Vorwort
Die untere Mittelklasse bei Smartphones wird immer stärker umkämpft. Waren vor gar nicht langer Zeit Geräte in diesem Preisbereich von den Spezifikationen her für eine vernünftige Handhabung nicht immer ausreichend dimensioniert, weisen aktuelle Geräte oftmals die Leistungsstärke von High-End-Geräten von vor eineinhalb oder zwei Jahren auf und sind so für den alltäglichen Gebrauch problemlos geeignet. Auch die Verarbeitungsqualität in diesem Segment hat zugelegt, auch wenn man nicht erwarten darf, in diesem Punkt den von aktuellen Topgeräten gesetzten Standard wiederzufinden.
In eben dieses Umfeld gesellte sich das Xperia J, das Sony im Herbst vorgestellt und nun in den Handel gebracht hat. Die große Frage: Können die Japaner auch bei einem eher preiswerten Gerät Qualität liefern und mit der Konkurrenz in Form von ZTE, Huawei und anderen mithalten? Unser Test klärt dies.
Wir danken dem Online-Shop Getgoods [1] für die freundliche Teststellung. Das Sony Xperia J ist dort für 190 Euro erhältlich [2].
Spezifikationen & Lieferumfang
| Sony Xperia J (ST26i) | |
|---|---|
| OS: | Android 4.0.4 |
| Display: | 4,0 Zoll 854 × 480 Pixel (245 ppi) TFT, kapazitiv |
| Bedienung: | Touch |
| SoC: CPU: GPU: |
Qualcomm MSM7227A Single-Core, 1 GHz Adreno 200 |
| Arbeitsspeicher: | 512 MB |
| Speicher: | 4 GB erweiterbar per microSD-Karte |
| Mobilfunkstandards: | GSM/GPRS/EDGE UMTS/HSPA (bis zu 7,2 MBit/s im Down-, 5,76 MBit/s im Upstream) |
| Weitere Übertragungsstandards: | WLAN 802.11b/g/n Bluetooth 2.1 Micro-USB 2.0 |
| Hauptkamera: | 5 Megapixel LED-Blitz, Autofokus Videoaufnahmen mit 640 × 480 Pixeln |
| Frontkamera: | 0,3 Megapixel |
| Akku: | 1.700 mAh wechselbar |
| Abmessung: | 124,3 × 61,2 × 9,2 mm |
| Gewicht: | 124 Gramm |
| SAR-Wert: | 0,73 W/kg |
| Lieferumfang: | Ladegerät (5V, 0,85 A), Micro-USB-Kabel, Headset |
Xperia J im Überblick
Design & Verarbeitung
Optisch ist die Verwandtschaft des Xperia J zu den Geräten Xperia arc [3] und Xperia arc S [4] nicht zu verkennen. Trotzdem darf man dem Xperia J eine gewisse Eigenständigkeit bescheinigen, fallen doch einige Unterschiede direkt ins Auge: So verfügt unser Testgerät, einmal von der Einschalttaste und der Lautstärkeregelung abgesehen, über keinerlei Hardware-Tasten mehr. Auch wenn das neue Smartphone in insgesamt vier Farben (Schwarz, Weiß, Pink und Gold) erhältlich ist: Die Vorderseite ist bei allen Varianten in Schwarz mit einem chromfarbenen Rand gehalten. Im Vergleich zu zahlreichen Konkurrenten fällt das eher kantige Design auf.
Anders als beim Design wird bei den Materialien dann auch die Preisklasse ersichtlich: Während in den höherpreisigen Segmenten häufig Materialien wie Aluminium verwendet werden, muss man sich beim Xperia J mit Kunststoff zufriedengeben. Dieser macht das Gerät zwar leichter, nimmt ihm aber auch eine gewisse Wertigkeit.
Die Verarbeitung darf durchaus als solide bezeichnet werden, nichts knarzt oder quietscht und zwischen den einzelnen Bauteilen gibt es keine auffälligen oder unterschiedlichen Spaltmaße. Das Gerät liegt gut in der Hand, der etwas angeraute Akkudeckel sorgt für mehr Griffigkeit, besonders bei feuchten Händen. Der Deckel selbst sitzt recht fest, hinterlässt einen stabilen Eindruck und schließt bündig mit dem Gehäuse ab. Dennoch lässt er sich leicht abnehmen.
