Einleitung
Der Mobile World Congress (MWC) stellt für den Smartphone-Bereich traditionell eine der wichtigsten alljährlichen Plattformen für die Präsentation neuer Geräte dar. Auch wenn die 2011er Ausgabe der Fachmesse in dieser Hinsicht nicht die ganz großen, unerwarteten Knüller bereithielt, so wurden doch auch in diesem Jahr wieder zahlreiche neue Geräte erstmalig ausgestellt oder gar erst angekündigt.
Auch wenn sich um die Güte und Attraktivität der einzelnen Vorstellungen wie so oft vortrefflich streiten lässt, steht dabei außer Frage, dass diese Geräte uns in den kommenden Monaten bis zur Welle der nächsten Ankündigungen explizit beschäftigen werden.
Vor diesem Hintergrund dient diese Vorschau primär dazu, die Inhalte und Eindrücke vom MWC fest zu halten und in eine übersichtliche Form zu bringen. Das Ziel ist dabei ausdrücklich nicht, konkrete Empfehlungen und Wertungen auszusprechen – dies wird erst auf Basis von umfassenden Tests möglich sein – sondern eine Art „Sammelbecken“ zu schaffen, auf das man mit Blick auf die Erscheinungstermine immer wieder zurückgreifen kann.
Die Auswahl der im Folgenden aufgeführten Geräte entspringt dementsprechend den MWC-Ankündigungen der einschlägigen Hersteller. Die Reihenfolge ist alphabetisch geordnet, trotz sorgfältiger Aufbereitung gilt: Alle Angaben sind ohne Gewähr.
Acer
Acer, hierzulande in erster Linie für seine Desktop-PCs und Notebooks bekannt, verließ sich bei seinem Messe-Auftritt auf bereits bekanntes. Neben einigen Mittelklasse-“Androiden“ war das „Iconia Smart“ das einzige Highlight der Taiwaner.
Neben dem Unibody-Gehäuse aus Aluminium ist sicherlich das 4,8 Zoll große Display im 21:9-Format der Hingucker. Laut Acer handelt es sich beim „Iconia Smart“ auch nicht um ein reinrassiges Smartphone, sondern um eine Symbiose aus Handy und Tablet. Käufern wird dies relativ egal sein, in erster Linie dürfte sich das Android-Smartphone aufgrund des Display-Formats für die Video-Wiedergabe eignen. Der ungewöhnlichen Bildschirmgröße ist auch die Auflösung von 1.024 × 480 Pixeln geschuldet.
Generell entspricht die Ausstattung dem unteren Highend-Segment, die Konkurrenz hat hier deutlich leistungsfähigere Komponenten verbaut. Trotzdem kann das Gerät – auch wenn die Software noch nicht fertiggestellt ist ist – mit seinem „Snapdragon“-SoC, WLAN nach 802.11 b/g/n und Bluetooth 2.1 bislang überzeugen.
Interessant ist das „Iconia Smart“ aber nicht nur aufgrund des ungewöhnlichen Formfaktors und der durchaus edlen Materialien, sondern auch aufgrund der deaktivierbaren, von Acer entwickelten „Acer UI“-Oberfläche.
| Iconia Smart | |
|---|---|
| OS / UI: | Android 2.3 / Acer UI 4.2 |
| Display: (Auflösung in px) |
4,8", LCD 1.024 × 480 |
| Display-Art: | Touchscreen, kapazitiv |
| Bedienung: | virtuelle Tastatur |
| Prozessor: | Qualcomm MSM 8255-1, 1 GHz |
| Arbeitsspeicher: | 512 MB |
| Speicher: | nicht bekannt |
| Verbindungen: | GPRS/EDGE/UMTS/HSPA/WLAN/Bluetooth |
| Standards / Besonderheiten: | HSDPA 14,4 Mb/s, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1 |
| Hauptkamera (Blitz): | 8 MP (LED) |
| Frontkamera: | 2 MP |
| Akku (mAh): | 1.500 |
| Gewicht: | 186 g |
| Erhältlich ab: | 2. oder 3. Quartal 2011 |
HP
Auch HP will sich im Smartphone-Markt etablieren. Durch der Übernahme von Palm hat der weltgrößte PC-Hersteller Zugriff auf das Mobil-Betriebssystem webOS, welches erstmals beim Palm Pre und Pixi zum Einsatz kam. Nach dem eher glücklosen Pre 2 will das US-Unternehmen nun wieder an die Erfolge der ersten webOS-Geräte anschließen und präsentierte kurz vor dem Mobile Word Congress neben dem Tablet TouchPad die beiden Smartphones Pre 3 und Veer.
