Vorwort
Mit Sony kehrt ein altbekannter Hersteller auf die Smartphone-Bühne zurück. Bis zum Herbst 2001 brachten die Japaner zahlreiche Gerät auf den Markt, dann gründete man zusammen mit Ericsson das Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson.
Gut zehn Jahre später ist all dies Geschichte. Unter altem Namen will man sich in dem mittlerweile härter umkämpften Geschäft wieder an der Spitze etablieren und präsentiert dafür ein komplett neues Produktportfolio. Mit einer neuen Designlinie und ausgereifter Technik will man sich in allen wichtigen Segmenten positionieren.
Dabei präsentiert man mit dem Xperia S das erste Gerät unter neuem Namen und gleichzeitig den Nachfolger des durchaus erfolgreichen Xperia Arc [1] und Xperia Arc S [2]. Es gilt also herauszufinden, ob Sony alle alten Zöpfe abgeschnitten oder die positiven Merkmale beibehalten hat.
Aber auch die Frage nach der Konkurrenzfähigkeit muss und soll in unserem Test gestellt werden. Denn gerade in der Oberklasse ist der Erfolg so schwer wie in keiner anderen Preisregion zu erringen.
Das Testgerät [3] wurde uns freundlicherweise vom Online-Händler getgoods.de [4] zur Verfügung gestellt.
Spezifikationen & Lieferumfang
| Sony Xperia S | |
|---|---|
| Typ: | Bartype |
| OS: | Android 2.3.7 |
| Display: (Auflösung) |
4,3", LCD 1.280 × 720 Pixel |
| Display-Art: | Touchscreen, kapazitiv |
| Bedienung: | Touch, Sensortasten |
| CPU / Chip: | Dual-Core, 1,5 GHz (Qualcomm MSM8260) |
| Arbeitsspeicher: | 1.024 MByte |
| Speicher: | 32 GByte, nicht erweiterbar |
| Verbindungen: | GPRS/EDGE/UMTS/HSPA/WLAN/Bluetooth/NFC |
| Standards / Besonderheiten: | HSPA (bis zu 5,76 Mbit/s Up-, bis zu 14,4 Mbit/s Download), WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1 |
| Kamera: | 12 Megapixel, LED-Blitz, Videoaufnahme mit 1.920 × 1.080 Pixeln und 30 Bildern/Sekunde |
| Akku (mAh): | 1.750 |
| Abmessung: | 128,0 × 64,0 × 10,6 mm |
| Gewicht: | 144 Gramm |
| SAR-Wert: | 1,30 W/kg |
| Lieferumfang: | Kopfhörer, USB-Kabel, Ladegerät, Headset, Dokumentationen |
Xperia S im Überblick
Design & Verarbeitung
Das Xperia S ist der erste Vertreter einer neuen Designlinie, die Sony mit dem Begriff „Iconic“ beschreibt. Wo beim Xperia Arc und Xperia Arc S noch zahlreiche Details und Kurven für optische Abwechslung gesorgt haben, dominiert beim neuen Flaggschiff der Minimalismus. Insbesondere bei der von uns getesteten schwarzen Variante tritt dies zu Tage.
Für Abwechslung sorgen in der Frontalen einzig das Herstellerlogo sowie das transparente Kunststoffelement im unteren Bereich des Gehäuses. Ähnlich unaufgeregt kommt auch die Rückseite daher, auf der das noch von Sony Ericsson stammende Markenzeichen sowie die chromfarbene Einfassung der Kameralinse Akzente setzen. Aus dieser Perspektive wirkt das Xperia S aufgrund der matten Oberfläche besonders wertig – ein Eindruck, der in der Vorderansicht durch das fingerabdruckfreundliche Glas des Displays gestört wird. Im Profil offenbart das Smartphone dann aber das ganze Können der Designer. Zu den Ecken hin wird das Gerät dünner, was den Eindruck eines unter Spannung stehenden Körpers vermittelt. In dieser Ansicht wirkt das Xperia S deutlich kompakter als es die Maße von 128,0 × 64,0 × 10,6 Millimeter suggerieren.