Auf den ersten Blick fällt bei geöffnetem Deckel der Akku ins Auge, bei dessen Platzierung sich Sony einen kleinen Patzer geleistet hat: Sowohl die SIM- als auch die microSD-Karte können nur bei entferntem Akku gewechselt werden. Spielt dies bei der SIM-Karte noch keine große Rolle, da diese erfahrungsgemäß nicht so oft gewechselt wird, gestaltet sich ein schneller SD-Karten-Wechsel unterwegs etwas umständlicher. Dies haben manche Mitbewerber besser gelöst.
Im Gegensatz zum guten Akkudeckel präsentieren sich die rechtsseitig angebrachten Hardwarebutton zum Ein- und Ausschalten und zur Regulierung der Lautstärke etwas wackelig. Trotzdem bieten sie gute Druckpunkte, wobei der Einschaltknopf länger hätte ausfallen dürfen.
Auf der oberen linken Seite hat Sony den microUSB-Anschluss verbaut, welcher ungeschützt offen liegt. Auch bei diesem gilt, dass er fest und stabil wirkt und nichts wackelt oder unnötig Spiel hat. Ein 3,5-Millimeter-Klinkenstecker zum Anschluss eines Headsets oder Kopfhörers wurde auf der Oberseite mittig verbaut und hinterlässt ebenfalls einen guten Eindruck.
Neben der vorderseitigen Kamera hat Sony eine LED verbaut, welche eingegangene Nachrichten je nach Typ in unterschiedlichen Farben signalisiert. Beim Ladevorgang erstrahlt sie dauerhaft in einem dezenten Grün.
Display
Das Display des Xperia J fällt mit einer Diagonalen von vier Zoll angenehm groß aus, so dass sich alle Bereiche der Anzeige ohne Probleme mit dem Daumen erreichen lassen. In Kombination mit einer Auflösung von 854 × 480 Bildpunkten ergibt sich eine Pixeldichte von 245 ppi.
Trotz des geringen Preises verfügt die Anzeige über einen guten Kontrast und eine nicht immer ausreichende Helligkeit. In normal beleuchteten Räumen reicht diese für eine gute Ablesbarkeit aus, im Freien treten bei direkter Sonneneinstrahlung aber Probleme auf. Auf eine automatische Regulierung der Helligkeit, wie sie von vielen anderen Geräten bekannt ist, wird vonseiten Sonys verzichtet. Dafür wirkt die Farbdarstellung kräftig, ohne dabei einen unnatürlichen Eindruck zu hinterlassen. Webseiten oder Texte lassen sich gut auf dem Gerät lesen.
Allerdings wirkt die Touch-Sensorik etwas unzuverlässig: Hin und wieder müssen Eingaben aufgrund einer ausbleibenden oder falsch interpretierten Erkennung wiederholt werden. Zudem zieht das mit Gorilla Glass versehene Display Staub und Fingerabdrücke nahezu magisch an.
In unseren Tests hinterließ das Display des Xperia J einen guten Eindruck. Die maximale Helligkeit lag bei 361 Candela/m², die minimale Helligkeit bei 47 Candela/m². Die Displays der High-End- und Premium-Geräte werden mit diesen Werten zwar nicht erreicht, für die Preisklasse des Xperia J sind sie aber recht ordentlich, auch wenn die maximale Helligkeit ruhig etwas höher hätte ausfallen können. Der Kontrastwert lag mit 1.031:1 und einem Schwarzwert von 0,35 ebenfalls in einem guten Bereich, welcher nicht immer von Budget-Geräten erreicht wird. Die Farbtemperatur wurde in der höchsten Helligkeitsstufe mit 6.900° Kelvin gemessen. Unabhängig vom Preis kann das Display des Xperia J als zufriedenstellend bezeichnet werden.
Als optimalen Weißpunkt sehen wir D65 an, also eine Farbtemperatur von 6.500 Kelvin (K). Dies entspricht nach gängiger Definition einem mittlerem Tageslicht und ist der Weißpunkt der gängigen Farbräume sRGB und AdobeRGB. Eine Abweichung von einigen hundert bis etwa 1000 K ist bei Mobiltelefonen als noch akzeptabel anzusehen, einige Displays – bauartbedingt vor allem OLED-Modelle – liegen allerdings beim Weiß und noch mehr bei Grautönen oft im Bereich um 10.000 K, was bereits als deutlicher Blaustich wahrnehmbar ist. Sehr viele Displays von Smartphones und Notebooks treffen zwar den Weißpunkt von 6.500 K relativ genau, weichen aber bei Grautönen und anderen mittleren Farbtönen deutlich mit einem Blaustich ab. Vor allem bei gleichzeitigem Auftreten von Grau und Weiß ist diese ungleichmäßige Graubalance wahrnehmbar.
