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Test: Casetek Midi Server 1018 im schönen Blau

von Ralph Burmester

Einleitung

Noch ein weiterer CS601 Klon? Nicht wirklich, möchten wir sagen. Das, was Casetek hier produziert, ist quasi der Thermaltake Xaser III für das Wohnzimmer. Lange nicht so auffällig, aber im Inneren mit den selben Werten ausgestattet, waren wir von Anfang an begeistert vom sehr durchdachten Gehäuse. Kein Wunder, ist doch das Thermaltake Xaser III nur ein umgebautes Casetek 1018 Gehäuse. Was genau das Gehäuse bietet, wollen wir jetzt im einzelnen Betrachten.

Casetek 1018 Casetek 1018 Rückseite

Zur Verfügung gestellt wurde uns das blaue Castek 1018 von Caseking [1] - frisch vom Hersteller zu uns weitergleitet, ist es erst seit Anfang der Woche lieferbar.

Lieferumfang

Neben dem Gehäuse selber gehören ein eingebautes Portkit mit kompletter Verkabelung und zwei zusätzliche Luftfilter für die seitlichen Lüfter zum Lieferumfang. Ein Päckchen mit Schrauben darf nicht fehlen, wird aber bei dem werkzeuglos zu bestückenden Casetek nur für das Befestigen des Netzteils und Mainboards benötigt. Ansonsten liegen noch einige Kabelbinder, die nötigen Laufwerkschienen für die zwei externen und sechs internen 3,5" und vier externen 5,25" Laufwerke bei und natürlich der Schlüssel zum Abschliessen des Gehäuses, damit die teuren Innereien gegen unbefugten Zugriff - zumindest vor wohlgesonnenen Langfingern - gut geschützt sind. Sonstiges Zubehör liegt dem Gehäuse nicht bei - ein Netzteil oder Gehäuselüfter waren bei unserem Modell nicht eingebaut.

Lieferumfang Innenansicht

Ausstattung

Schon nach der Übernahme des Paketes an der Haustür fällt auf, dass der Karton mit dem Casetek 1018 einige Zentimeter höher ist, als eine Chieftec CS601-Verpackung. Dies rührt von den aufwendigen Kunststoff Formteilen her, die das Gehäuse sicher vor Beschädigungen schützen. Zusätzlich ist das Casetek nicht einfach in einen Beutel gesteckt, sondern komplett in Folie eingeschweißt, was leider eine nochmalige Verwendung der Folie nicht zulässt, da diese beim Auspacken unweigerlich zerstört wird. Hat man aber dann die in unserem Fall blaue Pracht vor sich stehen, vergisst man die Verpackung binnen Sekunden. Im satten Blau mit edler Aluminiumeinlage in der Fronttür sieht das Casetek wirklich schick aus. Im Gegensatz zum CS601 lässt sich beim Casetek die ganze Fronttür öffnen, allerdings ist sie dadurch auch um einiges dicker. Sowohl die obere Tür als auch die gesamte Fronttür lassen sich aber nur um rund 90° aufschwenken, so können sie beim Schwenken auf einem Drehstuhl schnell mit dem Knie kollidieren und eventuell beschädigt werden. Wer auf die obere Tür verzichten möchte, kann diese auch einfach abnehmen, der Zugang zu den Laufwerken ist dann frei.

Obere Klappe geöffnet Innenseite Fronttür

Öffnet man die komplette Fronttür, bekommt man Zugriff auf alle externen Laufwerkkäfige, die Filter für die vorderen Lüfter und den Verschluss für das Seitenteil. Das Casetek bietet mit nur einem Schlüssel die Möglichkeit, entweder den Zugang zur Fronttür vollständig oder nur für die obere Fronttür zu ermöglichen. Der Riegel für die obere Fronttür ist allerdings etwas zu kurz geraten, so das sich mit bloßen Fingern die Tür ohne große Anstrengung öffnen lässt und den Zugriff zu den Laufwerken und Schaltern frei gibt. Die komplette Fronttür ist allerdings gut verriegelt und man müßte schon Werkzeug einsetzen, um sie mit Gewalt zu öffnen.

