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Test: Sony Ericsson Xperia X10 Mini

von Benjamin Beckmann

Einleitung

Smartphones sind derzeit in aller Munde. Einer großen Zielgruppe scheinen sie aber dennoch meist unattraktiv: Frauen und auch vielen Männern, die keinen sperrigen Alleskönner in ihrer Hosentasche mit sich führen möchten. Die Großformat-Modelle HTC Desire, Samsung Galaxy S oder Apple iPhone 4 machen in den Hosentaschen eng anliegender Jeans eine eher schlechte Figur. Vorherrschende Meinung ist, dass die Bedienung mit den Fingern nur auf möglichst großen Touchscreens komfortabel sein kann. Einige Hersteller bieten dennoch Smartphones in kompakter Größe an, meist mit Bildschirmdiagonalen diesseits der 3-Zoll-Marke.

Xperia X10 mini: Gerät und Verpackung
Xperia X10 mini: Gerät und Verpackung

Zu den Anbietern solcher Geräte gehört nun auch Sony Ericsson. Mit dem Xperia X10 mini bietet das Unternehmen eine etwas andere Alternative zu Desire, Galaxy S, iPhone, Xperia X10 und Co an. Einerseits stellt es eine Miniaturvariante letzteren Modells dar, andererseits soll es das vollwertige Android-Erlebnis bieten.

Welche Kompromisse man bei Sony Ericsson dafür eingehen musste und ob sich der Preis lohnt, möchten wir im Folgenden herausfinden.

Lieferumfang

Was steckt wohl in diesem großen Karton? Das wesentlich größere iPhone 4 benötigt nur ein Viertel dieses Volumens, um inklusive Zubehör den Kunden zu erreichen. Der Karton des Google Nexus One hingegen ist im Vergleich dazu riesig – mehr als ein Liter Volumen. Noch 50 Prozent mehr Platz bietet aber die äußere Verpackung des Xperia X10 mini.

Im Innern des in den Farben Grau und Rot gestalteten Kartons liegt des Rätsels Lösung. Sony Ericsson hat dem Gerät einen zweiten Deckel für die Rückseite beigelegt, der den gleichen Platzverbrauch wie das X10 mini selbst aufweist. Verfügbar sind diese Rückseiten-Cover in Weiß, Gelb, Rot, Pink, Silber und Schwarz. Durch dieses extra in einer Kunststofftüte verpackte Wechsel-Cover und das weitere Zubehör fällt der Karton des X10 mini entsprechend riesig aus. Im Karton sind insgesamt zwei Cover zu finden, Näheres dazu im Abschnitt Design.

Außerdem ist im Lieferumfang das übliche Zubehör enthalten: Ein In-Ear-Headset, einige kleine Hefte mit Informationen zum Gerät sowie das Micro-USB-Kabel plus Wechselstromadapter zum Aufladen am Netz.

Lieferumfang komplett
Lieferumfang komplett

Der Lieferumfang des Xperia X10 mini im Überblick:

Eigenschaften

Das Xperia X10 mini, vom Hersteller intern auch als E10i bezeichnet, fällt durch seine platzsparende Bauform auf. Es ist fünf Zentimeter breit, rund acht Zentimeter hoch und misst in der Tiefe 1,6 Zentimeter. Ein kapazitiver Touchscreen ermöglicht Bedienung ohne Kraftaufwand. Das LC-Display stellt 320 × 240 Pixel dar, misst in der Diagonale 2,55 Zoll (6,45 cm) und nimmt eine Fläche von 20,8 cm² ein.

Der Qualcomm-Prozessor MSM7227 basiert auf ARMv6-Technologie und läuft mit Taktfrequenzen von rund 120 bis 600 Megahertz. Zusätzlich befeuert ein AMD-Grafikchip die Leistung des X10 Mini.

Flüchtiger Speicher steht in Form von 256 MB RAM bereit. Binärdateien von Apps kommen auf den 256 MB ROM-Speicher unter, 128 MB davon sind für das System reserviert. Als weitere Speichermöglichkeit ist ein microSD-Slot vorhanden. Eine entsprechende 2-GB-Karte liegt dem Gerät bei.