Gegenüber der LCD-Technik weisen OLED-Bildschirme einige Besonderheiten auf, die sich teilweise in unseren Messungen niederschlagen und erklärungsbedürftig sind. Zum einen ist das der bekanntermaßen hohe Kontrast, der bei OLED durch die selbstleuchtenden Pixel möglich ist – es gibt hier kein Backlight, welches durch das Panel mehr oder weniger stark abgedunkelt wird, sondern ein schwarz angesteuerter Pixel ist tatsächlich komplett schwarz und leuchtet nicht. Da das Kontrastverhältnis den Quotienten zwischen der Helligkeit von Weiß und Schwarz angibt, ergibt die Kontrastmessung bei OLED-Displays theoretisch eine Division durch Null und damit ein nicht definiertes Ergebnis – in der Praxis gibt es bei der Schwarzmessung immer eine gewisse Resthelligkeit durch Streulicht und ein Signalrauschen beim Messgerät, sodass Kontrastergebnisse im fünfstelligen Bereich entstehen. Da die Darstellung dieser Kontrastwerte im Balkendiagramm den irreführenden Eindruck erzeugen, der Kontrast wäre bei OLED sichtbar um viele Größenordnungen besser, haben wir uns entschieden als Kontrast maximal 5000:1 darzustellen und auf diese Erklärung zu verweisen. Im Alltag ist der Unterschied allenfalls in sehr dunklen Umgebungen deutlich wahrnehmbar, bei Tageslicht sind Faktoren wie die Reflexionen der Displayoberfläche wesentlich wichtiger.
Die zweite Besonderheit ist die beim derzeitigen Stand der Technik verhältnismäßig geringe Lebensdauer der blauen Leuchtelemente bei OLED-Displays. Dies veranlasst die Hersteller dazu, zur Steigerung der Lebensdauer bei einigen Displays die klassische RGB-Subpixelmatrix durch alternative Anordnungen abzulösen. Bekannt ist dabei beispielsweise Samsungs „PenTile“-Matrix, deren Hauptmerkmal die Vergrößerung der blauen und roten Subpixel ist – allerdings bei gleichzeitiger Halbierung ihrer Anzahl. Das bedeutet, dass bei gleicher Nennauflösung diese Displays eine geringere Anzahl von Subpixeln aufweisen als Displays mit der bewährten RGB-Matrix. Jeder Pixel verfügt weiterhin über seinen eigenen grünen Subpixel, teilt sich aber den jeweiligen roten und blauen Subpixel mit seinem Nachbarpixel. Das ganze führt bei gleicher Nennauflösung zu einer geringeren tatsächlichen Auflösung und an Kontrastkanten zu Farbsäumen, die vor allem die Lesbarkeit von Text deutlich verringern können.
Display-Helligkeit
Angaben in Leuchtdichte (cd/m²)
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Display-Kontrast
Angaben in Kontrast
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Performance & Oberfläche
Bei Geräten wie dem Xperia J stellt sich schnell die Frage, welche Abstriche bei der Ausstattung bezüglich des niedrigen Preises gemacht werden müssen. Bei unserem Testgerät wird dieser über die bereits genannten verwendeten Materialien, zum anderen aber auch die technische Ausstattung erreicht. So muss sich der Benutzer beim Xperia J zunächst mit einem Arbeitsspeicher von 512 MB RAM zufriedengeben. Auch der interne Speicher ist mit vier Gigabyte recht knapp bemessen, vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass dem Benutzer hiervon nur ca. 2,5 Gigabyte zur eigenen Verfügung stehen. Der Qualcomm-Snapdragon-MSM7227A-Prozessor mit einem Kern und einem Gigahertz Taktrate kann nicht mehr als Kraftpaket bezeichnet werden, für die typischen Funktionen reicht er aber aus.
