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Bericht: 512MB vs. 1GB vs. 2GB

von Christoph Becker

Einleitung

In den letzten Jahren nahm der weltweite Markt von PC-Komponenten die eine oder andere erfreuliche Entwicklung. So haben sich mittlerweile unter anderem die TFT-Monitore relativ preisgünstig etabliert und auch die Prozessoren wurden immer schneller und sind momentan mit einer Taktfrequenz von maximal 3200MHz zu haben. Doch auch der Rest der Systemkomponenten wurde natürlich weiterentwickelt oder hat Gott sei Dank am ursprünglich hohen Preis verloren. Ähnlich verhält es sich mit dem Arbeitsspeicher, kurz RAM. So musste man vor einigen Jahren noch jedes Megabyte teuer bezahlen. Mittlerweile hat sich die Lage Dank Canterwood, nForce 2 und Konsorten jedoch gebessert, so dass 512MB Arbeitsspeicher nun schon zum Standard gehören. Auch der vormals recht teure DDR400-Speicher ist schon für wenige Euro erhältlich und erfreut sich größter Beliebtheit.

Speicher-Logo

Diesen Umstand wollen wir uns nun zu Nutze machen, um einmal genauer zu klären, welche RAM-Konfiguration welche spezifische Performance an den Tag legt. Ermöglicht wird dies natürlich nur durch die konsequent niedrigen Speicherpreise, die auch eine Bestückung mit 2GB Arbeitsspeicher nicht mehr als reine Utopie erscheinen lassen. Im nun folgenden Teil möchten wir also einmal genauer die eventuellen Performance-Unterschiede zwischen drei verschiedenen Ausbaustufen des RAMs prüfen und unsere Ergebnisse der Öffentlichkeit unterbreiten. Da der Großteil der Leser den PC meist zum Spielen nutzt, haben wir uns in diesem Artikel auf einige Spielebenchmarks beschränkt.

Testsystem

Um die maximale Geschwindigkeit aus unserem Testsystem heraus zu holen, entschlossen wir uns nach reichlicher Überlegung auch diesem RAM-Artikel einen Testrechner auf Basis eines Intel-Chipsatzes zur Seite zu stellen. Genauer handelt es sich um einen i875P auf einem Abit IC7, der eine solide Leistung unter den vielen Konkurrenten darstellt. Natürlich bietet dieses Mainboard den vollen Support der Performance Acceleration Technologie, die zur Zeit in aller Munde ist.

Die Wahl auf das Abit IC7 fiel uns recht leicht. So ist dieses Mainboard mit Sicherheit eines der besten momentan erhältlichen auf Basis des performanten i875P-Chipsatzes und überzeugt ebenfalls durch eine Vielzahl an verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten im Bios. Für unseren Test stand uns das Bios mit der Versionsnummer 16 zur Verfügung, welches als momentan bestes angesehen werden kann. Es besitzt lediglich einen Bug, der uns bei diesem Artikel jedoch nicht weiter stören soll. So weigert sich das IC7(-G) bei einer Frequenz von mehr als 255MHz für den RAM konsequent zu booten. Dieses Problem wurde jedoch bereits von den Ingenieuren von Abit erkannt und sollte in einer der nächsten Bios-Versionen hoffentlich Geschichte sein. In der neuesten uns vorliegenden Variante - v17 Beta 1 - existierte dieses Problem bereits nicht mehr.