Während das Pre 3 optisch eine Weiterentwicklung des Pre 2 und dessen Vorgänger darstellt, wirkt das Veer wie der kleine Bruder des Pre und hat damit so gut wie keine Ähnlichkeit mit seinem Quasi-Vorgänger Pixi (Plus). Beide Modelle setzen auf webOS in Version 2.2, die sich unter anderen durch einige Synchronisations-Funktionen zwischen webOS-Smartphone und -Tablet von der Vorgängerversion unterscheidet.
Beim Pre 3 hat HP auf durchaus zeitgemäße Komponenten gesetzt, dazu gehören das Display mit WVGA-Auflösung und die 1,4 Gigahertz schnelle Qualcomm-SoC. Durch die bei beiden Geräten vorhandene Hardware-Tastatur liegt die Stärke klar in der geschriebenen Kommunikation. Aber auch in anderen Einsatzgebieten wissen beiden durchaus zu überzeugen, HP hat das Betriebssystem auf den ersten Blick gut weiterentwickelt, in puncto Funktionen und Bedienung befindet man sich auf einem ähnlichen Niveau wie die Konkurrenz, teilweise auch darüber.
Ob beide Geräte den durchaus verdienten Erfolg haben werden, hängt aber nicht zuletzt auch von den zur Verfügung stehenden Apps sowie der Vertriebs- und Preispolitik HPs ab. Bislang ist nicht klar, wann und wo genau die beiden Geräte in Deutschland erhältlich sein werden, bislang hat der Hersteller als Verkaufsstart für das Veer das Frühjahr, für das Pre 3 den Frühsommer genannt.
| Pre 3 | Veer | |
|---|---|---|
| OS / UI: | webOS 2.2 | |
| Display: (Auflösung in px) |
3,58", LCD 800 × 480 |
2,6", LCD 400 × 320 |
| Display-Art: | Touchscreen, kapazitiv | |
| Bedienung: | QWERTZ-Tastatur | |
| Prozessor: | Qualcomm MSM 8x55, 1,4 GHz |
Qualcomm Snapdragon 7230, 800 MHz |
| Arbeitsspeicher: | 512 MB | nicht bekannt |
| Speicher: | 8 oder 16 GB | 8 GB |
| Verbindungen: | GPRS/EDGE/UMTS/HSPA/WLAN/Bluetooth | |
| Standards / Besonderheiten: | HSDPA 14,4 Mb/s, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1 | |
| Hauptkamera (Blitz): | 5 MP (LED) | 5 MP |
| Frontkamera: | Keine | Keine |
| Akku (mAh): | 1.230 | 910 |
| Maße in mm: | 64 × 111 × 16 | 54 × 84 × 15 |
| Gewicht: | 156 g | 103 g |
| Erhältlich ab: | 2. Quartal 2011 | |
HTC
HTC präsentierte auf dem Mobile World Congress gleich fünf neue Smartphones, die allesamt im zweiten Quartal dieses Jahres erscheinen sollen. Neben drei aufgebohrten alten Bekannten werden zudem zwei neue „Sozial Media Phones“ mit Facebook-Branding verfügbar gemacht. Bezeichnend ist bei allen Geräten die vergleichsweise schwachbrüstige Ausstattung: Während andere Hersteller ins Dual-Core-Zeitalter aufbrechen, fallen die HTC-Geräte – wohl mit Blick auf die zuletzt starken Produktstarts – in dieser Hinsicht allesamt durchschnittlich aus. Je nachdem wie sich die insgesamt doch recht hohen Preisempfehlungen entwickeln werden, könnte sich hier aber dennoch für manchen potentiellen Käufer eine durchaus interessante Alternative zur Überbrückung der teuren Dual-Core-Einführungszeit finden.
Mit dem Desire S erweitert HTC die Desire-Familie um ein weiteres, auf Android 2.3 basierendes Gerät. Zu den Eckdaten sind ein Alu-Unibody, ein 3,7 Zoll großes S-LC-Display, 768 MByte Arbeitsspeicher und ein 1-GHz-Prozessor zu zählen.