Das Xperia J bringt nur eine leicht angepasste Android-Oberfläche mit sich, wobei Android in der Version 4.0.4 Ice Cream Sandwich Verwendung findet. Leider ruckelt diese an einigen Ecken, was auf den Prozessor und Speicher zurückzuführen ist. Sollte das Xperia J das für das erste Quartal 2013 angekündigte Update auf Android 4.1 Jelly Bean erhalten [5], sollte sich die Performance deutlich steigern. Aber auch mit einem alternativen Launcher (wie der von uns testweise installierte „Go Launcher Ex“-Launcher) kann man die Benutzung des Gerätes erheblich verbessern, da die Oberfläche doch erkennbar „geschmeidiger“ wechselt.
Apps hingegen starten recht zügig, auch wenn Übergangsanimation zuweilen etwas unruhig laufen. Von den Benchmarks einmal abgesehen macht das Xperia J bei den normalen Alltagsaufgaben keine schlechte Figur, ein Performance-Wunder darf zu diesem Preis aber nicht erwartet werden.
Schade ist, dass die Schnelleinstellungen in der Statusleiste, welche viele Hersteller gerne einbauen, hier nicht zu finden sind. So muss man für kurze Einstellungen, wie zum Beispiel dass Aktivieren des WLAN oder des GPS-Moduls, tief in die Einstellungen gehen. Natürlich kann man solche Funktionen mit Apps wie „Power Toggles“ oder „Widgetsoid“ nachrüsten, für den Benutzer einfacher wäre es aber gewesen, wenn Sony sich direkt darum gekümmert hätte.
Trotzdem hat Sony auch einige sinnvolle Funktionen in das System integriert: So verfügt das Xperia J unter anderem über einen SMS-Zähler, welcher über die versendeten Kurznachrichten wachen soll. Durch Einstellung einer Warnstufe, der maximalen Grenze und dem Zählzyklus bekommt man so eine gute Kontrolle über seine versendeten SMS-Nachrichten – sofern dies gewünscht ist. Außerdem liefert Sony verschiedene Oberflächengestaltungen mit, welche sich über die Display-Funktion auswählen lassen. Diese erstrecken sich aber lediglich über verschiedene Farbvariationen. Darüber hinaus bietet das Xperia J einen Assistenten, mit dem auch unbedarfte Benutzer das Smartphone schnell einrichten können.
CF-Benchmark
Angaben in Punkten
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Linpack for Android (Single)
Angaben in MFLOPS
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Linpack for Android (Multi)
Angaben in MFLOPS
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Smartbench 2011 (Produktiv)
Angaben in Punkten
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Smartbench 2011 (Games)
Angaben in Punkten
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SunSpider 0.9.1
Angaben in Millisekunden
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BrowserMark 2.0
Angaben in Punkten
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Multimedia
Da Smartphones immer mehr mobile Mediaplayer ablösen, muss ein Smartphone auch im Bereich der klanglichen und visuellen Wiedergabe und Aufnahme überzeugen. Mit der Walkman-Applikation liefert Sony für das Xperia J gleich eine eigene Audioplayer-Software mit. Diese bietet neben den üblichen Funktionen wie der Tag-Sortierung und Cover-Anzeige auch eine Soundoptimierung. Diese verfügt über einen Fünf-Band-Equalizer und eine zusätzliche Bassverstärkung, Clear Bass genannt. Die Frequenzen der einzelnen Bänder erscheinen etwas unausgewogen, so beginnt der Bassbereich erst bei 400 Hz – hier hätte man früher ansetzen können. Trotzdem gibt das Xperia J Musik klanglich besser wieder als viele andere Smartphones in diesem Bereich, kommt aber an die Qualität guter, meist deutlich teurerer Mediaplayer nicht heran.
Die Videowiedergabe des Xperia J kann man hingegen schlicht und ergreifend als schlecht bezeichnen. In einer Zeit, in der Smartphones gerne dazu benutzt werden, auch unterwegs einen Clip zu schauen, schaffte es unser Testgerät nicht einmal unsere Test-Videos, welche mit dem x264-Codec bei einer Auflösung von 720 × 400 Pixeln im Profil Baseline kodiert wurden, ruckelfrei abzuspielen. Zum Vergleich: Diverse ältere Geräte, darunter das Samsung Galaxy S, schafften es bei gleicher Taktrate, diese bei einer 720p-Auflösung im Profil High ruckelfrei wiederzugeben. Zumindest die DVD-Auflösung sollte auf einem aktuellen Gerät ohne Probleme darstellbar sein. Aber nicht nur hier macht das Xperia J Probleme, selbst die eigenen Videoaufnahmen weisen beim Abspielen gelegentlich Ruckler auf.