Um eine bessere Vergleichbarkeit der einzelnen RAM-Konfigurationen zu erlangen, ließen wir alle Tests jeweils mit den gleichen Timings laufen. Ebenfalls beließen wir alle Einstellungen im Bios den Speicher betreffend auf dem "Auto"-Setting. Als Timings wählten wir relativ konservative 3-3-3-8 bei 2.6V. Dies entspricht den Spezifikationen der JEDEC für DDR400B und stellt gleichfalls die Standard-Einstellungen der verwendeten Samsung-Speicherriegel dar. Für die Konfiguration mit 512MB benutzen wir zwei solche Module mit jeweils 256MB Kapazität im Dual-Channel-Modus. Für die Speicherbestückung mit einem Gigabyte wählten wir zwei Module der Firma Samsung mit jeweils 512MB Kapazität. Für die Tests mit insgesamt 2GB Arbeitsspeicher nutzen wir neben den angesprochenen Samsung-Riegel ebenfalls noch RAM aus dem Hause takeMS, ebenfalls mit jeweils 512MB Kapazität. Die beiden kleinsten Konfigurationen wurden von uns jeweils einmal mit aktivierter und einmal mit deaktivierter Auslagerungsdatei gebencht. Die Größe des Pagefiles wurde jedes Mal vom System selbst bestimmt.

Samsung DDR400 Samsung DDR400 Samsung DDR400 Samsung DDR400
takeMS DDR400 takeMS DDR400 takeMS DDR400

Unser Testsystem für Speicher bestand dabei aus folgenden Komponenten:

Benchmarks

farbrausch Demo 25

farbrausch Demo 25

 1024x768 32bit:
2048 MB
27.383
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
1024 MB
27.263
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
1024 MB
27.093
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
512 MB
27.040
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
512 MB
26.991
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
Angaben in Punkten

Unsere Suche nach geeigneten Benchmarks gestaltete sich mehr als schwierig. So lag uns mit der farbrausch Demo Nummer 25 wenigstens eine Applikation vor, die aufgrund der enormen RAM-Auslastung von teilweise über 700MB minimale Vorteile für größere Speicherbestückungen aufzeigte. Interessant ist dabei vor allem der Leistungssprung zwischen 512 und 1024MB mit jeweils aktivierter und deaktivierter Auslagerungsdatei. Knapp 270 Punkte beträgt der Vorsprung der 1024MB-Konfiguration gegenüber der 512MB Standard-Ausstattung.

Quake 3 Arena

Quake 3 Arena

 1024x768 32bit Max:
1024 MB
322,50
Hinweis: Auslagerunsdatei aus
1024 MB
319,90
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
2048 MB
318,60
Hinweis: Auslagerunsdatei aus
512 MB
318,00
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
512 MB
315,30
Hinweis: Auslagerunsdatei aus
 1280x1024 32bit Max:
1024 MB
272,30
Hinweis: Auslagerunsdatei aus
2048 MB
271,80
Hinweis: Auslagerunsdatei aus
1024 MB
271,00
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
512 MB
270,50
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
512 MB
268,70
Hinweis: Auslagerunsdatei aus
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)

Auch bei Quake 3 Arena trafen wir sehr enge Ergebnisse an. Die Kluft zwischen der jeweils schnellsten und langsamten Konfiguration liegt bei knappen 6 und 4 Frames pro Sekunde. Das Schlusslicht bilden 512MB ohne Auslagerungsdatei, während man mit 1024MB und ebenfalls ohne Pagefile die besten Werte erzielt. Auch bei diesem Spiel bewirkt ein größerer Speicherausbau keine Wunder, so dass man sich auch durchaus mit 512MB RAM begnügen kann.

Unreal Tournament 2003

Unreal Tournament 2003

 Flyby 1024x768 32bit:
1024 MB
172,80
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
1024 MB
172,40
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
512 MB
171,10
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
2048 MB
170,80
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
512 MB
170,50
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
 Botmatch 1024x768 32bit:
1024 MB
67,90
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
1024 MB
67,80
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
2048 MB
67,30
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
512 MB
67,30
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
512 MB
66,80
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)

Auch in Unreal Tournament 2003 zeigte sich ein ähnliches Bild, denn auch hier waren beide Konfigurationen mit jeweils 1024MB Arbeitsspeicher das Maß aller Dinge, jedoch nur mit minimalem Vorsprung von einem bzw. zwei FPS. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass auch Spieler von Unreal Tournament 2003 gut und gerne auf mehr RAM als 512MB verzichten können. Ausbaustufen ab 1024MB stellen hier lediglich die Kür dar, während 512MB Hauptsspeicher ihren Dienst solide verrichten und sich keine Blöße geben.