Allerdings fühlt es sich selbst in einer großen Hand wie ein Fremdkörper an. Der Grund dafür liegt in der konvexen Rückseite, die in eigentlich keiner Situation einen wirklichen Vorteil bringt. Hier bot die konkave Form der beiden Vorgänger nicht nur einen optischen, sondern auch einen praktischen Vorteil. Durch die leicht angeraute Oberfläche liegt das Xperia S aber immerhin einigermaßen sicher in der Hand. Nachteil: Die abnehmbare Rückseite wird sehr schnell von unschönen Fingerabdrücken und Schlieren gesäumt, die nur schwer wieder zu entfernen sind.
Kleinere Kritik gibt es an der generellen Materialwahl und der Verarbeitung. So setzt Sony großflächig auf Kunststoff, durch die bereits erwähnten Behandlungen macht dieser aber einen guten Eindruck. Während das Gerät an sich sehr robust wirkt, macht der rückwärtige Deckel einen extrem instabilen Eindruck. Zwar muss der Deckel nur zum Einlegen und Entfernen der Mikro-SIM-Karte entfernt werden, aber auch dabei sollte man mit äußerster Vorsicht zu Werke gehen. Angesichts des nicht auswechselbaren Akkus sowie des nicht vorhandenen Speicherkarten-Slots stellt sich die Frage, warum nicht auch der Schacht für die SIM-Karte von Außen zugänglich gemacht wurde. In diesem Fall hätte man auf einen kompletten Unibody setzen können. Deutlichere Kritik haben sich die beiden Schutzkappen des Micro-USB- und Micro-HDMI-Anschlusses verdient. Diese sind zwar gut und fast übergangslos in die rechte und linke Seite integriert, das Öffnen und Schließen wird aber von der Angst des Abbrechens begleitet.
Ein rein optisches Gimmick stellt das eingangs erwähnte transparente Element dar. In diesem sind die Symbole – Zurück, Home, Menü – für die darüber liegenden Sensortasten integriert. Bei eingeschaltetem Display werden diese von jeweils einer LED weiß illuminiert. Dieser durchaus nett anzuschauende Effekt wird jedoch durch sehr ungleichmäßige Übergänge zwischen den einzelnen Gehäuseteilen erkauft, weshalb deutliche Kritik an der Verarbeitung geübt werden muss. Der ohnehin schon geringe Mehrwert wird so mehr als zunichte gemacht.
Bedienung & Display
Wie bei Android üblich erfolgt die Bedienung des Xperia S weitestgehend über den 4,3 Zoll großen Touchscreen sowie die bekannten drei Tasten Zurück, Home und Menü. Letztere hat Sony als Sensorelemente direkt unterhalb des Displays verbaut, man verzichtet also auf die „echten“ Tasten des Xperia Arc S. Während dadurch kaum Vorteile entstehen, sind die Nachteile im alltäglichen Einsatz omnipräsent. Denn die Kontaktfläche ist derart klein ausgefallen, dass gerade in der Anfangszeit das Blindbedienen nahezu unmöglich ist. Und auch nach der Eingewöhnungsphase ertappt man sich dabei, dass man sich an den Kerben der transparenten Leiste unterhalb der Sensoren orientiert.
Deutlich angenehmer fällt da die Bedienung und vor allem die Betrachtung des großen Displays aus. Mit seinen 1.280 × 720 Pixeln und den 342 ppi bietet das Xperia S ein scharfes Bild. Insbesondere bei hochaufgelösten Bildern und Videos trumpft das Smartphone auf. Zwar wirkt Schwarz bei Weitem nicht so dunkel wie auf AMOLED-Displays, dafür werden Farben deutlich weniger stark überzeichnet wiedergegeben. Zur Steigerung des Kontrastes und der Farbsättigung lässt sich die „Mobile Bravia Engine“ aktivieren, die zuvor bereits von Sony Ericsson in einigen Geräten verwendet wurde. Die Unterschiede fallen allerdings minimal aus.