Zu den weiteren Applikationen gehört unter anderem eine Verlinkung zu Sonys eigenem Musik-Dienst Music Unlimited, mit TrackID kann der Benutzer Auskunft über Musikstücke, welche er gerade aus anderen Quellen hört, aufrufen. In der Praxis entpuppte sich letzteres aber eher als Spielerei, denn oftmals wurde der Titel nicht korrekt erkannt. Hier gibt es deutlich bessere Alternativen im Play Store.
Der eingebaute Lautsprecher ist wie bei vielen anderen Smartphones auf der Rückseite verbaut, was sich teilweise spätestens dann in einem dumpfen Ton auswirkt, wenn man das Gerät auf den Tisch legt um sich ein Video anzuschauen. Hält man das Gerät dagegen in der Hand, ist die Qualität bei mittleren Lautstärken gut, darüber hinaus neigt der Lautsprecher zu starken Verzerrungen.
Die Kamera des Xperia J lässt sich auf zwei Arten aktivieren: Klassisch über das App-Icon oder direkt über die Slide-To-Unlock-Funktion auf dem Lockscreen. Bei Letzterem ist die Kamera nach etwa zweieinhalb Sekunden zur Verwendung bereit. Die Auswahl der Kamera über den Lockscreen funktioniert aber nicht immer zuverlässig, bei unseren Tests landeten wir das eine oder andere Mal auf dem normalen Homescreen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones kann beim Xperia J nicht über den Touchscreen gezoomt werden, diese Funktion wird von den Lautstärketasten übernommen. Für die Handhabung bedeutet dies einen deutlichen Pluspunkt, kann das Smartphone doch weiterhin sicher in beiden Händen gehalten werden. Der Sensorfokus ist zwar vorhanden, muss aber über die Einstellungen aktiviert werden. Über diese lassen sich auch die typischen Kameraeinstellungen wie unter anderem die Auflösung, Belichtung, Weißabgleich oder Selbstauslöser erreichen. Der verbaute Blitz reicht wie so oft für Schnappschüsse in kleineren Räumen aus, ein kurzweiliges Ausleuchten von dunklen Räumen ermöglicht er aber nicht.
Die Bilder können in verschiedenen Auflösungen und Seitenverhältnissen aufgenommen werden: Im Seitenverhältnis 4:3 stehen Auflösungen von zwei und fünf Megapixeln zur Auswahl, bei einem Seitenverhältnis von 16:9 muss sich der Benutzer mit zwei respektive drei Megapixeln zufriedengeben.
Die aufgenommenen Bilder hinterlassen einen gespalteten Eindruck. Die Hälfte der geschossenen Bilder war am Ende unscharf. Das Xperia J reagiert in dieser Hinsicht sehr empfindlich auf nicht ausreichende Lichtverhältnisse. Bei ausreichender Helligkeit beinhalten die Bilder kraftvolle Farben, neigen bei kleinen Details aber zur Fragmentbildung, welche auch eine gewisse Unschärfe an den Kanten nach sich zieht.



Enttäuschend verhält es sich auch mit den Videoaufnahmen. Lediglich VGA-Auflösung wird geboten, also 640 × 480 Pixel. Damit hängt das Xperia J der Konkurrenz weit hinterher, die mitunter 1.280 × 720 Pixel bietet. Die Qualität der Aufnahmen überzeugt dann auch nur bedingt; zwar werden auch hier Farben gut eingefangen, der Sensor neigt aber ebenfalls stark zur Fragmentbildung. Wo also die Bildaufnahme des Xperia J noch für Schnappschüsse gut zu verwenden ist, macht die Videoaufnahme keinen Spaß.
Das Problem ist aber vielleicht nicht nur in der Kamera selbst zu suchen, sondern eventuell auch in der starken Informationsreduktion, welche bei der Konvertierung in das JPG- bzw. H.264/MPEG-4-AVC-Format vorgenommen werden kann. Ein Video mit identischer Szene und gleicher Länge ergibt auf einem Samsung Galaxy S fast eine doppelte Dateigröße bei besserer Qualität. Sollte die Art der Umwandlung nicht fest in der Hardware verankert sein, könnte die Qualität der Aufnahme eventuell durch ein Softwareupdate seitens Sony verbessert werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass sich Sony aus Speicherplatzgründen bewusst für eine kleine Dateigröße entschieden hat.