Das Wildfire S basiert ebenfalls Android 2.3 und bietet ein 3,2 Zoll großes LC-Display, einen 600 MHz Prozessor und 512 MByte RAM und eine 5-MP-Kamera inklusive LED-Blitz.
Das auf Android 2.2 basierende HTC Incredible S gehört mit einem 4 Zoll großen Display (in Europa: S-LCD mit einer Auflösung von 480 × 800 Pixel), einer 8-MP-Kamera inklusive Doppel-LED-Blitz sowie Surround-Sound auf den ersten Blick auch wegen des vergleichsweise extravaganten Designs zu den Highlights unter den HTC-Smartphone-Neuvorstellungen. Ob sich dieser Eindruck hält, werden erste Tests zeigen müssen.
| Desire S | Wildfire S | Incredible S | |
|---|---|---|---|
| OS / UI: | Android 2.3.3 / Sense | Android 2.3.3 / Sense | Android 2.2 / Sense |
| Display: (Auflösung in px) |
3,7", S-C-LCD 800 × 480 |
3,2", TFT 480 × 320 |
4", S-C-LCD 800 × 480 |
| Display-Art: | Touchscreen, kapazitiv | ||
| Bedienung: | Touch, Knopfreihe | ||
| Prozessor: | 1 GHz (Qualcomm MSM8255) | 600 MHz (Qualcomm MSM7227) | 1 GHz (Qualcomm MSM8255) |
| Arbeitsspeicher: | 768 MB | 512 MB | 768 MB |
| Speicher: | 4 GB, erweiterbar |
512 MB, erweiterbar |
4 GB, erweiterbar |
| Verbindungen: | GPRS/EDGE/UMTS/HSPA/WLAN/Bluetooth/GPS | ||
| Standards / Besonderheiten: | HSDPA, WLAN „n“, Bluetooth 2.1, DLNA |
HSDPA WLAN „n“, Bluetooth 2.0 |
HSDPA WLAN „n“, Bluetooth 2.1, DLNA |
| Hauptkamera (Blitz): | 5 MP (LED) | 5 MP (LED) | 8 MP (2 x LED) |
| Frontkamera: | VGA | Keine | 1,3 MP |
| Akku (mAh): | 1.450 | 1.230 | 1.450 |
| Maße in mm: | 115,5 x 59,8 x 11,63 | 101,30 x 59,4 x 12,4 | 120 x 64 x 11,7 |
| Gewicht (g): | 130 | 105 | 135,5 |
| Erhältlich ab: | 2. Quartal 2011 | ||
| UVP: | 489 Euro | 279 Euro | 539 Euro |
Mit dem HTC ChaCha und HTC Salsa führt HTC ab sofort zwei „Social Media Phones“ im Portfolio, die explizit Facebook-Junkies ansprechen sollen. Dazu sind beide Geräte mit einem extra Facebook-Knopf zum direkten Verfassen von Status-Updates gebrandet und versprechen dementsprechend das ultimative, unkomplizierte Erlebnis im Bereich „Social Networks“.
Die dabei zum einsatzkommende Hardware verdient nach den Ankündigungen vom MWC nur noch das Prädikat „Mittelklasse“. Dementsprechend kommt das HTC Salsa mit einem bei 480 × 320 Pixeln durchschnittlich darstellenden 3,4 Zoll großen Display auf den Markt. Das ChaCha verfügt bei gleicher Auflösung gar über ein 2,6 Zoll kleines Display; zur Eingabe kann auf eine vollwertige QWERTZ-Tastatur zurückgegriffen werden. Auf der Oberfläche kommt auf beiden Geräten jeweils Android 2.3 sowie die speziell für Facebook angepasste Version der unternehmenseigenen Sense UI zum Einsatz. Beide Geräte setzen außerdem auf einen 600 MHz Prozessor, 512 MByte Arbeitsspeicher und bieten eine 5-MP-Kamera auf Rück- sowie eine VGA-Videokamera auf der Vorderseite.