Display-Werte
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Anmerkungen zur Display-Betrachtung:
Als optimalen Weißpunkt sehen wir D65 an, also eine Farbtemperatur von 6.500 Kelvin (K). Dies entspricht nach gängiger Definition einem mittlerem Tageslicht und ist der Weißpunkt der gängigen Farbräume sRGB und AdobeRGB. Eine Abweichung von einigen hundert bis etwa 1000 K ist bei Mobiltelefonen als noch akzeptabel anzusehen, einige Displays – bauartbedingt vor allem OLED-Modelle – liegen allerdings beim Weiß und noch mehr bei Grautönen oft im Bereich um 10.000 K, was bereits als deutlicher Blaustich wahrnehmbar ist. Sehr viele Displays von Smartphones und Notebooks treffen zwar den Weißpunkt von 6.500 K relativ genau, weichen aber bei Grautönen und anderen mittleren Farbtönen deutlich mit einem Blaustich ab. Vor allem bei gleichzeitigem Auftreten von Grau und Weiß ist diese ungleichmäßige Graubalance wahrnehmbar.
Gegenüber der LCD-Technik weisen OLED-Bildschirme einige Besonderheiten auf, die sich teilweise in unseren Messungen niederschlagen und erklärungsbedürftig sind. Zum einen ist das der bekanntermaßen hohe Kontrast, der bei OLED durch die selbstleuchtenden Pixel möglich ist – es gibt hier kein Backlight, welches durch das Panel mehr oder weniger stark abgedunkelt wird, sondern ein schwarz angesteuerter Pixel ist tatsächlich komplett schwarz und leuchtet nicht. Da das Kontrastverhältnis den Quotienten zwischen der Helligkeit von Weiß und Schwarz angibt, ergibt die Kontrastmessung bei OLED-Displays theoretisch eine Division durch Null und damit ein nicht definiertes Ergebnis – in der Praxis gibt es bei der Schwarzmessung immer eine gewisse Resthelligkeit durch Streulicht und ein Signalrauschen beim Messgerät, sodass Kontrastergebnisse im fünfstelligen Bereich entstehen. Da die Darstellung dieser Kontrastwerte im Balkendiagramm den irreführenden Eindruck erzeugen, der Kontrast wäre bei OLED sichtbar um viele Größenordnungen besser, haben wir uns entschieden als Kontrast maximal 5000:1 darzustellen und auf diese Erklärung zu verweisen. Im Alltag ist der Unterschied allenfalls in sehr dunklen Umgebungen deutlich wahrnehmbar, bei Tageslicht sind Faktoren wie die Reflexionen der Displayoberfläche wesentlich wichtiger.
Die zweite Besonderheit ist die beim derzeitigen Stand der Technik verhältnismäßig geringe Lebensdauer der blauen Leuchtelemente bei OLED-Displays. Dies veranlasst die Hersteller dazu, zur Steigerung der Lebensdauer bei einigen Displays die klassische RGB-Subpixelmatrix durch alternative Anordnungen abzulösen. Bekannt ist dabei beispielsweise Samsungs „PenTile“-Matrix, deren Hauptmerkmal die Vergrößerung der blauen und roten Subpixel ist – allerdings bei gleichzeitiger Halbierung ihrer Anzahl. Das bedeutet, dass bei gleicher Nennauflösung diese Displays eine geringere Anzahl von Subpixeln aufweisen als Displays mit der bewährten RGB-Matrix. Jeder Pixel verfügt weiterhin über seinen eigenen grünen Subpixel, teilt sich aber den jeweiligen roten und blauen Subpixel mit seinem Nachbarpixel. Das ganze führt bei gleicher Nennauflösung zu einer geringeren tatsächlichen Auflösung und an Kontrastkanten zu Farbsäumen, die vor allem die Lesbarkeit von Text deutlich verringern können.