Zur Eingabe dienen zum einen der kapazitiv verwendbare Touchscreen und zum anderen ein Mikrofon für die Sprachsteuerung einiger Apps. Ausgeliefert wird das Xperia X10 mini mit dem Betriebssystem Android in der Version 1.6 (Donut). Zusätzlich hat Sony Ericsson die UX-Oberfläche sowie „TimeScape“ integriert.

Die rückseitige Kamera des Mini-Modells nimmt Bilder in Größe von rund fünf Megapixeln auf. Die Videoaufnahme erfolgt in VGA-Auflösung (640 × 480 Pixel) bei 30 Bildern je Sekunde.

Weitere Informationen enthält die folgende Tabelle. Nähere Details zu diesen und weiteren Fakten folgen in den nächsten Abschnitten unseres Tests.

Xperia X10 mini, geöffnet
Xperia X10 mini, geöffnet
Sony Ericsson Xperia X10 Mini
Weitere Namen: E10i
Typ: Touch-Phone
Bildschirm: TFT mit 2,55" Diagonale (5,2 cm × 4,0 cm = 20,8 cm²),
320 × 240 Pixel (4:3), 157 ppi
Prozessoren: Qualcomm MSM7227 (ARMv6-kompatibel, 122 bis 600 MHz, PowerVR SGX530)
Arbeitsspeicher: 256 MB RAM
Speichermöglichkeiten: 256 MB ROM, davon 128 MB als interner Speicher nutzbar,
austauschbare microSD mit 2 GB
Eingabe: kapazitiver Touchscreen, Mikrofon
Sensoren: AKM AK8973 (als elektronischer Kompass), Bosch BMA 150 (Beschleunigungssensor), Avago APDS-9700 (Näherungssensor), MSM-Lichtsensor
Betriebssystem: Android 1.6 (Donut)
Kommunikation: WLAN 802.11b/g, Bluetooth 2.1 mit A2DP, A-GPS
Quadband GSM/GPRS/EDGE, Triband UMTS/HSDPA/HSUPA
Multimedia: Unterstützung für Video: MP4, H.263, H.264, WMV; Audio: MP3, eAAC+, WMA, WAV
Kamera: 2592 × 1944 Pixel (ca. 5 Megapixel), Autofokus, LED-Blitz, Geo-Tagging, Video (640 × 480 Pixel, 30 fps)
Anschlüsse &
Steckplätze
:
3,5 mm Klinke (Audio und Video), 5-poliger Micro-USB-Anschluss, Slot für SIM-Karte, microSD-Slot
Akku: Lithium-Polymer-Akku mit einer Kapazität von 950 mAh
Abmessungen: 50 mm × 83 mm × 16 mm
Gewicht: 88 g
SAR: 1,17 W/kg

Design und Verarbeitung

An der äußeren Gestaltung des Xperia X10 mini lässt sich kaum etwas bemängeln. Dies war aber auch zu erwarten, schließlich handelt es sich um den kleinen Bruder des ebenfalls recht schicken Xperia X10 [1]. Dementsprechend ähnelt die Mini-Variante letzterem enorm. Um trotz des Formats noch alles Notwendige unterbringen zu können, schafft Sony Ericsson hier Raum durch eine tiefere Bauform. Mit maximal 1,6 Zentimetern gehört es nicht gerade zu den schlankesten Smartphones. Zu den kleinsten hingegen schon: Gerade einmal 41,5 cm² Grundfläche ergeben sich aus Breite mal Höhe. Etwa 60 Prozent der Vorderseite nimmt das Display für sich in Anspruch, optisch nimmt man es dank der recht schmalen Ränder jedoch größer wahr.

Xperia X10 mini von vorne, schräg
Xperia X10 mini von vorne, schräg

Xperia X10 mini: Tasten
Xperia X10 mini: Tasten
Xperia X10 mini von unten
Xperia X10 mini von unten
Xperia X10 mini von oben
Xperia X10 mini von oben

Die Vorderseite ist in allen Varianten komplett in Schwarz gehalten. Unter dem Display sind außerdem drei Funktionstasten platziert worden, die zusammen einen glänzenden silbernen Streifen bilden.

