
  4. http://www.computerbase.de/preisvergleich/?cat=umtsover&asuch=Vivaz%20Pro
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