| ChaCha | Salsa | |
|---|---|---|
| OS / UI: | Android 2.3 / Sense | |
| Display: (Auflösung in px) |
2,6", TFT 480 × 320 |
3,4", TFT 480 × 320 |
| Display-Art: | Touchscreen, kapazitiv | |
| Bedienung: | Touch, Knopf-Reihe, Tastatur | Touch, Knopf-Reihe |
| Prozessor: | 600 MHz | 600 MHz |
| Arbeitsspeicher: | 512 MB | 512 MB |
| Speicher: | 512 MB, erweiterbar | 512 MB, erweiterbar |
| Verbindungen: | GPRS/EDGE/UMTS/HSPA/WLAN/Bluetooth | |
| Standards / Besonderheiten: | HSDPA; WLAN b/g/n, Bluetooth 3.0 | HSDPA; WLAN b/g/n, Bluetooth 3.0 |
| Hauptkamera (Blitz): | 5 MP (LED) | 5 MP (LED) |
| Frontkamera: | VGA | VGA |
| Akku (mAh): | 1.250 | 1.520 |
| Maße in mm: | 114,4 × 65 × 11 | 110 × 59 × 12,3 |
| Gewicht (Gramm): | 120 | |
| Erhältlich ab: | 2. Quartal 2011 | |
| UVP: | 320 Euro | 390 Euro |
LG
Es ist Teil einer interessanten Entwicklung, dass LG dieser Tage in den kommenden Wochen und Monaten mitunter die spannendsten Geräte veröffentlichen wird. Dazu passte hervorragend, dass die Südkoreaner auf dem Mobile World Congress mit dem Optimus 3D eines der raren Highlights der Messe präsentieren konnten.
Das 4,3 Zoll große Display löst mit 800 × 480 Pixeln auf, eine besondere Technik wie Super-AMOLED oder Super-Clear kommt nicht zum Einsatz. Die beiden rückseitig verbauten Kameras haben jeweils eine Auflösung von fünf Megapixeln und sind speziell auf die Aufnahme von 3D-Inhalten abgestimmt. Diese Inhalte können per HDMI-Schnittstelle oder DLNA an externe Anzeigegeräte ausgegeben werden, falls unterstützt, auch in 3D. Laut LG ist das „Optimus 3D“ das erste Smartphone, das neben einem Zweikern-Prozessor – zum Einsatz kommt ein OMAP4-SoC von Texas Instruments mit einem Gigahertz – auch über ein komplettes Zwei-Kanal-Design mit einem vier Gigabyte großen Arbeitsspeicher verfügt.
Dadurch wird unter anderem das Anzeigen und gleichzeitige Aufnehmen von dreidimensionalen Inhalten ermöglicht. Videos können mit bis zu 1.280 × 720 (3D) respektive 1.920 × 1.080 Pixeln (2D) aufgenommen werden. Für ausreichende 3D-Inhalte soll eine exklusive Zusammenarbeit mit YouTube sorgen. Über die Video-Plattform sollen 3D-Videos sowohl abgerufen als auch veröffentlicht werden können.
| Optimus 3D | |
|---|---|
| OS / UI: | Android 2.3 / S-Class |
| Display: (Auflösung in px) |
4,3", LCD 800 × 480 |
| Display-Art: | Touchscreen, kapazitiv |
| Bedienung: | Touch, Knopfreihe |
| Prozessor: | OMAP4-SoC, 2 x 1 GHz |
| Arbeitsspeicher: | 4 GB |
| Speicher: | nicht bekannt |
| Verbindungen: | GPRS/EDGE/UMTS/HSPA/WLAN/Bluetooth |
| Standards / Besonderheiten: | HSDPA 14,4 Mb/s, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1, DLNA |
| Hauptkameras (Blitz): | 2 x 5 Megapixel |
| Frontkamera: | Ja, MP unbekannt |
| Akku (mAh): | 1.500 |
| Gewicht (Gramm): | 186 |
| Erhältlich ab: | 2. Quartal 2011 |
| UVP: | 599 Euro |
Motorola
Der Schwerpunkt des US-amerikanischen Unternehmens heißt derzeit ganz klar „Xoom“, daran ließ auch der Auftritt auf dem MWC 2011 in Barcelona keinen Zweifel. Lediglich am Rande wurde das bereits auf der CES im Januar angekündigte „Atrix 4G“ gezeigt, welches hierzulande wohl ohne den Zusatz „4G“ auf den Markt kommen wird.