Xperia X10 mini: Farbvarianten der Rückseite
Xperia X10 mini: Farbvarianten der Rückseite

Die Rückseite ist je nach erworbener Variante gefärbt. Durch ein mitgeliefertes Wechsel-Cover kann das Aussehen des X10 mini jederzeit angepasst werden. Zur Auswahl stehen die Wechsel-Kombinationen schwarz/silber, weiß/rosa, schwarz/grün, schwarz/rot sowie weiß/rot.

Auf der rechten Seite befinden sich zudem drei Tasten, von denen zwei zur Regelung der Lautstärke oder den Zoom in der Kamera-Software verwendet werden können. Die dritte Taste dient als Kamera-Auslöser.

An der Unterseite sind die Anschlüsse für Micro-USB v2 sowie Audio (3,5 mm Klinke) platziert. Die USB-Buchse, die auch zum Laden des Geräts genutzt wird, ist durch eine kleine Kappe aus Gummi gegen das Eindringen von Staub oder Ähnlichem geschützt. Leider ist diese Abdeckung nur mit einem spitzen Gegenstand zu öffnen, da die Aussparung am Rand zu klein ist und die Kappe zu fest sitzt.

Xperia X10 mini von rechts
Xperia X10 mini von rechts

Xperia X10 mini von links
Xperia X10 mini von links
Xperia X10 mini von unten, schräg
Xperia X10 mini von unten, schräg
Xperia X10 mini von unten, geöffnete Micro-USB-Buchse
Xperia X10 mini von unten, geöffnete Micro-USB-Buchse

Die Verarbeitung des Xperia X10 ist gut, wenn auch nicht hervorragend. Das edle Design täuscht über die reine Kunststoff-Optik hinweg, Metalle finden am Smartphone-Gehäuse keine Verwendung. Das leicht wechselbare Rückseiten-Cover hat seinen Preis: An den unteren Ecken der linken und rechten Seite gibt es mit hörbaren Geräuschen etwas nach, da es an diesen Stellen nicht zu 100 Prozent fest sitzt. Darüber hinaus weist das Gehäuse allerdings keine Mängel auf. Schade ist aber, dass der Akku fest im Gehäuse verbaut ist und vom Kunden nicht ohne Weiteres ausgetauscht werden kann.

Display und Kamera

Mit einer durchschnittlichen Punktdichte von zirka 157 Pixeln je Zoll kann der Bildschirm des X10 mini nicht mit den fortschrittlicheren Exemplaren aktueller Spitzen-Smartphones mithalten. Pixel sind deutlich zu erkennen, Schriftränder ausgefranst und zum Lesen längerer Texte ist dieses TFT-Display gewiss nicht zu empfehlen – als Kindle-Ersatz soll ein Smartphone dieser Größe aber auch nicht dienen.

Xperia X10 mini von vorne
Xperia X10 mini von vorne

Die Leuchtdichte des Bildschirms wirkt auf maximaler Einstellung subjektiv etwas schwächer als die des größeren Bruders Xperia X10 und anderer aktueller Smartphones. Allerdings ist diese höchstmögliche Helligkeit sehr angenehm für die Augen und bereitet auch in dunkler Umgebung keine Probleme. Im Freien ist das Display dennoch gut ablesbar, hat bei starker Sonneneinstrahlung aber die typischen Probleme mit dem Kontrast – es befindet sich hier also in guter Gesellschaft nahezu aller Smartphone-Kollegen.

Xperia X10 mini: Kameralinse
Xperia X10 mini: Kameralinse

Xperia X10 mini von hinten, schräg
Xperia X10 mini von hinten, schräg

Hersteller Sony Ericsson konnte schon immer mit der verbauten Optik überzeugen. Auch das X10 mini kann mit überraschend guten Fotos aufwarten – um ehrlich zu sein, hätten wir dies dem Android-Winzling gar nicht zugetraut. Natürlich können Detailgrad und Schärfe nicht mit einer dedizierten Kamera wie der Canon EOS 20D mithalten, mit dem Google Nexus One kann sich Testobjekt aber klar messen. Leider ist der Standort der Aufnahme im Falle des Xperia X10 nicht exakt derselbe wie bei den Vergleichsbildern, eine gute Vergleichsmöglichkeit sollten die folgenden Aufnahmen aber dennoch bieten.