Kommunikation
Das Xperia J unterstützt die gängigsten Mobilfunk- und Übertragungsstandards, LTE darf in dieser Preisklasse allerdings nicht erwartet werden. Als Mobilfunkstandards werden GSM GPRS/EDGE in den Bändern 850, 900, 1800 und 1900 MHz unterstützt, sowie UMTS und HSPA in den Bändern 850, 1900 und 2100 MHz. Im HSPA-Standard soll eine Übertragungsrate von 7,2 Megabit/Sekunde möglich sein, welche unser Testgerät nur knapp unterschritten hat.
Bei den Drahtlosverbindungen via WLAN kamen wir selten über eine Verbindungsrate von 108 Megabit/Sekunde hinaus, obwohl das Xperia J die WLAN b/g/n unterstützt und somit höhere Transferraten zumindest theoretisch möglich sein sollten. Dies kann aber auch dem Umstand geschuldet sein, dass das Xperia J nur im 2,4-Gigahertz-Band arbeitet, welches erfahrungsgemäß stark beansprucht ist – Abstriche, welche in diesem Preissegment hingenommen werden müssen. Als Verschlüsselungsarten werden WEP, WPA und WPA2 unterstützt, zudem kann das Gerät als WLAN-Hotspot verwendet werden. Des Weiteren findet man mit dem integrierten Bluetooth 2.1 Verbindung zu zahlreichen anderen Endgeräten.
Die Klangqualität beim Telefonieren darf als ordentlich bezeichnet werden. Gelegentlich, wenn der Gesprächspartner nur leise oder gar nicht spricht, ist ein leises Rauschen zu vernehmen, welches von uns aber nicht als störend empfunden wurde. Die Stimmen selbst sind klar und deutlich zu hören, auch die eigene Stimme kommt beim Gegenüber gut an.
Laufzeiten
Den Laufzeiten kommt die Kombination des 1.700-mAh-Akkus und des Single-Core-Prozessors sehr entgegen. Während Dual- oder sogar Quad-Core-Geräte häufig mit ihren Laufzeiten zu kämpfen haben, macht das Xperia J eine gute Figur.
Im Alltag war die Akkuleistung trotz vermehrter Kamera-Verwendung relativ gut. Über den Tag verteilt kamen noch ca. 30 Minuten telefonieren hinzu, 15 Minuten Videoschauen, zwei Stunden Musik hören, Dateiübertragungen via WLAN sowie die Versendung mehrerer Kurznachrichten hinzu. Am Ende des Tages war der Ladestand des Akkus auf knapp 50 Prozent gefallen. Somit dürfte der Normalbenutzer mit dem Xperia J erst am zweiten Tag wieder eine Steckdose aufsuchen müssen.
Bei solch einer Laufzeit überraschte es uns auch nicht sonderlich, dass die Video-Tests gut ausfielen. Bei diesen wurden Laufzeiten von 6:50 Stunden bei maximaler Helligkeit und 7:52 Stunden bei einer Helligkeit von 200 cd/m2 erreicht, womit sich das Xperia J, zumindest was die Laufzeit angeht, einen Platz im oberen Drittel sichern konnte.
Video-Dauertest
Angaben in Stunden, Minuten
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Auch bei den von uns ermittelten Akku-Laufzeiten gilt, dass diese nur als Richtwert angesehen werden sollten. Zudem darf nicht vergessen werden, dass sich die hier präsentierten Geräte teils deutlich unterscheiden. Ob bei der Größe und Helligkeit des Displays oder bei der Größe des Akkus: Es handelt sich um heterogenes Testfeld, sodass eine direkte Vergleichbarkeit nur selten möglich ist.
Zur Methode: Die Werte wurden bei maximaler Display-Helligkeit und aktiviertem WLAN ermittelt. Bluetooth und GPS waren deaktiviert. Sofern das Gerät über 3G verfügte (Smartphones, Tablets in der 3G-Version), war die entsprechende Verbindung aktiviert.