Deshalb verwundert es nicht, dass es bei unseren Messungen leider keinen Unterschied zwischen ein- und ausgeschalteter „Mobile Bravia Engine“ gab. Leider deshalb, da das Display in beiden Modi ein Kontrastverhältnis von nur 415:1 erreicht. Die im Xperia Arc verwendete Anzeige konnte hier einen um mehr als 40 Prozent höheren Wert erreichen. Deutlich besser sieht es da schon bei der maximalen Helligkeit aus. Mit 449 Candela pro Quadratmeter ist das Gerät selbst bei direkter Lichteinstrahlung noch nutzbar, wenn auch mit leichten Einbußen.
Performance & Oberfläche
In der Android-Oberklasse sind Dual-Core-SoCs mittlerweile Pflicht. Nicht nur, weil Googles Betriebssystem respektive zahlreiche Drittanbieter-Apps diese Leistung benötigen, sondern auch aufgrund der Konkurrenzsituation unter den zahlreichen Smartphone-Anbietern.
Sony setzt beim Xperia S auf Qualcomms MSM8260. Hauptbestandteile sind hier zwei mit bis zu 1,5 Gigahertz taktbare Scorpion-CPU-Kerne, die zahlreiche Parallelen zu ARMs Cortex-A8 aufweisen. Zur Seite gestellt sind beiden Kernen eine GPU vom Typ Adreno 220. Diese unterstützt unter anderem OpenGL ES 2.0, OpenGL ES 1.1 sowie DirectX 9.0c. In Summe steht somit auf dem Papier eine deutliche Portion Mehrleistung im Vergleich zum Xperia Arc S mit seiner Einkernlösung vom Typ MSM8255T parat.
Deutlich wird dies in zahlreichen Benchmarks. Gerade in CPU-lastigen Tests kann sich der Neuling absetzen, der Vorsprung beträgt hier bis zu knapp 160 Prozent; zurückzuführen natürlich auf den zweiten CPU-Kern. Denn anders sieht es in Szenarien aus, in denen Grafikleistung gefordert ist. Hier nehmen sich beide Modelle wenig bis nichts. In Summe bewegt sich das Xperia S in den synthetischen Tests auf dem Niveau des Samsung Galaxy Nexus [5] – trotz eines 300 Megahertz langsameren SoCs bei Googles aktuellem Referenz-Handy.
Benchmarks
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Grundsätzlich sei dazu auch in diesem Fall zunächst vermerkt, dass wir dem Thema „Benchmarks“ im Bereich der Smartphones mit Skepsis gegenüberstehen und das nicht nur, weil die Aussagekraft von (synthetischen) Benchmarks selbst in einer homogenen Geräte-Gruppe mit gleichem Betriebssystem zumindest diskussionswürdig ist. Hinzu kommt, dass eine effektive Messung über die unterschiedlichen Plattformen methodisch schwierig ist – ein weiterer Faktor, der verstärkend zu der Feststellung beitragen, dass die hier wie anderswo präsentierten Ergebnisse nur als Richtwert, nicht aber als ultimativ-objektive Darstellung der Realität angesehen werden sollten.
Hinzu kommt, dass in diesem Fall mit BrowserMark und SunSpider zwei auf den Browser abzielende Benchmarks zum Einsatz kommen, was auf der einen Seite die Vergleichbarkeit über Plattformgrenzen hinweg ermöglicht, zum anderen aber aufgrund der thematischen Verengung nur bedingt eine solide Grundlage darstellt.
Gemessen wurde gleich nach der ersten Geräte-Einrichtung, wobei aus jeweils drei Messungen je Benchmark der schnellste Wert in die Wertung einfließt. Gelistet werden ausschließlich Geräte, die einem Test unterzogen wurden.
In der Praxis äußert sich die Leistung in erster Linie in Form einer flüssig reagierenden Android-Oberfläche. Wo es beim Xperia Arc S hier und da noch vereinzelte Hänger gab, sind Ruckler beim Xperia S ein Fremdwort. Weder beim Navigieren über die fünf Homescreens, noch beim Nutzen des Browsers sind Aussetzer festzustellen. Auch wenn es zu einem guten Teil subjektiv ist: So flüssig lief bislang kein Android-Smartphone.