Xperia X10 mini, Nexus One, iPhone 4 (v.l.n.r.)
Xperia X10 mini: Bildausschnitt
Xperia X10 mini: Bildausschnitt
Google Nexus One: Bildausschnitt
Google Nexus One: Bildausschnitt
iPhone 4: Bildausschnitt
iPhone 4: Bildausschnitt

Zur Veranschaulichung folgen noch einige Aufnahmen in voller Auflösung:

Fotoqualität des Sony Ericsson Xperia X10 mini (Motiv: Berliner Hauptbahnhof)
Xperia X10 mini: Foto des Berliner Hauptbahnhofs
Xperia X10 mini: Foto des Berliner Hauptbahnhofs
Xperia X10 mini: Foto des Berliner Hauptbahnhofs

Gemessen an der Fotoqualität ist die Güte der aufgenommenen Videos eher enttäuschend. Hier erfüllt das X10 mini „nur“ die Erwartungen. Das unter Kunstlicht aufgenommene Video (deutlich heller als es im Video wirkt) reizt das Potenzial der Videosoftware sicher nicht aus, die Möglichkeiten stoßen bei der maximalen Auflösung von 640 × 480 Pixeln (VGA) aber ohnehin sehr schnell an ihre Grenzen.

Video abspielen

Grundfunktionen und Eingabe

Bei Telefonaten, SMS und Dienstprogrammen wie dem Wecker, der Stoppuhr und Ähnlichem macht das Xperia X10 mini eine gute Figur. Alle von Handys bekannten Fähigkeiten sind gegeben und ohne frustrierende Hürden in der Bedienung oder Funktion verwendbar – trotz des kleinen Touchscreens.

Xperia X10 mini: SMS-Eingabe, Tastaturfeld
Xperia X10 mini: SMS-Eingabe, Tastaturfeld

Aus Platzmangel wurde auf eine virtuelle QWERTZ-Tastatur bei der Eingabe verzichtet. Stattdessen befindet sich auf dem Bildschirm das von gewöhnlichen Handys bekannte, neunteilige Tastenfeld mit Mehrfachbelegung (unten rechts „wxyz“). Daher eignet sich das X10 mini besonders gut für Smartphone-Einsteiger, die sowohl in der Form als auch in der Bedienung zunächst noch Kompromisse eingehen möchten.

Die Lautsprecher und das Mikrofon des X10 mini sind gut genug, um Telefonate in angemessener Sprachqualität zu führen – auch im Freisprechen-Modus. Auf die Wiedergabe von Musik und Videos über den Lautsprecher auf der Rückseite sollte aus Rücksicht auf die eigenen sowie fremde Ohren allerdings verzichtet werden. Für den eigentlichen Zweck, Klingeltöne abzuspielen, reicht dieser aber völlig aus.

Echte Wähltasten besitzt das Mini-Smartphone nicht. Abgesehen von den drei Funktionstasten für das Menü, den Hauptbildschirm sowie zur Navigation in die übergeordnete Ebene befinden sich noch eine Taste zum Sperren oder Ausschalten an der Oberseite sowie Tasten für Zoom, Lautstärke und das Auslösen der Kamera auf der rechten Seite. Die Kamera lässt sich somit auch ohne Fingergesten fokussieren und auslösen, was im Vergleich zu Smartphones wie dem HTC Desire, Google Nexus One oder iPhone 4 durchaus eine Bereicherung darstellt.

Alles Weitere findet auf dem Touchscreen statt, der zwar klein ist, dessen Bedienung Sony Ericsson aber durch clevere Anpassungen der Android-Oberfläche erleichtert hat (mehr dazu unter Software). Dank der kapazitiven Eingabe ist kein echter Druck mit dem Finger von Nöten. Fehleingaben kommen äußerst selten vor, die Schaltflächen wurden nämlich in fast allen Fällen ausreichend groß dimensioniert.