Fazit
Das Sony Xperia J ist ein solides Smartphone für den kleinen Geldbeutel – nicht weniger aber leider auch nicht mehr. Natürlich darf man in diesem Preissegment keine Wunder erwarten, aber Sony hat bei diesem Gerät durch das Sparen an falscher Stelle selber dafür gesorgt, dass das Xperia J kein großer Wurf geworden ist. Daran sind nicht nur kleine Dinge, wie der fehlende Helligkeitssensor schuld, sondern auch größere Umstände, wie zum Beispiel die schlechte Aufnahmequalität bei Bildern und Videos. Das Potenzial der Fünf-Megapixel-Kamera wird bei Weitem nicht ausgenutzt – andere Hersteller überzeugen in diesem Bereich mehr. Es besteht aber durchaus die Hoffnung, dass es sich hierbei nur um ein Konvertierungsproblem beim Speichern handelt, welches eventuell sogar softwareseitig behoben werden könnte. Auch das Ruckeln von extern aufgespieltem bzw. selbst aufgenommenem Videomaterial darf in dieser Preisklasse nicht vorkommen. Besonders dann nicht, wenn der Hersteller mit der Möglichkeit wirbt, genau diese auf ein Bildausgabegerät übertragen zu können.
Ein interner Speicher mit lediglich vier Gigabyte, von denen der Benutzer nur rund 2,5 Gigabyte tatsächlich nutzen kann, erscheint darüber hinaus auch in diesem Smartphone-Bereich überholt – die Konkurrenz bietet mit acht Gigabyte nicht selten die doppelte Speichermenge an.
Es gibt aber auch Positives zu vermelden: So darf dem Xperia J eine gute Verarbeitung bescheinigt werden, das Handling ist gut und das Gerät liegt sicher in der Hand. Auch das Display weiß mit guten Farben und einer guten Schärfe zu überzeugen. Leider kann dies nicht von der mitunter ruckeligen Bedienung behauptet werden, welche sich bei einem Update auf Android 4.1 Jelly Bean aber der Erfahrung nach deutlich verbessern sollte.
Die Laufleistung hingegen ist für ein Gerät dieser Preisklasse ordentlich, hier konnte sich das Xperia J durchaus mit aktuellen Smartphone-Größen messen, wobei aber auch angemerkt sei, dass diese natürlich in den meisten Fällen über mehrere Kerne und ein größeres Display verfügen und daher mehr Energie benötigen. Würde das Gerät, wie schon angedeutet, über eine ruckelfreie Videowiedergabe verfügen, wäre es bei der Laufleistung durchaus als Zuspieler für Videomaterial geeignet. Bei normaler Nutzung hält der Akku zwei Tage durch, bevor das Gerät wieder an die Steckdose muss.
Eine Kaufempfehlung für das Xperia J auszusprechen, fällt jedoch schwer. Zwar ist das Gerät mittlerweile für unter 200 Euro zu erstehen, aber genau aus diesem Grund darf man keine all zu hohen Erwartungen an die verbaute Hardware stellen. Ob man letzten Endes mit diesen Einschränkungen leben kann, muss jeder selbst entscheiden, denn nicht für jeden ist zum Beispiel eine gute Kamera wichtig. Leistungsstärkere Smartphones ziehen hingegen wiederum einen höheren Preis nach sich. Entscheidet man sich hingegen für das Xperia J, löst man damit ein günstiges Ticket in die Android-Welt und bekommt ein solides verarbeitetes Smartphone, welches durch ein gutes Preis-Leistung-Verhältnis zu überzeugen weiß. Den heiligen Gral in Sachen Smartphones sucht man im Xperia J allerdings vergebens.
- wechselbarer Akku
- überzeugende Laufzeit
- gute Klangqualität beim Telefonieren
- Speicher erweiterbar
- unterdurchschnittliche Kameraqualität
- teils unzureichende Systemleistung (Videowiedergabe)
- fehlende automatische Helligkeitsregulierung
- kleiner interner Speicher
- Ab € 182,- im Preisvergleich
- € 239 UVP
- Produkt-Homepage
Verfügbarkeit & Preise
Das Sony Xperia J ist in Deutschland seit wenigen Wochen erhältlich und kann bei verschiedenen Providern im Rahmen von unterschiedlichen Verträgen zu entsprechend variierenden Preisen erstanden werden. In der freien Variante muss aktuell mit Preisen ab rund 190 Euro [6] gerechnet werden.