Das Android-Smartphone basiert auf Nvidias Tegra-2-SoC mit zwei Kernen, die mit jeweils bis zu einem Gigahertz arbeiten. Ein weiteres Highlight ist ganz klar das vier Zoll große Display mit seiner Auflösung von 960 × 540 Pixeln, was gegenüber der üblicherweise verwendeten WVGA-Auflösung ein klarer Vorteil sein dürfte. Ebenfalls der Smartphone-Oberklasse angemessen ist der ein Gigabyte große Arbeitsspeicher sowie der per microSD-Karte erweiterbare, 16 Gigabyte große Speicher.
Ob sich Motorola mit diesem Gerät aber – insbesondere im Hinblick auf das sehr nüchterne Design – gegen die Konkurrenz der „Super-Smartphones“ wie dem Samsung Galaxy S II oder dem LG Optimus 3D durchsetzen kann, darf bezweifelt werden. Vielleicht gerade deshalb bietet der Hersteller ein eher ungewöhnliches Zubehör-Teil an: eine Notebook-Docking-Station. Damit fungiert das „Atrix“ als Hardware für das Notebook, welches neben der Smartphone-Oberfläche auch noch über ein eigenes Betriebssystem verfügt.
| Atrix 4G | |
|---|---|
| OS / UI: | Android 2.2 / MotoBlur |
| Display: (Auflösung in px) |
4,0", LCD 960 × 540 |
| Display-Art: | Touchscreen, kapazitiv |
| Bedienung: | virtuelle Tastatur |
| Prozessor: | Nvidia Tegra 2, 1 GHz |
| Arbeitsspeicher: | 1.024 MB |
| Speicher: | 16 GB |
| Verbindungen: | GPRS/EDGE/UMTS/HSPA/WLAN/Bluetooth |
| Standards / Besonderheiten: | HSDPA, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1, DLNA |
| Hauptkamera (Blitz): | 5 MP (LED) |
| Frontkamera: | VGA |
| Akku (mAh): | 1.930 |
| Maße in mm: | 118 × 64 × 11 |
| Gewicht: | 135 g |
| Erhältlich ab: | 3. Quartal 2011 |
Nokia
Nokia selbst war nicht mit einem eigenen Stand auf dem Mobile World Congress vertreten. Die Finnen beschränkten sich auf eine Presseveranstaltung im Rahmen der Messe, deren Hauptthema die Zusammenarbeit mit Microsoft war. Deshalb gibt es an konkreten Neuheiten eigentlich nichts zu vermelden.
Neben dem E7-00 soll im ersten Halbjahr 2011 auch noch das E6-00 erscheinen, beide jeweils mit QWERTZ-Tastatur und Symbian^3. Während es sich beim E6-00 um ein Barren-Handy im Stile der E7x-Familie handelt, kommt das E7-00 als Slider mit hervorziehbarer Tastatur wie die Smartphones der Communicator-Reihe daher. Erste Windows-Phone-7-Geräte sollen erst im vierten Quartal 2011 erscheinen, technische Daten oder Preise gibt es bislang noch nicht.
Samsung
Auch Samsung hat den vorab gehegten Vermutungen zum MWC-Portfolio ziemlich exakt entsprochen. Der Star der Koreaner ist deswegen ganz klar das Galaxy S II, das mit einer Top-Ausstattung und hier insbesondere mit der neuen Super-AMOLED Plus Technologie punkten soll. Neben seinem neuen Smartphone-Android-Flaggschiff präsentierte der Konzern außerdem ein neues Bada-Smartphone sowie das fertige Google Nexus S.
Das auf einen Orion bzw. Tegra 2 [1] setzende Galaxy S II orientiert sich designtechnisch am Vorgänger und weiß optisch dementsprechend durchaus zu gefallen. Haptisch hat man aber nach wie vor den Eindruck, ein eher günstiges Gerät in den Händen zu halten. Das Herzstück des Galaxy S II ist das 4,3 Zoll große Display, das auf Basis der weiter verbesserten Super-AMOLED-Technologie mit „Plus“-Zusatz ein noch klareres, kontrastreiches Bild liefern soll, als es bereits beim Vorgänger der Fall war. Überdies soll die neue Technologie eine satte Energieeinsparung ermöglichen und mit einer Reaktionszeit von 0,01 ms überaus responsiv sein. Die Auflösung liegt unverändert bei 480 × 800 Pixeln (WVGA), wobei sich das „Plus“ auch auf eine veränderte Pixelstruktur – die drei Sub-Pixel sind nun gleichgroß – bezieht und somit eine Aufwertung bedeutet.