Bei so viel Lob muss aber auch Kritik geäußert werden. Und diese zielt natürlich auf die verwendete Version des Betriebssystems. Zum Zeitpunkt dieses Tests war Android 4.0.3 – die für Drittanbietergeräte vorgesehene Fassung – vier Monate erhältlich. Bei der Veröffentlichung des Xperia S waren es immerhin noch drei Monate. Zwar hat Sony ein entsprechendes Update bereits angekündigt, dieses wird aber erst im Laufe des Sommers verteilt werden. Selbstverständlich stehen auch unter Android 2.3.7 alle wichtigen Funktionen zur Verfügung, auf einige (Komfort-)Funktionen muss man allerdings verzichten.




Über das native Android legt Sony eine eigene Oberfläche, die allerdings weitaus weniger aufdringlich und bunt als bei den meisten Konkurrenten daherkommt. Hinzu kommen einige eigene Anwendungen, die teilweise die Standard-Apps ersetzen. Kritisch hinterfragt werden muss die Existenzberechtigung von McAfee Security auf dem Smartphone. Nicht nur, dass die Hinweise stören, die Software blockiert zudem Ressourcen.
Multimedia
In puncto Multimedia und Unterhaltung steht beim Xperia S natürlich das große hochauflösende Display im Mittelpunkt. Denn dieses verlockt geradezu dazu, den nicht erweiterbaren Speicher des Smartphones mit HD-Material zu füllen. Die vorinstallierten Media Player kommen dabei mit den wichtigsten Formaten und Codecs zurecht, im Zweifel hilft meist die Installation eines alternativen Programms. Dabei reicht die Leistung auch für Material mit 1.920 × 1.080 Pixeln vollkommen aus. Einzig bei sehr großen Dateien sind Aussetzer festzustellen.

Testaufnahme Xperia S (Original-Download)
Legt man Wert auf eine qualitativ hochwertige Audio-Wiedergabe, sollte man jedoch auf den rückwärtig verbauten Lautsprecher verzichten. Dieser erreicht zwar eine gute Maximallautstärke, in Bezug auf tiefe Frequenzen erinnert er jedoch eher an einen Bahnhofslautsprecher. Im Gegensatz dazu kann das mitgelieferte Headset zumindest halbwegs überzeugen, auch wenn es deutliches Ausbaupotential gibt.

Testaufnahme Xperia S (Original-Download)
Dies gilt auch für die Kamera. Sony setzt hier erneut auf einen Exmor-R-Sensor, der insbesondere bei nicht optimalen Lichtverhältnissen eine hohe Qualität liefern soll. Das hier verwendete Model verfügt über eine Auflösung von zwölf Megapixeln mitsamt Autofokus. Der ebenfalls vorhandene LED-Blitz hat dabei eher Alibifunktion und sollte nach Möglichkeit nicht verwendet werden. Im Gegensatz zu früheren Modellen können aber selbst bei guten Lichtverhältnissen aufgenommene Fotos nicht überzeugen. Das größte Manko ist dabei eine Art Grauschleier, durch den sämtliche Farben weitaus weniger kräftig als beim Original wirken. Zudem stört das Bildrauschen, welches in dunklen Umgebungen noch deutlich stärker ausgeprägt ist. Beide Kritikpunkte gelten ebenfalls für die Video-Funktion. Hier kommt allerdings die extrem starke Neigung zu verwackelten Aufnahmen hinzu.

Testaufnahme Xperia S (Original-Download)
Dank HDMI-Schnittstelle und DLNA-Zertifizierung können auf dem Gerät gespeicherte Multimediainhalte problemlos auch auf anderen Geräten wiedergegeben werden. Dies gilt auch für Musik und Videos, die über die Sony-eigenen Streaming-Dienste Music Unlimited und Video-Unlimited genutzt werden. Die entsprechenden Angebote können auch über andere Android-Smartphones genutzt werden, die Integration in das System ist dabei aber nicht so stark ausgeprägt. Allerdings bieten mehrere Hersteller inzwischen vergleichbare Dienste an, ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal bietet Sony hier also nicht.