Software

Im Test des großen Originals, dem Xperia X10, enttäuschte dies mit der mittlerweile veralteten Android-Version 1.6. Diese kommt auch im Mini-Modell zum Einsatz, allerdings mit deutlich besser angepasster UX-Oberfläche. Diese bietet zur besseren Trennung auf dem kleinen Display eine Schnellwahl-Verknüpfung in jeder der vier Bildschirmecken. Diese können nach Wunsch mit den eigenen Lieblings-Apps belegt werden.

Das Android-Update zur Version 2.1 („Eclair“) hat Sony Ericsson zum Herbst 2010 angekündigt. Dann stehen voraussichtlich auch Sprachsuche, Google Maps Navigation und weitere Funktionen des vorletzten Android-Entwicklungszweigs bereit.

Xperia X10 mini: Android-Homescreen mit UX-Oberfläche
Xperia X10 mini: Android-Homescreen mit UX-Oberfläche
Xperia X10 mini: TimeScape-Widget
Xperia X10 mini: TimeScape-Widget

Xperia X10 mini: Energiesteuerung-Widget
Xperia X10 mini: Energiesteuerung-Widget

Statt der MediaScape-Software aus dem X10 ist im X10 mini „nur“ ein kleiner, übersichtlicher Medien-Player mit den wichtigsten Grundfunktionen installiert. Die TimeScape-Software zur sozialen Vernetzung (Facebook, Twitter, SMS/MMS, E-Mail) ist hingegen in einer angepassten Version vorhanden, die ebenfalls auf Verknüpfungen in den vier Bildschirmecken setzt. Wie viele andere Apps bietet auch TimeScape ein Widget für die zahlreichen Home-Screens, je Desktop-Abschnitt ist jedoch nur eines davon platzierbar.

Xperia X10 mini: Mediaplayer
Xperia X10 mini: Mediaplayer

Spiele und Anwendungen sind darüber hinaus in überwältigender Zahl im Android Market erhältlich, etwa zwei Drittel davon kostenlos. Mit „Roller Coaster“, „Peggle“ und „Edge“ liefert Sony Ericsson bereits drei Spiele mit, welche sich aber nur über das Mobilfunknetz aktivieren lassen.

Xperia X10 mini: Spiel „Edge“
Xperia X10 mini: Spiel „Edge“

MediaGo-Software für Windows
MediaGo-Software für Windows
Sony Ericsson PC Companion für Windows
Sony Ericsson PC Companion für Windows
Xperia X10 mini: App Backup & Restore
Xperia X10 mini: App Backup & Restore

Zur Sicherung und Synchronisierung sind RoadSync (Microsoft Exchange) sowie „Backup and restore“ vorinstalliert. Letztere Software bietet die Möglichkeit, viele Einstellungen wie Lesezeichen, Anruflisten, Kontakte, SMS, MMS sowie Systemeinstellungen zu sichern und wiederherzustellen.

In Verbindung mit einem Windows-PC kann darüber hinaus auch die Software „PC Companion“ von Sony Ericsson für Backups, Aktualisierungen und ähnliche Aufgaben verwendet werden. Mit „Media Go“ von Sony steht dort auch ein iTunes-Ersatz zur Verwaltung von Videos und Musik auf dem X10-mini-Speicher zur Installation bereit.

Alltag, Akku und Leistung

Die alltägliche Nutzung ist in vieler Hinsicht die große Stärke des X10 mini. Durch den geringen Platzverbrauch findet es auch in der Hosentasche platz, störend mag vielleicht die Tiefe des Gehäuses sein, spürbar ist es am Körper anliegend durchaus. Sein geringes Gewicht von 88 Gramm ist für die Größe angemessen, aber kein Highlight.

Akkulaufzeit (intensive Nutzung)

 Browser-Dauertest im WLAN:
Google Nexus One
3:20
Sony Ericsson Xperia X10 mini
4:47
Samsung Galaxy S i9000
5:09
Apple iPhone 4
5:22
Angaben in Stunden, Minuten

Mit nur 950 mAh ist der Akku etwas knapp bemessen. Schuld daran dürfte der mangelnde Platz für ein größeres Exemplar sein. Im von uns durchgeführten Test, der eine bestimmte Seite in einem Intervall von 5 Sekunden bei dauerhaft aktiviertem und unter maximaler Helligkeit leuchtenden Display aktualisiert, erreichte das Xperia X10 mini einen guten Wert von knapp unter fünf Stunden.