Das Bada-basierte Wave 578 verdient das Prädikat „klein, leicht, unauffällig“. Bei zarten 100 Gramm und einer Abmessung von 08 x 55 x 12,5 mm ist die weitere Ausstattung des Gerätes der Arbeitsgeschwindigkeit zufolge kaum der Rede wert. In Kombination mit der Nahfunk-Technologie NFC kann es aber potentiell für all jene interessant sein, die sich für ein kostengünstigeres, einfaches Gerät interessieren, dass die besagte Technologie unterstützt.
Zur Ankündigung wurde es noch als neues Flaggschiff gehandelt – mittlerweile gehört es nur noch zur mittleren Oberklasse: Das Nexus S dürfte auch zu seinem anstehenden Start im kommenden Monat weiterhin die Geister scheiden: Während mancherorts die vergleichsweise geringen Veränderungen zum Vorgänger kritisiert werden, ist eine Vielzahl von Beobachtern und potentiellen Käufer bereits jetzt voll des Lobes. Zu den Eckdaten des Nexus zählen ein 1 GHz Prozessor sowie ein 4 Zoll Display. Wichtig ist in dieser Hinsicht, dass das Nexus S in Deutschland nicht wie angekündigt mit einem Super-AMOLED-Display, sondern mit einem Super-Clear-LC-Display erhältlich sein wird. Als Grund hierfür nannte man gegenüber ComputerBase nicht etwa Lieferengpässe, sondern einen entsprechenden Wunsch von Seiten der hiesigen Provider, der wohl vor dem Hintergrund eines günstigeren Preises der S-C-LCD-Variante verstanden werden kann.
| Galaxy S II | Wave 578 | Google Nexus S | |
|---|---|---|---|
| OS / UI: | Android 2.3 / TouchWiz 4.0 | Bada 1.1 / TouchWiz 3.0 | Android 2.3 |
| Display: (Auflösung in px) |
4,3", S-AMOLED Plus 800 × 480 |
3,2", TFT 400 × 240 |
4", S-C-LCD 800 × 480 |
| Display-Art: | Touchscreen, kapazitiv | Touchscreen, kapazitiv | Touchscreen, kapazitiv |
| Bedienung: | Touch, Knopfreihe | Touch, Knopfreihe | Touch, Knopfreihe |
| Prozessor: | Dual-Core, 2 x 1 GHz | Unbekannt | 1 GHz |
| Arbeitsspeicher: | 1 GB | Unbekannt | 512 MB |
| Speicher: | 16 bzw. 32 GB, erweiterbar |
100 MB, erweiterbar |
16 GB |
| Verbindungen: | GPRS/EDGE/UMTS/HSPA/WLAN/Bluetooth/GPS | ||
| Standards / Besonderheiten: | HSPA+ 21 MBit/s, WLAN „n“, Bluetooth 3.0, DLNA |
HSDPA WLAN „n“, NFC, Bluetooth 3.0 |
HSDPA WLAN „n“, NFC, Bluetooth 2.1 |
| Hauptkamera (Blitz): | 8 MP (LED) | 3,2 MP | 5 MP (LED) |
| Frontkamera: | 2 MP | VGA | VGA |
| Akku (mAh): | 1.650 | 1.200 | 1.500 |
| Maße in mm: | 125,3 × 66 × 8,49 | 108 × 55 × 12,5 | 106,8 × 60,4 × 12 |
| Gewicht (g): | 116 | 99 | 118 |
| Erhältlich ab: | März 2011 | Mai 2011 | März 2011 |
| UVP / Preis: | ca. 600 Euro (16 GByte Variante) | Unbekannt | ca. 510 Euro [2] |
Sony Ericsson
Sony Ericsson hat mit der Vorstellung des Xperia Play, Neo und Pro ziemlich exakt die vorab gestreuten Erwartungen erfüllt. Während das Pro und Neo eindeutig in die Kommunikations- bzw. Multimedia-Kerbe schlagen, dürfte zukünftig insbesondere das Xperia Play als „PlayStation Phone“ einige Aufmerksamkeit erfahren. Alle drei Geräte basieren auf Android 2.3.