Kommunikation
Große Überraschungen beim Thema Kommunikation gibt es nicht. Weder LTE noch HSPA+ stehen für die schnelle Datenübertragung zur Verfügung, womit man in entsprechend ausgebauten Netzen auf HSPA mit Übertragungsraten von 14,4 respektive 5,76 Megabit pro Sekunde im Down- und Upload beschränkt ist. Alternativ kann aber auch auf eventuell vorhandene WLANs zurückgegriffen werden, sofern diese im 2,4-Gigahertz-Band arbeiten. Headsets und anderes Zubehör kann via Bluetooth 2.1 eingebunden werden, durch das A2DP-Protokoll können so auch Stereo-Signale übertragen werden.
An der Übertragungsqualität beim Telefonieren gibt es kaum etwa auszusetzen. Der Gesprächspartner ist gut zu verstehen, auch wenn die Gesamtlautstärke teilweise etwas zu niedrig ausfällt. Allerdings neigt das Xperia S schnell dazu, unter schlechten Bedingungen das Netz zu verlieren.
Nicht mehr brandneu aber dennoch noch nicht weit verbreitet ist die NFC-Technik, die im Xperia S steckt. In der Theorie kann über den Kurzstreckenfunk unter anderem bargeldlos bezahlt werden, zudem können Kontaktdaten oder andere Informationen zwischen NFC-tauglichen Endgeräten ausgetauscht werden. Gerade beim Bezahlen fehlt es aber an praktischen Anwendungsmöglichkeiten, großflächige Pilotprojekte sucht man hierzulande noch vergebens. Ganz brach liegt NFC in Sonys Neuling aber dennoch nicht.


Denn mit der SmartTag genannten Funktion kann die Technik zum Starten bestimmter, vorher definierter Profile verwendet werden. Dafür muss ein kleines, aus Kunststoff bestehendes Plättchen, Tag genannt, gescannt werden. In der entsprechenden vorinstallierten Applikation können diesem Tag dann bestimmte Kommandos zugeordnet werden. Ein Beispiel wäre das Anlegen eines Sportprofils, das das Starten einer Lauf-Anwendung, des GPS sowie des Music Players vorsieht. Erfasst man nun vor dem Verlassen des Hauses oder der Wohnung mit dem Smartphones das Tag, werden alle zuvor hinterlegten Aktionen gestartet. Insgesamt zwei dieser Tags liegen dem Gerät bei, weitere können zusätzlich erworben werden. Vier Stück sollen 10 bis 15 Euro kosten.
Laufzeiten
Großes Display, hohe Auflösung, schneller SoC: Diese drei Punkte sind gleichbedeutend mit einem hohen Bedarf an elektrischer Energie, was vom Xperia S leider eindrucksvoll unter Beweis gestellt wird. Mit 1.750 mAh wirkt der Akku in der Theorie ausreichend groß konzipiert, aber schon nach wenigen Tagen wird der Nutzer eines Besseren belehrt. Denn wo andere aktuelle Smartphones wenigstens einen oder sogar eineinhalb Tage bei normaler Nutzung mit einer Ladung auskommen, warnt bei Sonys aktuellem Flaggschiff meist schon nach 18 Stunden eine rote LED vor einem niedrigen „Füllstand“ des Energiespeichers. Dazu muss angemerkt werden, dass mit „normaler Nutzung“ der Abgleich zweier E-Mail-Konten (einmal Push, einmal stündlich), etwa 30 Minuten Surfen via Mobilfunknetz und etwa 15 bis 20 Minuten telefonieren gemeint sind.
Video-Dauertest
Angaben in Stunden, Minuten
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Auch bei den von uns ermittelten Akku-Laufzeiten gilt, dass diese nur als Richtwert angesehen werden sollten. Zudem darf nicht vergessen werden, dass sich die hier präsentierten Geräte teils deutlich unterscheiden. Ob bei der Größe und Helligkeit des Displays oder bei der Größe des Akkus: Es handelt sich um heterogenes Testfeld, sodass eine direkte Vergleichbarkeit nur selten möglich ist.