3DMark 2001 SE

3DMark 2001 SE

 1024x768 32bit:
1024 MB
13.664
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
2048 MB
13.523
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
512 MB
13.483
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
512 MB
13.469
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
1024 MB
13.368
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
Angaben in Punkten

Auch im mittlerweile schon etwas betagten 3DMark 2001 SE fanden wir kaum nennenswerte Unterschiede zwischen den einzelnen RAM-Kofigurationen. Wieder einmal stellten sich 1024MB Speicher und eine deaktivierte Auslagerungsdatei als beste Lösung heraus, jedoch wieder einmal mit einem hauchdünnen Vorsprung. Etwas aus der Reihe fallen 1024MB in Verbindung mit einer aktivierten Auslagerungsdatei. Dieser Wert kam uns etwas zu gering vor, aber auch nach mehrmaliger Wiederholung des Benchmarks trafen wir auf ein nahezu gleiches Ergebnis.

Codecreatures

Codecreatures Benchmark

 1024x768 32bit:
1024 MB
30,20
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
2048 MB
30,10
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
1024 MB
30,10
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
512 MB
30,00
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
512 MB
30,00
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
 1280x1024 32bit:
1024 MB
24,30
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
512 MB
24,20
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
2048 MB
24,20
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
512 MB
24,20
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
1024 MB
24,20
Hinweis: Auslagerungsdatei aktiv
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)

Laut Herstellerangaben sollte man über mindestens 1024MB Arbeitsspeicher verfügen, um den Codecreatures Benchmark aus dem deutschen Hause Codecult in vollem Umfang genießen zu können. Anhand unserer Ergebnisse lässt sich dennoch schnell erkennen, dass auch 512MB RAM ihre Arbeit mit vollem Erfolg bestreiten. Dennoch erreichte wieder einmal die Konfiguration bestehend aus 1024MB und einer deaktivierten Auslagerungsdatei den ersten Platz. Während bei allen anderen Werten kein nennenswerter Unterschied zu Stande kam, konnte sich die eben genannte Konfiguration jeweils um 0,1 FPS absetzen. Verschwindend gering.

Photoshop 7

Photoshop 7 Benchmark

 PS7bench 50MB Test-Image:
2048 MB
198,60
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
1024 MB
206,70
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
512 MB
232,20
Hinweis: Auslagerungsdatei aus
Angaben in Sekunden

Wie wir es im Vorfeld bereits erwartet hatten, reizten erst aufwendige Grafikanwendungen den Arbeitsspeicher unseres Testsystems richtig aus, so dass wir zum ersten Mal auf einen relativ klaren Testsieger trafen. Hier hat eindeutig die Konfiguration mit 2048MB RAM die Nase vorn, dicht gefolgt von der Ausstattung mit 1024MB, die nur wenige Sekunden dahinter folgt. Weit abgeschlagen, mit einem Rückstand von knapp 26 Sekunden, folgt die Konfiguration mit 512MB Speicher.

Dieses Ergebnis zeigt einmal mehr, dass man strikt zwischen Spielen und Anwendungen trennen muss. Während wir bei den verschiedenen Games und artverwandten Benchmarks auf kaum nennenswerte Unterschiede trafen, machte sich mehr Arbeitsspeicher erst bei Applikationen wie Photoshop 7 stark bemerkbar.