Während sich das Design durchaus unterscheidet, ähneln sich Neo und Pro ausstattungstechnisch sehr: Beide Geräte bieten ein 3,7 Zoll großes Display mit 854 × 480 Pixeln, einen 1 GHz Prozessor sowie Sony Ericssons sogenannte „Bravia Engine“, die für hohe Kontrastwerte und eine gute Farbdarstellung sorgen soll.
Das Xperia Play verfügt über ein vier Zoll großes Display, das in 854 × 480 Pixel darstellt. Für anspruchsvolle Spiele soll ein ARMv7 „Scorpion“ mit einem Gigahertz ausreichend Leistung zur Verfügung stellen. Der Akku soll beim Spielen bis zu fünfeinhalb Stunden aushalten, Telefonate können bis zu 460 Minuten dauern. Zum im März anstehenden Verkaufsstart werden unter anderem Titel von Electronic Arts, Gameloft und Sony selbst verfügbar sein.
| Neo | Pro | Play | |
|---|---|---|---|
| OS / UI: | Android 2.3 | ||
| Display: (Auflösung in px) |
3,7", TFT 854 × 480 |
3,7", TFT 854 × 480 |
4", TFT 854 × 480 |
| Display-Art: | Touchscreen, kapazitiv | ||
| Bedienung: | Touch, Knopfreihe | Touch, Knopfreihe, Tastatur | Touch, Knopfreihe |
| Prozessor: | 1 GHz (Qualcomm-MSM8255) | 1 GHz (Qualcomm-MSM8255) | 1 GHz (ARMv7 „Scorpion“) |
| Arbeitsspeicher: | 512 MB | 512 MB | 512 MB |
| Speicher: | 320 MB, erweiterbar |
320 MB, erweiterbar |
nur micro-SD |
| Verbindungen: | GPRS/EDGE/UMTS/HSPDA/WLAN/Bluetooth/GPS | ||
| Standards / Besonderheiten: | HSDPA, WLAN b/g, Bluetooth 2.1 | HSDPA, WLAN b/g, Bluetooth 2.1 | HSDPA, WLAN b/g/n, Bluetooth 2.1 |
| Hauptkamera (Blitz): | 8,1 MP (LED) | 8,1 MP (LED) | 5 MP |
| Frontkamera: | VGA | VGA | Nicht vorhanden |
| Akku (mAh): | 1.500 | 1.500 | 1.500 |
| Maße in mm: | 116 × 57 × 13 | 120 × 57 × 14 | 119 x 62 x 16 |
| Gewicht (g): | 126 | 140 | 175 |
| Erhältlich ab: | März 2011 | 2. Quartal 2011 | März 2011 |
| UVP / Preis: | 480 | 500 | 650 |
Betriebssysteme
Geht es nach der Präsenz auf dem Mobile World Congress, müsste Android einen Marktanteil von geschätzten 85 bis 90 Prozent haben. Nahezu jeder Hersteller präsentierte Smartphones mit Google Betriebssystem, die Konkurrenz in Form von Symbian, iOS, Windows Phone 7 oder webOS fristete entweder ein Schattendasein oder war gar nicht vertreten.
Nicht nur deshalb, sondern auch aufgrund der für die kommenden Monate angekündigten Geräte, dürfte ein weiterhin starkes Wachstum bei Android sehr wahrscheinlich sein. Zur nahen und mittelfristigen Zukunft des Systems sowie möglichen Updates gibt es kaum konkrete Aussagen. Noch in der ersten Jahreshälfte soll Android 2.4 erscheinen, dabei sollen wohl einige Features aus der Tablet-Version „Honeycomb“ übernommen werden. Das nächste große „Major Release“ soll dann – so heißt es seitens Google – die beiden Stränge wieder zusammenführen, mit einer Veröffentlichung ist aber vor dem Herbst nicht zu rechnen. Ob zwischendurch noch große Neuerungen eingeführt werden, ist nicht klar. Denkbar wäre „Google Music“, welches mit Android 3.0 auf den Tablets Einzug halten soll, aber auch Update zur NFC-Ertüchtigung für Geräte mit Android 2.2 oder niedriger liegt im Bereich des Denkbaren.