Zur Methode: Die Werte wurden bei maximaler Display-Helligkeit und aktiviertem WLAN ermittelt. Bluetooth und GPS waren deaktiviert. Sofern das Gerät über 3G verfügte (Smartphones, Tablets in der 3G-Version), war die entsprechende Verbindung aktiviert.
Bestätigt wird diese unterdurchschnittliche Leistung in unserem Akkutest. Gerade einmal 200 Minuten schafft das Xperia S hier mit einer Ladung. Ein Samsung Galaxy Nexus und ein Motorola Razr erreichen hier mit ebenfalls hohen Display-Auflösungen rund 30 respektive 50 Prozent mehr Laufzeit. Zu Gute halten muss man Sonys Handy in diesem Szenario aber die helle Hintergrundbeleuchtung. Diese erklärt allerdings nicht die gewonnenen Erkenntnisse im Alltag; hier wurde mit deutlich geringeren Einstellungen gearbeitet.
Das während unseres Tests veröffentlichte Update auf Version 6.0.A.3.73 hatte anders als von Sony kommuniziert keinen Einfluss auf die Laufzeiten. Weder im Videotest noch im gewöhnlichen Einsatz konnte hier eine Steigerung wahrgenommen werden. Ein Eindruck, der von zahlreichen Nutzern mittlerweile bestätigt wurde.
Fazit
Ein neues Logo bedeutet nicht automatisch auch einen Neuanfang. Damit wäre die eingangs gestellte Frage nach den alten Zöpfen im Grunde genommen bereits beantwortet. An vielen Stellen merkt man, dass das Xperia S prinzipiell von Sony Ericsson stammt, nicht nur auf der Rückseite des Smartphones wird dies ersichtlich. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Es wird aber die Frage aufgeworfen, warum vieles, dass bislang gut war, nun auf einmal schlechter ist und gleichzeitig etliche Mängel übernommen wurden – nur am neuen Schriftzug kann dies nicht liegen.
Wie beim Xperia Arc und Xperia Arc S enttäuscht vor allem die Verarbeitung. Bei einem Gerät der Oberklasse sind deutlich unterschiedliche Spaltmaße und uneinheitliche Übergänge nicht hinzunehmen. Unverständlich ist auch, weshalb man sich von den bewährten Kamerasensoren verabschiedet hat, die zumindest eine leicht überdurchschnittliche Bildqualität ermöglicht haben. Auch in dieser Kategorie enttäuscht das Xperia S. Zu guter Letzt – und dies dürfte der größte aller Kritikpunkte sein – produziert der Akku eine Menge Frust. Als jahrelanger Smartphone-Nutzer ist man es mittlerweile gewohnt, sein Gerät spätestens nach zwei Tagen wieder aufladen zu müssen. Eine Laufzeit von weniger als einem Tag, wie Sony sie hier präsentiert, ist aber unentschuldbar.
Zwar erhält man im Gegenzug ein in Summe gutes Display sowie eine Gesamt-Performance, die absolut überzeugen kann: Im Alltag wiegen diese Pluspunkte die Kritik aber nicht wieder auf. Und so erweist sich Sonys erster alleiniger Auftritt nach über zehn Jahren eher als Reinfall denn als Erfolg. Abzuwarten bleibt, welche Veränderungen an den Laufzeiten künftige Updates, insbesondere das auf Android 4.0, mit sich bringen werden. Zumindest bis dahin dürfte man mit einem HTC One S oder Samsung Galaxy Nexus besser beraten sein.
Verfügbarkeit & Preise
Das Sony Xperia S [2] ist in Deutschland seit März in weiß und schwarz erhältlich und kann bei verschiedenen Providern im Rahmen von unterschiedlichen Verträgen zu entsprechend variierenden Preisen erstanden werden. In der freien Variante muss aktuell mit Preisen ab etwa 425 Euro [6] gerechnet werden.