Die Filtereinsätze vor den vorderen Lüftern lassen sich einfach per Hand abnehmen. Die Filter selber bestehen aus einem Kuststoffgeflecht und lassen sich bequem unter fliessendem Wasser reinigen. Im Lieferumfang sind zwei weitere Filter enthalten, die für die seitlichen Lüfter gedacht sind. So wird das Innere des Gehäuses gut gegen den normalen Staub geschützt. Ist die Fronttür komplett geöffnet, kommt man auch leicht an die 'eingeclipten' Schalter und LEDs, die sich so auf einfache Art und Weise austauschen lassen. Für die Power-Anzeige kommt eine blaue LED zum Einsatz, die HDD-Anzeige ist in Standard-Rot ausgeführt. Um die Frontlüfter zu montieren, benötigt man aber dann doch wieder den Schraubendreher: sie werden in einen kleinen Metallkäfig geschraubt, der seinerseits mit dem Gehäuse verschraubt wird. Die Kabel der Lüfter lassen sich gut durch die großen Öffnungen im Laufwerkkäfig führen. Überall am Gehäuse findet man Aufkleber, die kurz die Funktion der einzelnen Teile des Gehäuses erläutern. Eine schriftliche Anleitung liegt dem Gehäuse aus diesem Grund nicht bei.

Komplette Tür geöffnet Filter Schacht für externe 3,5" Laufwwerke
Verschluß für Seitentür Riegel für Seitentür

Die Seitenwand ist nicht nur abschließbar, sondern per eingebautem Schalter kann das Mainboard, falls technisch in der Lage, dies an eine Software melden. So lange der Kontakt nicht wieder geschlossen ist, lässt sich der PC dann nicht mehr booten. Im Inneren fallen dann auch die deutlichsten Änderungen zum Chieftec auf. So sind unter anderem die internen Laufwerkkäfige um 90° gedreht und lassen sich direkt von der Seite bestücken. Zu diesem Zweck liegen Laufwerkschienen aus blauem Kunststoff bei, die einfach an die Laufwerke geclipt werden. Auf Grund dieser Schienen findet auch eine komplette Entkoppelung der Laufwerke vom Gehäuse statt, Schwingungen werden durch den Kunststoff stark gedämmt. Die von vorne durch die Gehäuselüfter in das Gehäuse geblasenen Luft wird somit seitlich über die HDDs geführt. Auch die Führung von IDE- und Stromkabel ist damit erheblich einfacher. Die Laufwerkkäfige sind komplett verschraubt bzw. vernietet und erhöhen so die Stabilität des Gehäuses zusätzlich. Ausnahme bildet der externe 3,5" Laufwerkkäfig, der von vorne nach Lösen einer Thumbscrew komplett entnommen werden kann. Nach dem Festschrauben des z.B. Floppylaufwerks wird einfach der ganze Käfig zurückgeschoben und wieder mit der Thumbscrew befestigt.

Ein großes blaues Kunststoffelement in der Seite hat mehrere Funktionen: so können zwei Gehäuselüfter mit Filter eingeclickt werden und lange PCI-Steckkarten mit kleinen Schiebern zusätzlich festgedrückt werden, so dass sie auch beim Transport nicht aus dem Slot rutschen. Eine ähnliche Lösung hat auch Avance im Einsatz, allerdings gab es dort ein kleines Schiebewerkzeug, das wir beim Casetek leider vermissen. Um Klappergeräusche des Elements auf den Metallstreben zu verhindern, sind an allen Berührungspunkten kleine Gummistücke befestigt. Wer keine seitlichen Lüfter einsetzen möchte, kann das Element auch einfach ausbauen.

Lüfterhalter Seitenteil Detail Steckkartenklemmen Lüfterhalter abgenommen

Käfige für interne 3,5" Laufwerke Laufwerkschienen

An der Rückseite befinden sich zwei Öffnungen, die mit Clip-in Haltern für 80mm Gehäuselüfter versehen sind. Diese sind etwas anders befestigt als beim Chieftec, sitzen jedoch sehr fest im Gehäuse und sind ebenfalls blau. Die Besonderheit auf der Rückseite sind die werkzeuglosen Befestigungsmöglichkeiten für Steckkarten. Im Prinzip wird hier ein Bajonettverschluss aus Kunststoff eingesetzt, der einem das Festschrauben der Erweiterungskarten am Gehäuse abnimmt. Das funktioniert allerdings nur, wenn das PCB der Steckkarte nicht höher als das Slotblech selber ist, beim Test mit einer Erazor III ließ sich der Riegel nicht schliessen. Die Slotbleche sind alle gesteckt und können beliebig wieder verwendet werden. Oben befindet sich der bereits angesprochene "Case open" Schalter, daneben die Öffnung für das Netzteil, deren Blende sich austauschen läßt und so auch den Einbau von redundanten Netzteilen erlaubt.