Bei den Updates gibt es große Unterschiede zwischen den Herstellern, es ist also mit einer wieder zunehmenden Fragmentierung zu rechnen. Während HTC zumindest für die Desire-Familie Updates auf Android 2.3 angekündigt hat, schweigen sich meisten anderen Anbieter bislang aus.
In Bezug auf Symbian^3 hatte Nokia schon vor einigen Wochen mitgeteilt, dass nach und nach neue Funktionen per Update nachgereicht werden sollen, große Versions-Updates solle es aber nicht geben. Inwiefern sich diese Pläne aufgrund der Zusammenarbeit mit Microsoft ändern werden, ist nicht bekannt.
Ebenfalls etwas verwirrend ist die Aktualisierungs-Politik von HP. Hieß es erst, dass alle webOS-Geräte ein Update auf Version 2.0 erhalten werden, soll nun nur noch das Pre Plus die schon nicht mehr ganz aktuelle Fassung des Betriebssystems erhalten. Mit der Einführung der beiden neuen Modelle Pre 3 und Veer bringt das Unternehmen gleichzeitig auch webOS 2.2 auf den Markt.
Bei iOS und Windows Phone 7 ist es aus Sicht des Konsumenten momentan am leichtesten. Während Besitzer von Smartphones mit letzterem Betriebssystem in den kommenden Wochen sich auf einige neue Funktionen wie „Copy & Paste“ oder eine überarbeitete, systemweite Suche freuen können, wird Apple für die meisten iOS-Geräte Version 4.3 veröffentlichen. Den nächsten großen Versionssprung wird es dann wohl im Sommer geben, fast schon traditionell stellt Apple dann vermutlich die nächste iPhone-Generation vor.
Die generelle Tendenz bei der Weiterentwicklung aller Plattformen geht ganz klar in Richtung Multimedia. Mit „Google Music“ wird höchstwahrscheinlich auch Android um einen Musik-Dienst erweitert, Microsoft will seine medialen Inhalte ebenfalls weiter ausbauen. Aber nicht nur das Abspielen diese Inhalte auf dem Smartphone soll verbessert oder ausgebaut werden, unter dem Stichwort Heimvernetzung sollen Smartphones als Zuspieler für Fernseher, Tablets und andere Abspielgeräte herhalten.
Ob sich hingegen ein anderer, insbesondere von Google unterstützter Standard durchsetzen kann, wird die Zeit zeigen müssen. Die Rede ist von NFC, ein nicht wirklich neuer – entwickelt schon vor fast zehn Jahren – Übertragungsstandard, der vor allem für das bargeldlose Bezahlen verwendet werden soll. Zumindest setzen wohl zahlreiche Hersteller – darunter Samsung, Nokia und wohl auch Apple – auf den neuen Chip mit seinen Eigenschaften.
Schlusswort
Wie schon in der Einleitung erwähnt, gab es auf dem MWC keine großen „Kracher“ – nahezu alle Geräte tauchten schon im Vorfeld der Messe im Internet auf. Dennoch ist dies nicht der einzige Grund für eine gewisse Ernüchterung. In den kommenden Monaten erwarten uns Geräte mit einer Leistungsfähigkeit, die es bislang noch nicht gegeben hat. Ob aber schiere Rechenleistung ausreicht, um sich von der Konkurrenz abzuheben, bleibt abzuwarten. Einen wirklichen „anderen Weg“ beschreiten im Prinzip nur LG mit dem Fokus auf 3D sowie Sony Ericsson mit der Ausrichtung auf „Gaming“.
Klar ist aber, dass Apples iOS und Googles Android die Marktführerschaft in diesem Jahr unter sich ausmachen werden, denn weder Windows Phone 7 noch webOS werden aller Voraussicht nach eine große Rolle spielen. Symbians Abstieg dürfte aufgrund der Veränderten Ausrichtung Nokias ebenfalls nicht aufzuhalten sein.
Darüber hinaus gilt aber, dass es sich hierbei nur um eine Momentaufnahme handelt: Zahlreiche Hersteller haben bereits angekündigt, im Sommer erneut neue Geräte präsentieren zu wollen. Mit Blick auf diese Ankündigungen darf man gespannt sein, ob man sich dann wieder vermehrt an den Wünschen der Kunden nach längerer Laufzeit, verlässlicher Update-Politik und mehr Inhalten orientiert oder wieder einfach nur an der Leistungsschraube dreht.