Fazit

Die Zeit scheint noch nicht reif genug zu sein, denn für aktuelle Spieletitel und Benchmarks reichen auch noch die "guten, alten" 512MB Arbeitsspeicher vollkommen aus. Es gab jedoch einen anderen Testsieger: 1024MB RAM mit einer deaktivierten Auslagerungsdatei. Diese Konfiguration konnte sich in vielen Benchmarks an die Spitze setzen, wohlgemerkt mit einem äußerst kleinen Vorsprung, der größtenteils zu vernachlässigen ist. Eines wurde jedoch offensichtlich besser: Die Ladezeiten. So konnten wir in vielen Spieletiteln eine subjektiv verbesserte Ladezeit warnehmen - In Sachen FPS änderte sich hingegen wenig, wie unsere Benchmarks eindrucksvoll zeigen. Nur Photoshop 7 sprach eindrucksvoll auf den erhöhten Arbeitsspeicher an und machte es möglich, dass 2048MB dem aktuellen Standard 512Mb satte 34 Sekunden abnehmen konnten.

Wirft man jedoch einen kleinen Blick in die Zukunft, so sieht man unweigerlich Spiele wie Doom 3 oder Half-Life 2. Im Schatten dieser beiden "Giganten" werden sich mit Sicherheit 512MB Arbeitsspeicher als überholt erweisen und 1024MB werden auftrumpfen. So hat zum Beispiel John Carmack vor einiger Zeit angekündigt, dass Doom 3 ein neuer Meilenstein in Sachen Speicherausnutzung sein wird. Falls sich diese Gerüchte bewahrheiten, wird das Spiel so viele Daten wie möglich in den Speicher laden und dadurch die Ladezeiten bestimmen - ist die Datenmenge im Arbeitsspeicher also einmal erschöpft, muss neu geladen werden. Auch Half-Life 2 und Farcry werden mit Sicherheit in Sachen Speicherauslastung nicht geizen und 1024MB und mehr zur optimalen Konfiguration machen.

Betrachtet man nun die aktuellen Speicherpreise einmal genauer, so können wir empfehlen, durchaus für die Zukunft zu planen und beim Kauf eines neuen Systems nicht am Arbeitsspeicher zu sparen. Für 512MB (2x 256MB) des von uns verwendeten Samsung-Speicher muss man knapp 130 Euro zahlen, während 1024MB (2x 512MB) 220 Euro kosten. Die Masse macht es und angesichts von diversen Grafikkarten für rund 500 Euro, wird der Speicherkauf schnell zu verschmerzen sein. Die 2048MB werden hingegen erst für professionelle Anwender interessant, die mit ihrem PC vor allem Videobearbeitung und andere speicherintensive Applikationen verrichten, wie zum Beispiel Photoshop 7. So müsste man für diese Speicherkonfiguration insgesamt knapp 440 Euro (4x 512MB) bezahlen, da Module mit einem GB Kapazität noch immer eher spärlich gesät sind.

Zum Schluss noch eine kleine Kaufempfehlung: Aufrüsten von 512MB DDR400-Speicher auf insgesamt 1024MB lohnt sich angesichts unser Benchmark-Ergebnisse nicht. Nur wenn man mit seinem jetzigen System für die Zukunft plant, sollte man beim nächsten Preisverfall eventuell zuschlagen und aufrüsten. Kauft man jedoch ein ganz neues System, oder steigt von DDR333 auf DDR400 um, so sollte man ruhig einen Mehrpreis in Kauf nehmen und in 1024MB RAM investieren. Doom 3, Half-Life 2 und Konsorten werden es einem danken.

URL-Liste:

  1. http://www.farb-rausch.de/
  2. http://www.farb-rausch.de/
  3. http://www.guru3d.com/files/q3bench/
  4. http://www.g256.com/guides/Q3Bench/
  5. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/grafikkarten/ut_2003_performance_analyse/
  6. http://www.unrealtournament2003.com/?downloads
  7. http://www.futuremark.com/products/3dmark2001/
  8. http://www.computerbase.de/downloads/software/benchmarks//3dmark2001_se/
  9. http://www.codecult.com/
  10. http://www.computerbase.de/downloads/software/benchmarks//codecreatures_benchmark_pro/
  11. http://www.geocities.com/Paris/Cafe/4363/index.html
  12. http://www.geocities.com/Paris/Cafe/4363/download.html
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