5,25" Laufwerkkäfig Schalter für "Gehäuse offen" Steckkartenverschluß

Auf der rechten Gehäuseseite gibt es nichts Besonderes zu entdecken. Die Bohrungen im Mainboardhalter sind auf der Rückseite sauber entgratet und es besteht keine Verletzungsgefahr. Auch das restliche Innenleben ist sauber entgratet und alle Metallkanten sind gefalzt. Kommen wir zur Oberseite des Gehäuses. Dort befindet sich die Möglichkeit einen 80mm Gehäuselüfter per Clip-in Halterung zu montieren, der die warme Luft, die - physikalischen Gesetzen folgend - ja nach oben steigt, aus dem Gehäuse befördert. Direkt daneben ist das Portkit eingebaut. Auf der Innenseite sind die mit Ferritkernen bestückten Kabel auf beiden Seiten mit beschrifteten Steckern versehen, nur für die Soundanschlüsse gibt es Einzelstecker. Von außen ist das Portkit mit einer Klappe gegen Staub geschützt und bietet einfachen Zugang zu einem Firewire1394-, zwei USB- und zwei Soundanschlüssen. Die Position auf der Oberseite gefällt uns besser als bei anderen Gehäusen, die meist vorne unten das Portkit integrieren. Zum einen entfällt das Suchen direkt über der Teppichkante nach dem richtigen Anschluss, zum anderen wird die schöne Front nicht durch eine zusätzliche Klappe verstümmelt. Einziges Problem ist das Vollstauben bei geöffneter Klappe, so kann es recht schnell zu Kontaktproblemen kommen.

Oberseite mit Lüfteröffnung und Portkit Portkit geöffnet Detail Portkit
Innenansicht Portkit und Lüfteröffnung Detail Anschlüße Portkit

Auch auf der Unterseite das Casetek gibt es etwas Positives zu bemerken. So verfügen die ausklappbaren Gehäusefüße in der Mitte über einen massiven Gummiring, der das ganze Gehäuse vom Boden entkoppelt. Die meist durch Lüfter und Laufwerke entstehenden Schwingungen werden so absorbiert und nicht an die Standfläche weiter gegeben, im Ergebnis ist der PC zumindest auf Hartböden dadurch leiser.

Detail Gehäusefuß Detail Luftöffnung Unterseite Fronttür

Modding

Natürlich läßt das Casetek 1018 auch Modding zu, auf Grund der vielen Möglichkeiten für den Einbau von Lüftern ist jedoch eine gute Planung unumgänglich. Einen Satz mit fertig zugeschnittenen Dämmmatten kann man bei Casetek bereits erwerben. Der Einbau einer Wasserkühlung stößt hingegen sicherlich auf kleine Probleme auf Grund des großen Laufwerkkäfigs. Ansonsten empfiehlt sich gleich der Kauf des Thermaltake Xaser III, der auch noch über eine Lüftersteuerung und auf Wunsch mit Fenster im Seitenteil geliefert wird. Die relativ dicke Fronttür bietet für Beleuchtungsfreaks reichlich Möglichkeiten, spätestens nach dem Abschrauben der Aluminium Elemente. Für gute Lüftung des Inneren ist mit bis zu sieben 80mm Gehäuselüftern großzügig gesorgt und das befriedigt sicherlich auch höchste Ansprüche ohne Probleme.

Fazit

Hardware "Super!", kann man es in einem Ausruf fest machen. Was das Casetek Midi Server 1018 Gehäuse von Caseking [2] außen und innen zu bieten hat, ist wirklich durchdacht und praktisch. Neben der schicken Front verfügt das Gehäuse über Sicherheitsfeatures, die den Zugriff für Unbefugte erschweren oder gar verhindern. Im Inneren wird fast alles werkzeuglos befestigt, ein Austausch vom Komponenten geht so schnell von der Hand. Natürlich fallen auch hier im Detail Kleinigkeiten auf, aber das Casetek kommt dem 'eierlegenden Woll-Milch-Sau-Gehäuse' außerordentlich nahe. Äußerlich gibt es Schwächen bei der Lackierung (sicherlich ein Einzelfall), die Montage der Frontlüfter hätte man einfacher gestalten können und die Seitentür, die wieder per Schiebung montiert wird, ist ein Rückschritt gegenüber dem CS601. Dafür glänzt das Gehäuse mit Filtern für vier von sieben Gehäuselüftern, einer nahezu werkzeuglosen Montage der PC-Komponenten, einer großen Stabilität, einem schicken Äußerem und nicht zuletzt mit einem attraktivem Preis.

Casetek Midi Server 1018 blau
Positive Eigenschaften
  • Sehr stabil
  • Platz für 7 Lüfter
  • davon 5 Snap-In Lüfterhalter
  • Portkit
  • abschließbar
  • werkzeuglose Montage
  • schickes Design
Negative Eigenschaften
  • Gewicht

URL-Liste:

  1. http://www.caseking.de/shop/catalog/default.php?ref=35
  2. http://www.caseking.de/shop/catalog/product_info.php?ref=35&products_id=595
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