Im Alltag hingegen konnte das Xperia X10 mini bei moderater Nutzung (gelegentliches Ablesen der Uhr, kurze Recherchen per WLAN oder 3G sowie ein bis zwei Fotos am Tag) zweieinhalb Tage genutzt werden, bevor es erneut aufgeladen werden musste. Bei seltener Nutzung und dem Verweilen im Standby-Modus sind sicher auch drei bis vier Tage möglich. Sony Ericsson gibt als maximale Laufzeit für den reinen Standby-Betrieb 10 bis 15 Tage an.

Alles Weitere hängt von der Auswahl der Apps ab. Diese ist zwar aufgrund der geringen Bildschirmgröße eingeschränkt, im Android Market finden sich aber dennoch sehr viele Apps für nahezu jeden Zweck. Browser, E-Mail-Software und Co wurden aus der Android-Bibliothek übernommen und nur in der Gestaltung angepasst.

An manchen Stellen vermisst man die Multitouch-Unterstützung – etwa dann, wenn in Google Maps oder bei der Fotowiedergabe der Bildausschnitt vergrößert werden soll und man vergeblich versucht, die Pinch-to-Zoom-Geste mit zwei Fingern auszuführen. Besonders komfortabel wäre dies auf dem kleinen Touchscreen aber ohnehin nicht.

Abgesehen von dieser Kleinigkeit und der Einschränkung in der App-Vielfalt stellt das Xperia X10 jedoch einen nahezu perfekten Begleiter für den Alltag dar. Dank eines schnellen Prozessors und einer potenten Grafikeinheit bewältigt es jede Aufgabe, ohne dabei ins Schwitzen zu kommen – besonders warm wird das Gerät nämlich auch während des Spielens nicht.

Fazit

Es geht doch! Sony Ericsson bieten mit dem Xperia X10 mini ein überzeugendes Produkt mit wenigen Schwächen. Wer sich mit dem Design anfreunden und das Fehlen einer (wenn auch virtuellen) QWERTZ-Tastatur verschmerzen kann, findet im X10 mini eine hervorragende Alternative zu den großen Smartphone-Exemplaren dieser Tage.

Wer unterwegs oft den Browser benutzt oder darauf hofft, Bücher oder andere Dokumente im PDF-Format komfortabel lesen zu können, wird leider enttäuscht. Die geringe Punktdichte von 157 ppi bei einer Auflösung von 320 × 240 Pixeln verhindert das komfortable Lesen von Texten.

Xperia X10 mini von hinten (Zoom)
Xperia X10 mini von hinten (Zoom)

Mit seinem geringen Gewicht, der kompakten Form, dem schnellen Prozessor und einer guten Verarbeitung macht das Xperia X10 die kleinen Makel aber wieder wett. Sein unschlagbares Argument ist außerdem der Preis. Für knapp über 200 Euro ist es seinen Preis und somit auch eine Überlegung durchaus wert.

Sony Ericsson Xperia X10 mini
Positive Eigenschaften
  • kompaktes Format, passt in nahezu jede Tasche
  • preiswert
  • große App-Auswahl
  • Fotoaufnahmen relativ gut
  • ansprechendes Design, austauschbare Rückseite
  • schneller Prozessor
Negative Eigenschaften
  • nicht aktuelle Android-Version 1.6 (Donut)
  • Pixel gut zu erkennen, kleine Schrift ausgefranst (nur 157 ppi)
  • Akku fest verbaut
  • Micro-USB-Buchse schwer zugänglich

Preise und Verfügbarkeit

Im Preisvergleich ist das Sony Ericsson Xperia X10 mini [2] ab rund 210 Euro in verschiedenen Farbkombinationen der Wechsel-Cover gelistet und bei vielen Händlern seit Ende Mai erhältlich – sowohl in Deutschland, Österreich als auch in der Schweiz.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/handys/2010/test_sony_ericsson_xperia_x10/
  2. http://www.computerbase.de/preisvergleich/?cat=umtsover&asuch=Xperia%20X10%20mini&v=e&plz=&dist=&sort=artikel&xf=136_Barren
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